Leute, nehmt eure Wäsche weg
Schließt die Gartentür zu
Musikanten sind in der Stadt!
Bringt die Katz' ins Versteck
Die Wäscheleine dazu
Musikanten sind in der Stadt!
Und was da nicht ganz niet- und nagelfest ist
Und was keinen Riegel vor hat
Das wird sofort geklaut und bleibt ewig vermisst
Musikanten sind in der Stadt!
Erbarmen, Musikanten sind in der Stadt!
Wie ein Lauffeuer verbreitet es sich im Dorf. Über Nacht, fast unbemerkt, waren sie gekommen und hatten ihr Lager draußen vor dem Dorf aufgeschlagen. Die Wagen mit bunten Bändern und allerlei Tand geschmückt, die schon von weitem erkennen lassen, dass Scherenschleifer, Wahrsager, Feuerspucker und Messerwerfer Einzug halten.
Sobald man einen der bunten Gestalten in den Strassen des Dorfes sieht, werden die Köpfe zusammengesteckt, getuschelt und doch neugierig beäugt. Ist er nicht doch ein schmucker Kerl, der groß gewachsene Mann, Janosch soll er heißen, mit den Messern am Gürtel? Wie er da so den Weg entlang schlendert. Als er dann auch noch fröhlich pfeifend und den jungen Dingern zuzwinkernd vorbei geht, da müssen sie die Köpfe noch dichter zusammen stecken, damit er nicht sieht, wie es ihnen die Röte auf die Wange treibt. Und abends im Schutz der Dämmerung kann man doch die eine oder andere in Richtung Lager schleichen sehen, um noch einen Blick auf ihn zu erhaschen.
Wirte macht den Bierhahn dicht
Sichert dreifach das Tor
Musikanten sind in der Stadt!
Löscht im Fenster das Licht
Nagelt Balken davor
Musikanten sind in der Stadt!
Die singen und gröhl'n bis der Morgen anbricht
Die würfeln und fressen sich satt
Die raufen und saufen und zahlen dann nicht
Musikanten sind in der Stadt!
Erbarmen, Musikanten sind in der Stadt!
Aus mancher Vorratskammer verschwindet auf einmal das letzte Zipfelchen der guten Räucherwurst, ein Kanten Brot oder ein Stück vom Speck. Kurz darauf kann man die Kinder mit vor Aufregung roten Wangen und dicken ausgebeulten Hosentaschen vor das Dorf laufen sehen. Einen Tanzbären haben sie dabei, einen riesig großen und wenn man ihn füttert, dann stellt er sich auf seine Hinterpfoten und wiegt sich im Takt der Geige, die der alte Jenner spielt. Und der Jenner weiß viele Geschichten, denn er ist mindestens so alt wie sein Bär und die Beiden sind schon viele Jahre zusammen unterwegs. Dann sitzen sie im Kreis um ihn herum und mucksmäuschenstill sind sie auf einmal alle, die Mädchen und die Buben und lauschen mit staunenden Augen und offenen Mündern den Geschichten über die Kobolde, Trolle und Feen.
An den Gasthof schreibt: "Ruhetag
Alle Betten belegt"
Musikanten sind in der Stadt!
Bevor es wie ein Schicksalsschlag
Durch die Herberge fegt
Musikanten sind in der Stadt!
Die kneifen eure Mägde mit frevelnder Hand
Verwüsten die Stuben euch glatt
Wer Lieder singt, steckt auch die Herberg' in Brand:
Musikanten sind in der Stadt!
Erbarmen, Musikanten sind in der Stadt!
[URL=http://www.directupload.net][img]http://s14.directupload.net/images/141110/4hofyyxt.jpg[/img][/URL]
(ooc: Lied 'Musikanten sind in der Stadt' von Reinhard Mey)
[Quest-Bajard] Musikanten sind in der Stadt
-
Gast
Das Augenpaar wandert über die Kutschen und Zelte welche vor der Stadt ihrem Treiben nachgehen. Ein seichtes Schmunzeln umspielt die Lippen, sich wohl an ihre Kindheit zurückerinnert.
Hübsche, aber gefährliche Burschen. Man sollte sie nicht aus den Augen lassen, der ein oder andere wird wohl seinen Beutel nicht lange behalten. Aber es war der perfekte Ort um die Gesellschaft zu betrachten und zu studieren.
Langsam schlendert sie weiter.
