Als Kurzbart hatte Hrorin nie die Gemeinsprache Kômon der Langbeiner und Händler erlernt. Sein Onkel Bumdur hatte es ihm nie beigebracht und in seiner Jugend war Hrorin auch ein strenger Isolationist gewesen. Erst als er sich den 50 Wintern näherte, begann Hrorin allmählich ganz zaghaft mit der Hilfe einiger alter Zwergenbücher die Sprache der Oberwelt zu erlernen.
Damals, als er der Meister der Handelsgilde wurde, sah er erstmals den den Sinn und den Nutzen den es für ihn brächte, würde er sich mehr mit dieser eigenartigen, ganz unzwergisch-weichen Sprache des Langvolkes beschäftigen. Doch Sprachen sind Sprachen und Bücher sind Bücher und reden nicht viel. Schwer war es für den Hrorin Kal Dar sich mit den Langbeinern oder gar den Legionären und Auxiliares der Khazad Khôt zu verständigen. Mehr als einmal wusste Hrorin nicht wie er sich auf Kômon ausdrücken sollte und es war ihm zusehends ein Ärgernis und ein Hindernis.
Vor allem dann wenn niemand seine Befehle verstand oder man ihm etwas ganz anderes brachte als das was er eigentlich wollte.
Deshalb hatte er sich schon vor einiger Zeit an das Nebelhaus gewendet und war schließlich für seinen Kômonunterricht vorbeigekommen.
Lady Lilian selbst hatte ihm eine Unterweisung gewährt. Brav hatte er der Lehrmeisterin kostbare Klammbirnchen aus dem Garten der Felsschläger mitgebracht. Eine Spezialität aus Großkalurien, die unter großer Wertschätzung im Zwergenvolk verschenkt werden. Denn im bitteren Frostklima der Klamm gedeihen nur selten solche Birnen.
Viele Bücher hatten sie ihm mitgegeben. Darunter das große-Jungs-Buch. Ein echtes Prachtwerk, das schon von vielen hochrangigen Kriegern und Kal Dar gelesen worden war, ganz in der Würde eines Kal.
Hrorin wusste zum Beispiel dass auch der mächtige Langbeinwühler, der alte Kal Dar Adorans, nämlich der Vaughain van Nordwind, es auch gelesen und in den höchsten Tönen gelobt und empfohlen hatte. Deshalb beschäftigte sich Hrorin ganz besonders mit diesem Buch.
Auch die Fibel tat ihm gute Dienste für seine Aussprachübungen. Allerdings würde er doch noch die Hilfe der Lady Lillian und des Nebelhauses benötigen, bevor er wirklich mit dem Kômon besser werden würde.
Das Kômon des Kaluren Graufels
- Hrorin
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Aus den Schulnotizen des Hrorin:
In der Zeit zwischen bis zum nächsten Unterricht wird der Kal Dar häufig noch einmal im Keller die Fibel und das Große-Jungs-Buch studieren.Erste Stunde Kômon
[s]Cir-mi-aß Sêge[/s]
Cirmias Segân. Die Zweite Silbe ist lange und betont.
Es ist seltsam, dass die Langbeiner diese Abschiedsformel zum Gruß nützen!
Verabschiedet man sich, so wünscht man allen:
Eee Eeem, Ihh muz veck.
Es ist sehr umständlich!
Die Kurzform kann man auch wünschen:
Muz-veck.
Generell sprechen sie mit langen eeeeeeeeeeee-Lauten.
Danke: Dan-khêê
Gibt für einêêê Krônêêê
Ihh und nihht haben einen seltsamen Laut. Ich weiss nicht wie sie es aussprechen können.
Man sagt: Nayn wenn man Nor meint, aber manchal sagt man nicht nayn, sondern nihht. Keiner weiß wann oder wieso!
Weil auch die Langbeiner das Kômon schwierig und verwirrend finden sprechen sie alle anders!
Sie sagen Pirnâ für zwei Birnen, aber andere sagen lieber Pirneä.
Hätte Cirmias ihnen doch die rechte Form gewiesen!
Man sagt gar nicht "vun" sondern "vôn", mit einem langen langen o. Ma muss sehr lange sprechen!
- Hrorin
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Man war es kaum anders gewohnt, doch langsam und allmählich begann sich das Kauderwelsch im Kômon des Kaluren Graufels zu verändern.
Das Wissen aus den neuen Büchern vom Nebelpass, allen voran die Drachenfelsfibel, half ihm hierbei ganz erheblich sich für die Langbeiner verständlicher auszudrücken. Bisher hatte er doch zumeist aus alten Büchern in der Runenhalle gelernt - und jene bezogen sich meist auf Werke des Lohengrinn, die jedoch in einer altertümlichen Sprache geschrieben worden waren.
