Alle für einen...einer für alle

Gast

Beitrag von Gast »

Die größte Entscheidung deines Lebens liegt darin, dass du dein Leben ändern kannst, indem du deine Geisteshaltung änderst.

Albert Schweitzer


Sie musst so kämpfen nicht komplett ihre Kontrolle zu verlieren und ihm alles an den Kopf zu werfen, was sie fühlte, dachte, hasste.....einfach alles, jene komplette Wut welche sich die letzten Wochen angestaut hatte. Drei Tage hatte sie gebraucht um diese Katze zu suchen und er hat nicht einmal ansatzweise das benehmen sich zu bedanken, nicht einmal annehmen wollte er sie! Er hatte es nicht anders verdient als in Ketten zu liegen und wäre sie jene welche ihn dort hingebracht hätte...würde ihm nicht eine solche Nettigkeit entgegen gebracht werden, nein sie würde ihn nicht nur mit der sanftheit der Federn kitzeln. Küken, wie ein kleines Mädchen behandelte er sie, sie war kein kleines Mädchen mehr, nicht einmal die Hälfte der Frauen auf dieser Gottverdammten Insel konnten ihr das Wasser reichen, zumindest nicht was ihren Wissensdurst anging und was sie für ihr Alter schon in sich trug...an Wissen.


[img]http://fc00.deviantart.net/fs71/f/2012/151/0/6/ete_by_astridbergesfrisbey-d51rcvg.png[/img]

Der Atem geht schnell, die Augen sind zu schlitzen verengt und die Lippen verbissen aufeinander gepresst. Das erste mal vermag man nur eine Ahnung aufbringen können welche Wut gerade in ihr kochte und welch Kraft sie aufbrachte um jene nicht in die Welt hinaus zu schreien. Mit einem Hauch Arroganz heben sich die Brauen empor und sie wendet sich in Richtung des Kamins. Jetzt als sie dort mit der Katze auf dem Sessel saß beruhigte sich ihr Wesen wieder, der Blick gleitet von einer gewissen Nachdenklichkeit durchzogen in Richtung des Feuers.

Wollte er sie nur schützen? Wollte er das sie geht, sich von diesem Ort entfernt? Erwartete er tatsächlich das sie ihn hier alleine ließ? Hätte sie es vielleicht besser in Angriff nehmen sollen, den Weg nach oben? Lediglich die Sicherheit das Ben sie hätte eh nicht gehen lassen holte sie auf den Boden der Tatsachen zurück.
Er wäre nicht ganz bei Verstand gewesen wenn er sie hätte gehen lassen, seine Frage war rein aus Höflichkeit, aber nicht ernst gemeint.....er konnte sie nicht ernst gemeint haben.


Sanft streichen die Finger in massierenden, gleichmäßigen Bewegungen durch das Fell der kleinen, hellen Katze welche sich mit ihren kleinen zierlichen Haupt in Richtung der jungen Frau drückt und zufrieden auf schnurrt. Das Augenpaar der jungen Frau verweilt noch immer in dem vor sich hin knisternden Feuer welches sich in schlängelnden Bewegungen um die Äste empor zum Kamingemäuer reckt. Wenn man genau hinhörte vernahm man gar das leise singen des Windes welcher am Ende des Kamins über das Loch fegt und dem Feuer frische Luft zum brennen gab...der Wind nährte es wie eine Mutter ihr Kind nährt ohne Luft würde es verkommen und ersticken.

Hätte sie sich besser um die Häuslichkeit gekümmert als hierher zu kommen, nun war sie eingesperrt mit zwei Männern welche sie beide nicht verstand, Denkweisen welche sie nicht immer ganz nachvollziehen konnte und Handlungen welche sie nicht in genau solcher Form ausgeführt hätte. Einen Magister.....Er war des Wahnsinns wenn er denken würde das Er das über sich einfach so ergehen lassen würde und danach nicht nach ihm suchen würde, egal was er vorhatte und egal wohin er gehen würde, Er würde ihn suchen und mit einer großen Wahrscheinlichkeit auch finden. Dann, wenn es soweit wäre das er gefunden war, würde er ihn am Leben lassen? Hätte er ihn töten wollen hätte er es schon getan und sie konnte sich bei Alatar nicht vorstellen das Er sich einfach so hat überrumpeln lassen. War es nur wieder eines seiner Spielchen? Wenn ja, was ist wenn es außer Kontrolle gerät? Nur eine falsche Handlung und er könnte ihm einen Dolch in den Hals rammen. - eine Handbewegung folgt und sie verzieht das Gesicht, so als würde sie versuchen den Gedanken wegzuwischen – Sie wollte weder das dem einen noch das dem anderen was geschieht, aber es war nicht ihr Kampf......war es nicht...oder? War es eine Probe Alatar's? Wollte er das sie zeigt auf welcher Seite sie steht? Sie wollte gar nicht daran denken das es eine sein könnte und wenn wäre sie sicher schon durchgefallen wenn dann hätte sie wohl Ben sogleich überwältigen müssen oder nicht? Vielleicht war es auch falsch so zu denken, vielleicht war es eher wichtig in ihm etwas auszulösen was ihn nach Alatar greifen lässt damit er endlich seinen Hass bündelt, seinen Hass.....welchen? Er sagt selbst das er ihn nicht Hasst, es war keine Rache was ihn dazu geführt hatte dies zu tun, doch sind wir ehrlich....wer macht so etwas wenn er keine Rachegelüste fühlt?
Das alles verwirrte sie und genau das war der Grund weshalb sie noch genervter war, sie hasste es keine klaren Antworten zu sehen und zu finden, sie hasste es wenn sie da hockte und einfach nicht wusste warum etwas nun genau so war.

Die Finger gleiten über die Wasseroberfläche und durchbrechen die glätte des Wassers, sanfte, gleitende Wellen zeichnen sich auf dieser ab.

In das Meer geworfen, lustig.....das war ein Humor welcher sie doch danach tatsächlich wieder schmunzeln ließ. Was wäre gewesen hätte er es tatsächlich gemacht? Er wusste was er tat, das musste sie ihm lassen, zumindest bis zu seiner Grenze des Horizontes die von Althan dabei nicht ein berechnet.....ihm war klar das er wenn er solches getan hätte, die Wut..nein den Hass gen ihn, nur noch mehr geschürt hätte. Wobei es sicherlich lustig gewesen wäre den Zorn zu sehen wenn ein Schmied hätte kommen müssen. - wieder huscht ein kurzes Schmunzeln über die Lippen ehe jenes auch sogleich wieder verebbt und ein leises Seufzen erklingt. – Es glich irgendwie einem inneren Kampf, einerseits wollte sie ihn frei sehen, andererseits schien er nicht die Interesse zu haben auch nur im Ansatz nach Befreiung zu schreien, sein kühler blick, seine trockene Art...oder war es Sarkasmus welcher aus ihm sprach und versuchte die Situation für seine Zwecke als gewollt hinzustellen? Noch immer beschäftigte sie auch der Gedanke weshalb Ben es nun eigentlich überhaupt in Angriff genommen hatte, was ihn getrieben hat war keine Liebe zum Detail oder Freunde daran jemanden in seinen eigenen Keller zu sperren. Nein sie war sich sicher das eine Art des Hasses dahinter steckte, denn immer wenn sie Fragte so antwortete er damit das es eine Reaktion auf das Verhalten von Althan war, sein stetigs Jagen nach ihm und den darauf folgenden Verletzungen, egal ob Körperlich oder Seelisch. Also war es Rache, zumindest in ihren Augen war es das. Denn würde er ihm verzeihen so wie er selbst sagt...den Kreis sozusagen durchbrechen, so hätte er ihn nicht in Ketten gelegt.
Männer......eine Welt für sich.



-Der Blick hebt sich an und sie lüpft die Brauen empor, musternd gleitet das Augenpaar über ihn- ....den Mann welcher sie in einen Keller geführt hatte und dort nun festhalten wollte so wie jenen welcher er an dessen eigenen Ketten gefesselt dort hielt. Fast schon eine Art der Ironie...sicherlich waren diese nicht dazu gedacht gewesen. - abermals huscht ein Schmunzeln über die Lippen, doch nur von kurzer Dauer- Schade das genau diese Situation eintreten musste, sie hatte nicht gewollt das er so von ihr erfährt.....nicht so und nicht jetzt. Nun wo alles Vertrauen zerschlagen am Boden lag, konnte sie noch immer nicht offen mit ihm sprechen, Althan hatte sie nicht bei Namen genannte, er hatte sie immer noch teils so behandelt als hätte er nicht sonderlich viel Interesse an ihr, es war also auch ihre Aufgabe jenes denken Aufrecht zu halten. So ließ sie wichtige Information einfach aus, Antwortete wie immer auf die ein oder andere Frage einfach nicht, überhörte sie. Auch wenn sie wusste das sie dadurch die Wahrheit nur aufschob, irgendwann würde er es erfahren doch war es Zukunftsmusik welche ihre Gedanken noch nicht all zu sehr in Anspruch nehmen sollten, es gab Wichtigeres!


