Kaum war er durch die Tore und Mauern getreten, fühlte er sich leichter und ein tiefes Durchatmen entrang sich seinen Lippen. Der Ort bedrückte ihn, all die Zerstörung und der Tod, der dort so allgegenwärtig zu sein schien. Er wünschte sich er hätte die sicheren Hallen gar nicht erst verlassen müssen. Nun, nicht ganz sicher, aber Heimat war eben Heimat! Und er hatte einen Auftrag, einen immens wichtigen Auftrag, den zu erfüllen gerade sein höchstes Ziel sein sollte.
Er gönnte sich einen kurzen Augenblick, um wieder zu Atem zu kommen und ließ den Blick schweifen. Der bekannte, tote Baum krallte seine schwarzen Äste in den noch stahlgrauen Himmel als wollte er sich so in dieser Welt verankern. Er stand dort noch ebenso erstarrt wie vor Monden, als er das erste Mal hier vorbeigekommen war. Voraus stand der dunkelgrüne, kräftige Wald etwas erhöht auf dem Hügel. Der zeitige Ruf eines Fichtenpüschels erklang einladend aus dem dichten Laubwerk und gab dem dichten, milchigen Bodennebel etwas Vertrauensseliges. Es war noch früh am Morgen und eine nächtliche Kühle hielt das Land trotz der sommerlichen Temperaturen am Tag noch im Griff. Allmählich schob sich die Sonne über den Horizont und tauchte die Wipfel der Bäume in goldenes Licht.
Golden. Ein letztes Mal erlaubte er sich über die unberührte morgendliche Landschaft zu sehen, dann ging ein Ruck durch seinen Körper und er nahm seine Wanderschaft auf. Adoran, Bajard, Rahal… Er würde seinen Auftrag erfüllen.
Als das Licht der Sonne den Untergrund des Waldes berührte und den Bodennebel zwang der Wärme der Strahlen nachzugeben, huschte eine weitere Gestalt durch das Tor. Sehr viel rascher bewegte er sich und schien kaum den Boden unter seinen Füßen zu berühren. Der Schatten verschwand zwischen dem Geäst der Bäume.
Er war getrieben von Hunger, Hunger und Gier, von Verlangen geschüttelt, Verlangen nach der einen köstlichen Substanz, die ihn befriedigen konnte. Er wollte sie, wollte sie, mehr davon und mehr. Und je mehr er davon kostete, desto größer wurde seine Begierde nach noch mehr und immer mehr. Bei dem Gedanken an jenen Genuss lief ein Beben durch seine Glieder und ein gieriges Keuchen entkam ihm. Mehr, mehr…
Auf einer Lichtung hielt er schließlich inne. Eine kleine Herde von Rotwild graste friedlich in den ersten Sonnenstrahlen. Mit einem vorfreudigen Grollen stürzte er auf die Tiere. Doch kein Tropfen Blut benetzte an diesem Morgen die Gräser, kein Leben wurde verwirkt. Nur eine Saat wurde gesetzt in den Ansammlungen an Blut und Fleisch und Knochen. Eine Saat, die sich in ihren Körpern rasch verästelte, Wurzeln schlug und wie ein Gift das Leben mit jedem Atemzug unbemerkt mehr aus ihnen trieb.
Und die wenigen Rehe sollten nicht die einzigen bleiben. Jedes Lebewesen, das seinen Weg kreuzte, wurde vergiftet von seiner Berührung und zu einem lebenden Toten gemacht bis ihre Zeit gekommen sein würde und er endlich ernten konnte.
Ein alter Wanderer wird an diesem Tag in den Tavernen eine sonderbare Geschichte erzählen: Von einem Hirsch mit goldenem Geweih, der nahe Varuna am Waldsaum gestanden hatte. Er sei einfach nur dagestanden und habe ihn beobachtet. Ob das ein Zeichen der Götter sei? Oder ein schlechtes Omen?
Was für seltsame Dinge... so etwas hatte sie noch nie gehört, selbst nicht aus den Geschichten der Alten.
Sie war mit Lao durch die Wälder gestriffen, wie schon so oft zuvor. Und doch war es anders. Sie hatten einen Hirschen und ein Reh getroffen, welche goldenes Fell hatten. Ein wahrhaft seltsames Phänomen. Doch damti nicht genug, denn sie wirkten krank. Sie rangen nach Luft und sahen erbärmlich aus.
So war der erste Weg der Beiden nach Adoran gewesen. Sie hatten Torjan gewarnt, denn es bestand die Möglichkeit eines Giftes, aber auch einer Krankheit und bei beidem benötigten sie jemanden, der sich damit auskannte.
Danach waren sie erneut los gezogen, in dem Versuch, etwas über jenes Phänomen heraus zu bekommen, dieses mal in Richtung Varuna. Dort trafen sie Marie an, welche einen Vogel in der Hand hielt. Auch jener war golden und rang nach Luft. Im Beisein der drei verstummten seine Klänge, doch nicht auf jene Weise, wie es normal sei. Er wurde ganz und gar zu gold, versteifte sich, anstatt daß die Muskeln sich entspannten, wie es normal war. Es blieb eine kleine, goldene Statue eines Vogels zurück, welche noch vor kurzem lebte.
Das nächste Tier, welches sie fanden, war ein Wolf. Auch jener hatte goldenes Fell und es ging ihm zusehens schlechter.
Da Shala und Lami ihr immer wieder sagten, daß sie auf den Klang achten solle, tat sie dies. Sie hatte sich zu dem Wolf hin gekniet, und seinen Klängen gelauscht. Das Ergebnis war, daß die junge Elfe so erschrak, daß sie vorerst nichts mehr wahr nahm... das, was eigentlich hätte da sein sollen, nämlich der Wolf, war kaum zu spüren. Er glich einem leeren Gefäß, nichts war so, wie es sein sollte.
