Im Tross des schwarzen Ebers
-
Gast
Im Tross des schwarzen Ebers
Dies ist die Geschichte von Mettis, dem Knecht aus den waldreichen Tälern des Ostens, der in ferner Zeit der Leibeigenschaft entflieht und seiner Lande vertrieben wird und der auf seinen Irrwegen neue Freunde findet.
Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem schwarzen Eber und dem mutigen Recken Fiedelmann. Sie erstreben den Anbruch eines neuen Zeitalters ohne Gewalt und Unrecht und dennoch voll tiefgründiger Magie und geheimnisvoller Abenteuer im Tross des schwarzen Ebers im sagenumwobenen Land Gerimor.
Das Schiff legte wieder an Land an und entschlossen stakste der schlaksige Knecht von Bord. Ein knappes Winken an den Kapitän Tiitrik. Dieser erwiderte es nur mit einem Nicken. Die Überfahrt hatte sich Mettis mit dem fahlen, zerzausten Haar und dem wirschen Blick mit Arbeit an Bord verdient, aber jetzt war er da, auf der sagenumwobenen Insel der Götter: Gerimor.
Allerdings ganz im Nordosten, im Wolfsfjord der Thyren. Ruppige Gesellen, die so ganz anders sein sollten als sein eigener Volksschlag. Doch das schreckte Mettis nicht.
Er hatte eine klare Vision im Sinn seitdem er aus dem Hof seines Landesherren ausgebrochen war. Sein Leben lang hatte Mettis geackert und ein Leben der Entbehrungen hinnehmen müssen. Es waren die Lieder der Bänkelsänger, die ihn zur Flucht aus der Leibeigenschaft und dem Fron getrieben haben. Sie erzählten von einem mächtigen Krieger, stark genug mit einem Streich seines Schwertes ganze Heere zu vernichten, dem schwarzen Eber. Einem gerechten Herrn mit edlen, wahrhaft ritterlichen Idealen, dem nichts an der Ausbeutung der Bauern und Knechte gelegen war.
Freilich war die Flucht nicht ohne Zwischenfall geblieben. Die Häscher des Landesherrn waren ihm auf den Versen und sie waren zu Pferd gewesen. Mehr als einmal war Mettis nur knapp mit dem Leben davongekommen. Straßenräuber hatten ihn unterwegs in eine Falle gelockt, doch Mettis hatte Glück gehabt: Er hatte nichts von Wert dabei und so begnügten sie sich damit ihn bewusstlos zu prügeln.
Jetzt war er fast am Ziel seiner Reise. Irgendwo hier auf Gerimor befand sich der schwarze Eber, von dem er so viel gehört hatte.
Unterwegs hatten sich die Leute über ihn lustig gmacht. Er würde einer Legende hinterherlaufen, einem Mythos, den es gar nicht wirklich gäbe. Der schwarze Eber sei ein Ammenmärchen.
Mettis wusste in seinem Herzen dass er ihn finden würde.
Entschlossen zurrte er seine Tasche mit der wenigen Habe fester an sich.
Ohne zu zögern setzte er den ersten Schritt auf dieses neue, heilige Land.
Durch seinen Kopf geht nur ein Gedanke:
"Wenn es den schwarzen Eber wirklich gibt, dann werde ich ihn finden"
Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem schwarzen Eber und dem mutigen Recken Fiedelmann. Sie erstreben den Anbruch eines neuen Zeitalters ohne Gewalt und Unrecht und dennoch voll tiefgründiger Magie und geheimnisvoller Abenteuer im Tross des schwarzen Ebers im sagenumwobenen Land Gerimor.
Das Schiff legte wieder an Land an und entschlossen stakste der schlaksige Knecht von Bord. Ein knappes Winken an den Kapitän Tiitrik. Dieser erwiderte es nur mit einem Nicken. Die Überfahrt hatte sich Mettis mit dem fahlen, zerzausten Haar und dem wirschen Blick mit Arbeit an Bord verdient, aber jetzt war er da, auf der sagenumwobenen Insel der Götter: Gerimor.
Allerdings ganz im Nordosten, im Wolfsfjord der Thyren. Ruppige Gesellen, die so ganz anders sein sollten als sein eigener Volksschlag. Doch das schreckte Mettis nicht.
Er hatte eine klare Vision im Sinn seitdem er aus dem Hof seines Landesherren ausgebrochen war. Sein Leben lang hatte Mettis geackert und ein Leben der Entbehrungen hinnehmen müssen. Es waren die Lieder der Bänkelsänger, die ihn zur Flucht aus der Leibeigenschaft und dem Fron getrieben haben. Sie erzählten von einem mächtigen Krieger, stark genug mit einem Streich seines Schwertes ganze Heere zu vernichten, dem schwarzen Eber. Einem gerechten Herrn mit edlen, wahrhaft ritterlichen Idealen, dem nichts an der Ausbeutung der Bauern und Knechte gelegen war.
Freilich war die Flucht nicht ohne Zwischenfall geblieben. Die Häscher des Landesherrn waren ihm auf den Versen und sie waren zu Pferd gewesen. Mehr als einmal war Mettis nur knapp mit dem Leben davongekommen. Straßenräuber hatten ihn unterwegs in eine Falle gelockt, doch Mettis hatte Glück gehabt: Er hatte nichts von Wert dabei und so begnügten sie sich damit ihn bewusstlos zu prügeln.
Jetzt war er fast am Ziel seiner Reise. Irgendwo hier auf Gerimor befand sich der schwarze Eber, von dem er so viel gehört hatte.
Unterwegs hatten sich die Leute über ihn lustig gmacht. Er würde einer Legende hinterherlaufen, einem Mythos, den es gar nicht wirklich gäbe. Der schwarze Eber sei ein Ammenmärchen.
Mettis wusste in seinem Herzen dass er ihn finden würde.
Entschlossen zurrte er seine Tasche mit der wenigen Habe fester an sich.
Ohne zu zögern setzte er den ersten Schritt auf dieses neue, heilige Land.
Durch seinen Kopf geht nur ein Gedanke:
"Wenn es den schwarzen Eber wirklich gibt, dann werde ich ihn finden"
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 10. Juli 2014, 14:43, insgesamt 1-mal geändert.
