Tagebuch
- Helisande von Alsted
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30.Eintrag
Was mache ich jetzt nur?!?
Temora stehe mir bei, was zum Dämon mache ich jetzt nur?
Er ist weg.
Sir Fjalon wurde in seine Heimat abberufen auf unbestimmte Zeit aus Gründen, die mir nicht genannt wurden. Noch viel schwerer wiegt die Tatsache dass ER mir die Gründe nicht genannt hat, dass ER es mir nicht gesagt hat, dass ER einfach fort ist.
Er ist weg und hat mich zurückgelassen.
Kein Fluch dieser Welt kann ausdrücken was mir bei der Eröffnung durch Seine Majestät durch den Kopf schoss. Ich habe die Fassung gewahrt, einigermaßen zumindest. Dennoch verspüre ich auch nach dem ich eine Nacht durchgeweint habe das intensive Bedürfnis Sir Fjalon zu erwürgen.
Ich bin wütend auf ihn und das obwohl ich mir bewusst bin, dass ich dazu nicht das Recht habe. Dennoch bin ich es. Wut geboren aus einer reinen Verletzbarkeit in der ein tiefer Stachel sitzt.
Wieder kocht der Zweifel an mir hinauf, die sengende Frage ob ich letztendlich doch nicht gut genug war, was ich falsch gemacht habe.
Ach Sir... Ihr wart und seid einer von den drei Männern, die mein Wohlergehen in die Hände genommen haben. Drei der ehrenwertesten und klügsten Männer des Reiches, die sich aus freien Stücken entschlossen hatten mich zu lehren, zu schützen und zu führen.
Ein Absatz entsteht, das Pergament wirkt hier so als hätte ein salziger Regenschauer es getränkt. Wischspruren zeugen davon dass der Versuch der Schadensbegrenzung unternommen wurde. Die Wellen im Papier bleiben.
Ich ergehe mich in unziemlicher Eitelkeit und schände das Vertrauen, dass mein Ritter von mir verdient. Die Gründe für seine Abberufung werden schwerwiegend und dringend sein. Denn eher trocknet das Meer aus als das Sir Fjalon die vergisst, die ihm ergeben sind.
Doch bleibt für mich die Frage, was nun zu tun ist. Denn die Würde die Knappin eines verdienten Reichsritters zu sein wurde durch eine weitere Bürde ergänzt und ersetzt.
Königsknappe.
Herrin, Temora was mache ich nur?
Ganz bestimmt nun keine Haarfarbe in die Seife meines Ritters - das könnte ins Auge gehen. In meines.
Dienst antreten. Es gibt eine Antwort auf alles, es gibt immer mehr Antworten als Fragen. Arenvir hat mich über die Heiratsregeln belehrt, das angefangene Gedicht dazu für Sir Fjalon habe ich zerrissen.
Ich schreibe es neu alsbald. Er bekommt es per Brief nachgeschickt.
Auch die Seife? ... man muss nachdenken, was man tut.
- Helisande von Alsted
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31. Eintrag
Meine Hände zittern und mir ist kalt. Ich bin allein und habe zu lange auf dem Friedhof gebetet und zu wenig gegessen. Doch bevor ich mir Ruhe gestatte, werde ich an Sir Fjalon schreiben und alles gestehen.
Ich habe gefehlt, es ist an mir nieder zu knien und das Urteil zu erwarten.
Keine Entschuldigungen.
Hier beginnt dann der Entwurf eines Briefes an Sir Fjalon der deutlich fahriger geschrieben erscheint, das dann das Endprodukt auf sauberem Pergament.
http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=545629#545629
- Helisande von Alsted
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32. Eintrag
Trotz der stürmischen Zeiten scheint der See in den ich einen Stein war sich wieder zu beruhigen. Der Dienst verläuft in seinen üblichen Bahnen, die vom stetigen Auf und Ab der Ereignisse beeiflusst werden. Ich bin dankbar für die Routinen, denen ich mich gewachsen sehe. Ich bin ebenso dankbar für die Zwischenfälle, denen ich mich nicht gewachsen sehe.
Der Goldfluch ist einer dieser Zwischnfälle. Immer mehr Tiere tauchten im Reich auf, deren einzelne Körperteile sich in Gold verwandelten bishin zum vollstänigen Erstarren in jenem Metall. Auch einzelne Menschen schienen davon betroffen zu sein. Einen Davon nahmen wir in unsere Obhut, wir kämpften mit ihm und für ihn und dennoch konnten wir ihn nicht retten. Ebenso wenig wie seine Leidensgefährten. Dieser Kampf wird noch andauern und immer weider gefochten werden müssen. Offenbar handelt es sich dabei um einen mysteriösen Kult, der seine Stätten unterhalb der gefallenen Stadt Varuna eingerichtet hat. Die Narren dort dienen einem mächten Dämon, der Succubi und anderes Gelichter um sich scharrt. Das Ziel scheint Gold zu sein. Allein das, nur dieses weiche und glänzende Metall scheint für ihn von Begehr.
Trotz des Zusammenziehens aller verfügbaren Kräfte war es uns nicht gelungen das Übel auszutreiben. Eine stetige Gewissheit im Versagen, wir haben nicht genügt. Langsam gewöhne ich mich daran. Wobei Gewöhnung ein zu starkes Wort ist. Denn ich stumpfe nicht ab, ich leide weiter mit und darunter, aber ich lerne langsam zu akzeptieren, dass ich nur Kämpfe gewinnen kann, deren Sieg mir bestimmt ist. Doch auch das hält mich nicht auf.
Arroganz oder Biss? Mögen andere darüber befinden, was mein hervorstechendstes Merkmal ist.
Durch als das Leid und jeden Kampf schimmert jedoch immer das Licht hindurch. Wir müssen es nur zulassen, dass es uns einhüllt und geleitet. Der Palisadenball war ein guter Moment voller strahlendem Licht. Es war mir eine stille Freude die Kämpfer Schwingensteins wieder zu treffen und auch mit Ulfrik zu tanzen. Es sind jene Gesichter, die für mich auf immer ein Teil der Hoffnung sein wird, dass es uns eines Tages gelingt den Feind endgültig in die Knie zu zwingen.
So unterschiedlich wir auch sind und immer sein werden, das Bestreben um Recht und Ordnung und den Schutz der uns anvertrauten eint uns. Je mehr ich über diese Dinge nachsinne, desto mehr stimme ich den Zeilen zu, die ich einst las:
"Der Grundinstinkt aller lebenden Wesen ist Liebe und Gemeinschaft, nicht Hass und Verderben. Das Licht reicht über den Tod hinaus und erhellt alle Seelen."
Möge auch meine Seele so würdig sein zu leuchten, neben allen Fehlern meines Geistes. Mein Steben wird weiterhin sein das in mich gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen und zu vergelten.
Temora beschützt.
Sollte sich in den nächsten Tagen hier zwischen den Seiten nur ein Häufchen Asche wiederfinden, so hat der Freiherr von Goldenfall mich in seiner Güte eingeäschert. Ich habe ihn als Jungesellen zur Versteigerung vorgeschlagen auf dem Ball und ihn ersteigert. War ein teurer Spaß! Seine Mimik versprach nicht gerade dass jener Spaß andauern würde. Aber was solle ich tun? Ich habe ihn freiwillig gemeldet, also musste ich ihn auch aus der Klemme wieder herausbekommen. Temora vernagel mir mein vorlautes Mundwerk.
Ich weiß nicht mal, was ich mit ihm anfangen soll. Im Moment kann ich mich über männliche Aufmerksamkeit nicht beklagen. Schon zwei Briefe eines rahalischen Ritters konnte ich verbuchen, nebst einer Fabel über dessen eigene Großartigkeit. Wobei er von meiner Wacht aus betrachtet gar nicht so groß ist. Die Angelegenheit verspricht noch interessant zu werden.
Ich muss noch berichten dass es einen Schelm im Regiment zu geben scheint, der einige seiner Kammeraden, darunter auch mich mit Geschenken und Briefen unterhält. Die Neugier packt mich ihn zu finden, jedoch sagt mir die Vernunft dass ich warte bis er sich allein verrät. Wer einem Drachen einen Drachen schenkt, der will das Grollen auch hören.
Oder das Lachen.
Trotz der stürmischen Zeiten scheint der See in den ich einen Stein war sich wieder zu beruhigen. Der Dienst verläuft in seinen üblichen Bahnen, die vom stetigen Auf und Ab der Ereignisse beeiflusst werden. Ich bin dankbar für die Routinen, denen ich mich gewachsen sehe. Ich bin ebenso dankbar für die Zwischenfälle, denen ich mich nicht gewachsen sehe.
Der Goldfluch ist einer dieser Zwischnfälle. Immer mehr Tiere tauchten im Reich auf, deren einzelne Körperteile sich in Gold verwandelten bishin zum vollstänigen Erstarren in jenem Metall. Auch einzelne Menschen schienen davon betroffen zu sein. Einen Davon nahmen wir in unsere Obhut, wir kämpften mit ihm und für ihn und dennoch konnten wir ihn nicht retten. Ebenso wenig wie seine Leidensgefährten. Dieser Kampf wird noch andauern und immer weider gefochten werden müssen. Offenbar handelt es sich dabei um einen mysteriösen Kult, der seine Stätten unterhalb der gefallenen Stadt Varuna eingerichtet hat. Die Narren dort dienen einem mächten Dämon, der Succubi und anderes Gelichter um sich scharrt. Das Ziel scheint Gold zu sein. Allein das, nur dieses weiche und glänzende Metall scheint für ihn von Begehr.
Trotz des Zusammenziehens aller verfügbaren Kräfte war es uns nicht gelungen das Übel auszutreiben. Eine stetige Gewissheit im Versagen, wir haben nicht genügt. Langsam gewöhne ich mich daran. Wobei Gewöhnung ein zu starkes Wort ist. Denn ich stumpfe nicht ab, ich leide weiter mit und darunter, aber ich lerne langsam zu akzeptieren, dass ich nur Kämpfe gewinnen kann, deren Sieg mir bestimmt ist. Doch auch das hält mich nicht auf.
Arroganz oder Biss? Mögen andere darüber befinden, was mein hervorstechendstes Merkmal ist.
Durch als das Leid und jeden Kampf schimmert jedoch immer das Licht hindurch. Wir müssen es nur zulassen, dass es uns einhüllt und geleitet. Der Palisadenball war ein guter Moment voller strahlendem Licht. Es war mir eine stille Freude die Kämpfer Schwingensteins wieder zu treffen und auch mit Ulfrik zu tanzen. Es sind jene Gesichter, die für mich auf immer ein Teil der Hoffnung sein wird, dass es uns eines Tages gelingt den Feind endgültig in die Knie zu zwingen.
So unterschiedlich wir auch sind und immer sein werden, das Bestreben um Recht und Ordnung und den Schutz der uns anvertrauten eint uns. Je mehr ich über diese Dinge nachsinne, desto mehr stimme ich den Zeilen zu, die ich einst las:
"Der Grundinstinkt aller lebenden Wesen ist Liebe und Gemeinschaft, nicht Hass und Verderben. Das Licht reicht über den Tod hinaus und erhellt alle Seelen."
Möge auch meine Seele so würdig sein zu leuchten, neben allen Fehlern meines Geistes. Mein Steben wird weiterhin sein das in mich gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen und zu vergelten.
Temora beschützt.
Sollte sich in den nächsten Tagen hier zwischen den Seiten nur ein Häufchen Asche wiederfinden, so hat der Freiherr von Goldenfall mich in seiner Güte eingeäschert. Ich habe ihn als Jungesellen zur Versteigerung vorgeschlagen auf dem Ball und ihn ersteigert. War ein teurer Spaß! Seine Mimik versprach nicht gerade dass jener Spaß andauern würde. Aber was solle ich tun? Ich habe ihn freiwillig gemeldet, also musste ich ihn auch aus der Klemme wieder herausbekommen. Temora vernagel mir mein vorlautes Mundwerk.
Ich weiß nicht mal, was ich mit ihm anfangen soll. Im Moment kann ich mich über männliche Aufmerksamkeit nicht beklagen. Schon zwei Briefe eines rahalischen Ritters konnte ich verbuchen, nebst einer Fabel über dessen eigene Großartigkeit. Wobei er von meiner Wacht aus betrachtet gar nicht so groß ist. Die Angelegenheit verspricht noch interessant zu werden.
Ich muss noch berichten dass es einen Schelm im Regiment zu geben scheint, der einige seiner Kammeraden, darunter auch mich mit Geschenken und Briefen unterhält. Die Neugier packt mich ihn zu finden, jedoch sagt mir die Vernunft dass ich warte bis er sich allein verrät. Wer einem Drachen einen Drachen schenkt, der will das Grollen auch hören.
Oder das Lachen.
- Helisande von Alsted
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33. Eintrag
Ein halbes Jahr nun... erst? Schon? Fühlt es sich so an, wenn etwas auch nach einem halben Jahr noch richtig ist? Mir fehlen die Antworten und ich vermute, es wird so bleiben.
Am Abend vor dem Ball war es ein halbes Jahr. Ich hatte ganz versäumt daran zu denken und es fällt mir auch nun erst ein paar Tage nach dem Ball wieder ein. Daher die rote Blüte.
Eine Geste, wie so viele, die an mir zunächst vorbeigingen. Schande über mich, ich bin teilweise so aufmerksam wie ein Schmiedehammer. Schande über mich! Ich sollte ein weiches, zartes Weib sein, dass sich über solche Dinge freut und sie erwiedert.
Und was tue ich? Singe die Litanai davon wie mühsam es ist gegen Orken in einer Wildlederrüstung zu kämpfen. Ich Sumpfdotterblume! Aber die Blüte ist schön, sehr schön. Ich werde sie hier zwischen den Seiten pressen um mich an den Moment zu erinnern.
Ein halbes Jahr.
Unter den wenigen Worten findet sich eine rote, kräftige Blüte, die auf die Seite gelegt und angepresst wurde. Mit der Zeit wird sie dort trocknen und sie für die Nachwelt konservieren.
Ein halbes Jahr nun... erst? Schon? Fühlt es sich so an, wenn etwas auch nach einem halben Jahr noch richtig ist? Mir fehlen die Antworten und ich vermute, es wird so bleiben.
Am Abend vor dem Ball war es ein halbes Jahr. Ich hatte ganz versäumt daran zu denken und es fällt mir auch nun erst ein paar Tage nach dem Ball wieder ein. Daher die rote Blüte.
Eine Geste, wie so viele, die an mir zunächst vorbeigingen. Schande über mich, ich bin teilweise so aufmerksam wie ein Schmiedehammer. Schande über mich! Ich sollte ein weiches, zartes Weib sein, dass sich über solche Dinge freut und sie erwiedert.
