Die erste Begegnug war vor einigen Wochenläufen. Er hatte sich nur etwas in dem kleinen Fischerdorf umgesehen. Er wollte auch nicht lange bleiben. Er hatte nichtmal jemand bestimtes gesicht, aber dennoch jemanden gefunden.
Die Junge blasse Frau war nun nicht gerade das was er sich unter einem 'Feind' vorstellte, aber nichts anderes war sie als Mitglied der Prätorianer.
Er traf sie natürlich direkt am Hafen und mit einer Menekanerin zusammen.
Merrik war an sich ein vernünftiger Mensch und er sah in der kleinen zierlichen Frau auch keinerleih ernsthafte Gefahr. Es beschränkte sich also auf ein, mehr oder minder nettes, Gespräch. Interessant war daran was er für einen Ruf hatte, welche Spitznamen man ihm gab. Schneeflocke, Tierschänder. Dabei mochte er alle tiere, naja fast, von Raben abgesehen.
Es war eine Begegnug wie jede andere mit dem Feind. Und doch war sie irgendwie anders.
Das zweite Mal als er sie traf war auf dem Maskenball. Er schob Wache, sie würde ihn also ohne Weiteres erkennen. Er erkannte sie an ihrer Stimme und ihrer markannten Statur und Größe, soetwas vergisst man nicht so schnell. Er sprach sie nicht direkt an, nein, er nutzte seine Gabe um mit ihr zu reden. Ihm war nicht danach sie zu verraten. Wieso auch? Schließlich war sie her gekommen um etwas Spaß zu haben. Er hatte keinen Grund ihr diesen zu verwehren.
Gerüchte zogen ihn nach Bajard. Er wollte sich ansehen was das für Menschen waren die dort mit ihren Wagen hielten und was sie dort taten. Und man könnte es Zufall nennen, dass sie sich dort neuerlich begegneten. Sie wirkte deutlich eingeschüchterter als die Male zuvor, wobei sie selbst am Tag des Balls doch recht eingeschüchtert wirkte.
Seine Worte waren keineswegs feindseelig, sollten zumindest nicht so klingen. Ein weiteres, recht offenes, Gespräch mit der kleinen Prätorianerin. Neue Erkenntnisse auf beiden Seiten, ein kleines Geschenk ihrerseits. Welch Ironie, eine Kette mit einem Schneeflockenanhänger.
Die Frau die daneben stand, für die sich Merrik in dem Moment deutlich weniger interessierte, brachte hier und da auch etwas Unruhe in das Gespräch. Und wer hätte gedacht wie schreckhaft sie auf die Stimme eines Mannes direkt in ihrem Kopf reagiert. Die kleine Prätorianerin versuchte sie vor der nicht existenten Gefahr, sie sie wohl in Merrik sah, mit einer Sichel zu beschützen. Es sah ja irgendwie niedlich aus wie die kleine mit der Sichel in der Hand vor der etwas größeren Frau stand um sie zu beschützen. Und zumindest innerlich brachte Merrik das zum Lächeln.
Merrik zog seiner Wege weiter, mit einer Schneeflocke um den Hals und der Gewissheit von weiteren spannenderen und sicher auf amüsanten Begegnungen.
Er kannte einen Schmugglerweg in die Stadt hinein. Das war sicherlich nicht das Problem. Als Katze würde ihn sicher auch niemand erkennen. Und seine geschärften Sinne als Katze hatten auch so ihre Vorzüge. Er wusste, dass es nicht ganz verkehrt war sich ihren Geruch einzuprägen. So folgte er auch hier der Spur eines schwachen Duftes, ihren Duftes. Durch viele kleine Gassen führte ihn seine Katzennase, bis zu einem helleren Häuschen in dem Hafenviertel. Hier müsste es sein, hoffte er zumindest. Schnell etwas hinterlassen und direkt wieder weg pirschen, dass ihn bloß niemand sieht. Zurück bis in das Lagerhaus in das der Schmugglerweg führte. Ab auf den Dachboden und ein Sphärenrissöffnen, in Katzengröße natürlich.
Niemand hatte den kleinen silbergrauen Kater gesehen und das einzige was er hinterlassen hat war ein kleiner Beutel in, hoffentlich, dem richtigen Briefkasten.
Der Ruf eilt einen manchmal voraus
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Gast
Welch formidabler Sitzplatz!
