Es war in einer sehr stürmischen Herbstnacht, Sophia war gerade eingeschlafen. Man hörte von draußen viele Schritte in Richtung des kleinen Hauses laufen und auch Stimmen die nicht gerade freundlich gesinnt klangen. Johan, meist um diese Zeit noch wach, arbeitete gerade noch in aller Ruhe an einem Tisch den er erst heute in Auftrag genommen hatte. Schnell reagierte er beim Bemerken der herannahenden Männer und verschloss die Türen und Fenster, schob einige Möbel gegen alle Ausgänge und stemmte sich samt Möbel gegen die Tür. Es war hoffnungslos. Die etwa zehn Mann starke Banditengruppe brauchte nicht lange um das Haus zu stürmen. Johan griff sogleich nach seiner Holzfälleraxt und konnte den ersten Eindringling mit einem harten Schlag in die rechte Schulter niederschlagen, doch war dass dann auch schon alles und er wurde von weiteren drei Banditen zu Boden geschlagen. Durch den ganzen Lärm wurde Sophia wach und bemerkte das ihre Mutter sie schon in ihr Versteck im Haus geschleppt hatte, eine kleine Abstellkammer die sich in der Ecke der Küche befand. Lynetts Blick war gebannt und voller Furcht auf die Tür gerichtet. Sophia wurde langsam wach und blickte fragen zu ihrer Mutter auf, diese lächelte nur sachte zu ihr und meinte dass alles gut werden würde aber Sophia merkte dass etwas nicht stimmen konnte und fing leicht an zu schluchzten.
Langsam wurde es Still in dem kleinen Haus und man hörte lediglich die Männer wie sie immer weiter an Abstand vom Haus gewannen. Lynett versuchte Sophia zu beruhigen und streichelte ihr sanft über ihren Kopf. Sie versuchte ihr zu erklären dass sie doch hier warten solle und sie gleich wieder zurück kommen würde. Sie verließ langsam die Abstellkammer und als die Tür hinter ihr zu ging flüsterte sie nur leise „Mama, geh nicht“.
Einige Augenblicke vergingen und Lynett kam nicht zurück. Eine toten stille war nun im Haus und im Wald die dann plötzlich von einem lauten Schrei unterbrochen wurde. Es war Lynett, die sich von einem Bandit packen lies der noch im Haus einiges an Wertgegenständen suchte. Ängstlich verließ nun auch Sophia langsam ihr Versteck, wo sie dann sah das sie sich in der Küche befand. Als sie langsam durch das Haus schlich stolperte sie und fiel zu Boden. Dort lag etwas auf dem Boden und als sie ihren Blick dorthin lenkte erblickte sie den Leblosen Körper von Johan. Sie schrie auf. Doch dabei hielt sie beide Hände vor den Mund sodass kaum ein Laut zu vernehmen war. Tränen liefen ihr Gesicht hinab und sie machte sich mit kurzen aber schnellen Schritten auf um nach ihrer Mutter zu suchen. In dem kleinen Nebenraum erblickte sie in dem Schein einer Fackel die Schatten von dem Banditen und von Lynett. Sie versuchte vorsichtig um die ecke zu schauen, um mehr erkennen zu können, doch als sie Lynetts Angsterfülltes und mit Tränen überschüttetes Gesicht sah schluchzte sie nur leise weinend „Mama?“ Dann blickte sie zu den Banditen hinauf, sah sein mit Narben verziertes Gesicht und hörte sein furchteinflößendes bösen Lachen mit den gierenden Augen die auf die noch Verdeckten Brüste von Lynett starten. Sophia nahm sich allen Mut zusammen griff nach einem Holzstück und rannte kreischender weise auf die beiden zu, gerade in dem Augenblick wo der Bandit die Bluse von Lynett mit einem Dolch durchschnitt, schlug Sophia dem Banditen das Holzstück über dem Kopf was ihn nach vorne auf Lynett fallen lies. Der Dolch, der eben noch Lynetts Bluse aufschnitt, steckte nun im Bauch von Lynett. Der Bandit war anfangs leicht verwirrt und kratzte sich am Kopf, auch sein Opfer starte nur erschrocken zu Sophia ohne im ersten Augenblick zu merken was so eben geschehen war. Sie flüsterte nur mit leiser und verzweifelter Stimme zu Sophia dass sie doch verschwinden solle, eher sie bemerkte dass der Dolch in ihr steckte. Ein leises Stöhnen war noch von ihr zu hören, doch dann sah Sophia nur noch eine leere in Lynetts Augen, sie war tot!