Dies war der Punkt, an dem sie wußte, daß sie Hilfe benötigten. Es war kein einfaches Gift, keine Krankheit... der elementare Klang der Wesen wurde zerstört. Die Ursache galt es noch heraus zu finden, doch waren ihre Fähigkeiten nicht einmal ansatzweise gut genug, um jenen Klang zu regulieren, geschweige denn, ihn wieder herzustellen.
So versuchten sie Hilfe zu finden. Bei den Linghil, bei den Druiden, bei den Sumpfheilerinnen... niergens war jemand da. Sie kamen schon auf die Idee, zum Kloster zu gehen und dort um Hilfe zu ersuchen, doch machten sie auf dem Weg noch mal einen Abstecher in den Hain, in der Hoffnung, doch noch jemanden zu treffen.
Ein Druide lies sich immer noch nicht blicken, aber eine der Sumpfheilerinnen kam vorbei, welche auch gleich über die Problematik in Kenntnis gesetzt wurde. Doch auch sie konnte nur das bestätigen, was schon bekannt war und so war klar, daß der Wolf die Nacht nicht überleben würde. Schweren Herzens gaben sie ihm die letzte Ehre und einen schnellen, schmerzlosen Tod, welchen ihm sein goldenes Grab nicht gewährt hätte.
Gezeichnet von den Erlebnissen, zog sich die junge Elfe zurück in die Wälder, nachsinnend ob einer Lösung und mit dem festen Willen alles nötige zu tun, um den Tieren zu helfen.
Wenn es stimmte was der Alte Mann in Worten von sich gab, so musste es ein Zeichen der Götter sein. Ein Hirsch würde sich nicht einfach am Waldesrand aufhalten er würde versuchen seine Herde zu schützen und würde fliehen. Es sind doch Fluchttiere oder? Wenn sie sich recht entsann so lernte sie das es Fluchttiere sind, jene welche sobald sie Gefahr rochen das Weite suchten.
Wie jeden Abend machte sie sich auf den Weg hinaus in die Wälder um die Kräuter und Pilze zu sammeln welche ihr Bruder für seine Tinkturen benötigte. Es war wichtig das alles immer in genüge vorhanden war. Die Tiere wirkten normal, nicht aufgeschreckt, nicht nervös aber dennoch lag irgendwie eine gewisse Stille im Wald, fast schon erdrückend. Ob dies nun nur ihr eigenes Empfinden auf die Geschichten hin war, oder daran lag das sie selbst durch den Wald schritt, oder etwa einen anderen Grund hatte...das konnte wohl keiner feststellen, zumindest keiner welcher gerade nicht selbst an ihrer Stelle verweilte.
Den Korb bis zum Rande voll erreicht sie die Mauern Rahal's wieder....nur noch den Korb abladen, dann gehen wir nach zurück.....vielleicht gibt es Neues.
Goldene Tiere! Das war das beste Geschäft aller Zeiten!
Hrorin traute seinen Augen kaum.
Das war ja wie in der berühmten Sage vom goldenen Goldbären, der allen Khaz Aduir Glück und Wohlstand brachte.
Niemand dürfte je davon erfahren dass es diese goldenen Tiere gäbe.
Schnell schmiedete er einen Plan und machte sich daran einige der kleineren Goldtiere zu fangen und mit nach Hause zu nehmen.
Hrorin war sich absolut unfehlbar sicher, dass er von nun an Gold anhäufen könnte wie andere Leute Schulden.
Es war einfach genial. Die Lösung all seiner Probleme!
Mühselig zerrte er ein Reh mit sich und achtete diebisch genau darauf dass ihn niemand dabei erwischte. Er hüllte das Reh sogar in einen alten Mantel und würde behaupten es sei ein altes Packtier von Getwergelyn, ganz uninteressant, sehr schwaches Tier!
Bloß keinen Verdacht auf sich lenken.....
Wenn Tiere aus Gold sind, dann scheißen sie bestimmt auch Gold, war Hrorin überzeugt. So wie in der Sage! Er würde sich einige in seinen Graufels-Haufe in Nilzadan sperren und nur noch auf den Goldsegen warten.
Voller Vorfreude rieb er sich breit grinsend die Hände. Die Viecher wirkten etwas schwächlich, aber Hrorin würde sie schon gut mit Kvas und Steinchen füttern. Vielleicht könnte er sogar Maestro Moggin unauffällig um Rat bitten, aber das würde er clever anstellen müssen um sich nicht zu verraten.
Wie üblich führten ihre Wege sie in den Wald, auf der Jagd nach Wildleder
für die Schneider, für eine neue Rüstung. So schlich sie durch das Dickicht,
auf leisen Sohlen, erlegte ein Reh, einen Hirsch und ehe sie sich versah,
stand sie nahe der Tore dieser verdammten Stadt .... Varuna ...
Wie sie sich so auf die finsteren Mauern konzentrierte raschelte es im
Gebüsch dicht bei ihr. Sie duckte sich und lies den Blick schweifen .. konnte
das ... das war unmöglich ... güldenes Fell ... es schimmerte unverkennbar
zwischen all dem Grün hervor. Schwerfällig schleppte sich dieses Tier durch
den Wald ... war sie in flüssiges Gold gefallen ... war dies irgendein Hexenwerk?
Das arme Tier ... sie sollte es von seinem Leiden erlösen ... so legte sie den
Pfeil an die Sehne und gab den Weg frei. Die Spitze borte sich durch den
Körper und das Tier sank zur Seite. Vorsichtig trat sie näher und streckt die
Hand zögernd nach dem Leichnam aus. Es fühlte sich hart an ... der Körper
war hart und wie sie den Kadaver untersuchte erkannte sie, dass jener
von Gold gar durchzogen war. Sie zog die Hand verwundert zurück und
betrachtete den zurückgebliebenen Goldstaub daran. Eine kleine Flasche
wurde hervor gezogen und der Goldstaub rieselte von der Handfläche
in jene hinein. Goldene Tiere ... was hatte das nur zu bedeuten ...
gab es mehr davon? Was sollte sie mit diesem Goldstaub anfangen?
