Der Untergang des Ordens von Tirell

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Der Erzähler

Der Untergang des Ordens von Tirell

Beitrag von Der Erzähler »

Liebe Spieler,
der folgende Abschnitt dient der RP-Erklärung grundsätzlicher Veränderungen rund um die Magierklasse(n), die tatsächlich auszuspielen zu viele Umstände bereitet hätte und durch den Patch, in dessen Daten Tirell schon gelöscht war, ohnehin etwas lächerlich gewirkt hätte. Was nun folgt, „ist so geschehen“ und kann im RP verwendet werden. Trotz des „Zwangs-RP“ viel Spaß beim Lesen, fortsetzen (hier seien natürlich vor allem die neuen Magierschulen aufgerufen) und natürlich auch viel Spaß in den - provisorisch erbauten – Ruinen Tirells.
Dev-Seer Mithrandir


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Vor vielen Wochen – Keller der Magierakademie

Pfeifend rollte Vitus, ein kräftiger, rothaariger Mann aus Berchgard, das Faß die Treppen hinab in einen Vorratsraum unter der Magierakademie. Dan, der Empfangschef des Magierordens, hakte einen weiteren Posten auf der Liste ab. „Schwefelstaub von der Dracheninsel“ murmelte er leise, während seine Feder über das Papier kratzte. Vitus richtete sich auf und wischte sich kurz die Hände an seiner ledernen Schürze ab. Von der Dracheninsel? Nun, egal woher. Es waren noch zwei Fässer da oben, und die würde er jetzt holen gehen.

Wenige Tage später – Gasthaus vor den Toren Tirells

Stephen, der Gastwirt Tirells, fuhr hoch und knallte mit voller Wucht gegen das hölzerne Brett über seiner Schlafstatt, auf dem neben einer Blumenvase zwei kleine Götterfigürchen standen. Fluchend hielt er sich den Schädel und blickte mürrisch in die Dunkelheit seiner Schlafkammer. Sein Traum hatte so schön angefangen – leichtbekleidete Damen am Strand Menek’Urs spielten dabei eine nicht unwichtige Rolle. Und dann war dieser Drache aufgetaucht, brüllend und tobend … gewaltige Feuerstrahlen waren fauchend aus seinem Maul gebrochen und hatten den Strand und die Frauen und ihn selbst versengt, und der urgewaltige Donner der Vernichtung hallte noch immer in Stephens Ohren nach. Es dauerte noch einige Augenblicke bis er sich gewahr wurde, daß der Feuerschein, den er auf den Wänden zu sehen vermeinte, mitnichten ein in die Wirklichkeit hinübergehuschtes Traumgespenst war … die schreckensweiten Augen Stephens blickten vielmehr durch das geöffnete Fenster hinaus auf die grüne Ebene, wo sich in einiger Entfernung die Sandsteinmauern Tirells erhoben. Geborstene Mauern, umtanzt von gierigen Flammen und irrwitzigen Lichterscheinungen. Ganz so, als hätte der Traumdrache die gewaltige Magierfestung in Schutt und Asche gelegt.

In den nächsten Tagen – Aus einem Bericht an den Ordensrat

„…keine initiierenden Spuren im Lied erkennbar, da der gesamte Ort durch die chaotische Präsenz widerstreitender Kräfte einer astralen Untersuchung förmlich entzogen ist …“
„…erweisen sich die chaossphärischen Präsenzen als äußerst exorzismusresistent, so daß…“
„Mit dem plötzlichen Auftauchen hostiler Pyroformen ist angesichts der Deformationen im Carmen Eluivorum zu rechnen, größtmögliche Vorsichtsmaßnahmen bei der Inspektion der Ruine sind daher dringend angeraten. Desweiteren wird empfohlen…“
„Mit Sicherheit können wir einen tragischen Unfall im alchimistischen Labor nicht ausschließen, aber…“
„…des Marquaron fehlt, Dolch der Arkorither fehlt, Dämonenpeitsche fehlt, …“
„Wie durch ein Wunder der Götter befanden sich zur vermuteten Unglückszeit nur der Verwalter, der Bibliothekar und die Köchin im Gebäude…“


Bald darauf

Die Ratsmagier hatten sich geeinigt. Möglicherweise war der Untergang ein Attentat irgendwelcher Feinde des Ordens, vielleicht irgendwelcher fanatischen Spinner, die sich für Arkorither hielten, gewesen. Möglicherweise war die Explosion ein Unfalll. Möglicherweise hatte Phanodain das Durcheinander in Tirell satt und beendete es – möglicherweise war es aber auch nicht der Gott der Weisheit, sondern Alatar, der hier seine Finger im Spiel hatte. Uneins über die Gründe des Untergangs, aber einig darin, mit der Erforschung magischer Phänomene fortzufahren, beschloß man, dem vernichteten Ordensbau die Schließung des Ordens selbst folgen zu lassen. Fortan würden sich verschiedene Lehrformen unabhängig voneinander etablieren dürfen, und weltliche Codices würden menekanischen Zauberern keine Zwangsverpflichtung an das varunische Rech mehr vorschreiben und was dergleichen Konfliktpotential der alte Kodex Tirells des weiteren beinhaltet haben mochte.
Man würde sich in den nächsten Tagen und Wochen daran machen, Möglichkeiten für die Errichtung neuer Schulen zu suchen …
Finja Stenfjord

Beitrag von Finja Stenfjord »

Tirell ist zerstört – und nun?


