Zart umspielte der Wind die Gestalt der jungen Elfe, während sie den unzähligen Klängen ihres Seelenlieds mit aufgestellten Ohrspitzen lauschte. Sie hatte einen Platz gefunden in der Meeresbucht mitten auf einer der riesigen Muscheln dort, deren Klangvariationen sie unzählige Male bereits zugehört hatte. Regungslos verharrte sie dort, während der Windhauch ihre Ohrspitzen umspielte, diesmal war es eine liebevolle Berührung, die den sehr empfindlichen Ohrspitzen gut tat. Ab und an führten ihre Ohrspitzen ein Eigenleben, besonders wenn Faen aufgeregt war, begannen sie leicht zu vibrieren oder bei schrecklichen Klängen und Dissonanzen zuckten sie. Aber hier an diesem wunderschönen Ort
waren sie entspannt und lauschten nur.
Faen war sehr bedacht auf Harmonie. Phanodain hatte wohl diese Eigenschaft seiner Schöpfung mitgegeben. Die unbändige Neugierde der jungen Elfe jedoch war ein Teil ihres Seelenlieds und woher diese kam, wusste Faen nicht so recht. Ständig gab es neues zu entdecken und zu erforschen und wäre sie nicht eine elleth, dann wäre sie von Hast und Unruhe getrieben wie diese edain. Einige wenige hatten bereits ihren Weg gekreuzt und sie in Staunen versetzt. Sie waren Geschöpfe Eluives und doch, einige von ihnen schien dies nicht bewusst zu sein, sie tragen böse Klänge in sich, Hass und Neid und auch Missgunst. All das hatte Faen bereits vernommen, aber das schreckte sie nicht ab. Die edain sind eben wechselhaft wie der Wind, manchmal ein laues Lüftlein, dann ein Sturm. Da Faen den Wind mochte, mochte sie auch diese Stadtedain, deren Leben so kurz war.
Aber richtig lieben konnte sie nur ihr Volk, wie Lu’ariel oder Shala, die Lindil, die stets eine Antwort auf die Fragen Faens wussten. Besonders schätzte Faen Lu‘s Baum, wo sie in Gestalt ihres Seelentiers sich heimlich schon ein Nest gebaut hatte. Ein wenig zerrupft war es, aber die junge Schwalbe hatte ihr bestes gegeben. Eigentlich waren es sogar zwei, ein unbewohntes Nest war auf dem Baum von Shala, dort hatte sie sogar einige Nüsse versteckt, man konnte ja nicht wissen, wann man darauf zurück greifen musste, das selber gebaute Nest war eben bei Lu. Da lagen noch keine Nüsse. Diesen Umstand sollte man bald beheben.
Ein Lächeln umspielte die Züge der jungen Elfen als sie an Lharan und Elu’beth dachte. Beiden war sie sehr verbunden, sie liebte diese für sie besondere Stunden, die sie mit den anderen Schülern bei ihnen verbringen durfte und viel von deren Wissen vernahm.
Nach einer Weile erhob sich eine junge Schwalbe von der Muschel breitete ihre Flügel aus und ließ sich vom Windgesang davon tragen. Wohin ihr Weg sie führen würde, wusste sie noch nicht. Es galt ja so vieles noch zu entdecken.
Elfenklang und Windgesang
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Faeniel en Giliath
Freund Wind
Ich habe ihn eingeladen in meinem neuen Heim, das ich mit einem Bruder teile, zu verweilen und er kam und blieb. Ich bin überglücklich, dass auch der Gwador seine Präsenz schätzt. Er hat mir freie Hand gelassen und dafür bin ich ihm dankbar. Scheinbar hat in seinem Seelenlied der Wind auch seine Präsenz gefunden, vielleicht nicht so ausgeprägt wie bei mir.
Heute Nacht habe ich das Lied des Winds sehr stark vernommen und ich bin den Klängen gefolgt. Pfeifend und heulend hat er an meiner Kleidung gezerrt, als wolle er mir damit sagen, folge mir. Und ich bin ihm gefolgt in Gestalt meines Seelentiers. Sanft hat er mich davon getragen an Shalas Baum vorbei, behutsam und zärtlich strich er durch mein Federnkleid.
Mit seinen Augen habe ich die Welt unter mir betrachtet. Schlafende Häuser mit den Menschen darin. Lautlos streifen wir durch die Dunkelheit, ein Rascheln nur und der zarte Klang des Rauschens meiner Flügel.