Sie würde es dem Letharen Xen`draxol zeigen ... ein Schmied der
wohl besser wüsste ob es sich hier um eben jenes Metall handelte.
Lange war sie nicht mehr jagen. Solange Sarah bei ihrem Vater war konnte sie in Ruhe das nachholen, was sie solange vermisst hatte. Das Gefühl wenn das Adrenalin spürbar und laut durch ihre Blutgefäße schoss, sobald sie im Kampf verwickelt war. Da Kiaras Haus direkt am Wald war, war dies auch der direkteste Weg nach Varuna. Da sie bereits die Eishöhle und den alten Tunnel besucht hatte, war es nun an der Zeit einen neuen Ort aufzusuchen. Und das war dann eben Varuna.
Äste knackten unter den schweren Schritten ihrer Plattenrüstung. Die Vögel zwitscherten und alles schien in vollkommener Harmonie zu sein. Die Sonne schien und der Himmel strahlte in einem reinen blau, welches der Sommer dieses Jahr nur selten hervor brachte. Wenige Minuten Fußmarsch ehe der Wald endete wurde Kiara von etwas geblendet. Als sich ihre Augen an das starke strahlen gewöhnt hatte versuchte sie zu erkennen was es war. Sprachlos konnte sie es erkennen. Die Konturen eines Hirsches, der in einem solchen Gold strahlte, als wäre das Tier die Sonne selbst. Doch als ein weitere Ast unter ihren Füßen zwebrach, blickte das Tier in die Richtung der Kriegerin und ergriff die Flucht. Immer wieder stellte sie sich die frage, ob sie das Tier nun wirklich sah oder nicht mehr als eine Illusion.
Es sollte ein gewöhnlicher Spaziergang durch die Wälder werden: Nach dem Rechten sehen, Banditen vertreiben, die aus Spaß Wild töteten, oder die eine oder andere Wunde eines stark verletzten Raubtiers versorgen. Doch am gestrigen Tag kam alles anders: In der Nähe der Westtore Berchgards sah ich Wildtiere mit goldenem Fell; kränklich und schwer atmend, als hätte man sie vergiftet. Ich war froh, Rilya in der Nähe anzutreffen, meine elfische Jagd- und Waldgefährtin. Sie hatte eine Idee, was zu tun war: Wir suchten das Heilerhaus von Adoran auf. Zwar waren wir beide, als Waldhüter, fähig darin, blutende Tierwunden zu desinfizieren und zu versorgen – da wir jedoch die Vermutung einer Vergiftung hegten, überstieg die Behandlung der vermeintlich infizierten Tiere unsere Kenntnisse der Anatomie. Geübte Heilerhände mussten her. Torjan meinte, eine Fellprobe könne Auskunft über eine tatsächliche Vergiftung geben. Und so machten wir uns wieder auf in Richtung Berchgard.
Auf dem Weg in die kleine Bergsiedlung des Lichten Reiches begegneten wir zu unserem Entsetzen jedoch einer weiteren Kreatur mit goldenem Fell: Einem zunächst aggressiv wirkenden und verschreckten Wolf. Durch die Gabe von einfachen, schwach angebratenen Fleischhappen konnten wir das Vertrauen des Tieres nach und nach fördern. Allerdings widmete uns der Vierbeiner ein erschreckendes Bild, je mehr Zeit wir mit ihm verbrachten; mittlerweile waren auch Wildkatz und Wolf zu uns gestoßen. Das Fell des Wolfes nahm ebenfalls eine goldene Farbe an, es blieb jedoch nicht nur dabei: Auch das Innere des schwer atmenden, gequält winselnden Tieres schien zu Gold zu werden, was logischerweise auch die Funktion lebenswichtiger Organe beeinträchtigte. Wir behielten den Gedanken, Torjan eine Fellprobe zur Analyse zukommen zu lassen, im Hinterkopf und beschäftigten uns mit einer weiteren Idee: Ein Liedkundiger hätte uns vermutlich mehr Auskunft geben können. Wir waren uns, wenngleich die Vorahnung keine tröstende war, einer Meinung: Die Tiere, die von dem Seuche-artigen Fluch belegt waren, konnten wir nicht mehr retten – durch das Auslöschen des Ursprungs jedoch, hatten wir vermutlich die Chance, zu verhindern, dass weitere unschuldige Waldbewohner einen ähnlich qualvollen Tod sterben mussten.
Nach einiger Zeit war eine Kundige der Magie gefunden und die schlechten Neuigkeiten, je weiter wir dieses Phänomen erforschten, nahmen kein Ende: Das Tier schien, auch im Lied, leer zu werden, als würde jegliches Leben aus seinem Körper weichen. Der Wolf, den wir auf dieser kleinen Reise – durch Streicheleinheiten und unsere Mühe, sein Leben zu retten –, ins Herz geschlossen hatten, sollte, unvermeidbar, zu einem goldenen Gegenstand werden. Das Winseln des hechelnden Waldwesens wurde häufiger, der Atem des kranken Tieres schwerer, und auch hier sahen wir keine andere Möglichkeit, als dem Vierbeiner einen schnellen Tod zu schenken, statt zuzusehen, wie er langsam den Qualen der Erstickung erlag. Meine Tränen konnte ich verbergen, als mein Blick noch einmal starr auf den toten Körper des Tieres traf und wandte mich ab. In meinen Gedanken schwirrten unheilvolle Bilder eines Waldes, in welchem kein Leben mehr herrschte, wo jedes Tier still stand und in der Sonne golden schimmerte. Ein Wald, der nicht länger mit Leben pulsierte, sondern ein gefundenes Fressen für Stadtmenschen darstellte, die ihre Gier nach Gold und Reichtum nicht stillen konnten.
es werden mehr........auf immer mehr dieser Tiere mit dem goldenen Fell stieß ich auf meinen Streifzügen durch die Wälder.
