Zwischen Windeln und Geschrei.

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Kiara Thanel
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Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Zwischen Windeln und Geschrei.

Beitrag von Kiara Thanel »

Mitten in der Nacht kehrt Kiara, im Wissen, dass Diego nicht mehr im Haus sein wird, heim. Es war wieder einmal ein Abend der nicht ohne Streit vonstatten geht. Nachdem Diego mit Besuch heimkehrte und Kiara doch noch zum Glimmstängel griff konnte man bereits den Streit kommen sehen. Sicher, es war nicht richtig vor dem schlafenden Kind einen Glimmstängel zu entzünden und die Luft mit dessen schwerden Gerüchen zu belasten. Doch jeder der weiss wie es ist schlaflos zu sein, weiss auch wie schnell jemand zu reizen ist. Das Diego das Wort 'Ketzer' ihr gegenüber verwendet hatte war dann wohl doch zu viel. Den rest seines Satzes hatte sie entweder gekonnt ignoriert oder aber nicht mehr gehört. Sie wusste, dass Diego sich, Sarah zu liebe, Mühe gab um Kiara gegenüber 'nett' zu sein. Doch auch das würde es nicht besser machen. Da niemand mehr im Haus war, konnte Kiara in aller Ruhe ihre Sachen packen. Das Tagebuch, dass sie einst von jemanden geschenkt bekam, fand sie mehr per Zufall. Irgendwann hatte sie es einfach in ihren Schrank gepackt. Unberührt und verstaubt bliebt es dort lange Zeit liegen. Lange starrte Kiara das verstaubte Buch an und lies ihre Finger über das Dicke, angenehm weiche Leder gleiten. Noch nie hatte sie etwas in ein Tagebuch geschrieben. Vielleicht war es endlich an der Zeit ihren Frust eine neue Form zu verleihen. Ihren Frust einen Ausdruck zu geben den man vielleicht eines Tages zu verstehen lernt.

Ihre Sachen waren bereits gepackt und das ein oder andere Schreiben verschickt. Mit gutem Gewissen hatte Kiara jemanden beauftragt, während ihrer Abwesenheit, in ihrem Haus zu bleiben und auf Sarah aufzupassen. In aller Ruhe öffnete Kiara das Buch und tauchte die Feder in die Tinte um ihren ersten und letzten Eintrag in dem Tagebuch zu verfassen.



Man sagt sobald man das erste mal sein neugeborenes in die Arme gelegt bekommt keimt die Mutterliebe zum eigenen Kind auf. Der Blick in das zerknitterte Gesicht würde das eigene Herz erweichen. Doch ich? Das einzige was ich verspürte war... Erschöpfung. Ich wollte nur noch schlafen. Alleine die Umstände der Geburt verhießen nichts gutes. Mitten in einem Kriegslager... Die Angst als Mutter zu versagen war bereits vor der Geburt schon groß. Es sind erst einige Tage vergangen indem meine Befürchtung immer mehr bestätigt wurde.

Ich war alleine und bin es immernoch. Jedes mal wenn Sarah schreit würd ich ihr am liebsten ein Kissen in ihr winziges Gesicht drücken bis es ruhig ist. Niemals hätte ich gedacht das es so kräftezerrend ist. Der Schlafmangel raubt mir meine Kraft und macht mich nur noch mehr aggressiv. Oftmals lege ich Sarah neben mir in das große Bett und lasse dem Druck freien lauf indem ich darauf losheule. Das ich jemals so verzweifelt sein könnte hätte ich nie gedacht.

Auf gewisse Weise verspüre ich doch ein wohles Gefühl bei Sarahs Anblick und es fällt mir irgendwo auch nicht leicht mein eigenes Kind zu verlassen. Vielleicht wird sie es eines Tages verstehen und mir sogar verzeihen. Ich weiss, dass es nicht immer einfach mit mir ist und ich zu stolz bin um über das was mich belastet zu sprechen. Doch das Gefühl von leere und schlaflosigkeit stellen mich vor einen tiefen Abgrund.

Wer weiss wann das nächste Schiff in Bajard ablegt. Einige wichtige Sachen habe ich bereits gepackt und sobald die Haushälterin da ist und ich ihr die ein oder andere Anweisung gegeben habe werde ich gehen..
Es ist die einzige Hoffnung an die ich mich noch klammern kann um das richtige zu tun.


Den Eintrag beendend und das Tagebuch in dem halb leeren Schrank verstauend, würde sie auf die Haushälterin warten, in der Hoffnung schnellstmöglich verschwinden zu können, ehe sie sich noch umentscheiden würde.
Zuletzt geändert von Kiara Thanel am Montag 28. Juli 2014, 00:15, insgesamt 1-mal geändert.
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