So war das Kômon des Kaluren Hrorin nicht nur von seinem Akzent geplagt - er hatte sich die Aussprache selbst erschließen müssen - sondern auch durch eine archaische und teils auch aus der Semantik des kalurischen geprägten Ausdrucksweise. Statt einem "Mal" sprach Hrorin von einem "Kehr". Wollte er ein anderes Mal wiederkehren, sprach er stets von einem anderen Kehr. Wollte Hrorin, dass etwas für ihn getan oder verkauft wird forderte er stets zum geben auf. Denn nach kalurischem Verständnis wäre er der Nehmende gewesen. Jemand der einen Gefallen oder eine Dienstleistung oder auch ein Objekt von einem anderen nimmt. Der Handelnde war der großzügige Geber.
Hrorin aber nutzte den Ausdruck in einem viel weiteren Umfeld als es die Menschen vielleicht tun würden.
Besonders erschwerte Hrorins Schwierigkeit mit den Konsonanten das Verständnis. Oft waren ihm mehrere Konsonanten nacheinander ein Problem. Holz etwa, für Hrorin wie Hollts, konnte er partout nicht aussprechen. Er musste einen kleinen Vokal dazwischenschieben, damit es aussprechbar wurde. Doch sein "Hollez" verstanden wiederum viele Langbeiner nicht. Das gleiche galt für die Münze. Auch konsonantische Endungen waren ihm nicht immer ersichtlich. Zeder? Das muss doch Zêdra heißen! Mit einem langen E natürlich.
Generell sprach er die langen Vokale leicht nasaliert aus, so wie es in seiner eigenen Sprache normal war. Und ein jedes S hatte die Tendenz bei ihm zur absoluten Stimmlosigkeit durch ß oder sz zu werden oder zur Stimmhaftigkeit z geführt zu werden. Für Hrorin gab es hier kein System so lange man ihn nur verstünde. Freilich gelang dies nicht immer.
Nun gab es doch eine neue Entwicklung und eine große Änderung in seinem Kômon: Bei neuerlichen Besuchen in Nebelzwergheim, der Heimstatt der Nebelzwerge, das bei den Menschen als Haus Lilidaus oder Hort des Wissens bekannt war, hatte sich trotz vieler Arbeit einmal mehr den Fragen des Kaluren angenommen und ihm die Zischlaute gezeigt.
Zischlaute kannte Hrorin nun gar nicht. Es war gänzlich neu und er war, nachdem er es erst einmal konnte, überaus fasziniert von diesen Lauten, auch wenn er zunächst nur ein eigenartiges š oder sh auszusprechen vermochte.
Er machte die Lippen dabei kastenförmig und es klang eigenartig, doch fügte er bald mit großer Begeisterung überall den neuen Laut ein. Aus dem zmied oder skmied wurde nun der shmitt, vielaikh wurde nun viellaish und gelegentlich wurde gar das mrips zum mripsh.
Das Wissen aus den neuen Büchern vom Nebelpass, allen voran die Drachenfelsfibel, half ihm hierbei ganz erheblich sich für die Langbeiner verständlicher auszudrücken. Bisher hatte er doch zumeist aus alten Büchern in der Runenhalle gelernt - und jene bezogen sich meist auf Werke des Lohengrinn, die jedoch in einer altertümlichen Sprache geschrieben worden waren.
So war das Kômon des Kaluren Hrorin nicht nur von seinem Akzent geplagt - er hatte sich die Aussprache selbst erschließen müssen - sondern auch durch eine archaische und teils auch aus der Semantik des kalurischen geprägten Ausdrucksweise. Statt einem "Mal" sprach Hrorin von einem "Kehr". Wollte er ein anderes Mal wiederkehren, sprach er stets von einem anderen Kehr. Wollte Hrorin, dass etwas für ihn getan oder verkauft wird forderte er stets zum geben auf. Denn nach kalurischem Verständnis wäre er der Nehmende gewesen. Jemand der einen Gefallen oder eine Dienstleistung oder auch ein Objekt von einem anderen nimmt. Der Handelnde war der großzügige Geber.
Hrorin aber nutzte den Ausdruck in einem viel weiteren Umfeld als es die Menschen vielleicht tun würden.
Besonders erschwerte Hrorins Schwierigkeit mit den Konsonanten das Verständnis. Oft waren ihm mehrere Konsonanten nacheinander ein Problem. Holz etwa, für Hrorin wie Hollts, konnte er partout nicht aussprechen. Er musste einen kleinen Vokal dazwischenschieben, damit es aussprechbar wurde. Doch sein "Hollez" verstanden wiederum viele Langbeiner nicht. Das gleiche galt für die Münze. Auch konsonantische Endungen waren ihm nicht immer ersichtlich. Zeder? Das muss doch Zêdra heißen! Mit einem langen E natürlich.