Fesseln? Sie würde sich keinesfalls freiwillig in diesem Raum fesseln lassen, die Fluchtwege waren eh abgeschnitten und die Ketten konnte sie nicht lösen, nun sie könnte Ben beklauen und warten bis er einschlief.....etwas Wasser sollte wohl genügen ehe sie schlafen ging und die Aprikosen welche er ihr gab schmeckten vorzüglich. Um den Gedanken zu vollenden, Ben bestehlen wenn er schläft, das war eine Lösung. - das Glas wird emporgehoben, die Lippen öffnen sich, gerade so weit das das Glas an jene geführt werden kann und das Wasser ungehindert den Rachen hinab fließen kann. Da der Durst groß schien wurde jenes auch zügig geleert, als es wieder seinen Platz auf dem Boden findet heben sich die Hände empor und die Aprikose wird eingehend betrachtet und zwischen den Fingern hin und her gedreht.- Was...was ist das? Müdigkeit? - das niederschlagen der Augenlider welche von den langen Wimpern umspielt wird, vermehrt sich und immer wieder gleitet der Blick in eine Art Trance hinein, so als würde sie sich krampfhaft versuchen wachzuhalten. - Er hat sie....- Die Augenlider schließen sich, die Hand gleitet gen Boden, jene kleine runde Aprikose kullert in seine Richtung und macht zwischen Stuhl und ihm halt. Langsam aber sicher kippt der in sich zusammen gesackte Körper zur Seite und sie fällt in einen Schlaf ohne Traum. Einen Ruhezustand....weder Kräfte sammelnd noch zehrend....so als hätte man dem Körper jegliches Handeln verboten und dem Kopf jegliches Denken genommen.-
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 26. September 2014, 11:37, insgesamt 2-mal geändert.
Althan Vylen

Beitrag von Althan Vylen »

Dunkelheit umgab ihn meist nur spärlich erhellt von dem matten Schein der Kohlefeuer in der Nähe, natürlich außerhalb weit außerhalb der Reichweite seiner Ketten. Er war ausgeruht und die Benommenheit hatte wieder abgenommen, dieser kleine Bastard hatte ihm wieder etwas in das Wasser hinein geträufelt, um ihn ruhig zu stellen... ihn unter Kontrolle zu halten.
Er hatte es geahnt und doch hingenommen.
Das Ringhemd aus Hexenstahl behinderte sein Eingreifen in das Lied fast vollkommen, bis auf einige spärliche Funken die wirklich niemanden einschüchterten, war er nur auf seine körperliche Kraft angewiesen und mit jener Betäubung konnte Ben sie bändigen.
Aber jene konnte er nicht einsetzen, da der Junge auf Abstand blieb, er wusste warum. Im Augenblick war er eher geneigt dazu die Hände um seinen Hals zu legen und ihm langsam die Luft zum Atmen zu nehmen, als noch einmal den Versuch zu wagen ihn zu bekehren.
Verfluchter Ostländer... und dennoch, hatte er es nicht so und nicht anders gewollt? Hielt er ihn wirklich für so dämlich ihm so leicht auf den Leim zu gehen? Er hatte noch nicht aufgegeben und wohl wollte er wohl an eigenem Leibe ihm aufzeigen was Worte bisher nicht vollbrachten. So leicht gab er nicht auf und selbst Katharina wunderte sich über die Art des Magisters. Na, wenigstens eine die ihn vermisst hatte seit drei Tagesläufen! Nicht einmal Sophie war aufgefallen, dass er sie nicht zum Morgenlauf abholte. Seit drei Tagen starrte er Löcher in seine Kellerdecke und übte sich in Untätigkeit, gefesselt an seine eigenen Ketten und beantworten von Fragen, mal passte es ihm mal nicht und er schwieg.
Ihm war langweilig und so waren ihm die Besuche von Ben eine willkommene Abwechslung... seine Fragen weniger. Da sahs sie nun dort und streichelte die kleine Katze, erwartete sie wirklich, dass er sie lobte, weil sie seine versteckte Botschaft nicht verstand? Die schlichtweg lautete... „Verschwinde hier!“, aber nein, das Kind meinte ihm helfen zu müssen. Bei Alatar und nun war sie auch noch hier gefangen. Vielleicht war es an der Zeit das Spielchen langsam zu beenden, bisher war es nur eine Sache zwischen ihm und Benjamin gewesen, nun kam noch die Schwester Thors dazu. Thor würde es nicht gefallen, dass er auf die Kleine so gar nicht aufpasste, wie Thor es sich vorstellte. Die Mundwinkel hoben sich zu einem schiefen Grinsen, Thor würde es nicht gefallen, wenn ein Mann zuviel Aufmerksamkeit der 'Kleinen' schenken würde.
Thor war auf Reisen und er hatte versprochen auf das Kind aufzupassen. Gut, ein Kind was langsam zur Frau erblühte, ein Hühnchen, ein Küken wie er sie nannte. In seinen Augen war sie nichts Anderes, eine von vielen Frauen die er hier kennen lernen durfte und die an seiner Gesellschaft interessiert waren. Was er ihr zugute halten musste war, dass sie lernte und das auch behielt sich weiter entwickelte, also eine vielversprechende Bewohnerin des Reiches, dazu noch seine Schülerin und damit stand sie unter seinem Schutz.
Er hatte seit er am Morgen erwacht war nichts mehr zu sich genommen was Ben ihn brachte, nochmals würde er es ihm nicht gelingen ihn in das Land der Träume schicken...
Gast

Beitrag von Gast »

Es klingt wie Musik in den Ohren, verzerrt, als wäre es der Rythmus des eigenen Lebens, des eigenen Seins...als wäre es der Rythmus jeglichem Gegenstandes, jeglichem Lebewesens...der Rythmus der Natur selbst.



Wie ein sich selbst formender Tropfen, aus einem Gefäß gefüllt mit göttlichem Bewusstsein heraus getropft und durch eben jenes verlassen eine Eigenständigkeit entwickelte, so fühlt man sich am Anfang des Lebens. Das eigene Bewusstsein dringt nicht über den Schatten des Horizontes heraus und jener Horizont beläuft sich auf das eigene kleine Wachbewusstsein...die des eigenen Tropfens.
Als wäre ich schon eh und je in einer Unvollkommenheit gefangen, immer wieder kurz davor aus jenem Kreis ausbrechen zu wollen um meine Unvollkommenheit zu vervollständigen. So vieles versucht um sich selbst zu finden, so vieles versucht um sich zu perfektionieren und dann....plötzlich erkennt man, das man nie getrennt war. Man war stets ein Teil des großen und ganzen, stets ein Teil des stetig vor sich hinsummenden Liedes, dieses abstrakten und doch so wunderschönen Lied. Lediglich mein eigener Geist verbarg es vor mir, mein Egoismus mir gegenüber meine Verschlossenheit zur Vollkommenheit.


Ich fühlte mich als würde man mich meines Atems berauben, als würde alles um mich herum in eine weite Ferne rücken, ein stetiger Impuls welcher sich jedesmal ein Stück weiter von mir entfernt. Dazwischen diese unwillkürliche Summen der Töne, die Trommeln welche ab und an die für mich fiktive Wirklichkeit durchbrachen. Es brach über mich herein wie eine Sinnflut welche alles was zwischen ihr und dem Ziel steht niederreißt. Es schmerzte, mein Kopf...meine Glieder, sie schmerzten als würden tausend Nadelstiche meine Haut berühren, sie brannte. Ihre Augen schmerzten, die helligkeit, die klarheit welche die Gegenstände angenommen hatten, das pulsieren der Aura welche von den beiden ausging. Sie wollte fliehen, sich vor den Eindrücken entfernen, es war zuviel, zuviel für ihren Verstand.
Müdigkeit....alles wird so sanft, so weich, keine grellen Töne, eher ein leises Summen, so angenehm als würde über eine Große strecke hinweg jemand die Harfe spielen und alles begleiten.
Schlaf....stille, ruhe.....angenehme Ruhe, wie früher.


Schau über den Fluss hinweg...
Erfasse den fernen Horizont...
Sieh das Universum, das außerhalb der Seele liegt...
Erschaue das Gesicht deines Gottes als wenn du in dein eigenes Antlitz blickest...
Bitte, finde dich selbst...
Bitte, entdecke deine Seele...
Bitte, leb die Welt jeden Tag.
Dr. Fritz


Es war die Wut welche sie dazu brachte, die Wut welche dafür sorgte das sie ihre Hand gegen wen erhob vor dem sie Respekt haben sollte, den sie auf eine merkwürdige Art und weiße nicht nur schätze sondern auch zu mögen schien. Ihre Schwäche welche sie zeigte, ihm gegenüber und er würde sie Schamlos ausnutzen, wie ein ein Aasgeier welcher immer wieder ins Auge der Leiche pickt um zum schmackhaften inneren des Kopfes zu gelangen. Es war nicht das erste mal das sie ihre Kontrolle verliert, nicht das erste mal das sie aus Zorn reagiert, aber diesmal war es eine Wut welche ihr die Kehle bis zur Unendlichkeit zuschnürte und keinerlei Beruhigung mehr entgegen wirken konnte. Seine Demütigungen war sie gewohnt, sie waren schon fast einem Alltag gleich, sie kannte es...es war ihr nichts fremdes zu gehorchen und sich unterzu ordnen um zu einem größeren Ziel zu gelangen, an Wissen.......Macht.....

