DOOM DADA

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Gast

DOOM DADA

Beitrag von Gast »

"Loslassen von Dingen, Illusionen, Menschen bedeutet zu akzeptieren, daß wir nicht bekommen, was wir uns gewünscht hatten. Wenn wir zulassen können, daß es so ist, wie es ist, und nicht anders... dann und erst dann hat die Qual ein Ende."

Der Kohlestift wurde behutsam angespitzt, was ein sanftes Kratzen im Raum erklingen lies. Es war mittlerweile etwas länger her, daß Feoras zeichnete und es überkam ihn sehr spontan. Eine Tat, die er nun gedachte tun zu müssen. Fein säuberlich setzte er also den Stift wieder auf das Pergament. Es sollte so wirklich wie möglich aussehen und während er dem Entwurf den letzten Schliff gab, waren die Bilder in seinem Kopf von Vergangenem omnipräsent.

Den Einfall zu diesem Bild hatte er, während er versuchte sein eigenes Herz zu zähmen, seinen Kopf zu beruhigen. Ob es am nahenden ersten Hochzeitstag lag der bald kam, der Winteranfang oder die Geschehnisse der letzten Tage, konnte der Schneider sich selbst nicht beantworten. Er wusste nur, dass er alles schädliche aus sich heraus reißen wollte. Die Zeichnung nahm wie von selbst Gestalt an und nach einer gefühlten Ewigkeit war sie fertig...
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Zwei haltende Hände. Eine einfache Berührung. So ausdrucksstark und verbindend zu all jenem was gutes aber auch vernichtendes mit sich brachte. Behalten würde er sie aber nicht, der Zweck wofür er sie brauchte war ein anderer. Jene nochmal länger betrachtend nahm er sie an sich und verlies seine Schneiderei, zusammen mit einer Laterne und einer kleinen Tonschale.

Unten im Garten, stellte er die Schüssel auf dem stabilen Tisch ab. Die Laterne fand daneben ihren Platz, die noch ihr Türchen geöffnet bekam. Ohne zu zögern schob Feoras das Pergament vor, in das er eben noch so viel Arbeit steckte, so das die Flamme des Lichtspenders die Ecke von jenem begierig verschlang. Mit ruhigem Ausdruck betrachteten die hellblauen Augen das Spektakel. Innerlich mit der Hoffnung, daß er während er zeichnete, alles Schlechte das ihn nun verfolgte mit in dieses Bild gebannt hatte. Ein symbolischer und tatsächlicher Versuch es aus sich selbst herauszubrennen. Als das lodern sich ausbreitete, legte er das kleine brennende Kunstwerk in die Schüssel und sah zu wie es auch den Rest vernichtete, nur damit der Wind die Asche aufnahm und mit sich fort trug.

So hat jeder andere Wege mit Dingen umzugehen. Manche beweisen sich im Kampf, andere schreien oder schreiben. Für ihn war es seine eigene Art, und mit einem mal bildete sich ein spärliches lächeln auf seinen Lippen...
Gast

Beitrag von Gast »

"Alles hat einen Zeitpunkt, der der richtige ist..."
Die Karten im Spiel des Lebens mischen sich täglich neu heisst es. Etwas, das zumindest den Menschen bekannt ist. Beim Tarot war es nicht anders. Die Karte des Eremit hatte er gezogen als ein Spaziergang den Schneider an den Zigeunern vor Bajard vorbei geführt hatte. "Bei dem Eremit geht es um den Weg der eigenen Identität. Es geht um den Sinn, den man aus seinem eigenen tiefsten Herzen erreichen will, nicht um fremde Ideologien und Wertmassstäbe. Der persönliche Lebensweg steht dabei im Mittelpunkt", erklärte man ihm dazu. Ein paar Münzen leichter und nachdenklicher als zuvor brach er wieder nach Hause auf. Erst das zweite mal das er eine solche Karte gezogen hatte doch gab es gänzlich andere Nachrichten. Wofür dem also Bedeutung geben?