Und was tue ich? Singe die Litanai davon wie mühsam es ist gegen Orken in einer Wildlederrüstung zu kämpfen. Ich Sumpfdotterblume! Aber die Blüte ist schön, sehr schön. Ich werde sie hier zwischen den Seiten pressen um mich an den Moment zu erinnern.
Ein halbes Jahr.
Unter den wenigen Worten findet sich eine rote, kräftige Blüte, die auf die Seite gelegt und angepresst wurde. Mit der Zeit wird sie dort trocknen und sie für die Nachwelt konservieren.
- Helisande von Alsted
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34. Eintrag
Ich bin rastlos, auf eine Art, die ich nur schwer erläutern kann. Es ist fast so als würde ein Gewitter aufziehen und ich schon spüren wie die Luft um mich herum beginnt zu knistern. Ein Kampfgefährte Sir Fjalons schrieb mir, dass es schlecht um meinen Ritter stünde. Bei einem Kampf soll er vergiftet worden sein und sein Überleben sei ungewiss.
Ungewiss.
Jeden Tag schiebe ich erneut die Möglichkeit weit von mir, dass er nicht überleben könnte. Der elende blonde Schleifer hat das zu überstehen und zurückzukehren. Ich will ihn lebend und lehrend in meinen Leben wissen oder wengistens in der Peripherie davon. Nicht dass mir die Ehre als Knappe des Königs zu viel würden, das ist es nicht - oder vielleicht auch doch. Sicher hat der Sir recht, ich bin nur der Knappe und nicht die Leibwache. Was seine Majestät sagt, ist Gesetz und am Ende nicht meine Verantwortung. Von außen betrachtet ist es leicht das so zu behaupten, doch ich stecke zwischen den Seiten der Worte fest.
Würde Seiner Majestät etwas passieren, während ich mit ihm irgendwo unterwegs bin, so befände er sich dennoch in meiner Obhut. Ob das meine offizielle Pflicht ist oder nicht, spielt für mich keine Rolle. Es ist schlicht eine übergreifende Verantwortlichkeit eines Knappen für das Leben seines Ritters. Es ist die Schutzpflicht eines jeden Soldaten über den Höheren. Es ist die Fürsorge des Bürgers für Leib und Leben seines Souveräns.
Doch es ist noch mehr was mich dazu treibt mich mehr in der Beschützerrolle zu sehen als mir an sich zu steht. Man entgleitet mir, mir die ihre herzögliche Hoheit selbst als Wölfin beschrieb, entgleiten die jenigen, die zu schützen ich geboren bin. Erst sie selbst, dann Sir Fjalon und nun ...
Wir werden sehen. Ich werde sehen. So Temora es fügt, werde ich nie herausfinden wie weit ich gehen muss um die in Sicherheit zu wissen, die mit anvertraut sind.
Meine Kampfausbildung bei Sir Vaughain hat begonnen. So eigenwillig unser Verhältnis bisher immer war, so kurioser setzt es sich fort. Der Mann ist und bleibt undurchschaubar, seine vage Duldsamkeit mir gegenüber hat sich während der Kampfschulung in etwas dunkleres gewandelt. Zudem erlebte ich eher eine theoretische Analyse, denn eine körperliche Herausforderung. Duellfechten, Linie, Balance, tiefer Stand, vor-indes-nach, herbeiführen von stetigen Bedrohunslagen und die Armhaltung. Ich darf die Armhaltung nicht vergessen!
Ich hatte schon Fechtunterricht, über meine Fähigkeiten in dieser Kampfgattung maße ich mir kein Urteil an. Es liegt mir fern mich zu den besten Kämpfern des Reiches zu zählen - ich bin wie Sir Fjalon so schön sagte "brauchbar".
Die Theorie in der Kampfgestaltung war nicht das einzige, was auf mich herniederging in jener denkwürdigen Stunde. Es waren rein verbale Spitzen gegen die ein Knappe keine Parade haben darf. Ins besondere mein "hübsches" Gesicht fand Anklang in jenen rethorischen Ausfällen. Um korrekt zu transponieren, ich befand mich selbst per se permanent im Indes oder Nach. So ich die Worte in die Bindung bekam, verfehlte meine Parade doch stetig die Herbeiführung einer Bedrohung für mein Gegenüber.
Kein Bindungsangriff.
Ich bin Knappe, kein Ritter. Ich habe mich zu fügen. Jedem Wort und jeder Forderung an mich. Ich nehme hin und akzeptiere die Treffer. Das ist meine Rolle im Moment, eine die ich zu spielen weiß. Sollte es Sir Vaughais Ziel und Anliegen sein mich absichtlich zu provozieren und in Wut zu versetzen - ich bin gespannt ob es ihm gelingt.
Ich habe Geduld, das Weib an sich ist ein duldsames Wesen.
"Die Fechter mit Geduld, sind die gefährlichsten. Sie beobachten und warten, sie schätzen ab und berechnen ihre Chancen kühl."
Geduld, Sir Vaughain.
Keine Tugend, aber eine Eigenschaft von mir.
Versucht es nur weiter.
Ich bin rastlos, auf eine Art, die ich nur schwer erläutern kann. Es ist fast so als würde ein Gewitter aufziehen und ich schon spüren wie die Luft um mich herum beginnt zu knistern. Ein Kampfgefährte Sir Fjalons schrieb mir, dass es schlecht um meinen Ritter stünde. Bei einem Kampf soll er vergiftet worden sein und sein Überleben sei ungewiss.
Ungewiss.
Jeden Tag schiebe ich erneut die Möglichkeit weit von mir, dass er nicht überleben könnte. Der elende blonde Schleifer hat das zu überstehen und zurückzukehren. Ich will ihn lebend und lehrend in meinen Leben wissen oder wengistens in der Peripherie davon. Nicht dass mir die Ehre als Knappe des Königs zu viel würden, das ist es nicht - oder vielleicht auch doch. Sicher hat der Sir recht, ich bin nur der Knappe und nicht die Leibwache. Was seine Majestät sagt, ist Gesetz und am Ende nicht meine Verantwortung. Von außen betrachtet ist es leicht das so zu behaupten, doch ich stecke zwischen den Seiten der Worte fest.
Würde Seiner Majestät etwas passieren, während ich mit ihm irgendwo unterwegs bin, so befände er sich dennoch in meiner Obhut. Ob das meine offizielle Pflicht ist oder nicht, spielt für mich keine Rolle. Es ist schlicht eine übergreifende Verantwortlichkeit eines Knappen für das Leben seines Ritters. Es ist die Schutzpflicht eines jeden Soldaten über den Höheren. Es ist die Fürsorge des Bürgers für Leib und Leben seines Souveräns.
Doch es ist noch mehr was mich dazu treibt mich mehr in der Beschützerrolle zu sehen als mir an sich zu steht. Man entgleitet mir, mir die ihre herzögliche Hoheit selbst als Wölfin beschrieb, entgleiten die jenigen, die zu schützen ich geboren bin. Erst sie selbst, dann Sir Fjalon und nun ...
Wir werden sehen. Ich werde sehen. So Temora es fügt, werde ich nie herausfinden wie weit ich gehen muss um die in Sicherheit zu wissen, die mit anvertraut sind.
Meine Kampfausbildung bei Sir Vaughain hat begonnen. So eigenwillig unser Verhältnis bisher immer war, so kurioser setzt es sich fort. Der Mann ist und bleibt undurchschaubar, seine vage Duldsamkeit mir gegenüber hat sich während der Kampfschulung in etwas dunkleres gewandelt. Zudem erlebte ich eher eine theoretische Analyse, denn eine körperliche Herausforderung. Duellfechten, Linie, Balance, tiefer Stand, vor-indes-nach, herbeiführen von stetigen Bedrohunslagen und die Armhaltung. Ich darf die Armhaltung nicht vergessen!
Ich hatte schon Fechtunterricht, über meine Fähigkeiten in dieser Kampfgattung maße ich mir kein Urteil an. Es liegt mir fern mich zu den besten Kämpfern des Reiches zu zählen - ich bin wie Sir Fjalon so schön sagte "brauchbar".
Die Theorie in der Kampfgestaltung war nicht das einzige, was auf mich herniederging in jener denkwürdigen Stunde. Es waren rein verbale Spitzen gegen die ein Knappe keine Parade haben darf. Ins besondere mein "hübsches" Gesicht fand Anklang in jenen rethorischen Ausfällen. Um korrekt zu transponieren, ich befand mich selbst per se permanent im Indes oder Nach. So ich die Worte in die Bindung bekam, verfehlte meine Parade doch stetig die Herbeiführung einer Bedrohung für mein Gegenüber.
Kein Bindungsangriff.
Ich bin Knappe, kein Ritter. Ich habe mich zu fügen. Jedem Wort und jeder Forderung an mich. Ich nehme hin und akzeptiere die Treffer. Das ist meine Rolle im Moment, eine die ich zu spielen weiß. Sollte es Sir Vaughais Ziel und Anliegen sein mich absichtlich zu provozieren und in Wut zu versetzen - ich bin gespannt ob es ihm gelingt.
Ich habe Geduld, das Weib an sich ist ein duldsames Wesen.
"Die Fechter mit Geduld, sind die gefährlichsten. Sie beobachten und warten, sie schätzen ab und berechnen ihre Chancen kühl."
Geduld, Sir Vaughain.
Keine Tugend, aber eine Eigenschaft von mir.
Versucht es nur weiter.
- Helisande von Alsted
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35. Eintrag
Sir Vaughain hat mir eine Lektion im alatarischen Glauben erteilt. Ich beginne zu verstehen was die Rahaler antreibt in ihrem Tun und ihrem Sein. Ich beginne zu verstehen warum sie so uneindeutig agieren. Ich beginne zu verstehen, dass Gebote die nur in Verlogenheit und Missgunst zu Rate gezogen werden nicht das sein können, was sie sein sollten.
Einige der zehn Gebote der Alataris zeugen nur von einer Forderung eines Lebens in Dienstbarkeit, Disziplin und Strebsamkeit. Nichts was ein guter Soldat nicht in sich tragen sollte. Jedoch wird jener edle Ansatz durch die Umsetzung pervertiert.
Soldaten sind - wie Sir Vaughain sagte- nur Befehlsempfänger. Alatar will seine Diener klein und unbedeutend halten, damit sie im verzweifelten Streben nach seinem Wohlgefallen sich selbst aufreiben. Solange man sich in jenem Kreislauf aus Bemühung, Kampf und Versagen befindet, solange hinterfragt man nicht. Beginnt man mit dem Hinterfragen so wirkt der Wein des Hasses auf Dauer schal.
Hass ist ein starkes Gefühl, mächtig, einnehmend und so ausschließlich dass es schwer ist sich dem zu entziehen. Es ist nicht falsch ab und an der gerechten Wut oder dem stärkenden Zorn nachzugeben. Denn wie alles was es an Gefühlen gibt, sind auch sie Teil der menschlichen Natur.
Doch genauso sind dies Mitgefühl, Liebe und Gnade.
Die Wahrheit liegt in allen Dingen begründet, das eine kann ohne das andere nicht sein.
Das rechte Maß.
Hier wichtiger denn je.
Temora ist Schutz vor dem Verlust des rechten Maßes. Die Versuchung sich dem was leichter erscheint hinzugeben ist groß. Werde ich widerstehen, wenn ich geprüft werde?
Ich weiß es nicht. Ich bete darum, dass ich bestehen kann, aber wissen werde ich es erst, wenn es so weit ist. Die Klinge bricht auch erst am Stein und nicht in der Luft. Doch erscheinen mir Hass, Wut und Zorn als zu einfache Lösungen.
Zu lieben ist schwer. Wahr zu sein in Liebe und Mitgefühl ist um so schwerer, je unverdienter die Gnade erscheinen mag. Eine Herausforderung.
Ich mag Herausforderungen.
Ich druckse herum und versuche zu vermeiden das zu schreiben, was ich eigentlich niederlegen wollte. Schluss damit!
Nun ist es wahr, eine Tatsache geworden gegen die alles Anleugnen nicht mehr hilft. Fjalon ist tot. Ich weiß ich sollte Sir Fjalon schreiben, so würde es sich für seine Knappin gehören. Jedoch sind Verlust und Trauer eigenwillige Gefährten auf einem Weg. Sie erzeugen Nähe, wo es davon vermutlich weniger gab als erhofft. Dennoch fühlt sie sich so real an als sei sie das gewesen, was ihr nie bestimmt war zu sein.
Ich bin verwaist als Knappin. Und doch bin ich es auch wieder nicht, denn seine Majestät hatte sich ja meiner angenommen und kommt jener selbst gewählten Verpflichtung mit leichter und sicherer Hand nach. Die mir übertragenen Aufgaben puffern den tiefen Fall nun ab. Wer arbeitet findet keine Zeit zu viel zu jammern. Ich halte mich aufrecht oder bemühe mich zumindest darum. Auch wenn ich Menschen im Moment nur schwer ertragen kann. Meinen Dienst versehe ich im Moment nüchterner als gewohnt, ich bin deutlich weniger zu Scherzen aufgelegt. Unschlüssig zu sagen ob die anderen gerade schwer zu ertragen sind oder ob ich dies bin.
Ich bin mir selbst genug. Auch in der Trauer, denn die Erweiterung meines Selbst ist da. Ohne viel Aufhebens davon zu machen werde ich gehalten, wenn ich mich selbst nicht mehr halten kann. Die Tränen haben einen langen Weg durch mich hindurch zurückgelegt. Erst durch die Leugnung - ich wollte die Nachricht vom nahenden Tod meines Ritters nicht wahrhaben. Dann durch die Wut - er hat mich zurückgelassen! Nun in der Dankbarkeit über Dinge, die der Welt außerhalb von mir so nebensächlich vorkommen, in ihr kann ich endlich weinen und trauern.
Ein Umhang und zwei Klingen.
Die letzten geschriebenen Worte gingen an mich.
Immer treu.
So bleib mir nichts anderes zu tun als weiter zu arbeiten und mich würdig zu erweisen. Es ist ein grauer Stein aus zehntausenden, der den Edelstein ritterlicher Qualität birgt. Jenen Kern hatte Sir Fjalon in mir gefunden, es ist an mir dafür Sorge zu tragen, dass er am Ende, wenn der Rest im Wind verweht auch wirklich da ist. Die nächsten Tage werden Schritt um Schritt zeigen wie gut ich bestehen kann, wie sehr es mir gelingt meine Haltung für die zu wahren, die sich an mich anlehnen.
Ich weiß zu schützen, was mir anvertraut ist.
Ich muss anerkennen dass auch ich geschützt werde von jenen, denen ich anvertraut bin.
Sir Vaughain hat mir eine Lektion im alatarischen Glauben erteilt. Ich beginne zu verstehen was die Rahaler antreibt in ihrem Tun und ihrem Sein. Ich beginne zu verstehen warum sie so uneindeutig agieren. Ich beginne zu verstehen, dass Gebote die nur in Verlogenheit und Missgunst zu Rate gezogen werden nicht das sein können, was sie sein sollten.