Die Wasserspezialistin sah von ihrem Platz am Tisch der gryffenhorst’schen Tafel auf und zu dem Feuerexperten hin.
„Ich muss gestehen, dass mich die ganze Sache etwas ratlos macht.“
Finja sah zu Rika hinüber, die gerade ihr Frühstücksei pellte und dabei weiter zu Calor blickte. Sie selbst bekam keinen Bissen herunter. Der Erzmagier ging weiter im Raum auf und ab und trug damit ebenfalls nicht gerade zu einer entspannten Frühstücksatmosphäre bei. Seit das altehrwürdige Ordensgebäude vor ein paar Tagen wohl im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft geflogen war, herrschte Aufruhr und das sowohl im Hause Gryffenhorst als auch in einem weit bescheideneren Häuschen an Varunas Stadtmauer – nur dass ich die Sache vermutlich wieder etwas anders sehe, dachte Finja bei sich selbst. Laut sagte sie jedoch:
„Vor sich hinzukochen bringt uns jedenfalls nicht weiter.“
Aus den Augenwinkeln sah sie, wie Rika sich unwillkürlich duckte, als der Erzmagier herum fuhr und ihr einen derart flammenden Blick zuwarf, dass eine Person ohne so hohe Wasseraffinität wie sie Finja Stenfjord besaß, wohl zu einem Häufchen Asche verkohlt wäre. Doch so flammten lediglich die Kerzen auf dem Tisch höher auf als gewöhnlich und eine davon versenkte ein paar Haarspitzen der Wassermagierin. Sie sah ihm ungerührt mit einem nachsichtigen und doch warmherzigen Lächeln entgegen. Dann nahm der Erzmagier seinen Weg durch das Zimmer wieder auf.
„Irgendwann verbrennst du dich noch selbst,“ sie drehte sich dabei in seine Richtung, „möchtest du wirklich ausprobieren, ob du wie ein Phönix aus der Asche wieder auferstehen kannst?“
Erneut erntete sie einen starrenden Blick von Calor, doch diesmal war die Intention eine völlig andere.
„Was hast du da eben gesagt?“
Finja zuckte verwirrt die Schultern.
„Phönix habe ich gesagt, Feuervogel, er verbrennt sich selbst und entsteht neu aus seiner Asche, du erinnerst dich?“
Er winkte ab und durchquerte erneut das Zimmer, mit dem Rücken zu den beiden Frauen blieb er schließlich stehen und schaute aus dem Fenster.
„Das ist es,“ sprach Calor leise.
Rika warf Finja einen fragenden Blick zu.
„Das ist es!“
Calor wandte sich um und sah Finja an.
„Paß auf, ich erkläre es dir.“
Calor von Gryffenhorst

Beitrag von Calor von Gryffenhorst »

Die Grundidee des Erzmagiers fand im engeren Kreise der Bekannten Anklang, und alsbald stellten sich Finja Stenfjord und Feoras Jagotin als begeisterte Beiträger heraus. Recht schnell gedieh die Konzeption des Konvents – natürlich gab es die üblichen Kommentare von Finja, daß ihr in der Symbolik zuviel Feuer und zu wenig Wasser vorkäme, und natürlich hatte bei den Diskussionen der Luftzauberer Feoras einen langen Atem bewiesen ...
Irgendwann war es dann soweit, und die Loseblattsammlung war zu einem ordentlichen Konzept zusammengefügt worden. Der bisweilen etwas pedantische Erzmagier hatte die Schriftarbeit persönlich übernommen und die Einbindung in helles Leder persönlich überwacht. Nachdem der fertige Kodex gebührend mit einem guten Glas Wein gefeiert worden war, konnte der nächste Schritt gegangen werden. Er würde zum Schloß führen.
Bald darauf war es soweit. Man hatte dem zum Truchsess erhobenen Grafen den Besuch des Erzmagiers angekündigt. In seiner Begleitung befand sich Feoras, Finja aber kümmerte sich um die Post an zwei erfahrene Zauberkundige, die auf dem Festland Dienst taten und die Reihen der Konventslehrer verstärken sollten. Beim Truchsess angekommen hieß es, den Landesherren von der Nützlichkeit und Lauterkeit der Idee von einem ‚Konvent des Phönix’ zu überzeugen. Natürlich hatte Adrian Bedenken, fürchtete den Abgerglauben der Stadtbevölkerung. Aber der stets geradlinige Herrscher wertete den Nutzen eines Magierbundes, der sich in dunklen Zeiten freiwillig zum Licht und zum Reich bekannte, höher als seine Bedenken. Er genehmigte den Konvent und wünschte den Magiern gutes Gelingen für ihr Werk. Während Feoras noch im Schloß verblieb um das Grab der Königin Anara zu besuchen, kehrte Calor von Gryffenhorst heim. Im Jagdsalon erwartete ihn bereits Finja, die eben von einem Ausritt nach Bajard zurückgekehrt war, wo sie einem Kapitän die Briefe mitgegeben und ganz nebenbei die Nähe des Meeres, das Geschrei der Möwen und den Seewind genossen hatte. Der Erzmagier trat ihr lächelnd entgegen. „Der Bau kann errichtet werden, Erlaucht hat die Urkunde unterzeichnet.“
Feoras de Jagotin

Beitrag von Feoras de Jagotin »

"Nein, wir haben nicht Birkenholz bestellt, sondern Eiche!"

So - oder so ähnlich - hat es wohl einige male geklungen, als Lieferanten das bestellte, oder eben auch nicht-bestellte, Material für den Ausbau der Akademieräume herankarrten. Fürwahr, es war alles andere als ein Fehler, dass stets jemand der Konventsmitglieder mit Argusaugen über den Lieferanten und Handwerkern wachte. Denn: "Neeeeiiiin, wie oft denn noch, die Tische in diesem Raum werden nicht in einem Kreis aufgebaut!"

Feoras wusste zwar nicht, was genau in Tirell nun passiert war, oder vielmehr: Wieso?. Das wusste niemand mit Sicherheit. Es stand aber fest, dass Calors Idee einfach nur den Zuspruch verdient hat. Eine Akademie, treu dem Reich, etwas anderes kommt nicht in Frage. Darf nicht in Frage kommen, wenn man den Kodex von Tirell wirklich geachtet hat. Auch wenn für Feoras immernoch fest stand, dass der Phoenix, der aus der Asche steigt, eindeutig zu wenig Beziehungen zur Luft hat... doch wie schnell wird man wieder aus seinen Gedanken gerissen.
"Ja, genau, so soll es sein, die Regale stehen gut." ... "Was? Zwei Säcke voll Goldmünzen? Nein nein, guter Mann, von einem Sack war die Rede. Ihr müsst doch zu Eurem Wort stehen. Seht, ich erinnere mich da gerne an meine Mutter, sie sagte immer....". Ob nun letztlich das Verhandlungsgeschick des Gegenübers oder purer Selbstschutz vor Feoras' Redeschwall den Handwerker von seiner Forderung abbrachten, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben.