Was für eine unschöne Situation, gerade er.... Wäre es irgendwer, dann wäre es ihr egal, aber ihn.....Ben....er war sich nicht bewusst in welchen Klauen er sich befand, leichtfüßig ging er dieses Wagnis ein und irgendwie schien er nicht einmal eine rechte Erklärung für sein Handeln zu finden. Sie Das beide das Wort 'Dumm' nicht in den Mund nahmen als sie die Wahrheit sprach war lediglich ein Zufall...sie merkte das beide es dachten. Ein Küken......ja das war sie, ihr Körper war jener eines Küken, jugendlich, nicht alt und gebrechlich...wobei er mit Sicherheit nicht im geringsten einer Gebrechlichkeit ähnelte...aber alt war er dennoch.

Ihre Hand erhoben, in einer immerzu gleichmäßigen Geschwindigkeit raßt jene auf seine Wange nieder, versuchend dort niederzugehen, sein Hand umfasst mit einer abartigen Schnelligkeit ihr Handgelenk, drückt sie nach unten, in jenem Moment als ihr zum Schreien zumute erstickt es ihre Stimme als würde ihr jemand für diesen Moment des Atems berauben. Unkontrolliert rein aus einer Emotion, dem Gefühl der Wut, des Hasses, greift sie in das Lied ein. Eine Windböe ist zu vernehmen, die Flammen im Kamin ziehen sich empor und scheinen an Kraft und Helligkeit zu gewinnen, als hätte man ihnen mehr Luft zum Atmen geschenkt. Wie Finger krallen sie sich die Steinwand empor, es knistert laut, hier und da lösten sich glühende, federleichte Glut Stücke welche schwebend, wie Blätter von Wind getragen, in Richtung der Sessel und des Felles gleiten um dort in aller Ruhe sich der Stoffe zu bedienen und sie nach und nach in das Element des Feuers zu verwandeln. Leise vor sich hin knisternd fressen sich die Flammen durch das Polster und das Fell, Haar für Haar, Garn faden für Garn faden......Flammende züngelnde Hände greifen in Richtung des Holzes des kleinen Tisches, als wollten sie versuchen die Flaschen dort mit in den Tod zu reißen. Der Rauch breitet sich im Raum aus, bereit die Lungen zu füllen und die Menschen welche dort unten ihr leben fristen.....gen Boden zu reißen.......
Es war als würde sie gefangen sein...sich nicht bewegen können.....eine Art der Atemlosigkeit........Dann kam sie...die Müdigkeit......



Was vor dir liegt und was hinter dir liegt, ist unbedeutend,
verglichen mit dem, was in dir ist.
Ralph Waldo Emerson

[img]http://fc05.deviantart.net/fs70/f/2012/320/a/2/vs_by_astridbergesfrisbey-d5l5ftt.jpg[/img]
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 28. September 2014, 00:16, insgesamt 4-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Ich habe viel über die Kinder nachgedacht, die mit ihren weißen Kieseln spielen und sie verwandeln: Sieh doch, sagen sie, dort marschiert ein Heer und dort sind die Herden: Der Vorübergehende aber, der nur Steine sieht, weiß nichts vom Reichtum ihrer Herzen.
Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste, Citadelle 


Wer behauptete das er wüsste wie die Menschen hinter ihren Silhouetten ticken, wüsste, wie genau ihre Gehirne funktionierten und ihre Synapsen aneinander gekoppelt sind....der Lügt, denn bei jedem Menschen, jedem Mann, jeder Frau...jedem Kind, ist es anders.
Jeder fühlt anders, jeder folgt einer anderen Denkweise und jeder hat seine eigenen Wünsche und Ziele. Ein jeder ist ein Individuum und man kann keinen Menschen mit dem anderen gleichstellen, auch nicht vergleichen. Selbst die Art ihrer Vorstellung, ihrer Phantasie, ihres inneren Wesens...ihrer äußeren Erscheinung...jede ist anders, jede hat andere Farbe, ein eigenes Lied. Es war als würde jeder seine eigene Melodie haben welche von dem Grundrhythmus geführt wurde und dort auf eine manchmal mehr und manchmal weniger gefestigte Art und Weise eingebracht war.
Meist vernahm sie nur Bruchstücke davon, gedämpft, weit weg von allem was ihr in jenem Moment als Real erschien. Es war als würde all das was geschieht all das was sie fühlt viel intensiver auf sie einwirken, viel Emotionaler, viel wütender....ihre Stimmung konnte von einem Himmelhoch jauchzend in ein zu Tode betrübt schweifen...oder von Hass in eine unendliche Vergebung gleiten...all das in einigen kurzen aufeinanderfolgenden Atemzüge.


Es verwirrte sie, dieses drückende Gefühl in ihre Kopf zermürbte ihr den Schädel und ließ oft für einen Bruchteil einer Sekunde ein speiüblen Geschmack im Munde zurück, so als müsste sie sich jeden darauffolgenden Wimpernschlag übergeben. Widerlich....
Liebster Bruder


Ich bin in Sicherheit, gedulde dich noch etwas, bald bin ich wieder hier.

Das Augenpaar schweift über die geschriebenen Zeilen, die Hand gleitet an die Schläfe und wieder fährt sie sich reibend-streichend über jene. Ein tiefes Einatmen erklingt ehe sie den Blick in Richtung Decke schweifen lässt.

Sie musste raus, sie hatte noch soviel zu tun, zudem waren all ihre Schreibunterlagen Zuhause, auf dem Schreibtisch und nun saß sie hier fest, bei ihm....einzig alleine die Bücher versüßten ihr den langweiligen und langwierigen Abend....von dem Schlafmangel ganz abgesehen.

Die Hand greift zu der Katze und sie setzt sich jene auf den Schoß, sanft gleiten die Finger kraulend über jene. Die andere, freie Hand, zerknüllt das Papier und schmeißt es in Richtung des Feuers.

Das er einfach abgehauen ist, es schien ihr selbst ja nicht wirklich abwiegig, hätte Er es sich doch denken können wenn er ihn schon frei lässt. Aber wie sagt man so schön: Was du wieder willst lass los, dann kommt es zu dir zurück geflogen. Vielleicht war es gut das er die Zeit hatte all das was er als Input bekommen hatte zu verarbeiten, über die Worte und Taten nachzudenken. Ja...vielleicht hatte es seine Gute Seite das er vorerst noch einmal in die Arme der Ketzer rennen konnte, mehr als Desinteresse konnte ihn dort eh nicht erreichen.

Wie sollte sie ihm etwas beibringen wenn er ganz woanders war?

Wieder greift sie zu einem Pergament um jenes zu sich zu ziehen, die Feder wird abermals in Tinte getunkt und langsam in schwungvoll geschriebenen Buchstaben füllt sie das zuvor leere Pergament mit Sätzen. Als jene Seite vollgeschrieben ist legt sie diese zu dem anderen schon dort verweilenden Stapel, ein sachtes neigen des Hauptes, wohl gar zufrieden.


Sie konnte wirklich nicht verstehen weshalb er sich so vor sich selbst verschloss, der Grund lag mit Sicherheit in seiner Vergangenheit.....tief in ihm drin wehrte sich etwas dagegen sich selbst zu verwirklichen. Dabei war er so nah dran sein Ich zu fassen.....
Noch schlimmer aber war das er sie einfach hier alleine gelassen hat, abgehauen wie eine Maus vor einer Katze flieht...das er aber dabei den Instinkt der Katze weckt, das schien ihm nicht bewusst. Er hat sie sitzen lassen wie ein Paket was man einfach mal so irgendwo abliefert! Ja genau das hatte er getan, dabei hatte sie ihm bei seinem Aufsatz geholfen, er hätte nicht einmal ansatzweise dieses Buch fertig gelesen und es verstanden....nein verstehen wollen!

Der Blick schweift zur Seite, die Augen dabei verengt, in Richtung der Flammen welche sich in sanften, knisternden Bewegungen den Kamin empor schlängeln. Ein verärgertes Schnaufen ist zu vernehmen, sogleich fährt die Hand wieder empor zu der Schläfe um jene in kreisenden Bewegungen zu massieren.

Dabei wollte sie ihm nur helfen, helfen zu verstehen, helfen zu sehen....ihm...

