Leben, lieben, leiden

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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Natürlich hatte er nicht so leicht Urlaub bekommen, aber da er sich eigentlich noch immer erholen sollte, ließ man ihn schließlich doch gehen.
Hailey hatte ihn überrascht mit der Reise, und dennoch war er froh einige Zeit mit ihr alleine sein zu können.
Ohne irgendwelche Verpflichtungen und vor allem keine Gefahren.
Sie konnten einfach sie selber sein, ohne Gedanken an das Morgen das Jetzt genießen.

Genau dafür war diese Insel wie geschaffen.
Picknick am Strand. Das gemeinsame Schwimmen und die Abende am Feuer in aller Stille.
Kaum einmal das sie andere Personen trafen. Sie waren alleine, mit ihren Träumen, ihrer Liebe und ihrer Leidenschaft.

Am Tage genossen sie die Sonne, das Meer und des Nachts lagen sie lange draußen, die Hände ineinander verschlungen, den Blick auf die Sterne gerichtet.
"Woran denkst du?" fragte Hailey ihn leise und er ließ die Ruhe noch ein wenig auf sich wirken bevor er antwortet. "An Amelie."
Hailey lachte, und schlug gespielt nach ihm. "Du liegst hier mit mir, eng umschlungen am Strand und denkst an eine andere Frau?"
Keylon fiel in ihr Lachen mit ein.
"Doch nur an meine Schwester. Du weißt doch wieviel sie mir bedeutet. Und ja, wir wollten hier alles einmal hinter uns lassen. Ich gebe es ja zu. Ich konnte einfach nicht anders."
Mit diesen Worten drehte er sich ihr gänzlich zu und küsste sie sanft.

"Dies hier ist unsere Zeit, nichts und niemand wird uns stören." Flüsterte er leise, und fügte dann hinzu. "Solange es dauert, gibt es hier nur dich und mich und über uns der Sternenhimmel."
Hailey Lynn Drachenfels

Beitrag von Hailey Lynn Drachenfels »

Haileys Schlaf wurde durch eine Schiffsglocke unterbrochen. Sie schrak total auf, versuchte in ihrem Halbschlaf zu realisieren was gerade geschehen war, wo das nervtötende Geräusch herkam.
Mit verengten Augen blickte sie in Richtung des Wassers. Ihr Schiff war da.
Waren sie zu früh? Wie konnte das sein?
Oder haben die beiden einfach nicht bemerkt wie lange sie bereits auf der Insel waren? Jetzt wo sie genauer darüber nachdachte, stimmte die Anzahl der Tage doch. Wo war bloß die Zeit hin?
Die beiden waren so sehr miteinander beschäftigt, das sie gar nicht bemerkt haben wie schnell die Zeit eigentlich verflogen war.
Viel zu schnell...

Sie bemerkte das auch Keylon durch das laute Geräusch wach wurde, doch blieb er in der vorherigen Schlafposition liegen. Bequem war etwas anderes, sie sind beide an der Feuerstelle am Strand eingeschlafen. Den Sand würde sie nun wohl oder übel mit nach Hause nehmen müssen, der sich durch den Wind in der Nacht in ihren Haaren verfangen hatte. Sie hatten keine Zeit mehr, sie mussten ihren ganzen Gerümpel in Eile zusammenpacken. Der Schiffsmann würde nicht lange auf sich warten lassen, schließlich gehörte dies nicht zu seiner üblichen Route.
Für einen Moment hielt Hailey inne.
"Lass uns hier bleiben."
Keylon begann zu schmunzeln und schüttelte sachte den Kopf.
"Hailey, das geht nicht. Wir müssen langsam zurück."
Sie wusste das er Recht hatte und auch sie wäre gezwungenermaßen nun auf das Schiff gegangen. Dabei waren die letzten paar Tage einfach traumhaft gewesen.
"Heißt das, ich alleine reiche dir langsam nicht aus?"
Keylon stoppte sein Tun um ihr gegenüber zu treten. Er wusste das sie es nicht ernst meinte, schon lange konnte sie ihm nichts vormachen. Er hauchte ihr einen sanften Kuss auf die Nasenspitze, welcher von einem Grinsen auf den Zügen untermalt wurde, als würde gleich ein Spruch nachkommen.
"Neben dir gibt es ja auch noch andere Frauen.." Meinte er neckend. Gespielt empört sah sie ihn an, doch wusste sie genau was er meinte und konnte ihm nicht böse sein. Sie schmiss lachend ein Kissen nach ihm, welches dann auch später in ihrem eigenem Gesicht landete.
Der Schiffsmann läutete wieder. Die Späße mussten sie nun beiseite schieben.

