Ein leises, glückliches seufzten entglitt dem Mund der jungen Frau als sie sich auf die Bank im Hospital fallen ließ. Es hatte den Anschein als gäbe es aktuell gerade keine einzige Stelle an ihrem Körper die nicht auf die ein oder andere Weise schmerzte. Aber es war irgendwie ein angenehmer Schmerz. Einer den sie auch gerne auf sich genommen hatte. Ein Feld umzugraben so tatsächlich einfacher aus als es war. Und trotzdem war sie heute Morgen wieder in aller Frühe aufgestanden um zum Hof zu reiten (sie hatte sich trotz der Schmerzen noch auf das sanfte und große Tier gewagt) und sich dort sorgfältig um den Teil des Feldes zu kümmern den Tarek ihr zugewiesen hatte. Jede einzelne Pflanze hatte die Aufmerksamkeit bekommen die sie verdient hatte. Auch wenn sie vermutlich am liebsten einfach sich hatte auf dem Feld auf die weiche Erde hätte legen wollen und sich dort weiter auszuruhen. Aber zu lernen bedeutete, dass man sich nicht auf dem ausruhte was man getan hatte. Sondern man musste ständig weitermachen und in Bewegung bleiben.
Sie war jetzt eigentlich nur wenige Tage hier, aber bei den vielen Menschen die sie bisher kennen gelernt hatte, kam es ihr geradezu vor als wäre es eine halbe Ewigkeit. Da waren einmal die Menschen aus dem Lehrhospital die sie liebevoll in ihrer Mitte aufgenommen hatten und für welche sie nun die Küche hütete und auch ein eigenes kleines Zimmerchen bekommen hatte. Liliana war in den Tagen bereits schon so etwas wie eine ältere Schwester für sie geworden. Der alte Torjan hatte sie darum gebeten nach den vielen kleinen Tierchen regelmäßig zu schauen die im Behandlungszimmer hinter Glas wimmelten und sie hatte ihm sogar bei dem Aushang für die Giftlehrstunde helfen können.
Der Aushang lies ihre Gedanken weiter zu der Vogtin Nyome van Belfa schweifen. Auch sie hatte ihr bereits sehr viel geholfen sich hier wohl zu fühlen mit dem ein oder anderem Geschenk oder dem Rundgang durch Adoran. Und Aidan freute sich auch bereits schon darauf, dass die Vogtin ihr noch mehr über die Ländereien des Herzogtums erzählen würde so wie sie es gesagt hatte. Allerdings wollte die junge Frau eigentlich auch die Bibliothek Besuchen, von der die anderen ihr erzählt hatten. Unter der bisherigen Arbeit hatte sie es nur irgendwie noch nicht dorthin schaffen können…
Dann waren da auch noch Neama Vulpis, die Magierin die immer einmal wieder zu Besuch in das Hospital kam und auch Nachbarin dessen war. Landor Tirond, der Schmied der nur ein paar Häuser weiter in der Straße wohnte und ihr geholfen hatte den Weg zurück zum Hospital zu finden, als sie im Adelsviertel zu Besuch war und auch noch Ben, der ihr ebenfalls versprochen hatte mehr über ihre neue Heimat in Erfahrung zu bringen damit sie alsbald schon ihren Bürgerbrief beantragen konnte. Und Leetha, die Schmiedin die mit ihnen an den allerersten Tagen mit in der Taverne zum Goldenen Lamm mit dabei war. Sie musste unbedingt noch ihr Versprechen wahr machen, diese in ihrem Laden zu besuchen. All jede hatte die doch recht kleine Frau bereits irgendwie in ihr Herz geschlossen.
Aber nicht zu vergessen waren natürlich die Bewohner des Kessels. Oder zumindest der kleine Teil den sie bisher kennen lernen dürfte. Die Menschen, die ein Teil ihrer neuen Familie sein würden. Zumindest war dies die Bedingung von Tarek gewesen. Aber dies war eine Bedingung die ganz gewiss nichts Schlechtes mit sich brachte. Und sie freute sich auch schon noch mehr Menschen aus dem Bunten Kessel kennen lernen zu dürfen. Der Teil den sie bisher kennen lernen durfte war unglaublich herzlich gewesen.