Hübsche, aber gefährliche Burschen. Man sollte sie nicht aus den Augen lassen, der ein oder andere wird wohl seinen Beutel nicht lange behalten. Aber es war der perfekte Ort um die Gesellschaft zu betrachten und zu studieren.
Langsam schlendert sie weiter.
-
Der Erzähler
Das kleine Kräuterkörbchen in den Händen, warf sie noch einmal einen versichernden Blick nach oben.
Es war wirklich Vollmond!
Die beste Zeit für ihre Ernte!
Mit einem leisen Liedchen auf den Lippen, das Körbchen fest an sich gedrückt,
schlenderte sie langsam den Weg entlang, dass kleine Lager verlassend.
Immer wieder ging sie im Kopf ihre kleine Liste durch.
Bei ihren Rundgängen hatte sie schon die kleinen Läden, die liebvoll angelegten Gärten und so scheinbar stillen Häuser betrachtet.
Sie war sich völlig sicher, für jeden Bewohner würde sie das Richtige finden!
Und sie konnten noch so viel gebrauchen!
Hoffentlich würde sie auch alles finden, was sie sich vorgenommen hatte!
Im Dorf angekommen verstummte ihr Lied und sie wurde langsamer, hier und da drang Licht aus den Fenstern.
Neugierig blieb sie stehen, stellte sich auf die Zehenspitzen und lugte in die Häuser.
Um dann kurz darauf weiter zu schlendern und sich nach einem Kraut, dass völlig versteckt zwischen Steinen wuchs, zu bücken.
Da hatte sie es!
Das war genau das Richtige!
Mit einem Lächeln auf den Lippen setze sie ihren kleinen Ausflug fort.
Immer wieder führte ihr Weg sie zwischen den Häusern hindurch, durch die hinteren Gärten.
Als sie schließlich den Rückweg zum Lager antrat, hatte der Mond schon einen guten Teil seines Weges zurück gelegt.
Sehr müde, aber zufrieden schwenkte sie das kleine Körbchen.
Ein würziger Duft begleitete sie bei ihrer Rückkehr ins Lager.
Morgen ist schon ein neuer Tag..
Es war schier unglaublich was sie alles gesehen und gefunden hatte!
Gleich morgen würde sie wieder das Dorf aufsuchen, sovielen Menschen war noch zu helfen!
Und nicht nur das.. sie würde sogleich Janosch und Jenner erzählen, was sie noch alles erblickt hatte!
Aufgeregt, leise klimpernd verschwand die junge Frau in einem der Bänderbehangenen Wagen.
[ooc: Beteiligung erwünscht]
Es war wirklich Vollmond!
Die beste Zeit für ihre Ernte!
Mit einem leisen Liedchen auf den Lippen, das Körbchen fest an sich gedrückt,
schlenderte sie langsam den Weg entlang, dass kleine Lager verlassend.
Immer wieder ging sie im Kopf ihre kleine Liste durch.
Bei ihren Rundgängen hatte sie schon die kleinen Läden, die liebvoll angelegten Gärten und so scheinbar stillen Häuser betrachtet.
Sie war sich völlig sicher, für jeden Bewohner würde sie das Richtige finden!
Und sie konnten noch so viel gebrauchen!
Hoffentlich würde sie auch alles finden, was sie sich vorgenommen hatte!
Im Dorf angekommen verstummte ihr Lied und sie wurde langsamer, hier und da drang Licht aus den Fenstern.
Neugierig blieb sie stehen, stellte sich auf die Zehenspitzen und lugte in die Häuser.
Um dann kurz darauf weiter zu schlendern und sich nach einem Kraut, dass völlig versteckt zwischen Steinen wuchs, zu bücken.
Da hatte sie es!
Das war genau das Richtige!
Mit einem Lächeln auf den Lippen setze sie ihren kleinen Ausflug fort.
Immer wieder führte ihr Weg sie zwischen den Häusern hindurch, durch die hinteren Gärten.
Als sie schließlich den Rückweg zum Lager antrat, hatte der Mond schon einen guten Teil seines Weges zurück gelegt.
Sehr müde, aber zufrieden schwenkte sie das kleine Körbchen.
Ein würziger Duft begleitete sie bei ihrer Rückkehr ins Lager.
Morgen ist schon ein neuer Tag..
Es war schier unglaublich was sie alles gesehen und gefunden hatte!
