Die Leidenschaft vom Leiden schaffen

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Janos Brynn
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Die Leidenschaft vom Leiden schaffen

Beitrag von Janos Brynn »


I. Die Ankunft

Die Seereise war lang und es glich einer Erlösung, dass sie nun endlich ein Ende fand als Janos Brynn von Bord fiel. Entbehrliche Wochen hatten nun ein Ende, wenn gleich er sich nicht durch überdurchschnittliche Eitelkeit auszeichnet, ist es doch eine wahre Freude nach einer so langen Zeit endlich wieder ein heißes Bad zu genießen, einen ordentlichen Braten und anschließend einer - oder am besten gleich zwei - Dirnen beizuliegen und die Leiden der letzten Zeit zu vergessen.

Zu früh gefreut, könnte man meinen, kaum vom Schiff geworfen schon im sumpfigen Moloch gelandet, dass die örtlichen wohl unter dem Namen Bajard kennen. So nutzte er die kommenden Tagesläufe um vor allem seinen Körper wieder zu stählen und seine Fähigkeiten im Nahkampf aufzufrischen und nicht zu letzt auch die angestaute Wut an der nächst besten Puppe abzureagieren.

Die Tage vergingen wie im Flug und ein Ziel kristallisierte sich deutlich heraus. Er würde Bajard schnellst möglich verlassen. Das nötige Gold fand sich im Säckel und so setze er die Reise fort. Wieder mit dem Schiff, doch diesmal von absehbarer Dauer..

...

So vergingen nur wenige Stunden ehe die Zinnen der neuen Stadt, der heiligen Stadt, wie sie auch genannt wurde, am Horizont auftauchte. Sein neues Zuhause.....: Rahal!

Hier würde er sich einen Namen machen und er würde hier seiner großen Passion nachgehen.. einer der Gründe wohl warum er in seiner alten Heimat den Rücken kehren musste..Hier würde man sein wahres Talent erkennen...

Die Leidenschaft vom Leiden schaffen
Zuletzt geändert von Janos Brynn am Donnerstag 4. Dezember 2014, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Janos Brynn
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Beitrag von Janos Brynn »

II. Roter Winter

Kaum in Rahal angekommen erwischte ihn der Winter eiskalt. Über Nacht fand sich eine dicke Schicht Raureif an seinem Tavernenfenster und er fröstelte als er seine leichte Kleidung überzog. Der Tag nahm seinen Lauf, komme was wolle und sich unter der Strohdecke zu verkriechen würde wohl kaum helfen. Seine letzten Silberstücke versetzte er in der Taverne für ein ordentliches Mal und eine neue Robe.. neu... gebraucht und von einem abscheulichen Grauton, aber besser als das kurze Hemd und für das Vorhaben mehr als ausreichend.

Ohne Gold, aber mit einem Bogen bewaffnet, sah man ihn gegen Mittag das Stadttor nach Süden hin verlassen, um kurz darauf durch das Unterholz der Wälder zu streifen. Dieser gottverlassene Streifen Wald würde ihm schon das geben was er bräuchte.. andernfalls würde er es sich nehmen. Es reißen, herausschneiden.. darauf verstand er sich ohnehin sehr gut.

So begab es sich, dass er kurze Zeit später über dem leblosen Körper eines noch recht jungen Hirsches kniete. Ein Pfeil hatte nicht gereicht, Pfeile entsprachen noch nie seiner Kunst und dennoch, man bräuchte nur genügend um zum gleichen Ziel zu kommen. Kaum den Dolch gezückt, die Pfeile entfernt, sprudelte das rote Gold schon aus dem Reh hinaus, bildete eine Lache, wärmte ihn und seine Hände. Fachmännisch, Schnitt für Schnitt, trennte er das Leder vom Körper des Tieres, zerlegte das Fleisch und entnahm was alles was von Wert gewesen wäre.
Warum das Leder für einen Mantel kaufen, wenn man es auch jagen kann.. selbstgetötet, das behagt und man weiß wo es her ist. Besser man macht es selbst - das sagte er sich öfters.

So begab es sich, dass er wenig später, trotz blutverschmieter Robe und roter Hände in die Stadt Rahal eingelassen wurde. Der Leutnant musterte ihn wohl kritisch, hatte aber nichts daran auszusetzen. Ein Zeichen mehr für Janos, dass sein Handwerk hier wohl Anklang finden könnte. Blut gehört zum Handwerk, wie der Schnee zum Winter. Möge es ein roter Winter für ihn werden!



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Janos Brynn
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Beitrag von Janos Brynn »

III. Glühende Kohlen im frostigen Hauch

Der Weg vom Stadttor führte ihn geradewegs auf den Marktplatz, geradewegs zum Schauplatz des Geschehens. Dieses arme Ding stand mitten im eisigen Wind auf dem großen Platz, gefangen in dem Käfig, zur Schau gestellt für alle, die sich an ihr ergötzen wollten.

Vor dem Käfig stand Sie.