So hatte Tarek ihr auf seinem Hof ein Teil des Feldes überlassen das sie selbstständig bewirtschaften durfte und dort ihre Erfahrungen sammeln konnte zusätzlich zu dem, was er ihr beibrachte. Die wunderschöne Schneiderin Kaleya mit ihren eisblauen Augen die bei dem ersten Besuch im Kessel so viel zu tun gehabt hatte, weil alle paar Minuten das Glöckchen an der Türe geläutet hatte. Noch jetzt verharrte Aidans grüner Blick immer wieder an der wundervollen Tasche die sie mit sich trug seid Kaleya ihr diese Geschenkt hatte. In dunkelblauer Farbe und der Stickerei mit dem Kessel der von goldenen Ähren umschlungen wurde. Sowie auch die Bäuerin Shayla, die für sie das Treffen mit Tarek erst möglich gemacht hatte und immer für sie ein Lächeln auf den Lippen parat hatte wenn sie sich sahen.
Das war eine Familie auf die man sich freute.
Und dabei wäre die junge, noch am Anfang stehende Bäuerin, vor nur wenigen Tage am liebsten weinend ins Hospital gerannt weil ihr an einem anderen Hof gesagt worden war sie müsse dafür die Arbeit am Hospital dafür ganz aufgeben. Jetzt wollte Aidan erst recht sich und auch allen anderen zeigen, dass sie sich nicht mit all dem übernehmen würde, was sie sich vorgenommen hatte. Es war alles schaffbar, man musste sich die Zeit nur entsprechend einteilen. Sie glaubte fest daran.
Aber das… war bisher noch ihre Zukunft, die in den Sternen stand…
Im Kern jeder Niederlage steckt ein Saatkorn des Erfolgs.
- Alania Dansor
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- Alania Dansor
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Das Bett im Hospital fühlte sich gerade mehr als nur gemütlich an. Mittlerweile hatte ich wieder meine ganz normalen Sachen an und den Schmuck ausgezogen. Nun… nicht ganz. Die Armbänder hatte ich immer noch an aber die Ohrringe waren an meinen Ohren unglaublich schwer geworden mit der Zeit. Normalerweise trug ich so etwas nicht und ich hoffte es würde seine Zeit dauern bis wieder irgendwer auf die Idee kommen würde das ich solcherlei tragen sollte.
Warum ich sie überhaupt getragen hatte? Die Antwort war ganz einfach: ich hatte Kaleya nicht enttäuschen wollen und normalerweise war ich auch nicht auf Festlichkeiten so hoher Herrschaften. Etwas deplatziert hatte ich mich schon gefühlt. Und leicht gewesen an den ganzen für mich riesigen Regimentlern, in ihren dicken Rüstungen vorbei zu sehen war es auch nicht gewesen.
Aber immerhin hatte ich nun auf einige von den Adeligen einen Blick erhaschen können, die vielleicht für meinen Bürgerbrief wichtig war deren Namen und Funktion zu kennen. Und ich hatte den König, Ador der Erste von Alumenas, höchstpersönlich gesehen. Er war wirklich eine stattliche Person gewesen. So wie man es erzählt bekam, dass ein König auszusehen hatte.
Auf unserem Hof in der Heimat hatten wir hin und wieder auch Besuch von Adeligen gehabt. Aber deren Stand war meist eher recht niedrig gewesen. Und wenn er doch höher gewesen war, hatten sie meist nur ihre Pferde für wenige Stunden bei uns auf der Weide ruhen lassen. Das hier war für mich etwas ganz anderes. Das Gelände Adeliger war für mich ein neues Gebiet. Ich war Wald, den eigenen Hof und die Wohnräume der Dorfbewohner gewohnt von der Gegend aus der ich stammte.
Bei jenen Gedanken bekam ich irgendwie Heimweh nach meiner Familie. Wie es meinen Eltern und Brüdern wohl im Augenblick erging? Meine Mutter hatte den Haushalt immer so gut wie es ihr möglich war bisher geführt. Auch wenn mein Vater immer wieder mit seiner Spiele sucht Löcher in die Finanzen gerissen hatte. Wie auch dieses eine Mal, nachdem Mutter mich weggeschickt hatte. Hier her, an jenem Ort an dem ich mich im Augenblick befand.
Warum hatte ich eigentlich dem jungen Geschichtenerzähler meine eigene Geschichte erzählt gehabt? Eigentlich brachten mich die Gedanken an meine Familie im Augenblick eher schmerzen mit sich. Und ich wartete immer noch vergeblich auf eine Nachricht meiner Mutter. Konnte sie es diesmal nicht so einfach wieder gerade Bügeln können wie sonst immer? Aber schließlich war es auch bisher nicht so gewesen wie dieses eine Mal. Er hatte mir diese Geschichte von mir einfach so entlockt…
Unter all den Gedanken, dem heute geschehenen Überfall über den ich noch berichten musste, dem Fest und der Feldarbeit viel ich erst einmal in einen langen, traumlosen Schlaf.