Sie versuchte sich so gut es ging von all dem zu entfernen, ihre Gefühlsachterbahnen in der momentanen Situation waren keinesfalls hilfreich, sie sorgten eher dafür das sie zu schnell an die Decke ging. Eine Gleichgültigkeit zu entwickeln war nicht gerade immer einfach, mit großem Respekt blickte sie dabei dem Magister entgegen welcher wohl genau jenes perfektioniert hatte. Sie hatte seltenst eine solche Gleichgültigkeit in einem Menschen gesehen, aber sie war noch jung, .sie hatte eh noch nicht viel vom Leben gesehen, sie war ein Küken, was erwartete man von solchen, putzen, kochen, nähen ,Kinder kriegen.......wobei all das nicht abwegig klang, aber es erfüllte sie nicht.....sie wollte mehr, sie wollte ihren Wissensdurst stillen. Jenen Wissensdurst welcher fast täglich anwuchs und fast unstillbar schien.

Und dann war da wieder Er, jener welcher ihr jegliche Beherrschung raubte und sie immer wieder auf den Boden zurück schmiss, nur um dann zuzusehen wie sie sich wieder aufrappelte um den Weg weiter zu gehen. Er sorgte dafür das sie ihn Hasste und ihm gleichsam dankbar war....denn er war da, er reichte ihr jene Hand welche sie gleichsam auch wieder losließ um sie fallen zu sehen, aber nur um sie dann wieder aufzufangen.


Was wir am nötigsten brauchen, ist ein Mensch, der uns zwingt, das zu tun, was wir können.
Ralph Waldo Emerson


Bild
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 2. Oktober 2014, 00:41, insgesamt 1-mal geändert.
Althan Vylen

Beitrag von Althan Vylen »

Oft hatte ich mich gefragt wie weit ich gehen konnte, was wenn sie einen Blick in ihre Zukunft werfen könnte und was sie dort erwarten würde. Ob sie bereit wäre diesen Preis zu zahlen? Oft erinnerte sie mich an meine kleine Schwester, die ich in Tetharion zurückgelassen hatte. Wäre sie bereit für all das Wissen was sie erhalten würde, in einem Käfig zu leben? So zu leben wie ich?
Sie würde niemals aufgeben, ich hatte lange nicht mehr an meine Heimat und meine Familie gedacht, nun jedenfalls nicht so intensiv, dass der Verlust ihrer Abwesenheit mich schmerzte. Ja ich vermisste sie alle und am Meisten meine kleine Schwester.
Gleich wie oft ich es versuchte sie abzuschütteln, als heranwachsender Junge spielte man eben nicht mit kleinen Schwestern, mit der Sturheit eines kleinen Maulesels folgte sie mir auf meinen Streifzügen durch unser Reich. Jungen können grausam sein und meine damalige Grausamkeit hätte fast das Leben meiner Schwester gekostet. Damals war ich dumm und ich sage immer noch nicht, dass ich heute klüger bin. Die Tracht Prügel meines Vaters hatte sich ordentlich gewaschen und in ihrem Blick war keine Verachtung nur Liebe und Bewunderung für einen großen Bruder, der sie damals nur als Last empfand. Doch die Jahre haben mich reifen lassen, ich konnte Erfahrungen sammeln und wurde sagen wir, weiser. Obwohl ich mich noch lange nicht wie ein alter Mann fühlte, aber ich wurde ruhiger, distanzierter oder ich hatte es perfektioniert niemanden sehen zu lassen was ich wirklich dachte...
Wo Andere sich in ihrem Glanz sonnten und sich auf ihre erreichte Position etwas einbildeten, eine Wesensänderung durchmachten, die schon 2 Tagesläufe nach einer Ernennung oder Weihe mich milde schmunzeln lies. Alles was wir tun, geschieht in seinen Namen und dennoch erweckte es in mir den Eindruck, dass Alatar für recht Vieles in letzter Zeit herbeigezogen wurde, um ihre Handlungen zu rechtfertigen um sich und ihr Gehabe und nicht Sein Ziel in den Vordergrund zu stellen.
Vielleicht wurde ich alt, vielleicht hatte ich aber auch erkannt, dass sich dieser Zyklus im Reich alle Jahre wieder aufs Neue wiederholte. Ich war es leid, diesem Zyklus zu folgen und wandte mich jenen Dingen zu, womit wir wohl alle im Konvent auf unsere Art Sein Wohlwollen zu erlangen hofften.
Die Ausbildung des Nachwuchses...


[url=http://postimg.org/image/w2ia4x8xv/][img]http://s29.postimg.org/w2ia4x8xv/2050_1_wandtattoo_goldener_kaefig_sprichwort.jpg[/img][/url]
Zuletzt geändert von Althan Vylen am Freitag 3. Oktober 2014, 18:56, insgesamt 2-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Neuntes Gebot
Dir zu dienen heißt keine Almosen oder Geschenke anzunehmen,
da nur mit eigenen Händen erarbeitetes vor Deiner Präsenz
bestand hat.

Sanfte, wärmende Sonnenstrahlen legen sich auf ihre Haut, umspielt jenen seicht küssend um langsam wiegend aus dem Schlaf zu erwachen. Die Augen blinzeln mit einem Hauch der Müdigkeit umher und wie gewohnt wird sie sich zur Seite drehen um aus dem Fenster zu blicken..doch....kein Fenster ist da! Im Halbschlaf hin und her tastend knautscht sie die Decke und setzt sich ruckartig empor, ein scharfes einziehen der Luft als ihr bewusst wird das sie nicht der ihr gewohnten Umgebung befindet. Erst nach einigen tiefen Atemzügen rückt sich das Bild zurecht welches sich ihr Bietet...geistig als auch vor dem Auge. Sie hatte doch aber nicht; ein Blick unter die Decke ehe sich Erleichterung breit macht. Sie war nicht so betrunken das sie das nicht mehr gewusst hätte, wobei sie auch nicht zu hundert Prozent sagen konnte ob das was sie wusste, alles war was essenziell wichtig war zu wissen. Ein leichtes Abwinken um die Gedanken hinfort zu wünschen Hatte er sie gestern allen ernstes gefragt? Nein das hatte er nicht, sicher hatte sie sich das nur......oder hatte er doch? Einigemale blinzelt sie auf, die Brauen ziehen sich zusammen und bilden so eine leichte Furche auf der Stirn. Sie musste los, Er wartete sicher schon, obwohl er sie eh büßen lassen würde...sie musste nachholen was sie heute morgen verpasst hatte und seinen Zorn beschwichtigen...irgendwie. Sich nur etwas richtend schreitet sie aus dem Zimmer heraus und blickt sich im leeren Raum um, er war nicht da, also der perfekte Zeitpunkt einfach zu verschwinden.
Gerade als sie die Schuhe in der Hand hält ist das Klicken des Türschlosses zu vernehmen, ein kühlerer Windhauch begleitet sein Eintreten, man spürte das die Natur sich langsam aber sicher auf den Herbst vorbereitete und die heißen Tage verabschiedete. Das Augenpaar schweift über ihn, wie er da steht mit den nassen Haaren und den ein wenigen Wassertropfen welche wie Perlen an der Haut haften um sich nur nach kurzem verweilen, langsam der Erdanziehungskraft hinzugeben.
Wieder folgt ein auf blinzeln und das Haupt senkt sich gen Boden um wohl seinem Blick eher auszuweichen. Die Hand fährt empor, sich einige Strähnen wegstreichend welche im Gesicht verweilen, ehe jene Finger sich mit der anderen vereinen und in der Ruhenden Position vor ihr zum stehen kommen. Hätte er nicht einige Wimpernschläge später kommen können? Dann wäre sie schon weg gewesen.

Nach kurzer Zeit als sie sich der Verabschiedung unterzogen hat welche relativ kurz ausfiel, eilte sie die Türe hinaus und lief in Richtung Heimat. In der Hand haltend in welcher....ein Kuchenstück? Niemals....es waren mehr als nur eins, dem Gewicht nach könnten es einige mehr sein, war sie zu dünn weil er sie mästen wollte? Ein Blick an sich herunter, den Gang etwas anziehend um schneller nach Rahal zu kommen blickt sie wieder nach vorne auf den Weg. Ja vielleicht war sie das, sie hatte nicht gerade viel auf den Rippen, durch den Sport definierte sie lediglich ihren Körper aber zunehmen war keinesfalls eine der Nebenwirkungen.