Sie stiegen in ein kleines Boot, welches sie dann wieder auf das Schiff gebracht hatte. Einen halben Tag Schiffsfahrt hatten sie noch vor und für sich. Die paar Stunden verbrachten sie zusammen liegend in der warmen Sonne, während der angenehme Wind gleichzeitig eine Abkühlung verschaffte.
Wenn sie ankämen, würde alles wieder seinen gewohnten Lauf nehmen.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

So genossen sie auch noch die letzten Stunden die sie noch hatten auf dem Rückfahrt.
Der kleine Urlaub hatte ihnen gut getan und Keylon wusste nicht so recht ob er sich wirklich auf die Heimkehr freuen sollte.
Sicher Amelie, sie fehlte ihm, aber das nächste mal entführte er sie einfach und nahm sie mit.
Er seufzte während er in den blauen Himmel über ihm sah.
Die leichte salzige Luft, die Schreie der Möwen, und Hailey im Arm.
Er hatte sich noch nie so wohl gefühlt wie jetzt und in den letzten Tagen.
Keine Probleme, keine Ärgernisse, und die wenigen Bewohner die weitab im Dorf lebten stellten keine Fragen und waren angenehm freundlich.
Ja, Keylon hatte wirklich kurz überlegt mit Hailey für immer dort zu bleiben, aber er wusste, es wäre nur eine Flucht, und so würde es immer etwas besonderes bleiben diese Zeit die sie dort miteinander verbracht hatten.
Sie sprachen auf der Rückfahrt kaum ein Wort miteinander, fast so als würde jedes Wort nicht nur die Stille zerstören sondern auch dieses gewisse Flair das noch um sie herum war.
Einfache leichte Bewegungen, ein Streicheln über ihre Hand, oder ein kurzes Lächeln.
Nein, sie brauchten wirklich keine Worte um einnander zu zeigen was sie für einander fühlten.

Als sie schließlich in Berchgard anlegten, gingen sie nur langsam und eher widerwillig von Bord. Es würde alles wieder sein wie es war. Hailey würde ihrer Arbeit nachgehen, Keylon sich zurück beim Regiment melden, und dann ....
Die Zukunft würde es Zeigen.
Sie gingen gerade ganz an Land, als der Hafenmeister auf sie zukam.
„Ich habe jetzt jeden Tag auf euch gewartet.“ wetterte er nicht wirklich freundlich und drückte Keylon einen Brief in die Hand.
„Hier das ist schon vor 7 Tagen angekommen. Scheint dringend zu sein.“
Sprachs und verschwand wieder.
Während die Seeleute ihr Gepäck an Land schleppten, sah Hailey ihn neugierig...
wie immer, an.
„Was ist das?“ fragte sie sofort, und Keylon zuckte die Schultern.
„Ich weiss noch nicht, aber dem Siegel nach... mein Onkel!“
Hailey wurde fast ein wenig blass dann jedoch sprühten ihre Augen fast vor Zorn.
„Der soll sich gar nicht einfallen lassen dich schon wieder von mir weg zu holen.“
Maulte sie während Keylon schon zu lesen begann.
Fast ein wenig Wehmütig blickte er zu ihr auf und gab ihr einen Kuss auf die Stirn.
„Doch .. Leider!“
„NEIN... es reicht doch wenn ich dich mit dem Regiment teilen muss, nicht jetzt auch noch dein Onkel.“ schollte sie, und Keylon nahm sie in seine Arme.
„Dem Brief nach ist es dringend.“ meinte er leise und seine Worte klangen zwar bedauernd, machten damit aber auch klar das er die Bitte seines Onkels nicht ablehnen konnte.