Warum ich sie überhaupt getragen hatte? Die Antwort war ganz einfach: ich hatte Kaleya nicht enttäuschen wollen und normalerweise war ich auch nicht auf Festlichkeiten so hoher Herrschaften. Etwas deplatziert hatte ich mich schon gefühlt. Und leicht gewesen an den ganzen für mich riesigen Regimentlern, in ihren dicken Rüstungen vorbei zu sehen war es auch nicht gewesen.
Aber immerhin hatte ich nun auf einige von den Adeligen einen Blick erhaschen können, die vielleicht für meinen Bürgerbrief wichtig war deren Namen und Funktion zu kennen. Und ich hatte den König, Ador der Erste von Alumenas, höchstpersönlich gesehen. Er war wirklich eine stattliche Person gewesen. So wie man es erzählt bekam, dass ein König auszusehen hatte.
Auf unserem Hof in der Heimat hatten wir hin und wieder auch Besuch von Adeligen gehabt. Aber deren Stand war meist eher recht niedrig gewesen. Und wenn er doch höher gewesen war, hatten sie meist nur ihre Pferde für wenige Stunden bei uns auf der Weide ruhen lassen. Das hier war für mich etwas ganz anderes. Das Gelände Adeliger war für mich ein neues Gebiet. Ich war Wald, den eigenen Hof und die Wohnräume der Dorfbewohner gewohnt von der Gegend aus der ich stammte.
Bei jenen Gedanken bekam ich irgendwie Heimweh nach meiner Familie. Wie es meinen Eltern und Brüdern wohl im Augenblick erging? Meine Mutter hatte den Haushalt immer so gut wie es ihr möglich war bisher geführt. Auch wenn mein Vater immer wieder mit seiner Spiele sucht Löcher in die Finanzen gerissen hatte. Wie auch dieses eine Mal, nachdem Mutter mich weggeschickt hatte. Hier her, an jenem Ort an dem ich mich im Augenblick befand.
Warum hatte ich eigentlich dem jungen Geschichtenerzähler meine eigene Geschichte erzählt gehabt? Eigentlich brachten mich die Gedanken an meine Familie im Augenblick eher schmerzen mit sich. Und ich wartete immer noch vergeblich auf eine Nachricht meiner Mutter. Konnte sie es diesmal nicht so einfach wieder gerade Bügeln können wie sonst immer? Aber schließlich war es auch bisher nicht so gewesen wie dieses eine Mal. Er hatte mir diese Geschichte von mir einfach so entlockt…
Unter all den Gedanken, dem heute geschehenen Überfall über den ich noch berichten musste, dem Fest und der Feldarbeit viel ich erst einmal in einen langen, traumlosen Schlaf.
- Alania Dansor
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Der Blick der grünen Augen der jungen Bäuerin ruhte nachdenklich auf dem goldenen Schimmer ihres Armbandes, dass durch den Schein des Feuers beleuchtet wurde und den Schriftzug ihres Namens noch deutlicher machte. Was war eigentlich aus ihr geworden, seit sie sich nun in Gerimor befand? Und wer war sie eigentlich?
Natürlich war sie immer noch die Tochter ihrer Eltern von denen sie mittlerweile Botschaft erhalten hatte, dass alles wieder in normalen Bahnen für die Familie lief. Diese waren bei ihrem Besuch sehr enttäuscht gewesen, als sie gesagt hatte sie würde zurück nach Adoran reisen. Aber der Tag des Abschieds wäre sowieso eines Tages gekommen. Spätestens zu jenem Zeitpunkt in dem die junge Frau in eine neue Familie eingeheiratet hätte. Das mit der neuen Familie war sogar nun irgendwie ein Grund dafür. Nur das mit dem einheiraten, das war nicht so ganz der Grund dafür. Der Kessel war eher eine Familie der Freundschaft und des Zusammenhaltes. Weniger etwas, dass mit dem Fortbestand der Blutlinie zu tun hatte.
Das wäre auch die eigentliche Antwort die Alania geben würde was aus ihr geworden war. Ein Familienmitglied des bunten Kessels. Doch Sam, eines ihrer eigenen kessligen Familienmitglieder hatte sie dahingehend zum Grübeln gebracht. Was wäre sie, wenn sie nicht ein Teil dieser neuen so geliebten Familie wäre? Was wäre dann noch da?
