Albert Schweitzer
Sie musst so kämpfen nicht komplett ihre Kontrolle zu verlieren und ihm alles an den Kopf zu werfen, was sie fühlte, dachte, hasste.....einfach alles, jene komplette Wut welche sich die letzten Wochen angestaut hatte. Drei Tage hatte sie gebraucht um diese Katze zu suchen und er hat nicht einmal ansatzweise das benehmen sich zu bedanken, nicht einmal annehmen wollte er sie! Er hatte es nicht anders verdient als in Ketten zu liegen und wäre sie jene welche ihn dort hingebracht hätte...würde ihm nicht eine solche Nettigkeit entgegen gebracht werden, nein sie würde ihn nicht nur mit der sanftheit der Federn kitzeln. Küken, wie ein kleines Mädchen behandelte er sie, sie war kein kleines Mädchen mehr, nicht einmal die Hälfte der Frauen auf dieser Gottverdammten Insel konnten ihr das Wasser reichen, zumindest nicht was ihren Wissensdurst anging und was sie für ihr Alter schon in sich trug...an Wissen.
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Der Atem geht schnell, die Augen sind zu schlitzen verengt und die Lippen verbissen aufeinander gepresst. Das erste mal vermag man nur eine Ahnung aufbringen können welche Wut gerade in ihr kochte und welch Kraft sie aufbrachte um jene nicht in die Welt hinaus zu schreien. Mit einem Hauch Arroganz heben sich die Brauen empor und sie wendet sich in Richtung des Kamins. Jetzt als sie dort mit der Katze auf dem Sessel saß beruhigte sich ihr Wesen wieder, der Blick gleitet von einer gewissen Nachdenklichkeit durchzogen in Richtung des Feuers.
Wollte er sie nur schützen? Wollte er das sie geht, sich von diesem Ort entfernt? Erwartete er tatsächlich das sie ihn hier alleine ließ? Hätte sie es vielleicht besser in Angriff nehmen sollen, den Weg nach oben? Lediglich die Sicherheit das Ben sie hätte eh nicht gehen lassen holte sie auf den Boden der Tatsachen zurück.
Er wäre nicht ganz bei Verstand gewesen wenn er sie hätte gehen lassen, seine Frage war rein aus Höflichkeit, aber nicht ernst gemeint.....er konnte sie nicht ernst gemeint haben.
Sanft streichen die Finger in massierenden, gleichmäßigen Bewegungen durch das Fell der kleinen, hellen Katze welche sich mit ihren kleinen zierlichen Haupt in Richtung der jungen Frau drückt und zufrieden auf schnurrt. Das Augenpaar der jungen Frau verweilt noch immer in dem vor sich hin knisternden Feuer welches sich in schlängelnden Bewegungen um die Äste empor zum Kamingemäuer reckt. Wenn man genau hinhörte vernahm man gar das leise singen des Windes welcher am Ende des Kamins über das Loch fegt und dem Feuer frische Luft zum brennen gab...der Wind nährte es wie eine Mutter ihr Kind nährt ohne Luft würde es verkommen und ersticken.
Hätte sie sich besser um die Häuslichkeit gekümmert als hierher zu kommen, nun war sie eingesperrt mit zwei Männern welche sie beide nicht verstand, Denkweisen welche sie nicht immer ganz nachvollziehen konnte und Handlungen welche sie nicht in genau solcher Form ausgeführt hätte. Einen Magister.....Er war des Wahnsinns wenn er denken würde das Er das über sich einfach so ergehen lassen würde und danach nicht nach ihm suchen würde, egal was er vorhatte und egal wohin er gehen würde, Er würde ihn suchen und mit einer großen Wahrscheinlichkeit auch finden. Dann, wenn es soweit wäre das er gefunden war, würde er ihn am Leben lassen? Hätte er ihn töten wollen hätte er es schon getan und sie konnte sich bei Alatar nicht vorstellen das Er sich einfach so hat überrumpeln lassen. War es nur wieder eines seiner Spielchen? Wenn ja, was ist wenn es außer Kontrolle gerät? Nur eine falsche Handlung und er könnte ihm einen Dolch in den Hals rammen. - eine Handbewegung folgt und sie verzieht das Gesicht, so als würde sie versuchen den Gedanken wegzuwischen – Sie wollte weder das dem einen noch das dem anderen was geschieht, aber es war nicht ihr Kampf......war es nicht...oder? War es eine Probe Alatar's? Wollte er das sie zeigt auf welcher Seite sie steht? Sie wollte gar nicht daran denken das es eine sein könnte und wenn wäre sie sicher schon durchgefallen wenn dann hätte sie wohl Ben sogleich überwältigen müssen oder nicht? Vielleicht war es auch falsch so zu denken, vielleicht war es eher wichtig in ihm etwas auszulösen was ihn nach Alatar greifen lässt damit er endlich seinen Hass bündelt, seinen Hass.....welchen? Er sagt selbst das er ihn nicht Hasst, es war keine Rache was ihn dazu geführt hatte dies zu tun, doch sind wir ehrlich....wer macht so etwas wenn er keine Rachegelüste fühlt?
Das alles verwirrte sie und genau das war der Grund weshalb sie noch genervter war, sie hasste es keine klaren Antworten zu sehen und zu finden, sie hasste es wenn sie da hockte und einfach nicht wusste warum etwas nun genau so war.