Hailey protestierte, und auch ihm passte dieser Moment absolut so gar nicht, aber einem
Arwan widersprach man nicht.
Das wagte kaum einer der Familie, außer, Marina wohl, und Amelie? Amelie war eh aussen vor. Sein Onkel hatte immer akzeptiert was sie war und tat. Vor allem für die Familie.
Am Ende versprach Keylon so schnell als möglich zurück zu kommen.
Dann ließ er seine Sachen wieder an Bord bringen, und nahm Hailey erneut in seine Arme, so als wolle er sie nie wieder los lassen.
„Ich werde an dich denken.“ meinte er leise und hauchte einen Kuss auf seinen Ring.
Dann küssten sie sich ob des Abschiedes und Keylon ging zurück an Bord, die Blicke Haileys nur zu gut spüren könnend.
Als sie ablegten stand er an der Reeling und blickte ebenfalls zu ihr. So lange bis Berchgard aus seiner Sicht entschwand.
Dann ging er unter Deck um sich den Brief noch einmal genauer durch zu lesen
Hailey Lynn Drachenfels

Beitrag von Hailey Lynn Drachenfels »

Hailey blieb wach. Die Angst vor einem weiteren Angriff lies sie nicht schlafen. Sicher, sie hätte nicht viel anrichten können, doch ein Jeder war unter solchen Umständen eine helfende Hand. Selbst wenn es nur der Bogen war, den sie sich traute zu benutzen. So hatte sie es Keylon versprochen gehabt.
Gähnend streckte sie sich, machte es sich in ihrem ausgelegten Fell bequem. Sie legte sich hin um etwas Energie zu tanken. Die Augen konnte sie dennoch nicht schließen.
Was wäre wenn wieder ein Pfeilregen auf all jene, die sich hier am Kloster befanden, zukommen würde? Wenn wieder grauenvolle Kreaturen versuchten durch die aufgezogenen Mauern zu gelangen.. Es war nicht unwahrscheinlich das sie es bald erneut versuchen würden. Und dann hätten sie mehr Erfolg.
Hätte sie bloß ihre Neugier nicht so sehr gepackt.. Sie hörte vom wilden Treiben in Schwingenstein, ist diesen Worten gefolgt. Doch was sie dort erwartete.. das hätte sie sich nie vorstellen können.
Und nun war sie dort. Umgeben von Mauern, welche sie sich nicht traute zu durchqueren, zu umgehen. Sie hatte zurzeit keine großen Verpflichtungen, so konnte sie dort bleiben und Torjan unter die Arme greifen wenn es von Nöten war. Sie beschloss Keylon einen Brief zu schreiben.
Hallo mein Schatz,

ich hoffe es geht dir gut und dein Onkel beansprucht dich nicht zu sehr. Ich habe schon eine gefühlte Ewigkeit nicht von dir gehört und gestehe, so lange von dir entfernt zu sein, gefällt mir ganz und gar nicht.
Aber der Grund, weshalb ich dir schreibe, ist ein anderer.
Das gesammte Ketzerpack versucht mit all seinen Verbündeten das Kloster in Schwingenstein zu belagern.
Das Regiment und viele weitere Bürger befinden sich nun hier.
Wir haben Mauern errichtet, in der Hoffnung das sie vorzeitig etwas bewirken können.
Sie haben versucht anzugreifen, doch ist es bislang bei kleineren Angriffen geblieben.
Die erste Nacht war ruhig. Ich befinde mich immernoch dort.
Wir müssen uns nun auf eine längere Belagerung einstellen.
Bitte komm bald wieder. Sei bei deiner Heimkehr vorsichtig, da wir uns im Kriegszustand befinden.
Es ist ungewiss wie lange dieser Zustand anhalten wird.

