Das Gestern Heute

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Keylon von Salberg
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Das Gestern Heute

Beitrag von Keylon von Salberg »

Der Moment konnte nicht ungünstiger sein als er um das Haus in Bajard auf die Strasse trat.
Wie ein Stich traf ihn die Erkenntnis das dieser Schritt ein böser Fehler war. Ein ganz ganz böser Fehler, der auch mit viel Pech der letzte Fehler seines Lebens werden könnte.

Er stand direkt vor drei Piraten, die er wohl nicht gänzlich als Problem angesehen hätte, eher die Letharin, der Lethar und der Rahaler Soldat die noch daneben standen.
Einen Schritt zurück...
Dafür war es zu spät. Einfach ignorieren und weitergehen ...
Dafür hatte ihn die Letharin schon erkannt, und er sie.
Jene war es die sich bei der letzten Schlacht, als er am Boden lag noch um ihn gekümmert hatte, als er mal wieder seine Klappe nicht hatte halten können, eine ... gut oder zwei drei abfällige Bemerkungen gemacht hatte, statt sich einfach geschlagen gegeben, davon zu stehlen.
Am Ende hatte er Glück gehabt das sie ihm nur seinen Schild genommen hatte und nicht sein Leben oder ihn gar mit nach Rahal genommen hatte.
Oh ja sie war ihm noch gut in Erinnerung, und vielleicht mochte er für den einen Moment das Erschrecken in seinen Augen nicht verbergen können, denn sie lächelte sofort auf.
„Na? Bist du gekommen um deinen Schild zurück zu holen?“
Für den einen Moment war er glatt in Versuchung eine Schlagfertige Antwort zu geben, doch er biss sich noch rechtzeitig auf seine Zunge.
„Was bist du bereit dafür zu geben?“
Er redete um den heißen Brei herum und als sie näher trat wich er zurück, brachte erst ein Pferd zwischen sich und ihr dann den Anbindepfosten in seinen Rücken um wenigstens diesen gedeckt zu wissen.

Das sie Piraten gingen, bemerkte er nicht einmal, sein Hauptaugenmerk lag auf IHR.
Natürlich wollte er seinen Schild zurück und er maß sich seine Chancen aus wenn er gegen sie nun vorgehen würde. Näher und näher kam sie ihm und es schauderte ihm. Unwillkürlich zog er den Kopf zwischen die Schultern. „Was kommt ihr mir so nahe? Hattet ihr etwa Sehnsucht nach mir?“ ätzte er noch eher er sich diesmal Worte verbeißen konnte.
Sie lächelte nur schmal und was sie sagte, hörte er schon nicht mehr weil das Blut in seinen Ohren zu rauschen begann, als er den Ritter Wolfseiche und noch eine Rahalerin aus der Bank kommen sah.
Das war in der Tat ein rabenschwarzer Tag.
Falscher Ort, falscher Zeitpunkt... überhaupt falscher Moment.
Unwillkürlich stöhnte er auf.
Auch wenn die, -nette- Letharin nun ersteinmal von ihrem Opfer, nämlich ihm, zurückwich und dem Ritter das Feld überließ, fühlte er sich nicht wirklich besser.
Nein.
In der Tat hatte sich damit seine Situation nicht wirklich verbessert.
Noch immer trug er die Insignien des Ordens der Temora, und die Begleiterin des Ritters wollte genau darüber Auskunft bekommen.
Er versuchte sich seine Anspannung... gut, zugegeben seine aufsteigende Panik, nicht anmerken zu lassen und erklärte nun was es mit dem Orden auf sich hatte, und obwohl der Ritter und die Frau sich nicht gerade nett darüber und vor allem über Temora äußerten hielt er daran fest.
Selbst wenn es ihm das Leben kosten würde, würde er an Temora festhalten, und diese Erkenntnis gab ihm in diesem Moment Mut und Selbstsicherheit. Er fühlte Wärme in sich aufsteigen die ihm all dem hier trotzen ließ.
Das schien auch die Frau ihm gegenüber zu bemerken die ihn einlud sie einmal in Rahal besuchen zu kommen, um ihn von seine Glaubensirrtum zu überzeugen.
Mit dem Hinweis darauf das das so und so nichts bringen würde und er so und so verheiratet war, lehnte er ab.
Er fand das einen sehr guten Schachzug von ihm doch der Ritter lehrte ihn gleich besseres.
„Was hält uns eigentlich davon ab Euch gleich mitzunehmen? Doch unsere Zimmer sind längst nicht so komfortabel wie die Euren.“ ließ er sich vernehmen und Keylon hatte mühe nicht blass zu werden.
Rahal war ein Ort wo er bei Leibe nicht hin wollte. Egal ob Tod oder Lebendig.
Die Unsicherheit übernahm wieder das Kommando und mit ihr kam mal wieder sein loses Mundwerk.
„Ja, und ich habe gehört das Eurer Zimmerservice sehr lausig sein soll.“
Antwortete er ihm und nur mit Mühe versagte er es sich, das er sich die Hand vor den Mund schlug. Schließlich wollte er nicht das es aussah als hätte er diese Worte ohne Nachdenken gesagt ... Onkel Arwan hatte so recht gehabt ... Dein Mundwerk wird dich nochmal so richtig in Schwierigkeiten bringen Keylon...
Oh wie Recht er hatte ..
„Wenn ihr euch nicht gleich besinnt, nehme ich euch sofort mit. Und jetzt trollt euch bevor
ich es mir noch anders überlege!“
Er nickte nur.
Wie automatisch setzten sich seine Füße in Bewegung.
So gerade wie möglich mit erhobenem Haupt setzte er sich in Bewegung.