Bei dem Hirsch hatte ich noch gedacht, daß kann nicht sein, ein Tier mit goldenem Fell, wo gibt es denn so etwas. So schön sein Fell auch glänzte in der Nachmittagssonne, er schien sehr krank zu sein, sein Atem kam nur keuchend, seine Brust hob und senkte sich mühsam, als würde jeder Atemzug eine ungeheure Qual für ihn bedeuten. Seine Schritte waren steif und stockend und dennoch versuchte er mich anzugreifen.
Ich erlöste das arme Tier von seinem Leiden.
Dann schaute ich mir den Leichnam näher an, er war steif, so etwas hatte ich noch nie gesehen, als wäre das Tier total aus Gold. Vorsichtig gab ich ein wenig von dem Goldstaub, der sein Fell bedeckte, in einen Beutel und verschloss diesen gut. Auch schnitt ich den Kadaver auf und nahm ein paar Goldklumpen, die sich lösen ließen mit.
Nachdenklich setzte ich meinen Weg durch den Wald fort und schon nach ein paar wenigen Schritten stieß ich auf eine Wildkatze, die in noch schlimmerem Zustand war. Auch sie erlöste ich von ihrem Leiden.
Was war das? Wie kamen die Tiere in diesen schrecklichen Zustand?Noch lange grübelte ich nach, ohne eine auch nur annähernd mögliche Erklärung zu finden.
Am anderen Tag führte mich mein Weg erneut nach Varuna. Ich ritt wie immer durch die Wälder, da es der kürzeste Weg dahin war. Dieses Mal waren es zwei Wildschweine auf die ich traf, sie standen nahe beieinander, als wollten sie sich gegenseitig stützen, denn sicher stehen konnte keines der Beiden mehr. Und wieder konnte ich ihr Leiden nur beenden, denn Hilfe kam hier zu spät.
Als ich dann direkt vor der Brücke nach Varuna hinein, einen goldenen Vogel sah war das Mass voll. So schnell es ging galoppierte ich nach Rahal. Ich mußte es irgend jemandem melden. So konnte es nicht weiter gehen.
Was wenn es eine Seuche ist? Was wenn es sich auf die Haus und Nutztiere ausweitet?
Natürlich traf ich in Rahal niemanden an.
Ritterin Mertas....meine Nachbarin, wenn sie daheim war dann würde ich es mit ihr besprechen.
Und wieder verlangte ich meinem Pferd alles ab, so schnell war ich noch nie in Düstersee.
Eiligst versorgt ich das gute Tier und rannte dann zum Haus der Ritterin.
Trotz der späten Stunde hämmerte ich an ihre Tür und sie war da, und was noch besser war, auch Ahad Crain war da. Ich berichtete den Beiden von den goldenen Tieren. Sie hörten sich alles genau an und dann entschied Ahad Crain das wir aufbrechen und die Tiere suchen sollen.
Gesagt getan, doch leider oder vielleicht doch zum Glück, fanden wir keines der goldenen Tiere.
Ahad Crain beschloss die Suche abzubrechen und gab mir den Auftrag weiterhin Ausschau nach diesen Tieren zu halten, Proben zu entnehmen und diese einem Heiler zu zeigen.
ich werde Ausschau halten. Möge Alatar uns beistehen und verhindern das sich die Seuche ausbreitet.....
Zuerst war es nur ein Wesen gewesen, ein Huhn was seltsam schimmerte und dem er gefolgt war. Es schien krank und atmete schwer, es war golden und funkelte in der Sonne. Rätzel zogen ihn an und so folgte er ihm, streckte es nieder um den Körper zu untersuchen und dann auseinander zu nehmen. Die Erkenntnisse wurden aufgeschrieben und als er wenig später mit Eyon zur Jagd aufbrach erzählte er von einem Adler den er nahe Varuna gesehen hatte. So brachen sie beide auf, um sich das Wesen anzusehen.
Alles sehr seltsam, doch er mochte Rätzel. Tagsüber war er Mann und abends als Kater bei Ben, bisher schienen ihn weder der Eine noch die Anderen zu vermissen...
Zuletzt geändert von Althan Vylen am Montag 18. August 2014, 01:04, insgesamt 2-mal geändert.
Sie war bereits den gesamten Tag auf den Beinen gewesen, hatte sich um die Arbeit in der Taverne gekümmert und wohl unterschätzt, wie viele Tage es sie in die Mauern sperren würde. Als sich nun Rayana zu ihr an die Theke setzte um über die ausbleibende Scharfschützenausbildung zu sprechen, konnte es nicht anders sein, dass auch dieses Thema irgendwann gegen ein anderes ausgetauscht werden müsste. Zunächst nahm Fann nur etwas träge auf, dass es kranke Tiere in den Wäldern geben sollte. Mit der Wange in die Hand gestützt hörte sie zu, was man ihr doch mit mehr Aufregung entgegen brachte. Erst mit den sich summierenden Aussagen zog sie ihre Brauen zusammen und wurde etwas aufmerksamer. Tiere, deren Fell mit Gold bestäubt war, Goldklumpen im Magen tragen und daran elendig verreckten. Sie hatte jedoch das Gefühl, dass eine gewisse Kopflosigkeit vorherrschte. Proben wurden eingesammelt, aber nur einem Schmied vorgezeigt und keinem Alchemisten. Das Reich hatte auch keinen offiziell eingestellten Förster oder Wildhüter, der die Leitung und Forschung bei solchen Vorfällen einnahm. Und dann diese Panik, die Tiere könnten ansteckend sein. Wenn Menschen diese kranken Wesen anfassten, den Staub einatmeten, vielleicht in den Mund bekamen, an die Finger und die Haut und dabei nicht erkrankten, warum sollte das Phänomen zwischen diesen unterschiedlichen Tierarten ansteckend sein? Worin gleichen sich Hirsche und Vögel mehr als Hirsche und Menschen? Es musste eine gemeinsame Quelle geben. Etwas, wo diese Tiere sich ihr Leid einfingen. Die Region schien sich bereits eingrenzen zu lassen. Nun war die Frage, wo die Kontaktpunkte lagen. Fann warf die These auf, dass es sich um eine gemeinsame Nahrungsquelle handeln könnte, vielleicht sogar eine Wasserquelle. Es musste etwas sein, was in ihren Organismus gelang und gleichzeitig auch ihr Fell benetzte. Kein Tier würde freiwillig einen groben Goldklumpen fressen, wenn es nicht… aber nein, Gold konnte doch nicht wachsen. Oder doch? Vielleicht war es doch etwas Arkanes, etwas Dämonisches..? Viel zu oft lag die Lösung eines Problems doch auf einer Ebene, wo nur Liedwirker und Gottgeweihte eingreifen konnten. Aber die konnten keine Tierspuren lesen.