Der Bandit allerdings schaute nun bösartig zu Sophia und versuchte nach ihr zu schnappen, im letzten Moment konnte Sophia den gierigen Fangarmen noch entkommen und floh in einen Nebenraum. Der Bandit schaute zu dem bereits leblosen Körper von Lynett hinab und rief durch das Haus „Du elende kleine Göre, du hast mich um mein Vergnügen gebracht“. Er erhob sich und stampfte durch den Raum und rief immer wider „Wo bist du Kleine?“
Plötzlich schlug die Tür auf und ein weiterer Bandit kam hinein und rief „Komm schon Gonzo!“ darauf erwiderte er nur „Ich habe hier noch etwas zu erledigen, dauert nicht lange“ er schnappte sich eine Fackel die er mit Öl tränkte, dann steckte er sie mithilfe einer Kerze die im Raum stand an und warf die Fackel in die Mitte des Raumes.
Bevor er das Haus verließ rief er noch „Eine wohle Nacht noch Kleine!“ und machte sich mit einem hämischen Lachen davon.
Als er das Haus verließ wartete Sophia noch einige Augenblicke und lief dann zur einer Tür die als Hinterausgang zu den Feldern diente. Das Feuer breitete sich schnell aus, doch konnte sie die Tür noch erreichen um das Haus sicher zu verlassen. Mit einem letzten traurigem Blick schaute sie nach hinten wo der reglose Körper von Lynett lag. Dann schließlich verließ sie das Haus und rief in ihrer Wut und Trauer lauthals den Banditen nach „Verschwindet endlich ihr bösen Kerle!“. Ihr Geschrei schalte durch den Wald und als ihre Stimme nicht mehr zu hören war brach Stille ein. Lediglich das Knistern des brennenden Holzes und das allmähliche Einstürzen des Daches sowie der Stützbalken war zu vernehmen. Die Flammen verschlangen förmlich das gesamte Haus und dicke Rauchwolken bildeten sich darüber. Mit Tränen übersätem Blick starte die kleine Sophia noch eine ganze Weile zu dem niederbrennenden Haus, die Banditen waren lange schon fort und würden auch nicht zurückkommen. Trauernd verbrachte Sophia also die Nacht unmittelbar neben ihrem Heim.
Am nächsten Morgen, vom Haus war lediglich nur noch eine Ruine geblieben in der alles den Flammen zu Opfer fiel, musste sie sich dann auf den Weg machen, hierbleiben konnte sie nicht und wohin ihr Weg sie führen sollte war noch ungewiss.
Nur mit dem Antrieb zu überleben und vielleicht auch wegen einem kleiner Funken von Rache, schaffte sie es einige Tage durch die Wälder zu streifen ohne aufzufallen, doch wurde sie von einer Wache nahe einer klein Stadt nach wenigen Tagen gefasst. Der Wachmann brachte sie in ein Armenhaus zu zwei Eltern die bereits einige Kinder aufgenommen hatten. Dort sollte sie ein neues Zuhause zu finden. Doch verhielt sich Sophia gegenüber jenen sehr abweisend und redete kaum, auch gegenüber anderen Kindern schwieg sie nur was sie schnell zum Gespött der Jüngeren der Stadt machte. Die Erwachsenen hingegen waren ratlos und hatten keine Möglichkeit an sie heran zu kommen.
Schnell fing es an dass sie andauernd Schwierigkeiten verursachte indem Sophia Schabernack mit den Wachen trieb, auch begann sie die Beschäftigung Leuten etwas zu Stehlen für sich zu entdecken. So ging es in etwa fünf Jahre weiter, Sophia war inzwischen 14 Jahre alt geworden und wurde immer besser und flinker in ihren Fertigkeiten Leuten etwas zu stehlen um ihnen anschließend davon zu laufen.