Gleich morgen würde sie wieder das Dorf aufsuchen, sovielen Menschen war noch zu helfen!
Und nicht nur das.. sie würde sogleich Janosch und Jenner erzählen, was sie noch alles erblickt hatte!
Aufgeregt, leise klimpernd verschwand die junge Frau in einem der Bänderbehangenen Wagen.
[ooc: Beteiligung erwünscht]
-
Gast
Ich saß da und ließ mir von Mariyah diverse Kleinigkeiten zeigen, welche sie vor Bajard erworben hatte. Einen runden Knopf, einen viereckigen Knopf, vermutlich auch einen Knopf in Knopf. Dann noch diverse Stoffbänder, kleine Scheren und so viel, dass ich bereits den ersten Gegenstand vergessen hatte, als sie den Letzten auf dem riesigen Haufen bettete. Sie strahlte, sie war regelrecht begeistert so viel Tand erworben zu haben. Ich konnte das nicht nachvollziehen und doch tat ich zumindest so, als würde mich das Ganze interessieren.
Sie berichtete von komisch sprechenden Leuten, die in Wagen lebten. Manche die korpulenter waren als ein Bierfass und seltsamen Tieren. Irgendwann konnte sich leider auch mein Gesicht nicht mehr von meinen Gedanken fern halten und das Lächeln wich einer irritierten Mimik. Ich hatte bei ihren seltsamen, hektischen Gesten fast schon Angst, sie würde mir einen neu erworbenen Knopf um die Ohren hauen. So griff ich kurz ihre Hand, betrachtete irgendeine Kleinigkeit auf dem Tisch genauer, damit sie endlich aufhörte und teilte ihr mit, dass ich mir das Ganze vermutlich einmal ansehen würde. Mit der großen Hoffnung, ihre Euphorie nach empfinden zu können. Eventuell heiterte es mein Gemüt so auf wie das Ihre.
Sie berichtete von komisch sprechenden Leuten, die in Wagen lebten. Manche die korpulenter waren als ein Bierfass und seltsamen Tieren. Irgendwann konnte sich leider auch mein Gesicht nicht mehr von meinen Gedanken fern halten und das Lächeln wich einer irritierten Mimik. Ich hatte bei ihren seltsamen, hektischen Gesten fast schon Angst, sie würde mir einen neu erworbenen Knopf um die Ohren hauen. So griff ich kurz ihre Hand, betrachtete irgendeine Kleinigkeit auf dem Tisch genauer, damit sie endlich aufhörte und teilte ihr mit, dass ich mir das Ganze vermutlich einmal ansehen würde. Mit der großen Hoffnung, ihre Euphorie nach empfinden zu können. Eventuell heiterte es mein Gemüt so auf wie das Ihre.
-
Gast
Immer noch waren Musikanten, Diebe, Wegelagerer vor dem Fischerdorf und langsam zog es immer mehr Schaulustige hierher. Hier und dort konnte man ab und an beobachten wie sich kurz darauf die Zuschauer darüber klar wurden das ihnen soeben das ganze Hab und Gut aus den Taschen gezogen wurde.
Armes Volk, so einfach zu beeinflussen....zu begeistern.... sie selbst konnte sich daran erinnern wie sie es als Kind liebte bei den Kunststücken zu zuschauen. Heutzutage jedoch war ihre Lust an solch einem Schauspiel nicht mehr ganz die von früher. Einzig und alleine die Menschen interessierten sie und das was zwischen all dem geschah und so war das wohl auch der Grund weshalb sie oft einfach nur da stand und dem Treiben zu sah.
Sie sollte sich wen dazu holen, zwei Paar Augen sahen stets mehr als nur ein einziges.
Armes Volk, so einfach zu beeinflussen....zu begeistern.... sie selbst konnte sich daran erinnern wie sie es als Kind liebte bei den Kunststücken zu zuschauen. Heutzutage jedoch war ihre Lust an solch einem Schauspiel nicht mehr ganz die von früher. Einzig und alleine die Menschen interessierten sie und das was zwischen all dem geschah und so war das wohl auch der Grund weshalb sie oft einfach nur da stand und dem Treiben zu sah.
Sie sollte sich wen dazu holen, zwei Paar Augen sahen stets mehr als nur ein einziges.
