"Was meint ihr, wie lange der es noch macht?", Gardist Eichengrund tätschelte den Wallach mit dem Brandzeichen der Getwergelyns. "Manchmal habe ich fast das Gefühl, der Gaul war schon da, bevor Adoran erbaut wurde. Vielleicht haben die Getwergelyns dieses Tier aber auch nur hier abgestellt, um ihm ein adoraner Aroma zu verleihen, bevor sie es schlachten und zu Wurst verarbeiten, oder es ist ein Liedkundiger, der vergessen hat, wie er wieder zum Menschen wird. Oder...", Ernst machte eine nachdenkliche Miene und sprach nicht weiter. Scheinbar gab ihm - und da war er nicht der einzige - dieses einsame Pferd einige Rätsel auf.
"Gute Frage, Gardist. Ich persönlich empfinde dieses Tier eher als eine Art Metapher für die Freundlichkeit und Großzügigkeit der Adoraner. Immerhin steht es seit Monaten hier herum, tänzelt angebunden am Westtor vor sich hin und lebt einzig von den Spenden der Passanten." Korporal Thorn hatte sich der Nomenklatur der dritten im Bunde, Gardistin Senheit, bedient und den einfachen, aber wunderbar klangvollen Namen des unbekannten Pferdes übernommen. "Außerdem glaube ich, dass Tim das erste Wachpferd des Reiches Alumenas wird. Immerhin hat es mehr Torkontrollen erlebt als die meisten von uns."
"Stimmt. Ihr solltet es in unsere Reihen aufnehmen. Rekrut Tim, klingt doch wirklich gut, nicht?", mischte sich Gardistin Senheit sogleich ein. "Einzig, wie es die Leibwächterprüfungen absolvieren soll, ist mir ein Rätsel."
Tim, das einsame Pferd
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Fjalon Thorn
Tim, das einsame Pferd
Zuletzt geändert von Fjalon Thorn am Dienstag 19. November 2013, 23:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Fjalon Thorn
"Hast du aber ein Schwein. Da hättest du ja fast als Abendessen geendet!", raunte der blonde Korporal dem befreiten Gaul zu. "Am Ende stand es vier zu drei. Also drei von denen wollten dich tatsächlich verspeisen!"
Tim wieherte erschrocken und blieb abrupt stehen, sodass Fjalon dem Gaul einen weiteren Klaps geben musste, um ihn anzutreiben. Natürlich verschwieg er dem Pferd, dass auch er liebend gern einen Sauerbraten zum Abendessen gehabt hätte. Aber tief in dem blonden Schleifer schlug eben doch ein gutes Herz. Manchmal jedenfalls. Aus diesem Grund hatte er sich aus der Entscheidung fein herausgehalten.
"Hüte dich vor Helisande, Merrik und Marjorie. Die drei sehen zwar nett aus... Aber sie schienen hungrig zu sein!"
Rekrut Tim musste fortan nicht mehr frieren und auf seinen kalurischen Herren warten, sondern durfte das Brandmal der Getwergelyns vergessen. So brach eine neue Ära für den frisch rekrutierten Gaul an. Sein Leben verdankte er einem basisdemokratischen Experiment des Unteroffiziers und der guten Laune dessen Vorgesetzten.
"Den nächsten Falschparker schlachten wir aber direkt...Wir können ja nicht jeden vergessenen, halbverhungerten Ackergaul zum Rekruten machen.", nuschelte Fjalon in seinen Bart... als er die Stallungen des Regimentes verließ und darüber nachsann, wie oft etwas Derartiges noch vorkommen mochte.
Tim wieherte erschrocken und blieb abrupt stehen, sodass Fjalon dem Gaul einen weiteren Klaps geben musste, um ihn anzutreiben. Natürlich verschwieg er dem Pferd, dass auch er liebend gern einen Sauerbraten zum Abendessen gehabt hätte. Aber tief in dem blonden Schleifer schlug eben doch ein gutes Herz. Manchmal jedenfalls. Aus diesem Grund hatte er sich aus der Entscheidung fein herausgehalten.
"Hüte dich vor Helisande, Merrik und Marjorie. Die drei sehen zwar nett aus... Aber sie schienen hungrig zu sein!"
Rekrut Tim musste fortan nicht mehr frieren und auf seinen kalurischen Herren warten, sondern durfte das Brandmal der Getwergelyns vergessen. So brach eine neue Ära für den frisch rekrutierten Gaul an. Sein Leben verdankte er einem basisdemokratischen Experiment des Unteroffiziers und der guten Laune dessen Vorgesetzten.