Einige der zehn Gebote der Alataris zeugen nur von einer Forderung eines Lebens in Dienstbarkeit, Disziplin und Strebsamkeit. Nichts was ein guter Soldat nicht in sich tragen sollte. Jedoch wird jener edle Ansatz durch die Umsetzung pervertiert.
Soldaten sind - wie Sir Vaughain sagte- nur Befehlsempfänger. Alatar will seine Diener klein und unbedeutend halten, damit sie im verzweifelten Streben nach seinem Wohlgefallen sich selbst aufreiben. Solange man sich in jenem Kreislauf aus Bemühung, Kampf und Versagen befindet, solange hinterfragt man nicht. Beginnt man mit dem Hinterfragen so wirkt der Wein des Hasses auf Dauer schal.
Hass ist ein starkes Gefühl, mächtig, einnehmend und so ausschließlich dass es schwer ist sich dem zu entziehen. Es ist nicht falsch ab und an der gerechten Wut oder dem stärkenden Zorn nachzugeben. Denn wie alles was es an Gefühlen gibt, sind auch sie Teil der menschlichen Natur.
Doch genauso sind dies Mitgefühl, Liebe und Gnade.
Die Wahrheit liegt in allen Dingen begründet, das eine kann ohne das andere nicht sein.
Das rechte Maß.
Hier wichtiger denn je.
Temora ist Schutz vor dem Verlust des rechten Maßes. Die Versuchung sich dem was leichter erscheint hinzugeben ist groß. Werde ich widerstehen, wenn ich geprüft werde?
Ich weiß es nicht. Ich bete darum, dass ich bestehen kann, aber wissen werde ich es erst, wenn es so weit ist. Die Klinge bricht auch erst am Stein und nicht in der Luft. Doch erscheinen mir Hass, Wut und Zorn als zu einfache Lösungen.
Zu lieben ist schwer. Wahr zu sein in Liebe und Mitgefühl ist um so schwerer, je unverdienter die Gnade erscheinen mag. Eine Herausforderung.
Ich mag Herausforderungen.
Ich druckse herum und versuche zu vermeiden das zu schreiben, was ich eigentlich niederlegen wollte. Schluss damit!
Nun ist es wahr, eine Tatsache geworden gegen die alles Anleugnen nicht mehr hilft. Fjalon ist tot. Ich weiß ich sollte Sir Fjalon schreiben, so würde es sich für seine Knappin gehören. Jedoch sind Verlust und Trauer eigenwillige Gefährten auf einem Weg. Sie erzeugen Nähe, wo es davon vermutlich weniger gab als erhofft. Dennoch fühlt sie sich so real an als sei sie das gewesen, was ihr nie bestimmt war zu sein.
Ich bin verwaist als Knappin. Und doch bin ich es auch wieder nicht, denn seine Majestät hatte sich ja meiner angenommen und kommt jener selbst gewählten Verpflichtung mit leichter und sicherer Hand nach. Die mir übertragenen Aufgaben puffern den tiefen Fall nun ab. Wer arbeitet findet keine Zeit zu viel zu jammern. Ich halte mich aufrecht oder bemühe mich zumindest darum. Auch wenn ich Menschen im Moment nur schwer ertragen kann. Meinen Dienst versehe ich im Moment nüchterner als gewohnt, ich bin deutlich weniger zu Scherzen aufgelegt. Unschlüssig zu sagen ob die anderen gerade schwer zu ertragen sind oder ob ich dies bin.
Ich bin mir selbst genug. Auch in der Trauer, denn die Erweiterung meines Selbst ist da. Ohne viel Aufhebens davon zu machen werde ich gehalten, wenn ich mich selbst nicht mehr halten kann. Die Tränen haben einen langen Weg durch mich hindurch zurückgelegt. Erst durch die Leugnung - ich wollte die Nachricht vom nahenden Tod meines Ritters nicht wahrhaben. Dann durch die Wut - er hat mich zurückgelassen! Nun in der Dankbarkeit über Dinge, die der Welt außerhalb von mir so nebensächlich vorkommen, in ihr kann ich endlich weinen und trauern.
Ein Umhang und zwei Klingen.
Die letzten geschriebenen Worte gingen an mich.
Immer treu.
So bleib mir nichts anderes zu tun als weiter zu arbeiten und mich würdig zu erweisen. Es ist ein grauer Stein aus zehntausenden, der den Edelstein ritterlicher Qualität birgt. Jenen Kern hatte Sir Fjalon in mir gefunden, es ist an mir dafür Sorge zu tragen, dass er am Ende, wenn der Rest im Wind verweht auch wirklich da ist. Die nächsten Tage werden Schritt um Schritt zeigen wie gut ich bestehen kann, wie sehr es mir gelingt meine Haltung für die zu wahren, die sich an mich anlehnen.
Ich weiß zu schützen, was mir anvertraut ist.
Ich muss anerkennen dass auch ich geschützt werde von jenen, denen ich anvertraut bin.
- Helisande von Alsted
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36. Eintrag
Ich finde wieder zu meiner Mitte zurück, dafür bin ich einigen Menschen viel Dank schuldig. Das ist das Bizarre an menschlichen Beziehungen, welches mir nie ganz verständlich sein wird. Immer wenn ich schwanke, sind Hände da die mich halten und diesmal auch welche, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Thalia schenkte mir einen Drachen, eine kleine Drachenskulptur. Da ich den Beinamen "Drache" wohl für immer und ewig weg habe, ist es an sich nicht ungewöhnlich dass ich so etwas geschenkt bekomme. Ungewöhnlich ist die Aufmachung des Drachens, denn er hält einen kleinen Schild und ein kleines Schwert mit Inschrift in den Klauen. Die Farbe Sir Fjalons.
Dieses Geschenk hätte mir fast die Beherrschung wieder geraubt, doch wie ein Sonnenstrahl durch den Nebel brach die Erkenntnis über den Gedanken dahinter. Mitgefühl ohne Fragen, schlicht eine liebevolle Geste. Thalia gehört zu meinen Kammeraden, es gibt eine Verbundenheit die uns gegenseitig hält als Soldaten.
Mitgefühl und Gesten der Verbundenheit, jene habe ich erfahren, aber auch das Gegenteil davon. Wer das Wort über die Träne stellt, der wird irgendwann an sich selbst zerbrechen. Denn am Ende ist das Wort immer noch das Wort, die Träne aber längst getrocknet.
Aus einer Eingebung heraus oder vielleicht der Erinnerung daran, dass auch Sir Fjalon als Knappe diese Reise unternahm bin ich auf eine kleine Pilgerei ausgezogen. Nicht allein, nein. Ich habe mich umgeblickt und die beiden Frauen dazu gebeten, die an ähnlichen Punkten stehen wie ich. Sophia ist Knappin des Kronritters und durch diese Ehre manchmal so gehemmt, dass ich für sie hoffe, dass sie irgendwann aus dieser Zwangsbravheit herausfindet. Janarey, Akoluthin nun. Selbst noch ein fallendes Blatt, dass noch unschlüssig ist wohin der Wind es wehen wird und wie tief Wort und Handeln sitzen werden.
Sophia hatte bereits herausfinden müssen wo die sieben Schreine der Tugenden zu finden waren. Auf Sir von Schwertflurens Knappenaufgaben war Verlass. Immer. Die Akoluthin kannte die Geschichte der sieben Kinder Temoras, der ersten Priester und somit auch wie die Schreine entstanden.
Ich bat beide um Geleit, beide sagten zu und wir zogen los.
Drei Frauen, drei Leben, drei eigene Geschichten.
Demut
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
[img]http://s7.directupload.net/images/141005/my2k76tn.jpg[/img]
Ilaras Schrein, sie hatte ihn erbaut in der Erkenntis dass Hochmut das ist was vor dem Fall kommt. Vor dem Fall bewahren uns nur Wahrheit, Mut und Liebe. Wenn wir den Mut finden die Liebe zur Wahrheit zu leben, so erkennen wir unsere eigenen Schwächen und Stärken und können sie an denen anderer brechen.
Ich bin nicht besser als andere. Ich bin nicht schlechter. Ich bin ich.
Ehre
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
[img]http://s14.directupload.net/images/141005/5lu3buoi.jpg[/img]
Wenn ich etwas als Wahrheit erkannt habe, wenn ich meine Treue und Loyalität erklärt habe, so muss ich den Mut finden jene zu verteidigen. Aufstehen für das was ich bin entgegen aller Widerstände. Nicht jeder Kampf ist ehrenvoll, nicht jedes Vermeiden eines Kampfes ist Unehre. Aber das Kämpfen um seiner selbst willen ist nichts Erstrebenswertes. Ich stehe ein für das was ich bin und für die die mein sind. Wie Alsamar habe ich akzeptiert, dass ich die Tochter eines Kriegers bin und folge jenem Pfad. Jedoch eine Tochter und kein Sohn, somit ist mein Weg gleich und doch abweichend.
Geistigkeit
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
[img]http://s14.directupload.net/images/141005/gfllyhu9.jpg[/img]
Das Streben nach dem Erweitern meiner Selbst. Niemand hört je auf zu lernen und sich zu entwickeln. Wer es tut, der lebt den Stillstand und fügt sich in Gewohnheiten, die jedem wahren Kämpferherz widersprechen sollten. Je bewusster wir danach streben die uns gesetzen Grenzen zu erweitern, desto näher stehen wir Fasamar. Erarbeittes Wissen, kann einem niemand mehr nehmen. Alles andere schon.
Opferberetschaft
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
[img]http://s14.directupload.net/images/141005/udnia9id.jpg[/img]
Ein langes Schweigen legte sich hier über uns. Brynns Taten beeindruckten uns und gleichsam fühlten wir uns gefordert. Was war für jede von uns das größte Opfer.
Sterben für Reich, Glaube, König?
Ja und nein. Denn manchmal ist das Weiterleben schwerer als sich selbst zu geben. Für mich würde es stets der schwerste Weg sein das Opfer eines anderen zu akzeptieren. Doch Soldaten müssen nun einmal bereit für beide Wege sein. Und lernen damit zu leben.
Gerechtigkeit
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
[img]http://s7.directupload.net/images/141005/o5vbd2po.jpg[/img]
Seborels Vermächtnis. War es Ironie des Schicksals, dass die Gemeinschaft, die sich der Gerechtigkeit verschrieben hatte immer weniger präsent wurde? Es galt genau hinzustehen und hinzuhören. Nicht der erste Eindruck sollte das Urteil begründen, sondern nach Möglichkeit alles gegeneinander Abgewogen werden. Es gibt das Recht, es gibt Gesetze aber nur durch die Liebe zur Wahrheit in ihrer reinen Form wird Gerechtigkeit gewahrt.
Mitgefühl
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
[img]http://s7.directupload.net/images/141005/5wukex7p.jpg[/img]
Vermutlich die priesterlichste Tugend. Ich fühle mich ihr tatsächlich nicht so nahe wie ich sollte. Ich verstehe auch Amyras Werdegang nicht. Als Kind einer Heilerin entwickelte sie Mitgefühl und verlies ihr Dorf. Bisher hatten alle Kinder Temoras Klippen und Steine auf dem Weg, aus denen sie sich erst eine Treppe bauen musste, bevor die Herrin sich ihnen offenbarte. Aber vielleicht verstehe ich hier noch nicht alles oder es ist schlicht das geheime Wissen der Priesterschaft, welches mir verwehrt bleibt.
Jedoch versteh ich Mitgefühl. Ich neige allerdings nicht zu Mitleid. Es gibt Seelen, die nicht zu retten sind. Jene gehören erlöst und aus diesem Leben entfernt, bevor sie schaden können.
Auch in anderen Dingen, scheine ich bei dieser Tugend recht pragmatisch veranlagt zu sein. Lehre ich einen hungernden Mann das Fischen, so ernährt er sich dann sein Leben lang. Schenke ich ihm nur ein Brot, ernähre ich ihn einen Tag.
Tapferkeit
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
[img]http://s7.directupload.net/images/141005/5mk2vyva.jpg[/img]
Boresal war sehr tapfer. Ich bin mir sicher, dass er oft Angst gehabt hat und auch haben musste. Jedoch hat er diese Ängste nicht zu seinen Herren werden lassen, sondern den Mut gehabt sich ihnen entgegen zu stellen und zu handeln.
Das Überwinden von Ängsten und Hindernissen macht uns zu wirklichen tapferen Menschen. Egal ob Soldat, Magier oder Bauer. Überwinden wir die Starre des Schreckens und gehen in die Aktion, dann können wir tapfer handeln.
Es war eine schöne Reise. Wir lachten, schwiegen und beteten gemeinsam. Drei Frauen. Drei Leben und drei eigene Geschichten.
Welche der Tugenden, die sein wird an der ich später vorwiegend gemessen werde, weiß ich nicht. Darüber mögen andere richten.
Ich finde wieder zu meiner Mitte zurück, dafür bin ich einigen Menschen viel Dank schuldig. Das ist das Bizarre an menschlichen Beziehungen, welches mir nie ganz verständlich sein wird. Immer wenn ich schwanke, sind Hände da die mich halten und diesmal auch welche, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Thalia schenkte mir einen Drachen, eine kleine Drachenskulptur. Da ich den Beinamen "Drache" wohl für immer und ewig weg habe, ist es an sich nicht ungewöhnlich dass ich so etwas geschenkt bekomme. Ungewöhnlich ist die Aufmachung des Drachens, denn er hält einen kleinen Schild und ein kleines Schwert mit Inschrift in den Klauen. Die Farbe Sir Fjalons.
Dieses Geschenk hätte mir fast die Beherrschung wieder geraubt, doch wie ein Sonnenstrahl durch den Nebel brach die Erkenntnis über den Gedanken dahinter. Mitgefühl ohne Fragen, schlicht eine liebevolle Geste. Thalia gehört zu meinen Kammeraden, es gibt eine Verbundenheit die uns gegenseitig hält als Soldaten.
Mitgefühl und Gesten der Verbundenheit, jene habe ich erfahren, aber auch das Gegenteil davon. Wer das Wort über die Träne stellt, der wird irgendwann an sich selbst zerbrechen. Denn am Ende ist das Wort immer noch das Wort, die Träne aber längst getrocknet.
Aus einer Eingebung heraus oder vielleicht der Erinnerung daran, dass auch Sir Fjalon als Knappe diese Reise unternahm bin ich auf eine kleine Pilgerei ausgezogen. Nicht allein, nein. Ich habe mich umgeblickt und die beiden Frauen dazu gebeten, die an ähnlichen Punkten stehen wie ich. Sophia ist Knappin des Kronritters und durch diese Ehre manchmal so gehemmt, dass ich für sie hoffe, dass sie irgendwann aus dieser Zwangsbravheit herausfindet. Janarey, Akoluthin nun. Selbst noch ein fallendes Blatt, dass noch unschlüssig ist wohin der Wind es wehen wird und wie tief Wort und Handeln sitzen werden.