-
Gast
Voller Hoffnung sog Mettis die neuen Eindrücke ein. Es war wahrlich ein gelobtes Eiland und überall sah man die Zeichen des Wunderwirkens der Götter auf Gerimor. Sogar in den Wäldern des Thyrenlands mochte man hier und da noch einen Funken des Göttlichen erkennen.
Mettis jagte sich einen Hasen und klaute den Nordmännern Äpfel und Birnen von den Bäumen um sich für die Suche zu stärken. Es war Tage her. Auch Beeren konnte er in den fruchtbaren Wäldern finden, die jenen Forstländern seiner Heimat um Pirnauen nicht unähnlich waren.
Als er an der Klingel der großen hölzernen Halle klingelte erschien bald ein mächtiges Weibsbild, das den Wandersmann mit dem wirschen Blick argwöhnisch betrachtete. Sie wusste nichts vom Eber und konnte auch kein Reittier ihm geben. Die Krieger seien fort, er möge später wiederkehren.
Weiter führte ihn die Reise zu Fuß nach Westen bis er an ein kleines Dorf kam. In einem Haus erspähte er Licht, da klopfte er an und frug nach dem Eber. Ob man den schwarzen Eber hier gesehen habe oder den Fiedelmann oder seinen Tross von denen man sich so viel Wundertaten erzählt. Doch die Frau namens Yasme, die dort wohnte wusste nichts.
vom Eber und seinen Hedentaten. Er müsse in einem anderen Landesteil sein - die Kaluren wüssten vielleicht mehr. Und voller Herzensgüte gab sie dem Wandersmann ein viel zu stattliches Pferd mit auf den Weg, einen kräftigen Hengst. Ein Stolzes Tier, so dass der einfache Mann aus den Wäldern des Ostens sein Glück gar nicht fassen konnte. Unter vielfacher Dankesbekundung verabrschiedete er sich und zog in die Richtung, da man ihm die Stadt der Kaluren gewiesen hatte. Doch das Glück währte nur kurz, denn stärker als der Reiter war der Hengst und brach ihm bald durch und nahm reißaus. Mettis konnte seinen Weg doch finden und gelangte bald an einen Sumpf, wo ein schreckliches Geschrei zu hören war. Ein klappriger alter Esel war eingebrochen und Mettis half dem Tier aus seiner misslichen Lage. So kam er in den Besitz des Esels Butterblume. Ein tattriges und störrisches Getier, das ihm fortan als Reittier dienen sollte.
Dann kam er an die Stadt, die wohl Kalur heißen musste, denn die Kaluren sollten dort wohnen. Kleine Zwerge bewachten dort die Straßen und es war eisig kalt auf dem frostigen Gipfel. In einer Schmiedewerkstatt brannte Licht, da machte er sich daran dort zu fragen. Zwei Kronen hatte er noch übrig, womöglich würde es ja für einen Helm noch reichen. Eine mürrische Frauenstimme polterte ihn von hinter der Tür an und fragte ihn aus mit einem schwer verständlichen Dialekt.
Das allein konnte Mettis nicht schrecken. Auch nicht als ein Bart aus einem Türspalt schlängelte - er vermutete nun zwei Hausbewohner.
Erst als man ihn einließ und er voller Schrecken feststellte dass der Bart einer kleinen Frau gehörte wurde Mettis stutzig. Aber damit endete die Sache noch nicht.
Mettis jagte sich einen Hasen und klaute den Nordmännern Äpfel und Birnen von den Bäumen um sich für die Suche zu stärken. Es war Tage her. Auch Beeren konnte er in den fruchtbaren Wäldern finden, die jenen Forstländern seiner Heimat um Pirnauen nicht unähnlich waren.
Als er an der Klingel der großen hölzernen Halle klingelte erschien bald ein mächtiges Weibsbild, das den Wandersmann mit dem wirschen Blick argwöhnisch betrachtete. Sie wusste nichts vom Eber und konnte auch kein Reittier ihm geben. Die Krieger seien fort, er möge später wiederkehren.
Weiter führte ihn die Reise zu Fuß nach Westen bis er an ein kleines Dorf kam. In einem Haus erspähte er Licht, da klopfte er an und frug nach dem Eber. Ob man den schwarzen Eber hier gesehen habe oder den Fiedelmann oder seinen Tross von denen man sich so viel Wundertaten erzählt. Doch die Frau namens Yasme, die dort wohnte wusste nichts.
vom Eber und seinen Hedentaten. Er müsse in einem anderen Landesteil sein - die Kaluren wüssten vielleicht mehr. Und voller Herzensgüte gab sie dem Wandersmann ein viel zu stattliches Pferd mit auf den Weg, einen kräftigen Hengst. Ein Stolzes Tier, so dass der einfache Mann aus den Wäldern des Ostens sein Glück gar nicht fassen konnte. Unter vielfacher Dankesbekundung verabrschiedete er sich und zog in die Richtung, da man ihm die Stadt der Kaluren gewiesen hatte. Doch das Glück währte nur kurz, denn stärker als der Reiter war der Hengst und brach ihm bald durch und nahm reißaus. Mettis konnte seinen Weg doch finden und gelangte bald an einen Sumpf, wo ein schreckliches Geschrei zu hören war. Ein klappriger alter Esel war eingebrochen und Mettis half dem Tier aus seiner misslichen Lage. So kam er in den Besitz des Esels Butterblume. Ein tattriges und störrisches Getier, das ihm fortan als Reittier dienen sollte.
Dann kam er an die Stadt, die wohl Kalur heißen musste, denn die Kaluren sollten dort wohnen. Kleine Zwerge bewachten dort die Straßen und es war eisig kalt auf dem frostigen Gipfel. In einer Schmiedewerkstatt brannte Licht, da machte er sich daran dort zu fragen. Zwei Kronen hatte er noch übrig, womöglich würde es ja für einen Helm noch reichen. Eine mürrische Frauenstimme polterte ihn von hinter der Tür an und fragte ihn aus mit einem schwer verständlichen Dialekt.
Das allein konnte Mettis nicht schrecken. Auch nicht als ein Bart aus einem Türspalt schlängelte - er vermutete nun zwei Hausbewohner.
Erst als man ihn einließ und er voller Schrecken feststellte dass der Bart einer kleinen Frau gehörte wurde Mettis stutzig. Aber damit endete die Sache noch nicht.