Sie wird gut, die Akademie. Fähige Bauleute und Architekten sind am Werk, es besteht kein Zweifel. Die ganze Idee ist gut - nicht zuletzt, da Feoras sich auch "überraschenderweise" mit genau den Magiern, die jetzt dem Kodex des Konvents folgen, schon in Tirell am besten verstanden hat.
Calor von Gryffenhorst, will man ganz genau sein auch zu Riddmansfluren und Wetterbruch, der penible Erzmagier mit feurigem Gemüt. Und Finja Stenfjord, die hochgewachsene "Wassernixe", doch stille Wasser sind ja bekanntlich sehr tief. Und er selber, Feoras Jagotin, dessen Zuhörer sich manchmal die Frage stellen, ob nun der Wind oder doch das Mundwerk schneller ist. Ein interessantes Trio - und zu vielem Fähig.
Der Truchsess bekommt eine Akademie des Reiches, auch wenn er vielleicht lieber eine Reichsakademie haben wollte. Und einen neuen Hofmagier hat er nach so langer Zeit auch endlich wieder gefunden. Die Grundsteine waren also gelegt.

Nur mit Ungeduld kann Feoras die Fertigstellung des "Konvent des Phönix" abwarten. Es gibt so viele Möglichkeiten, die offenbart werden. Forschung, Geselligkeit, Fachsimpelei, Unterricht - aber viel interessanter wird wohl die Interaktion mit den anderen Akademien werden.

"Wir hatten nie davon gesprochen, dass die Vorhänge in Flieder gefärbt werden sollen!" ... Es war zum Mäusemelken. Einiges an Arbeit lag noch vor dem "Trio". Die Gerüchte über die Arkorither warfen zwar insgeheim einen Schatten über die tollkühnen Pläne, aber sie sind mehr Ansporn als alles andere.
Auf dass Calor bald schon wieder hinter dem Lehrerpult stehen und die Bücher im rechten Winkel zur Tischkante ausrichten möge...



"Amicus certus in re incerta cernitur."
Sarog Pilyan

Beitrag von Sarog Pilyan »

Sarog drückte ihr einen Kuss auf die Wange und schloss langsam die Tür, für einen kurzen Augenblick sah er noch in die Augen seiner Liebsten, die er doch so vergötterte. Mit einem liebevollen Lächeln auf den Lippen, wünschte er ihr eine gute Nacht und ermahnte sie, dass sie doch nicht mehr so lange lesen solle, es täte ihren Augen nicht gut. Die Tür fiel ins Schloss, leise und vorsichtig, um nicht die anderen Gäste im Gasthaus zu Tirell zu wecken. Von sich selbst wusste er jedoch, dass er noch viel für den Unterricht zu erledigen hatte. Zwei Stapel Pergament waren schon voll geschrieben, von Malchir hatte er jedoch schon lange nichts gehört und gerade dieser sollte doch sein Lehrmeister sein, der Anführer des Beschwörerzweiges. Mit leisen Schritten bewegte er sich knarrend über den alten Holzboden der Gastwirtschaft. Schloss die Türe hinter sich ab und setzte sich an sein Pult, wo er abermals die Anatomie, Verhaltungsweisen und Vielfalt so mancher Kreatur studierte und für sich selbst niederschrieb. Immerhin konnte man sich so alles leichter merken.

In den nächsten Tagen passierte es dann. Tirell war vom einen Tag auf den Nächsten plötzlich verschwunden. Niemand hatte geahnt, dass gerade „Tirell“ so etwas hätte passieren können. Sarog war bestürzt, fand es dennoch lächerlich, wie leicht das doch gehen konnte. Wieder stand er ohne einen Lehrmeister da, wieder kam er mit seiner Ausbildung nicht weiter. Noch am gleichen Tag suchte er dann Reika auf, setzte sich mit ihr zusammen und wollte letztendlich beratschlagen, was zu tun war. Er war nun Discipulus, aber was sollte das schon heißen, wenn man an keiner Magierakademie mehr angestellt war? Von nun an war er nur ein freier Magier, ein Suchender. In ihm fand sich eine tiefe Leere. Fassungslosigkeit war das Resultat. Es musste doch noch jemanden geben, der verflucht noch mal in der Lage war ihm etwas beizubringen? Ein Selbststudium hatte er auch bereits und musste wohl oder übel in nächster Zeit dieses anstreben…
Naia

Beitrag von Naia »

Langsam lehnte sie ihren Kopf gegen ihren Stab, ruhig atmete sie den Rauch und die von Asche erfüllte Luft ein welcher der Wind zu ihr wehte.
Es war vorbei, die dunklen Omen hatten sich bewahrheitet. Ihre Gedanken wahren erfüllt von den Bildern der Karten und den Ornamenten welche sie ihr Gezeigt hatten.
Die Welt würde sich wandeln und sie saßen mitten drin in einem Wirr war aus sich ändernden Dingen.
Die sieben Schwerter…
Ein Symbol für Zerstörung und Leid.
Nun Stand sie davor, dies war es was ihr die Karten gezeigt hatten, der Untergangs der Hallen des Wissens.
Occumuliere nun gab es nichts mehr was zu Lehren wäre, außer dass viel Macht auch große Gefahr mit sich bringt, die Gefahr das die Macht sich auch irgendwann gegen sich stellen kann.
Fest zurrte der Wind an ihrem Kleid und wehte es auf und zog an ihm als wollte er sie von jenem Ort wegbringen.
Mit einem seufzen wendete sie sich von den Ruinen ab und suchte ihren Weg zurück zur Weggabelung.