Sophia hatte bereits herausfinden müssen wo die sieben Schreine der Tugenden zu finden waren. Auf Sir von Schwertflurens Knappenaufgaben war Verlass. Immer. Die Akoluthin kannte die Geschichte der sieben Kinder Temoras, der ersten Priester und somit auch wie die Schreine entstanden.
Ich bat beide um Geleit, beide sagten zu und wir zogen los.
Drei Frauen, drei Leben, drei eigene Geschichten.
Demut
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Ilaras Schrein, sie hatte ihn erbaut in der Erkenntis dass Hochmut das ist was vor dem Fall kommt. Vor dem Fall bewahren uns nur Wahrheit, Mut und Liebe. Wenn wir den Mut finden die Liebe zur Wahrheit zu leben, so erkennen wir unsere eigenen Schwächen und Stärken und können sie an denen anderer brechen.
Ich bin nicht besser als andere. Ich bin nicht schlechter. Ich bin ich.
Ehre
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Wenn ich etwas als Wahrheit erkannt habe, wenn ich meine Treue und Loyalität erklärt habe, so muss ich den Mut finden jene zu verteidigen. Aufstehen für das was ich bin entgegen aller Widerstände. Nicht jeder Kampf ist ehrenvoll, nicht jedes Vermeiden eines Kampfes ist Unehre. Aber das Kämpfen um seiner selbst willen ist nichts Erstrebenswertes. Ich stehe ein für das was ich bin und für die die mein sind. Wie Alsamar habe ich akzeptiert, dass ich die Tochter eines Kriegers bin und folge jenem Pfad. Jedoch eine Tochter und kein Sohn, somit ist mein Weg gleich und doch abweichend.
Geistigkeit
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Das Streben nach dem Erweitern meiner Selbst. Niemand hört je auf zu lernen und sich zu entwickeln. Wer es tut, der lebt den Stillstand und fügt sich in Gewohnheiten, die jedem wahren Kämpferherz widersprechen sollten. Je bewusster wir danach streben die uns gesetzen Grenzen zu erweitern, desto näher stehen wir Fasamar. Erarbeittes Wissen, kann einem niemand mehr nehmen. Alles andere schon.
Opferberetschaft
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
[img]http://s14.directupload.net/images/141005/udnia9id.jpg[/img]
Ein langes Schweigen legte sich hier über uns. Brynns Taten beeindruckten uns und gleichsam fühlten wir uns gefordert. Was war für jede von uns das größte Opfer.
Sterben für Reich, Glaube, König?
Ja und nein. Denn manchmal ist das Weiterleben schwerer als sich selbst zu geben. Für mich würde es stets der schwerste Weg sein das Opfer eines anderen zu akzeptieren. Doch Soldaten müssen nun einmal bereit für beide Wege sein. Und lernen damit zu leben.
Gerechtigkeit
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
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Seborels Vermächtnis. War es Ironie des Schicksals, dass die Gemeinschaft, die sich der Gerechtigkeit verschrieben hatte immer weniger präsent wurde? Es galt genau hinzustehen und hinzuhören. Nicht der erste Eindruck sollte das Urteil begründen, sondern nach Möglichkeit alles gegeneinander Abgewogen werden. Es gibt das Recht, es gibt Gesetze aber nur durch die Liebe zur Wahrheit in ihrer reinen Form wird Gerechtigkeit gewahrt.
Mitgefühl
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
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Vermutlich die priesterlichste Tugend. Ich fühle mich ihr tatsächlich nicht so nahe wie ich sollte. Ich verstehe auch Amyras Werdegang nicht. Als Kind einer Heilerin entwickelte sie Mitgefühl und verlies ihr Dorf. Bisher hatten alle Kinder Temoras Klippen und Steine auf dem Weg, aus denen sie sich erst eine Treppe bauen musste, bevor die Herrin sich ihnen offenbarte. Aber vielleicht verstehe ich hier noch nicht alles oder es ist schlicht das geheime Wissen der Priesterschaft, welches mir verwehrt bleibt.
Jedoch versteh ich Mitgefühl. Ich neige allerdings nicht zu Mitleid. Es gibt Seelen, die nicht zu retten sind. Jene gehören erlöst und aus diesem Leben entfernt, bevor sie schaden können.
Auch in anderen Dingen, scheine ich bei dieser Tugend recht pragmatisch veranlagt zu sein. Lehre ich einen hungernden Mann das Fischen, so ernährt er sich dann sein Leben lang. Schenke ich ihm nur ein Brot, ernähre ich ihn einen Tag.
Tapferkeit
Eine feine Zeichnung des Schreines angefertigt mit Kohlestift findet sich unter der Überschrift.
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Boresal war sehr tapfer. Ich bin mir sicher, dass er oft Angst gehabt hat und auch haben musste. Jedoch hat er diese Ängste nicht zu seinen Herren werden lassen, sondern den Mut gehabt sich ihnen entgegen zu stellen und zu handeln.
Das Überwinden von Ängsten und Hindernissen macht uns zu wirklichen tapferen Menschen. Egal ob Soldat, Magier oder Bauer. Überwinden wir die Starre des Schreckens und gehen in die Aktion, dann können wir tapfer handeln.
Es war eine schöne Reise. Wir lachten, schwiegen und beteten gemeinsam. Drei Frauen. Drei Leben und drei eigene Geschichten.
Welche der Tugenden, die sein wird an der ich später vorwiegend gemessen werde, weiß ich nicht. Darüber mögen andere richten.
- Helisande von Alsted
- Beiträge: 4067
- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
37. Eintrag
Reisen bildet und prägt. Reisen verschiebt den eigenen Horizont und erweitert ihn. Ich hatte mich vom Dienst befreien lassen um die Hinterbliebenen einiger gefallener Soldaten des letzten Jahreslauf aufzusuchen. Ihnen stand diie Rente und die Auslöse zu, die ich ihnen ausfolgern wollte. Gemeinsam mit dankenden Worten seites des Reiches und des Regimentes.
So viel zur Theorie.
Die Praxis zieht ihre Lehren fern ab jeder wildromatischen Vorstellung einer jungen Offizierin, die immer wieder ihre mangelnde Erfahrung zu spüren bekommt. Die Nächte waren kalt, die Tage kaum wärmer. Die kriechende Nässe des Herbstes konnte nur kurzzeitig durch die Sonne vertrieben werden, so sie es denn schaffte die Nebel zu vertreiben. Das klamme Gefühl jedoch legt sich auf die Haut und bleibt. Nur kurz konnte ich diese schleichende Kälte in den Gaststuben der Herbergen vertreiben. Nur um dann erschöpft in ein Bett zu fallen, in dem ich nicht allein ruhte. Eine solide Anzahl kleiner Lebewesen suchte dort auch Zuflucht vor der Kälte. Jedoch wurde diese Unbequemlichkeit noch von der Zugluft übertroffen, die durch alle Ritzen pfiff.
Ich schlief im Stall bei meinem Pferd. Dort war es um einiges wärmer und die Katzen hatten schon aufgeräumt und eine sehr zutrauliche kuschelte sich die ganze Nacht an mich heran.
Der erste Halt bei einer Witwe mit zwei Kindern verlief sehr ernüchternd. Sie wirkte gefasst, blass und willens weiterhin voran zu blicken obwohl sie recht allein da stand. Nicht so ihr Sohn. Ein kräftiger Junge von etwa acht Jahren, der mit der ganzen Wut eines verlassenen Kindes auf mich losging und mich beinahe von den Füßen riss. Das Regiment hatte ihm und seiner Schwester den Vater genommen, der Mutter den Mann. All den Zorn, den er versteckt hatte, alle Tränen, die er als verbleibender Mann im Haus nicht weinen wollte brachen nun hervor.
Ich ließ ihn sich austoben und hielt ihn fest. Die Erinnerung an meine jüngeren Brüder brandete hoch. Auch sie konnten sich so verzweifelt in etwas hineinwerfen. Unrettbar, haltlos und doch mit aller überschäumender Energie. Der Junge verfluchte mich mit aller Kraft.
Ich verzieh ihm mit aller Liebe. Das Gold, das ich mitbrachte würde es seiner Mutter erlauben für sich und ihre Kinder zu sorgen. Dennoch überlegte ich ob es nicht sinnvoll wäre einen männlichen Soldaten zu Besuch dort hin zu schicken.
Noch eine Nacht, diesmal war das Bett sauber und der Raum moderat warm. Das Fleisch gut gesalzen und es gab Kaffee. Nur der Wein war schal. Aber irgendwas ist ja immer.
Ich begleitete die noch blutjunge Witwe mit ihrer neugeborenen Tochter zu ihren Eltern. Sie wollte nicht mehr allein sein mit der Verantwortung und dem winzigen Leben in ihren Armen. Ungewiss ob das Kleine den Winter überstehen würde. Wir sprachen nicht viel. Ich wusste schlicht nichts zu sagen. Nichts was es ihr hätte erleichtern können oder ihr die Last abnehmen würde. Sie musste es tragen, wie das Kind, welches sie getragen hatte. Auch hier würde das Gold einiges erleichtern, ein maroder Trost in klimpernder Münze.
Auf dem Weg zu meiner letzten Aufwartung trieb mich der Ruf der Natur ins Gebüsch. Irgendwas war mit diesem Sauerkrauteintopf wohl, was mein Magen nicht so wirklich ertrug. Kaum trat die Erleichterung bei mir ein, hörte ich Stimmengewirr bei meinem Pferd. Da ich bei dem gewählten Gebüsch das offensichtliche "Hinten" gefunden hatte, nahmen mit die Kerle dort nicht wahr. Mein Pferd schon. Strauchdiebe, sie stanken bis zu mir hin und hatten es anscheinend auf mein Ross, die Börse daran und meine Waffen abgesehen. Ich als Heldin mit Potential hatte mein Schwert natürlich nicht mit zu meiner Andracht an das Kraut genommen.
Manchmal...
Unbewaffnet, die Hose auf Halbmast und mit durch einen Satz nach hinten frisch gefundenen Brennesseln als Waffe stand ich da in meiner persönlichen Misere.
Da hörte ich es.
Dumpfe Schläge, ein grelles Wiehern und mehrfaches Scheppern. Ich nahm mir noch die Zeit mich zu reinigen und die Hose hochzuzerren, den Gürtel in der Hand, stürzte ich um mein Tier zu verteidigen. Nur um festzustellen, das es diese Schlacht im Alleingang gewonnen hatte. Ein Übeltäter lag kroch gerade weg, der andere gab deutlich fixer Fersengeld. Mocca sah gerade eher aus wie eine kampfbereite Katze, denn wie ein braves Soldatenpferd.
Jedes Haar stand im vom Felle hab, die Nüstern aufgebläht, tänzelte er herum als gelte es irgendwelche Stuten zu beeindrucken. Zu spät kastiert vermutlich. Ich musste ihm gut zureden, bis er sich wieder beruhigte und aufhörte triumphierend um mich herum zu tänzeln. Den Apfel zur Belohnung hatte er sich aber nun wirklich verdient.
Das Elternpaar war gefasst in seiner Trauer. Der einzige Sohn für das Reich gefallen. Jedoch war bei ihnen keine Verzweiflung zu spüren. Nur Friede und Freundlichkeit, ich fühlte mich willkommen. Beinahe beschämt übergab ich die Börse an sie. Sie nahmen sie dankbar an, ohne falschen Stolz oder Abwehr. Das kleine Haus war blitzsauber, es roch nach frischem Brot darin. Das dunkle Mobiliar vor den sauber gekalten Wänden vermittelte mir den direkten Eindruck wieder daheim zu sein. Sogar das Kleid der Mutter erinnerte mich an meine und lies mich innehalten um kurz zu träumen wie sie wohl aussehen würde. 10 Jahre war ich nun nicht mehr daheim gewesen.
Ich wurde abgefüttert und ausgefragt über alles und jeden in Adoran, den König, die Herzogin, den Adel, die Handwerkshäuser und wie die Stadt nun aussähe nach der schlimmen Plage. Ich antwortete wie es eine brave Tochter tut und wollte im Grunde nicht fort.
Aber die beiden wussten so gut wie ich, dass ich gehen musste. Der Vater segnete mich zum Abschied, wie er es auch mit seinem Sohn getan hatte.
Ein Klos im Hals.
So habe ich viel erfahren über die Menschen und um so mehr über mich. Konnte ich wirklich Trost spenden oder nur das Leben erleichtern? Ich weiß es nicht, immer noch nicht.
Aber ich weiß, dass ich meine Soldaten von nun an nochmal mit anderen Augen betrachten werde und muss. Es gibt Wünsche, Hoffnungen und Geschichten hinter jedem der aufrechten Streiter in Rot-Gold.
Wie auch hinter mir.
Reisen bildet und prägt. Reisen verschiebt den eigenen Horizont und erweitert ihn. Ich hatte mich vom Dienst befreien lassen um die Hinterbliebenen einiger gefallener Soldaten des letzten Jahreslauf aufzusuchen. Ihnen stand diie Rente und die Auslöse zu, die ich ihnen ausfolgern wollte. Gemeinsam mit dankenden Worten seites des Reiches und des Regimentes.
So viel zur Theorie.
Die Praxis zieht ihre Lehren fern ab jeder wildromatischen Vorstellung einer jungen Offizierin, die immer wieder ihre mangelnde Erfahrung zu spüren bekommt. Die Nächte waren kalt, die Tage kaum wärmer. Die kriechende Nässe des Herbstes konnte nur kurzzeitig durch die Sonne vertrieben werden, so sie es denn schaffte die Nebel zu vertreiben. Das klamme Gefühl jedoch legt sich auf die Haut und bleibt. Nur kurz konnte ich diese schleichende Kälte in den Gaststuben der Herbergen vertreiben. Nur um dann erschöpft in ein Bett zu fallen, in dem ich nicht allein ruhte. Eine solide Anzahl kleiner Lebewesen suchte dort auch Zuflucht vor der Kälte. Jedoch wurde diese Unbequemlichkeit noch von der Zugluft übertroffen, die durch alle Ritzen pfiff.
Ich schlief im Stall bei meinem Pferd. Dort war es um einiges wärmer und die Katzen hatten schon aufgeräumt und eine sehr zutrauliche kuschelte sich die ganze Nacht an mich heran.
Der erste Halt bei einer Witwe mit zwei Kindern verlief sehr ernüchternd. Sie wirkte gefasst, blass und willens weiterhin voran zu blicken obwohl sie recht allein da stand. Nicht so ihr Sohn. Ein kräftiger Junge von etwa acht Jahren, der mit der ganzen Wut eines verlassenen Kindes auf mich losging und mich beinahe von den Füßen riss. Das Regiment hatte ihm und seiner Schwester den Vater genommen, der Mutter den Mann. All den Zorn, den er versteckt hatte, alle Tränen, die er als verbleibender Mann im Haus nicht weinen wollte brachen nun hervor.
