Haus Llastobhar

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Cathal Llastobhar

Haus Llastobhar

Beitrag von Cathal Llastobhar »

Mit hellem Klicken traf der Kiesel auf ein weiteres Steinchen und gesellte sich zur kindlich aufgeschichteten Steinburg nahe am friedlich plätschernden Bache. Das Geräusch zauberte ein selig entrücktes und unbeschwertes Lächeln auf die fein geschnittenen, jungen Gesichtszüge, verzerrten das sanfte Gesicht zu einem beinahe knabenhaftem Bilde und hoben die Brust unter der Rüstung mit offenbarer Rührung zum Seufzer an.
All der Frieden, welchen dieser Ort noch immer wie ein ungreifbares Siegel in sich aufgenommen hatte und ihn nun, trotz all den erst kürzlich erlebten dunklen Stunden voller Blut, Chaos und Tod in jenen Landen, mit aller Kraft ausstrahlte, lullte ihn mit Geborgenheit ein.
Für wenige Momente entschwand die Last auf seinen jungen Schultern und dem schlagenden Herzen, welche er mit dem Rest seines Körpers dem Lichte gegeben hatte, und die Leichtigkeit weckte wehmütige Erinnerungen an die sorgendlose Kindheit in der Heimat… in der Familie.
Haus Llastobhar…
Wieder öffneten sich die bleichen, kräftigen Kriegershände und entließen einen graublauen Kiesel gen aufgeschüttete Steinchenburg am Wasser.
Eine Wege hatte er betreten, seinen Pfad zum Lichte mit aller Kraft in seiner Seele verfolgt. Hatte Vertrauen, Hoffnung und neue Freunde gefunden doch neben ihnen standen stets jene, welche er noch immer Familie nannte. Stumm, ohne Urteil über seine Entscheidungen, treu und beständig.
Kleine, bleiche Geisterwesen, die trotz ihrer meist schwächlichen Erscheinungen ein Bollwerk gegen seine Seelensbisse bildeten.
Das Plätschern des Baches erinnerte ihn malerisch an ein altbekanntes Sprichwort:
Blut ist dicker als Wasser
War dies der Schlüssel zu allem? Zusammengeschweißt trotz oder gerade wegen der Blutschande, welche noch immer so offensichtlich auf ihnen lag? Was hatten sie nicht alle für ihn getan in den letzten Zeiten des Krieges und was würden sie nicht noch alles durchstehen müssen an seiner Seite?
Seine Vettern und Basen waren allesamt jünger und meist zumindest von schwächerer, körperlicher Erscheinung. Unlängst war es sein innerer Schwur gewesen sie zu Schützen doch jetzt merkte er, wie dieser Schutz nur durch ein ineinander greifendes Gewebe, geknüpft aus dem Beistand eines jeden Mitglieds des alten Hauses Llastobhar, möglich war.
Nun war er an der Reihe seinen Schwur zu erneuern, zu handeln.
Nochmals fand ein Steinchen mit leisem Klicken den raschen Sturzweg zu Boden und festigte aberwitzigerweise seine Entscheidung.
Was Caradawc im Nachhinein mit seinem selbstentworfenem Gesetz zerrissen und zerrüttet hatte konnte und sollte wieder aufgebaut werden. Sie, die jüngste Generation eines verstreuten Hauses, hatten einander gefunden und ihre Seelen berührten einander.
Die blaue Rose, das alte verstaubte Wappen der Familie Llastobhar konnte wieder leuchten, mit den eigenen, bloßen Händen würde er im Notfalle versuchen ihnen allen, die ihm lieb und wertvoll waren, ein neues Zuhause zu erbauen. Stein auf Stein, Lehm, Metall und Herzblut.
Zögerlich nur hob er den Kopf und blickte dem gleißenden Licht der Sonne blinzelnd entgegen.
„Herrin, es wird Zeit dass wir wieder zu dem werden was wir einst waren… eine Familie,
Haus Llastobhar !“

Das fallende Steinchen besiegelte den Neubeginn und ließ ein junges Familienoberhaupt mit einer schier ungeheureren Anzahl an bevorstehenden Aufgaben zurück. Briefe mussten verfasst, Entscheidungen sollten rasch getroffen und Bitten würden demütig gestellt werden.
Doch das war es ihm allemal wert!

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