Generell sprach er die langen Vokale leicht nasaliert aus, so wie es in seiner eigenen Sprache normal war. Und ein jedes S hatte die Tendenz bei ihm zur absoluten Stimmlosigkeit durch ß oder sz zu werden oder zur Stimmhaftigkeit z geführt zu werden. Für Hrorin gab es hier kein System so lange man ihn nur verstünde. Freilich gelang dies nicht immer.
Nun gab es doch eine neue Entwicklung und eine große Änderung in seinem Kômon: Bei neuerlichen Besuchen in Nebelzwergheim, der Heimstatt der Nebelzwerge, das bei den Menschen als Haus Lilidaus oder Hort des Wissens bekannt war, hatte sich trotz vieler Arbeit einmal mehr den Fragen des Kaluren angenommen und ihm die Zischlaute gezeigt.
Zischlaute kannte Hrorin nun gar nicht. Es war gänzlich neu und er war, nachdem er es erst einmal konnte, überaus fasziniert von diesen Lauten, auch wenn er zunächst nur ein eigenartiges š oder sh auszusprechen vermochte.
Er machte die Lippen dabei kastenförmig und es klang eigenartig, doch fügte er bald mit großer Begeisterung überall den neuen Laut ein. Aus dem zmied oder skmied wurde nun der shmitt, vielaikh wurde nun viellaish und gelegentlich wurde gar das mrips zum mripsh.
- Hrorin
- Beiträge: 2172
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
"neda neda! Yallah nochmal: CHA RAK TER!", Razyr verlor langsam die Geduld mit seinem ABC-Schützen Hrorin. Aber auch an diesem zehrten die ewigen Wiederholungen langsam. Sie waren beide nicht mit großer Geduld gesegnet.
"Carak'tra! Cirmjaz, nor ish möglish zô! Carak'tra!", Hrorin tippte ärgerlich auf die aufgeschlagene Fibel auf dem Tisch.
"Neda!", entgegnete Razyr. Und er fügte auf menekanisch hinzu "Hazari, ich krieg noch mehr Falten, aber diesmal nor durch dich..."
Die beiden, Hrorin und Razyr, murrten sich nun grimmig an, Hrorin mit verschränkten Armen und tief ins Gesicht gezogenen buschigen Augenbrauen, der Menekaner mit finsterem Blick.
Faruk saß zu diesem Zeitpunkt noch in der Nähe und verfolgte das Schauspiel mit einer Mischung aus Amüsiertheit und Desinteresse mit.
Hazar hingegen, die am anderen Ende des Tisches saß, konnte sich das Glucksen über die beiden Sturköpfe nicht verkneifen.
"Hört auf euch beide anzubrummen", mischte sie sich schließlich besänftigend ein.
"Also, machen wir es noch einmal...Charrr...mant....er....Charr...akt...er", sprach sie sanft vor.
Der Kalure hingegen brummelte nun voll unlust zurück und nuschelte sich die Worte in den kurz geschorenen Bart:
"sharmantra..... carr-ak'tra..."
Und so saßen sie noch lange beisammen in der Bibliothek der Akademie an jenem Nachmittag.
"Carak'tra! Cirmjaz, nor ish möglish zô! Carak'tra!", Hrorin tippte ärgerlich auf die aufgeschlagene Fibel auf dem Tisch.
"Neda!", entgegnete Razyr. Und er fügte auf menekanisch hinzu "Hazari, ich krieg noch mehr Falten, aber diesmal nor durch dich..."
Die beiden, Hrorin und Razyr, murrten sich nun grimmig an, Hrorin mit verschränkten Armen und tief ins Gesicht gezogenen buschigen Augenbrauen, der Menekaner mit finsterem Blick.
Faruk saß zu diesem Zeitpunkt noch in der Nähe und verfolgte das Schauspiel mit einer Mischung aus Amüsiertheit und Desinteresse mit.
Hazar hingegen, die am anderen Ende des Tisches saß, konnte sich das Glucksen über die beiden Sturköpfe nicht verkneifen.
"Hört auf euch beide anzubrummen", mischte sie sich schließlich besänftigend ein.
"Also, machen wir es noch einmal...Charrr...mant....er....Charr...akt...er", sprach sie sanft vor.
Der Kalure hingegen brummelte nun voll unlust zurück und nuschelte sich die Worte in den kurz geschorenen Bart:
"sharmantra..... carr-ak'tra..."
Und so saßen sie noch lange beisammen in der Bibliothek der Akademie an jenem Nachmittag.