Ich ließ ihn sich austoben und hielt ihn fest. Die Erinnerung an meine jüngeren Brüder brandete hoch. Auch sie konnten sich so verzweifelt in etwas hineinwerfen. Unrettbar, haltlos und doch mit aller überschäumender Energie. Der Junge verfluchte mich mit aller Kraft.
Ich verzieh ihm mit aller Liebe. Das Gold, das ich mitbrachte würde es seiner Mutter erlauben für sich und ihre Kinder zu sorgen. Dennoch überlegte ich ob es nicht sinnvoll wäre einen männlichen Soldaten zu Besuch dort hin zu schicken.
Noch eine Nacht, diesmal war das Bett sauber und der Raum moderat warm. Das Fleisch gut gesalzen und es gab Kaffee. Nur der Wein war schal. Aber irgendwas ist ja immer.
Ich begleitete die noch blutjunge Witwe mit ihrer neugeborenen Tochter zu ihren Eltern. Sie wollte nicht mehr allein sein mit der Verantwortung und dem winzigen Leben in ihren Armen. Ungewiss ob das Kleine den Winter überstehen würde. Wir sprachen nicht viel. Ich wusste schlicht nichts zu sagen. Nichts was es ihr hätte erleichtern können oder ihr die Last abnehmen würde. Sie musste es tragen, wie das Kind, welches sie getragen hatte. Auch hier würde das Gold einiges erleichtern, ein maroder Trost in klimpernder Münze.
Auf dem Weg zu meiner letzten Aufwartung trieb mich der Ruf der Natur ins Gebüsch. Irgendwas war mit diesem Sauerkrauteintopf wohl, was mein Magen nicht so wirklich ertrug. Kaum trat die Erleichterung bei mir ein, hörte ich Stimmengewirr bei meinem Pferd. Da ich bei dem gewählten Gebüsch das offensichtliche "Hinten" gefunden hatte, nahmen mit die Kerle dort nicht wahr. Mein Pferd schon. Strauchdiebe, sie stanken bis zu mir hin und hatten es anscheinend auf mein Ross, die Börse daran und meine Waffen abgesehen. Ich als Heldin mit Potential hatte mein Schwert natürlich nicht mit zu meiner Andracht an das Kraut genommen.
Manchmal...
Unbewaffnet, die Hose auf Halbmast und mit durch einen Satz nach hinten frisch gefundenen Brennesseln als Waffe stand ich da in meiner persönlichen Misere.
Da hörte ich es.
Dumpfe Schläge, ein grelles Wiehern und mehrfaches Scheppern. Ich nahm mir noch die Zeit mich zu reinigen und die Hose hochzuzerren, den Gürtel in der Hand, stürzte ich um mein Tier zu verteidigen. Nur um festzustellen, das es diese Schlacht im Alleingang gewonnen hatte. Ein Übeltäter lag kroch gerade weg, der andere gab deutlich fixer Fersengeld. Mocca sah gerade eher aus wie eine kampfbereite Katze, denn wie ein braves Soldatenpferd.
Jedes Haar stand im vom Felle hab, die Nüstern aufgebläht, tänzelte er herum als gelte es irgendwelche Stuten zu beeindrucken. Zu spät kastiert vermutlich. Ich musste ihm gut zureden, bis er sich wieder beruhigte und aufhörte triumphierend um mich herum zu tänzeln. Den Apfel zur Belohnung hatte er sich aber nun wirklich verdient.
Das Elternpaar war gefasst in seiner Trauer. Der einzige Sohn für das Reich gefallen. Jedoch war bei ihnen keine Verzweiflung zu spüren. Nur Friede und Freundlichkeit, ich fühlte mich willkommen. Beinahe beschämt übergab ich die Börse an sie. Sie nahmen sie dankbar an, ohne falschen Stolz oder Abwehr. Das kleine Haus war blitzsauber, es roch nach frischem Brot darin. Das dunkle Mobiliar vor den sauber gekalten Wänden vermittelte mir den direkten Eindruck wieder daheim zu sein. Sogar das Kleid der Mutter erinnerte mich an meine und lies mich innehalten um kurz zu träumen wie sie wohl aussehen würde. 10 Jahre war ich nun nicht mehr daheim gewesen.
Ich wurde abgefüttert und ausgefragt über alles und jeden in Adoran, den König, die Herzogin, den Adel, die Handwerkshäuser und wie die Stadt nun aussähe nach der schlimmen Plage. Ich antwortete wie es eine brave Tochter tut und wollte im Grunde nicht fort.
Aber die beiden wussten so gut wie ich, dass ich gehen musste. Der Vater segnete mich zum Abschied, wie er es auch mit seinem Sohn getan hatte.
Ein Klos im Hals.
So habe ich viel erfahren über die Menschen und um so mehr über mich. Konnte ich wirklich Trost spenden oder nur das Leben erleichtern? Ich weiß es nicht, immer noch nicht.
Aber ich weiß, dass ich meine Soldaten von nun an nochmal mit anderen Augen betrachten werde und muss. Es gibt Wünsche, Hoffnungen und Geschichten hinter jedem der aufrechten Streiter in Rot-Gold.
Wie auch hinter mir.
- Helisande von Alsted
- Beiträge: 4067
- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
38. Eintrag
Erneut komme ich kaum dazu meine Ausbildung zu verfolgen. Ich fühle quasi wie meine Knochen versteifen und einrosten, da ich kaum noch dazu komme mich im Kampfe zu üben. Die Leiden eines Oberstleutnant, vermute ich. Wenigstens gönne ich mir und meinem Pferd noch ab und zu Ausritte um uns in Bewegung zu halten. Ich verkomme zur besseren Schreibkraft und das sorgt dafür, dass ich die Falte über meiner Nasenwurzel nicht mehr glätten kann. Aufnahmen ins Regiment mit Pergamentwust, Bürgergespräche mit Protokoll, Korrespondenz seiner Majestät. Zum Glück wurde letzterer Punkt vom Kämmerer nun übernommen.
Dafür versuchten nun einige Krieger noch über den Winter in Lohn und Brot zu kommen und es verging kaum ein Tag an dem ich nicht einen Bewerber vor mir sitzen hatte. Jeden musste ich ernst nehmen, auf seine Eignung hin begutachten und führen. Einige davon würden ihren Weg machen, andere aufgeben.
Ich war im Moment dabei aufzugeben. Meine Unterrichtsgesuche verhallten im Moment einfach in der zunehmenden Dunkelheit. Der einzige Lichtblick war der Unterricht über den Kodex der Ritterlichkeit im Kloster angeboten von Hochwürden Aurea. Auch wenn dort nur die Grundlagen betrachtet worden und die Teilnehmer sehr gemischt waren.
Die Erläuterungen deckten sich doch sehr mit dem, was ich mir selbst schon in meiner nachdenklichen Stimmung dazu interpretiert hatte. Auch konnte ich die Worte des Kodex mittlerweile auswendig. Doch das Wort ist am Ende immer das Wort.
Wo hörte der Kodex auf und wo beginnt das wirkliche Leben? Worte haben Geduld bis in die Unendlichkeit. Worte leiden nicht, Worte weinen nicht und Worte sterben nicht. Menschen schon. Ebenso Ritter. Es ist die sterbliche Menschlichkeit, die sich an dem Wort misst und ihm gegenüber besteht oder versagt.
Ich habe Ritter weinen sehen.
Ich habe Ritter der Verführung in Form einer Succubus erliegen sehen.
Ich habe Ritter sterben sehen.
Aber trotz alle dem waren sie das, dem ich nacheifere. Dem wirklichen Leben, will ich nachfolgen. Worte sind stark, doch das Leben findet immer seinen eigenen Weg. Meine Schwächen würden sich an dem Wort brechen oder dagegen bestehen. Durch das Leben tragen sie mich bereits und das mit allen Konsequenzen.
Ich will nicht die Asche sein, die in einer Urne bewahrt wird.
Ich bin das Feuer.
Rot und Gold.
Kein Platz für Schwarz.
Heute würde mich wieder eine Pflicht aufreiben, die ich erfüllen würde. Aber ich warte in Geduld auf die ausstehenden Antworten. Ich werde sie einfordern.
So oder so.
Erneut komme ich kaum dazu meine Ausbildung zu verfolgen. Ich fühle quasi wie meine Knochen versteifen und einrosten, da ich kaum noch dazu komme mich im Kampfe zu üben. Die Leiden eines Oberstleutnant, vermute ich. Wenigstens gönne ich mir und meinem Pferd noch ab und zu Ausritte um uns in Bewegung zu halten. Ich verkomme zur besseren Schreibkraft und das sorgt dafür, dass ich die Falte über meiner Nasenwurzel nicht mehr glätten kann. Aufnahmen ins Regiment mit Pergamentwust, Bürgergespräche mit Protokoll, Korrespondenz seiner Majestät. Zum Glück wurde letzterer Punkt vom Kämmerer nun übernommen.
Dafür versuchten nun einige Krieger noch über den Winter in Lohn und Brot zu kommen und es verging kaum ein Tag an dem ich nicht einen Bewerber vor mir sitzen hatte. Jeden musste ich ernst nehmen, auf seine Eignung hin begutachten und führen. Einige davon würden ihren Weg machen, andere aufgeben.
Ich war im Moment dabei aufzugeben. Meine Unterrichtsgesuche verhallten im Moment einfach in der zunehmenden Dunkelheit. Der einzige Lichtblick war der Unterricht über den Kodex der Ritterlichkeit im Kloster angeboten von Hochwürden Aurea. Auch wenn dort nur die Grundlagen betrachtet worden und die Teilnehmer sehr gemischt waren.
Die Erläuterungen deckten sich doch sehr mit dem, was ich mir selbst schon in meiner nachdenklichen Stimmung dazu interpretiert hatte. Auch konnte ich die Worte des Kodex mittlerweile auswendig. Doch das Wort ist am Ende immer das Wort.
Wo hörte der Kodex auf und wo beginnt das wirkliche Leben? Worte haben Geduld bis in die Unendlichkeit. Worte leiden nicht, Worte weinen nicht und Worte sterben nicht. Menschen schon. Ebenso Ritter. Es ist die sterbliche Menschlichkeit, die sich an dem Wort misst und ihm gegenüber besteht oder versagt.
Ich habe Ritter weinen sehen.
Ich habe Ritter der Verführung in Form einer Succubus erliegen sehen.
Ich habe Ritter sterben sehen.
Aber trotz alle dem waren sie das, dem ich nacheifere. Dem wirklichen Leben, will ich nachfolgen. Worte sind stark, doch das Leben findet immer seinen eigenen Weg. Meine Schwächen würden sich an dem Wort brechen oder dagegen bestehen. Durch das Leben tragen sie mich bereits und das mit allen Konsequenzen.
Ich will nicht die Asche sein, die in einer Urne bewahrt wird.
Ich bin das Feuer.
Rot und Gold.
Kein Platz für Schwarz.
Heute würde mich wieder eine Pflicht aufreiben, die ich erfüllen würde. Aber ich warte in Geduld auf die ausstehenden Antworten. Ich werde sie einfordern.
So oder so.
- Helisande von Alsted
- Beiträge: 4067
- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
39. Eintrag
Grausame Kinder, die mit Puppen spielen bis sie zerbrechen und sie dann in die Ecke werfen um sich dann und wann an deren zerschundener Figur zu ergötzen. Mein Faden wurde durchschnitten, der der mich hielt und das ist wofür ich lebe.
Ich bin Soldatin. Alles was ich je sein wollte ist das. Verdient habe ich mir das Offizierspantent und durch alle Fehler und durch alle meine Kanten hindurch, ich bin eine gute Offizierin der Krone. Doch jede Leistung im goldenen Gewand hat eine kurze Halbwertszeit.
Nun bin ich das nur noch auf einem Stück Papier und Temora weiß wie lange noch. Ich höre schon die Schere, die dort Ecke um Ecke abfrisst um mir dann vorzuwerfen ich würde meinen Dienst vernachlässigen. Ich habe nun keinen Dienst mehr.
Kalt gestellt.
Für was?
Für etwas, was ich nie wollte.
Die Puppe ist zerbrochen, die hängt an keinem Faden mehr. Nur noch Bewegungen aus der Gewohnheit, nur noch ein fernes Echo. Und am Ende des Tages, geschunden aus einer der gefährlichsten Höhlen, verdreckt und zerkratzt, stelle ich fest, dass ich mir immer noch selbst genug bin.
Ich werde immer Soldatin sein und für das Reich einstehen, wenn jetzt auch allein. Königsknappe - keine Ehre, keine Würde.
Ein Mühlstein um meinen Hals, der mich tiefer und tiefer zieht. Aber ich halt den Kopf oben.
Warum nur... ist es das Wert? Ist es mir das wert? Die vage Hoffnung ein Ziel zu erreichen, dessen ich nicht würdig bin?
Ich muss mich entscheiden. Bald.
Es ist nur ein Hinausschieben, mehr nicht. Das Unvermeidliche werde ich nicht umgehen können, so fürchte ich.
Konsequenzen.
Nicht den Namen tragen, den ich mir wünsche.
Nicht die Farbe in Ehren halten, die ich ersehne.
Nicht die Hand für immer halten, die ich so nötig brauche, die mich rettet.
Nicht das Wappen teilen.
Aber ich könnte dann Soldatin sein. Nicht nur auf dem Papier, ohne Demütigung ohne Zweifel an meiner Integrität.
Tränen.
Ich ziehe nochmal los.
Keine Tränen. Ein Schwert weint auch nicht, wenn es bricht. Es ist nur ein helles, trockenes Klirren. Dann Stille.
Grausame Kinder, die mit Puppen spielen bis sie zerbrechen und sie dann in die Ecke werfen um sich dann und wann an deren zerschundener Figur zu ergötzen. Mein Faden wurde durchschnitten, der der mich hielt und das ist wofür ich lebe.
Ich bin Soldatin. Alles was ich je sein wollte ist das. Verdient habe ich mir das Offizierspantent und durch alle Fehler und durch alle meine Kanten hindurch, ich bin eine gute Offizierin der Krone. Doch jede Leistung im goldenen Gewand hat eine kurze Halbwertszeit.
Nun bin ich das nur noch auf einem Stück Papier und Temora weiß wie lange noch. Ich höre schon die Schere, die dort Ecke um Ecke abfrisst um mir dann vorzuwerfen ich würde meinen Dienst vernachlässigen. Ich habe nun keinen Dienst mehr.
Kalt gestellt.
Für was?
Für etwas, was ich nie wollte.
Die Puppe ist zerbrochen, die hängt an keinem Faden mehr. Nur noch Bewegungen aus der Gewohnheit, nur noch ein fernes Echo. Und am Ende des Tages, geschunden aus einer der gefährlichsten Höhlen, verdreckt und zerkratzt, stelle ich fest, dass ich mir immer noch selbst genug bin.