Gut eigentlich hatte er damit angefangen das er schon einmal ihre Arbeit weggestrichen hatte. Eigentlich das, womit sie die meiste Zeit des Tages zubrachte. Aber so ein Hof brauchte auch verdammt viel Pflege. Sie lebte eigentlich für die Arbeit wenn man es ganz genau nehmen wollte. Feld, Käserei, Tier- und Pflanzenzucht… am liebsten wäre sie an allen Stellen auf dem Hof zugleich. Aber den meisten Spaß hatte sie immer noch dabei, sich besondere Kreationen in der Küche auszudenken und ihren Freunden und Bekannten die Endprodukte zu präsentieren und sie diese probieren zu lassen. Die meiste Zeit entstanden dabei auch recht leckere Speisen… wenn man mal von dem einen oder anderen Unfall absah, der derweil dabei entstand. Oder den Hustenbonbons die Tarya sich von ihr gewünscht hatte.
Wenn Kessel und der Hof also wegfielen war da immer noch das Hospital. Aber auch das zählte man wenn man es genau nehmen wollte zur Arbeit. Immerhin war sie Köchin dort. Auch wenn alle im Hospital ebenso zu ihren Freunden zählten und sie mit ihrem Essen dort den Patienten half.
Was blieb also von ihr übrig wenn man all das von ihr wegstreichen würde? Aus ihrer eigenen Sicht war da nicht mehr viel übrig. Genau das waren die Dinge die sie nun einmal ausmachten, für die sie auch lebte.
Und genau das waren auch für sie die Gründe warum sie der Meinung war, so etwas wie tiefere Gefühle, ein Zusammenleben mit einer einzigen Person und bestimmten Person waren für sie nicht bestimmt. Unter all der Zeit die sie für andere Dinge aufbrachte konnte sie ihren Blick nicht auf einfach eine Person richten. Außerdem war ihre Persönlichkeit auch meist zu unruhig dafür, still an einem Ort zu verweilen über einen längeren Zeitraum. Es machte sie oftmals unruhig.
Vor allem schien diese Unruhe sie auch immer ausgerechnet dann zu überfallen, wenn sie mit Janos alleine war und dieser solche Dinge versuchte wie ihre Hände zu greifen und diese zu massieren. Es war auch gar nicht der Umstand, dass sie etwas gegen Berührung oder das zusammen sein als solches hatte. Nur das Gefühl, dass sie dabei jedes Mal überfiel. Dies wollte ihr einfach nicht gefallen. Aber wie sie dieses Gefühl beschreiben sollte, konnte sie selbst auch nicht so genau sagen.
Also? Was oder wer war sie? Alania selbst würde weiterhin jedem voller Selbstsicherheit antworten das sie ein Teil der Kesselfamilie, Bäuerin und Köchin des Hospitals war. Dass es bestimmte Eigenschaften die sie zu diesem Menschen werden ließen… dies sah die junge Frau selbst noch nicht wirklich. Dazu… musste sie selbst erst noch lernen hinter die eigene Fassade zu blicken…
Natürlich war sie immer noch die Tochter ihrer Eltern von denen sie mittlerweile Botschaft erhalten hatte, dass alles wieder in normalen Bahnen für die Familie lief. Diese waren bei ihrem Besuch sehr enttäuscht gewesen, als sie gesagt hatte sie würde zurück nach Adoran reisen. Aber der Tag des Abschieds wäre sowieso eines Tages gekommen. Spätestens zu jenem Zeitpunkt in dem die junge Frau in eine neue Familie eingeheiratet hätte. Das mit der neuen Familie war sogar nun irgendwie ein Grund dafür. Nur das mit dem einheiraten, das war nicht so ganz der Grund dafür. Der Kessel war eher eine Familie der Freundschaft und des Zusammenhaltes. Weniger etwas, dass mit dem Fortbestand der Blutlinie zu tun hatte.
Das wäre auch die eigentliche Antwort die Alania geben würde was aus ihr geworden war. Ein Familienmitglied des bunten Kessels. Doch Sam, eines ihrer eigenen kessligen Familienmitglieder hatte sie dahingehend zum Grübeln gebracht. Was wäre sie, wenn sie nicht ein Teil dieser neuen so geliebten Familie wäre? Was wäre dann noch da?
Gut eigentlich hatte er damit angefangen das er schon einmal ihre Arbeit weggestrichen hatte. Eigentlich das, womit sie die meiste Zeit des Tages zubrachte. Aber so ein Hof brauchte auch verdammt viel Pflege. Sie lebte eigentlich für die Arbeit wenn man es ganz genau nehmen wollte. Feld, Käserei, Tier- und Pflanzenzucht… am liebsten wäre sie an allen Stellen auf dem Hof zugleich. Aber den meisten Spaß hatte sie immer noch dabei, sich besondere Kreationen in der Küche auszudenken und ihren Freunden und Bekannten die Endprodukte zu präsentieren und sie diese probieren zu lassen. Die meiste Zeit entstanden dabei auch recht leckere Speisen… wenn man mal von dem einen oder anderen Unfall absah, der derweil dabei entstand. Oder den Hustenbonbons die Tarya sich von ihr gewünscht hatte.