Die Finger gleiten über die Wasseroberfläche und durchbrechen die glätte des Wassers, sanfte, gleitende Wellen zeichnen sich auf dieser ab.
In das Meer geworfen, lustig.....das war ein Humor welcher sie doch danach tatsächlich wieder schmunzeln ließ. Was wäre gewesen hätte er es tatsächlich gemacht? Er wusste was er tat, das musste sie ihm lassen, zumindest bis zu seiner Grenze des Horizontes die von Althan dabei nicht ein berechnet.....ihm war klar das er wenn er solches getan hätte, die Wut..nein den Hass gen ihn, nur noch mehr geschürt hätte. Wobei es sicherlich lustig gewesen wäre den Zorn zu sehen wenn ein Schmied hätte kommen müssen. - wieder huscht ein kurzes Schmunzeln über die Lippen ehe jenes auch sogleich wieder verebbt und ein leises Seufzen erklingt. – Es glich irgendwie einem inneren Kampf, einerseits wollte sie ihn frei sehen, andererseits schien er nicht die Interesse zu haben auch nur im Ansatz nach Befreiung zu schreien, sein kühler blick, seine trockene Art...oder war es Sarkasmus welcher aus ihm sprach und versuchte die Situation für seine Zwecke als gewollt hinzustellen? Noch immer beschäftigte sie auch der Gedanke weshalb Ben es nun eigentlich überhaupt in Angriff genommen hatte, was ihn getrieben hat war keine Liebe zum Detail oder Freunde daran jemanden in seinen eigenen Keller zu sperren. Nein sie war sich sicher das eine Art des Hasses dahinter steckte, denn immer wenn sie Fragte so antwortete er damit das es eine Reaktion auf das Verhalten von Althan war, sein stetigs Jagen nach ihm und den darauf folgenden Verletzungen, egal ob Körperlich oder Seelisch. Also war es Rache, zumindest in ihren Augen war es das. Denn würde er ihm verzeihen so wie er selbst sagt...den Kreis sozusagen durchbrechen, so hätte er ihn nicht in Ketten gelegt.
Männer......eine Welt für sich.
-Der Blick hebt sich an und sie lüpft die Brauen empor, musternd gleitet das Augenpaar über ihn- ....den Mann welcher sie in einen Keller geführt hatte und dort nun festhalten wollte so wie jenen welcher er an dessen eigenen Ketten gefesselt dort hielt. Fast schon eine Art der Ironie...sicherlich waren diese nicht dazu gedacht gewesen. - abermals huscht ein Schmunzeln über die Lippen, doch nur von kurzer Dauer- Schade das genau diese Situation eintreten musste, sie hatte nicht gewollt das er so von ihr erfährt.....nicht so und nicht jetzt. Nun wo alles Vertrauen zerschlagen am Boden lag, konnte sie noch immer nicht offen mit ihm sprechen, Althan hatte sie nicht bei Namen genannte, er hatte sie immer noch teils so behandelt als hätte er nicht sonderlich viel Interesse an ihr, es war also auch ihre Aufgabe jenes denken Aufrecht zu halten. So ließ sie wichtige Information einfach aus, Antwortete wie immer auf die ein oder andere Frage einfach nicht, überhörte sie. Auch wenn sie wusste das sie dadurch die Wahrheit nur aufschob, irgendwann würde er es erfahren doch war es Zukunftsmusik welche ihre Gedanken noch nicht all zu sehr in Anspruch nehmen sollten, es gab Wichtigeres!
Fesseln? Sie würde sich keinesfalls freiwillig in diesem Raum fesseln lassen, die Fluchtwege waren eh abgeschnitten und die Ketten konnte sie nicht lösen, nun sie könnte Ben beklauen und warten bis er einschlief.....etwas Wasser sollte wohl genügen ehe sie schlafen ging und die Aprikosen welche er ihr gab schmeckten vorzüglich. Um den Gedanken zu vollenden, Ben bestehlen wenn er schläft, das war eine Lösung. - das Glas wird emporgehoben, die Lippen öffnen sich, gerade so weit das das Glas an jene geführt werden kann und das Wasser ungehindert den Rachen hinab fließen kann. Da der Durst groß schien wurde jenes auch zügig geleert, als es wieder seinen Platz auf dem Boden findet heben sich die Hände empor und die Aprikose wird eingehend betrachtet und zwischen den Fingern hin und her gedreht.- Was...was ist das? Müdigkeit? - das niederschlagen der Augenlider welche von den langen Wimpern umspielt wird, vermehrt sich und immer wieder gleitet der Blick in eine Art Trance hinein, so als würde sie sich krampfhaft versuchen wachzuhalten. - Er hat sie....- Die Augenlider schließen sich, die Hand gleitet gen Boden, jene kleine runde Aprikose kullert in seine Richtung und macht zwischen Stuhl und ihm halt. Langsam aber sicher kippt der in sich zusammen gesackte Körper zur Seite und sie fällt in einen Schlaf ohne Traum. Einen Ruhezustand....weder Kräfte sammelnd noch zehrend....so als hätte man dem Körper jegliches Handeln verboten und dem Kopf jegliches Denken genommen.-