Erst jetzt kam ihm die Letharin wieder in den Sinn.
Jetzt wo er sie sah...
Was sie sagte verstand er nicht wirklich aber das sie einen Bogen auf ihn angesetzt hatte schon.
Der Pfeil schlug ihn unerwartet in den linken Oberarm und riss ihn um, zu Boden.
Ohne nach zu denken griff er sein Schwert zog es heraus. Er war zu sehr Krieger, als das er nun an etwas anderes denken konnte. Hätte er auch nur einen Moment weiter gedacht, hätte er gewusst das ein Kampf... jetzt, nichts anderes als seinen Tod hätte bedeuten können.
Aber er war längst über das logische denken hinaus.
Doch noch bevor er weiter hatte handeln können, trat ein Stiefel auf seine Schwerthand.
Wolfseiche.
„An eurer Stelle würde ich es lassen.“ hörte er die Stimme des Ritters und erst jetzt kam die Erkenntnis das er mehr als nur verloren hatte. Mit dem Schmerz kam die Erkenntnis der Hilflosigkeit.
Weitere Worte wurden gesprochen doch er verstand sie nicht. Sie klangen eher verzehrt und wie weit weg.
Er ließ das Schwert los, und der Ritter trat es zur Seite wo die Letharin es mit einem Lächeln aufhob.
Jetzt hatte sie nicht nur seinen Schild sondern auch sein Schwert war das Einzigste was ihm nun in den Sinn fuhr als er sich langsam erhob.

Der Ritter war zurück getreten, und Keylon begriff das man ihn gehen ließ.
Ohne zu denken, stolperte er davon.
Er wollte es nicht nach einer Flucht aussehen lassen, soviel Stolz war noch in ihm.
Aber er begriff auch das etwas nicht wirklich stimmte.
Sein Sichtbereich war eingeschränkt. In seinen Ohren rauschte es...
Er versuchte sich an die Häuserwand zu lehnen als eine Hand nach ihm griff.
Im ersten Moment wollte er flüchten, dann erkannte er Lilian von Nebelpass.
„Könnt ihr gehen?“ vermochte er sich zusammen zu reimen was sie sagte, dann war sie es die ihn stütze die ihn fortbrachte und zum ersten mal keimte wieder wirklich Hoffnung auf.
Aus dieser Hölle hier war er erst einmal entkommen.
Zuletzt geändert von Keylon von Salberg am Samstag 6. Dezember 2014, 19:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Liliana brachte ihn direkt ins Lehrhospital wo sich Malena direkt um ihn kümmerte.
Der Pfeil steckte ob der kurzen Distanz tief in seinem Arm, doch anscheinend war das nicht das größte Problem.
Gift.
Die Letharin hatte Gift benutzt, und noch war nicht heraus um was genau es sich handelte.
Zu Keylons Erleichterung gab man ihm etwas zu trinken so das er die weiteren Behandlungen nicht mitbekam.
Malena entfernte den Pfeil in dem sie den Arm an der Unterseite öffnete und durch schob, dann goss sie vorsichtig ein Gegenmittel gegen die verschiedensten Gifte in die Wunde, bevor sie diese vorsichtig verband, um ihn dann mit einem andrem Mittel wieder langsam auf zu wecken.