-
Gast
Tatsächlich gesellte sich bald ein zweiter Wandersmann in die enge kleine Schmiede, der ebenfalls auf der Suche nach dem sagenumwobenen Kämpen war, den man den schwarzen Eber nennt. Da war ein großes Hallo unter den beiden, sich bis dahin unbekannten Männern und sie vereinbarten sich gemeinsam aufzumachen und nach dem Recken zu suchen um sich seinem Tross anzuschließen.
Unter all den freudigen Erzählungen von der Stärke und dem ungeheuren Können des berühmten Kriegers blieb schließlich sogar die kleine Zwergin außen vor. Ganz verdutzt blickte sie vom einen zum anderen, die sich gegenseitig begeistert die tollsten Geschichten von dem Manne erzählten, während sie selbst kaum mehr zu sagen vermochte als ein gelegentliches "mür kennt nor dôs Eber" oder "Spitzohrgefassel...", doch die beiden Männer waren so begeistert einen weiteren suchenden Wandersmann im jeweils Anderen gefunden zu haben, dass sie ohnehin kaum merkten dass sie nicht alleine in dem kleinen, verrauchten Schmiedekeller waren.
Sie entschlossen sich nach Westen zu reiten, da dort die nächste große Stadt mit dem Namen Rahal lag. Dann trennten sich doch die Wege der beiden, weil man sich nicht ganz einig werden konnte und bereits alle Läden geschlossen waren. Mettis übernachtete in einer Seitengasse in Rahal in einem leeren alten Stallhäuslein, ging aber am nächsten Morgen noch einmal gen Süden in der Suche nach einem Schmied.
Kaum kam er an ein kleines Fischerdorf, da zerrte ihn ein kauziger kleiner Geselle mit langem Bart schon in ein Geschäft.
"Sonderangebote! Getwergelyn!" oder etwas ähnliches hatte er gerufen.
Der Schmiedezwerg im Inneren des Ladens war ungleich mürrischer als sein lebhafter Marktschreier. Mettis wollte nur einen eisernen Brustharnisch eigentlich, doch die beiden hatten mehr vor und wollten ihm etwas aufschwätzen.
Es endete schließlich so dass man ihm eine ganze Rüstung ohne Helm gab, eigentlich viel mehr als Mettis wollte, doch dann ging es los:
Ein wirres Frage-Antwort-Spiel, als Mettis bezahlen wollte.
"Was ist deine Lieblingsfarbe?", prüfte ihn der Schreierzwerg.
"Gelb.", antwortete Mettis sofort, bemerkte dann aber seinen Fehler und korrigierte eilig: "Nein, halt. Blau."
Da da war es schon geschehen und der Schreierzwerg raste wie wildgeworden gegen ihn an. Hals über Kopf konnte sich Mettis noch gerade so aus dem Laden retten bevor der Zwerg alles so kurz und klein wie sich selbst hauen konnte.
Zurück in Rahal fand er diesmal die Geschäfte offen und erhielt bald freundlich und zuvorkommend Hilfe. Leider wusste auch hier niemand vom sagenumwobenen schwarzen Eber, doch Mettis lernte an jenem Abend viel von der gütigen Stärke des mächtigen Herrn Alatars, dem diese wunderschöne Stadt auch gehörte. Hier gefiel es ihm. Die Leute waren gut zu ihm und sehr zuvorkommend. Besser als hier war er bisher in seinem Leben noch kaum behandelt worden. Mettis war fast überzeugt dass der Eber hier sein müsste, wo doch alle so stark waren und so demütig wie sonst nur der gerechte schwarze Eber selbst, von dem er so viel gehört hatte. Aber seine Suche nach dem Hühnen Gerimors, der Baumstämme zum Schwert nahm und mit einem Schwertstreich schon eine ganze Armee aufgehalten haben soll und den man den schwarzen Eber nannte, würde weitergehen.
Unter all den freudigen Erzählungen von der Stärke und dem ungeheuren Können des berühmten Kriegers blieb schließlich sogar die kleine Zwergin außen vor. Ganz verdutzt blickte sie vom einen zum anderen, die sich gegenseitig begeistert die tollsten Geschichten von dem Manne erzählten, während sie selbst kaum mehr zu sagen vermochte als ein gelegentliches "mür kennt nor dôs Eber" oder "Spitzohrgefassel...", doch die beiden Männer waren so begeistert einen weiteren suchenden Wandersmann im jeweils Anderen gefunden zu haben, dass sie ohnehin kaum merkten dass sie nicht alleine in dem kleinen, verrauchten Schmiedekeller waren.
Sie entschlossen sich nach Westen zu reiten, da dort die nächste große Stadt mit dem Namen Rahal lag. Dann trennten sich doch die Wege der beiden, weil man sich nicht ganz einig werden konnte und bereits alle Läden geschlossen waren. Mettis übernachtete in einer Seitengasse in Rahal in einem leeren alten Stallhäuslein, ging aber am nächsten Morgen noch einmal gen Süden in der Suche nach einem Schmied.
Kaum kam er an ein kleines Fischerdorf, da zerrte ihn ein kauziger kleiner Geselle mit langem Bart schon in ein Geschäft.
"Sonderangebote! Getwergelyn!" oder etwas ähnliches hatte er gerufen.
Der Schmiedezwerg im Inneren des Ladens war ungleich mürrischer als sein lebhafter Marktschreier. Mettis wollte nur einen eisernen Brustharnisch eigentlich, doch die beiden hatten mehr vor und wollten ihm etwas aufschwätzen.
Es endete schließlich so dass man ihm eine ganze Rüstung ohne Helm gab, eigentlich viel mehr als Mettis wollte, doch dann ging es los:
Ein wirres Frage-Antwort-Spiel, als Mettis bezahlen wollte.
"Was ist deine Lieblingsfarbe?", prüfte ihn der Schreierzwerg.
"Gelb.", antwortete Mettis sofort, bemerkte dann aber seinen Fehler und korrigierte eilig: "Nein, halt. Blau."
Da da war es schon geschehen und der Schreierzwerg raste wie wildgeworden gegen ihn an. Hals über Kopf konnte sich Mettis noch gerade so aus dem Laden retten bevor der Zwerg alles so kurz und klein wie sich selbst hauen konnte.
