Die Tage, die einen nennenswerten Lohn zu verbuchen haben, sind selten im Leben eines Tagelöhners.
Oft ist es schon schwierig überhaupt genug Arbeit zu finden, den vorgeschossenen Suppentopf des letzten Abends zu bezahlen.
Vor allem jetzt, im zittrigen Angesicht des nahenden Winters gilt es die Hände zu falten und zu hoffen, dem All - Einen auch nach der Schneeschmelze noch huldigen zu dürfen.
Doch auch wenn der junge Bastard nicht vieles von seinem Vater lernen konnte, so weiß er zumindest dass das Gebet zwar nicht den knurrenden Magen und die klappernden Gebeine zum Schweigen bringt, ihm aber helfen kann Arbeit zu finden.
So sollte es auch am gestrigen Abend gewesen sein, als ihm zu allererst die unsägliche Gnade zuteil wurde, eines heiligen Ritters Stiefel vom irdenen Dreck befreien zu dürfen.
Die Entlohnung dieses Dienstes mag dem jungen Baltasar neben dem Segen des All Einen auch noch die Kronen und Anziehsachen eingebracht haben, die Ihn den halben Winter überstehen lassen.
Als stiller Zeuge dieser Fügung war es der Trabant Bran, der dafür Sorge trug, dass Baltasar zu winterfesten Kleidern kam.
Der folgende Auftrag würde ihm so hoffte er, sogar das Überleben in der zweiten Hälfte des Winters sichern.
Der Trabant Bran trug ihm auf, die gepflasterten Wege in nord-östlicher und westlicher Richtung zur Kommandantur der Rahaler Garde sowie die Gebäudefront von wucherndem Moos und Gras zu befreien.
Mit schwieligen, starr gefrorenen Händen, einem stumpfen Dolch und einem löchrigen Eimer machte er sich noch in derselben Nacht an sein Tagwerk.
Über die Nacht und den frühen Tag hinweg kratzte er unentwegt mit geröteten Fingern und dem schartigen Stück Stahl das einem Dolch ähnelt die erdigen Grasfetzen zwischen den Pflastersteinen hervor.
Im Kübel gesammelt trug er Ladung für Ladung einzeln vor die Stadt um den erdigen Inhalt in der Wildnis zu verteilen.
Nach gefühlten zehntausend Wiederholungen begutachtete er mit einem zufriedenen Nicken die Straße.
Hier und da etwas übereifrig sitzen einzelne Pflastersteine etwas lockerer als zuvor, aber Gras oder anderes Grünzeug sollte selbst der akribischste Beobachter nicht mehr vorfinden.
Den ersten Teil abgeschlossen, machte er sich auch sogleich daran mit einer ausgefransten Bürste und dem mit Wasser befüllten, löchrigen Eimer die Gebäudefront der Kommandantur von der Bemoosung zu befreien.
Bis in die frühen Abendstunden sollte sich der junge Bastard sein täglich Brot redlich verdient haben.
Leben um zu Dienen
- Baltasar Schoenaug
- Beiträge: 8
- Registriert: Freitag 7. November 2014, 00:10
-
Kyras Bran
Längst waren die sonnigeren Tage gezählt und die eisigen Winde, welche die See, über das Hafenviertel Rahals hinweg in die Gassen bließ trug Kunde mit sich ~ "der Winter naht".
Es war kein Geheimnis, dass der nahende Winter nicht nur Frost und Schnee mit sich brachte.
So wunderte es den Trabanten nicht, als die ersten Streuner, Taugenichtse und Tagelöhner sich auf löchrigen Sohlen ihren Weg in die Städte bahnten. Es würden vermehrt Torkontrollen stattfinden müssen um sich nicht allerlei Ungeziefer in die Stadt zu holen.
Es steckte bereits ein kräftezehrender Dienst in Brans Knochen als er sich dazu entschloss, den Wachposten am Südtor zu beziehen. Zu allem Überfluss sollte ein feiner Nieselregen das letzte bisschen Wohlbefinden aus seinem Körper tilgen.
Es ließ nicht allzu lange auf sich warten ehe sich die modrigen Gassen Rahals mal wieder als belebt erwiesen. Nebst dem üblichen Gesindel, welches Gerüchte über ein nicht zu verachtendes Kopfgelde in Stadt trug, fand sich auch bald der ein oder andere Würdeträger am Südtor ein und,.. ja und auch Baltasar.
Diesem, in Lumpen gekleidete, Jungspund, wurden zunächst nur argwöhnische gar missbilligende Blicke geschenkt. Es war Ritter Shasul welcher sich, auf des Streuners Anfrage hin, dazu erweichen ließ ihm die Möglichkeit zu bieten, sich per Stiefelputzen, sein Abendbrot zu verdienen.
Die Dämmerung war bereits vorangeschritten und man sah dem zitternden Baltasar an, dass er mit der zunehmenden Kälte zu kämpfen haben würde. Von der vorgelebten Barmherzigkeit des Ritters angesteckt, entschloss sich Bran dazu, dem Burschen das Nötigste, ein paar Felle, einen Umhang und etwas Brot zu reichen. Es war wider seiner Natur, denn geschenkt bekommt man hier gewiss nichts.