-
Liska Erlengrund
Die letzten Tage lief sie immer wieder an den Wagen vorbei, die Wimpel betrachtend, das Lachen der Leute vernehmend. Wie frei und unbeschwert sie doch leben durften, ohne Scheu in die Zukunft voranblickend. Es trug diese Leute von Stadt zu Stadt, in die entlegendsten Dörfer und Gegenden. Es war ihnen egal, welches Wappen an den Mauern prangte, welche Altare in den Tempeln standen. Sie spielten vor jedem Mann, jeder Frau, jedem Kind...sie verkauften ihre Güter, legten jedem das Blatt der Zukunft. Die Hauptsache war, dass man sie frei leben ließ...
Und doch waren sie von vielen nicht gern gesehen. Vielleicht war es auch jener Aspekt, der ihr an dem fahrenden Volk so gefiel. Sie waren wie sie selbst es lange gewesen war Außenseiter, Verstoßene; die niederste Stufe des Volkes. So schnell sie Geld verdienen konnten, so schnell war auch manches Zigeunerleben verhaucht durch eine zu schnell gezückte Klinge. Das Leben in einem Wagenvolk war so unberechnbar, dass man jeden Tag mit allem Möglichen rechnen musste. Und vielleicht war es genau jenes Wissen, was sie unbeschwert an jeden Tag gehen ließ. Schließlich könnte es ein Morgen nicht mehr geben.
Ich hab eines gegen kalte Füße und Hände, eines..das euch die Aufmerksamkeit der Herren garantiert. Eines für den rechten Herren vielleicht?
Bei mir ist Hopfen und Malz verloren in Sachen Herrenwelt. Bemüht euch nicht...
Das Wasser kochte langsam auf, während sie die Blütenblätter abzupfte und noch einmal daran roch. Sie hatte sich früh aus der Stadt nach Bajard aufgemacht, um im Laden der Schwestern den Tee aufzusetzen und zu probieren. Natürlich bezweifelte sie, dass es wirklich etwas nützen würde. Doch sie konnte nicht umhin, wenigstens dieses neue Aroma auszutesten. Der Duft des Krautes war ihr völlig unbekannt, ebenso wie sein Aussehen. Der Treck musste weit gereist sein, um an solch exotische Pflanzen gekommen zu sein, auch wenn es nicht erklärte, wie frisch die Blüten noch waren. Vielleicht hatten sie ein besonderes Lagersystem gefunden zur Aufbewahrung sensibler Pflanzen... vielleicht hatten sie aber auch kein Märchen erzählt, als sie davon sprachen, dass manch Kraut nur zu bestimmten Zeiten nachts wuchs. Sie mochte die Geschichten der Leute dort und ließ sich auch gern einlullen. Vielleicht wurde sie wirklich zu weich und warmherzig, wie ihr später an dem Tag bescheinigt worden war.
Ihr müsst es nur am Morgen trinken, es soll das Erste sein das ihr zu euch nehmt und mit heißem Wasser aufbrühen...ihr werdet von innen strahlen und ihm direkt ins Auge springen. Den Tee bereitet ihr nur aus den Blütenblättern und dann wird das ganz gewiss etwas... ihr werdet sehen!
Das Teewasser blubberte, während draussen irgendwo ein Hahn krähte und die ersten Kerle sich rauhbeinig im Hafen derbe Wörter zuriefen. Der Tag hatte begonnen und mit ihm das kleine Treiben in dem Hafendörfchen. Der Duft von Würze und Süßem stieg ihr zugleich in die Nase, als sie den Tee aufgoß. Es war verwunderlich, wie ein einziges Kraut solch einen Duft erzeugen konnte... Und ebenso auch noch schmeckte. Eine interessante Mischung für den Laden... Im Winter wäre es eine gute Mischung zum Aufwärmen und Wohlbehagen. Ob es jedoch den Effekt hervorbrachte, den man ihr bescheinigt hatte, bezweifelte sie. Sie mochte an vieles glauben, sicher auch offener sein als manch andrer Mensch, doch der Fluch der Lisarias-Bande würde wohl ewig so bleiben. Man wurde einfach schlichtweg nicht sesshaft und begnügte sich mit einem entspannten Eheleben...zumindest ihr Vater hatte es so vorgelebt, mit einer Dame nach der nächsten und dutzenden von nicht-ehelichen Nebengeschwistern, die irgendwo die Gegend unsicher machten.
Der Glaube versetzt Berge....