Noch am frühen Abend machte sie sich ausgerüstet auf den Weg in die Wälder und entschied sich, von Bajard aus zu beginnen und Varuna vom Westen aus zu umrunden. Mit ihrer ersten Vermutung, an einer Wasserstelle zu suchen, lag sie nicht verkehrt. Es dauerte nicht lange, bis das quälende Quieken eines Schweines sie lockte. Schreiende Schweine erinnerten einen sehr an Schreie, die Menschen hervorbringen konnte und kurz lief ihr ein Schauer über die Haut. Dennoch verlor sie nicht den Kopf und hockte sich eine Weile ins Gras, nur um die Bewegungen des Schweines zu beobachten, nach Abweichungen zu suchen oder besonderen Verhaltensmustern. Danach griff sie zum Bogen und wollte dem Schwein seine letzte Gnade zu kommen lassen. Allerdings zeigte sich dies als ein schwieriges Unterfangen. Fann musste mehrere Pfeile verwenden, um durch die harte, vergoldete Haut des Schweines zu kommen, dass es noch ein zweites Martyrium erlitt. So kniete die seit zehn Jahren im Jagdhandwerk tätige Frau im Gras nieder und begann – geschützt durch einen Mundschutz und Handschuhe, den Körper abzutasten. Nicht nur die Haut, auch nach einer Verhärtung des Bauchraumes. Die Augenlider des Schweines wurden weit aufgezogen und die Augäpfel nach Veränderungen begutachtet. Schließlich schob sie auch beide Hände in das Maul des Schweines und zog es soweit wie möglich auf. Runter gebeugt nahm sie den Mundraum in Augenschein, eine Veränderung der Zähne, die Zunge, den Gaumen… hatte es Gold gefressen? Den Bauchraum aufzuschneiden war ein hartes Unterfangen, dass ihr der Schweiß herunter rann. Als der Bauchraum offen war musste sie erst Abstand nehmen, bis die austretenden Gase sie nicht mehr allzu sehr anekelten. Die Hand in den warmen Bauchraum zu schieben und die Organe und Gedärme herauszuziehen und zu schneiden war der nächste blutige und anstrengende Aufwand, der folgte. Die Därme packte sie zur Seite, den Magen, die Nieren und das Herz legte sie auf eine Seite, ehe sie sich mit den Lungen abquälte und sogar zur Knochensäge greifen musste. Das Geräusch im Wald musste schaurig wirken. Jedes Organ wurde nach seinen Veränderungen begutachtet und einzeln aufgeschnitten. Der Inhalt wurde mit den Fingern untersucht und Verhärtungen herausgenommen. Goldklumpen… wahrlich… sie rieb das Blut ab und betrachtete den Glanz im letzten Tageslicht. Schließlich nahm sie noch mit einer Phiole den Goldstaub auf, packte den Schweinemagen in einem Ledersack und füllte mehrere kleine Fläschchen mit Blut auf. Natürlich wusste sie nicht, wozu Heiler und Alchemisten fähig waren, dennoch stieg sie zum direkt neben liegenden Tümpel herab und nahm noch einige Flaschen mit dem Wasser mit sich.
Auch der Tümpel direkt am Weg nach Westen hinauf wurde um etwas Wasser bestohlen, ehe der Weg sie weiter hinauf in den Norden lenkte. Eine Weile streifte sie zwischen den Bäumen und durch das Unterholz, ehe das nächste Fell golden im Licht funkelte. Eine Ziege. Und da wiederholte sie das blutige und langdauernde Prozedere des Sezierens und der Probenentnahme. Sie wollte herausfinden, wo die Quelle saß und versuchte sogar auszumachen, ob manche Stellen des Ziegenfells von weniger Staub betroffen waren. Doch zunächst hieß es wohl Erkenntnisse verzeichnen, Dokumentieren und interpretieren.
Mit den ersten Proben ging sie direkt in den Hort des Wissens zu Magistra Bagosch, die noch nichts von den Vorfällen wusste und deshalb interessiert zuhörte oder es zumindest so wirken ließ. Fann hatte bereits für die Magistra gejagt, Blut gesammelt für Versuche. Es mochte kein abwegiger Gedanke sein sich zu erkundigen, ob es etwas mit dem Liedwirken zu tun haben könnte. Eine eindeutige Antwort konnte Fann natürlich nicht unterhalten. Auch die Magistra war der Überzeugung, dass Untersuchungen durchgeführt werden müssten wollte man diese Frage beantworten, vor allem am lebenden Tier und dass sie anhand des Blutes oder Staubes der Toten nicht ausmachen könnte, ob magisch auf die Tiere eingewirkt wurde. In zwei Tagen würde Fann ihr also ein erkranktes Tier bringen.
Meine Augen lagen auf dem goldenen Schaf. Mein rechter Wangenmuskel zuckte apathisch vor sich her, als ich das Tier umkreiste und versuchte den Trick dahinter zu erkennen. Ich schnappte einmal nach Luft und zog dann die Waffe aus der Halterung. Mit schnellen Schritten stürmte ich auf das Tier zu und zog die Klinge über seine Kehle. Das Blut lief über die goldene Wolle und als es dann langsam zu Boden sackte, ich meine Waffe senkte und es dabei beobachtete, fragte ich mich, was die Mutter sich dabei gedacht hätte.