Doch er war sich im Klaren, dass dies der angenehmere Weg sei, als ein steifgefrorenen Leichnam aus der Stadt zu tragen...
Es war kein Geheimnis, dass der nahende Winter nicht nur Frost und Schnee mit sich brachte.
So wunderte es den Trabanten nicht, als die ersten Streuner, Taugenichtse und Tagelöhner sich auf löchrigen Sohlen ihren Weg in die Städte bahnten. Es würden vermehrt Torkontrollen stattfinden müssen um sich nicht allerlei Ungeziefer in die Stadt zu holen.
Es steckte bereits ein kräftezehrender Dienst in Brans Knochen als er sich dazu entschloss, den Wachposten am Südtor zu beziehen. Zu allem Überfluss sollte ein feiner Nieselregen das letzte bisschen Wohlbefinden aus seinem Körper tilgen.
Es ließ nicht allzu lange auf sich warten ehe sich die modrigen Gassen Rahals mal wieder als belebt erwiesen. Nebst dem üblichen Gesindel, welches Gerüchte über ein nicht zu verachtendes Kopfgelde in Stadt trug, fand sich auch bald der ein oder andere Würdeträger am Südtor ein und,.. ja und auch Baltasar.
Diesem, in Lumpen gekleidete, Jungspund, wurden zunächst nur argwöhnische gar missbilligende Blicke geschenkt. Es war Ritter Shasul welcher sich, auf des Streuners Anfrage hin, dazu erweichen ließ ihm die Möglichkeit zu bieten, sich per Stiefelputzen, sein Abendbrot zu verdienen.
Die Dämmerung war bereits vorangeschritten und man sah dem zitternden Baltasar an, dass er mit der zunehmenden Kälte zu kämpfen haben würde. Von der vorgelebten Barmherzigkeit des Ritters angesteckt, entschloss sich Bran dazu, dem Burschen das Nötigste, ein paar Felle, einen Umhang und etwas Brot zu reichen. Es war wider seiner Natur, denn geschenkt bekommt man hier gewiss nichts.
Doch er war sich im Klaren, dass dies der angenehmere Weg sei, als ein steifgefrorenen Leichnam aus der Stadt zu tragen...
- Selina Talmar
- Beiträge: 457
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Erstaunt blickte der Adjutant auf den von Unkraut befreitem Weg zur Kommandantur. Wer war denn hier so eifrig am werk gewesen? Als unter ihrem Stiefeln der ein oder andere Pflasterstein wackelte musste sie unweigerlich schmunzeln. Ja hier war wirklich jemand eifrig am Werk gewesen, aber die Steine würden sich schon bald wieder fest in den Weg einfügen. Das Unkraut würde wohl noch eine Weile fern bleiben.
Ein weiterer kritischer Blick über die Straße und das Gebäude folgte, eh sie mit einem zufriedenen Nicken hineinging.
Aufmerksam ging der blick über die Anschläge im inneren der Wache und der Blick blieb an der Tafel mit den Gästen der Stadt hängen.
Konnte sie dort einen Anhaltspunkt finden, der Aufklärung brachte?
Keiner der Gardisten hätte diese Kräfte zerrende Arbeit freiwillig getan und Strafarbeit stand grade keine an.
Tatsächlich da stand etwas.
Nun der Junge hatte sich wirklich etwas verdient für diese Arbeit, war sie doch gründlich und schnell erledigt worden.
Dem Herold wurde Bescheid gegeben, dass sich der Junge bei dem Adjutanten melden soll. Man würde sicher einen guten Lohn für ihn finden. und so er möchte auch noch weitere Arbeiten.
Ein weiterer kritischer Blick über die Straße und das Gebäude folgte, eh sie mit einem zufriedenen Nicken hineinging.
Aufmerksam ging der blick über die Anschläge im inneren der Wache und der Blick blieb an der Tafel mit den Gästen der Stadt hängen.
Konnte sie dort einen Anhaltspunkt finden, der Aufklärung brachte?
Keiner der Gardisten hätte diese Kräfte zerrende Arbeit freiwillig getan und Strafarbeit stand grade keine an.
Tatsächlich da stand etwas.
Aufmerksam las sie sich den Zettel durch.Kyras Bran hat geschrieben:Name: Baltasar Schoenaug
Alter: ungefähr 17 Jahre
Aussehen: Kurzes braunes Haar
Lumpenhaftes Auftreten / Tagelöhner
Drahtiges Figur
Auf der Suche nach Arbeit, Ritter Shasul ließ ihn die Stiefel putzen.
Er nahm dankend an.
Wurde durch mich beauftragt, die Kommandantur und die Gasse davor von Unkraut zu säubern.
Ihm wurden hierfür drei Tage gegeben.
*gezeichnet Bran*
Nun der Junge hatte sich wirklich etwas verdient für diese Arbeit, war sie doch gründlich und schnell erledigt worden.
Dem Herold wurde Bescheid gegeben, dass sich der Junge bei dem Adjutanten melden soll. Man würde sicher einen guten Lohn für ihn finden. und so er möchte auch noch weitere Arbeiten.
Zuletzt geändert von Selina Talmar am Donnerstag 13. November 2014, 09:04, insgesamt 1-mal geändert.