Zurück in Rahal fand er diesmal die Geschäfte offen und erhielt bald freundlich und zuvorkommend Hilfe. Leider wusste auch hier niemand vom sagenumwobenen schwarzen Eber, doch Mettis lernte an jenem Abend viel von der gütigen Stärke des mächtigen Herrn Alatars, dem diese wunderschöne Stadt auch gehörte. Hier gefiel es ihm. Die Leute waren gut zu ihm und sehr zuvorkommend. Besser als hier war er bisher in seinem Leben noch kaum behandelt worden. Mettis war fast überzeugt dass der Eber hier sein müsste, wo doch alle so stark waren und so demütig wie sonst nur der gerechte schwarze Eber selbst, von dem er so viel gehört hatte. Aber seine Suche nach dem Hühnen Gerimors, der Baumstämme zum Schwert nahm und mit einem Schwertstreich schon eine ganze Armee aufgehalten haben soll und den man den schwarzen Eber nannte, würde weitergehen.
-
Gast
Neugierig hatte sich der schlacksige Recke mit dem fahlen, spröden Haar bereits seit mehreren Tagen in der Nähe des Schlachtfeldes am Rittersee eingerichtet. Mit einem alten Fernrohr hatte er die Lager beobachtet und genau auf die Wappen und Banner geschaut.
Noch immer auf der Suche nach dem berühmten Kämpfer, den die Spielleute den schwarzen Eber von Gerimor genannt hatten, schaute er sich die Wappen der Menschen, Kaluren, Elfen, Thyren, Letharen mit dem Fernrohr an. Zahlreiche fremde und für den einfachen Knecht unbekannte Wappen flogen dort über den Zelten. Doch in keinem der beiden Lager wurde er des Bannzeichens des schwarzen Ebers gewahr.
Mittlerweile hatte Mettis sich durch Holzarbeiten und Tagelöhnerey einen alten Eisenkürass und Helm erstehen können. Der Flugrost saß schon an ihnen, doch es würde reichen um sich zu schützen und dem schwarzen Eber vorstellig zu werden. Nun, am Ufer des Rittersees, nach Ende der letzten Schlacht um das Kloster, faltete er das Fernrohr zusammen und wendete sich ab gen Süden.
[img]http://s8.postimg.org/6mwncoa9h/mettis.jpg[/img]
Auch diesmal war er dem schwarzen Eber nicht begegnet.Er überlegte wo er noch suchen könnte. Eine skizzierte Karte des Landes Gerimor vor sich aufrollend, ging Mettis mit starrem Blick seine Optionen durch. Im Westen war der Eber wohl nicht zu finden. Auch im Norden kannte ihn niemand. Einen Moment lang fasste der Knecht aus dem waldreichen Osten Alathairs den Osten Gerimors in seinen Blick. Doch dann erinnerte er sich an die Wappen und Banner die er im Ostlager gesehen hatte. Keines davon war das Wappen des schwarzen Ebers.
Er erinnerte sich an einen Vers der Spielleute, mit dessen Hilfe er selbst eine Skizze angefertigt hatte:
Ein küener Recke ist der Mann/
Der kunniglich auch striten kann/
drum hör gut zu, nun hebet an:
dies ist sein Wapp, dies ist sein Bann;
Ein Turm steht da auf rotem Grund/
In weiß ist er, das geb ich kund/
In schwarz ein Eber steht davor/
Er wacht den Turm und auch das Tor;
So wart das Eiland Gerimor.
Gar gülden ist der Irden dort/
Zwei Bündel Trauben stehen am Ort
Er betrachtete die Skizze noch einmal als er sich den Vers wieder durch den Kopf gingen ließ und er befand sie für stimmig.
[img]http://s28.postimg.org/5rvrf7wq5/eberwappenskizze.jpg[/img]
Vielleicht wüsste man im Süden mehr über den kühnen Eber.
Noch immer auf der Suche nach dem berühmten Kämpfer, den die Spielleute den schwarzen Eber von Gerimor genannt hatten, schaute er sich die Wappen der Menschen, Kaluren, Elfen, Thyren, Letharen mit dem Fernrohr an. Zahlreiche fremde und für den einfachen Knecht unbekannte Wappen flogen dort über den Zelten. Doch in keinem der beiden Lager wurde er des Bannzeichens des schwarzen Ebers gewahr.
Mittlerweile hatte Mettis sich durch Holzarbeiten und Tagelöhnerey einen alten Eisenkürass und Helm erstehen können. Der Flugrost saß schon an ihnen, doch es würde reichen um sich zu schützen und dem schwarzen Eber vorstellig zu werden. Nun, am Ufer des Rittersees, nach Ende der letzten Schlacht um das Kloster, faltete er das Fernrohr zusammen und wendete sich ab gen Süden.
[img]http://s8.postimg.org/6mwncoa9h/mettis.jpg[/img]
Auch diesmal war er dem schwarzen Eber nicht begegnet.Er überlegte wo er noch suchen könnte. Eine skizzierte Karte des Landes Gerimor vor sich aufrollend, ging Mettis mit starrem Blick seine Optionen durch. Im Westen war der Eber wohl nicht zu finden. Auch im Norden kannte ihn niemand. Einen Moment lang fasste der Knecht aus dem waldreichen Osten Alathairs den Osten Gerimors in seinen Blick. Doch dann erinnerte er sich an die Wappen und Banner die er im Ostlager gesehen hatte. Keines davon war das Wappen des schwarzen Ebers.
Er erinnerte sich an einen Vers der Spielleute, mit dessen Hilfe er selbst eine Skizze angefertigt hatte:
Ein küener Recke ist der Mann/
Der kunniglich auch striten kann/
drum hör gut zu, nun hebet an:
dies ist sein Wapp, dies ist sein Bann;
Ein Turm steht da auf rotem Grund/
In weiß ist er, das geb ich kund/
In schwarz ein Eber steht davor/
Er wacht den Turm und auch das Tor;
So wart das Eiland Gerimor.
Gar gülden ist der Irden dort/
Zwei Bündel Trauben stehen am Ort
Er betrachtete die Skizze noch einmal als er sich den Vers wieder durch den Kopf gingen ließ und er befand sie für stimmig.
[img]http://s28.postimg.org/5rvrf7wq5/eberwappenskizze.jpg[/img]
Vielleicht wüsste man im Süden mehr über den kühnen Eber.
-
Gast
Es war ein überaus verregneter Tag als der hagere Mann mit dem wirschen Blick und dem spröden Haar das Dorf an der Küste erreichte.
Von seiner Lederkappe perlte das Wasser in großen Tropfen herab und rann ihm in den Nacken.