Nicht nur der Käfig, auch diese Frau in edle schwarze Gewänder gehüllt, fand schnell die Aufmerksamkeit von Janos Brynn. Sie kamen ins Gespräch: Über die Arbeit der Garde und deren Meinung wie man wohl mit mutmaßlichen Spionen umgehen sollte. Zu seinem überraschen teilte sie seine Ansicht, dass solch milder Umgang, ein wenig Frost, ein wenig Demütigung wohl kaum ausreichen würden und Ihresgleichen aus der heiligen Stadt fortzuhalten. Wenn gleich die Aura dieser Frau, wenn man so sagen wollte, etwas düsteres hatte. Ganz schien es Janos so, als wüsste man nicht ganz.. Dient der Käfig dazu, die Gefangene einzusperren oder dient er zum Schutz vor jenen draußen.

Glühende Kohlen sollte man ihr in die Taschen füllen, gegen die Kälte natürlich und man sollte sie treiben.. mit glühenden Eisen sollte man sie treiben bis vor die Stadttore Adorans als deutliches Zeichen was mit jenen geschieht, die es wagen, solch Frevel an der heiligen Stadt zu tun.

Es schien als hätte er das erste Mal jemanden gefunden, der seine Leidenschaft zum Leiden schaffen, teilt oder wenigstens zu schätzen weiß.

Erfrischend, erbauend, die wärmenden Gedanken an Blut, Schmerz und Qual - hier war er richtig, ein Gespräch mit Zukunft. So erfuhr er den Namen der Frau: Anastasia Swynedd und zugleich von jenem Bund, dem Konvent des Wissens.

Der erste Schritt ward getan, er erhielt die Einladung sie zu begleiten, hin zum Hort des Wissens, jenem Ort an dem Wissen über unendlich viele Dinge aufbewahrt wurde. Wenn gleich die Qual der 1000 Bücher nicht die seine war, würde er dort wertvolle Antworten finden.

Ein Schritt, dem hoffentlich noch viele folgen werden..
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Janos Brynn
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Beitrag von Janos Brynn »

IV. Lektionen im Hort des Wissens

Die letzten Reste der weißen, blutbesudelten Robe kohlten noch auf dem Lagerfeuer als Janos sich erhob, seine neuen Kleider ordentlich richtete und beinah stolz über diese strich. Eines stand für ihn fest: Diese Kleider würde kein Tierblut besudeln.

Nicht nur für ihn war es wichtig, diese neue Garderobe zu bekommen. Unmöglich wollte er IHR noch einmal in diesem beinah schändlichen Auftreten unter die Augen treten. So kam es, halb aus Eigennutz, halb aus Interesse dass es ihn hin zu dem Ort zog an dem er vor kurzem erst eine erste Einführung bekommen hat: Den Hort des Wissens, verschneit und abgelegen in der Ödnis zwischen Rahal und Bajard.
Dort angekommen platze er förmlich in ein Treffen des Konvents. Später am Abend nahm SIE sich die Zeit und unterrichtete ihn persönlich in den ersten Fragen des Reiches: Wie erschließt sich die Hierarchie, wer untersteht wem, die Ränge des Militärischen, die des Klerus.
Wenn gleich er immer noch nicht IHREN Rang in diesem Gefüge erkannt hat, so scheint er ihre kühle Machtausstrahlung sehr zu schätzen. Wer weiß, welch fruchtvolle Beziehung er auf diesen Wege knüpfen konnte.

Umso mehr erfüllte es Janos mit Stolz als SIE ihm, im Anschluss an die Lektion eine erste Aufgabe erfüllte, dass sie auf sein Wort vertraute, selbst wenn er erst seit kurzem in der heiligen Stadt verweilte. Eines stand fest: Er würde sie nicht enttäuschen!

"Ich möchte, dass ihr Herrn Joshua zu verstehen gebt, dass die Tatsache, dass er sich der Jagd anschloss, statt unser Gespräch weiterzuführen und auch euch bereit zu stehen, mich wenig erfreut hat"


Die Aufgabe war klar, ob sie einfach würde, würde sich noch zeigen. Nachdem er die heilige Stadt erreichte, setze er einen Brief an Joshua auf und bat unauffällig um ein Gespräch
Zuletzt geändert von Janos Brynn am Donnerstag 30. Juli 2015, 20:11, insgesamt 2-mal geändert.
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Janos Brynn
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Beitrag von Janos Brynn »

*doppelpost, bitte löschen*
Zuletzt geändert von Janos Brynn am Samstag 6. Dezember 2014, 01:25, insgesamt 2-mal geändert.
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Janos Brynn
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Beitrag von Janos Brynn »

V. Eine Lektion im Hassen

Die Tage vergingen wie im Flug. In der Zwischenzeit hatte Janos sich eine kleine Hütte im Hafenviertel von Rahal angemietet. Schließlich könnte es nicht schaden einen Rückzugsort zu haben.. insbesondere einen Rückzugsort den man ungesehen betreten und verlassen konnte. Mit viel Zuversicht könnte man es als eine Hütte beschreiben, die Einrichtung jämmerlich erbärmlich, doch für den Anfang erfüllte es seinen Zweck.