Der darauffolgende Abend wurde allerdings ganz anders als erwartet. Eigentlich wollte er nur die zwei Hunde an den Hof bringen und nach einer kurzen Unterhaltung wieder aufbrechen. Ihr Geschenk verdutzte den jungen Mann allerdings so sehr, dass er noch blieb. Eine Kette mit den dazu passenden Armreifen, mit Hirschsymbolik verziert, hatte sie sich ausgedacht für ihn. "Damit du etwas eigenes hast, dass dich an deine Stärke erinnert und dich zu deinem alten stolz zurück führt", sprach sie auf seine Frage hin. Schon eigenartig wie andere Augen einen sahen, obwohl man für sich selbst erblindet war. Freundschaft war eben manchmal ein stärkeres Band als Liebe.

Spät war es geworden. Eigentlich Zeit um schlaf zu finden, den er erst seit seiner Nacht im Kloster wieder fand. Doch da war sie. Junia, seine kleine Schwester stand an den Gartentoren und hatte geklingelt. Mit allem hatte Feoras gerechnet aber damit? Natürlich freute er sich sehr sie zu sehen und zum ersten mal, wenn auch nur für sie, war ein Lächeln auf seinen Lippen zu erkennen. "Wie siehst du überhaupt aus?!", fragte sie tadelnd. Immerhin war sie es nicht gewohnt das ihr Bruder sein Äusseres so vernachlässigte. Im darauffolgenden Gespräch erkannte er auch den Grund warum sie ohne ein Wort nach Adoran gereist war.
"Du bleibst nun erstmal hier, mach dir um alles andere keine Gedanken", versuchte er sich darin sie aufzumuntern. Was ihm auch ganz gut gelang.

Erstmal hatte anderes Vorrang stellte Feoras fest, als das was in seinem Kopf vorging. Und als ob das neue Lebensgeister in ihm geweckt hätte, stand er am nächsten Tag auf und das erste das er tat war sich zu rasieren..
Gast

Beitrag von Gast »

"Es bleibt uns nichts anderes übrig, als zu lernen, mit Veränderungen umzugehen. Sie gehören zum Leben dazu. Bis man merkt, dass das was man will nicht immer das ist was man braucht."
Der Winter hatte sich über das Land gelegt. Mit jeder Schneeflocke die hinab segelte wuchs die weisse Pracht, die alles kälter machte und die Nacht womöglich etwas heller. Wärme statt vorherrschender Kälte und Licht das durch die tiefste Dunkelheit führte, das war es was viele Menschen brauchten auch wenn viele es nicht immer offen zugaben oder zugeben konnten. Zumindest hatte Feoras beides davon in seiner Schneiderstube in der er wie so oft an seinem Arbeitstisch saß. Licht dank der Kerzen und Wärme durch den kürzlich gebauten Kamin darin. Das allein waren aber nicht die einzigen Gründe.

Mit seiner Schwester im Haus wurde es auf jeden Fall lebendiger. Genauso mit der jungen Frau die bei ihm lernen wollte und nun mit ihnen lebte. Die Gesellschaft der zwei tat dem jungen Mann durchaus gut, hielt ihn beschäftigt, half ihm aus seinem Trott. So war es nicht verwunderlich das der "kleine Geschenketag" der bald vor der Tür stand, seinem Kopf zu tun gab. Feoras wusste das nichts auf Gerimor selbstverständlich war und so hatte er vor den beiden einen besonders schönen ersten Winter zu schenken. Für diese zwei wusste er also schon genau was es werden würde, ebenso für seine Freunde, nur bei Lennja haderte er. Was sollte er einer Frau schenken der er bereits so viel gegeben hatte? Doch mit der Zeit kommt auch immer Rat, so sagt man ja.

Das schönste Geschenk für ihn würde wohl noch andauern. Den Brief an die Eltern hatte er vor zwei Tagen geschrieben, am Vortag abgeschickt. Seine Worten waren offen, ehrlich und direkt. Natürlich hoffte er darauf und war überzeugt, dass seine kleine Schwester bei ihm bleiben würde, aber bei was konnte man sich schon sicher sein? Das hatte er schon sehr oft im Leben erfahren müssen.