Als sie die Mauern der Stadt durchschritt blickte sie sich kaum um, lediglich die Wachen grüßte sie. Ihr Ziel war zuerst der Schreibtisch ihres Bruders, sie musste einiges nachholen. Während die Feder über das Pergament gleitet welches vom Kerzenschein erhellt wurde, gleitet die Hand zu dem Beutel welcher neben ihr verweilt, die Finger gleiten dort hinein um eines der Kuchenstücke zu sich zu nehmen und streifen innen drin etwas kaltes. Zuerst zieht sie erschrocken über das nicht erwartete Gefühl die Hand wieder zurück, doch als die Neugierde den Schreck überwindet und sich ihre komplette Aufmerksamkeit auf jenes lenkte, greift sie wieder hinein. Eine wunderschöne, zierliche Kette mit einem Anhänger aus geschwungenen Ranken welcher geformt ist zu einem K und mit Rubinen geschmückt wurde, verweilt in ihren Händen. Ein fast überrumpelter, verwirrter Blick ruht auf dieser Kette.
Ein Geschenk? Natürlich freute sie sich aber trotz allem warf es die Frage auf: Wieso? Eigentlich wollte sie sich wie eine junge Frau in ihrem Alter freuen aber jetzt...jetzt gerade in diese Situation...verwirrte es sie. Trotz all ihrer Verwirrtheit legte sie jene an ganz zaghaft und vorsichtig, als wäre es etwas wahnsinnig kostbares, die Finger...als sie sich lösen...streichen kurz sanft über den Anhänger. Als dann wohl die Hand frei ist um wieder hinein zu greifen entdeckt sie auch noch die Armreife. Nun bildet sich ein seichtes, sanftes Lächeln auf den Lippen und kurz vermag der Blick in den Augen etwas verträumtes anzunehmen, ganz wie die Augen einer von Jugend trotzenden die einer kurzen Traumphase nachhängt.

'Die Gebote....' Leise vor sich her murmelnd.
Sogleich setzt sie zum schreiben an, den Kuchen wohl nun vollends wieder vergessend, den Kopf über die Bücher gebeugt, die langen Haare legen sich anschmiegend um den Körper und die Finger der rechten Hand, spielen mit nachdenklichem Blick an dem Anhänger.
Durfte sie es einfach annehmen?

Achtes Gebot
Dir zu dienen heißt sich im Kampfe zu schulen,
denn jene unbelehrbaren Ketzer werden zur Ankunft
Deines Reiches auf Erden gerichtet werden.

Als sie am Abend, die Schrift war vorerst vollendet, zur Jagd aufbrach fand sie nur einen Teil ihrer Rüstung, sie hoffte einfach keinen zu treffen, dann würde wohl die Rüstung keinem schlecht aufstoßen............; zumindest hoffte sie es, Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Als der Weg von der Bank in Richtung Varuna jedoch von dem Antreffen ihres Lehrers unterbrochen wurde, war alle Hoffnung die sie zuvor hatte....dahin. Natürlich sprach er sie auf die Kleidung an.....natürlich....ansonsten zerstörte er sie, es soll bequem sein und nicht stören. Hier störte doch nichts oder?
- Ein kontrollierender Blick an sich herab – Nein es störte nichts, was also störte ihn daran? Schon wieder schaffte er es ihre Geduld auf eine Probe zu stellen, dabei hatte sie so lange geübt sich ihrer Gefühle stets herrschend zu sein. Tief durchatmen und weiter geht es....laufen...natürlich, wollte sie eh tun. Doch nicht in den Sumpf! Was war bei Alatar so schlimm daran wenn sie da nicht rein wollte? All die Übungen hätte man ohne Probleme auch an Land durchführen können, aber nein...der Herr Magister will das sie in den Sumpf geht. Wut kroch in ihr auf und sie konnte sich kaum noch beherrschen...als er sie dann packte und ihr noch seine flache Hand ins Gesicht schlug, da war all das was sie sich als gut einredete vorüber, sie kochte....nicht das kochen was Frauen am Herd tun....NEIN...sie kochte vor Wut und er wurde von Atemzug zu Atemzug unkontrollierter.

Zweites Gebot
Dir zu dienen heißt Gehorsam zu lernen,
denn aus ihm erwächst das Vertrauen sein Leben
in die Hände Seiner Geweihten zu legen.
Aus Gehorsam wird Vertrauen erwachsen.

Schlag ihn mit seinen eigenen Waffen.......Wissen. Naja, zu mindestens konnte man es irgendwie so ähnlich auslegen. Doch als er dann am Boden lag und sie erst jetzt realisierte was sie getan hat, war all die Wut verschwunden, Entsetzen machte sich breit...und Angst davor was sie tun sollte wenn er aufwachte.
Der Ärger, der Stress....ihr Kopf brummte wieder....'...was besseres fällt dir nicht ein?'
Nein..sie wusste nicht was sie noch sagen soll, sie hatte nicht ihre Handlung durchdacht, es ist einfach passiert, einfach so. Bei Alatar, was solle sie nur tun?


[img]http://33.media.tumblr.com/7d4011a546c37efe969ab998fa12cc16/tumblr_mn5unb7ZJv1s46h7fo3_400.gif[/img]

Sie hatte sich noch nie so Hilflos gefühlt, sie war völlig neben sich, absolut nicht Herr ihrer Sinne, kein Wort konnte ihrer Kehle entspringen und als er sich bewegte war sie kurz davor die Flucht zu ergreifen.....als sie dann jedoch den Zombie sah....

Nun hatte sie eine Schuld zu begleichen welche höher war als alles was sie bisher jemandem Schuldete, er hat für sie gelogen, sich selbst der Gefahr ausgesetzt....

Keine Wiederworte mehr...gehorsam musste sie sein, ihren Hass herunter schlucken und die Wut zügeln....und bei Gelegenheit wenn sie zuhause war auch den Matsch loswerden welcher an ihr klebt.

Zehntes Gebot
Dir zu dienen heißt sich völlig aufzugeben,
denn nur in Nileth Azur an Deiner Seite können wir
zur absoluten Vollkommenheit finden.

[img]http://www.ikirufilms.com/uploads/galerias/bruc13.jpg[/img]
Gast

Beitrag von Gast »

Das Kochen lernen, eigentlich war es nichts schlimmes, und es ging recht einfach denn sie konnte in aller Ruhe nebenbei ihre Bücher lesen, auch wenn diese etwas darunter litten....Fettspritzer...leichte Wellungen der Feuchtigkeit wegen. Aber nichts desto trotz, sie konnte die Dinge gleichzeitig tun was die Strafe doch etwas milder erscheinen ließ. Wobei sie das eh war, sie hatte mit viel schlimmerem gerechnet....vielleicht hatte sie ihn doch schwerer Verletzt als sie dachte oder aber....er änderte nun seine Technik....seine Art und Weise mit ihr umzugehen.

Ein tiefes Einatmen folgt, das Augenpaar eher sinnierend auf den Zeilen der Abschrift geheftet. Während ihres Lesens steigt ein Geruch von verbranntem in ihre Nase, die Augen weiten sich und eiligst wendet sich der Blick dem Essen zu.

'Mist! Ah.....wieso muss ich...' schmollend vor sich her brummelnd schiebt sie die Pfanne zur Seite und streicht sich resignierend über das Gesicht.

Es war einfach nicht ihr's....das kochen, nicht das sie es nicht konnte, natürlich konnte sie es....aber sie wollte sich lieber wichtigerem widmen. Sie war dankbar das er ihr schon beigebracht hatte wenigstens mit den neuen Sichten auf die Dinge anders umzugehen, das er ihr zeigt wie sie mit jenem Leben kann. Doch war es alles andere als leicht ihre Gefühle, wenn diese aufgebracht waren, zu beschwichtigen. Deshalb war es für sie so gut zu lesen, dort war sie abgeschnitten von der Außenwelt und konnte sich nicht über Dinge aufregen wie zum Beispiel....verbranntes Essen!


Wenn sie zurück dachte an jenen Abend dann überrumpelte sie noch immer ein Teil der Verwunderung über das was sie getan hatte. Nur zu gut konnte sie sich an das Gefühl danach erinnern, dieser plötzliche Schockzustand als er auf dem Boden lag und sie einfach nicht wusste was nun besser wäre, fliehen oder stehen bleiben? Sie blieb stehen und dennoch log sie ihn an, sie konnte nur hoffen das Ben nun nicht ihre Strafe mit tragen musste, immerhin hat er für sie gelogen. Warum überhaupt? Er hatte sich dadurch selbst einer Gefahr ausgesetzt, wieso hatte er nicht einfach gesagt das sie es war?

Und weshalb hatte er ihr keine Richtige Strafe auf gebürgt als sie nach langem hin und her endlich die Wahrheit sprach. Sie hätte ihn nicht anlügen sollen...nicht versuchen sollen ihn zu täuschen, vielleicht war er nun enttäuscht von ihr? Das wollte sie nicht. Eigentlich vertraute sie seinem Tun blind und wehrte sich aus jenem Grund so selten, doch diesmal.....sie konnte nicht anders es war einfach der richtige Moment. Auch wenn es vielleicht nicht unbedingt eine Sinnvolle Tat war...aber der Moment war eben Perfekt.


Leise ist das aufeinanderprallende Geklimper von sehr leichtem Metall zu vernehmen. Die Augen huschen zu den Armreifen. Sogleich lässt sie von der Küche ab und schreitet in Richtung Schreibpult, die Feder wird zwischen die Finger geklemmt und schwungvoll werden einige Worte das dort liegende Pergament füllen.