Keylon war etwas durcheinander, der Arm schmerzte und er hatte nur noch den einen Wunsch zu schlafen. Das inzwischen Hailey gekommen war hatte er gar nicht mitbekommen, aber er sah die Sorge in ihren Augen und das war mit am Schlimmsten für ihn.
Am liebsten wäre er aufgestanden und hätte so getan als wäre überhaupt nichts geschehen, aber so sehr er es sich wünschte, es klappte natürich nicht.
Malena machte sich zudem Sorge um das Gift, und wollte eh noch das Torjan es sich ansah sobald er da war.
Keylon versuchte Hailey zu beruhigen, was ihm nicht wirklich gelang, und fast war er froh als er Helisande hereinkommen sah.
Die Soldatin brachte mit ihrem Routinierten Auftreten ein wenig Ruhe in die Situation hinein, und er konnte seinen Bericht und vor allem seine Vermutung loswerden das der Ritter Wolfseiche einen Informanten im Reich hatte.

Doch Helisande vermochte ihn auch in dieser Hinsicht zu beruhigen, und das nicht in dem sie ihm etwas vorsagte, sondern ihn selber auf diese Gedanken brachte.
Natürlich hatte der Ritter Dinge gesagt die ihn auf diesen Gedanken hatte bringen müssen.
Aber mussten sie deshalb auch stimmen?
Der Ritter hatte die Information über Hailey auch an dem Abend im Gefängnis bekommen gehabt. Natürlich!
Und nun hatte er diese einfach angebracht und ihn so in den Glauben gebracht er hätte Informanten. Ein Schachzug.
Ein guter Schachzug um Unruhe in die Reihen zu bringen. Ja, der Mann wusste schon wie er seine Worte anbringen musste um irgendetwas zu bewirken.
Keylon war froh das Helisande ihn auf diese Weise beruhigen konnte, und er war froh sich endlich zur Ruhe begeben zu können.
Hailey blieb bei ihm und er war froh darüber.
Das er sie drei mal fragte ob sie die Leibwächterprüfung bestanden hatte, und ihr drei mal Gratulierte bemerkte er nicht, doch Hailey stimmte dies schon sehr nachdenklich.
Er selber jedoch schlief auch viel zu schnell ein um überhaupt noch etwas davon zu bemerken.

Am nächsten Morgen jedoch war alles Anders.
Er wachte nur langsam auf und wusste im Moment nicht einmal wo er war.
Sein Arm tat ihm weh und was er wusste war das er nicht hier so faul herumliegen durfte.
Schließlich war in drei Tagen seine Hochzeit mit Rena und es gab noch viel zu besprechen.
Er musste sie suchen.
Sofort stand er auf. Noch etwas wackelig auf den Beinen, stieg er in seine Stiefel dann wollte er hinaustreten, doch ein älterer Mann stellte sich ihm in den Weg.
„Wo willst du denn hin Bürschlein?“
Keylon sah ihn eigentümlich an. Bürschlein hatte ihn noch nie jemand genannt. Und wer war der Kerl überhaupt.
„Ich muss Rena suchen.“ meinte er wie selbstverständlich. „Und wer seid ihr überhaupt.“
Der Mann vor ihm legte den Kopf schief. „Du weißt nicht wer ich bin? Und wohl auch nicht wo du bist oder?“
Keylon zögerte bevor er dann zugab das der Mann durchaus Recht hatte.
Doch als er dann verstand das der Kerl ihn nun hierbehalten und auf gar keinen Fall rauslassen würde, war es um seine Ruhe geschehen.
Ausholend verpasste er ihm einen Schwinger um an ihm vorbei zu kommen, doch da wartete dann das nächste Hindernis auf ihn.
Eine Frau die er nicht kannte stellte sich ihm in den Weg, und aus einem unbestimmten Grund, ließ ihn das sofort innehalten, ja fast gar starr werden.
Er kannte sie, doch wusste nicht woher, nur das sie ...
Ja... was? Das sie irgendwie Einfluss auf ihn nahm.
Jedenfalls war eines Klar.
Irgendetwas stimmte hier gar nicht.
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