Das Licht am Horizont

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Lazzarr Jamahl

Das Licht am Horizont

Beitrag von Lazzarr Jamahl »

Im Reich der Sonne

Die kleine Karawane bahnte sich ihren Weg durch das große Stadttor von Menek'Ur. Vor dem Palast hielt ein Planwagen und ein einfach bekleideter Menekaner stieg von diesem herunter. Die hoch stehende Sonne brannte auf die nicht bedeckten Stellen seiner Haut. Trotz dessen schien er die Hitze willkommen zu heißen und wendete seinen Blick, mit geschlossenen Augen der Sonne entgegen. Einen Moment lang verharrte er in dieser Stellung, nur seine Lippen bewegten sich und formten ein Paar unverständliche Worte. Als diese offensichtliche Liebkosung der Sonne beendet war, wendete er sich dem Palast zu. Der aufstieg kam ihm unendlich lang vor, seine Gedanken über flogen die letzten Jahre, Monate und Wochen bis zu diesem Zeitpunkt. Ein leises Seufzen verließ seinen Mund als er an seinen kürzlich verstorbenen Mentor dachte und daran, dass seine Ausbildung nun zum erliegen gekommen war. Deutlich schwerfälliger schleppte er sich die letzten Stufen hoch, strafte seine Haltung, zupfte sich seine Kleidung zurecht und schenke den Palastwache eine kurze aber aufrichtige Begrüßung bevor er sich seiner Stiefel entledigte und hinein schritt.
Zuletzt geändert von Lazzarr Jamahl am Dienstag 22. Juli 2014, 14:39, insgesamt 1-mal geändert.
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Solch einen herzlichen Empfang hatte Lazzarr nicht erwartet. Sein Cousin der ehrenwerte Kalif Imraan Mukthaar Omar tat alles daran, dass es ihm an nichts fehlte und er sich wohl fühlen konnte. Gemeinsam gingen sie durch die riesigen Hallen und grünen Gärten des prächtigen Palastes. An den Wänden hingen kunstvoll gefertigte Teppiche, Verzierungen aus Juwelen und Gold waren an Rahmen und Säulen angebracht und durch die Bäder des Hauses floss nur das sauberste und klarste Wasser. In den Gärten wuchsen nur die seltensten und schönsten Blumen des Reiches, an den Bäumen hingen die typischen Früchte des Landes in hülle und fülle. Die Stallung der Sandläufer selbst war so sauber, man hätte es gleich als Zimmer beziehen können, wäre ihm nicht schon längst ein prachtvolles Gemach im hinteren Bereich des Palastes zugewiesen worden.

Nach dem Rundgang im Palast begaben sich Imraan und Lazzarr zu einer Führung durch die Stadt. Der gutherzige Kalif, zeigte ihm was sich alles Verändert hatte oder neu war, während sich beide auf in Richtung Wohnsitz der Familie Bashir machten. Dort sollte Lazzarr sich neu einkleiden, da seine Koffer während der Reise verloren gingen und die Kleidung die er am Leib trug schon bessere Zeiten gesehen hatten. Die wohl sehr talentierte Tuchweberin des Hauses Bashir, Nahlah Hibah, nahm sich seiner an und zeigte ihm nur die edelsten und besten Stücke, die das Hause Bashir zu bieten hatte. Bei einer solch großen Auswahl fiel es Lazzarr nicht sehr schwer sich eine entsprechende Bestellung zusammen zu stellen.
Lazzarr Jamahl

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An diesem Abend war es sehr hektisch im Palast, die Dienerinnen eilten umher und sorgten für mehr Wirbel als ein Sandsturm bei Nacht. Eilig wurden hier und da noch ein paar Stellen sauber gemacht von dem doch eigentlich so makellosem Palastboden. Unmöglich sich weiter auf sein Buch zu konzentrieren verließ Lazzarr seine Gemächer und begab sich durch die weiten Flure und Hallen des Palastes. Im großen Garten angekommen, bemerkte er seinen Cousin der ehrenwerte Kalif Imraan Mukthaar Omar mit drei weiteren Menekanern die in edlen Stoffen gehüllt waren und einige Körbe voll Mitbringsel bei sich trugen. Diese prachtvoll anzusehende Gesellschaft machte es sich gerade auf den Kissen im Garten gemütlich.

Nach einer ausgiebigen Vorstellungsrunde setzte auch Lazzarr sich zu den Oberhäuptern der Häuser Bashir, Ifrey und Yazir mit an den Tisch. Es wurde gelacht, getrunken und gegessen, vor allem die Küchlein fanden schnell ihren Weg in die Mägen der versammelten Gruppe. Die Stimmung war sehr ausgelassen und herzlich, Lazzarr fühlte sich sichtlich wohl. Nachdem einige Themen, wovon auch manch ernstere dabei waren, besprochen wurden, musste sich der Kalif verabschieden um noch anderen Aufgaben seiner Zuwendung zu schenken.