Wieso hast du es getan?

Ina

Wie immer rollt sie jenes Pergament zusammen und verseht es mit einem violetten Band aus Seide. Kurz darauf schreitet sie zur Bank, die Schürze dabei immer noch an und gar nicht darauf achtend das sie wohl einen recht Haus mütterlichen Eindruck erwecken wird wenn ihr wer begegnen sollte und gibt eben jenes Schreiben beim Botenamt ab.

Als sie die Türen des Hauses öffnete führte ihr Weg sie direkt zum Bett, die Schuhe auf die Seite stellend und ein Buch in die Hand nehmend, doch die Gedanken verweilten nicht lange auf den Zeilen.....der Blick nachdenklich irgendwo...im nirgendwo....

[img]http://1.1.1.1/bmi/media.tumblr.com/df9c7a751928f855dd65f206645f4bf3/tumblr_inline_mvwwww705y1rsud01.gif[/img]
Benutzeravatar
Benjamin Acalon
Beiträge: 185
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Ein einfacher Brief

Beitrag von Benjamin Acalon »

Als ich den Brief erhielt, verspürte ich zunächst so etwas wie einen Anflug von Freude. Von wem das Pergament kam, war mir gleich klar. Doch die Freude ernüchterte sich, als ich es aufrollte und nur einen Satz darauf sah.
Sie konnte mir sonst stundenlang das Ohr abkauen und nun bekam ich nur einen Satz. Erschwerend dazu kam, dass ich nicht einmal wusste, was genau ich denn nun wieder angestellt hatte.

Während ich Pergament, Tinte und eine Feder holte, kramte ich gedanklich in meinen Erinnerungen. Doch es blieb dabei, ich wusste es nicht.
Noch bevor ich zu schreiben begann, dachte ich darüber nach, wie sarkastisch meine Antwort ausfallen sollte. Letztendlich ließ ich meinem Zynismus aber freien Lauf. Wie sagt man so schön, doofe Frage, doofe Antwort.
Weißt du, ich tue viele Dinge. Es kommt an beinahe jedem Tag auch noch neues hinzu. Gelegentlich kann ich das, was ich tue, sogar perfektionieren.
Wenn du nun aber eine Liste, über diese Dinge haben möchtest, muss ich dich enttäuschen. Das wäre mir zu viel Arbeit.
Wie wäre es also, wenn du deine Frage ein bisschen präziser stellst?

Ansonsten kann ich dir nur eine Antwort bieten:
Weil ich es kann.

Ben
Mit ein paar Münzen in der Hand suchte ich mir einen Boten von weiter außerhalb und schickte ihn nach Rahal.

Erst als ich wieder zurück in meinem Haus war, Spangen meine Gedanken zu ihrem Brief. Ja, was hatte ich denn getan? War es meine Anfrage an sie gewesen? Oder analysierte sie nur wieder irgendeine Situation zu Tode?

Nach ein paar Momenten kam ich zumindest zu dem Schluss, dass es nicht so wichtig gewesen sein kann, wenn ich mich nicht erinnerte.
Also machte ich es mir wieder auf dem Teppich bequem und begann von vorn mit meiner Lieblingsbeschäftigung. Faulenzen.
Zuletzt geändert von Benjamin Acalon am Sonntag 12. Oktober 2014, 14:52, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Gerade als sie mit besudelter Rüstung in Richtung trautem Heim aufbricht begegnet ihr ein junger Bote.

'Fräulein Vylen?' Erklingt es von hinten, rufend als wolle sie jemand dazu anhalten bei ihrem Weg inne zu halten. Sogleich wendet sie sich und erblickt jenen.
'Seinen Segen mit Euch, weshalb ruft ihr mich?'
'Ich hab da etwas für Euch' und sogleich drückt er ihr ein Pergament in die Hand. Die Mundwinkel heben sich kurz empor ehe sie dankbar das Haupt neigt und mit einer Verabschiedung auf den Fersen kehrt macht.

Als die Türe hinter ihr ins Schloss fällt, pfriemeln die Finger das Pergament auseinander. Die Augen gleiten über die dort stehenden Zeilen, immer weiter schiebt sich die Augenbraue empor und das Gesicht....es wirkt eher genervt als erfreut. Ein resignierendes Seufzen gepaart mit einem sehr ausdrucksstarken Augenrollen.
'Männer...' murmelt sie lediglich und lässt das Pergament erst einmal auf dem Tisch zurück.
Althan Vylen

Beitrag von Althan Vylen »

Natürlich war ihm nicht entgangen mit welcher Inbrunst sie sich der beinahe lächerlich anmutenden Strafe widmete. Warum er es tat? Vermutlich wäre es eine Antwort in Richtung 'Weil ich es kann' gewesen. Andererseits konnte er sich schon bildlich ausmalen wie die Gedanken in dem kleinen Köpfchen rotierten, schlichtweg nach dem 'Wieso und Warum?'. Als sie das Haus seines Bruders und ehemaligen Schülers betraf, folgte er ihr und klopfte an die Türe. nach der üblichen Grußworte bedachte er sie mit einem neuen Auftrag für heute Abend. 'Finde ihn und schaffe ihn in meine Bibliothek nach Grenzwarth'...
Gast

Beitrag von Gast »

Er sah nicht gut aus, irgendetwas beschäftigte ihn, er wirkte anders als sonst. Sie wusste nicht ob es an ihr lag, vielleicht hatte sie wirklich eine der großen Grenzen überschritten.
Vertrauen ist etwas das man nicht schnell aufbaut und das binnen von einem Wimpernschlag niedergeschmettert werden kann. Hatte sie sein Vertrauen verloren? Sollte sie ihn darauf ansprechen oder eher Zeit ins Land ziehen lassen? Sie lauschte so gerne seinen Worten seinen Erzählungen, seiner Stimme. Irgendwie wirkte es stets so als würde er selbst diese Geschichten vor seinem inneren Auge, in seinem Geist erleben. War sie berechtigt zu wissen was ihn beschäftigte? Würde er ihr eine Antwort geben wenn sie fragen würde...oder würde er es als eine Beleidigung sehen?


Von all ihren Gedanken geplagt, legt sich das Augenmerk wieder auf das Pergament welches auf dem Tische ruht.

So eine respektlose Art und Weise, unverschämt, zuerst dieser Brief, diese fast schon freche Art zu Antworten und dann....dann noch dieses ständige unterbrechen des Magister's Worte. Soll er doch bleiben wo er ist, in seinem Reich wo er geliebt und geschätzt wird und den sieben Tugenden seiner doch ach so tollen Göttin folgen kann.


Wieder bemerkte sie dieses Kribbeln in ihr, diese unbändige Energie welche sie am liebsten laut alles hinaus brüllen würde, ihr den freien lauf lassen. Doch so schnell wie sie aufkeimte schwellte jene auch wieder ab. Ohne zu zögern beginnt sie mit den Tätigkeiten in der Küche, richtet den Fisch, die Kräuter und die Gewürze.
Nachdem sie all jenes vor sich liegen hat, schiebt sie es zur Seite, wendet sich und schreitet in Richtung des Schreibpultes. Sogleich wird die Feder gezückt und ein Pergament zu sich gezogen. Langsam zieren nach und nach geschwungen, geschriebene Worte jenes und füllen dieses fast komplett aus.

Wie viel verschiedne Weg' in Eine Stadt,
Wie viele frische Ström' in Einen See,
Wie viele Linien in den Mittelpunkt
An einer Sonnenuhr zusammenlaufen:
So, erst im Gang, kann tausendfaches Wirken
Zu Einem Zweck gedeihn, wohl durchgeführt
Und ohne Mangel.

Ich werde dich zu nichts zwingen, ich versprach dir keinerlei Festhalten und ich halte mein Wort. Entschuldige meine Art, welche ich an jenem Abend nicht zügeln konnte.

Es gibt soviel was ich niederschreiben könnte, aber aller Worte bedürfen einer Überlegung, denn sie sollen nicht klingen, als hätten sie lediglich das Ziel dich zu nerven. Viel mehr sollen jene Worte die Wahrheit ausdrücken und dir zeigen, das keinesfalls jegliche Vorurteile, welche du dir so gerne zu Leibe führst, einer Tatsache entspringen.
Du kannst nicht jedes mal davon ausgehen das Menschen welche eine andere Richtung wie du selbst beschreiten, gleichsam schlechter sind oder gar böse, in ihrem Ursprung selbst. Vielmehr machen einen Charakter die eigenen Taten aus. So gibt es doch auch Diebe und Herzensbrecher im Lichten Reich oder gar Heuchler und Mörder....wenn du glaubst das all jene welche den Pfad der Tugenden gehen auch diese stets befolgen, so muss ich dich täuschen, denn diese Denkweise ist schlichtweg primitiv.
Ich weiß nicht einmal ob du wirklich eine solche Denkweise hast oder ob es lediglich ein kläglicher Versuch ist dich in irgend einer Art und Weise zu schützen. Ich weiß nicht vor was du Angst hast, wieso du vor dir fliehst und dich verschließt.
Es ist für mich schlichtweg nicht nachvollziehbar aber ich will versuchen zu verstehen.... was mitunter daran liegen mag, dass ich dich nicht als einen der merkwürdigen Lichten abstemple, sondern als einen Menschen ansehe welcher ebenso das Recht auf eine freie Entfaltung seiner selbst hat....wie jeder andere auch.

