Forschungstagebuch

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Kysira Bagosch

Forschungstagebuch

Beitrag von Kysira Bagosch »

Sie sass auf dem Sessel am Feuer, den Blick auf die Flammen gerichtet. die wärme umspielte ihre ausgestreckten Füsse, doch die Magierin selbst nahm die Umgebung kaum wahr. Ihr Blick war nach innen gerichtet, auf die Erinnerungen an den Abend. Nach einer ganzen Weile nahm sie ein leeres Buch, Tintenfässchen und Feder vom nebensessel und begann, nach den nötigen Vorbereitungen, zu schreiben.


Forschungstagebuch Allhina
Tag 1 - 17ter Rabendmond 257

Die Probantin war nervös als sie hier ankam, ein loses Vorgespräch über ihren Wunsch begann. Der Wunsch der Bajarderin war eine Überraschung für mich gewesen. Ich sollte ihr beibringen sich gegen mentale Beieinflussung zu wehren. ich hatte ihr erklärt, dass dies nur funktionierte indem ich sie damit konfrontierte. Einen anderen Weg gab es nicht, und sie hatte zu meiner Überraschung zugestimmt. Als sie am Abend des 17ten Rabenmond wirklich kam um mit der Übung zu beginnen, war ich doch ein wenig überrascht.

Ich habe einfach angefangen, ein geistiges Band geknüpft und mit ihrem Geist verbunden. Erste manipulationen ihres Geistes kamen über die Gedankenstimme und waren gewohnt einfach. Die Stimme in ihrem Kopf schien sie zu beunruhigen. sie war angespannt, wie sie da im Sessel sass.

Eine eingehendere Betrachtung ihres geistlichen Bildes hatte allerdings einen sehr überraschenden Effekt. Sie zog mich regelrecht in eine Erinnerung hinein. War es bei Ahad Crain und Fräulein Mayenschein trotz Zustimmung und Entspannung eine schwierigkeit gewesen in ihren Geist vorzudringen, schien Allhina eine Art offenes Buch für meine Betrachtung zu sein.
Statt nur die Geistenergien und ihre mentale Struktur zu erkennen im Lied, stand ich plötzlich in einer Erinnerung.
Auf einer Lichtung im Wald stand ein großer, schwarzer Baum. Ich würde auf eine alte Eiche oder Kastanie tippen. Der Baum war tod und wirkte abgebrannt. Schatten und Geräusche aus der Umgebung des Waldes machten die genauere Exkursion um den Baum zu einer gruselig anheimelnden Angelegenheit. Einen Weg von der Lichtung konnte ich beim Umrunden des toten Baumes nicht erkennen. Der Versuch diese Erinnerung zu verlassen wurde bisher nicht unternommen. Zu faszinierend war die reine Anwesenheit an diesem Ort.
Die Rinde war kalt und recht glatt, erinnerte wenig an das Gefühl einen Baum zu berühren. Ich frage mich ob es wirklich Teil der Erinnerung ist und durch das Feuer kam, oder ob es ein Abwehrmechanismus aus ihrem Geist ist. Ich muss sie dringend besser Verstehen lernen, um solche Bilder besser zu interpretieren. Beim zweiten Umrunden des Baumes schwang mir plötzlich ein Erhängter entgegen. Die Augen waren ausgepickt worden und er baumelte an einem Strick irgendwo im Geäst. Ich bin mir sehr sicher, dass der Leichnahm vorher noch nicht dort war, und muss mich fragen woher er gekommen ist. War ich in meiner neugierde dabei dem Totenbaum ein geheimnis zu entlocken? Oder war er dem Versuchsobjekt vorher entfallen?
Sollte ich diesen Baum wiedersehen, so werde ich auf die Anwesenheit des Toten gefasst sein. Diesmal hat seine plötzliche Anwesenheit mich so erschreckt, dass ich die Verbindung zu Allhinas Geist abgebrochen habe in einem Schutzreflex.
Der Geist eines Menschen kann für einen Eindringling ein lebensbedrohlicher Ort sein. Beim nächstenmal bin ich vorbereitet.
Ich habe angeraten nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen, werde sie aber nicht drängen. Sie will etwas von mir, stellt sich mir dabei als Versuchsobjekt zur Verfügung und ist mir auch noch Dankbar dafür.



Nachdem sie ihre Gedanken niedergeschrieben hatte, legte sie das Buch wieder zur Seite und betrachtete erneut die Flammen im Kamin. Zu viel ging ihr derzeitig im Kopf herum, Allhina war nur ein Thema von mehreren mit denen sich ihr eigener Geist beschäftigte.
Gast

Beitrag von Gast »

Tag 1

Wie kann ich -dieses- Experiment beschreiben?
Ich will lernen, die Kontrolle zu behalten, keine Fläche für Angriffe und Eingriffe in meinen Geist, egal von welchem Wesen.
Die Menschen machten mir derzeitig weniger Sorgen, auch wenn ich vielleicht hier eine zu arrogante Meinung habe.
Wahrscheinlich wird mir das zum Verhängnis, aber da die Magistra sagte, es wäre egal ob Mensch oder Wesen, sehe ich dem ganzen recht Entspannt entgegen.

Wichtig jedenfalls... die Kontrolle.
Das wichtigste in allem, behalte die Kontrolle und lass sie dir nie nehmen.

Grundlegend, ein gewagtes Experiment, vor allem weil ich bedenken muss, das es gewisses gibt, die die Magistra nicht erfahren darf.
Unter keinen Umständen, sie wären mein endgültiges Ende.

Aber dies ist zudem eine gute Ebene, ich verdränge, was mich wirklich bewegt, vielleicht schaffe ich es dann auch bei ihm.
Ich weiß das er mich verfolgt, und das er immer irgendwie da ist. Selbst wenn ich ihn nicht wahr nehme.

Als sie das erste Mal in meinen Geist drang, kann ich folgende Dinge beschreiben:
-Einem wird schlecht
-Der würge reiz ist wirklich eklig, gerade wenn man verboten bekommt, sich zu übergeben.
-Man fängt an zu schwitzen und gleichzeitig wird einem Kalt
-Gegen die Muskelkrämpfe kann man sich nicht wehren.

Es schlug sich mir direkt ein Bild in den Kopf. Der Baum.
Damals war er der Ausschlag gegebene Punkt, meinen Weg zu verlassen und meine Familie zu verlassen.
Das erste Mal, das ich den Schatten sah, der mich seitdem begleitet.

Die Magistra hat ihn gesehen. Den Baum mit der Leiche.
Prägendes Bild.
Verflucht, das war eigentlich schon viel zu tief, und sie wird sicher Fragen stellen.
Sie wird Fragen!

Ich muss mir was ausdenken. Aber gut, darum mache ich mir Gedanken, wenn es soweit ist.
Sie will die Abstände kurz halten, damit keine von uns beiden den „Faden“ verliert.

Ich muss lernen, sie zu lenken.
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