Eines Tages fand ein Wanderer den Weg in die kleine Stadt den Sophia gleich bestehlen wollte. Es würde die Bewohner der Stadt kaum interessieren wenn ein Fremder sein Hab und Gut verlieren würde. Das Problem war nur dass er zu flink und schlau war um sich von einem Kind bestehlen zu lassen. Anfangs gelang es ihr dem Mann ganze zehn Goldstücke ab zu nehmen, doch lauerte er ihr schon in der nächsten Gasse auf und packte sie am Arm. Sophia zappelte und versuchte zu schreien doch dann wand er sich zu ihr um und hockte sich zu ihr hinab, legte sanftmütig seine linke Hand auf ihren Kopf und drückte sachte mit dem Zeigefinger ,der rechten Hand, auf ihre Lippen worauf sie verstummte und ihn mit ihren großen grünen Augen ansah. Er lächelte nur breit zu ihr, nahm sich sein Gold wieder und meinte in sanftmütiger Stimme „Das machst du nur einmal Fräulein!“ worauf von Sophia nur ein knappes nicken erfolgte, sie schaute ihn nun weiter völlig verwirrt an. Noch nie hatte sie erlebt das sie erwischt wurde von einem Mann der mit solch eine sanfte Stimme zu ihr sprach und sie ohne weitere Strafen gehen ließ.
Nachdem der Mann wieder die Gasse verließ, blieb sie noch einige Augenblicke dort stehen. Dann schaute sie sich um und blickte ihm nach wie er die Stadt verließ. Sie fackelte nicht lange und machte sich auf um ihn zu verfolgen und lies auch die Stadt hinter sich. Eine Wache wollte sie noch aufhalten zu gehen doch eine zweite Wache meinte nur leise „Lass sie einfach gehen, sie stört eher als dass sie jemand vermissen würde“
Die Geschichte einer Kriegerin, Sophia Tanar
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Die Geschichte einer Kriegerin, Sophia Tanar
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 27. Mai 2014, 01:44, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Die Geschichte einer Kriegerin, Sophia Tanar
Einige Tage konnte Sophia den Mann verfolgen ohne bemerkt zu werden, so glaubte sie. Doch eines Abends, der Fremde setzte sich gerade zum essen an eine Feuerstelle um sich ein wenig Fleisch zu braten, da schaute er nach hinten in Richtung Sophia, der schon das Wasser im Munde zusammen lief bei dem Anblick des Fleisches. Er setzte wieder sein freundliches lächeln auf und meinte mit einer sehr freundlichen Stimme „Komm doch her ich tue dir nichts und zu Essen kann ich dir auch geben“
Nur mit leicht zögerlichen Schritten nährte sie sich dem Fremden doch schließlich setzte sie sich zu ihm und griff gleich gierig zu dem Fleisch was noch sehr heiß war und sie sich daraufhin leicht verbrannte. Der Mann schmunzelte nur und schaute ihr weiterhin freundlich zu und beobachtete sie wie sie das Fleischstück verputzte. „Du bist also ganz alleine unterwegs?“ fragte er sie während sie noch das Fleisch verputzte, „so ganz ohne Eltern und Freunde?“ als er dies sagte stockte sie leicht und langsam liefen ihr Tränen die Wange hinab und sie fing leise an zu schluchzen. Der Fremde blickte nun etwas verwundert, schien aber dann zu verstehen und schaute zum Himmel wo man die Sterne gut erkennen konnte. „Schau dir die Sterne an, sie sind heute sehr gut zu erkennen“ blickte bei den Worten kurz zu ihr rüber und sah wie sie ebenfalls nach oben blickte, sich dabei noch einige Tränen aus dem Gesicht wischte. Sie nickte zu seinen Worten und lächelte dann sachte was dem fremden sichtlich erfreute. „Mein Name ist übrigens Fabian, Fabian Argon. Ich weiß dass du mich schon seit einigen Tagen verfolgst, aber aus welchem Zweck?“ fragend schaut er die kleine Sophia an die noch immer an ihrem Fleischstück zu Gange ist. „Anderen blöd!“ antwortet sie kurz und knapp eher sie weiter isst. Fabian schien zu verstehen und meint dann einladend zu ihr „Wenn du magst darfst du mich weiterhin begleiten, aber nur wenn du schön hinter mir bleibst und mir ja nie wider etwas klaust“ zwinkert ihr mit einem sanftmütigen lächeln zu und wartet ihre Reaktion ab. Immer noch schmatzender weise schaut sie etwas verblüfft zu Fabian aber lächelt ihn dann breit an und nickt nur.