Ich verzichte darauf irgendwelche Grußformeln zu nutzen, ich wünsche dir lediglich
das die Worte nicht ihr Ziel verfehlen, nicht missverstanden werden und als böses
in der Gesamtheit gesehen werden.


Ina
Noch einmal gleiten die Augen über die Zeilen, der Blick hebt sich an und sie sinniert noch einige Momente, dabei in die Leere starrend.
In einer fließenden, ruhigen Bewegung erhebt sie sich und reicht jenes Pergament, welches wie immer mit der Schleife ihrer Farbe versehen wurde, bei dem Botenamt ein.

Zuhause angekommen schweifen die Gedanken noch einige Momente zu dem gestrigen Abend in der Taverne, zu dem stotternden Mädchen welches all ihren Mut zusammenraffte um ihre eigenen Schranken zu überwinden. Ob sie es auch einmal soweit schaffen würde wie Gabriel? Dann war da noch dieser Schmied, sicher hatte sie ihn mit ihrer abartigen Laune und die dazu gehörige Arroganz etwas erschreckt, aber doch scheinbar nicht so sehr, das er den Tisch verließ. Dann war da noch der Wein....sie musste mit Konrad sprechen......

[img]http://media.tumblr.com/e9d0d4812afdd7e2e44556ccb6ad66c5/tumblr_inline_mvwxg2yHCO1rsud01.gif[/img]
Zuletzt geändert von Gast am Montag 13. Oktober 2014, 16:03, insgesamt 6-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

In einer weichen, noch recht zögerlichen Bewegung gleiten die Hände, streichend über das Gesicht. Ein Gähnen erklingt und die Augen blinzeln müde umher, das Haupt wendet sich zur Seite und als die Hand auf dem Bett niedergeht zieht sie für einen Moment scharf die Luft ein.
Das Armband....die scharfkantigen Nieten rieben über ihre Haut, man wollte sich nicht einmal im Ansatz vorstellen wie diese darunter schon aufgeschürft war. Es brannte mittlerweile auch schon und juckte an den Wundrändern welche stetig versuchten die zarte Haut wieder zu heilen. Doch anmerken lassen würde sie sich trotzdem nichts, genau das war es war er wollte, er wollte das sie Schwäche zeigte, Schmerz war jedoch etwas....etwas was kontrollierbar war. Das Augenpaar wandert zur ihrem Bruder, ein sanftes Lächeln, legt sich auf ihre Züge.


Wenn er ihre Ausbildung übernehmen würde, würde das heißen das sie ihn mit ihren Fragen Tag und Nacht durchlöchern könnte, mal schauen wie lange er das mitmachen würde. -Ein flüchtiges keckes Aufgrinsen umspielt die Züge.- Sie müsste sich mit ihm Messen, so wie sie das früher taten....wobei damals war sie eher immer die zu rettende Prinzessin während sich ihre Brüder durch die Wiesen prügelten. Allein jener Gedanke, das unbekümmerte Gefühl welches aufkommt bei diesem.....-ein seichtes Lächeln huscht über die Züge.- sie hatte ihn wahnsinnig vermisst, so wie sie auch Konrad vermisst, sie vermisst die tiefgehenden Gespräche mit den beiden. Eigentlich wollte sie sich noch um den Wein kümmern...aber irgendwie ist alles soviel gerade und es scheint einer Unendlichkeit zu gleichen was da alles auf sie zustürmt. Allein die Gedanken und Gefühle in ihr....sie hasste es wenn sie jene nicht auf Dauer Abschalten konnte. Und da war es wieder, dieses Gefühl ihn da liegen gelassen zu haben, es war falsch so zu fühlen, das wusste sie auch....aber dennoch, sie wusste nicht ob er noch lebt, ob er schwer verletzt war. Hatte er sie gesehen? Erkannt? Würde er sie nun noch mehr hassen weil sie nicht eingeschritten ist? Was hätte sie tun sollen, sie ist auf der anderen Seite und würde auch auf jener bleiben....es blieb ihr also nichts anderes übrig als bei solchen Situationen einen Schritt zurück zu gehen. Vor allem aber weil sie wusste das wenn sie eingeschritten wäre, ihr Bruder ihn wahrscheinlich umgebracht hätte.


Der Körper dreht sich zur Seite, die gesunde Hand unter das Kissen schiebend, erklingt ein leises Aufseufzen.

Sie musste dringend mit ihm reden, als sie damals merkte wie bei jener Frage reagierte, beließ sie es dabei....aber dennoch, irgendwann mussten sie darüber reden. Weshalb interessierte ihn plötzlich überhaupt ihre Geschichte? - die Brauen ziehen sich dabei etwas zusammen, der Blick wirkt nachdenklich.- Gestern war er anders, er wirkte in sich ruhiger, nicht so impulsiv wie sonst. Gerade die letzten Wochen war schnell reizbar und dann doch gleichsam wieder so in sich gekehrt. Sprunghaft...irgendwie einfach...neben sich stehend und doch da. Es war schwer zu beschreiben und irgendwie konnte sie nicht einmal sagen ob all das überhaupt auch der Wahrheit entsprach oder es nur wieder eine seiner Facetten war. Aber die Frage lag ihr auf der Zunge, es war eine Frage welche zwar so simpel und doch so tiefgehend ist....wenn sie ehrlich gemeint ist. Ihre Frage war eine ehrlich gemeinte, eine welche man fragt wenn einem die Person nicht völlig gleichgültig ist, eine welche man fragt, wenn man bedenken hat das es der gegenüberstehenden Person nicht gut geht oder eben einfach Interesse daran hat zu erfahren wie es dieser geht. Ja...so eine Frage war es.

Er beantwortete jene auch, ehrlich......ehe er wieder respektlos wurde.
Lediglich vor der Türe....seine letzten Worte....sie hallen noch jetzt wieder.


In aller ruhe erhebt sie sich, schreitet zum Kleiderschrank, zieht eine ihrer Mäntel an und bindet sich das Haar.....

Dann wollen wir mal das essen anrichten....


[img]http://media.tumblr.com/18df092feee4208b8cd2a21276dae67e/tumblr_inline_mvwx1utCA91rsud01.gif[/img]
Gast

Beitrag von Gast »

Laufen....einfach nur noch laufen....die Wut, der Zorn...am liebsten würde sie jene über ihre Lippen brüllen. Sie hasste es wenn er ihr auf diese Art und Weiße klarmachte das er ihr ohne zu zögern die Grenzen aufweisen konnte....ihr körperlichen Grenzen. Doch er war nicht Herr über sie, keiner durfte ihr vorschreiben wann sie was zu tun hatte, sie war ihr eigener Herr...oder?
Gehetzt von ihren eigenen Gedanken, ihren Gefühlen, merkt sie nicht einmal ihren stummen und leisen Verfolger, jener welcher sich an die Fersen heftet, sie umklammert, sie verschleppt, sie in einen weiteren Käfig steckt....Sah sie aus wie ein Vogel?...ein Küken? Eines welches man nach Belieben einsperren und dressieren konnte?


Der neue Käfighalter konnte froh sein das der Magister ihr beigebracht hatte ihre Gefühle zu zügeln und sich in einer gewissen Kontrolle zu üben, sie spürte förmlich wie es in ihr drinnen loderte, stets kurz davor die Mauern zu sprengen. Was wollte er mit ihr? Wieso um alles in der Welt hatte er sie hierher gebracht und nennt sie nun eine Gefangene....

Ein leises Auflachen mag folgen begleitet von einem minimalen Kopfschütteln.

Sie und eine Gefangene, er hatte keine Ahnung was er sich damit aufhalste, wahrscheinlich würde er sie nach kurzer Zeit selbst gehen lassen weil sie ihm wieder auf die Nerven ging, so wie schon so oft. Entschuldigt hatte sie sich, angenommen hatte er jene nicht, aber sie zum reden entführen müssen....das war nicht das einzige was er wollte....aber was wollte er noch? Was steckte hinter diesem wilden Blick welcher ein Wechselbad an Gefühlen zu sein schien. Was steckt hinter dieser unberechenbaren Person? Doch all seiner Art hin oder her, sie war wütend, auf alles und jeden und wollte nicht reden, nicht über ihn, nicht über ihren Bruder. Eine gehörige Portion Sarkasmus würde die Situation wenigstens erträglich machen. Sie mochte ihn, eigentlich, aber gerade jetzt....nicht. Jetzt wünschte sie einfach sie hätte garnicht erst den Weg nach draußen gemacht und hätte stattdessen auf den Magister gehört....anstatt sich ihren Gefühlen hinzugeben und abzuhauen nur um wieder sich selbst etwas zu beweisen.