"Den nächsten Falschparker schlachten wir aber direkt...Wir können ja nicht jeden vergessenen, halbverhungerten Ackergaul zum Rekruten machen.", nuschelte Fjalon in seinen Bart... als er die Stallungen des Regimentes verließ und darüber nachsann, wie oft etwas Derartiges noch vorkommen mochte.
Zuletzt geändert von Fjalon Thorn am Mittwoch 11. Dezember 2013, 20:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Fjalon Thorn
Der blonde Feldwebel konnte sich nur wundern.
Dieser Gaul hat einfach keine Lust zu sterben.
Es war schon bemerkenswert, dass der vor einigen Monden rekrutierte vierbeinige Rekrut Tim, die lange Zeit des Ausharrens vor dem Westtor Adorans halbwegs unbeschadet überstanden hatte, aber auch diese nächste - zugegebenermaßen sehr harte - Feuerprobe hatte das eigentlich reichlich lausig ausgebildete Pferd mit Bravour bestanden.
Die Ereignisse lagen bereits ein paar Tage zurück, wenngleich Fjalon sich jedes Mal, wenn er in den Stallungen des Regimentes nach seinen beiden Tieren sah, nur wieder über diesen störrischen und mutigen Vierbeiner wundern musste.
Sie waren in ein Manöver gezogen und immer dann, wenn der Verlust des Reittieres absehbar war, wurden die weniger ansehnlichen, wobei im Regelfall selten weniger gut geeigneten, Pferde ausgewählt. Optik war schon immer teurer als die wirkliche Eignung als Schlachtross. So wählte Fjalon zum ersten Mal für den geprobten Ernstfall den Pferderekruten mit dem hellen Fell aus und ließ seinen silbernen Mustang in den Stallungen zurück. Niemand, auch Fjalon nicht, hatte damit gerechnet, dass just während dieses Manövers, in dem das Regiment mit allen Verbündeten des Reiches Alumenas gemeinsame Truppenübungen abhalten wollte, die Erzfeinde im Westen losschlagen würden.
Erneut versuchten die Truppen der Pantherdiener den unlängst aufgestellten Wachturm inmitten der Markgrafschaft des Reiches zu vernichten. Es war der Rauch eben jenes brennenden Turmes, der die Boten der Grafschaft Markweih alarmierte, welche ihrerseits atemlos die versammelte Armee informierten.
Wie schon so oft, wenn auch in diesem Fall in recht großem Ausmaß, trafen wohlpositionierte Heere aufeinander. Die Schlacht würde in der grünen Ebene an der Westgrenze stattfinden. Ein gefundenes Fressen für die stets magierlastigen Truppen der Rahaler. Fjalon wusste, dass der Feind zahlenmäßig überlegen war, immerhin war er es, der die Truppenstärke einzuschätzen hatte. Sie waren den Truppen des lichten Reiches um wenigstens ein Drittel überlegen, viele Liedkundige.. Auf offenem Feld. Keine guten Neuigkeiten. Nur mit allergrößten Anstrengungen würden sie es schaffen, die durchaus gut organisierten und schlagkräftigen Truppen Rahals von Schlimmerem abzuhalten als nur den Wachturm niederzubrennen.
Und dann habe ich ausgerechnet diesen laufenden Sauerbraten unter'm Sattel. Großartig.
Jede Schlacht für sich ist anders, verläuft anders, ginge vielleicht sogar immer anders aus. Und doch ist jede Schlacht auf eine urtümliche, unverrückbar grausame Art immer gleich. Das Geschrei zu Beginn, Formationen werden befohlen und Schritte stapfen zackig, während die Urheber der Schritte den soeben gebellten Befehlen folgen.
Stille, eine kurze Rede des Anführers, Geschepper von Schwertern auf Schilden und das schnelle, flache Atmen von Soldaten, die ihrem eigenen, baldigen, Tod ins Auge blicken. Aufmuntende Gebete zur Lichtbringerin und zur Muttergöttin hier, gemurmelte Verwünschungen gegen den Feind dort - der beißende Geruch von Urin, geboren aus Angst, ehe der Geruch von aufwirbelndem Staub und Dreck, dem letzten Sinneseindruck bevor der unbändige Zorn des Schlachtens hervorbricht, vom Geruch frischen Blutes und dem Schweiß jener, die ihrem blutigen Tagwerk nachgehen, abgelöst wird. Gewieher und Hufgetrappel mischen sich unter das Stampfen von Infanteriestiefeln und die Fortsetzung der Diplomatie mit militärischen Mitteln beginnt.