Ich hoffe dich bald wieder zu sehen,

Hailey
Sie legte den Brief in einen Umschlag, verzierte jenen mit Keylons Namen. Ein Bote sollte den Brief weiterleiten, sodass er schnellstmöglichst bei ihm ankommt.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Keylon legte das Buch zur Seite als der Bote ihm den Brief übergab.
Selbst aus der Entfernung konnte sein Onkel sehen wie die Augen seines Neffen aufleuchteten, als
er den Brief in die Hände nahm und öffnete.
"Von deiner Hailey?" fragte er mit einem sachtem Lächeln, und Keylon blickte mit ebensolchem auf.
"Ja, ich denke schon."
Arwan kam näher und legte ihm die Hand auf die Schulter. "Du liebst sie wirklich sehr hm?"
Keylon nickte und strahlte seinen Onkel an. "Sieht man das nicht?"
Arwan lachte und nickte. "Und ob. Ich bin in einer Stunde zurück, wir machen dann weiter."
Damit ging Arwan und Keylon öffnete den Brief nun gänzlich und begann zu lesen

Mit jedem Wort Wort wurde er ernster und am Ende legte er den Brief besorgt zur Seite.
Am liebsten wäre er seinem Impuls gefolgt und hätte sein Schwert ergriffen und wäre sofort heimwärts
gefahren aber das ging nicht.
Er musste dringend mit seinem Onkel reden. Er war sich sicher das er ihn verstehen würde.
Aber der würde erst in einer Stunde zurück sein. Seinem Onkel lag das Kloster stets am Herzen.
Er hatte oft davon gesprochen und Keylon auch im Namen der Temora erzogen.
Keylon war sich sicher das er ihn würde gehen lassen... gut... er hoffte es jedenfalls.

So setzte er sich hin, zog Feder, Tinte und Pergament heran und begann einen Brief zu schreiben.
Meine geliebte Hailey,

ich vermisse dich sehr und dein Brief jetzt erfüllt mich mit Sorge.
Bitte pass auf dich auf. Ich könnte es mir nie verzeihen wenn dir etwas passieren würde.
Wenn mein Onkel es erlaubt werde ich sofort abreisen, aber ich weiss nicht wann das nächste Schiff
fährt. Im Moment haben wir hier einen Sturm der jegliche Abfahrt verhindert.
Ich wünschte ich könnte meinem Herzen folgen und fliegen.
Dann wäre ich schon im nächsten Augenblick bei dir.
Temora ist stark, und mein Glaube erfüllt mich mit Hoffnung das das Kloster nicht fallen wird.
Am Ende wird der große Adler kommen. Das Kloster wird stand halten gegen jene Fehlgeleiteten.
Ich glaube fest daran.
Wenn mein Onkel hört was geschehen ist, wird er mich sofort gehen lassen, da bin ich mir sicher.
Ich hoffe schnell wieder da zu sein, bei dir zu sein.
Das ich neben dir und meinen Kameraden dabei sein kann um dem Klsoter bei zu stehen.
Ich hoffe also bis bald.

in Liebe
Dein Keylon.
*dem Brief legt er eine gepresste Blume bei)
Hailey Lynn Drachenfels

Beitrag von Hailey Lynn Drachenfels »

"Eine Woche noch!"
Ganz aufgeregt lief Hailey im Haus auf und ab. Und noch so viel zu tun!
Hochzeiten konnten anstrengend sein. Aber das es so anstrengend war... Und dann auch noch die eigene!
Keylon erwies sich als nicht sehr produktiv. Große Menschenansammlungen waren nicht sein Ding, ganz zu schweigen von Dekoration und sonstigen Hochzeitskram.
Gut für Hailey. So konnte sie sich austoben, ohne groß Rücksicht auf andere nehmen zu müssen. Sie war sehr wählerisch, in allen denkbaren Dingen. Es musste einfach alles perfekt sein.