Es machte mich wütend, dieses Tier, jene Färbung. Auch wenn es, so würden es Menschen wohl sagen, schön aussah, wie es da lag, als die Sonne ihre letzten Strahlen auf die Erde warf und es in gewisser Weise glühen ließ, als wäre es ein Artefakt. Was wollte sie ihren Gläubigern mitteilen? Das Gier nach so irrelevanten Dingen wie Gold wichtig sei? Was sollte mit diesem Tier passieren? Ich verstand es nicht, auch als ich es untersucht hatte.
Es war nur die Wolle, welche ich abschnitt und mit mir nahm. Nicht das ich dachte, dass es irgendeinen Zweck für meinen Volk erfüllen würde. aber eventuell legten die Menschen deutlich mehr Wert in diese... Erscheinungen. Ich hoffte es, wollte ich doch begreifen, was hier vor sich ging. Hass kam in mir auf, erneut und ich zog den Fuß zurück, um noch einmal kräftig nach dem leblosen Leib zu treten. Möge Eluive sehen, wie sehr ich auf ihr Werk Wert legte, denn jedes Lebewesen, auch diese, würden alsbald das Ende durch unsere Hände finden.
Ja, auch ich hatte diesen Hirsch nahe Varuna gesehen, aber ich hatte mir nichts dabei gedacht. Zu früh war es gewesen, um wirklich Verdacht zu schöpfen. Das Tier hatte sich noch flüssig bewegen können und es war mehr eine Ahnung, als ein Sehen der goldenen Farbe, doch als ich am nächsten Abend im Handelshaus war und Lao etwas von goldenen Tieren andeutete, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich ließ mich aufklären, fragte, ob sie schon etwas wussten, was bereits unternommen wurde und nickte. Natürlich dachte ich sofort daran, dass es die Letharen sein konnten. Wer sonst hegte so einen Hass gegen das Leben und Eluives Lied, doch Laos Zweifel an der benötigten Macht waren im Nachhinein betrachtet berechtigt. Aber es konnte doch nicht der Wille Eulives sein, diese Tiere so leiden zu lassen. Es konnte beim besten Willen nur etwas mit dem Panther oder gar mit dem Raben zu tun haben. Rilya würde sicherlich eher sagen können, wie ich mich als Elf und doch als einfacher Kämpfer zu verhalten hatte. War es gewünscht, Hilfe zu bekommen oder würden die Hüter des Waldes es alleine regeln wollen?
Und noch viel wichtiger waren die Fragen:
-War der Nebelwald auch betroffen?
-Was tat der Feind?
Ich suchte also Rilya auf, um sie zu fragen, was zu tun sei. Die Zeit würde Erkenntnis bringen. Blieb nur zu hoffen, dass es schnell ging....
Zuletzt geändert von Gast am Montag 18. August 2014, 18:12, insgesamt 1-mal geändert.
Nachdenklich über den Schreibtisch gebäugt tippt sie mit der Feder auf das unbeschiebene Pergament, lediglich einige Tintenflecken verzieren die Leere. Das Augenpaar scheint wie in eine Leere geheftet in Richtung Tintenfass blicken.
Gold, wenn Tiere Gold werden können, haben sie aus etwas getrunken? Vielleicht ist ein See verschmutzt? Aber wäre es dann nicht nur an einer Stelle? Wie rasant würde es sich verbreiten wenn es nur aus einer Quelle käme und wenn ja, würden dann alle Tiere welche in der Nähe jener Quelle wären schon zu Gold erstarrt sein? Erstarren sie zu Gold? Leben sie dann noch? Wie passiert es? Wie zersetzt das Gold den Lebensfluss des Lebewesens?
Fragen über Fragen und das waren nichteinmal ansatzweise alle die ihr in jener Minute einfielen.
Das Augenpaar richtet sich nun auf das Pergament, jenes wird weiter angestarrt, fasst als würde sie hoffen genau in jenem Moment die Antworten von jenem Pergemant lesen zu können.
Vielleicht sollte man in den Hallen des Wissens forschen ob es schon einmal solch einen Vorfall gab, vielleicht gab es schoneinmal ein solches ausmaß an Krankheit.
Langsam erhebt sie sich, die Feder neben das Pergament legend. Ein Seufzen erklingt ehe sie jenes unbeschriebene Blatt zurück lässt und ihren Weg nach oben antritt.
Die Ziege, hoffentlich würde sie noch leben, morgen gleich würde sie nach ihr sehen so das die Forschung weiter betrieben und ihre Neugierde gestillt werden konnte.
Das Fell war recht borstig...es fühlte sich etwas stumpf an aber nicht Steinhart, es war als würde man über ja etwas glattes aber borstiges fahren was trotz allem eine Härte hatte.....
Man konnte nur hoffen das sie morgen nicht mit goldenen Haaren aufwachen würde.
Kurz huschte gar ein Schmunzeln über die Lippen...'goldenes Haar' murmelt sie leise und schüttelt das Haupt.
Während sie durch den Gewölbekeller wuselten, miteinander sprachen, sich stritten oder einfach nur unterhielten sahs ich zurückgelehnt da und beobachtete sie mit einem gewissen Schmunzeln. Ich mochte meine Rasselbande, meine Familie, meine Freunde und Weggefährten, jeder war zu einem wichtigen Teil unserer Gemeinschaft geworden, zu einem wichtigen Bestandteil meines Lebens und ich mochte keinen von ihnen missen.
Während ich so über meinen Aufzeichnungen für das Konvent brütete, drangen ab und an die Stimmen in mein Ohr und natürlich nahm ich auch an der Unterhaltung teil, was dazu führen lies, dass ich mit meinen Aufzeichnungen in unserer Chronik nicht wirklich voran kam.