Im Keller quasi - auf den obersten Stufen, denn wer zu tief hinabsteigt, den beissen die Hunde, pardon Wölfe, dort unten und wer sich zu weit nach oben wagt, der bekommt einen saftigen Schnabelhieb. Verdient? Vielleicht. Moment, nein, ganz und gar nicht! Es lag an der Welt und den darin wandelnden Menschen, die allesamt irgendwie wahnsinnige Feiglinge oder feige Wahnsinnige zu sein schienen. Bisher galt sie nicht unbedingt als tölpelhaft oder gar derart merkbefreit, dass man ihr "Wespenneststecherei" attestieren konnte - nun jedoch hatte sie zielsicher binnen weniger Stunden gleich mehrere davon durchbohrt.
"Friedlich ist das Wespennest - wenn man es in Ruhe lässt!"
Ja, da lag auch schon der sprichwörtliche Hund begraben, denn "in Ruhe" hatte sie genau nichts gelassen. Um ganz ehrlich zu sein, war es doch irgendwie deutlich ihre Schuld, dass sie sich in einer äußerst beklemmenden Sackgasse zwischen Wolfsfängen und Rabenkrallen befand und sich nicht wirklich traute, auch nur einen Finger zu rühren.
Es hatte doch wirklich alles so unglaublich harmlos angefangen...
Es waren die aufgebrachten, belehrenden Worte in Bajard, die sie nicht ganz auf sich sitzenlassen konnte. Es wäre durchaus weiser gewesen einfach den Mund zu halten und rasch nickend davon zu kommen, doch dann wiederum waren sowohl Selbstwertgefühl, als auch Stolz dank dem Zuspruch im Haushalt ihrer Herrin Ritterin und seitens der Gemeinschaft mittlerweile zu stark gewachsen, um das Duckmäuschen zu spielen. Dass der "Mann im weißen Kittel" ihr rein körperlich im Zweifelsfall überlegen war, spielte aber erst einmal keine vordergründige Rolle, schließlich ließ er sich auf ein verbales Gefecht ein und da hatte sie nun doch kein allzu schlechtes Blatt mehr auf der Hand. Der Übermut hätte in einem regelrechten Hochgefühl enden können, hätte ihre Begleitung nicht irgendwann nach dem Namen des Berobten gefragt.
Magus Merrik Daske
Und die Flut an Assoziationen war alles Andere als prickelnd oder beruhigend. Das Gespräch in der kleinen Runde am Feuer hatte ihr das Bild eines fanatischen Kuttenschwinger mit der Tendenz alles, was auch nur irgendwie annähernd andersgläubig erschien, sofort in Flammen aufgehen zu lassen vermittelt. Nun und da prangte der zu große, dunkle Siegelring der Prätorianer gut sichtbar an ihrem rechten Mittelfinger, also nur eine Frage der Zeit, bis... nichts aber auch gar nichts geschah.
Im Gegenteil, er ließ sich auf eine Plauderei mit Herrn Aschengardt ein, zeigte sich höchst irritiert über den Spitznamen "Schneeflöckchen" und offenbarte schließlich sogar das scheinbare Mysterium um tatsächlich weiße Haare. Die Wege trennten sich zivilisiert und dennoch blieben Gedanken über eine erst kürzlich geführte Schwarz-Weiß-Definitions-Diskussion und mit diesen konnte sie keine besonders positiven Schlüsse aus der Begegnung ziehen.
Hätte sie nur damals schon geahnt, wie der kurze Kontakt am Maskenball aussehen würde, wäre sie diesem vermutlich fern geblieben, denn die Stimme in ihrem Kopf sorgte in erster Linie für den Zweifel bezüglich der eigenen, geistigen Klarheit und zuletzt der blanken Angst, dass wer-auch-immer da zu ihr gesprochen hatte, auch ihre Gedanken las, wie all die Schemen, Mahren und Alben, wie...
Sie zog die Schultern höher, drehte den Kopf und starrte zum Kellertreppenaufgang. Nein, es gab in ihrer Umgebung kein annähernd menschliches Wesen, welches wirklich ihre Gedanken lesen konnte, doch gab es mindestens eines, das in der Lage war, sie zu oft direkt zu durchschauen. Unheimlich... unangenehm, doch wer lernen will...
Zugegebenermaßen, die Idee mit dem Anhänger und die Intention dahinter war so unglaublich tumb und stupide, dass es sie nun im Nachhinein nicht nur beschämte, sondern vor allem erstaunte, mit welcher Naivität sie das Ganze von Angesicht zu Angesicht ausgeführt hatte. Doch SIE war anwesend und SIE sorgte auf irgendeine seltsame Art und Weise dafür, dass sie in IHRER Gegenwart ein wenig zum dämlichen Gänschen wurde. Nun hatte sie das Nachsehen, denn diese Partie ging an ihn und sie betete, dass er ihr dummes Gesicht nicht irgendwo heimlich beobachtet hatte, als sie das Paket im Postkasten entdeckte. Der Inhalt war noch eine ganz andere Angelegenheit und forderte ein Nachspiel geradezu heraus.