Mit einigen eiligen Schritten hechtete er unter das Vordach des hiesigen Wirtshauses. Es war eine einfache Siedlung. Kein einziges Steinhaus hatte er gesehen und es erinnerte ihn an die Höfe im Osten. Obwohl das Wetter mild gewesen war bließ hier an der Küste ein scharfer Wind um die Ecken und durch die engen Gässchen, so dass es ihm kalt durch die Glieder zog.
Die Wärme der Stube tat gut, als er eintrat und es war ihm als würden die Lebensgeister schnell zurückkehren. Wie es seine Art ist nickte er nur grüßend dem Wirt zu ehe er sich in eine Ecke an einen Tisch setzte, von dem aus er das gesamte Zimmer gut im Blick hatte. Den zusammengeschnürten Eisenküraß und sein Rüstzeug hatte er sorgfältig in gewachsten Stoff und Leder gewickelt um es vor Regen und Rost zu schützen. Er stellte es neben sich ab und wärmte sich die Hände an der Öllampe.
Draußen auf der Straße ging Gardinenregen. Zahlreiche, breite Tropfen stießen aus den Wolken herab und durchzogen die Luft wie viele grobe Pinselstriche, so dass die Sicht unklar wurde.
Er ließ sich eine Kleinigkeit zu essen bringen, die erste warme Mahlzeit seit langem, und etwas Grog um die Kälte, die durch Wind und Wetter Einzug gehalten hatte, wieder aus seinen Knochen zu drücken.
Mit ein paar groben Goldklumpen konnte er für das Mahl und die Bleibe zahlen.
So kam Mettis in das Fischerdorf Bajard und setzte seine Suche nach dem Mann, den man den Eber nannte, fort.
Von seiner Lederkappe perlte das Wasser in großen Tropfen herab und rann ihm in den Nacken.
Mit einigen eiligen Schritten hechtete er unter das Vordach des hiesigen Wirtshauses. Es war eine einfache Siedlung. Kein einziges Steinhaus hatte er gesehen und es erinnerte ihn an die Höfe im Osten. Obwohl das Wetter mild gewesen war bließ hier an der Küste ein scharfer Wind um die Ecken und durch die engen Gässchen, so dass es ihm kalt durch die Glieder zog.
Die Wärme der Stube tat gut, als er eintrat und es war ihm als würden die Lebensgeister schnell zurückkehren. Wie es seine Art ist nickte er nur grüßend dem Wirt zu ehe er sich in eine Ecke an einen Tisch setzte, von dem aus er das gesamte Zimmer gut im Blick hatte. Den zusammengeschnürten Eisenküraß und sein Rüstzeug hatte er sorgfältig in gewachsten Stoff und Leder gewickelt um es vor Regen und Rost zu schützen. Er stellte es neben sich ab und wärmte sich die Hände an der Öllampe.
Draußen auf der Straße ging Gardinenregen. Zahlreiche, breite Tropfen stießen aus den Wolken herab und durchzogen die Luft wie viele grobe Pinselstriche, so dass die Sicht unklar wurde.
Er ließ sich eine Kleinigkeit zu essen bringen, die erste warme Mahlzeit seit langem, und etwas Grog um die Kälte, die durch Wind und Wetter Einzug gehalten hatte, wieder aus seinen Knochen zu drücken.
Mit ein paar groben Goldklumpen konnte er für das Mahl und die Bleibe zahlen.
So kam Mettis in das Fischerdorf Bajard und setzte seine Suche nach dem Mann, den man den Eber nannte, fort.
-
Gast
Auch nach einigen Monaten des Suchens hatte Mettis niemanden getroffen, der ihm sagen konnte wo der kühne schwarze Eber sein Wirken treibt.
Allmählich hatte der Mann mit dem wirschen Blick genug von seinem entbehrungsvollen Tagelöhnerleben und er entschloss sich die Suche aufzuschieben und sich in Lohn und Brot zu begeben. Doch zu aller erst wollte er hinaus aus dem Fischerdorf. Den exzentrischen Dichter hatte er auch lange Zeit nicht mehr gesehen, doch das war ihm ganz recht. Er war sich sicher dass sich ihre Wege wieder kreuzen würden, auf der Suche nach dem sagenumwobenen Kämpen, den man den schwarzen Eber nannte.
Es war ihm nach Arbeit und so begab er sich wieder einmal in den Osten des Landes, wo er bei den Höfen und Städten Ausschau halten würde.
Allmählich hatte der Mann mit dem wirschen Blick genug von seinem entbehrungsvollen Tagelöhnerleben und er entschloss sich die Suche aufzuschieben und sich in Lohn und Brot zu begeben. Doch zu aller erst wollte er hinaus aus dem Fischerdorf. Den exzentrischen Dichter hatte er auch lange Zeit nicht mehr gesehen, doch das war ihm ganz recht. Er war sich sicher dass sich ihre Wege wieder kreuzen würden, auf der Suche nach dem sagenumwobenen Kämpen, den man den schwarzen Eber nannte.
Es war ihm nach Arbeit und so begab er sich wieder einmal in den Osten des Landes, wo er bei den Höfen und Städten Ausschau halten würde.
-
Gast
Vor der Ordensfestung, die einsam Wacht hält am Rande des toten Sees und der verdammten Stadt von Varuna, steht ein hagerer Mann mit strohig-sprödem Haar, eingefallenen Wangen und graumellierten Bartstoppeln in der müden Haut.
Mit wirschem Blick schaut er von unten auf die Mauer und versucht sich der Wache bemerkbar zu machen.
In abgewetzte, einfache Kleidung und eine einen gestohlen erscheinenden Kurzmantel gewandet winkt die ausgemergelte Gestalt herauf und ruft:
"Heda Wachmann! Lasst mich hinein! Gewähret Ihr Einlass? Jener Wanderer bittet um Einlass und Obdach vor den Gewalten der Witterung! Lasset Ihr mich hinein Wachmann??"
Doch der Wachmann mit dem weißen Wappenrock bleibt stumm und betrachtet ihn skeptisch bevor er ihm ein knappes, freundliches Nicken entgegnet.
Der hagere Mann richtet sich den abrutschenden losen Ärmel seines Lumpenhemdes wieder zurecht und rückt ihn erneut herauf zur Schulter, ehe er nach einem kurzen Seufzen noch einmal die Stimme erhebt:
"Wachmann! Bitte richtet aus der Wandersmann Mettis Kirsinen erbittet Einlass in den Orden!"