Sogar die Wüste, die ich noch nie zuvor besucht hatte, hat er mir gezeigt, als hätte er meine Wünsche erahnt. Jedes Sandkorn welches sich auf mein Gefieder absetzen wollte, hat er sehr liebevoll entfernt und mich weiter getragen. Bei jedem Windhauch, der meinen Körper umspielt, fühlte ich Geborgenheit und Sicherheit.
Das ist nicht immer so.
Ich kenne ihn auch anders. Schreiend und heulend im Sturm, der mich von dem Ast an dem ich mich klammere, hinweg zu reißen droht. Der an jeder Feder meines Körpers zieht und mein Gefieder durchdringt.
Ich habe Angst, und verstecke meinen Kopf unter dem Flügel.
Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, ich bin ein Teil von dir, verraten mir seine Klänge.
Du bist so stark, du kannst mit Leichtigkeit diesen Baum entwurzeln, wenn du möchtest, entgegne ich.
Du bist genau so stark, haucht er mir zu und ich schweige. Er kennt meine Antwort, dessen bin ich mir sicher.
Als die Morgensonne zaghaft die Wolkendecke durchbricht, bringt er mich zurück.
Behutsam setzt es mich auf mein Kissen zusammen mit Blättern, die den Duft des Walds und des Winds tragen. Ein Lufthauch streift noch liebevoll durch mein Federkleid, danach umkreist er die Riesenmuschel in meinem Heim und verweilt da. Mein Freund, ein Hauch seiner selbst.
Bestimmt werde ich wieder seiner Aufforderung folgen und mich treiben lassen.
Namarie.
Heute Nacht habe ich das Lied des Winds sehr stark vernommen und ich bin den Klängen gefolgt. Pfeifend und heulend hat er an meiner Kleidung gezerrt, als wolle er mir damit sagen, folge mir. Und ich bin ihm gefolgt in Gestalt meines Seelentiers. Sanft hat er mich davon getragen an Shalas Baum vorbei, behutsam und zärtlich strich er durch mein Federnkleid.
Mit seinen Augen habe ich die Welt unter mir betrachtet. Schlafende Häuser mit den Menschen darin. Lautlos streifen wir durch die Dunkelheit, ein Rascheln nur und der zarte Klang des Rauschens meiner Flügel.
Sogar die Wüste, die ich noch nie zuvor besucht hatte, hat er mir gezeigt, als hätte er meine Wünsche erahnt. Jedes Sandkorn welches sich auf mein Gefieder absetzen wollte, hat er sehr liebevoll entfernt und mich weiter getragen. Bei jedem Windhauch, der meinen Körper umspielt, fühlte ich Geborgenheit und Sicherheit.
Das ist nicht immer so.
Ich kenne ihn auch anders. Schreiend und heulend im Sturm, der mich von dem Ast an dem ich mich klammere, hinweg zu reißen droht. Der an jeder Feder meines Körpers zieht und mein Gefieder durchdringt.
Ich habe Angst, und verstecke meinen Kopf unter dem Flügel.
Du brauchst keine Angst vor mir zu haben, ich bin ein Teil von dir, verraten mir seine Klänge.
Du bist so stark, du kannst mit Leichtigkeit diesen Baum entwurzeln, wenn du möchtest, entgegne ich.
Du bist genau so stark, haucht er mir zu und ich schweige. Er kennt meine Antwort, dessen bin ich mir sicher.
Als die Morgensonne zaghaft die Wolkendecke durchbricht, bringt er mich zurück.
Behutsam setzt es mich auf mein Kissen zusammen mit Blättern, die den Duft des Walds und des Winds tragen. Ein Lufthauch streift noch liebevoll durch mein Federkleid, danach umkreist er die Riesenmuschel in meinem Heim und verweilt da. Mein Freund, ein Hauch seiner selbst.
Bestimmt werde ich wieder seiner Aufforderung folgen und mich treiben lassen.
Namarie.
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Faeniel en Giliath
Verstecken spielen und andere Dummheiten
Wie immer sitze ich an meinem Lieblingsplatz im Nebelwald beim See. Alles war wie sonst auch und die vertrauten Klänge erfüllten meine Ohren.
Inmitten dieser Oase der Glückseligkeit erklang ganz nahe an mein Ohr das Gezirps eines Erynfaers.
„Nicht jetzt, mein Freund des Waldes“, erklärte ich dem Waldgeist, der freudig mich zu umkreisen begann.
„Ich möchte ein wenig hier meditieren und habe keine Lust an irgendeinen Ort zu reisen!“
Aber dieser eine Erynfaer ließ nicht locker, was mich ein wenig verwundert hat, denn für gewöhnlich sind sie eher sehr zurückhaltend. Vor allem mein Waldgeist, dem ich mich immer anvertraue.