Sie hatte schon gehört von den neuen Akademien die nun Rasch aufgebaut werden sollten.
Wollten doch die Magier Gerimors keine Schwäche zeigen und so bauten sie die neuen Hochburgen der Macht in die Luft hinein und erfüllten sie erneut mit der Magie.
Langsam schritt sie über die sandige Straße Richtung Varuna.
An einigen Bäumen sah sie die Aushänge hängen von denen sie erst vor kurzem Erfahren hatte.
Sie wurde gesucht…
Wie passend, gesucht von ihrem Herren, welcher seinen Besitz auf sie zu gelten versuchte.
Ein Magier welcher wohl jenen angehörte die man als Akorither bezeichnen könnte.
Was er von ihr wollte wusste sie nur zu gut.
Er forderte ihre Treue ein, sicherlich wollte er sie an ihrer Seite haben auf der Seite Alatars und auch kein Mittel würde ihn stoppen.
Zumindest keines was sie nun kennen würde.
Vorbei ging ihr Weg an dem nun neuen Haus in welches die Akademie des Phönixes sitzen sollte.
Sie wusste das sie niemals in jenes Haus einkehre würde um zu lernen…
Ihre Zeit des occumulierens war an ihr vornüber gegangen, hatte sie sich in eine andere Richtung entwickelt.
Sie würde sehen was ihr jener Weg bringen würde, doch hoffte sie, dass der Weg nicht jenen in den Tod einbringen würde wenn sie sich weigerte ihrem Herren zu folgen und sie sich nicht von ihm lossagen könnte.
Alsbald war sie am Orden angekommen und sah schon von weiten das Licht in ihrem Haus brannte.
Farion war wohl eingekehrt.
Und alsbald sah man die beiden liebenden, wenn man es so bezeichnen konnte, in der Küche sitzend sich unterhaltend über Dinge die nur für die Ohren eines Ordensmitglied waren.
Letast

Beitrag von Letast »

letast sitzt in seinem sessel und blickt auf die schatulle vor sich ehe er denn kopf zu seinen bludhunden erhebt und mit fester doch kalter stimme zu ihnen spricht

das werk ist also vollendet ... tirell zerstört .. findet denn lethyr und bringt ihn zu mir .... er wird wissen ...

als sich die türen schlossen spricht letast langsam weiter

was zu dun ist....

ehe er zu der schatulle greift diese dann behutsam öffnet und seine augen kurz zu glänzen beginnen
Finja Stenfjord

Beitrag von Finja Stenfjord »

[Für den Konvent des Phönix]


Finja trat in den Innenhof des Konvents und wäre beinahe über einen dort abgestellten Eimer Bauschutt gefallen, las sie doch gerade einen der fünf oder sechs Briefe, die sie in der Hand hielt. Mit dem Fuß schob sie den Eimer aus der Gefahrenzone, dann sah sie hinauf aufs Dach und entdeckte Feoras, der hoch oben mitten auf dem Dachfirst stand. Offensichtlich tat er das, was er in Finjas Augen immer tat – reden. Sein Opfer war diesmal der Zimmermannsmeister, der hilflos die Arme hängen lies, als sich der Redeschwall des Zauberers über ihm ergoß. Drüben am Teich stand Una, den Blick ebenfalls gen Dach gewandt. Vielleicht sogar mit den gleichen Gedanken, wie Finja sie hatte. So klein und unschuldig wirkend, musste Finja im ersten Moment den Impuls unterdrücken, das scheinbare Kind schnell an einen sicheren Ort zu tragen und den Magierstab mit einem Teddybären zu vertauschen. Doch sie rief sich schnell zur Ordnung – Una war Magierin, Zweigleiterin sogar und alles andere als ein hilfloses Kind.
Der Bau war soweit abgeschlossen, auch die Inneneinrichtung so gut wie fertig – bald würde es losgehen. Vom fleißigen Arbeiten der Handwerker zeugte schließlich nicht nur der Akademiebau, sondern auch der Stapel Rechnungen, den Finja in der Hand hatte. Oben auf lagen jedoch zwei weitere Briefe und wegen diesen Schreiben war sie hier. Sie winkte Feoras, der sich mit schlafwandlerischer Sicherheit auf dem Dachfirst umdrehte, um zu ihr herunter zu kommen. Una, die Feoras Abgang beobachtete, entdeckte Finja und kam ebenfalls zu ihr. Fehlte nur noch Calor. Die Zauberin sah sich suchend um und entdeckte ihn, als er gerade aus der Tür kam und ihm der Wind das weiße Hemd blähte. Das Jackett über den Unterarm geworfen, entdeckte nun auch Calor das Dreiergrüppchen und schlug mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht den Weg in ihre Richtung ein. Nicht zum letzten Mal schoß dabei Finja der Gedanke durch den Kopf, dass er einen exzellenten Kampfmagier abgegeben hätte....
Apropos Kampfmagier –
„Wir haben Post,“ verkündete sie den dreien, als sie endlich zusammen im Innenhof standen.
„Lucia Mascari ist bereits einen Tag früher als erwartet im Hafen von Berchgard eingetroffen und Vigo Drachman hat sich für morgen angekündigt.“
Una Llastobhar

Beitrag von Una Llastobhar »

.... Post! Sie würden bald ankommen. Würden lehren, Wissen weitergeben und ein neues Schutzschild bilden.


Ein weiterer Stein Hoffnung auf einer Ruine
.

Als wäre sie selbst nur eine aussenstehende Beobachterin registrierte sie, dass ihre Mundwinkel sich bei Finjas Worten leicht hoben und ein schmales, doch deutliches Lächeln auf den stetig bleichen Zügen. Die Akademie wuchs und strahlte in ihren Augen jetzt schon wie ein warmer Hauch Sonnenlicht auf winterkalter Haut, doch war sie noch da- die Trauer, Müdigkeit... Kälte.
Vermutlich lag es an den Alpträumen, welche sie noch regelmäßig des Nachts packten und im wahrsten Sinne des Wortes durchschüttelten.
Es lag zu viel unter dem Schutt begraben und verloren.