Ruhig trat sie ans Fenster und sah hinaus, während sie die Reste der Tasse trank. Was auch immer dort draussen an den Trecks vorging, sie wusste, es war nicht zu fürchten. Schausteller wollten überleben und mussten es. Der Winter würde bald kommen und so würde sie auch das nächste Mal ihnen wieder die Türe öffnen und einen Sack zustecken mit Proviant, wenn es sich ergäbe.
Sie war mit diesen Leuten auf gewissen Weise verbunden, von klein auf. Damals vor Staunen, später aus der Anziehungskraft zum Rätselhaften und heute aufgrund dessen, dass sie selbst mit etwas gesegnet war, was nicht jeder verstehen würde, wäre es öffentlich.
Vielleicht würde sie irgendwann dort vorbeischauen und nach ihrer Zukunft fragen. Einfach aus Interesse und Freude.
Und doch waren sie von vielen nicht gern gesehen. Vielleicht war es auch jener Aspekt, der ihr an dem fahrenden Volk so gefiel. Sie waren wie sie selbst es lange gewesen war Außenseiter, Verstoßene; die niederste Stufe des Volkes. So schnell sie Geld verdienen konnten, so schnell war auch manches Zigeunerleben verhaucht durch eine zu schnell gezückte Klinge. Das Leben in einem Wagenvolk war so unberechnbar, dass man jeden Tag mit allem Möglichen rechnen musste. Und vielleicht war es genau jenes Wissen, was sie unbeschwert an jeden Tag gehen ließ. Schließlich könnte es ein Morgen nicht mehr geben.
Ich hab eines gegen kalte Füße und Hände, eines..das euch die Aufmerksamkeit der Herren garantiert. Eines für den rechten Herren vielleicht?
Bei mir ist Hopfen und Malz verloren in Sachen Herrenwelt. Bemüht euch nicht...
Das Wasser kochte langsam auf, während sie die Blütenblätter abzupfte und noch einmal daran roch. Sie hatte sich früh aus der Stadt nach Bajard aufgemacht, um im Laden der Schwestern den Tee aufzusetzen und zu probieren. Natürlich bezweifelte sie, dass es wirklich etwas nützen würde. Doch sie konnte nicht umhin, wenigstens dieses neue Aroma auszutesten. Der Duft des Krautes war ihr völlig unbekannt, ebenso wie sein Aussehen. Der Treck musste weit gereist sein, um an solch exotische Pflanzen gekommen zu sein, auch wenn es nicht erklärte, wie frisch die Blüten noch waren. Vielleicht hatten sie ein besonderes Lagersystem gefunden zur Aufbewahrung sensibler Pflanzen... vielleicht hatten sie aber auch kein Märchen erzählt, als sie davon sprachen, dass manch Kraut nur zu bestimmten Zeiten nachts wuchs. Sie mochte die Geschichten der Leute dort und ließ sich auch gern einlullen. Vielleicht wurde sie wirklich zu weich und warmherzig, wie ihr später an dem Tag bescheinigt worden war.
Ihr müsst es nur am Morgen trinken, es soll das Erste sein das ihr zu euch nehmt und mit heißem Wasser aufbrühen...ihr werdet von innen strahlen und ihm direkt ins Auge springen. Den Tee bereitet ihr nur aus den Blütenblättern und dann wird das ganz gewiss etwas... ihr werdet sehen!
Das Teewasser blubberte, während draussen irgendwo ein Hahn krähte und die ersten Kerle sich rauhbeinig im Hafen derbe Wörter zuriefen. Der Tag hatte begonnen und mit ihm das kleine Treiben in dem Hafendörfchen. Der Duft von Würze und Süßem stieg ihr zugleich in die Nase, als sie den Tee aufgoß. Es war verwunderlich, wie ein einziges Kraut solch einen Duft erzeugen konnte... Und ebenso auch noch schmeckte. Eine interessante Mischung für den Laden... Im Winter wäre es eine gute Mischung zum Aufwärmen und Wohlbehagen. Ob es jedoch den Effekt hervorbrachte, den man ihr bescheinigt hatte, bezweifelte sie. Sie mochte an vieles glauben, sicher auch offener sein als manch andrer Mensch, doch der Fluch der Lisarias-Bande würde wohl ewig so bleiben. Man wurde einfach schlichtweg nicht sesshaft und begnügte sich mit einem entspannten Eheleben...zumindest ihr Vater hatte es so vorgelebt, mit einer Dame nach der nächsten und dutzenden von nicht-ehelichen Nebengeschwistern, die irgendwo die Gegend unsicher machten.
