29. Goldblatt 257
Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg. ---------------------
„Du musst auf eigenen Beinen stehen“ – ja, das waren die Worte meiner Mutter. Es war wichtig zu gehen, nicht nur um vielleicht mehr vom Leben zu sehen, sondern auch um meinem tyrannischen Vater aus den Füßen zu gehen. Ich bin jetzt hier in einem Glaubenshaus für Arme und Obdachlose. Herr Lionar, ein Novize, war so nett und hat mir den Ort gezeigt, hier bin ich jetzt erstmal untergekommen. Essen und Getränke gibt es, mir geht es gut. Ich hoffe dass ich es bald schaffe etwas Gold zu verdienen, damit ich anfangen kann zu üben. Die paar Taler, die ich mitbekommen habe, gehen langsam zur neige, 200 habe ich noch.
Herr Salberg vom Handelshaus zu Gerimor habe ich kennengelernt, als ich auf der Suche nach Arbeit war. Er hatte mir empfohlen Sachen zu sammeln und zu verkaufen, leider habe ich bislang keinen Käufer für meine Sachen gefunden. Vielleicht gibt es einen Ort, wo ich sie öffentlich anbieten konnte? Ich weiss es nicht, so gut kenne ich mich ja noch nicht aus.
Ich hätte mich gefreut, eine Anstellung in diesem Handelshaus zu bekommen, leider hatte ich keinen Erfolg, aber wer weiss, was die Zeit noch bringt.
Ich vermisse zuhause, ein wenig… ich vermisse Mutter. Vater auch, ein bisschen, wäre er nur nicht so eklig gewesen. Ich versuche auf eigenen Beinen zu stehen… dann komme ich irgendwann zurück.
Schlaft gut, Mutter, Vater. Ich denke an euch.
Zuletzt geändert von Gast am Montag 3. November 2014, 15:05, insgesamt 2-mal geändert.
02. Rabenmond 257
Freundschaft verzaubert, sie macht gute Zeiten noch besser und lässt uns die schlechten vergessen. ---------------------
Ich bin jetzt seit fast genau einer Woche hier in diesem fremden Land. Ich habe ein bisschen mit Heimweh zu kämpfen, vor allem Nachts, aber ich bleibe stark. Ich habe noch immer ein Zimmer in diesem Glaubenshaus und auch ein paar Münzen konnte ich mir verdienen.
Ich habe auch einen netten Mann kennengelernt. Sein Name ist Santiago, oder viel mehr, durfte ich ihm diesen Namen geben. Er ist manchmal ein bisschen komisch, aber vielleicht die erste Freundschaft hier in dieser neuen Welt. Wir haben viel gemeinsam gelacht und es hilft mir die Gedanken an Zuhause zu vergessen.
Er war auch derjenige, der mich auf die Idee mit dem Fischen gebracht hat – jetzt weiss ich warum Vater das immer gemacht hat. Es ist irgendwie entspannend und spannend zugleich, was man wohl als nächstes fängt. Mit der Hilfe von Santiago, der mir Truhen und solche Karten abkauft, konnte ich mir jetzt auch schon eine kleinere Menge Gold anhäufen.
Leider konnte ich bislang noch nicht weiter das Schneidern üben, aber die Muster von dir Mutter, habe ich immer noch.
Ich hoffe dass ich bald einen Platz finde, den ich auch meine „neue Heimat“ nennen kann. Bislang fühle ich mich hier immer noch sehr fremd.
Schlaft gut, Mutter, Vater. Ich denke an euch.