Die Ruhe im Haus nutzend um das Wirrwarr in seinem Kopf zu ordnen, die vergangenen Tage zu verarbeiten, hatte er es tatsächlich geschafft seine Stickvorlagen fertig zu bekommen. Da es still und leer im Haus war, war es der perfekte Moment. Zoe, seine Schülerin, hätte ihn wieder in Gespräche verwickelt die er zwar gerne führte aber sie sollte ja nicht bemerken was er vorbereitete. Wobei er sowieso noch einmal fort musste, sich erhob und nach seinem Mantel griff um ausser Haus zu gehen. Jeder hatte seine Grenzen so auch er, selbst wenn seine Hände geschickt waren.
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 2. Dezember 2014, 13:15, insgesamt 1-mal geändert.
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Zoe Waldeck
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Registriert: Freitag 28. November 2014, 23:14

Beitrag von Zoe Waldeck »

"Dein Schicksal ruht in deiner eigenen Brust"


Völlig verschlafen streckte sie die Arme über ihren Kopf. Junia schlief noch, soviel erkannte sie, durch die kleinen Schlitze ihrer Augen. Sie schlug die Decke zurück und war froh darüber, dass der Kamin den Raum mit Wärme füllte. Es war so verdammt kalt geworden. Nicht auszudenken wenn sie nun noch in dieser Hütte schlafen müsste.

Mit der Handfläche rieb sie über die angelaufene Fensterscheibe. Sie träumte nicht, alles war weiß und feine Schneeflocken bahnten sich ihren Weg vom Himmel zu Boden. Hellwach, von jetzt auf gleich. Hektisch lief sie umher, bedacht darauf Junia nicht zu wecken schloß sie die Tür hinter ihr. Ein Griff zu ihrem Mantel, dem Hut und ihren Handschuhen. Erst dann stieg sie in ihre Stiefel und öffnete die Tür.

Sie hatte sich nicht einmal richtig angezogen. Keine Zeit. Sie wollte unbedingt hinaus in den Schnee. In mitten vom Garten blieb sie stehen, legte ihren Kopf in den Nacken und lies die feinen Schneeflocken auf ihr Gesicht nieseln. Die Arme von sich ausgestreckt drehte sie sich im Schnee. So kalt der Winter auch war, sie liebte ihn. Wenn die Welt um sie herum eingekleidet in diesem wundervollen, weißen Kleid vor ihr lag. Leise summte sie die ruhige Melodie, die die schon die letzten Tage immer wieder vor sich hin summte.

Sie sollte wieder hinein und sich anziehen, ehe sie sich den Tod holte. Wenn sie nun krank werden würde wäre das nicht gut. Sie hatte die Anstellung gerade erst begonnen und war so froh darüber gewesen, dass Feoras ihr diese Möglichkeit bot. Wie sie vor ihm saß und ihn darum bat war sie sich nicht sicher, dass er einwilligen würde und doch tat er es.

Ein paar Tage sind seither ins Land gezogen. Tage die zeigten, dass er nicht nur ihr Lehrmeister ist sondern ein Vertrauter, vielleicht ein Freund? Sie war schon immer ein offener Mensch gewesen, das Herz trug sie auf der Zunge und so scheute sie nicht davor Feoras deutlich zu sagen was sie dachte. Scheinbar mit Erfolg, denn der Schneidermeister begann zu Grübeln und sich zu öffnen. Vor ihr, der jungen Schneiderin die mit ihren Füßen Fest im Leben stand und doch so unerfahren schien. War es genau das, was ihn sich öffnen lies? Das sie sich kaum kannten? Das sie sagte was sie dachte ohne Rücksicht auf Verluste? Sie war in keinsterweise betroffen und scheute sich nicht ihm den Spiegel vorzuhalten.