Benoit, noch immer hallte seine ab und an brummige Stimme in ihren Ohren wider und noch während er dann den ein oder anderen ruppigen Spruch von sich gab oder sich über ihr Erscheinungsbild amüsierte, so strahlten seine Augen warm, weise und väterlich. Sein Leben war mit dem Untergang Tirells in den letzten Staubwolken verweht.
Nicht anders traf das Schiksal Dan - guter, treuer Dan. Stets hatte er ihr auch die kleinste Notiz der Schüler nachgetragen und mit pflichtbewusster, nüchterner Präsenz die ausgerichteten Sätze jener exakt wortgetreuer von sich gegeben. Dann erst hatte er sich ein leichtes Lächeln gegönnt und für wenige Momente bildeten sich verschmitzte Falten an seinen Augen. Alles nur noch kohleartige Teilchen im Wind.
Hatte die sanfte, rotwangige Wirtin, welche bei Unas Besuch in der Küche jedes Mal die selbe Leier über das "dürre, kleine Ding" herunterlamentierte den noch etwas gespürt? Schmerzen, als sie von einem Moment auf den nächsten in Flammen stand? Oder war plötzlich einfach nur alles... vorbei?

Die Gedanken kreisten im Kopf, doch schwirrten sie immer um den selben Haufen Schutt und Asche, welcher einst ihre geheime Zuflucht, gleißender Hoffnungsschimmer und zugleich vertrautes Zuhause geworden war.
Ein weiterer Stich durchfuhr ihren Körper inmitten der Brust, als sie an diesem einen Wörtchen namens "Zuhause" nagte, denn mit ihm flackerte noch ein Gesicht vor dem inneren Auge auf: Malchir.
Wo war er? Er konnte nicht.... nein, sie hätte doch etwas gespürt, oder... wo verflucht nochmal war er? Seine Stimme war die volltönenste in ihrem Kopfe, dabei hatte sie ihn selten laut erlebt, sondern stetig voller gewitzter Weisheit, frecher Wahrheit und sprühendem, dunklen Charme. Seine Abwesenheit bohrte ein Loch irgendwo im Zentrum des jungen Körpers.

Die Frage nach dem wohin hatte sie noch zusätzlich gequält. Was würde aus ihren Schülern werden, welche sie nicht nur für begabt gehalten, sondern lieb gewonnen hatte!? Plötzlich waren es Entscheidungen, welche sie hin und herrissen. Launen und Stimmungsschluchten hatten sie nach unten gezogen- wie ein alter Lumpen. Einen wortlosen Dank sandte sie hierbei an Ving und ihre Familie, welche ihr zur Seite gestanden hatten und sie langsam auf einen bizarren Weg voller Abgründe schickten. Einiges hatte sich auf diesem Pfade an ihre Seele, ihr Gemüt und auch das Wesen gehaftet und ein großes Stück Unbeschwertheit fiel dem Untergang Tirells zum Opfer.

Doch nun... sie sah das kleine Licht, welches ihre Augen wieder auf die glitzernden Dachziegeln richten ließ, spürte Finjas, Calors und Feoras tatkräftige Energien, welche die innere Müdigkeit langsam Stück für Stück aus den Gliedern jagten.

Schutt und Asche... Geburtstätte eines wahren Phönix...


Sie hatte sich erneut gewandelt, verändert und wusste, dass ein Teil des Verlustes nie in die Ecke der Vergessenheit gesteckt werden konnte, aber da stand es in den ersten Zügen- das Gebäude und dort stand sie nicht alleine.

Ein weiterer Stein Hoffnung auf einer Ruine
.
Ithamar

Beitrag von Ithamar »

Es gereichte nicht unbedingt zu großer Begeisterung mit anzusehen, wie sich nach und nach alle Säulen des Reiches und des Glaubens als Seifenblasen erwiesen. Varuna, eine Stadt die öfter in Asche lag als im Glanz zu erblühen, das im Hinterland als sicher vermutete Berchgard, in Blut getränkt, die Königin, wie ein Fisch gefangen und erschlagen, die Schreine der Göttin, geschändet, die Erztemplerin, mit einem Bauerntrick gelockt und geblendet. Dazu gesellte sich noch die eklatante Schwäche der großen Gilden und Zusammenschlüsse, wie der Allianz des Lichts oder des Ordens der Temora, deren Gemeinschaften sich kaum erneuerten, sondern einem schleichenden Aussterben unterlagen. Den eigentlichen Wurm im ohnehin schon faulen Apfel mochte man im Reich oder unter den Templern suchen, vermutlich war er in beiden zu finden, denn dort wo die große Synthese aus Reich und Klerus nicht mehr funktionierte, da konnte auch nichts gedeihen, da ernährte sich höchstens noch hier und da ein Parasit von den schwer verdaulichen Überresten und schrieb sich Ideale und Leitsprüche auf die Fahne, die keine große Überzeugungskraft mehr besaßen. Jedenfalls kleideten sie ihn in eine prächtige Livree und erzeugten den schmeichelhaften Eindruck, dass der Wurm am Apfel noch das prächtigste sei. Zweifellos war er fett und hübsch, verglich man ihm mit seiner verfaulten Heimstatt, und reizte dazu an zu übersehen, dass am Ende doch er es gewesen war, der zu verantworten hatte, dass es mit der einst rosigen Frucht so weit gekommen war.

Derartige – oder zumindest so ähnliche – Gedanken plagten auch den Templer, so dass er sich ein wenig wie der Wurm vorkommen musste, der hier in ganz unrühmlicher Form geschildert wurde. Denn wie anders ließen sich all diese Brüche und einschneidenden Ereignisse erklären als durch eine mangelnde Kraft und Verbreitung des Glaubens. Nur war niemand anders dazu auserkoren den Hort des Glaubens und der Hoffnung auszumachen als der Orden der Templer. Nun sagt man allgemein in einigen Sprichwörtern, auf den genauen Wortlaut sei hier verzichtet, dass nur auf einer starken Wurzel ein starker Spross gedeihen könne. Fand man also nur eine geringe Verbreitung des Glaubens und der göttlichen Gewissheit unter den Menschen, dann lag es nahe darauf zu kommen, dass an der Wurzel etwas faul sein musste. Die Wurzel nun aber war der Orden und das war das Dilemma. Denn im Grunde war man es am Ende doch gewohnt sich als letzten Rückhalt, als Grundfeste und als treuesten Diener der Göttin zu betrachten. Eine Deutung die nur geringfügig im Einklang stand mit der Tugend der Demut. Sich nun aber gerade anders herum als eigentlichen Schwächepunkt zu betrachten, das war für den Templer eine zumindest in Ansätzen neue Erfahrung und so mutete es nicht verwunderlich an, dass er an dieser Problemstellung eine zeitlang zu nagen hatte. Schließlich stand in Aussicht, dass auch er sich - oder vielmehr der Orden der Templer als Ganzes - als Seifenblase erweisen würde und mit derselben Klanglosigkeit platzen wie vieles andere, sobald sich Gelegenheit dazu böte. Ein Bild das nur auf den ersten Blick hin amüsant erschien.