Es war ein Pyrrhussieg für Rahal. Sie waren zahlreicher, doch boten die Truppen Alumenas ihnen die Stirn und fügten ihnen so schwere Verluste zu, dass ein weiteres Vorrücken gen Lichtenthal nicht möglich war. Viele hatten unter den Schwerthieben des Feldwebels fallen müssen und der Wahn der Schlacht hinterließ stets Standbilder in seinem Gedächtnis, die nur langsam verblassten. Manchmal jedoch nie.
Kunstwerke aus Blut und Schmutz, Momentaufnahmen des Metzelns für Temora und Krone.
Die Gefahr war gebannt, vorerst, und mit einem Male wurde Fjalon klar, dass er die nächste Schlacht überlebt hatte, dass sein vertrautes, mutiges und schon so oft erfolgreich erprobtes Schlachtross ihm auch in dieser...
Moment Mal, das ist ja gar nicht mein Schlachtross. Die Pferdewurst ist ja noch immer unter mir! Und lebt!
...Fjalon beschloss, ihn fortan Gardist Tim zu nennen. Der Gaul hatte sich seine Beförderung redlich verdient.
Dieser Gaul hat einfach keine Lust zu sterben.
Es war schon bemerkenswert, dass der vor einigen Monden rekrutierte vierbeinige Rekrut Tim, die lange Zeit des Ausharrens vor dem Westtor Adorans halbwegs unbeschadet überstanden hatte, aber auch diese nächste - zugegebenermaßen sehr harte - Feuerprobe hatte das eigentlich reichlich lausig ausgebildete Pferd mit Bravour bestanden.
Die Ereignisse lagen bereits ein paar Tage zurück, wenngleich Fjalon sich jedes Mal, wenn er in den Stallungen des Regimentes nach seinen beiden Tieren sah, nur wieder über diesen störrischen und mutigen Vierbeiner wundern musste.
Sie waren in ein Manöver gezogen und immer dann, wenn der Verlust des Reittieres absehbar war, wurden die weniger ansehnlichen, wobei im Regelfall selten weniger gut geeigneten, Pferde ausgewählt. Optik war schon immer teurer als die wirkliche Eignung als Schlachtross. So wählte Fjalon zum ersten Mal für den geprobten Ernstfall den Pferderekruten mit dem hellen Fell aus und ließ seinen silbernen Mustang in den Stallungen zurück. Niemand, auch Fjalon nicht, hatte damit gerechnet, dass just während dieses Manövers, in dem das Regiment mit allen Verbündeten des Reiches Alumenas gemeinsame Truppenübungen abhalten wollte, die Erzfeinde im Westen losschlagen würden.
Erneut versuchten die Truppen der Pantherdiener den unlängst aufgestellten Wachturm inmitten der Markgrafschaft des Reiches zu vernichten. Es war der Rauch eben jenes brennenden Turmes, der die Boten der Grafschaft Markweih alarmierte, welche ihrerseits atemlos die versammelte Armee informierten.
Wie schon so oft, wenn auch in diesem Fall in recht großem Ausmaß, trafen wohlpositionierte Heere aufeinander. Die Schlacht würde in der grünen Ebene an der Westgrenze stattfinden. Ein gefundenes Fressen für die stets magierlastigen Truppen der Rahaler. Fjalon wusste, dass der Feind zahlenmäßig überlegen war, immerhin war er es, der die Truppenstärke einzuschätzen hatte. Sie waren den Truppen des lichten Reiches um wenigstens ein Drittel überlegen, viele Liedkundige.. Auf offenem Feld. Keine guten Neuigkeiten. Nur mit allergrößten Anstrengungen würden sie es schaffen, die durchaus gut organisierten und schlagkräftigen Truppen Rahals von Schlimmerem abzuhalten als nur den Wachturm niederzubrennen.
Und dann habe ich ausgerechnet diesen laufenden Sauerbraten unter'm Sattel. Großartig.
Jede Schlacht für sich ist anders, verläuft anders, ginge vielleicht sogar immer anders aus. Und doch ist jede Schlacht auf eine urtümliche, unverrückbar grausame Art immer gleich. Das Geschrei zu Beginn, Formationen werden befohlen und Schritte stapfen zackig, während die Urheber der Schritte den soeben gebellten Befehlen folgen.
Stille, eine kurze Rede des Anführers, Geschepper von Schwertern auf Schilden und das schnelle, flache Atmen von Soldaten, die ihrem eigenen, baldigen, Tod ins Auge blicken. Aufmuntende Gebete zur Lichtbringerin und zur Muttergöttin hier, gemurmelte Verwünschungen gegen den Feind dort - der beißende Geruch von Urin, geboren aus Angst, ehe der Geruch von aufwirbelndem Staub und Dreck, dem letzten Sinneseindruck bevor der unbändige Zorn des Schlachtens hervorbricht, vom Geruch frischen Blutes und dem Schweiß jener, die ihrem blutigen Tagwerk nachgehen, abgelöst wird. Gewieher und Hufgetrappel mischen sich unter das Stampfen von Infanteriestiefeln und die Fortsetzung der Diplomatie mit militärischen Mitteln beginnt.