Vieles hatte sie schon erledigt, vieles in Auftrag gegeben. Doch das Gefühl etwas vergessen zu haben, plagte sie auch noch in den Nächten, in denen sie plötzlich erwachte.

Mit Aurea reden, Hochzeitstermin aussuchen, Plan absprechen, beichten, Hochzeitskleid herstellen lassen, das blaue Band für die Zeremonie herstellen lassen, Einladungen fertig machen und verschicken, Essen und Getränke bestellen, Ringe machen lassen, mit den Baumeistern reden, Dekoration vorbereiten, Blumen vorbestellen, Schmuck herstellen lassen, und und und... Alles NUR für EINEN Tag!

So viele Sachen im Kopf, so vieles an das sie denken musste. Vor lauter Vorbereitungen kamen viele andere Dinge in Vergessenheit oder mussten anstehen.
Aufträge hatte sie zum Glück keine mehr. Das Schreinerhandwerk hatte sie nun gänzlich aufgegeben, um sich voll und ganz auf den Fernkampf konzentrieren zu können. Leider litt das Regiment unter ihren Vorbereitungen. Dabei wollte sie sich von der besten Seite zeigen, selbst wenn sie vielleicht schon davor keinen sehr guten Eindruck hinterlassen hatte.
Der Beitritt war das richtige in ihren Augen. Sie würde eine gute Ausbildung bekommen und so konnte sie endlich ihre Zweifel beiseite kehren.
Es war nach wie vor nicht einfach. Es war eine große Veränderung. Eine der größten.

Veränderungen... Davon gab es in der letzten Zeit so viele. Hätte sich Hailey nun ein Jahr vorher noch vor Augen, hätte sie sich selbst kaum wieder erkannt, gar nur den Kopf geschüttelt.
Möglicherweise lag es teilweise auch an Keylon, ja. Aber auch die vergangenen Ereignisse, die Kämpfe die sie miterlebt hatte... All das hat ihr die Augen geöffnet, ihr gezeigt wie verletzbar und schwach sie eigentlich war. Ihr vor Augen gehalten, das sie sich nicht hat wehren können, das sie sich selbst und andere nicht beschützen konnte. Dabei wollte sie es und es war kein Geheimnis.
Hatten die anderen doch Recht? Stürzte sie sich in Gefahren? Hing das vielleicht damit zusammen, das sie sich etwas beweisen wollte? Oder Keylon, der sie immer versucht hatte von allen Gefahren fern zu halten...? Dem all das immernoch nicht sonderlich gefiel? Von dem sie sich noch vor kurzem anhören musste, das die Schreinerei doch Erfüllung genug für sie wäre...
Auch Liliana fand dafür keine Begeisterung.
War das sogar der Reiz? Sie wollte nicht länger eine schwächliche Hailey sein.
Sie war nicht länger ängstlich. Ja, sie ist auch furchtlos geworden. Sie ist gewachsen, sie hat sich weiterentwickelt. Sie hat einen riesigen Sprung innerhalb einer erschreckend kurzen Zeit gemacht.

Sie begann sich zunehmend für die Heilkunst zu interessieren. Hailey wollte bereit für alle Verletzungen während eines Kampfes sein. Während der Belagerung hatte sie ihr Wissen und Können häufig gebraucht, hatte versucht Torjan und Kersti unter die Arme zu greifen, die mehr als genug zu tun hatten. Sie hatte zum ersten mal eine Kugel und einen Pfeil entfernt, zum ersten Mal menschliche Haut genäht, obwohl sie selbst noch verletzt und am bluten war. Liliana und Torjan haben sie gut vorbereitet. Das einzige was noch im Weg stand, waren die Übelkeiten, die auftraten wenn sie Blut in großen Menge sah. Jedes mal wenn dies aufgetreten ist, dachte sie daran wie Torjan sie erschüttert fragte ob sie nicht schwanger sei. Sie beginnt jedes mal dabei zu lächeln und kommt rasch auf andere Gedanken.