Der Glaube versetzt Berge....
Ruhig trat sie ans Fenster und sah hinaus, während sie die Reste der Tasse trank. Was auch immer dort draussen an den Trecks vorging, sie wusste, es war nicht zu fürchten. Schausteller wollten überleben und mussten es. Der Winter würde bald kommen und so würde sie auch das nächste Mal ihnen wieder die Türe öffnen und einen Sack zustecken mit Proviant, wenn es sich ergäbe.
Sie war mit diesen Leuten auf gewissen Weise verbunden, von klein auf. Damals vor Staunen, später aus der Anziehungskraft zum Rätselhaften und heute aufgrund dessen, dass sie selbst mit etwas gesegnet war, was nicht jeder verstehen würde, wäre es öffentlich.
Vielleicht würde sie irgendwann dort vorbeischauen und nach ihrer Zukunft fragen. Einfach aus Interesse und Freude.
- Hrorin
- Beiträge: 2172
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Beim Cirmias! Da fall ich ja vom Glauben ab!
Am frühen Abend war lautes Geschrei und Gepolter vor den Toren Bajards zu vernehmen. Mit hochrotem, zornigen Kopf stand der Kalure mit den Plusterhosen und dem geschlitzten Puffwams da und schrie sich in Rage, wild mit dem kleinen grünen Schwert aus Grünspan um sich herumfuchtelnd und sausend wie der Wirbelsturm.
Er war außer sich vor Wut und zappelte und zeterte nur so um sich herum. Weithin war das wütende Geschnatter des Zwergen zu hören, der bald drohte heiser zu werden, und eine ganze Menge an Zuschauern hatte sich schon um das Schauspiel gesellt um amüsiert, die Ausbrüche des kleinen Mannes zu beobachten.
Die Zigeuner hatten alle Hände voll zu tun den kleinen Mann in Schach zu halten, der wild in alle Richtungen mit seinem Schwert um sich schlug. Was war nur die Ursache für so viel Gezappel?
Daz Cirmjaz hau dar all mit zeyn grôz Hamra!!! Dar Unvolk all! Rkntudz!!! @#&?!!!
Viel war wahrlich nicht zu verstehen. Teilweise glitt er in seiner Erregung ins Kalurische ab:
Ihr cirmiaslästerndes Pack! Was legt ihr Hand an das heilige Tier des Bergvaters Cirmias! Einen Bären macht niemand zum Knecht, sonst soll ihn die harte Strafe des Weltenschmieds aus der Welt hauen! Ewig sollt ihr schmoren im Nachleben für euren Frevel am Bergmeister! Der Cirmias wird euch richten, jawohl! So hört ihr nicht, lasst mich los!!! GRR!
Kennt ihr nicht die Gesetze des Baumeisters und seiner Bauhütte?!?!
Ihr Narren, ihr gottlosen!!!! Ich hau den Bären frei von euren Ketten, ihr Abschaum! Lasst mich nur los!! Finger weg da!!! Ich hau euch alle um!!!
Seht ihr, ich rette eure Seelen und ihr sollt beten, dass Cirmias euch vergibt! Niemand knechtet den Bären!!!!
Einen Frevel am heiligen Tier des allweisen Bergvaters zu begehen - Oh, betet ihr Sünder, um die Vergebung des weisen Handwerkermeisters und um seine Gnade, dass sein Hammer euch nicht strafen möge wie den krummen Nagel!!!
Am frühen Abend war lautes Geschrei und Gepolter vor den Toren Bajards zu vernehmen. Mit hochrotem, zornigen Kopf stand der Kalure mit den Plusterhosen und dem geschlitzten Puffwams da und schrie sich in Rage, wild mit dem kleinen grünen Schwert aus Grünspan um sich herumfuchtelnd und sausend wie der Wirbelsturm.
Er war außer sich vor Wut und zappelte und zeterte nur so um sich herum. Weithin war das wütende Geschnatter des Zwergen zu hören, der bald drohte heiser zu werden, und eine ganze Menge an Zuschauern hatte sich schon um das Schauspiel gesellt um amüsiert, die Ausbrüche des kleinen Mannes zu beobachten.