Wenn Kessel und der Hof also wegfielen war da immer noch das Hospital. Aber auch das zählte man wenn man es genau nehmen wollte zur Arbeit. Immerhin war sie Köchin dort. Auch wenn alle im Hospital ebenso zu ihren Freunden zählten und sie mit ihrem Essen dort den Patienten half.
Was blieb also von ihr übrig wenn man all das von ihr wegstreichen würde? Aus ihrer eigenen Sicht war da nicht mehr viel übrig. Genau das waren die Dinge die sie nun einmal ausmachten, für die sie auch lebte.
Und genau das waren auch für sie die Gründe warum sie der Meinung war, so etwas wie tiefere Gefühle, ein Zusammenleben mit einer einzigen Person und bestimmten Person waren für sie nicht bestimmt. Unter all der Zeit die sie für andere Dinge aufbrachte konnte sie ihren Blick nicht auf einfach eine Person richten. Außerdem war ihre Persönlichkeit auch meist zu unruhig dafür, still an einem Ort zu verweilen über einen längeren Zeitraum. Es machte sie oftmals unruhig.
Vor allem schien diese Unruhe sie auch immer ausgerechnet dann zu überfallen, wenn sie mit Janos alleine war und dieser solche Dinge versuchte wie ihre Hände zu greifen und diese zu massieren. Es war auch gar nicht der Umstand, dass sie etwas gegen Berührung oder das zusammen sein als solches hatte. Nur das Gefühl, dass sie dabei jedes Mal überfiel. Dies wollte ihr einfach nicht gefallen. Aber wie sie dieses Gefühl beschreiben sollte, konnte sie selbst auch nicht so genau sagen.
Also? Was oder wer war sie? Alania selbst würde weiterhin jedem voller Selbstsicherheit antworten das sie ein Teil der Kesselfamilie, Bäuerin und Köchin des Hospitals war. Dass es bestimmte Eigenschaften die sie zu diesem Menschen werden ließen… dies sah die junge Frau selbst noch nicht wirklich. Dazu… musste sie selbst erst noch lernen hinter die eigene Fassade zu blicken…

- Alania Dansor
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Es gab viele aufregende Tage in dem Leben, dass die junge Bäuerin nun führte. Meistens bestanden diese darin, dass in der Frühe erst einmal der Hof nach Aufmerksamkeit rief. Unterstützt von dem lautstarken Gemecker der Ziege die nach frischem Futter verlangte – das natürlich am besten sofort und ohne jede Verzögerung. Die Kühe und Hühner schienen das ganze schon gelassener zu sehen. Aber sie waren auch schon wesentlich länger auf dem Hof ansässig. Sie wussten, dass man sie schon nicht vergessen würde. Oder sie dachten einfach nur es lag kein Sinn dahinter zu rufen, wenn sie sowieso in der letzten Zeit recht selten auf dem Hof übernachtete. Selbst wenn es nur einen Katzensprung entfernt war, im Nachtbarhaus. Dabei war es für Alania selbst so, als könne sie noch jeden einzelnen Käfer an ihren Pflanzen nagen hören. Natürlich konnte sie das nicht einmal, wenn sie direkt daneben Stand – aber die Einbildungskraft war stark wenn man erst einmal eines dieser krabbelnden Tierchen gesehen hatte.
Danach verbrachte sie meistens Zeit in der Küche, allerdings war dies für sie weniger Arbeit. Viel eher war dies für sie etwas bei dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnte und immer nach neuen kleinen Köstlichkeiten versuchte, die später dann im bunten Kessel verteilt worden waren. Genau der Ort der angesteuert wurde, wenn die Arbeit auf dem Hof erledigt war. Auch hier wurde erledigt was es zu erledigen gab und danach fleißig mit den anderen gelacht und gescherzt. In den Rollen der Opfer von diesen Scherzen befanden sich aktuell meist Kaleya und die Bäuerin selbst. Und in den Rollen der Täter? Auch hier konnte man die eben genannten Namen einsetzen. Woran das lag? Lieb gemeinte Neckereien dessen Ursprung vermutlich darin lag, dass sie beide einen Partner unter den Kesslern hatten – beides Estargos – ganz nach dem Prinzip: und wann ist endlich die Hochzeit und wie weit ist es mit den kleinen?