Der Orden der Magier zu Tirell nun hatte es vorgemacht und reihte sich sang- und klanglos in die Liste der fehlgeschlagenen Reichsstützen ein. Mit einem prächtigen Knall, den niemand im genauen nachvollziehen konnte, hatte sich das Gebäude des Ordens in Luft aufgelöst und mit ihm hatte sich der gesamte Orden als leeres Gehäuse aufgetan, nicht inhaltsreicher als die vertrocknete Puppenhülle eines längst geschlüpften Schmetterlings. Nun stand es noch zu fragen, welche Art von Schmetterling dieser vormals trägen Raupe entfleucht war, ob ein Kaisermantel, eine gefräßige Motte oder ein Nachtschwärmer. Vermutlich ein wenig von allem und das war es, was dem Templer in dieser Hinsicht nicht gerade das Herz beflügelte. Nun wo sich die Magie wieder unkontrolliert und unbeherrscht unter die Menschen – und andere Wesen – mengte, stand zu erwarten, dass auch sie alsbald wieder in falsche Hände geraten und ungute, bedrohliche Auswüchse ausbilden würde und so eine weitere Gabe der Muttergöttin abermals der Pervertierung und dem Missbrauch preisgegeben sein würde. Ein weiterer Rückschlag also, den man in die Reihe der zeitgenössischen Fehlschläge einordnen konnte. Anders als der Tod der Königin oder die Zerstörung Varunas, Ereignisse die zwar allesamt traurig und beunruhigend waren, aber hinsichtlich des Götterkrieges nur winzige Momente ausmachten, stand nun eine Sache auf dem Spiel, die durchaus schwerwiegendere Folgen zeitigen könnte. Es blieb abzuwarten was sich ergeben würde. Nur eine Wandlung zum Guten hin, die erschien zumindest in den Augen des Templers vorerst unwahrscheinlich.
Finja Stenfjord

Beitrag von Finja Stenfjord »

Der Wind am Landungssteg von Berchgard spielte mit Finjas Haar, zauste und verknotete es und versäumte auch nicht, ihr den feinen Stoff der Magierrobe um die langen Arme und Beine zu wickeln. Neben ihr standen Calor, Una und Feoras. Sie alle beobachteten voll freudig gespannter Aufmerksamkeit das Anlegemanöver der Seestern. Schließlich wurde der Landungssteg heruntergelassen und die Passagiere gingen an Land. Finja ließ den Blick über die Reisenden schweifen und versuchte zu erraten, wer von ihnen wohl Vigo Drachman war. Vielleicht der Hühne dort drüben mit der langen Mähne? Oder doch eher der Schlanke, Drahtige mit dem großen Koffer? Nein. Als sie spürte, wie der Blick eines Glatzkopfs mit gepflegtem Bart und strenger Miene auf ihr ruhte, wandte sie den Kopf. Der Blick hielt für Sekunden und dann war klar - das war Vigo Drachman. Eine kaum merkliche Berührung des Armes lenkte nun auch Calors Blick auf den Glatzkopf, der nun die wartende Vierergruppe ansteuerte. Nur mit Mühe unterdrückte Finja den Impuls, vor dem Kampfmagier zu salutieren, als dieser mit einer abrupten Bewegung vor ihnen stehen blieb und - begleitet von einem knarrenden, harten Akzent - das Wort an sie richtete. Calor übernahm die Begrüßung und Vorstellung, es wurden einige Worte und Höflichkeiten gewechselt. Finja lächelte, der Lehrerstab des Konvents des Phönix war komplett - fast.
Einige aufgeregte Männerstimmen von anderen Ende des Kais drangen bis zu ihnen herüber und die nunmehr fünf Personen unterbrachen ihr Gespräch und wandten sich erstaunt der Quelle des Lärms zu. Erstaunlich war es in der Tat, was sie dort zu sehen bekamen. Fünf oder sechs der Hafenarbeiter überschlugen sich förmlich vor Unterwürfigkeit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, kratzbuckelten und dienerten und buhlten um jedes Gepäckstück, welche das Zentrum ihrer ganzen Aufmerksamkeit um sich verteilt hatte. Und das war in der Tat viel Gepäck. Wie die Königin über einen Bienenschwarm stand Lucia Mascari inmitten ihrer Helfer und dirigierte sie mit Gesten und Handbewegungen, geizte dabei nicht mit Augenaufschlägen ihrer von langen, schwarzen Wimpern gesäumten Augen. Sie war schön, sehr schön, stellte Finja fest. Der Stoff ihres Kleides paßte perfekt zu Haar und Teint, die Augen funkelten und strahlten mit weißen Zähnen um die Wette. Sie war stark geschminkt, dicke schwarze Linien schufen ware Katzenaugen, der Mund wirkte sinnlich voll unter seiner roten Farbe und ein kräftiges Rouge ließ ihre Wangen erglühen. Die schlanke Figur erinnerte an den Körper einer 20 jährigen und doch wußte Finja, daß sie wesentlich älter sein mußte. Noch einige Jahre älter als sie selbst. Die Illusionistin war seit vielen Jahre gern gesehener Gast in den höchsten adligen Kreisen des Festlandes, unzählige brisante Affären wurden ihr nachgesagt.
Finja war in die Betrachtung von Lucias langem, schwarzen Haar vertieft, als die Illusionistin das Grüppchen bemerkte und zu ihnen herübergeschwebt kam. Calor sofort als den Führer der Zauberer ausmachend, sankt sie dem verdutzten Erzmagier regelrecht in die Arme, um ihn hernach mit Küßchen rechts und links auf die Wange zu begrüßen. Auch die anderen wurden dieser Begrüßung zuteil, Feoras lief rot an, Vigo Drachman reagierte mürrisch und Finja selbst wußte gar nicht so genau, wie sie nun reagieren sollte. Glücklicherweise wandte sich Lucia auch sofort Una zu und überschüttete auch sie mit einem herzlichen Schwall Willkommensküßchen.
Zufrieden hakte Finja im Kopf einen weiteren Punkt auf ihrer Liste ab.
Der Lehrerstab des Konvents des Phönix war komplett.
Calor von Gryffenhorst

Beitrag von Calor von Gryffenhorst »

Vigo Drachman verdrehte die tiefschwarzen Augen. Gewiss legte auch der Kampfmagier auf äußerste Sorgfalt im Umgang mit Zauberzeichen wert, aber was die Mascari da trieb … tief Durchatmen, Vigo.