Die Zigeuner hatten alle Hände voll zu tun den kleinen Mann in Schach zu halten, der wild in alle Richtungen mit seinem Schwert um sich schlug. Was war nur die Ursache für so viel Gezappel?
Daz Cirmjaz hau dar all mit zeyn grôz Hamra!!! Dar Unvolk all! Rkntudz!!! @#&?!!!
Viel war wahrlich nicht zu verstehen. Teilweise glitt er in seiner Erregung ins Kalurische ab:
Ihr cirmiaslästerndes Pack! Was legt ihr Hand an das heilige Tier des Bergvaters Cirmias! Einen Bären macht niemand zum Knecht, sonst soll ihn die harte Strafe des Weltenschmieds aus der Welt hauen! Ewig sollt ihr schmoren im Nachleben für euren Frevel am Bergmeister! Der Cirmias wird euch richten, jawohl! So hört ihr nicht, lasst mich los!!! GRR!
Kennt ihr nicht die Gesetze des Baumeisters und seiner Bauhütte?!?!
Ihr Narren, ihr gottlosen!!!! Ich hau den Bären frei von euren Ketten, ihr Abschaum! Lasst mich nur los!! Finger weg da!!! Ich hau euch alle um!!!
Seht ihr, ich rette eure Seelen und ihr sollt beten, dass Cirmias euch vergibt! Niemand knechtet den Bären!!!!
Einen Frevel am heiligen Tier des allweisen Bergvaters zu begehen - Oh, betet ihr Sünder, um die Vergebung des weisen Handwerkermeisters und um seine Gnade, dass sein Hammer euch nicht strafen möge wie den krummen Nagel!!!
- Darogan
- Beiträge: 399
- Registriert: Dienstag 8. Juli 2014, 16:36
Hrorin traf sie in der Bauhütte an, wo sie gerade die nächste Predigt vorbereite und sein aufgebrachter Bericht steckte sie sogleich an und erzürnte sie. Bebend vor Zorn konnte sie sich gerade noch verkneifen die Elenden in den heiligen Hallen der Bauhütte zu verfluchen. Das würde man nicht auf sich und dem Bergvater sitzen lassen! Sein Ebenbild in Ketten zu legen und demütigen. Zur Belustigung des gemeinen Volkes! Welche Schande, welch Frevel!
Ihr Bart zitterte vor Zorn während sie rasch eine Steintafel für die Graik zurechthämmerte und Hrorin gegen die Brust drückte:
Den Bären würde man befreien und den Frevlern eine Lehre erteilen!
Ihr Bart zitterte vor Zorn während sie rasch eine Steintafel für die Graik zurechthämmerte und Hrorin gegen die Brust drückte:
- Ein Aufruf an die Graik!
Wie Hrorin Kal Dar Graufels der Bauhütte berichtet, hat er vor den Toren Bajards Frevler ausgemacht, die dort ihr Lager aufgeschlagen haben. Diese Schurken führen einen zur Belustigung der Langbeiner abgerichteten "Tanzbären" mit sich.
Die Bauhütte ruft die Graik nun zur Aktion auf! Für die Schändung eines heiligen Tieres sollen die Frevler büßen!
Es wird ein Aktionsplan von der Führung der Graik erwartet!
- Ein Aufruf an die Graik!
Den Bären würde man befreien und den Frevlern eine Lehre erteilen!
Zuletzt geändert von Darogan am Samstag 15. November 2014, 19:22, insgesamt 1-mal geändert.
-
Der Erzähler
Sie waren jetzt schon eine ganze Weile am selben Ort, am heutigen Tag war sogar Schnee gefallen.
Schnee! Wie lange hatte sie keinen mehr gesehen?
Mit einem Lächeln auf den Lippen, begleitet vom leisen Klimpern des Schmuckes schlenderte sie vorm Dorf weg in Richtung Wald.
Endlich!
Sie würde finden, was sie brauchte... und was sie so sehr suchte, sobald der Schnee den Boden vollständig bedeckte.
In ihrem Körbchen, in Mitten der vierlei grünen Kräuter funkelte ihr kleines Messer.
Bei diesem Anblick huschte erneut ein warmes Lächeln über ihr Gesicht.
Was sie inzwischen alles erlebt hatten!
So freundliche Leut', ein Jeder hatte mit angefasst Dinge zu tragen und waren sie noch so schwer!