Spiel... da war es, das Wort, das sie nicht mochte und einen faden Beigeschmack mit sich brachte. Sie war keine Spielerin, sie kannte die Regeln dazu nicht, gehörte nicht zu dieser Sorte Individuen und hatte bestenfalls strafende Blicke für ein solches Niveau übrig.
Doch waren es die unerwartete Gefühlsexplosion und vor allem der unausgesprochene Befehl, der ihre Wut angefacht hatte.
Sie war nicht schuld an dem, was einst zwischen Weiß und Schwarz geschehen war. Sie konnte es ja noch nicht einmal erahnen. Weshalb also saß sie nun schaudernd auf den Stufen des Kellerabgangs und überlegte fieberhaft Schritten aus der Sackgasse heraus, während sie noch immer glaubte das fächerartige Flattergeräusch der pechfarbenen Schwingen über ihrem Hausdach vernehmen zu können?
Unmöglicher Unsinn!
Wahnsinn?
SCHWACHSINN!
Im Keller quasi - auf den obersten Stufen, denn wer zu tief hinabsteigt, den beissen die Hunde, pardon Wölfe, dort unten und wer sich zu weit nach oben wagt, der bekommt einen saftigen Schnabelhieb. Verdient? Vielleicht. Moment, nein, ganz und gar nicht! Es lag an der Welt und den darin wandelnden Menschen, die allesamt irgendwie wahnsinnige Feiglinge oder feige Wahnsinnige zu sein schienen. Bisher galt sie nicht unbedingt als tölpelhaft oder gar derart merkbefreit, dass man ihr "Wespenneststecherei" attestieren konnte - nun jedoch hatte sie zielsicher binnen weniger Stunden gleich mehrere davon durchbohrt.
"Friedlich ist das Wespennest - wenn man es in Ruhe lässt!"
Ja, da lag auch schon der sprichwörtliche Hund begraben, denn "in Ruhe" hatte sie genau nichts gelassen. Um ganz ehrlich zu sein, war es doch irgendwie deutlich ihre Schuld, dass sie sich in einer äußerst beklemmenden Sackgasse zwischen Wolfsfängen und Rabenkrallen befand und sich nicht wirklich traute, auch nur einen Finger zu rühren.
Es hatte doch wirklich alles so unglaublich harmlos angefangen...
Es waren die aufgebrachten, belehrenden Worte in Bajard, die sie nicht ganz auf sich sitzenlassen konnte. Es wäre durchaus weiser gewesen einfach den Mund zu halten und rasch nickend davon zu kommen, doch dann wiederum waren sowohl Selbstwertgefühl, als auch Stolz dank dem Zuspruch im Haushalt ihrer Herrin Ritterin und seitens der Gemeinschaft mittlerweile zu stark gewachsen, um das Duckmäuschen zu spielen. Dass der "Mann im weißen Kittel" ihr rein körperlich im Zweifelsfall überlegen war, spielte aber erst einmal keine vordergründige Rolle, schließlich ließ er sich auf ein verbales Gefecht ein und da hatte sie nun doch kein allzu schlechtes Blatt mehr auf der Hand. Der Übermut hätte in einem regelrechten Hochgefühl enden können, hätte ihre Begleitung nicht irgendwann nach dem Namen des Berobten gefragt.
Magus Merrik Daske
Und die Flut an Assoziationen war alles Andere als prickelnd oder beruhigend. Das Gespräch in der kleinen Runde am Feuer hatte ihr das Bild eines fanatischen Kuttenschwinger mit der Tendenz alles, was auch nur irgendwie annähernd andersgläubig erschien, sofort in Flammen aufgehen zu lassen vermittelt. Nun und da prangte der zu große, dunkle Siegelring der Prätorianer gut sichtbar an ihrem rechten Mittelfinger, also nur eine Frage der Zeit, bis... nichts aber auch gar nichts geschah.
Im Gegenteil, er ließ sich auf eine Plauderei mit Herrn Aschengardt ein, zeigte sich höchst irritiert über den Spitznamen "Schneeflöckchen" und offenbarte schließlich sogar das scheinbare Mysterium um tatsächlich weiße Haare. Die Wege trennten sich zivilisiert und dennoch blieben Gedanken über eine erst kürzlich geführte Schwarz-Weiß-Definitions-Diskussion und mit diesen konnte sie keine besonders positiven Schlüsse aus der Begegnung ziehen.