Hannah, welche sich mit Kama unterhielt und heute hier war, weil sie uns einfach begleitet hatte. Ich sah sie als eine alte Freundin und Verbündete des Konventes inzwischen an, jemand der sich von meiner Art nicht so leicht einschüchtern lies und wir uns auf eine seltsame Art akzeptierten und respektierten. Dann Kama der sich seitdem er die Aufgabe der Koordinierung der Wächter heimlich still und leise einfach begonnen hatte, ohne das ich etwas sagen musste, deutlich gewachsen war und sich positiv entwickelte. Lotos, dessen Rat und stetige Bereitschaft sich für uns Feinden, Ketzern und sich sogar von Drachen nicht schrecken lies. Catula Rilytia, noch recht zurückhaltend und schweigsam, doch schien sie alles zu hinterfragen und mit einem jungendlichen kritischen Blick alles zu beobachten. Naryella, welche sich im Augenblick zurückzog und ich wusste es beschäftigte sie etwas und ebenso wie sie wusste würde ich wohl erst Ruhe geben, wenn sie mir offenbahrt hatte was. Thorbranth, der ein wachsames Auge auf seine Schwester hatte und ich mich entspannt zurücklehnen konnte, denn ich wusste das Konvent bei ihm in guten Händen. Katharina, die kleine Schwester Thorbranths, so wissbegierig und doch auf gewisse kindliche Art kess und mutig, dann wieder so zurückhaltend und ja sie lies sich leicht einschüchtern, doch das würde sich wohl bald ändern. Vivien, immer ein Liedchen für die passende Stimmungslage summend, konzentriert, aufmerksam und manchmal ein wenig zu sehr um die Mitglieder des Konventes besorgt. Doch sie war aufmerksam und ihr entging wenig. Auch sie hatte eine Aufgabe erhalten, im Osten herauszufinden wie weit die Feinde unseres Reiches mit der Erforschung jener angegoldeten Tiere war.
Viele Gedankenstränge verfolgte ich in diesen Tagen, Dinge die sich mit der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft befassten. Bei einigen konnte ich den Lauf der Dinge verändern und manipulierend eingreifen, andere Dinge hatten mich in letzter Zeit überrannt und beschäftigten mich mehr als ich zugeben wollte. Verantwortung, Pflichtgefühl und die Last der Konsequenzen meiner Handlungen trug ich in diesen Tagen schwer auf meinen Schultern.
Für jeden Einzelnen hier würde ich meinen Rücken hinhalten und mich ebenso schützend vor sie stellen, sie bedeuteten mir etwas und genaugenommen sehr viel. Um den Orden kreisten meine Gedanken, um die Ordensmitglieder, dem Maestro, dem Geschehen im Reich, meinem Tun als Diplomat des Reiches betreffend Menek'ur, den Piraten und dem Zwergenvolk.
Alle Informationen liefen im Konvent zusammen, wurden gesammelt, niedergeschrieben und einige auch sofort an die betreffenden Stellen weiter gegeben. Schon seit langem hatte sich aus der Lehranstalt ein Zentrum entwickelt wo alle relevanten Informationen über Reich, Feinde und Verbündete zusammen lief.
Etwas was ich auch den Mitglieder des Konventes zu verdanken hatte, sie leisteten ausgezeichnete Arbeit. Sie unterstützten mich, entlasteten mich und dennoch unermüdlich hatte ich jene Gabe mir Arbeit zu suchen, aufzuhalsen oder sie als Bestrafung gehorsam schweigend auszuführen ohne mich zu beschweren. Das Gute daran war, dass im Augenblick nicht mehr viele über mir standen die mir was zu sagen hatten, dass ich sie mochte und ihnen freiwillig und mit einer unermüdlichen Begeisterung folgte, die ich als Templer nie empfunden hatte.
Ja und jene Aufgaben forderten ihren Tribut, ich schlief wenn dann nur in meiner Tarnung als Kater bei Ben ansonsten sah man mich tagsüber etwas blass und ruhelos über Schriften, Büchern oder den gewonnenen Proben unserer angegoldeten Ziege brüten.
Mir gefiel wie sie alle sich ohne zu zögern versammelt hatten um an diesem Abend so ein Tier zu suchen, fangen und in unser Laboratorium zu bringen. Alle wurden mit einer Aufgabe versehen. Unsere neue Anwärterin Katharina Vylen, damit das Tier bis zum vierten Wochenlauf zu versorgen und ihm täglich Blut- und Haarproben zu entnehmen. Mein Bruder und Freund Thorbranth würde sich mit der Analyse der gesammelten Proben befassen. Wenn es unser ehrenswerter Maestro einrichten konnte würde er bei jener zusammen mit den Ratsmitglieder zur abschließenden Untersuchung im Konvent einfinden.
Doch bis dahin hatten wir alle genug zu tun... Forschungsarbeit Nr.13, Die angegoldete Ziege, Untersuchung 1.Tag
18. Ashatar 257
Am heutigen Abend versammelten sich die Mitglieder vom Konvent und seinen Verbündeten. Magister Vylen übernahm die Führung der Gruppe und Kama Deares, Lotos Deares und Hannah wurden als Kundschafter und Fährtenleser eingeteilt. Catula Rilytia, als meine neue Schülerin und ich ihr Mentor im Konvent blieb an meiner Seite. Magister Vylen hielt mit Argusaugen über seine Schwester Katharina wacht, wenn er nicht aufpasste konnte sie sich zu seiner Schwäche entwickeln.
Es gelang Kama, Hannah und Lotos eine angegoldete Ziege nahe Varuna aufzuspüren und auch das Einfangen erwies sich als recht einfach. Der Transport zurück wurde dann eher etwas zäher, da wir sie nicht durch die Fuhrt führen konnten, nicht durch einen Spährenriss und auch schien sie aufgrund ihrer Krankheit nur langsam voran zu kommen.
Das Tier schien große Schmerzen zu haben, es litt und blöckte gequält, je länger wir es zwangen sich zu bewegen umso mehr begann es zu lahmen. Stunden später wie es uns vorkam erreichten wir mit dem Vieh endlich das Konvent und da unser letztes Forschungsobjekt inzwischen sein Leben
ausgehaucht hatte, brachten wir sie im Käfig des Laboratoriums unter.