Dieser Waldgeist begann mich zu umkreisen und das Gezirp wurde immer lauter.
Ich habe tief aufgeseufzt. Was ich sehr selten tue ich das, wie alle meines Volks, meinst in Gegenwart von Menschenkindern kann das passieren, wenn deren Unverständnis uns mit Sorge und Unbehagen erfüllt.
„ Law, ich möchte bitte nicht Verstecken spielen!“, sagte ich sehr freundlich zu dem Waldgeist, dem diese Antwort nicht erfreute. Fast habe ich den Verdacht es ist der Waldgeist meines geachteten Mentors, mit dem er einigen Spaß hatte vor langer Zeit. Was er dabei nicht bedacht hatte, ist, dass ein Waldgeist nie vergisst. aus dem Grund bin ich immer sehr höflich und bitte meinen Erynfaer mir zur Seite zu stehen, wann immer ich einmal seine Hilfe benötige.
Ich habe meine lieblichsten Stimmklänge eingesetzt, um diesen Waldgeist zu beruhigen aber nichts half.
„ Mae, dann machen wir das, was du möchtest!“ Mit einem weiteren Seufzen, was zu viele für diesen wunderschönen Tag bereits sind, dachte ich, stand ich auf und blickte zu dem Waldgeist. Sogar der See kräuselte nun seine Oberfläche und kleine Wellen bedeckten ihn.
Seinem Deut, was ein blitzschnelles Verschwinden hinter einem Baum war, folge ich dann resignierend und habe mich versteckt. Natürlich hat er mich gefunden. Dem folgten unzählige Male des Versteckens von dem Waldgeist dann von mir, abwechselnd wurde dies getan und es schein kein Ende zu nehmen, bis zu dem Mal, als er mich abermals gefunden hat und dann
stand ich alleine in der Wüste. aus weiter Ferne konnte ich noch so etwas Ähnliches wie Kichern vernehmen bis zu diesem Zeitpunkt, hatte ich keine Ahnung, dass ein Waldgeist dies vermag. Und diesmal war es mir bewusst, das ist der Waldgeist meines Mentors, der so einiges von ihm dazu gelernt hat.
Mühevoll war der Weg zurück nach Ered Luin und bevor ich mich an meinen Platz nieder gleiten ließ, habe ich noch aufmerksam nach den Klängen dieses einen Waldgeists gesucht.
Er war nicht da oder er hat sich versteckt. Was auch immer! Ich hatte nun für mindestens zwanzig Jahre genug vom Verstecken spielen.
Inmitten dieser Oase der Glückseligkeit erklang ganz nahe an mein Ohr das Gezirps eines Erynfaers.
„Nicht jetzt, mein Freund des Waldes“, erklärte ich dem Waldgeist, der freudig mich zu umkreisen begann.
„Ich möchte ein wenig hier meditieren und habe keine Lust an irgendeinen Ort zu reisen!“
Aber dieser eine Erynfaer ließ nicht locker, was mich ein wenig verwundert hat, denn für gewöhnlich sind sie eher sehr zurückhaltend. Vor allem mein Waldgeist, dem ich mich immer anvertraue.
Dieser Waldgeist begann mich zu umkreisen und das Gezirp wurde immer lauter.
Ich habe tief aufgeseufzt. Was ich sehr selten tue ich das, wie alle meines Volks, meinst in Gegenwart von Menschenkindern kann das passieren, wenn deren Unverständnis uns mit Sorge und Unbehagen erfüllt.
„ Law, ich möchte bitte nicht Verstecken spielen!“, sagte ich sehr freundlich zu dem Waldgeist, dem diese Antwort nicht erfreute. Fast habe ich den Verdacht es ist der Waldgeist meines geachteten Mentors, mit dem er einigen Spaß hatte vor langer Zeit. Was er dabei nicht bedacht hatte, ist, dass ein Waldgeist nie vergisst. aus dem Grund bin ich immer sehr höflich und bitte meinen Erynfaer mir zur Seite zu stehen, wann immer ich einmal seine Hilfe benötige.
Ich habe meine lieblichsten Stimmklänge eingesetzt, um diesen Waldgeist zu beruhigen aber nichts half.
„ Mae, dann machen wir das, was du möchtest!“ Mit einem weiteren Seufzen, was zu viele für diesen wunderschönen Tag bereits sind, dachte ich, stand ich auf und blickte zu dem Waldgeist. Sogar der See kräuselte nun seine Oberfläche und kleine Wellen bedeckten ihn.