Hätte sie nur damals schon geahnt, wie der kurze Kontakt am Maskenball aussehen würde, wäre sie diesem vermutlich fern geblieben, denn die Stimme in ihrem Kopf sorgte in erster Linie für den Zweifel bezüglich der eigenen, geistigen Klarheit und zuletzt der blanken Angst, dass wer-auch-immer da zu ihr gesprochen hatte, auch ihre Gedanken las, wie all die Schemen, Mahren und Alben, wie...
Sie zog die Schultern höher, drehte den Kopf und starrte zum Kellertreppenaufgang. Nein, es gab in ihrer Umgebung kein annähernd menschliches Wesen, welches wirklich ihre Gedanken lesen konnte, doch gab es mindestens eines, das in der Lage war, sie zu oft direkt zu durchschauen. Unheimlich... unangenehm, doch wer lernen will...
Zugegebenermaßen, die Idee mit dem Anhänger und die Intention dahinter war so unglaublich tumb und stupide, dass es sie nun im Nachhinein nicht nur beschämte, sondern vor allem erstaunte, mit welcher Naivität sie das Ganze von Angesicht zu Angesicht ausgeführt hatte. Doch SIE war anwesend und SIE sorgte auf irgendeine seltsame Art und Weise dafür, dass sie in IHRER Gegenwart ein wenig zum dämlichen Gänschen wurde. Nun hatte sie das Nachsehen, denn diese Partie ging an ihn und sie betete, dass er ihr dummes Gesicht nicht irgendwo heimlich beobachtet hatte, als sie das Paket im Postkasten entdeckte. Der Inhalt war noch eine ganz andere Angelegenheit und forderte ein Nachspiel geradezu heraus.
Spiel... da war es, das Wort, das sie nicht mochte und einen faden Beigeschmack mit sich brachte. Sie war keine Spielerin, sie kannte die Regeln dazu nicht, gehörte nicht zu dieser Sorte Individuen und hatte bestenfalls strafende Blicke für ein solches Niveau übrig.
Doch waren es die unerwartete Gefühlsexplosion und vor allem der unausgesprochene Befehl, der ihre Wut angefacht hatte.
Sie war nicht schuld an dem, was einst zwischen Weiß und Schwarz geschehen war. Sie konnte es ja noch nicht einmal erahnen. Weshalb also saß sie nun schaudernd auf den Stufen des Kellerabgangs und überlegte fieberhaft Schritten aus der Sackgasse heraus, während sie noch immer glaubte das fächerartige Flattergeräusch der pechfarbenen Schwingen über ihrem Hausdach vernehmen zu können?
Unmöglicher Unsinn!
Wahnsinn?
SCHWACHSINN!
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 11. November 2014, 23:57, insgesamt 1-mal geändert.
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Gast
Als der Abend seine Zwielichtschatten gegen die dunklen Schleier der frühen Nacht zu tauschen begann, näherte sich die kleine, schmächtige Gestalt auf recht wackeligen Beinen der winzigen Hütte am Rande des Hafenviertels. Das Tagwerk hatte Zeit und Kraft geraubt und spuckte den Körper nun ausgelaugt und müde ins eigentliche Leben zurück. Traumwandlerisch hielt sie auf die Türe zu, streckte den Arm schon dem Holz entgegen und freute sich innerlich über eine wohlverdiente Mütze Schlaf...
... da fiel der Blick im Vorbeischweifen auf den verwitterten Postkasten und sie stockte erstaunt, legte blinzelnd den Kopf langsam schief.
Der Deckel war einen Spaltbreit offen und ergab somit ein klares Indiz für eine weitere... verdammte!... nervenraubende!... Pergamenttaubenattacke. Sie wollte noch nicht einmal darüber grübeln, ob nun ihr Onkel einen neuen "Plan zur Erziehung widerspenstiger Nichten" abgeliefert hatte oder sie sich weitere Vorhaltungen im Bezug auf ihre Nachtschwärmerei von ganz anderer Seite anhören musste.
Seufzend und ohne wirklich noch einmal hinzusehen, ließ sie die Fingerspitzen in den Kasten gleiten, tastete rasch nach dem erwarteten Pergament und wurde mit einem hellen, stechenden Schmerz belohnt. Mit einem Schlag - oder genauer gesagt einem Stich - hellwach, riss sie die Hand wieder zurück, inspizierte verdattert die bleichen Finger und beobachtete noch immer etwas überfordert, wie dunkelrote Blutstropfen perlend aus den Fingerspitzen quollen.