Ich werde immer Soldatin sein und für das Reich einstehen, wenn jetzt auch allein. Königsknappe - keine Ehre, keine Würde.
Ein Mühlstein um meinen Hals, der mich tiefer und tiefer zieht. Aber ich halt den Kopf oben.
Warum nur... ist es das Wert? Ist es mir das wert? Die vage Hoffnung ein Ziel zu erreichen, dessen ich nicht würdig bin?
Ich muss mich entscheiden. Bald.
Es ist nur ein Hinausschieben, mehr nicht. Das Unvermeidliche werde ich nicht umgehen können, so fürchte ich.
Konsequenzen.
Nicht den Namen tragen, den ich mir wünsche.
Nicht die Farbe in Ehren halten, die ich ersehne.
Nicht die Hand für immer halten, die ich so nötig brauche, die mich rettet.
Nicht das Wappen teilen.
Aber ich könnte dann Soldatin sein. Nicht nur auf dem Papier, ohne Demütigung ohne Zweifel an meiner Integrität.
Tränen.
Ich ziehe nochmal los.
Keine Tränen. Ein Schwert weint auch nicht, wenn es bricht. Es ist nur ein helles, trockenes Klirren. Dann Stille.
- Helisande von Alsted
- Beiträge: 4067
- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
40. Eintrag
Stille.
Der Schnee schluckt wie in jedem Jahr die Geräusche, er macht die Welt still und leise. Meine Welt ist im Moment still. Statisch und fast erfroren, so wie das außerhalb des Fensters. Meine Zeilen klingen traurig, gar bitter? Möglich. Jedoch sind sie eher in nüchterner Erkennis abgefasst. Niemand ist unersetzbar. Diese Gewissheit macht vieles einfacher für mich. Sie macht es einfacher zu funktionieren und mich zwischen den gespannten Schnüren gleich den prophezeiten Stolperfallen zu bewegen.
Gehorsam.
Dies verlangt der eine von mir.
Ich gehorche.
Offenheit, klare Worte und ein waches Auge.
Das verlangt der andere von mir.
Doch folge ich dem, werde ich gemaßregelt. Folge ich dem nicht werde ich gescholten.
Ein Schwert.
Das verlangt der eine von mir. Den ganzen mühsamen Prozess vom Erz zum Schliff. Ich darf natürlich Hilfe in Anspruch nehmen, was ich auch tue. Aber ich soll mich selbst dabei fühlen wie das Metall, dass immer wieder erhitzt, gefaltet, abgekühlt, erhitzt und ausgeformt wird.
Ich gehorche. Jeden Schritt der dafür nötig ist werden ich gehen. Jeden Handgriff werde ich selbst vornehmen.
Die Zeichnung ist fertig, Tarek hat sie hier und dort korrigiert aber er hat sofort verstanden was ich will. Sein Rat wird mich leiten, aber tun werde ich es selbst.
Erz für Erz. Feuer für Feuer. Schlag für Schlag.
Der Aufgabensteller hält meinen Plan für gewagt. Ich nehme an er wäre mit einem grob geschmiedeten Breitschwert aus Eisen zufrieden.
Er schon.
Ich nicht.
Der andere erwartet von mir eine Fechtstunde.
Eine Abwechslung in dem was meine Tage nun füllt. Ich renne mit Gewichten. Arbeite in der Mine in Kettenrüstung. Aus Wahnsinn?
Womöglich. Aber eher um meine Kraft im Hals- und Schulterbereich zu formen. Dort wird das meiste Gewicht der Rüstung abgefangen, dort und in den Beinen.Meine Unterarme fordert das Schürfen der Erze und der Kohle. Sie brauchen Kraft für die große, schwere Klinge die ich führen will. Noch kann ich ihr Gewicht kaum halten.
Bald.
Der Rest hält sich von mir entfernt.
Ich folge den Pflichten, nicht dem Herzen. Es ist draußen kalt genug, sie benötigen nicht noch meine frostige Gesellschaft dazu. Selbsterkenntnis soll helfen die eigenen Eigenarten zu bezähmen. Ich zähme nichts, ich forciere noch.
Ich habe Gewicht verloren, das ist meiner Kraft abträglich. Auch hilft es nicht gegen die beißende Kälte der Jahreszeit.
Mehr essen.
Keinen Hunger.
Ich esse aus Pflichtgefühl meinen Körper gegenüber, aus Zuneigung zu dem, den es angeht wenn ich mich so zurückziehe. Doch es reicht nicht.
Der König veranstaltet einen Ball und ich bin als Knappin geladen. Noch vor ein paar Monden habe ich mich auf jeden Ball gefreut.
Freue ich mich heute?
Ich weiß es nicht.
Was du tust, tue es mit vollem Herzen oder tue es nicht.
Mein Herz hat genug Narben und Lücken darin und es kommen stetig neue hinzu. Dieser Krater wird auch verheilen oder bleiben. So sehr ich mich auch auf mich selbst beziehe, ich werde gebraucht. Ob ich wirklich nützlich bin oder es mir nur einbilde, mögen andere befinden. Jedoch ist es für mich keine Last mich um meine Leute zu kümmern, wenn sie in Not sind.
So oder so.
Was du tust, tue es mit vollem Herzen oder tue es nicht.
Ich tue.
Es ist Winter und ich bin dankbar für alle meine Gaben, Nöte und auch für meinen Drachen. Er ist wach.
Stille.
Der Schnee schluckt wie in jedem Jahr die Geräusche, er macht die Welt still und leise. Meine Welt ist im Moment still. Statisch und fast erfroren, so wie das außerhalb des Fensters. Meine Zeilen klingen traurig, gar bitter? Möglich. Jedoch sind sie eher in nüchterner Erkennis abgefasst. Niemand ist unersetzbar. Diese Gewissheit macht vieles einfacher für mich. Sie macht es einfacher zu funktionieren und mich zwischen den gespannten Schnüren gleich den prophezeiten Stolperfallen zu bewegen.
Gehorsam.
Dies verlangt der eine von mir.
Ich gehorche.
Offenheit, klare Worte und ein waches Auge.
Das verlangt der andere von mir.
Doch folge ich dem, werde ich gemaßregelt. Folge ich dem nicht werde ich gescholten.
Ein Schwert.
Das verlangt der eine von mir. Den ganzen mühsamen Prozess vom Erz zum Schliff. Ich darf natürlich Hilfe in Anspruch nehmen, was ich auch tue. Aber ich soll mich selbst dabei fühlen wie das Metall, dass immer wieder erhitzt, gefaltet, abgekühlt, erhitzt und ausgeformt wird.
Ich gehorche. Jeden Schritt der dafür nötig ist werden ich gehen. Jeden Handgriff werde ich selbst vornehmen.
Die Zeichnung ist fertig, Tarek hat sie hier und dort korrigiert aber er hat sofort verstanden was ich will. Sein Rat wird mich leiten, aber tun werde ich es selbst.
Erz für Erz. Feuer für Feuer. Schlag für Schlag.
Der Aufgabensteller hält meinen Plan für gewagt. Ich nehme an er wäre mit einem grob geschmiedeten Breitschwert aus Eisen zufrieden.
Er schon.
Ich nicht.
Der andere erwartet von mir eine Fechtstunde.
Eine Abwechslung in dem was meine Tage nun füllt. Ich renne mit Gewichten. Arbeite in der Mine in Kettenrüstung. Aus Wahnsinn?
Womöglich. Aber eher um meine Kraft im Hals- und Schulterbereich zu formen. Dort wird das meiste Gewicht der Rüstung abgefangen, dort und in den Beinen.Meine Unterarme fordert das Schürfen der Erze und der Kohle. Sie brauchen Kraft für die große, schwere Klinge die ich führen will. Noch kann ich ihr Gewicht kaum halten.
Bald.
Der Rest hält sich von mir entfernt.
Ich folge den Pflichten, nicht dem Herzen. Es ist draußen kalt genug, sie benötigen nicht noch meine frostige Gesellschaft dazu. Selbsterkenntnis soll helfen die eigenen Eigenarten zu bezähmen. Ich zähme nichts, ich forciere noch.
Ich habe Gewicht verloren, das ist meiner Kraft abträglich. Auch hilft es nicht gegen die beißende Kälte der Jahreszeit.
Mehr essen.
Keinen Hunger.
Ich esse aus Pflichtgefühl meinen Körper gegenüber, aus Zuneigung zu dem, den es angeht wenn ich mich so zurückziehe. Doch es reicht nicht.
Der König veranstaltet einen Ball und ich bin als Knappin geladen. Noch vor ein paar Monden habe ich mich auf jeden Ball gefreut.
Freue ich mich heute?
Ich weiß es nicht.
Was du tust, tue es mit vollem Herzen oder tue es nicht.
Mein Herz hat genug Narben und Lücken darin und es kommen stetig neue hinzu. Dieser Krater wird auch verheilen oder bleiben. So sehr ich mich auch auf mich selbst beziehe, ich werde gebraucht. Ob ich wirklich nützlich bin oder es mir nur einbilde, mögen andere befinden. Jedoch ist es für mich keine Last mich um meine Leute zu kümmern, wenn sie in Not sind.
So oder so.
Was du tust, tue es mit vollem Herzen oder tue es nicht.
Ich tue.
Es ist Winter und ich bin dankbar für alle meine Gaben, Nöte und auch für meinen Drachen. Er ist wach.
- Helisande von Alsted
- Beiträge: 4067
- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
41. Eintrag
Während die Feder hier über das Papier kratzt versuche ich mich zu entschließen wo ich anfangen soll. Ich beginne also mit dem was am Eindrücklichsten war. Einer Ohrfeige. Eigentlich zwein, aber so war es wenigstens symmetrisch auf meinem Gesicht verteilt. Die Frage ob ich sie verdient habe, stellt sich mir nicht. Ich bin eher milde darüber verwundert sie nicht schon früher erhalten zu haben.
Die alte Helisande hätte...
Genau das ist das Problem. Ich bin nicht mehr oft die alte Helisande. Ich bin die vorsichtige Helisande, die auf Deckung und Haltung bedachte Helisande, die die nur noch sehr selten ihr Temperament ausbrechen lässt. Noch vor einem Jahr habe ich die Worte des damaligen Feldwebel Thorns belächelt, der mich vor der Schlagengrube gewarnt hat in der man in Adelsnähe auf jeden Tritt achten muss.
Inzwischen laufe ich bisweilen wie auf rohen Eiern. Zu vorsichtig, zu vorsorglich mich selbst zu schützen vor den Ohrfeigen, die es hageln wird. Eine unsinnige Haltung. Sie treffen ja doch.
Ich bin dankbar für die erhaltenen Ohrfeigen denn ich weiß aus welchem Grund sie mir verabreicht wurden. Jedoch werde ich keine weiteren akzeptieren, egal von wem.
Erst kürzlich habe ich vor einem jungen und unsicheren Mann meine angesammelten Titel aufgezählt. Jeder dieser Zusätze gehört mir, ich habe sie mir zum Teil verdient zum anderen Teil stand ich nur an der richtigen Stelle und zum größten Teil beruhen sie auf Vertrauensvorschuss in mich.
Keine schlechte Auflistung für jemanden in meinem Alter, will ich meinen. Jedoch fühle ich immer mehr eine Schwerpunktsetzung darin. Ich bin Knappin des Reiches und wenn weiterhin mein unangepasser, rebellischer und aufsässiger Geist gnädig übersehen wird, so werde ich einst Reichsritter sein. Was mich dazu bringt zur gegebener Zeit das Gespräch mit Oberst von Nordwind zu suchen. Nicht als Knappe, sondern auch als Offizier, Beurlaubung hin oder her. Als Offiziere müsen wir uns über die gemeinsame Zukunft einig werden. So oder so. Befehl und Gehorsam mit inbegriffen.
Der junge Mann, dem ich alle meine Titel nannte hat sein eigenes Paket zu tragen. Eines geschnürt aus Stolz, Ehrgeiz und viel Verletzbarkeit. Eigenschaften, die ich zum Teil teile. Ich habe Stolz und wenig Ehrgeiz, vielleicht manchmal zu wenig. Verletztbar bin ich ohne es zu deutlich zeigen zu wollen. Aber Efeu kann man verletzen, ausreißen und vergiften. Er wächst nach und sein Stamm verholzt.
Mein Schwert macht Fortschritte. Wir werden bald daran gehen die Schablone zu schmieden. Ein einfaches Model aus Eisen oder Silber. An jenes in Größe und Gewicht wird dann die endgültige Form des Metalls angepasst, welches wir uns überlegt haben. Ich vertraue Tarek, er leitet mich freundlich und mit Humor an.
Über den unsäglichen Ball könnte ich Seiten füllen. Immer noch drängt sich mir die Frage auf wofür ich mir ein Ballkleid angeschafft habe und die Tanzstunde bekam. Vermutlich um Haltung bewahren zu können an einem Tisch, der eines Königs nicht würdig war. Geschaffen durch die, die ihn bestellen. Es stellt sich mir immer vehementer die Frage wie wenig die Notwendigkeit der Einhaltung der Etikette im Reich verstanden und antizipiert wird. Bei dem was ich da sah, hörte und bezeugte neige ich zu einem erneuten Ausbruch spontaner Kopfschmerzen.
Ich gehe meine Kopfschmerzen umverteilen.
Fußnoten:
Ich kann mit Stangenwaffen umgehen wie ein Mann.
Manchmal zweifel ich doch ganz leicht an den Äußerungen Sir Vaughains.
Mein Vormund heult einsam den Mond an.
Fleischbrocken mitnehmen.
Während die Feder hier über das Papier kratzt versuche ich mich zu entschließen wo ich anfangen soll. Ich beginne also mit dem was am Eindrücklichsten war. Einer Ohrfeige. Eigentlich zwein, aber so war es wenigstens symmetrisch auf meinem Gesicht verteilt. Die Frage ob ich sie verdient habe, stellt sich mir nicht. Ich bin eher milde darüber verwundert sie nicht schon früher erhalten zu haben.
Die alte Helisande hätte...
Genau das ist das Problem. Ich bin nicht mehr oft die alte Helisande. Ich bin die vorsichtige Helisande, die auf Deckung und Haltung bedachte Helisande, die die nur noch sehr selten ihr Temperament ausbrechen lässt. Noch vor einem Jahr habe ich die Worte des damaligen Feldwebel Thorns belächelt, der mich vor der Schlagengrube gewarnt hat in der man in Adelsnähe auf jeden Tritt achten muss.
Inzwischen laufe ich bisweilen wie auf rohen Eiern. Zu vorsichtig, zu vorsorglich mich selbst zu schützen vor den Ohrfeigen, die es hageln wird. Eine unsinnige Haltung. Sie treffen ja doch.