Calor von Gryffenhorst konnte sich ein dünnes Lächeln nicht verkneifen, als er den Gesichtsausdruck des breitschultrigen Kampfmagiers sah. Er konnte nur zu gut nachvollziehen, daß der Kollege den tieferen Sinn hinter Lucia Mascaris jüngster Operation vermißte. Zugleich mußte er sich aber auch – bei aller Liebe zu einer anderen – eingestehen, daß die Illusionistin einen überaus appetitanregenden Anblick bot, wie sie sich so vorbeugte, den vom blauen Seidengewand verhüllten, vollen Po ein wenig ausstellend. Sollte sie also fortfahren.

Natürlich hatte sich die Mascari nicht wirklich etwas bei ihrer aktuellen Pose gedacht. Sie hatte sich nur vorbeugen wollen, um mit einem Pinselchen und einem Tiegelchen die Kanten der frisch von Calor gezogenen dunkelblauen Runen mit weißer Farbe zu säumen. Mochte es sein, daß das Zauberzeichen auch ohne diese ästhetische Pedanterie wirksam war – schöner sah es allemal aus, wenn sie erst fertig war … Männer hatten dafür leider so wenig Verständnis.

Nach einer Weile waren die Vorbereitungen abgeschlossen und die drei Erzmagier betrachteten zufrieden ihr Werk – wenngleich die, wie stets, grimme Miene des Kampfdozenten nicht unbedingt auf eben diese Zufriedenheit schließen lies. Die Runen waren korrekt gezeichnet – und „jetzt auch viel schöner als zuvor“, wie Lucia glockenhell vernehmen ließ – und bereit, Zauber aufzunehmen. Man hatte sich darauf geeinigt, kein großes Aufhebens um die unterschiedlichsten Möglichkeiten davon, was in einem Übungssaal für angehende Magier alles schiefgehen mochte, zu machen. Mit Primärenergie geladene Runen und Aktivierungsschlüssel für contramagische Feldkräfte würden größere Schäden verhindern – und dafür sorgen, daß kein irrgeleiteter Feuerball aus dem Fenster zischte und furchtsamen Varunesen einen guten Grund für diese Furcht gab.

Es wurde still im Übungssaal. Jeder für sich stimmte sich, alle drei gemeinsam stimmten sich auf das Lied ein und horchten nach dem schwachen Klang der noch unverzauberten Runen. Für die weltlichen Augen von Außenstehenden unspektakulär vollzog sich die Runenverzauberung – und wäre nicht der Mascari zu eigen, stets ein wenig Glamour walten zu lassen, so hätte hinterher nicht einmal das irisierende Schimmern der Runen sichtbare Zeugnis dafür abgelegt, mit welchen Urkräften die drei Zauberer die schmucken Zauberzeichen verbunden und aufgeladen hatten. Wer immer nun versuchte, im Übungssaal das Lied der Eluive zu hören, dem konnte das dezente, unaufdringliche Summen der Runen in den vier Himmelsrichtungen nicht entgehen – bereit, mit astralem Rauschen jede zu große, zu gefährliche Zauberhandlung zu Bannen und zu Neutralisieren.

Zufrieden lauschten die Geister der Zauberer auf das frisch gewobene Werk. In der wirklichen Welt nickten sie einander zufrieden zu, und selbst Drachmans Gesicht zierte dabei die Andeutung eines Versuchs eines Lächelns. Gemeinsam verließen sie den Übungsraum – gleich seiner Bestimmung war das Runensetzen hier eher eine Übung gewesen. Es gab noch andere Räume, die zu sichern wirklich von Bedeutung war. Calor von Gryffenhorst ging als erster die Treppe hinunter …
Ving Wyllen

Beitrag von Ving Wyllen »

Ein Durcheinander, Chaos in seiner wunderbarsten Form und er - mittendrin.
Eigentlich hatte er, Ving Wyllen der junge Alchemistenlehrling mit einem Hang zur bitteren Süffisanz und unverholenem Sarkasmus, es nicht für möglich gehalten, dass gerade ihm nun der Fall der Akademie so den Boden unter den Füßen wegziehen würde. So hatte er sich gesträubt, so hatte er versucht zunächst gegen diesen Weg als junger Schüler der Gabe anzukommen und nun, nun fühlte er ein endloses Loch vor seinen Füssen entstehen und hatte das ungute Gefühl, dass er nicht wusste wohin er sich noch wenden konnte... oder nun wenden sollte.

Tirell war also nur noch ein Haufen Schutt und Asche, durchzogen von den letzten glühenden Brocken Gestein und ein wunderbarer Nährboden für dunkle Ausgeburten und wildgewordene Feuerelemente.

Aus der Ferne betrachtete er nun das traurige Schauspiel an jener Stelle, der laue Sommerwind fuhr durch sein wieder einmal bizarr verfärbtes Haar und brachte die albernsten Gespräche der Recken, welche sich den Unwesen entgegenstellen wollten, herüber. Kopfschüttelnd resignierte er seufzend und seine Schritten trugen ihn doch eher rasch vom Ort des traurigen Schauspiels fort.

Tirell war im wahrsten Worte gefallen und die Ruinen dort zum Abenteuerplatze für Wahnsinnige und Halbstarke verkommen.
Doch sie, jene welche hier einst eine Zukunft hatten- wohin pilgerten sie nun?