Für Alania selbst lag das alles natürlich noch eher in weiter Ferne. Für sie selbst war das ganze immer noch frisch und irgendwie ungewohnt und in gewisser Weise auch vollkommen unschuldig. Die Vermutung lag nahe, dass ihr Estargo darauf achtete nicht zu forsch vorzugehen. Zu leicht war es möglich, dass sie doch wie ein junges Reh reagierte und davonhoppeln konnte. Zu lange hatte er sich ihr Gejammer angehört wie es für sie war, wenn sie überrannt wurde. Und es hatte auch eine ganze Weile gedauert, bis er ihr gesagt hatte sie er für sie empfand. Wobei sagen das falsche Wort war um dies zu beschreiben. Eigentlich hatte er sie überfallen und ihre Naivität für sich genutzt und dabei ordentlich aus dem Konzept gebracht als er einfach mal so eben ihren ersten Kuss sich geklaut hatte.
In den ersten Tagen danach war die junge Frau gewaltig verwirrt gewesen – ehe sie Sam und sich selbst eingestanden hatte ebenso etwas für ihn zu empfinden.
Noch mehr Chaos gab es entsprechend wenn der Gedanke auf Janos viel. Sie hatte ein unglaublich schlechtes Gewissen, nun da sie mit Sam liiert war und überlegte eifrig wie sie es ihm so schonend wie möglich beibringen konnte. Und je länger er bei ihr nicht vorbei so, umso mehr hatte sie Bedürfnis einfach wegzulaufen und es gar nicht zu sagen. Geheimzuhalten war die Tatsache mit ihr und Sam allerdings auch ganz und gar nicht. Sie konnte sich genau vorstellen wie verletzt und enttäuscht er sein musste sobald der Tag kam. Und sie hoffte schwer, dass er es vorher nicht schon von jemandem anderen erfahren würde.
Und schließlich waren da auch, die mittlerweile viel zu seltenen Besuche im Hospital. Und genau hier hatte sie nun ihren vermutlich nervenaufreibendsten Abend gebracht, den sie in der ganzen Zeit von Gerimor eigentlich erlebt hatte. Die normal fast immer lachende und scherzende junge Frau war für ihre Verhältnisse geradezu ernst und düster gewesen. Und schlussendlich sogar in Tränen aufgelöst. Die Geschichte dahinter? Diese begann eigentlich schon in ihrer Kindheit. Und in zwei Menschen die von Grund auf unterschiedlich ihr Leben gelebt hatte.
Die kleine Bäuerin war auf dem Gestüt ihrer Familie aufgewachsen und auch dort erzogen worden. Ihre Mutter hatte ihr zwar versucht alles soweit beizubringen, was notwendig dafür war einen Haushalt zu führen, ansonsten hatte sie die restliche Zeit aber zumeist mit ihren drei älteren Bruder verbracht. Diese hatten sie auch überall hin immer bereitwillig mitgenommen. Dabei war sie weniger die kleine Schwester gewesen sondern viel mehr ein weiterer kleiner Bruder in der Behandlung von ihnen gewesen. Mit ihren kurzen Haaren in den jüngeren Jahren wurde dies auch von vielen meist so aufgefasst als wäre sie tatsächlich eher ein kleiner und schwächlicher Junge. Dies hatte ihr auch unter Umständen hin und wieder mehr Freiheiten verschafft als einem kleinen Mädchen. Und erst als sie schließlich in einem fortgeschrittenen Alter sich befunden hatte, gaben die Brüder ein wenig mehr Acht auf sie. Oder eher auf jene welche sich um sie versammelten. Dabei blieb es aber meistens bei bösen Blicken an jene, die der kleinen etwas zu nahe kamen. Nichts offensichtliches was Alania mitbekommen hatte. In dieser Familie war es üblich gewesen seine eigenen Entscheidungen zu treffen und nur selten wurde einem dabei hinein geredet.
Zumindest bis zu dem Tag an dem ihr Vater seine Spielschulden bei einem der Adeligen aus der Gegend nicht hatte sofort begleichen können. Alania war an diesem Tag von ihrer Mutter auf das nächste Schiff nach Gerimor abgesetzt worden, ohne da auch irgendwelche wiederworte von ihr oder den Brüdern gehört wurde. Sie sollte sehen wie sie dort über die Runden kam. Zwar hatte die Mutter ihr das wichtigste in die Hand gedrückt, aber alleine schon die Reise war teurer gewesen als ursprünglich vermutet. Zudem hatte sie sich noch nicht einmal bei ihrer Familie melden dürfen. Zumindest nicht, bis sie nicht eine Nachricht von dieser erhalten hatte.