So machte sich die kleine Gruppe auf zur Kaserne, wo Lazzarr, Marek und Nadim mit in die Garde aufgenommen werden sollten um das Reich zu beschützen. Sahid war sehr bemüht, trotz der leicht angetrunkenen Gesellschaft, alles richtig zu machen. Es wurden Uniformen ausgetauscht, Formalitäten geklärt und der Eid geschworen. Auch ein kleiner Übungskampf wurde angesetzt, doch Lazzarr konnte diesem leider nicht mehr beiwohnen, ihn zog es in die Kissen in seinen Gemächern. Nach einem, für ihn wirklich kurzem Bad, begab er sich dann in sein Bett.

In dieser Nacht träumte er erstmals, seit seiner Heimkehr. In seinem Traum flog er über das Land er sah den heiligen Berg und den wunderschönen Tempel, viele Menekaner strömten hinein. In ihren bunten und schönen Gewändern, sahen sie von oben aus wie ein Blütenmeer welches den Pfad zum Berg völlig bedeckte. Lazzarr gefiel was er sah.
Zuletzt geändert von Lazzarr Jamahl am Donnerstag 24. Juli 2014, 13:06, insgesamt 1-mal geändert.
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Am nächsten Morgen gingen ihm die Erlebnisse in seinem Traum nicht aus dem Kopf. Es war vermutlich bloß ein gewöhnlicher Traum, doch er musste Gewissheit haben. Darum nahm er sich die Zeit ein förmliches Schreiben aufzusetzen, welches er Nazeeya Rafa aus dem Hause Bashir zukommen lies. Sie war es wohl, so hatte er zumindest von Imraan gehört, die sich derzeit um die Priesterschaft und dem Tempel kümmerte. Lazzarr war äußerst neugierig darauf, diese Frau kennen zu lernen und doch missfiel es ihm, dass das Hause Omar, seine Familie, eine solche wichtige Aufgabe in fremde Hände übertrug. Er würde sich selbst davon überzeugen, ob dieses Vertrauen gerechtfertigt war und auch würde er seine Hilfe anbieten. Es war wichtig, dass das Hause Omar ein Zeichen setzte und allen Menekanern als glorreiches Beispiel voraus ging. Deswegen musste sich Lazzarr um eine Position im Tempel und vor allem der Priesterschaft bemühen.

Sein Tag war sehr anstrengend gewesen. Er hatte viele Stunden damit verbracht sich in Form zu bringen und seine Knochen und Muskeln schmerzten vor Anstrengung. Nun jedoch wollte er es sich nach einem ausgedehntem Bad im Garten des Palastes bequem machen. Er wollte sich der Meditation und Ruhe zuwenden, seinen Geist frei machen von den Strapazen des Tages. In seinen Gedanken sah er seine Aufgabe bereits vor sich. Er würde sich in den Dienst der Mara stellen, würde ihre Lehren in sich aufnehmen und verinnerlichen, um sie dann selber eines Tages weiter geben zu können. Lazzarr würde den Menekanern stets mit Rat und Tat zur Seite stehen, in guten wie auch schlechten Tagen. Er würde sein Wissen bis an die Pforten der Häuser tragen, sie dazu motivieren ihre Traditionen zu waren und befolgen. Ihnen bei Hochzeit aber auch Trauerfeiern zu helfen und beizustehen. Sich nach ihren Problemen und Nöten zu erkundigen und zu vermitteln, auch im Streitfalle zwischen den Häusern. Aber auch die Garde des Reiches sollte von seiner Ausbildung profitieren. Lazzarr war fest dazu entschlossen, sich weiter unter ihnen einen Namen zu machen und gleichzeitig den Glauben innerhalb der Truppe zu festigen. Er wollte für sie in jeder Hinsicht da sein, sie beflügeln, motivieren und vor allem Mut zu sprechen in Sekunden der Zweifel. Aiwa, bei Eluive! Das waren seine Ziele und seine Wünsche. Es würde sicher nicht einfach werden, doch er war bereit sich jeder Herausforderung zu stellen und sich zu einer wahren Bereicherung für das Volk der Menekaner zu machen.
Lazzarr Jamahl

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Das Treffen mit Nazeeya Rafa Bashir verlief erstaunlich gut und Lazzarr war sehr zufrieden, dass seine Ausbildung nun weiter voran schreiten konnte. Sein erster Auftrag war es Saman Yazir zu finden, er hatte wohl eine Aufgabe von Nazeeya bekommen und Lazzarr sollte ihn dabei unterstützen.

Noch bevor Lazzarr ein Schreiben an Saman Yazir aufsetzen konnte, eilten einige Diener durch den Palast und berichteten davon das man Nazeeya Tod aufgefunden hätte. Nachdem er sich noch ein paar Einzelheiten zukommen lies, um die Glaubhaftigkeit dieser Gerüchte zu beurteilen, begab sich Lazzarr in seine Gemächer. Er war wütend, schon wieder war einer seiner Lehrmeister verstorben, wieder würde seine Ausbildung ins Stocken geraten. Lag es etwa an ihm, fragte er sich allmählich. Er musste stark gegen seine Wut ankämpfen um nicht sein Zimmer zu verwüsten. Als er sich etwas beruhigte, schloss er die Türen zu seinen Gemächern ab, setzte sich auf einen Teppich und begann damit zu meditieren und seine Gedanken zu ordnen.

Ein paar Tage lang war von ihm nichts zu sehen oder zu hören.
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