Ich bin dankbar für die erhaltenen Ohrfeigen denn ich weiß aus welchem Grund sie mir verabreicht wurden. Jedoch werde ich keine weiteren akzeptieren, egal von wem.
Erst kürzlich habe ich vor einem jungen und unsicheren Mann meine angesammelten Titel aufgezählt. Jeder dieser Zusätze gehört mir, ich habe sie mir zum Teil verdient zum anderen Teil stand ich nur an der richtigen Stelle und zum größten Teil beruhen sie auf Vertrauensvorschuss in mich.
- Helisande Senheit
Hausdrache des Bunten Kessels
Leibwächterin ihrer herzöglichen Hoheit Mariella von Lichtenthal
Oberstleutnant des Lichtenthaler Regimentes
Knappin des verstorbenen Sir Fjalons
Schildknappin seiner königlichen Majestät Ador I. von Alumenas
Efeu und Fingerhut
Keine schlechte Auflistung für jemanden in meinem Alter, will ich meinen. Jedoch fühle ich immer mehr eine Schwerpunktsetzung darin. Ich bin Knappin des Reiches und wenn weiterhin mein unangepasser, rebellischer und aufsässiger Geist gnädig übersehen wird, so werde ich einst Reichsritter sein. Was mich dazu bringt zur gegebener Zeit das Gespräch mit Oberst von Nordwind zu suchen. Nicht als Knappe, sondern auch als Offizier, Beurlaubung hin oder her. Als Offiziere müsen wir uns über die gemeinsame Zukunft einig werden. So oder so. Befehl und Gehorsam mit inbegriffen.
Der junge Mann, dem ich alle meine Titel nannte hat sein eigenes Paket zu tragen. Eines geschnürt aus Stolz, Ehrgeiz und viel Verletzbarkeit. Eigenschaften, die ich zum Teil teile. Ich habe Stolz und wenig Ehrgeiz, vielleicht manchmal zu wenig. Verletztbar bin ich ohne es zu deutlich zeigen zu wollen. Aber Efeu kann man verletzen, ausreißen und vergiften. Er wächst nach und sein Stamm verholzt.
Mein Schwert macht Fortschritte. Wir werden bald daran gehen die Schablone zu schmieden. Ein einfaches Model aus Eisen oder Silber. An jenes in Größe und Gewicht wird dann die endgültige Form des Metalls angepasst, welches wir uns überlegt haben. Ich vertraue Tarek, er leitet mich freundlich und mit Humor an.
Über den unsäglichen Ball könnte ich Seiten füllen. Immer noch drängt sich mir die Frage auf wofür ich mir ein Ballkleid angeschafft habe und die Tanzstunde bekam. Vermutlich um Haltung bewahren zu können an einem Tisch, der eines Königs nicht würdig war. Geschaffen durch die, die ihn bestellen. Es stellt sich mir immer vehementer die Frage wie wenig die Notwendigkeit der Einhaltung der Etikette im Reich verstanden und antizipiert wird. Bei dem was ich da sah, hörte und bezeugte neige ich zu einem erneuten Ausbruch spontaner Kopfschmerzen.
Ich gehe meine Kopfschmerzen umverteilen.
Fußnoten:
Ich kann mit Stangenwaffen umgehen wie ein Mann.
Manchmal zweifel ich doch ganz leicht an den Äußerungen Sir Vaughains.
Mein Vormund heult einsam den Mond an.
Fleischbrocken mitnehmen.
- Helisande von Alsted
- Beiträge: 4067
- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
42. Eintrag
Tjost und Winter.
Zwei Zustände, die sich nicht unbedingt miteinander vertragen. Das eine ist der permanente Zustand eines Knappen, der andere ist das eluivegegebene Wetter. Tjosten ist eine ritterliche Disziplin in welcher sich der Knappe seine gesamte Knappenzeit über übt. Teilweise wirklich mit Lanze auf dem Pferde und teilweise einfach nur im Dreck liegend und sich fragend ob wirklich jeder Knochen im Körper gleichzeitig brechen kann. Mit der Lanze zu Pferde macht der Winter und die damit einhergehenden Begleiterscheinungen wie Frost, Eis, Schnee, Glätte und schneidender Wind - die Übung zu etwas mit deutlichem Nervenkitzelpotetial.
Aber wer hoch hinaus will, sollte weit fliegen lernen, also übe ich mich darin. Mocca, mein treuer Wallach ist ein duldsames Geschöpf und er mag Schnee, so wie ich. Meist warnt er mich sogar vor, wenn er sich darin wälzen will und gibt mir beinahe genug Zeit um abzusteigen. In an das Tjosten zu gewöhnen und die Belastung die damit für ihn einhergeht war eine anspruchsvolle Aufgabe. Er muss die Kraft für den Stoß aufbringen, ich muss nur die Lanze halten, umlegen und aufs Ziel richten. Er muss sich und mich abfangen, ich muss nur darauf achten ihm mein Blocken und wieder einfedern nicht zu sehr ins Kreuz zu krachen.
Knifflig!
Ich bereitete die Bahn vor in dem ich rechts und links lockeren Schnee aufschüttete. Schon recht bald brachte ich nachdrücklich in Erfahrung, dass ich rechts mehr aufschütten muss. Ich neige dazu unplanmäßig aber schwungvoll nach rechts hinabzusegeln.
Nachdem das erledigt war und wir es schafften mehrfach hinterheinander ohne Zwischenfälle sauber anzureiten, die Lanze anzulegen und die Fahne zu treffen, die ich zuvor aufgehängt hatte wurde uns das fade. Sicherlich war es schwieriger in Kettenrüstung das Reitmanöver auszuführen, irgendwann würde die Rüstung fürs Tjosten mit der Führung für die Lanze es leichter machen. Bis dahin klemmte ich das unhandliche Stück Unwuchtholz eben unter meinem Arm fest.
Dennoch war uns danach den Schwierigkeitsgrad zu gerhöhen. Mocca hatte auch zugestimmt, er stimmte für einen Apfel allerdings immer fast allem zu. Eine Weile trabten wir überlegend um die Bahn herum bis die Idee keimte, die umgesetzt werden wollte.
Schnell zum Bunten Kessel. Dort quasselte ich Tarek eines seiner Grubenpferde ab und einige Garben vom geimeligen Stroh. Es war nicht fest genug gebunden worden, somit innen schimmelig und konnte eh nicht mehr verfüttert werden. Noch schnell einige Stricke bei Fabian gemopst und ich zockelte mit zwei Pferden zurück zur Bahn.
Auf Gunda dem Grubengaul band ich zwei Strohgarben übereinander fest, der Packsattel half dabei. Dann puschelte ich das Stroh ordentlich auf und stellte Gunda an der passenden Stelle ab. Damit das gute Tier auch die Nase nach unten nahm, blieb wo es war und mir nicht in die Lanze sprang schüttete ich Hafer auf den Boden, mit dem sie sich ausführlich beschäftigte.
Wir ritten an. Lanze steil, Lanze umlegen... rechts im Schnee landen.
Gunda zuckte mit dem Schweif. Mocca steuerte den Hafer an. Aufrappeln, Gaul einfangen.
Anreiten. Lanze steil, Lanze umlegen...Pferdehals umarmen, Lanze in die eigenen Rippen bekommen.
Nach einer kurzen Besinnungspause und dem Auffüllen des Hafers für Gunda sammelten ich mich erneut. Ein kurzes Gebet murmelnd mahnte ich auch Mocca dazu sich nun zu benehmen.
Anreiten.
Lanze steil.
Lanze senken.
Lanze umlegen.
Ziel.
Schnekeldruck, Hintern aus dem Sattel.
Treffer!
Das Stroh flog in alle Himmelsrichtungen, Mocca fing mich achtsam ab und kanterte dann wie ein angeberischer Hengst seitlich über den Rest der Bahn. Gunda verließen die Nerven und sie ging durch.
Notiz an mich:
Pferd und Männer, die man noch braucht sollte man ANBINDEN!
Nun versuche ich mich hier aufzuwärmen, nachdem ich im winterlichen Gerimor versucht habe ein hafertrunkenes Grubenpferd einzufangen, welches wohl noch nie in seinem Leben so viel Kraft und Energie versprüht hat. Mocca ruht sich im Stall aus, er schlich eben so ermattet heim wie ich.
Gunda begleitet Tarek in die Mine.
Ich glaube das gibt noch Ärger...
Dennoch würde ich diese Übung wiederholen. Vielleicht auch einen Schild auf der Vogelscheuche aus Stroh dann anbinden. Das würde eine härtere Kontaktfläche schaffen....
Erstmal. Baden!
Tjost und Winter.
Zwei Zustände, die sich nicht unbedingt miteinander vertragen. Das eine ist der permanente Zustand eines Knappen, der andere ist das eluivegegebene Wetter. Tjosten ist eine ritterliche Disziplin in welcher sich der Knappe seine gesamte Knappenzeit über übt. Teilweise wirklich mit Lanze auf dem Pferde und teilweise einfach nur im Dreck liegend und sich fragend ob wirklich jeder Knochen im Körper gleichzeitig brechen kann. Mit der Lanze zu Pferde macht der Winter und die damit einhergehenden Begleiterscheinungen wie Frost, Eis, Schnee, Glätte und schneidender Wind - die Übung zu etwas mit deutlichem Nervenkitzelpotetial.
Aber wer hoch hinaus will, sollte weit fliegen lernen, also übe ich mich darin. Mocca, mein treuer Wallach ist ein duldsames Geschöpf und er mag Schnee, so wie ich. Meist warnt er mich sogar vor, wenn er sich darin wälzen will und gibt mir beinahe genug Zeit um abzusteigen. In an das Tjosten zu gewöhnen und die Belastung die damit für ihn einhergeht war eine anspruchsvolle Aufgabe. Er muss die Kraft für den Stoß aufbringen, ich muss nur die Lanze halten, umlegen und aufs Ziel richten. Er muss sich und mich abfangen, ich muss nur darauf achten ihm mein Blocken und wieder einfedern nicht zu sehr ins Kreuz zu krachen.
Knifflig!
Ich bereitete die Bahn vor in dem ich rechts und links lockeren Schnee aufschüttete. Schon recht bald brachte ich nachdrücklich in Erfahrung, dass ich rechts mehr aufschütten muss. Ich neige dazu unplanmäßig aber schwungvoll nach rechts hinabzusegeln.
Nachdem das erledigt war und wir es schafften mehrfach hinterheinander ohne Zwischenfälle sauber anzureiten, die Lanze anzulegen und die Fahne zu treffen, die ich zuvor aufgehängt hatte wurde uns das fade. Sicherlich war es schwieriger in Kettenrüstung das Reitmanöver auszuführen, irgendwann würde die Rüstung fürs Tjosten mit der Führung für die Lanze es leichter machen. Bis dahin klemmte ich das unhandliche Stück Unwuchtholz eben unter meinem Arm fest.
Dennoch war uns danach den Schwierigkeitsgrad zu gerhöhen. Mocca hatte auch zugestimmt, er stimmte für einen Apfel allerdings immer fast allem zu. Eine Weile trabten wir überlegend um die Bahn herum bis die Idee keimte, die umgesetzt werden wollte.
Schnell zum Bunten Kessel. Dort quasselte ich Tarek eines seiner Grubenpferde ab und einige Garben vom geimeligen Stroh. Es war nicht fest genug gebunden worden, somit innen schimmelig und konnte eh nicht mehr verfüttert werden. Noch schnell einige Stricke bei Fabian gemopst und ich zockelte mit zwei Pferden zurück zur Bahn.
Auf Gunda dem Grubengaul band ich zwei Strohgarben übereinander fest, der Packsattel half dabei. Dann puschelte ich das Stroh ordentlich auf und stellte Gunda an der passenden Stelle ab. Damit das gute Tier auch die Nase nach unten nahm, blieb wo es war und mir nicht in die Lanze sprang schüttete ich Hafer auf den Boden, mit dem sie sich ausführlich beschäftigte.
Wir ritten an. Lanze steil, Lanze umlegen... rechts im Schnee landen.
Gunda zuckte mit dem Schweif. Mocca steuerte den Hafer an. Aufrappeln, Gaul einfangen.
Anreiten. Lanze steil, Lanze umlegen...Pferdehals umarmen, Lanze in die eigenen Rippen bekommen.
Nach einer kurzen Besinnungspause und dem Auffüllen des Hafers für Gunda sammelten ich mich erneut. Ein kurzes Gebet murmelnd mahnte ich auch Mocca dazu sich nun zu benehmen.
Anreiten.
Lanze steil.
Lanze senken.
Lanze umlegen.
Ziel.
Schnekeldruck, Hintern aus dem Sattel.
Treffer!
Das Stroh flog in alle Himmelsrichtungen, Mocca fing mich achtsam ab und kanterte dann wie ein angeberischer Hengst seitlich über den Rest der Bahn. Gunda verließen die Nerven und sie ging durch.
Notiz an mich:
Pferd und Männer, die man noch braucht sollte man ANBINDEN!
Nun versuche ich mich hier aufzuwärmen, nachdem ich im winterlichen Gerimor versucht habe ein hafertrunkenes Grubenpferd einzufangen, welches wohl noch nie in seinem Leben so viel Kraft und Energie versprüht hat. Mocca ruht sich im Stall aus, er schlich eben so ermattet heim wie ich.
Gunda begleitet Tarek in die Mine.
Ich glaube das gibt noch Ärger...
Dennoch würde ich diese Übung wiederholen. Vielleicht auch einen Schild auf der Vogelscheuche aus Stroh dann anbinden. Das würde eine härtere Kontaktfläche schaffen....
Erstmal. Baden!
- Helisande von Alsted
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- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
43. Eintrag
Der Wanderpokal wurder weitergereicht. Nun ist es Lady Sidra, die sich mit mir befassen darf. Es fällt mit schwer keine Bitterkeit darüber zu empfinden, dennoch muss ich mich beherrschen. Die junge Ritterin hat meine Bitterkeit nicht verdient, eher mein Mitgefühl.
Die Gründe für das Weiterreichen meiner Knappschaft an sie sind edel und ehrenwert. Seine Majestät muss aufs Festland, dort scheint sich eine Problematik zusammen zu brauen, die seine Aufmerksamkeit unabdingbar verlangt. Ich bin in Anbetracht jener Verpflichtungen nur ein Flämmchen im Wind und trete in den Hintergrund.
Dennoch hatte ich um einen anderen Ritter gebeten, doch meine Wünsche sind unerheblich in dieser Sache. Es ist sinnvoller ich konzentriere mich und blicke nach vorn. Wer zu oft zurückblickt, legt sich beim Voranschreiten auf die Nase.
Sir Fjalon fehlt mir.
Zudem bemerke ich eine zunehmende Gleichgültigkeit. Es brennt nur noch sehr selten, dass ich vom Dienst als Oberstleutnant suspendiert bin. Das was einst mein Leben war, alles wonach ich mich ausrichtete wird mir egal, es verblasst im schmutzigrauen und schneeweißen Sumpf des Winters und der immer gleichen Betätigung.