Langsam hob sich seine Brust und mit nun deutlich geraderer Haltung schritt er nun den staubigen Weg entlang - in etwa die Richtung nach Bajard, das Ziel war deutlich und klar gefasst. Mit dem Gedanken daran hob sich Sorge von seiner Schulter und machte dafür genügend Platz für ein selbstsicheres Lächeln. Das Kinn wurde leicht gereckt und das bodenlose Loch begann zu schrumpfen.

Es tat ihm so unendlich leid, dass doch ein Grossteil der jungen Schüler nun wohl auf der Straße sitzen und dieses grässliche Loch betrachten musste, aber er... nunja, er hatte das Glück, dass es noch immer einen ungemein starken Verband gab. Mentalmagier und in seinem Falle- die Illusionisten.
Weder Aldred noch Amphion waren nach dem Ende tatenlos umhergesessen und hatten still lamentiert. Sie hatten gearbeitet, geschaffen... darin waren sie alle doch so gut. Doch diesmal war es kein Luftschloss, kein Traumgebilde, sondern kalter, fester Stein, welcher ihnen eine neue Heimat, ein neues Licht und Hoffnung gab.

Die Gestalt in den graublauen Gewändern trieb den Schritt ein wenig mehr an und fast beflügelten ihn die Gedanken an seine Mitstudiosi, Lehrer und auch jene, welche er nun als Leiter des neuen Platzes betrachtete, noch etwas mehr, bis er zuletzt das Ziel erreichte.

Steingebilde, Wirklichkeit und Zauber für eine neue Gemeinschaft namens Traumbildner, Verzerrer... Mentalmagier und Illusionisten:

Die Academia Arcana


[img]http://www.osho.com/magazine/tarot/picCards/zen021BeyondIllusion.jpg[/img]
Feoras de Jagotin

Beitrag von Feoras de Jagotin »

"Ein imposanter Anblick, wir haben wahrlich gute Arbeit geleistet." murmelte er leise zu sich selbst, als er - gehüllt in seine feinsten Stoffe - auf das vollendete Konventsgebäude langsamen Schrittes zuging.

Die unzähligen Stunden der Arbeit, des Verhandelns, der Aktenbearbeitung... all dies schien in diesem Moment vergessen und nur ein geringer Preis zu sein für das, was nun endlich vollendet ist. Das Gebäude des "Konvent des Phönix" war sicherlich nicht so entscheidend wie die Gemeinschaft, die dahinter steht. Doch ist es ein Sinnbild für den "Startschuss", der nun gefallen war, oder vielmehr an diesem Abend fallen sollte.
An den verschlossenen Pforten des Konvents angekommen, bemerkte er beschämt, dass er der letzte war. Calor und Finja waren schon da, ebenso eine ganze Traube von Llastobhars.
"Ah, Herr Jagotin, sehr schön. Dann können wir ja beginnen, die Magnifizenzen Mascari und Drachman werden heute Abend leider nicht beiwohnen können, sie beziehen gerade ihre neuen Zimmer." - Lucia und Vigo nicht dabei? Nunja... auf der einen Seite äußerst schade, aber auf der anderen Seite könnte sich Feoras wirklich etwas schlimmeres vorstellen, zumindest was Vigo Drachman anbelangt. Doch niemand verschwendete in diesem Moment viele Gedanken an die beiden abwesenden Priore, war doch ein jeder froh, dass sie ihren weiten Weg zum Konvent gefunden haben. Und Feoras wusste, wie vielleicht jeder anwesende Magier, dass sie gemeinsam mit Calor schon die wichtigste Arbeit vollbracht haben. Die Veränderungen im Lied, die im Übungsraum vorgenommen wurden, waren kam zu "übersehen" - und Feoras wusste auch, dass es Räume gab, deren Sicherungen weitaus wichtiger und besser noch waren, aber über so etwas spricht man nicht.

Nachdem Calor sich dann bei allen festen Konventsmitgliedern versichert hat, dass er mit dem Ritual beginnen dürfe, tat er das auch. Ein sehr altes, auf den ersten Blick einfaches, und dennoch unglaublich tiefgründiges Ritual. Die anwesenden nicht-Magier waren wohl mit der Bedeutung der gesprochenen Worte und vollbrachten Taten etwas überfordert, doch auch ein Gelehrter kann lange dafür brauchen, zu erkennen, was dort wirklich passierte.

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Es war vollbracht - fast. So saßen sie nun alle gemeinsam in dem großen Unterrichtssaal in der oberen Etage des Konventgebäudes. Calor hat das Ritual des Suchenden, in diesem Fall Leith Llastobhar, wie nicht anders erwartet, mit genau der Bedeutung versehen, die es benötigt. Finja erbrachte die einer Erzmagierin würdige Darbietung einer elementaren Beschwörung im Innenhof der Akademie und Feoras selbst machte den Bedeutungen der "Luft" alle Ehre und sprach direkt einen ganzen Schwall weiser und mahnender Worte über Vorbilder, Wissen, Gemeinschaft, Lernen und Lehren zu den Anwesenden. Und auch wenn Una Llastobhar nicht in den Ritualen Aktiv mitwirkte, so war ihre Anwesenheit alleine schon bedeutsam genug, ist sie doch die Priora der Beschwörungsmagie.
Und dort saßen sie nun, der Luftmagier hatte gerade sein Ritual beendet und die Konventsmitglieder haben auf seine Frage hin der Eröffnung des Konvents zugestimmt.
"So habe ich die große Ehre Euch, Prior Princeps Calor von Gryffenhorst zu Riddmansfluren und Wetterbruch, mitzuteilen, dass die Gemeinschaft mit der Eröffnung des Konvents einverstanden ist und Euch diese Ehre überlässt." - geflügelte Worte, aber sie verfehlten nicht ihr Ziel. Der Erzmagier nickte, die Gesellschaft begab sich vor das Akademiegebäude und in einem letzten Akt sinnbildlicher Taten öffnete Calor mit einem starken Ruck die Pforten der Akademie vor den Augen der Anwesenden.



"Der Konvent des Phönix ist ab sofort ge- und eröffnet für alle, die Wissen suchen und teilen wollen, für alle, die es zum Wohl der Gemeinschaft einsetzen wollen!"



"Amicus certus in re incerta cernitur"
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