[img]http://s24.postimg.org/eqttpooz9/enviro2_11.jpg[/img]
Schon nach etwa einer halben Stunde erschien die erste demütige Dienerin des lichten Ordens der Herrin Temora auf den Zinnen und begrüßte den Fremdling ruhig und bedacht.
Zutritt, ein wärmendes Feuer oder ähnliche Gastfreundschaften wurden dem Wandersmann an der Festung doch nicht zuteil. Stattdessen folgte eine genaueste Beobachtung des Fremden Dürrlings mit der ärmlichen Kleidung und den kantigen Gesichtszügen. Er solle auf den Pater warten und sodann seine Waffen abgeben. Doch auch wenn der Wandersmann glücklich sein rostiges Kryss und den alten Silberspeer in eine Kiste gab, die Wachen nahmen es nicht an und das Tor wurde nicht geöffnet. Der Pater sollte zuerst kommen. Die Ordensbrüder und -schwestern musterten den dürren Fremdankömmling mit der größten Vorsicht. Wahrscheinlich misstrauten sie dem Fremden, dessen neuwertiger Kurzmantel so gar nicht zu seiner abgenutzten, ärmlichen Kleidung passen wollte. Womöglich war er ein Dieb oder ein Spitzel. Wer weiß welches Volk an der Festung vorspricht?
Nach einer Weile kam eine zweite Dienerin hinzu und der Mettis wurde einer Befragung unterzogen. Er sprach so klar, dass er ein Wandersmann sei, ein einfacher Knecht, der auf der Suche nach einem gerechten, gütigen Kriegersmann, den man den Eber nannte, nach Gerimor geflohen sei. Er hatte den Kodex bemerkt und gesehen dass es die Worte sind für die auch der Eber aus den Liedern zu kämpfen schien. Er, der Wandersmann, wolle sich dem Orden anschließen und dort Arbeit finden um den Werten im Geiste des schwarzen Ebers von Gerimor gerecht zu werden.
So verwies man den Wandersmann des Ortes und schickte ihn fort. Man habe keinen Eber und man würde ihm nicht helfen, so solle er sich fortbegeben.
Doch nicht ohne Lichtblick war das Unterfangen für den armen Mettis:
Ein Name wurde genannt. Ja, ein Name. Es war das erste Mal seit seiner Ankunft auf Gerimor, dass er jemanden traf, der auch die Lieder vom Chimärenschläger und seinem getreuen Fiedelmann kannte.
Mettis wusste es nun: Der Eber hatte einen Namen. Zum ersten Mal seit Wochen loderte das Feuer der Hoffnung in seinem Herzen wieder auf: Endlich hatte er den Beweis dass es den Eber gab! Neues Leben strömte in seinen Traum, beflügelte seine Fantasie und spornte ihn an. Sein Herz machte einen Sprung und er wünschte den Segen der Götter jener Dienerin des Lichtes, die ihm den Namen genannt hatte. Eilig machte er sich auf den Weg, gestärkt von neuer Hoffnung, bevor man die Wachen auf ihn hetzen würde um ihn zu verjagen.
Mit wirschem Blick schaut er von unten auf die Mauer und versucht sich der Wache bemerkbar zu machen.
In abgewetzte, einfache Kleidung und eine einen gestohlen erscheinenden Kurzmantel gewandet winkt die ausgemergelte Gestalt herauf und ruft:
"Heda Wachmann! Lasst mich hinein! Gewähret Ihr Einlass? Jener Wanderer bittet um Einlass und Obdach vor den Gewalten der Witterung! Lasset Ihr mich hinein Wachmann??"
Doch der Wachmann mit dem weißen Wappenrock bleibt stumm und betrachtet ihn skeptisch bevor er ihm ein knappes, freundliches Nicken entgegnet.
Der hagere Mann richtet sich den abrutschenden losen Ärmel seines Lumpenhemdes wieder zurecht und rückt ihn erneut herauf zur Schulter, ehe er nach einem kurzen Seufzen noch einmal die Stimme erhebt:
"Wachmann! Bitte richtet aus der Wandersmann Mettis Kirsinen erbittet Einlass in den Orden!"
[img]http://s24.postimg.org/eqttpooz9/enviro2_11.jpg[/img]
Schon nach etwa einer halben Stunde erschien die erste demütige Dienerin des lichten Ordens der Herrin Temora auf den Zinnen und begrüßte den Fremdling ruhig und bedacht.
Zutritt, ein wärmendes Feuer oder ähnliche Gastfreundschaften wurden dem Wandersmann an der Festung doch nicht zuteil. Stattdessen folgte eine genaueste Beobachtung des Fremden Dürrlings mit der ärmlichen Kleidung und den kantigen Gesichtszügen. Er solle auf den Pater warten und sodann seine Waffen abgeben. Doch auch wenn der Wandersmann glücklich sein rostiges Kryss und den alten Silberspeer in eine Kiste gab, die Wachen nahmen es nicht an und das Tor wurde nicht geöffnet. Der Pater sollte zuerst kommen. Die Ordensbrüder und -schwestern musterten den dürren Fremdankömmling mit der größten Vorsicht. Wahrscheinlich misstrauten sie dem Fremden, dessen neuwertiger Kurzmantel so gar nicht zu seiner abgenutzten, ärmlichen Kleidung passen wollte. Womöglich war er ein Dieb oder ein Spitzel. Wer weiß welches Volk an der Festung vorspricht?
Nach einer Weile kam eine zweite Dienerin hinzu und der Mettis wurde einer Befragung unterzogen. Er sprach so klar, dass er ein Wandersmann sei, ein einfacher Knecht, der auf der Suche nach einem gerechten, gütigen Kriegersmann, den man den Eber nannte, nach Gerimor geflohen sei. Er hatte den Kodex bemerkt und gesehen dass es die Worte sind für die auch der Eber aus den Liedern zu kämpfen schien. Er, der Wandersmann, wolle sich dem Orden anschließen und dort Arbeit finden um den Werten im Geiste des schwarzen Ebers von Gerimor gerecht zu werden.
So verwies man den Wandersmann des Ortes und schickte ihn fort. Man habe keinen Eber und man würde ihm nicht helfen, so solle er sich fortbegeben.