Seinem Deut, was ein blitzschnelles Verschwinden hinter einem Baum war, folge ich dann resignierend und habe mich versteckt. Natürlich hat er mich gefunden. Dem folgten unzählige Male des Versteckens von dem Waldgeist dann von mir, abwechselnd wurde dies getan und es schein kein Ende zu nehmen, bis zu dem Mal, als er mich abermals gefunden hat und dann
stand ich alleine in der Wüste. aus weiter Ferne konnte ich noch so etwas Ähnliches wie Kichern vernehmen bis zu diesem Zeitpunkt, hatte ich keine Ahnung, dass ein Waldgeist dies vermag. Und diesmal war es mir bewusst, das ist der Waldgeist meines Mentors, der so einiges von ihm dazu gelernt hat.
Mühevoll war der Weg zurück nach Ered Luin und bevor ich mich an meinen Platz nieder gleiten ließ, habe ich noch aufmerksam nach den Klängen dieses einen Waldgeists gesucht.
Er war nicht da oder er hat sich versteckt. Was auch immer! Ich hatte nun für mindestens zwanzig Jahre genug vom Verstecken spielen.
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Faeniel en Giliath
Lamath en gwaew
Schattenblume
So nennt mich mein Mentor. Es ist lieb gemeint, aber es erinnert mich daran, was tief in mir ruht. Ich habe in der Zeit meiner Forschung der Klänge und deren Verbindung zu Farben etwas gefunden, was mich erschreckt hat.
Da war er ein einzelner Ton, begleitet von einer dunklen Farbe. Immer wieder habe ich dem Ton in meinem Seelenlied gelauscht und immer wieder war da und präsent wie diese dunkle Farbe. Beides sind nur Winzigkeiten in meinem komplexen Seelenlied, aber eben da.
Mit ihm verbunden sind die Klänge des Sturms. Die Klänge des Winds waren von je her
in mir, vor vielen Jahren aber gesellt sich die Melodie des Sturms dazu und ist nun gleichfalls Teil meines Seelenlieds, so wie diese winzige Farbnuance.
Lamath en gwaew, die Stimmen des Winds, das bin ich, Faen’iell.
Jede Variation der Melodie ist mir bewusst und nun bekannt, jeder Hauch, jedes Toben, jedes Wüten und jeder lieblichen Windhauch, der meine Gestalt umspielt und hier am Gipfel des Bergs blicke ich herab auf die ewige Stadt, während mein Seelenlied erklingt und die Stimmen des Winds darin toben und über die Stadt hinweg fegen.
Ich bin keine Schattenblume, ich bin die Stimme des Winds.
Ich habe keine Angst mehr, verberge es nicht mehr und zweifle nicht, der Sturm hat mich stark gemacht. Der Wind hat hier oben eine Seele, er wird mich ein Elfenleben lang begleiten.
So nennt mich mein Mentor. Es ist lieb gemeint, aber es erinnert mich daran, was tief in mir ruht. Ich habe in der Zeit meiner Forschung der Klänge und deren Verbindung zu Farben etwas gefunden, was mich erschreckt hat.
Da war er ein einzelner Ton, begleitet von einer dunklen Farbe. Immer wieder habe ich dem Ton in meinem Seelenlied gelauscht und immer wieder war da und präsent wie diese dunkle Farbe. Beides sind nur Winzigkeiten in meinem komplexen Seelenlied, aber eben da.
Mit ihm verbunden sind die Klänge des Sturms. Die Klänge des Winds waren von je her
in mir, vor vielen Jahren aber gesellt sich die Melodie des Sturms dazu und ist nun gleichfalls Teil meines Seelenlieds, so wie diese winzige Farbnuance.
Lamath en gwaew, die Stimmen des Winds, das bin ich, Faen’iell.
Jede Variation der Melodie ist mir bewusst und nun bekannt, jeder Hauch, jedes Toben, jedes Wüten und jeder lieblichen Windhauch, der meine Gestalt umspielt und hier am Gipfel des Bergs blicke ich herab auf die ewige Stadt, während mein Seelenlied erklingt und die Stimmen des Winds darin toben und über die Stadt hinweg fegen.
Ich bin keine Schattenblume, ich bin die Stimme des Winds.
Ich habe keine Angst mehr, verberge es nicht mehr und zweifle nicht, der Sturm hat mich stark gemacht. Der Wind hat hier oben eine Seele, er wird mich ein Elfenleben lang begleiten.