Trotz all der Worte die in jener Nacht fielen hatte er sie nicht raus geworfen, ganz im Gegenteil. Er schien seinen Lebensmut wieder zu finden, Lächelte hier und da und Scherzte. Als sie ihn beim Frühstück sah und Lennja zu Besuch war traute sie ihren Augen kaum. Lächelnd beobachete sie diese Verwandlung und sie spürte und wusste, dass er auf dem richtigen Weg war.

Im Haus hängte sie den Mantel wieder auf und ging in den Keller um sich umziehen. Nach dem sie ihre Hand gestern noch schonen musste wollte sie sich direkt an die Arbeit machen. Sie hatte so viel zu lernen und sie musste sich noch um die Geschenke für Junia und Feoras kümmern. Ideen dazu hatte sie schon, doch umsetzen musste sie sie noch. Was sie wohl sagen würden? Ob sie erraten würden von wem die Geschenke kamen? Sie war so gespannt auf ihre Gesichter.

Kuschelig warm angezogen, schnappte sie sich den Mantel und ging hoch in die Schneiderstube. Noch immer wartete das Kleid, dessen Saum sie fertig machen musste. Es konnte doch nicht so schwer sein oder?
Gast

Beitrag von Gast »

"Ganz egal wie alt wir beide sein werden, höre bitte niemals auf meine Hand zu halten..."
Wie gebannt starrte Feoras auf die Zeilen hinab. Es war als ob eine Kanonenkugel ihn getroffen hatte in jenem Moment. Nie hatte er einen Blick hinein geworfen, es jetzt erst zu sehen brachte einen fahlen Beigeschmack mit sich. Langsam nur klappte er es zu, ein tiefes durchatmen folgte. Eigentlich hatte der Schneider ja nur vor Platz zu schaffen für die Bücher und Gaben welche er an jenem Morgen in seinem Briefkasten vorfand. Mit so einer Entdeckung hätte er niemals gerechnet. Die Schrift war ihm besser als jede andere bekannt gewesen..

Noch eine Zeit lang dauerte es, bis er sich wieder rührte. Jenes Buch, dass nur zwei Seiten inne hatte in jenes Versteck seines Bücherregals schob, das auch ihre anderen Schreiben enthielt. Wegwerfen wollte er sie nicht, es waren immerhin auch schöne Erinnerungen. Jeden einzelnen Brief hatte er aufbewahrt. Nicht nur weil sie von ihr waren, Nein, er hatte auch noch anderes aus seiner Vergangenheit das er nicht einfach wegwerfen wollte, oder konnte. Brachte jede Erfahrung, selbst wenn sie schlecht war nicht auch etwas gutes mit sich? Zumindest sagte einst jemand zu ihm, dass man nichts bereuen sollte im Leben. Das tat er auch nicht, aber konnte er diesen Wunsch in sich einfach nicht leugnen, manches das geschehen war anders gemacht zu haben. Besonders an diesem einen Tag der einen Anfang vom Ende darstellte.

Nur träge schlenderte er vom Lesezimmer hinauf in die Stube. Verlies das Haus nur um sich auf der kalten Sitzbank im Garten nieder zu lassen. "Du hast ein Problem damit alleine zu sein, ehh?", hörte er die Stimme des Mannes in seinem Kopf der ihm am Abend zuvor aufsuchte. Ganz unrecht hatte er damit nicht. Feoras hatte von klein auf immer seine große Familie um sich, viele Freunde oder Bekannte. Selbst hier in Adoran war er nie alleine und mit seiner Schwester im Haus hatte er auch einen Teil seiner Angehörigen bei sich. Er war damit alles andere als einsam, wofür er große Dankbarkeit in sich trug. Und doch...