Noch am selben Abend wurden von Katharina Fell- und Blutproben entnommen, von Magister Vylen behandelt und in kleine Phiolen und Glasbehälter abgefüllt. Sobald wir die Proben vom morgigen tag haben würden, konnten wir anfangen sie genauer zu analysieren und zu vergleichen.
Magister Vylen und ich kamen überein noch vor dem Treffen mit dem Rat und dem Maestro zufriedenstellende Ergebnisse vorzuweisen. Wir vermuteten und es stellte sich bald heraus, dass wir richtig lagen, dass ein brachialer Eingriff in die Klangsignatur des Liedes eingegriffen worden war und diese Ziege sich scheinbar mehr und mehr von einem lebenden Wesen zu einem leblosen Gegenstand aus Gold werden lässt. Die ersten Blutproben waren mit weniger Gold durchsetzt, doch es machte den Anschein, dass der Gehalt an Gold in Blut, Gewebe und Fell sich jeden Stundenlauf etwas erhöhte. Es schien nicht ansteckend zu sein, die sie alle mit ihr in Kontakt waren und sich keine Veränderung bei ihnen zeigte. Die Blut-, Gewebe- und Fellproben wurden gesammelt und täglich untersucht. Ebenso wurden die gesammelt Proben bestehend aus Federn, Vogelkörpern, Fleischstücke, Wasserproben aus dem Tümpeln, Erd-, pflanzen- und Grasproben aus der Nähe und Nahrungsquellen der betroffenen Tiere. Das Laboratorium verwandelte sich mehr und mehr zu einem Wust an Gläsern, Phiolen und Behältern, die beschriftet, katalogisiert und geordnet ihren Platz auf dem großen Seziertisch fanden...
Zuletzt geändert von Althan Vylen am Dienstag 19. August 2014, 16:21, insgesamt 1-mal geändert.
Sie war in Panik. Ihre Lungen brannten vom Rennen, von dem Staub. Ihre Muskeln drohten ihr den Dienst zu versagen, trotzdem kämpfte sie sich weiter durch die Dunkelheit. Noch immer hörte sie die Schreie hinter sich, Schmerzensschreie, Todesschreie. Sie unterdrückte ein Schluchzen.
Das waren ihre Verbündeten, ihre Vertrauten, ihre Freunde. Menschen, mit denen sie ihre Ängste und Sorgen geteilt hatte und die ihr im Laufe der Monate ans Herz gewachsen waren. Als sie zu der Gruppe gestoßen war, war sie verunsichert gewesen, allein. Für viele Jahre hatte sie sich nur durchgekämpft, hatte betrogen, gelogen, gestohlen und gemordet. Welche Chancen gab es denn für jemanden wie sie? Es gab keinen Ausweg. Und dann war die Gemeinschaft ihr begegnet. Es waren weniger ihre Ziele, die sie überzeugt hatten, als vielmehr ihre starke Einigkeit. Sirhal und die Kräfte hatten sie nie wirklich interessiert, aber sie hatte dahintergestanden für ihre Freunde und für ihr zu Hause. Es war viel Arbeit gewesen, viele Mühen und Anstrengungen, aber sie hatten sich gegenseitig immer wieder aufgerichtet. Sie hatte ihn gefunden in der Gemeinschaft, ihre einzige Liebe, Marcan.
Allein die Erinnerung an seinen Namen verursachte in ihr ein Stechen. Er ist tot, er ist tot, er ist tot, wiederholt sie rhythmisch in ihren Gedanken und krabbelte weiter. Die Knie waren schon aufgerissen, doch sie kämpfte sich weiter. Sie spürte schon den frischen Lufthauch auf ihrer Haut, bald wäre sie draußen aus den Tunnelsystemen.
Sie wusste nicht mehr wie es genau angefangen hatte. Die Veränderung im Marshall war schon einige Tage spürbar gewesen. Er war Sirhal immer am nächsten gestanden und hatte schon vor Monaten Charakterveränderungen gezeigt, als die gewährte Macht in ihm wuchs. Er war unnachgiebiger geworden und hatte alle mehr angetrieben in ihren Bemühungen. Ab und an hatte er Aussetzer, doch waren sie nie sonderlich lang gewesen oder gar gefährlich.
Diesmal war es anders gewesen. Sie wusste nicht, was es ausgelöst hatte. Als sie herangeeilt war wegen der panischen Schreie, hatte der Marshall schon getobt. Er war außer sich und brüllte unkontrolliert: „GOLD! IHR SOLLTET ALLE GOLD WERDEN! IHM ZU EHREN! ALLES MUSS ZU GOLD WERDEN!“ Sie beobachtete ungläubig wie seine Hand durch Teranas Oberkörper glitt als tauche sie nur in Wasser ein. Dann erblickte sie Marcan. Er hockte hinter dem Marshall auf dem Boden, winkte ihr, rief irgendwas. Sie konnte ihn nicht verstehen. „DIE WELT MUSS ZU GOLD WERDEN! WIR MÜSSEN SIE IHM SCHENKEN!“, tobte der Marshall und schwang sein Schwert um sich. Sie bemerkte erst jetzt, dass sie erstarrt war, unfähig sich zu regen. Der Marshall fuhr zu Marcan herum und packte seine Haare, schrie ihn an: „ZU GOLD! FÜR SIRHAL!“ Dann hob er sein Schwert. Sie hatte ihrem Liebsten in die Augen gesehen, endlich verstand sie, was seine Lippen tonlos formten – renn!
Die letzten Strahlen der untergehenden Sonne streiften ihre Haut, als sie den Busch wegschob, der den Eingang verdeckte. Dabei bemerkte sie wie ihre Finger golden das Licht zurückwarfen.
Nein! Das durfte nicht sein! NEIN!
Sie kroch aus dem engen Gang und ließ sich auf den Rücken rollen. Sie war dem Tode geweiht, eine wandelnde Tote. Doch noch war es noch nicht zu spät! Vielleicht konnte sie Hilfe finden. Vielleicht! Sie keuchte schwer, ehe sie sich aufrappelte und im Dickicht des Waldes verschwand.