Die Beiden streiften nun gemeinsam durch allerlei Länder wobei Sophia mir der Zeit feststellte dass Fabian ein professioneller Dieb war der sein Leben damit verbrachte anderen Nahrung und Gold zu stehlen aber tat er es geschickt an, ohne einen Menschen zu verletzen. Fabian wollte eigentlich nicht das Sophia so enden sollte wie er, doch guckte sie sich bei ihm zu viele Tricks ab und versuchte sie nachzuahmen. Mit den Jahren wurde sie immer geschickter und besser. Das einzige was er ihr als Selbstverteidigung beibringen konnte war der Umgang mit dem Dolch aber brachte er ihr auch bei dass es nicht rechtens ist damit aus Hass oder anderen gründen jemanden zu verletzen ,außer um sein eigenes Überleben zu sichern.
Nach etwa vier Jahren, knapp zu ihrem achtzehnten Geburtstag, fand Fabian es an der Zeit wieder eigene Wege zu gehen. Er lies Sophia in einer Stadt zurück und schenkte ihr noch einige brauchbare Dinge für ihr weiteres leben. Wieder wahr sie ganz alleine doch jetzt hatte sie wenigstens genug Erfahrung um im Leben zurecht zu kommen. Nun reiste sie auf eigenen Füßen durch das Land und über Wasser, was sie eines Tages zu einer Stadt Namens Bajard führte.
Ob sie hier lange bleiben würde? Und vielleicht hier ein neues Leben beginnen könne?
Einige Tage gingen ins Land und sie freundete sich sogar mit ein paar fremden Menschen am. Doch weit weg führte sie ihr Weg nicht von der sicheren Stadt. Auch ihr Talent sich Dinge zu beschaffen, war hier in der Stadt weitaus schwieriger zu bewerkstelligen als anfangs gedacht.
Viele hatten hier, in dem kleinen Fischerdorf, nicht viel. Außer sich etwas Essen und Trinken zu besorgen musste sie kaum noch ihrem Handwerk nachgehen.
Eines Abends, Sophia war mal wieder in der Taverne und lauschte den Gesprächen der Händler und Reisenden, schnappte sie ein Gespräch auf, was sofort ihre volle Aufmerksamkeit hatte. Es ging um eine Banditengruppe welche einen Händler, der weit entfernten von Gerimor kam, berichtete. Diese Gruppe war in etwa zehn Mann stark und plünderten alles was ihnen in die Finger kam, auch der Händler wurde schon von ihnen beraubt und verlor so ein durchaus lukratives Geschäft. Als er anfing ein paar der Gestalten zu beschreiben, kam eine davon Sophia sofort bekannt vor. Seine Merkmale wahren unter anderem sein breites Kreuz, eine durch und durch bösartige Lache und ein mit Narben verziertes Gesicht. Da musste sich Sophia an die letzte Nacht mit ihren Eltern erinnern. Langsam kam Wut ihn ihr auf und sie wäre am liebsten zu den beiden hingerannt um alles zu erfahren. Doch sie lauschte weiter dem Gespräch, denn sie wusste dass es nichts bringen würde jetzt aufzufallen. Im Verlaufe des Gespräches erfuhr sie auch dass die Bande sich selten weit weg von ihrem Geheimversteck entfernt und nur in einem bestimmten Gebiet auf Beutezug gehen. Auch erfuhr sie dass der Händler darüber klagte bald wieder zurück reisen müsse und hoffte nicht auf die Banditen zu treffen, zu wertvoll war ihm seine Fracht diesmal gewesen. Dass war Sophias Gelegenheit!
Am nächsten Morgen suchte Sophia nach dem Händler, den sie auch auf einem der Handelsschiffe fand, um ihn zu fragen ob er sie mitnehmen könnte. Sie bat ihm zu helfen so gut es nur ginge, sei es verladen der Ware oder wischen des Decks. Der Händler zögerte zuerst doch konnte er Sophias bitte nicht abschlagen, da sie nicht klein bei gab und es immer und immer wieder versuchte.
So kam es dazu dass Sophia mit dem Schiff am nächsten Morgen ablegte um in ein paar Wochen ihr Ziel zu erreichen.