Und warum das Ganze? Weil der Adelige schlussendlich verlangt hatte Alania mit seinem jüngsten Sohn als Ausgleich für die Schulden zu vermählen. Ein junger Mann der ebenso stolz und von sich selbst überzeugt war wie der Vater selbst. Die junge Frau war sich selbst mittlerweile sicher, dass die Idee von dem jungen Mann selbst kam. Als Rache dafür, dass er damals auf ihre Scherze hinein gefallen war und es ihr nie heimzahlen konnte.
Und aus der Sicht ihrer Mutter war dieses Problem ganz einfach zu lösen: eine Tochter die spurlos verschwunden war konnte auch nicht so einfach vermählt werden.
Und genau in diese Zeit würde die junge Bauersfrau nun zurückversetzt. Sie selbst sah in dem Bruder von Eli genau diese Art von Menschen – oder besser gesagt diese Art von Adel – die sie aus ihrer eigentlichen Familie so Brutal herausgerissen wurde. Sie konnte die Einstellung von ihm nicht leiden, dass er das Oberhaupt war und alleine das Sagen in seiner Familie hatte. Er hatte ja Recht, auf irgendeine Weise unterstellte sie ihm Sklaverei. Aber war es das nicht auch irgendwo, wenn man keine anderen Meinungen von außenstehenden zuließ? Der Mann ließ bei ihr einfach alle Sicherungen durchbrennen. Und, dass sie sich bei ihm entschuldigen ‚durfte‘ um alles wieder gut zu machen hatte endgültig eine Explosion ausgelöst gehabt. Sie hatte ihm zwar nichts mehr an den Kopf geworfen, dafür war sie einfach Wortlos gegangen. Das konnte und wollte sie auch nicht – selbst wenn es vermutlich die vernünftigste Lösung gewesen wäre die sich geboten hätte… auch die kleine hatte irgendwo einen gewissen Stolz den sie nicht so einfach herunterschlucken konnte…
Danach verbrachte sie meistens Zeit in der Küche, allerdings war dies für sie weniger Arbeit. Viel eher war dies für sie etwas bei dem sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnte und immer nach neuen kleinen Köstlichkeiten versuchte, die später dann im bunten Kessel verteilt worden waren. Genau der Ort der angesteuert wurde, wenn die Arbeit auf dem Hof erledigt war. Auch hier wurde erledigt was es zu erledigen gab und danach fleißig mit den anderen gelacht und gescherzt. In den Rollen der Opfer von diesen Scherzen befanden sich aktuell meist Kaleya und die Bäuerin selbst. Und in den Rollen der Täter? Auch hier konnte man die eben genannten Namen einsetzen. Woran das lag? Lieb gemeinte Neckereien dessen Ursprung vermutlich darin lag, dass sie beide einen Partner unter den Kesslern hatten – beides Estargos – ganz nach dem Prinzip: und wann ist endlich die Hochzeit und wie weit ist es mit den kleinen?
Für Alania selbst lag das alles natürlich noch eher in weiter Ferne. Für sie selbst war das ganze immer noch frisch und irgendwie ungewohnt und in gewisser Weise auch vollkommen unschuldig. Die Vermutung lag nahe, dass ihr Estargo darauf achtete nicht zu forsch vorzugehen. Zu leicht war es möglich, dass sie doch wie ein junges Reh reagierte und davonhoppeln konnte. Zu lange hatte er sich ihr Gejammer angehört wie es für sie war, wenn sie überrannt wurde. Und es hatte auch eine ganze Weile gedauert, bis er ihr gesagt hatte sie er für sie empfand. Wobei sagen das falsche Wort war um dies zu beschreiben. Eigentlich hatte er sie überfallen und ihre Naivität für sich genutzt und dabei ordentlich aus dem Konzept gebracht als er einfach mal so eben ihren ersten Kuss sich geklaut hatte.
In den ersten Tagen danach war die junge Frau gewaltig verwirrt gewesen – ehe sie Sam und sich selbst eingestanden hatte ebenso etwas für ihn zu empfinden.
Noch mehr Chaos gab es entsprechend wenn der Gedanke auf Janos viel. Sie hatte ein unglaublich schlechtes Gewissen, nun da sie mit Sam liiert war und überlegte eifrig wie sie es ihm so schonend wie möglich beibringen konnte. Und je länger er bei ihr nicht vorbei so, umso mehr hatte sie Bedürfnis einfach wegzulaufen und es gar nicht zu sagen. Geheimzuhalten war die Tatsache mit ihr und Sam allerdings auch ganz und gar nicht. Sie konnte sich genau vorstellen wie verletzt und enttäuscht er sein musste sobald der Tag kam. Und sie hoffte schwer, dass er es vorher nicht schon von jemandem anderen erfahren würde.