Doch nicht ohne Lichtblick war das Unterfangen für den armen Mettis:
Ein Name wurde genannt. Ja, ein Name. Es war das erste Mal seit seiner Ankunft auf Gerimor, dass er jemanden traf, der auch die Lieder vom Chimärenschläger und seinem getreuen Fiedelmann kannte.
Mettis wusste es nun: Der Eber hatte einen Namen. Zum ersten Mal seit Wochen loderte das Feuer der Hoffnung in seinem Herzen wieder auf: Endlich hatte er den Beweis dass es den Eber gab! Neues Leben strömte in seinen Traum, beflügelte seine Fantasie und spornte ihn an. Sein Herz machte einen Sprung und er wünschte den Segen der Götter jener Dienerin des Lichtes, die ihm den Namen genannt hatte. Eilig machte er sich auf den Weg, gestärkt von neuer Hoffnung, bevor man die Wachen auf ihn hetzen würde um ihn zu verjagen.
-
Gast
Ein Langer Tag findet sein Ende.
Erschöpft kehr der Wandersmann von seinem Tagesgeschäft zurück in die Herberge. Wie üblich schlafen die anderen Bewohner schon. Eine Mahnung hängt heute der Ausnahme halber nicht an der Tür zu Zimmer 2.
Noch einmal holt der hagere Mann frisches Wasser von der Wasserstelle.
Im Spiegel betrachtet er sein Gesicht
[img]http://s12.postimg.org/77pblzlmh/86385076253bdcea05a478.jpg[/img]
Ehe er sich noch einmal etwas kaltes Wasser ins Gesicht schüttet.
Während er zur Zahnpflege auf etwas Süßholz herumkaute, ließ Mettis noch einmal den Tag passieren.
Tatsächlich war es auf Gerimor, ganz befreit von Frondienst und Leibeigenschaft und ohne die 6 hungrigen Mäuler in der heimischen Stube, doch einfacher als in der alten Heimat an Geld zu gelangen und es auch zu horten. Heute hatte er fast eine ganze Krone verdient, als er bei einem jämmerlichen Schmiedegesellen den Kammerjäger gab.
Mettis hatte nicht glauben wollen wie leichtfertig die Leute hier mit Geld umgingen. Ein wahrer Überfluss schien ihm das. So hatte er neben einigen roten Münzen nun auch hartes Geld in seinem Besitz.
Zufrieden warf er das alte Süßholz zum Fenster hinaus. Nach einem Abendgebet an die Götter legte er sich schlafen.
Es schien ganz als seien die Tage der bittersten Armut nun Vergangenheit. Es ging aufwärts, der Name des Ebers war gefunden und Mettis wusste wohin er sich wenden könnte um des Trosses würdig zu werden.
Erschöpft kehr der Wandersmann von seinem Tagesgeschäft zurück in die Herberge. Wie üblich schlafen die anderen Bewohner schon. Eine Mahnung hängt heute der Ausnahme halber nicht an der Tür zu Zimmer 2.
Noch einmal holt der hagere Mann frisches Wasser von der Wasserstelle.
Im Spiegel betrachtet er sein Gesicht
[img]http://s12.postimg.org/77pblzlmh/86385076253bdcea05a478.jpg[/img]
Ehe er sich noch einmal etwas kaltes Wasser ins Gesicht schüttet.
Während er zur Zahnpflege auf etwas Süßholz herumkaute, ließ Mettis noch einmal den Tag passieren.
Tatsächlich war es auf Gerimor, ganz befreit von Frondienst und Leibeigenschaft und ohne die 6 hungrigen Mäuler in der heimischen Stube, doch einfacher als in der alten Heimat an Geld zu gelangen und es auch zu horten. Heute hatte er fast eine ganze Krone verdient, als er bei einem jämmerlichen Schmiedegesellen den Kammerjäger gab.
Mettis hatte nicht glauben wollen wie leichtfertig die Leute hier mit Geld umgingen. Ein wahrer Überfluss schien ihm das. So hatte er neben einigen roten Münzen nun auch hartes Geld in seinem Besitz.
Zufrieden warf er das alte Süßholz zum Fenster hinaus. Nach einem Abendgebet an die Götter legte er sich schlafen.
Es schien ganz als seien die Tage der bittersten Armut nun Vergangenheit. Es ging aufwärts, der Name des Ebers war gefunden und Mettis wusste wohin er sich wenden könnte um des Trosses würdig zu werden.
-
Gast
"Ich verlasse die Herberge. Hier ist das Geld."
Achtlos warf er einen Haufen Münzen auf die Theke, den Seesack hatte er schon geschultert. Einen Schlüssel mit einer 2 darauf legte er direkt hinterher. Er hatte nicht geschaut wie viel Geld es war und er verließ lieber eilig die Herberge ehe der Wirt nachzählen konnte.
Eilig brach er auf in Richtung Schwingenstein. Dem Kammermeister gab er das Geld, dass er von Hochwürden Aurea erhalten hatte - der Schlüssel wurde ihm gereicht, der Seesack verstaut und eine Truhe aufgestellt.
Er hatte es geschafft und konnte es selbst nicht ganz glauben. Zwar ließ man ihn noch nicht in die Klosterwache eintreten, doch stand die Aussicht nach Unterricht in den Tugenden und gottesfürchtiger Arbeit für das Kloster und die Gemeinschaft der Geweihten. Gute, ehrliche Arbeit, die er auch am Orden der Temora gesucht hatte.
Hier würde Mettis Buße tun können, womöglich gar Vergebung finden und sich des Trosses des Ebers als würdig erweisen können. Doch für all das war jetzt keine Zeit, er hatte einen Auftrag. Und er führte ihn nach Adoran. Er griff sich den Wachspeer und legte zum ersten Mal den viel zu großen Wappenrock mit dem Zeichen der Herrin darauf an - schnell zur Stadt! Nach Adoran, zum Glaubenshaus!
Er wollte nicht bei Hochwürden in Ungnade fallen und die gerade gewonnene Güte verlieren.
Doch eines tat er noch, als Dank an die Götter und die Gnade der Klostergemeinschaft gab er seinen Besitz als Spende. Allen weltlichen Besitzes, den er angehäuft hatte wollte er entsagen. Der erste Schritt in ein neues Leben.
Achtlos warf er einen Haufen Münzen auf die Theke, den Seesack hatte er schon geschultert. Einen Schlüssel mit einer 2 darauf legte er direkt hinterher. Er hatte nicht geschaut wie viel Geld es war und er verließ lieber eilig die Herberge ehe der Wirt nachzählen konnte.