Feoras hatte nicht gelogen als er seinem Besuch sagte, dass er trotz seiner Erfahrungen weiss wie schön etwas sein kann. Hätte er ihm etwas anderes gesagt, wären ihre Zeilen ihm davor aufgefallen? Nein. Es fiel ihm in diesen Tagen nur schwer nicht auch an das Schlechte zu denken wenn er an das Gute dachte, doch wurde es mit jedem Tag besser seit er diese Zeichnung verbrannte. Ein schwerer Seufzlaut entwich seinen Lippen, hob die Hände und rieb sich über das Gesicht bevor er den Kopf schüttelte. Beschäftigung brauchte er nun. Im Garten bei diesem Winterwetter rumzusitzen brachte schliesslich auch keine Erleuchtung mit sich.

"... höre bitte niemals auf meine Hand zu halten...", sah er jene Zeile wieder vor seinem inneren Auge während er wieder ins Haus ging. So war es eben, es fing immer alles mit jener kleinen Berührung der Hände an...
Gast

Beitrag von Gast »

"Weht der Wind des Wandels, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen..."
Wie auch sonst hatte der Tag früh begonnen für den Schneider. Durch die warmen Gefilde in denen er aufgewachsen war, lag es ihm im Blut die zeitigen Stunden zu nutzen bevor es ab Mittag unerträglich werden würde. So kam er mit der sommerlichen Jahreszeit für gewöhnlich gut zurecht, nur gab es auch Ausnahmen. Wie jene Hitze der vorherigen Tage...

Die Jagd am vergangenen Abend hatte ihm abermals vor Augen geführt, wie sehr sich der Wind gedreht hatte. Immer schon hatten sie diese enge Freundschaft, waren füreinander da sobald sie sich sahen, eine Verbindung die der junge Mann stets gern pflegte.
Warum war es ihm nicht schon viel früher in den Sinn gekommen sie aufzusuchen? Es gab immer schon Frauen in seinem Leben und er dachte eigentlich einen klaren Blick zu besitzen. War es vielleicht doch die Reife die man im Laufe der Zeit gewinnt, die Erfahrung? So oder so hatte sich etwas verändert, genauso wie sie sich verändert hatte.

Seit der Heimkehr nach seiner sehr langen geschäftlichen Reise, ging es ihm viel besser. Feoras hatte seine innere Ruhe, seine Gelassenheit wieder gefunden. Die alte leichte Vergnüglichkeit war zurück gekehrt und doch war er nicht mehr der, der er war als er einst das erste Mal Bajard betreten hatte. Die Schatten in seinem Selbst die sich seitem ansammelten waren verschwunden. Seine Schwester Junia hatte seit ihrer Ankunft auch einen großen Teil dazu beigetragen. Nicht nur ihre Gesellschaft im Haus begrüßte er sehr, auch war er äusserst dankbar dafür wie sehr sie sich um das adoranische zu Hause gekümmert hatte in seiner Abwesenheit. Bald schon wollte er sich dafür erkenntlich zeigen, sobald es ihre Zeit erlaubte. Brachte der Sommer nicht nur Hitzewellen mit sich, sondern auch viel Arbeit auf den Feldern Lichtenthals...

Beziehungen musste man eben Pflegen, genau wie eine Blume. Damit sie zu voller Pracht herangedeiht ist Zuwendung nötig. Ebenso wie Zeit. Die verbrachte er neuerdings auch gerne mit dem jungen, blassen, dunkelhaarigen Fräulein das noch vor ein paar Wochenläufen als gewöhnliche Kundschaft seine Stube betreten hatte. Die Gespräche mit ihr waren aufgrund der trockenen, aber auch interessierten Wesensart ausgesprochen angenehm. Wobei er sich nie sicher war, nicht doch ein schlechter Umgang zu sein, aber sie verurteilte ihn nicht. Akzeptierte sie seinen Charakter so wie er war und schätzte ihn genauso wie er sie zu schätzen gelernt hatte.

Doch gab es einige Bekanntschaften an die er gern dachte, die er bald aufsuchen wollte. Zunächst würde er aber seinen Holzvorrat aufstocken. Immerhin war er mit dem Gedanken erwacht sich um genügend Pfeile zu kümmern für gelegentliche Übungen. Gleich ob Jäger oder Gejagdter, Bewegung in jeglicher Form schadete schliesslich nie!
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