Und schließlich waren da auch, die mittlerweile viel zu seltenen Besuche im Hospital. Und genau hier hatte sie nun ihren vermutlich nervenaufreibendsten Abend gebracht, den sie in der ganzen Zeit von Gerimor eigentlich erlebt hatte. Die normal fast immer lachende und scherzende junge Frau war für ihre Verhältnisse geradezu ernst und düster gewesen. Und schlussendlich sogar in Tränen aufgelöst. Die Geschichte dahinter? Diese begann eigentlich schon in ihrer Kindheit. Und in zwei Menschen die von Grund auf unterschiedlich ihr Leben gelebt hatte.
Die kleine Bäuerin war auf dem Gestüt ihrer Familie aufgewachsen und auch dort erzogen worden. Ihre Mutter hatte ihr zwar versucht alles soweit beizubringen, was notwendig dafür war einen Haushalt zu führen, ansonsten hatte sie die restliche Zeit aber zumeist mit ihren drei älteren Bruder verbracht. Diese hatten sie auch überall hin immer bereitwillig mitgenommen. Dabei war sie weniger die kleine Schwester gewesen sondern viel mehr ein weiterer kleiner Bruder in der Behandlung von ihnen gewesen. Mit ihren kurzen Haaren in den jüngeren Jahren wurde dies auch von vielen meist so aufgefasst als wäre sie tatsächlich eher ein kleiner und schwächlicher Junge. Dies hatte ihr auch unter Umständen hin und wieder mehr Freiheiten verschafft als einem kleinen Mädchen. Und erst als sie schließlich in einem fortgeschrittenen Alter sich befunden hatte, gaben die Brüder ein wenig mehr Acht auf sie. Oder eher auf jene welche sich um sie versammelten. Dabei blieb es aber meistens bei bösen Blicken an jene, die der kleinen etwas zu nahe kamen. Nichts offensichtliches was Alania mitbekommen hatte. In dieser Familie war es üblich gewesen seine eigenen Entscheidungen zu treffen und nur selten wurde einem dabei hinein geredet.
Zumindest bis zu dem Tag an dem ihr Vater seine Spielschulden bei einem der Adeligen aus der Gegend nicht hatte sofort begleichen können. Alania war an diesem Tag von ihrer Mutter auf das nächste Schiff nach Gerimor abgesetzt worden, ohne da auch irgendwelche wiederworte von ihr oder den Brüdern gehört wurde. Sie sollte sehen wie sie dort über die Runden kam. Zwar hatte die Mutter ihr das wichtigste in die Hand gedrückt, aber alleine schon die Reise war teurer gewesen als ursprünglich vermutet. Zudem hatte sie sich noch nicht einmal bei ihrer Familie melden dürfen. Zumindest nicht, bis sie nicht eine Nachricht von dieser erhalten hatte.
Und warum das Ganze? Weil der Adelige schlussendlich verlangt hatte Alania mit seinem jüngsten Sohn als Ausgleich für die Schulden zu vermählen. Ein junger Mann der ebenso stolz und von sich selbst überzeugt war wie der Vater selbst. Die junge Frau war sich selbst mittlerweile sicher, dass die Idee von dem jungen Mann selbst kam. Als Rache dafür, dass er damals auf ihre Scherze hinein gefallen war und es ihr nie heimzahlen konnte.
Und aus der Sicht ihrer Mutter war dieses Problem ganz einfach zu lösen: eine Tochter die spurlos verschwunden war konnte auch nicht so einfach vermählt werden.
Und genau in diese Zeit würde die junge Bauersfrau nun zurückversetzt. Sie selbst sah in dem Bruder von Eli genau diese Art von Menschen – oder besser gesagt diese Art von Adel – die sie aus ihrer eigentlichen Familie so Brutal herausgerissen wurde. Sie konnte die Einstellung von ihm nicht leiden, dass er das Oberhaupt war und alleine das Sagen in seiner Familie hatte. Er hatte ja Recht, auf irgendeine Weise unterstellte sie ihm Sklaverei. Aber war es das nicht auch irgendwo, wenn man keine anderen Meinungen von außenstehenden zuließ? Der Mann ließ bei ihr einfach alle Sicherungen durchbrennen. Und, dass sie sich bei ihm entschuldigen ‚durfte‘ um alles wieder gut zu machen hatte endgültig eine Explosion ausgelöst gehabt. Sie hatte ihm zwar nichts mehr an den Kopf geworfen, dafür war sie einfach Wortlos gegangen. Das konnte und wollte sie auch nicht – selbst wenn es vermutlich die vernünftigste Lösung gewesen wäre die sich geboten hätte… auch die kleine hatte irgendwo einen gewissen Stolz den sie nicht so einfach herunterschlucken konnte…
