Die Katastrophe in Adoran hatte ihren Lauf genommen ... so lies sich Merrik nur sehr selten Blicken und auch die Diakonin huschte nur morgens und abends mit einem flüchtigen Gruß vorbei.
Zu viele Tage in denen sie von dem Zerfall ihrer neuen Heimat hörte und selbst an diesen Ort gefesselt war, ihren Freuden und den anderen Bewohnern nicht zur Hilfe eilen konnte.
Dennoch gab es immer wieder ein paar Sonnenstrahlen in ihrer Düsternis.
Ein etwas ungewöhlicher Besuch durch ihre treue Stute, Wölkchen, welche sich Zuhause losgerissen hatte um ihre Herrin zu suchen und sich in die Kapelle des Klosters verlief... Wie sehr ich dieses liebe, genügsame und verfressene Tier ins Herz geschlossen habe.. sie ist meine stetige Erinnerung an die Geborgenheit und Zuwendung die Lili mir zu jeder Zeit entgegenbrachte...
Und dann diese Nacht mit ihrem Sálamo.. Sie wärmte für den nächsten Tag in Einsamkeit... machte die Sehnsucht, wieder nach Hause zu kommen aber umso glühender...Du verbrennst mein Inneres und all meine Zweifel Merrik...
All das lies sie langsam wieder Mut fassen und Elly traute sich auch ohne Begleitung wieder vor die schützenden Mauern. Gut das keiner nach hakte, wie sie, wann, wohin kam.
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Doch dann fand der Tod und damit dieser grenzenlose Abgrund wieder Einkehr in ihre Seele. Zwar war es nicht der Diener, welcher sie entweder schmoren lies oder wohl doch erkannt hatte, dass sie für ihn nicht erreichbar war....Nein... es war ein grausames Verbrechen an dem Wesen, welches sie auch ohne Schwert und Schild, sicher überall hingebracht hatte... Wölkchen.
Man hatte Elly mitgenommen auf eine Jagd zur körperlichen Ertüchtigung und vorallem Ablenkung. Ihre Freude über den immer geübteren Zugriff auf das Lied und die Tatsache, dass sie es schon schaffte einigen schwächeren Monstren ohne Hilfe den Gar aus zu machen, erfror in dem Augenblick als die Gruppe die Höhle wieder verließ.
Ein bohrender Schmerz stach in ihrer Brust, mit der wachsenden Erkenntnis, dass die Blutlache, dort wo sie ihre Pferde zurückgelassen hatten, bedeutete, dass man Wölkchen kaltblütig niedergemetzelt hatte...
Dreckskerle! Teufelsbrut! Bestien! Mörder....
Ihre Seele schrie in die Stille und etwas wütete in ihr. Etwas, dass ihr bisher unbekannt war und einen Weg brauchte um sich Luft zu verschaffen. Doch sie kannte dieses Grollen in sich nicht.. hatte es noch nie verspürt und so wartete Elenor einfach darauf was es mit ihr anstellen würde....
Noch ein Abend verging an dem die Geschehnisse um den Diener immer mehr in Vergessenheit gerieten. Ben hatte endlich mal wieder Zeit für sie und die beiden nahmen sich jene, um ihrer Freundschaft mehr Tiefe zu geben. Elly war es ihm mehr als schuldig, so oft wie er ihr in letzter Zeit sein Ohr geliehen hatte.
Und wieder fand sie ein wenig Trost in seinen Worten, waren sie auch noch so direkt und ohne Umschweife.
Seltsam, dass in jener Nacht gerade ein anderes Tier versuchte, ihr über den Verlust hinweg zu helfen. Eine schwarze Katze kratze plötzlich an der Tür und sie wurde, zumindest von Elly, sofort ins Herz geschlossen auch wenn sie, in Ellys Augen, eindeutig nicht war was sie vorgab zu sein. Später am Kloster begegnete sie noch Luninara. Es wurde eine sehr lange...
Der nächste Tag war irgendwie ....anders...
Ein Klopfen hatte sie von ihrer Mahlzeit abgehalten.
....
Nora stand vor ihr und blickte sie irritiert an, stellte ihr verwirrende Fragen.
Wieder dieses Geschwafel " Das ist nicht normal... du musst dich doch daran erinnern, Elly!"
Nora zog Merrik hinzu.
Und was hat er jetzt damit zu tun?
Als wäre ich Luft reden sie über mich und entscheiden was für mich das Beste ist.. und ich soll mir das einfach gefallen lassen?
Doch woher kam nur dieses Kopftuch in ihrer Tasche und woher dieses seltsame Gefühl der Befriedigung?
Ach sollen sie sich doch um ihre eigenen Probleme kümmern...
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In Ellys Leben überschlagen sich die Ereignisse... und vor allem die Dinge, die ihr neu sind. Dazu gehören im Moment mehr als alles andere Gefühle.
Geborgenheit und Liebe sind unfassbar schön... Leidenschaft gibt dem ganzen eine Würze, die diese unverzichtbar werden lässt.
Doch erschütternde Angst und Trauer sind Nährboden für eine tief verborgene Emotion, die immer weiter wächst....