Sie übte nun jeden Tag, machte schon früh morgens parallel mit Keylon ihre Runden. Mittags oder Abends verkroch sie sich in Höhlen, verschoss Unmengen von Pfeilen. Sie lernte schnell, sie lernte gut. Doch das Können alleine war nur der Anfang. Ein toller Bogen machte noch lange keine gute Schützin aus.

Noch eine ganze Woche...
Wie schnell die Zeit doch verflog. Wie viel die beiden nun erlebt haben, in dieser kurzen Zeit. Wie viel sie doch schon durchgestanden haben... Wie viele Steine schon auf ihren Wegen lagen... Immer haben sie Mittel und Wege gefunden diese Steine zu umgehen. Es war nicht immer einfach. Sie beide waren nicht immer einfach. Vor allem in den letzten Wochen nicht. Doch nun gab es keine Zweifel mehr.

Noch eine... ganze, lange Woche...
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Pergament für Pergament landete im lodernden Kamin.
Eheversprechen ... Eheversprechen...
Er sollte ein Eheversprechen zu Papier bringen, und er bekam nur diese Sätze in den Kopf die eigentlich Standart waren.
Sein Kopf war so leer wie noch nie, dabei gab es so viel was er ihr sagen wollte.
Von Liebe von Vertrauen, das er sie unterstützen wollte, all das was sie die letzte Zeit durchgemacht hatten, worüber sie gesprochen hatte, aber ein Eheversprechen ?
Er seufzte.
Natürlich wollte er sie heiraten, aber das ganze drumherum.
Er hätte sie einfach entführen sollen und still und heimlich im kleinen Kreis ...
Nein das konnte er ihr und auch Amelie nicht antun.
Aber wussten sie was sie ihm damit antaten?

Alleine bei dem Gedanken an die vielen Leute, brach ihm der Schweiß aus.
Inmitten von Kameraden,. das Schwert an der Seite, vorbereitetend auf eine Schlacht war das alles ganz was anderes aber so ? Eine Feier...
Er öffnete ächzend den Kragen.
Er hoffte nur da er nicht in Ohnmacht fallen würde oder fliehen... gut. Nach der Trauung.
Das nächste Pergament wanderte in das alles vernichtende Feuer.
Er wollte gerade das Tintenfass endgültig zur Seite schieben hielt dann inne.
Nein. Warum nicht genau das?!
Liebe, Vertrauen, Unterstützung... War es nicht das was eine Beziehung ausmachte?
Vielleicht sollte er einfach improvisieren?
Er nickte begann zu schreiben, hörte aprubt wieder auf. Ihm würde schon was einfallen wenn es soweit war.
Und wenn nicht?
Nun ... einfach reißaus nehmen.
„Fluchtpferd bereitstellen.“ schrieb er auf das Pergament nicht wirklich ernst gemeint.
Dann fügte er noch einige andre Dinge auf das Pergament hinzu und steckte es in seine Jackentasche. Es würde schon alles gut gehen. Man heiratete schließlich nicht alle Tage.