Eilig brach er auf in Richtung Schwingenstein. Dem Kammermeister gab er das Geld, dass er von Hochwürden Aurea erhalten hatte - der Schlüssel wurde ihm gereicht, der Seesack verstaut und eine Truhe aufgestellt.
Er hatte es geschafft und konnte es selbst nicht ganz glauben. Zwar ließ man ihn noch nicht in die Klosterwache eintreten, doch stand die Aussicht nach Unterricht in den Tugenden und gottesfürchtiger Arbeit für das Kloster und die Gemeinschaft der Geweihten. Gute, ehrliche Arbeit, die er auch am Orden der Temora gesucht hatte.
Hier würde Mettis Buße tun können, womöglich gar Vergebung finden und sich des Trosses des Ebers als würdig erweisen können. Doch für all das war jetzt keine Zeit, er hatte einen Auftrag. Und er führte ihn nach Adoran. Er griff sich den Wachspeer und legte zum ersten Mal den viel zu großen Wappenrock mit dem Zeichen der Herrin darauf an - schnell zur Stadt! Nach Adoran, zum Glaubenshaus!
Er wollte nicht bei Hochwürden in Ungnade fallen und die gerade gewonnene Güte verlieren.
Doch eines tat er noch, als Dank an die Götter und die Gnade der Klostergemeinschaft gab er seinen Besitz als Spende. Allen weltlichen Besitzes, den er angehäuft hatte wollte er entsagen. Der erste Schritt in ein neues Leben.
-
Gast
OH BEI DEN GÖTTERN, WAS HAST DU DIR DABEI GEDACHT
Schoss es ihm durch den Kopf. Kaum hatte man ihn aus der Festung des Ordens der Temora gelassen musste er unweigerlich tief Aufatmen.
Er hatte es einfach gesagt und er war so respektlos zu ihnen gewesen. Es war ein Wunder, dass sie ihn für seine Frechheit nicht auf der Stelle gerichtet hatten.
Mettis, du Tor! Du solltest froh sein dass man dich eingelassen hat. Stattdessen beleidigst du den Burgherren durch deine Dreistigkeit. In Pirnauen hätte man dich auspeitschen lassen und windelweich geprügelt
Er erinnerte sich an einen Vorfall in der Heimat, als man den aufmüpfigen Tuomas bewusstlos geschlagen hatte, weil er sich nicht vor dem Hut des Gutsherren verneigt hatte.
Mettis strich sich mit den beiden Händen von oben nach unten durch das Gesicht. Die Gedanken an zu Hause plagten ihn wieder einmal.
Als der Pater ihn nach der Sünde gefragt hatte war es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen. Er hatte die Schlinge um den Hals gespürt in diesem Augenblick und es nahm ihm die Luft zum Atmen. Wie könnte er vor solch hohen Damen und Herrschaften davon erzählen? Sie hätten ihn ohne Zweifel gerichtet.
[img]http://s11.postimg.org/uclurn06b/image.jpg[/img]
Es tut mir leid... es tut mir leid... es tut mir leid...
Mettis konnte sein Glück kaum begreifen, als man ihm das Beichtrecht gewährte. Er danke der Güte der Götter von ganzem Herzen, nun da er in der Klosterkapelle saß. Doch er wusste, dass es nicht genug war.
Vergebung musste verdient werden durch Strafe und reuevolle Buße. Er würde sich an Hochwürden Aurea wenden und die Beichte erbitten. Er war bereit die Strafe auf sich zu nehmen.
Ohnehin war es sein Ansinnen gewesen die Beichte abzulegen bevor er sich in den Dienst von Klosterwache oder Ordenswache begab. Er wollte das Alte hinter sich lassen. Der Makel brannte in seinem Herzen...
er betete um Vergebung. Tränen der Reue brannten scharf in seinem Auge als er die Hände nach bestem Wissen - und das war nicht viel - im Gebent faltete. Denn eigentlich wusste er noch immer nicht wie man richtig zu beten habe.
Schoss es ihm durch den Kopf. Kaum hatte man ihn aus der Festung des Ordens der Temora gelassen musste er unweigerlich tief Aufatmen.
Er hatte es einfach gesagt und er war so respektlos zu ihnen gewesen. Es war ein Wunder, dass sie ihn für seine Frechheit nicht auf der Stelle gerichtet hatten.
Mettis, du Tor! Du solltest froh sein dass man dich eingelassen hat. Stattdessen beleidigst du den Burgherren durch deine Dreistigkeit. In Pirnauen hätte man dich auspeitschen lassen und windelweich geprügelt
Er erinnerte sich an einen Vorfall in der Heimat, als man den aufmüpfigen Tuomas bewusstlos geschlagen hatte, weil er sich nicht vor dem Hut des Gutsherren verneigt hatte.
Mettis strich sich mit den beiden Händen von oben nach unten durch das Gesicht. Die Gedanken an zu Hause plagten ihn wieder einmal.
Als der Pater ihn nach der Sünde gefragt hatte war es ihm wie Schuppen von den Augen gefallen. Er hatte die Schlinge um den Hals gespürt in diesem Augenblick und es nahm ihm die Luft zum Atmen. Wie könnte er vor solch hohen Damen und Herrschaften davon erzählen? Sie hätten ihn ohne Zweifel gerichtet.
[img]http://s11.postimg.org/uclurn06b/image.jpg[/img]
Es tut mir leid... es tut mir leid... es tut mir leid...
Mettis konnte sein Glück kaum begreifen, als man ihm das Beichtrecht gewährte. Er danke der Güte der Götter von ganzem Herzen, nun da er in der Klosterkapelle saß. Doch er wusste, dass es nicht genug war.
Vergebung musste verdient werden durch Strafe und reuevolle Buße. Er würde sich an Hochwürden Aurea wenden und die Beichte erbitten. Er war bereit die Strafe auf sich zu nehmen.
Ohnehin war es sein Ansinnen gewesen die Beichte abzulegen bevor er sich in den Dienst von Klosterwache oder Ordenswache begab. Er wollte das Alte hinter sich lassen. Der Makel brannte in seinem Herzen...
er betete um Vergebung. Tränen der Reue brannten scharf in seinem Auge als er die Hände nach bestem Wissen - und das war nicht viel - im Gebent faltete. Denn eigentlich wusste er noch immer nicht wie man richtig zu beten habe.