Kind..ein Kind...sie war kein Kind mehr!


Die Wut allein über jene Gedanken trieben ihr wieder die Tränen in die Augen, sie vergräbt das Gesicht weiter in das Kissen und ein tiefes, beherrschendes Einatmen kommt...gepaart von einem Schmerzverzerrten Gesicht. Das Augenpaar wandert in Richtung des Handgelenks, langsam aber sicher begann die Haut darunter immer rötlicher zu werden. Wieder folgt ein sich kontrollierendes Einatmen, die Augen werden geschlossen um eben jenen Schmerz weg zu atmen. Kurz darauf starrt der Blick wieder die Wand an während die Gedanken weiter ihre Kreise ziehen.

Sie mochte seinen Duft....er roch so angenehm.
Nur gespielt hatte er es, wie in einem Theater hatte er seine Rolle eingenommen und jene mit einem Hauch an Perfektionismus, ausgespielt und sie...sie war so dumm sich sorgen zu machen.

Er wusste über ihren Bruder, was würde er tun? Ihr Herz krampfte leicht als ihre Gedanken zu ihm schweifen und sie über seine Sorge nachdenkt..seine sorge darüber das sie nicht Nachhause zurückgekehrt ist. Er wusste nicht in welche Gefahr er sich begab....


Die Hand streicht zu ihrem Haar, langsam dreht sie sich auf den Rücken und starrt an die Decke empor und die Gedanken kehren wieder zu dem Abend zurück.

Was war das? Es hat so merkwürdig gewirkt...irgendwie anders, gelockert. Als ihre Finger, begleitet von dem Tuch, das Blut von seinem Gesicht tupfte wurde ihr das erste mal bewusst das er ein wunderschöner Mann war. Seine Gesichtszüge waren in jenem Moment so ruhig, eben und für einen Moment ließ dieser Augenblick gepaart von den Worten ein Grinsen über ihre Züge huschen. Sie konnte sich bisher nicht erinnern gegrinst zu haben in seiner Gegenwart. Doch so schnell wie eben jener Moment da war, war er auch wieder weg und altes kehrte zurück und sogleich wischte es auch das kurze Gefühl weg welches da war, diese Regung, dieser andere Blick auf etwas. Zurück blieb wieder diese Wut, die Wut darauf was er getan hatte, kindlich...ja..irgendwie kindlich und noch so frei, frei davon zuerst ihre Gedanken zu fassen um vielleicht zu sehen das es kein böser Wille war der dahinter steckte. Erst jetzt wo sich die Gefühle langsam legten, sie nicht mehr ganz so impulsiv war.....erst jetzt, dachte sie eben darüber nach, darüber das er sie nur schützen wollte, oder?


[img]http://media.tumblr.com/c8ad930f37598c849550ec16120862fd/tumblr_inline_mvwxmgzdzm1rsud01.gif[/img]
Althan Vylen

Beitrag von Althan Vylen »

Innerlich konnte ich nicht anders als schmunzeln, während ich Bruder und Schwester dort sah, doch Selbstzufriedenheit und ein leises Stimmchen, das flüstern würde 'Ich hab es dir gesagt' verkniff ich mir. Ja, ein stiller Beobachter hatte einige Vorteile, einige wohldosiert gestreute Worte, die bei meinem jungen Bruder und ehemaligen Schüler ausreichten, um ihn in gerechten Zorn verfallen zu lassen. Ich hielt nichts davon Frauen zu schlagen, es gab andere Methoden die genauso demütigend waren und dazu dienten ihren Zorn zu wecken. So wie in jener Nacht, ich wusste, dass sie nicht auf ihren gesunden Menschenverstand hören würde oder gar auf meine Warnung. Warum auch? Ich wollte sie einschränken in ihrer Freiheit und sie sah nicht ein, dass es zu ihrem Schutz geschah.
Sie war noch immer ein Kind und es war seltsam, doch in diesem Hause der Geschwister kam ich für kurze Augenblicke zu Ruhe und ich genoss es schlichtweg ihnen zuzusehen und in einer Ecke meinen Kaffee zu trinken.
Ich mischte mich nicht in Familienangelegenheiten ein und ich würde sie auch nie vor ihrem Bruder beschützen.
Diese Lektion hatte sie nun gelernt und gemeinsam waren wir da gewesen, damit sie an der nun gestellten Aufgabe wachsen würde. Ihr junger Entführer war dahingehend in meinen Augen Mittel zum Zweck und gemeinsam würden sie nun lernen...
Das war schlussendlich der Sinn und Zweck eines Studienobjektes, nicht?
Zuletzt geändert von Althan Vylen am Freitag 31. Oktober 2014, 11:36, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Notlügen haben auch keine längeren Beine.

© Gerd W. Heyse (*1930), auch: Ernst Heiter, deutscher Schriftsteller und Aphoristiker
Quelle: »Kurz und scherzhaft«, Eulenspiegel Verlag Berlin, 1974



Sie hatte es verdient, mehr als verdient und sie war sich dessen auch bewusst, daher ertrug sie alles ohne jegliche Wiederworte. Hätte sie auf Althan gehört dann wäre all das nicht geschehen, hätte sie sich von ihren Gefühlen und ihrer Wut nicht leiten lassen, dann hätte sie ihren Bruder niemals so erleben müssen. Diese unbändige Wut, dieser Zorn, dieser Hass....so kannte sie ihn nicht, es war eine ganz neue Seite..für sie, eine welche sie auf eine Gewisse Art und Weise schockierte, denn jenes ließ Fragen aufkommen. Ihr Bruder, ihr Herz, sie wollte ihn nicht enttäuschen und hatte es doch getan, sie hätte ihn nicht belügen sollen, doch was blieb ihr anderes übrig.

Sie hatte ihr 'Studienobjekt' endlich soweit das er mit ihr die Hallen des Tempels betritt, ganz ohne Wiederwillen, er war soweit sich dem Glauben zu nähern und sie würde ihn in die Hände der Tetrarchin Aliyahna und der Catula Rilytia geben, sie selbst würde eher begleitend fungieren.

Es hätte so einfach sein können und man hätte die Entführung mehr oder minder unter den Tisch fallen lassen können, er wäre aus dem Schneider gewesen....aber bei Alatar hätte er diesen Brief doch einfach nicht geschrieben, was ging ihm nur im Kopf herum, wo er doch genau wusste das Althan nie weit war. Sie hatte versucht jeder Frage ihres Bruders mit einer Antwort zu entgegnen welche weder gelogen noch direkt der Wahrheit entsprach, es war als würde man sich im Zwielicht aufhalten die Antworten konnten verschieden ausgelegt werden. Die Frage über die Flucht ließ sie ins straucheln kommen, das war es, sie hatte nicht darüber nachgedacht sich alles bereit zu legen...nicht darüber nachgedacht ihn anlügen zu müssen. Doch wollte sie das vorankommen beschützen, sie wollte das er stolz ist und sieht das sie sich als Mentorin beweist und sie wollte Ben schützen......
Sie hatte es geahnt als er ihr das mit dem Brief sagte, sie hatte geahnt das alles aus den Fugen gerät, alleinig für die Entführung konnte er keine rechten Worte finden.....aber der Brief, sie musste ihn überreden es abzubrechen und mit ihr den Weg zu gehen.

Nun....nachdem alles aus den Fugen geraten war....saß er hinter den Gittern, sie hatte ihm versprochen den Weg aus freien Stücken gehen zu können...sie hatte ihr Versprechen nicht halten können und sie würde es nicht wagen sich gegen den Willen der Älteren zu setzten. Nicht nachdem was sie die letzten beiden Tage getan hatte, sie musste mit den Konsequenzen leben auch wenn Er mit seinen Worten nur noch mehr dafür sorgte die Wut ihres Bruders zu schüren, sie schwieg....sie hielt den Mund und reagierte. Sie hatte genug angerichtet......genug Vertrauen missbraucht....




Die Augen starren auf die leere Bettseite, leere lag im Blick, lediglich einzelne Tränen welche noch standhaft auf den geröteten Wangen verweilten, verrieten das sie ihren Gefühlen freien lauf gelassen hatte. Während die Hand in Richtung der Wange gleitet und die Tränen als auch den Schmerz, welcher noch auf jenen verweilt, wegwischt.... Die Tränen gehen...der Schmerz jedoch wird zurückbleiben, ob nun der innere oder der äußere...


[img]http://media.tumblr.com/deae946a792644bf83fe377b4eb431ef/tumblr_inline_mvwwyh0QLp1rsud01.gif[/img]
Antworten