Er sollte jetzt eigentlich glücklich sein und sich freuen, aber ihm war schlecht, er war aufgeregt, und fühlte sich wie vor seiner ersten Schlacht.
Natürlich freute er sich.
Endlich war der Tag da aber würde er alles Richtig machen?
Was wenn er stolperte oder zu aufgeregt zum Sprechen war, oder nein statt ja sagen würde, oder... oder ...
Er schalt sich selbst einen Narren.
Was sollte schon schief gehen. Er würde heiraten.
So lange hatten sie jetzt schon darauf gewartet und jetzt war es endlich soweit.
Der Anfang, eines neuen Weges.
Aus dem Ich und du wird ein Wir werden und vielleicht war das ja auch der Weg zu einer kleinen Familie.
Seiner kleinen Familie.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Der Himmel war grau.
Doch für ihn war er es nicht. Er und Hailey hatten gestern geheiratet, und so ... schlimm wie er es sich vorgestellt hatte, war es nun doch nicht gewesen.
Schlimm ... er musste leicht Schmunzeln während er einen Schluck seines Moccas trank.
Er hatte sich nur vor den vielen Menschen gefürchtet.
Seit dem Angriff auf sein Dorf, mochte er solche Ansammlungen nicht. Er fühlte sich unwohl und ihm brach der Schweiß aus, und der Gedanke an Flucht war meist vorrangig dann, was natürlich bei einer Hochzeit, zumal noch seiner Eigenen ein wenig unvorteilhaft gewesen wäre.
Hailey, Amelie und seine Famlilie hätten ihn wohl gevierteilt.
Er hatte ja auch gar nicht fliehen wollen. Warum auch.
Mit Hailey hatte er die Frau an seiner Seite die er hatte haben wollen.
Ungestüm, Leidenschaftlich in allem was sie tat, und das mit all ihrem Sein.
Was ihn auch schon oft an den Rand eines Nervenzusammenbruches gebracht hatte.
Natürlich war es nicht immer einfach, aber ihre gemeinsame Liebe half über so viel hinweg, und ließ gar den
grauesten Morgen noch Hell, klar und fröhlich erscheinen.
So wie jetzt.
Noch einmal blickte er hinauf in das Grau.
Er stand auf dem kleinen Balkon und genoss es den Morgen so früh zu erleben.
Der Morgen zu einem neuem gemeinsamen Leben mit Hailey, und er war sich sicher das auch sie glücklich war.

Als die Tasse leer war, stellte er sie achtlos beiseite und trat zurück in den Schlafraum.
Seine Frau schlief noch.
Ihre Haare verteilten sich weit gefächert auf dem Kopfkissen, und sie hatte sich im Zuge seiner Abwesenheit, sein Kissen herangezogen und umarmte es, als wäre es sein Körper und nicht nur ein schnödes Kissen.
Nein, es war wohl inzwischen für beide kaum mehr denkbar alleine zu schlafen.
Einfach einander halten, für einander da sein, die Nähe des Anderen spüren, das war etwas das man, wenn man es erste einmal erspürt hatte, nie wieder aufgeben wollte.
Leise, ohne den Blick zu wenden trat er an das Bett und setzte sich auf die Kante.
Er würde mit seinem Onkel sprechen müssen. Er wollte nicht mehr von ihm geordert werden.
Seine Familie stand jetzt im Vordergrund, und seine Ausbildung in der Garde, die er beides eh schon viel zu sehr vernachlässigt hatte.
Ruhig schob er einige Haarsträhnen Haileys zur Seite um ihr Gesicht besser betrachten zu können.
Fast so als wolle er sich ihre Mimik für ein Leben lang einprägen.
So ruhig, so entspannt, wie sie nicht immer wahr.
Als er sanft über ihr Gesicht strich, griff ihre Hand vorsichtig nach der Seinen, und sie öffnete langsam und verschlafen aber doch sichtlich mit einem Lächeln das ihre Augen erreichte jene, und sah ihm entgegen.
„Guten Morgen Frau Hailey Lynn Salberg.“ flüsterte er leise, und begegnete ihrem Blick lange um darin zu versinken.
Hailey erwiderte diesmal nichts darauf, doch ließ er sich zu gerne von ihr zu sich ziehen um auch die nächsten Stunden einfach alles um sich herum zu vergessen.
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