Dann gab es einen Herren, der sie sehr überraschte:
Nicht nur, dass er zuvor tragen geholfen hatte, wie die die dort herkamen, wo die Sonne immerzu schien -
das musste sie unbedingt eines Tages selbst gesehen haben!! -
Er gab ihnen auch noch Gold, nicht um es dann wieder zu verlieren, nein - um sich einen eigenen, neuen Hut zu leisten.
Es war so freundlich hier, hoffentlich würde über Nacht noch sehr viel mehr Schnee fallen, auf dass eine Weiterreise eine
Weile unmöglich wäre!
Leise knirschend bahnte sie sich zwischen den Bäume hindurch, durch den Schnee ihren Weg.
Dabei fiel ihr Blick zurück auf die eigenen Fußspuren.
Einiges würde nun schwerer werden, .... aber manches auch leichter.
Und so zog sie noch eine Weile durch den Wald, stets kündigte sie das leise klimpern ihres Schmuckes an,
dann sah man eine dunkle Gestalt, die mit einem vergnügten Lächeln hier und da verweilte, um etwas in ihr Körbchen zu legen.
Nicht nur im Wald sah man sie..
Auch im Dorf selbst, wenn dort auch nur selten alleine..
Hier und dort hört man dass sie gar wudersames bei sich tragen und es gerne, bereitwillig mit freundlichen Leuten teilen.
Dafür muss man lediglich zahlen, was man zu zahlen bereit ist.
Andere Stimmen wiederum behaupten, dass nach ihrem Auftauchen etwas gesucht oder gar vermisst wurde.
Wiederum andere meinen etwas in ihrem Vorgärtchen entdeckt zu haben, was dort gar nicht hin gehörte..
Ein aufmerksamer Beobachter jedoch würde gewiss Spuren finden...
.... die Wahrheit war eben nie das, was sie auf den ersten Blick zu sein schien.
Schnee! Wie lange hatte sie keinen mehr gesehen?
Mit einem Lächeln auf den Lippen, begleitet vom leisen Klimpern des Schmuckes schlenderte sie vorm Dorf weg in Richtung Wald.
Endlich!
Sie würde finden, was sie brauchte... und was sie so sehr suchte, sobald der Schnee den Boden vollständig bedeckte.
In ihrem Körbchen, in Mitten der vierlei grünen Kräuter funkelte ihr kleines Messer.
Bei diesem Anblick huschte erneut ein warmes Lächeln über ihr Gesicht.
Was sie inzwischen alles erlebt hatten!
So freundliche Leut', ein Jeder hatte mit angefasst Dinge zu tragen und waren sie noch so schwer!
Dann gab es einen Herren, der sie sehr überraschte:
Nicht nur, dass er zuvor tragen geholfen hatte, wie die die dort herkamen, wo die Sonne immerzu schien -
das musste sie unbedingt eines Tages selbst gesehen haben!! -
Er gab ihnen auch noch Gold, nicht um es dann wieder zu verlieren, nein - um sich einen eigenen, neuen Hut zu leisten.
Es war so freundlich hier, hoffentlich würde über Nacht noch sehr viel mehr Schnee fallen, auf dass eine Weiterreise eine
Weile unmöglich wäre!
Leise knirschend bahnte sie sich zwischen den Bäume hindurch, durch den Schnee ihren Weg.
Dabei fiel ihr Blick zurück auf die eigenen Fußspuren.
Einiges würde nun schwerer werden, .... aber manches auch leichter.
Und so zog sie noch eine Weile durch den Wald, stets kündigte sie das leise klimpern ihres Schmuckes an,
dann sah man eine dunkle Gestalt, die mit einem vergnügten Lächeln hier und da verweilte, um etwas in ihr Körbchen zu legen.
Nicht nur im Wald sah man sie..
Auch im Dorf selbst, wenn dort auch nur selten alleine..
Hier und dort hört man dass sie gar wudersames bei sich tragen und es gerne, bereitwillig mit freundlichen Leuten teilen.
Dafür muss man lediglich zahlen, was man zu zahlen bereit ist.
Andere Stimmen wiederum behaupten, dass nach ihrem Auftauchen etwas gesucht oder gar vermisst wurde.
Wiederum andere meinen etwas in ihrem Vorgärtchen entdeckt zu haben, was dort gar nicht hin gehörte..
Ein aufmerksamer Beobachter jedoch würde gewiss Spuren finden...
.... die Wahrheit war eben nie das, was sie auf den ersten Blick zu sein schien.