Es war ein Pyrrhussieg für Rahal. Sie waren zahlreicher, doch boten die Truppen Alumenas ihnen die Stirn und fügten ihnen so schwere Verluste zu, dass ein weiteres Vorrücken gen Lichtenthal nicht möglich war. Viele hatten unter den Schwerthieben des Feldwebels fallen müssen und der Wahn der Schlacht hinterließ stets Standbilder in seinem Gedächtnis, die nur langsam verblassten. Manchmal jedoch nie.
Kunstwerke aus Blut und Schmutz, Momentaufnahmen des Metzelns für Temora und Krone.
Die Gefahr war gebannt, vorerst, und mit einem Male wurde Fjalon klar, dass er die nächste Schlacht überlebt hatte, dass sein vertrautes, mutiges und schon so oft erfolgreich erprobtes Schlachtross ihm auch in dieser...
Moment Mal, das ist ja gar nicht mein Schlachtross. Die Pferdewurst ist ja noch immer unter mir! Und lebt!
...Fjalon beschloss, ihn fortan Gardist Tim zu nennen. Der Gaul hatte sich seine Beförderung redlich verdient.
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Gast
Der blonde Ritter stand staunend neben seinem Streitross. Er hatte sich, wie so oft in letzter Zeit, nicht für den wunderschön anzusehenden, vor Kraft strotzenden, Mustang verlassen, den er 'Fhenir' zu nennen pflegte. Auch nicht auf das Regimentsross mit der Fellfarbe des ruhmreichen Regimentes. Nein, er hatte sein Leben, oder wenigstens seine Mobilität, dem Gardisten Tim anvertraut. Eben jenem verlassenen, einsamen Gaul, der so lange angebunden vor Adorans Westtor ein wenig ruhmreiches Leben zu führen hatte.
Und jetzt, als die Belagerung Schwingensteins endlich gebrochen ward, war es an der Zeit, sich nicht nur zu wundern, dass dieser galoppierende Sauerbraten, dieses wieselflinke Hackfleisch in Pferdeform, dieser fellbehangene Pfeilmagnet weitere Schlachten überstanden hatte, sondern ihn auch entsprechend auszuzeichnen.
Er grinste Thelor zu, der geduldig neben ihm wartete und der ganz offenbar wusste, was für eine Form von Auszeichnung sich hier anbahnte..
"Tim. Es grenzt an ein Wunder, dass du noch lebst. Temora, die Streitbare, die Schildmaid, die Herrin des Lichts muss dich fleckigen Ladenhüter von einem Gaul lieben, soviel steht fest. Weiß der Adler warum!"
- Aufgeregtes Wiehern, Tims Pferdelippen vibrierten als er schnaubte und weißgelbe Speichelfetzen flogen dem Ritter gegen den Brustpanzer und ins Gesicht -
"Für deine Verdienste, mein lieber Gardist Tim, für deinen unentwegten Einsatz, meinen reichlich schweren Hintern samt meiner ebensowenig angenehm zu tragenden Rüstung ohne Murren zu tragen, möchte ich dich hiermit auszeichnen."
- Tims Ohren reckten sich. Keiner der Sätze der Golddose enthielt irgendein Schlüsselwort. Möhre? Apfel? Müsli? Fehlanzeige. Die Ohren senkten sich wieder ab. Der Boden sah verlockend aus! war das etwa ein plattgetretener Löwenzahn? -
"Dafür, dass du mir in all den Schlachten nicht dreist weggestorben bist, mich nicht vor Panik abgeworfen und dir eine hübsche Stute zum Zeitvertreib gesucht hast oder einfach im Kampfe angefangen hast zu grasen."
- Tim schnaubte erneut und seine hell gefärbten Ohren reckten sich erneut dem Ritter zu. Gras? -
"Danke, Tim. Von nun an aber: Wachtmeister Tim! Hiermit befördere ich dich in diesen Rang und zeichne dich aus mit dem Siegel derer von Thorn. Jenes werde ich dir an deinen Sattel heften, auf dass du ewig ein Teil meines Haushaltes seiest!
Außerdem gibt's eine Extraportion Müsli, mein Freund."
- Freudiges Schnauben und der frischgebackene Wachtmeister reckte sein langes Gesicht gen des Blonden, als wolle er sagen 'Und soviel Tamtam, um's Futter? Das nächste Mal einen Deut schneller, Herr Ober.'-