Der folgende Griff an den Kastendeckel war hastiger und als sie diesen zurückschlug, offenbarte sich der eigentliche "Überltäter":
Ein Strauß rabenschwarzer Rosen, deren Dornen zahlreich und so spitz wie Nadeln erschienen.
Zur Überraschung mischte sich der erste Zorn und noch während sie sich dann doch langsam dem Rätsel um den ominösen Absender geistig zu widmen begann, fanden die Augen einen weiteren Fremdkörper am Haus. Eine weiche, stoffige Walze lehnte an der Wand...
Diesmal streckte sie die Hände vorsichtiger danach aus, doch ohne besonders lange zu zögern. Behände entrollte sie das fein gewebte Vlies, nur um mit dezent geweiteten Augen ungläubig auf ein kunstvolles, detailgetreues Wandbild zu starren.
Eine pechschwarze Krähe und ein glühender Phönix, welche sich im Tanz des Kampfes umringten.
Damit war des Rätsels Lösung eindeutig.
"Daaaaaaaskeeeeee!"
Diesmal war da kein Platz für vermeintliche "Koseworte", lange Titel oder gestichelte Vertraulichkeiten. Die Nachricht erschien ihr eindeutig und obwohl die Mimik einen recht kühlen, zurückhaltenden Grimm widerspiegelte, loderte das Zornesfeuer in den Kohleaugen.
"Kriegserklärung angekommen und... angenommen!", hauchte sie eisig und führte dann die zerstochenen Finger an die Lippen, um zu probieren, ob ihr Blut tatsächlich so köstlich schmeckte, wie kürzlich angedeutet.
***
Der letzte Tanz, der letzte Tanz
gehört allein nur mir.
Den letzten Tanz, den letzten Tanz
tanz ich nur mit dir!
- Elisabeth -
... da fiel der Blick im Vorbeischweifen auf den verwitterten Postkasten und sie stockte erstaunt, legte blinzelnd den Kopf langsam schief.
Der Deckel war einen Spaltbreit offen und ergab somit ein klares Indiz für eine weitere... verdammte!... nervenraubende!... Pergamenttaubenattacke. Sie wollte noch nicht einmal darüber grübeln, ob nun ihr Onkel einen neuen "Plan zur Erziehung widerspenstiger Nichten" abgeliefert hatte oder sie sich weitere Vorhaltungen im Bezug auf ihre Nachtschwärmerei von ganz anderer Seite anhören musste.
Seufzend und ohne wirklich noch einmal hinzusehen, ließ sie die Fingerspitzen in den Kasten gleiten, tastete rasch nach dem erwarteten Pergament und wurde mit einem hellen, stechenden Schmerz belohnt. Mit einem Schlag - oder genauer gesagt einem Stich - hellwach, riss sie die Hand wieder zurück, inspizierte verdattert die bleichen Finger und beobachtete noch immer etwas überfordert, wie dunkelrote Blutstropfen perlend aus den Fingerspitzen quollen.
Der folgende Griff an den Kastendeckel war hastiger und als sie diesen zurückschlug, offenbarte sich der eigentliche "Überltäter":
Ein Strauß rabenschwarzer Rosen, deren Dornen zahlreich und so spitz wie Nadeln erschienen.
Zur Überraschung mischte sich der erste Zorn und noch während sie sich dann doch langsam dem Rätsel um den ominösen Absender geistig zu widmen begann, fanden die Augen einen weiteren Fremdkörper am Haus. Eine weiche, stoffige Walze lehnte an der Wand...
Diesmal streckte sie die Hände vorsichtiger danach aus, doch ohne besonders lange zu zögern. Behände entrollte sie das fein gewebte Vlies, nur um mit dezent geweiteten Augen ungläubig auf ein kunstvolles, detailgetreues Wandbild zu starren.
Eine pechschwarze Krähe und ein glühender Phönix, welche sich im Tanz des Kampfes umringten.
Damit war des Rätsels Lösung eindeutig.
"Daaaaaaaskeeeeee!"
Diesmal war da kein Platz für vermeintliche "Koseworte", lange Titel oder gestichelte Vertraulichkeiten. Die Nachricht erschien ihr eindeutig und obwohl die Mimik einen recht kühlen, zurückhaltenden Grimm widerspiegelte, loderte das Zornesfeuer in den Kohleaugen.
"Kriegserklärung angekommen und... angenommen!", hauchte sie eisig und führte dann die zerstochenen Finger an die Lippen, um zu probieren, ob ihr Blut tatsächlich so köstlich schmeckte, wie kürzlich angedeutet.
***
Der letzte Tanz, der letzte Tanz
gehört allein nur mir.
Den letzten Tanz, den letzten Tanz
tanz ich nur mit dir!
- Elisabeth -