Der Ruf des Meeres

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Lharan Feyanthon

Der Ruf des Meeres

Beitrag von Lharan Feyanthon »

"Wie sie dich mitreißt, die Melodie des Meeres, dich überspült mit Glück, dich einhüllt in den weißen Schaum wacher Träume, dich treibt zum Weiter und Weitergehen“.

Der Körper des Elfen ruhte in dem nassen Sand des Strandes und wurde vom goldenen Licht der untergehenden Sonne gewärmt, während kleine Wellen der Brandung neckisch seinen Körper umspielten.
Die runden goldenen Augen des Elfen waren halb geöffnet und schweiften scheinbar ziellos über den Himmel und die dahin ziehenden Wolkengebilde. In seinem Haar hatte sich ein kleiner Seestern verfangen und seine nackten Gliedmaßen waren stellenweise mit Seetang umwickelt. Noch immer rauschte der überwältigende Klang des Meeres in seinen zuckenden spitzen Ohren.

Wie viel Zeit wohl diesmal vergangen sein mochte? Waren es Tage, Wochen oder gar Monate gewesen?


Träge richtete er seinen Oberkörper auf, stützte seine Hände in den feuchten Sand und richtete dann seinen Blick langsam auf die Brandung des Meeres.

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Die Faszination, die das Meer schon seit seinen frühsten Kindheitstagen auf ihn ausübte war mit jedem Jahrzehnt gewachsen. Er war gefesselt von der unendlichen Kraft der Wellen und der Gezeiten, von der Vielzahl an Leben die das Meer beheimatete, von der beruhigenden tiefen Melodie des Wassers und dem Rauschen der Brandung.

Es gab kein Lebewesen im Meer, das Lharan nicht erforscht und studiert hatte. Oft verbrachte er Wochen oder manchmal auch Monate damit, sich in eine Kreatur des Meeres zu verwandeln und mit dessen Artgenossen zu leben. In der Form eines Seesterns hatte er sich wochenlang von einer Strömung über den Meeresgrund rollen lassen. Er war der lumineszierende Fisch gewesen, der von einem Hai gejagt und gefressen wurde, dann war er der Hai gewesen, der den lumineszierenden Fisch jagte.

All diese Eindrücke hatten sehr auf den Liedweber gewirkt und sein Seelenlied verändert.
Das Meer wurde immer mehr zu seiner Heimat und die Erinnerungen an Ered Luin und die von ihm geliebten Bewohner, verblassten allmählich mit jedem längernen Aufenthalt etwas mehr.

Es war die sanfte und warme Melodie des Windes, die das Meer jedes Mal aufwühlte, wenn Lharan im Begriff war, sein Seelenlied in einer perfektionierten und endgültigen Form an das Meer anzugleichen.
Diese Melodie, die ihm mittlerweile ähnliche nahestand, wie die Melodie des Wassers, war für ihn ein Anker geworden, der seine Gedanken zurück in das Tal lenkte.
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Lharan erhob sich, legte den Seestern vorsichtig zurück in die Brandung des Meeres. Er atmete tief ein und wendete sich langsam vom Meer ab und blickte auf die weiße Marmorstadt vor sich.

"Ich bin zu Hause, Danke dir Freund Wind"

-tbc-
Zuletzt geändert von Lharan Feyanthon am Mittwoch 15. Oktober 2014, 14:06, insgesamt 4-mal geändert.
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