Die Luft kalt, der Wind zog durch alle Ritzen, also entschloss sich Janos mal wieder im Konvent vorbei zu sehen. Einige hatte er dort kennengelernt, so war es auch wieder an diesem Abend. Magister Althan, der Konventsleiter, lud zum Gespräch und es entwickelte sich zu einem angenehmen Abend. Hier konnte er all seine Fragen loswerden, fand auf alles eine Antwort und viel mehr noch, es war ein Einstieg in die Gesellschaft. Kaum ein Tag ohne, dass ihm neue Personen vorgestellt wurden. So auch das letzte Mal, man sprach über die Fortschritte eines Herrn Acalon - ein unbekannter, wohl ein Flüchtling aus dem schändlichen Adoran, hinüber gewechselt ins heilige Reich, aber doch unfähig. Unfähig und hoffnungslos, eine Zeitverschwendung - die Abscheu in den Worten des Magisters ließen keine Zweifel an dem was er empfindet.

Am gleichen Abend noch traf Janos in Begleitung einer Priesterin an Seinem Tempel ein. Er hatte sie kennengelernt im Konvent - wieder einer dieser Begegnungen. Kaum angekommen gesellte sich eben jener Herr zu Ihnen, den Magister Althan so mochte und es zeigte sich, wie recht er mit seinen Worten hatte. Ob es an der Lichtenthaler Abstammung lag oder am Charakter, jener Mann war einfach nicht in der Lage zu verstehen, was es bedeutet zu hassen.. diesen Hass zu schüren, zu lenken, ihn zu leben. So ergab es sich, dass Janos ihm eine Lektion erteilte, eine die den Hass doch deutlich hervorbringen sollte, eine die doch deutlicher nicht sein konnte?


"Stellt euch vor, .. Ich komme des nachts in euer Heim, fessle euch an euer Bett. Meuchle euer Kind, nehme eure Frau und meuchle anschließend auch diese. Ihr dürft mir die ganze Zeit dabei zusehen, wie ich mit allem Genuss dieser Welt jene Taten vollbringe. Anschließend lasse ich euch im Blut eures Kindes und eures Weibs liegen.
Mein Weg führt mich zur nächsten Taverne und ich betrinke mich, feiere meine Taten bis in den Morgen. Ihr könnt euch befreien, findet mich am Morgen sturz betrunken vor der Taverne liegen, noch das Blut von Frau und Kind an mir.... Was würdet ihr tun?"


Seine Antwort entsprach dem, was man von einem Lichtenthaler erwarten würde.. Es sprach die Gerechtigkeit aus ihm, nicht jedoch der Hass, die Rache, die Suche nach Vergeltung.. bedauerlich - Magister Althan hatte Recht.


VI. Eine neue Aufgabe

Die Aufgabe der Frau Swynedd konnte Janos nicht erfüllen. Wohl hatte er versucht mit diesem Joshua aus dem Hort des Wissens Kontakt aufzubauen, doch hatte jener im nicht geantwortet.
Ein wenig nervös traf Janos im Konvent ein, Ahad Swynedd hatte ihn um ein Gespräch gebeten.. wenn man hier von einer Bitte sprechen konnte. Faszination und Furcht oder war es doch die Faszination an der Furcht - diese Frau war beeindruckend, anziehend aber zugleich auch gefährlich. Er hoffte sie würde es ihm nicht nachtragen, dass er ihre Aufgabe nicht gänzlich hatte erfüllen können.
Doch es kam anders, ganz anders als er vielleicht in Erwägung gezogen hätte. Man traf sich im Konvent, sie führte ihn in den Keller und gebot ihm Platz zunehmen an der Tafel jener Vereinigung.
Gut zwei Kerzenlängen später verließ er das Konvent mit klaren Zielen für die nächsten Tage, denn ihr Angebot war klar:


Bemüht euch um einen Bürgerbrief der Stadt Rahal und wir sprechen darüber, ob ihr in meinen Dienst treten wollt. Ich suche eine neue Leibwache und biete euch diesen Posten an, so ihr gewillt seit diesen anzunehmen.

Eine neue Aufgabe, ein nicht zu verachtender gesellschaftlicher Aufstieg. Janos war sich sicher, dieser Name würde ihm im Zweifel Türen öffnen, die ihm sonst verschlossen blieben und im besten Fall wüsste sie seine Leidenschaft zu schätzen, würde diese fördern und ihn lehren auch auf diesem Gebiet besser zu werden. Letztlich hatte das ganze noch einen weiteren Vorteil, wenn man es genau betrachtete, wenn gleich er sich seiner nicht so sicher war... würde er ihre Leibgarde, stets in ihrem Rücken stehen... er wäre ihr nah.
Zuletzt geändert von Janos Brynn am Donnerstag 30. Juli 2015, 20:11, insgesamt 1-mal geändert.
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