Körperertüchtigung, Tjostübungen zu Pferde an der Strohpuppe, Umgang mit dem Zweihänder, Wurfübungen mit dem Speer, Wurfübungen mit Schneebällen.
Hinzu kommt noch die Tatsache, dass es offenbar immer populärer wird seitens meiner Ausbilder mich auszubilden in dem ich schriftliche Ausarbeitungen anfertige. Ob Sophia auch so viele Seiten mit eigenen Gedanken und Positionen füllen muss? Ich sollte sie einmal fragen. Jedoch ein Gutes hat es, den ein weises Wort verkündet, dass die Feder ja mächtiger sei als das Schwert. Sollte jenes Wort die Wahrheit sein, so bin ich für jedes Gefecht gewappnet. Mehr oder auch... weniger.
In drei Tagen ist das Gespräch zwischen mir und Herrn Oberst von Nordwind unter Aufsicht Sir von Schwertflurens. Die Aufsicht hielt der Sir für nötig. Inzwischen verstehe ich auch warum. Bei jedem Treffen, jedem Gesrpäch zwischen Herrn Oberst und mir liegt der knisternde Hauch von Mord und Totschlag in der Luft. Dafür werde ich die Verantwortung übernehmen, denn ich bin hier erneut das Flämmchen im Wind. Der Giftdrache, der die Stacheln wirft um sich zu verteidigen.
Blindwütiges um sich beißen, das sich stets zurückgewiesen fühlende Mädchen sollte auch in diesem Punkt erwachsen werden. Die Frage, die sich mir nun stellt ist die, ob ich genau das auch schaffe wenn ich ihm gegenüber stehe. Kann ich dann Demut zeigen, meine scharfe Zunge beherrschen und einfach das sein, was ich sein soll? Die freundliche, junge Frau. Sein Mündel.
Auf die gestellte Vertrauensfrage habe ich eine Antwort und jene werde ich auch geben. Sie lautet: Ja. Mein Vormund war bisher immer einer der drei Männer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben mich zu schützen und zu erziehen. Einen jener Männer habe ich bereits verloren, nicht durch meine Schuld, sondern durch höhere Fügung. Ich will nicht noch einen verlieren und schon gar nicht durch mein eigenes Verschulden.
Mein Schwert ist fertig. Es heißt Drachenodem, darauf habe ich mich mit mir geeinigt. Wobei ich auch den Namen Funkenstrum, den Cora vorschlug sehr mochte. Natürlich hätte ich es auch Vierte nennen können, immerhin sind die drei davor beim Härten gesprungen. Den Vorschlag von Janarey es Anne und Inne zu nennen, habe ich direkt verworfen.
Drachenodem.
Kein Giftdrache.
Der Wanderpokal wurder weitergereicht. Nun ist es Lady Sidra, die sich mit mir befassen darf. Es fällt mit schwer keine Bitterkeit darüber zu empfinden, dennoch muss ich mich beherrschen. Die junge Ritterin hat meine Bitterkeit nicht verdient, eher mein Mitgefühl.
Die Gründe für das Weiterreichen meiner Knappschaft an sie sind edel und ehrenwert. Seine Majestät muss aufs Festland, dort scheint sich eine Problematik zusammen zu brauen, die seine Aufmerksamkeit unabdingbar verlangt. Ich bin in Anbetracht jener Verpflichtungen nur ein Flämmchen im Wind und trete in den Hintergrund.
Dennoch hatte ich um einen anderen Ritter gebeten, doch meine Wünsche sind unerheblich in dieser Sache. Es ist sinnvoller ich konzentriere mich und blicke nach vorn. Wer zu oft zurückblickt, legt sich beim Voranschreiten auf die Nase.
Sir Fjalon fehlt mir.
Zudem bemerke ich eine zunehmende Gleichgültigkeit. Es brennt nur noch sehr selten, dass ich vom Dienst als Oberstleutnant suspendiert bin. Das was einst mein Leben war, alles wonach ich mich ausrichtete wird mir egal, es verblasst im schmutzigrauen und schneeweißen Sumpf des Winters und der immer gleichen Betätigung.
Körperertüchtigung, Tjostübungen zu Pferde an der Strohpuppe, Umgang mit dem Zweihänder, Wurfübungen mit dem Speer, Wurfübungen mit Schneebällen.
Hinzu kommt noch die Tatsache, dass es offenbar immer populärer wird seitens meiner Ausbilder mich auszubilden in dem ich schriftliche Ausarbeitungen anfertige. Ob Sophia auch so viele Seiten mit eigenen Gedanken und Positionen füllen muss? Ich sollte sie einmal fragen. Jedoch ein Gutes hat es, den ein weises Wort verkündet, dass die Feder ja mächtiger sei als das Schwert. Sollte jenes Wort die Wahrheit sein, so bin ich für jedes Gefecht gewappnet. Mehr oder auch... weniger.
In drei Tagen ist das Gespräch zwischen mir und Herrn Oberst von Nordwind unter Aufsicht Sir von Schwertflurens. Die Aufsicht hielt der Sir für nötig. Inzwischen verstehe ich auch warum. Bei jedem Treffen, jedem Gesrpäch zwischen Herrn Oberst und mir liegt der knisternde Hauch von Mord und Totschlag in der Luft. Dafür werde ich die Verantwortung übernehmen, denn ich bin hier erneut das Flämmchen im Wind. Der Giftdrache, der die Stacheln wirft um sich zu verteidigen.
Blindwütiges um sich beißen, das sich stets zurückgewiesen fühlende Mädchen sollte auch in diesem Punkt erwachsen werden. Die Frage, die sich mir nun stellt ist die, ob ich genau das auch schaffe wenn ich ihm gegenüber stehe. Kann ich dann Demut zeigen, meine scharfe Zunge beherrschen und einfach das sein, was ich sein soll? Die freundliche, junge Frau. Sein Mündel.
Auf die gestellte Vertrauensfrage habe ich eine Antwort und jene werde ich auch geben. Sie lautet: Ja. Mein Vormund war bisher immer einer der drei Männer, die es sich zur Aufgabe gemacht haben mich zu schützen und zu erziehen. Einen jener Männer habe ich bereits verloren, nicht durch meine Schuld, sondern durch höhere Fügung. Ich will nicht noch einen verlieren und schon gar nicht durch mein eigenes Verschulden.
Mein Schwert ist fertig. Es heißt Drachenodem, darauf habe ich mich mit mir geeinigt. Wobei ich auch den Namen Funkenstrum, den Cora vorschlug sehr mochte. Natürlich hätte ich es auch Vierte nennen können, immerhin sind die drei davor beim Härten gesprungen. Den Vorschlag von Janarey es Anne und Inne zu nennen, habe ich direkt verworfen.
Drachenodem.
Kein Giftdrache.
Zuletzt geändert von Helisande von Alsted am Montag 2. Februar 2015, 17:01, insgesamt 2-mal geändert.
- Helisande von Alsted
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- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
44. Eintrag
Die Welt geht unter!
Mindestens!
Zumindest sind die Magier quer durch alle Konfessionen und generalpolitischen Auslegung fest von dieser Tatsache überzeugt. Irgendein obskures Etwas, das mehr oder weniger Zugriff auf die Reisespähre hat oder dort lebt ist dort entfleucht und knabbert nun die an, in denen Eluives Lied so verknotet ist, dass sie Unfug damit treiben können. Je weniger sie durch erhaltene Ausbildung fähig sind mit dem Lied Unfug zu treiben, desto bekömmlicher scheinen sie für diese Wesen zu sein. Die kleinen Vorboten mit den gekrümmten Rücken und den schwarzen Augen, die ein wenig aussehen wie ein Liam als Frettchen, markieren die Ziele für die Größeren. Fast wie ein Schwarm Heuschrecken, bei dem die erste Welle entbehrlich fürs Fortkommen der Hauptwelle ist, aber dennoch das Nahrungsangebot erkundet.
Ich bin Kriegerin, Soldatin! Ich bevorzuge schwerst pragmatische Lösungen. Reisephäre zu und der Magier an sich geht halt zu Fuß. Sämtliche magisch verbuchselten Artefakte kann man meintetwegen in die Risse vorm Versiegeln schmeißen. Entbehrlicher Tand. Wenn niemand mehr so etwas hat, dann vermisst es auch keiner.
Die Weltuntergangsstimmung, die die Liedkundigen dazu nötigt sich mit den Feinden zu verbünden und in gemütlicher Runde Dämonen zu beschwören, kann ich nicht nachvollziehen. Spährenöffnungen dicht machen, Magieanwendung verbieten, Thema erledigt. Aber dann wären die noch vorhandenen Magier aller Fraktionen ganz fürchterlich nutzlos.
Selbsterhaltungstrieb.
Das kann ich sogar verstehen. Man überspitzt und übertreibt seine eigene Wichtigkeit und prophezeit das baldige Ende aller Dinge. Wieder wirft sich mir die Frage auf, warum die Folger des Brudermörders dann überhaupt mit den anderen gemeinsame Sache machen. Oder... nein, die Frage stellt sich nicht. Denn das Hemd ist wohl auch jenen näher als die Hose und sicher streben sie immanent danach, dass Alatar sie an seiner Seite willkommen heiße - nur bitte nicht ausgerechnet jetzt. Morgen auch nicht gleich.
Fakt für mich als Offizierin und Knappin ist und bleibt jedoch, dass durch diesen magischen Weltuntergang wir zu Handlungen genötigt werden, die mir das kalte Grausen aufs Gesicht meißeln.Wir mussten schon mehr als einmal Feinde schützen, damit sie ungestört Ihr schändliches und verwefliches Treiben vereint mit unseren ach so lichtgebundenen Konzilisten treiben konnten.
Mir ist schlecht bei dem Gedanken daran.
Richtiggehend übel.
Das kann nicht richtig sein und egal wie viele Blumenkränze aus geschwungenen Worten die Führenden darum winden. Es ist falsch!
Ein Falsch mit dem ich leben muss.
Die Debatte mit dem beschworenen Dämon war dann auch so fruchtbar wie der Schoß einer Krathori. Keine Antwort, die ich nicht selbst hätte geben können. Heiße Luft und wieder die Duldung des Feindes an der Seite der, die wir zu schützen gelobt haben.
Wir sollten demnächst einfach den erst besten überflüssigen Magier in den Bannkreis zum beschworenen Ungetier schubsen und protokollieren was passiert.
Es gibt immer mehr Lösungen als Probleme.
Was frisst, kann verhungern.
Was wächst, kann vergehen.
Was sich bewegt, kann erstarren.
Was lebt, kann sterben.
Es würde mich nicht mal wundern, wenn die Lösung des Problems am Ende genau die ist, die ich an den kleineren Ungetieren schon evaluiert habe. Weniger schwätzen und planen, mehr handeln.
Manche Beschwerden löst nur ein Schwert endgültig.
Die Welt geht unter!
Mindestens!
Zumindest sind die Magier quer durch alle Konfessionen und generalpolitischen Auslegung fest von dieser Tatsache überzeugt. Irgendein obskures Etwas, das mehr oder weniger Zugriff auf die Reisespähre hat oder dort lebt ist dort entfleucht und knabbert nun die an, in denen Eluives Lied so verknotet ist, dass sie Unfug damit treiben können. Je weniger sie durch erhaltene Ausbildung fähig sind mit dem Lied Unfug zu treiben, desto bekömmlicher scheinen sie für diese Wesen zu sein. Die kleinen Vorboten mit den gekrümmten Rücken und den schwarzen Augen, die ein wenig aussehen wie ein Liam als Frettchen, markieren die Ziele für die Größeren. Fast wie ein Schwarm Heuschrecken, bei dem die erste Welle entbehrlich fürs Fortkommen der Hauptwelle ist, aber dennoch das Nahrungsangebot erkundet.
Ich bin Kriegerin, Soldatin! Ich bevorzuge schwerst pragmatische Lösungen. Reisephäre zu und der Magier an sich geht halt zu Fuß. Sämtliche magisch verbuchselten Artefakte kann man meintetwegen in die Risse vorm Versiegeln schmeißen. Entbehrlicher Tand. Wenn niemand mehr so etwas hat, dann vermisst es auch keiner.
Die Weltuntergangsstimmung, die die Liedkundigen dazu nötigt sich mit den Feinden zu verbünden und in gemütlicher Runde Dämonen zu beschwören, kann ich nicht nachvollziehen. Spährenöffnungen dicht machen, Magieanwendung verbieten, Thema erledigt. Aber dann wären die noch vorhandenen Magier aller Fraktionen ganz fürchterlich nutzlos.
Selbsterhaltungstrieb.
Das kann ich sogar verstehen. Man überspitzt und übertreibt seine eigene Wichtigkeit und prophezeit das baldige Ende aller Dinge. Wieder wirft sich mir die Frage auf, warum die Folger des Brudermörders dann überhaupt mit den anderen gemeinsame Sache machen. Oder... nein, die Frage stellt sich nicht. Denn das Hemd ist wohl auch jenen näher als die Hose und sicher streben sie immanent danach, dass Alatar sie an seiner Seite willkommen heiße - nur bitte nicht ausgerechnet jetzt. Morgen auch nicht gleich.
Fakt für mich als Offizierin und Knappin ist und bleibt jedoch, dass durch diesen magischen Weltuntergang wir zu Handlungen genötigt werden, die mir das kalte Grausen aufs Gesicht meißeln.Wir mussten schon mehr als einmal Feinde schützen, damit sie ungestört Ihr schändliches und verwefliches Treiben vereint mit unseren ach so lichtgebundenen Konzilisten treiben konnten.
Mir ist schlecht bei dem Gedanken daran.
Richtiggehend übel.
Das kann nicht richtig sein und egal wie viele Blumenkränze aus geschwungenen Worten die Führenden darum winden. Es ist falsch!
Ein Falsch mit dem ich leben muss.
Die Debatte mit dem beschworenen Dämon war dann auch so fruchtbar wie der Schoß einer Krathori. Keine Antwort, die ich nicht selbst hätte geben können. Heiße Luft und wieder die Duldung des Feindes an der Seite der, die wir zu schützen gelobt haben.
Wir sollten demnächst einfach den erst besten überflüssigen Magier in den Bannkreis zum beschworenen Ungetier schubsen und protokollieren was passiert.
Es gibt immer mehr Lösungen als Probleme.
Was frisst, kann verhungern.
Was wächst, kann vergehen.
Was sich bewegt, kann erstarren.
Was lebt, kann sterben.
Es würde mich nicht mal wundern, wenn die Lösung des Problems am Ende genau die ist, die ich an den kleineren Ungetieren schon evaluiert habe. Weniger schwätzen und planen, mehr handeln.
Manche Beschwerden löst nur ein Schwert endgültig.