Nachdem sie dem Händler, wie versprochen, geholfen hatte seine Waren auszuladen, machte Sophia sich endlich auf den Weg in die nächste Taverne. Dort angekommen sah sie nur ein paar müde Gestalten, es war immer hin noch früh am Morgen. Leider war keine der Anwesenden bereit über irgendwelche Banditen zu plaudern oder sonst welche Informationen preiszugeben. Leicht verärgert und enttäuscht machte sie sich auf den Weg durch die ihr fremden Stadt. Die eher kleine Stadt war zu dieser Zeit noch recht leer, nur am kleinen Hafen war ein wenig Betrieb den viele Schiffe kamen früh am Morgen am Hafen an. Als sie die Stadtmauern passieren wollte, kam eine Wache auf sie zu. Sie schreckte sogleich zurück, hob die Arme an und rief reflexartig „Ich habe nichts gemacht!“ Leicht verwirrt schaute die Wache zu ihr und runzelte die Stirn, setzte dann aber ein freundliches Lächeln auf und sprach mit beruhigender Stimme zu ihr „Keine angst junge Dame, ich wollte sie lediglich warnen vor einer Banditengruppe welche hier in der Umgebung ihr Unwesen treiben“ Sophia schaute ihn erst ein paar Augenblicke leicht verwirrt an doch schenkte sie ihm dann ein leichtes schüchternes Lächeln, was sie oft tat um unschuldig zu wirken, um dann ihren Dank auszusprechen. Die Wache nickte einmal sachte und ging zurück auf seinen Posten.
Nun wusste sie das diese Banditen oft hier sein mussten und wenn sie lange genug warten würde, würde sich eine Gelegenheit schon bieten.
Nur mit leicht zögerlichen Schritten nährte sie sich dem Fremden doch schließlich setzte sie sich zu ihm und griff gleich gierig zu dem Fleisch was noch sehr heiß war und sie sich daraufhin leicht verbrannte. Der Mann schmunzelte nur und schaute ihr weiterhin freundlich zu und beobachtete sie wie sie das Fleischstück verputzte. „Du bist also ganz alleine unterwegs?“ fragte er sie während sie noch das Fleisch verputzte, „so ganz ohne Eltern und Freunde?“ als er dies sagte stockte sie leicht und langsam liefen ihr Tränen die Wange hinab und sie fing leise an zu schluchzen. Der Fremde blickte nun etwas verwundert, schien aber dann zu verstehen und schaute zum Himmel wo man die Sterne gut erkennen konnte. „Schau dir die Sterne an, sie sind heute sehr gut zu erkennen“ blickte bei den Worten kurz zu ihr rüber und sah wie sie ebenfalls nach oben blickte, sich dabei noch einige Tränen aus dem Gesicht wischte. Sie nickte zu seinen Worten und lächelte dann sachte was dem fremden sichtlich erfreute. „Mein Name ist übrigens Fabian, Fabian Argon. Ich weiß dass du mich schon seit einigen Tagen verfolgst, aber aus welchem Zweck?“ fragend schaut er die kleine Sophia an die noch immer an ihrem Fleischstück zu Gange ist. „Anderen blöd!“ antwortet sie kurz und knapp eher sie weiter isst. Fabian schien zu verstehen und meint dann einladend zu ihr „Wenn du magst darfst du mich weiterhin begleiten, aber nur wenn du schön hinter mir bleibst und mir ja nie wider etwas klaust“ zwinkert ihr mit einem sanftmütigen lächeln zu und wartet ihre Reaktion ab. Immer noch schmatzender weise schaut sie etwas verblüfft zu Fabian aber lächelt ihn dann breit an und nickt nur.
Die Beiden streiften nun gemeinsam durch allerlei Länder wobei Sophia mir der Zeit feststellte dass Fabian ein professioneller Dieb war der sein Leben damit verbrachte anderen Nahrung und Gold zu stehlen aber tat er es geschickt an, ohne einen Menschen zu verletzen. Fabian wollte eigentlich nicht das Sophia so enden sollte wie er, doch guckte sie sich bei ihm zu viele Tricks ab und versuchte sie nachzuahmen. Mit den Jahren wurde sie immer geschickter und besser. Das einzige was er ihr als Selbstverteidigung beibringen konnte war der Umgang mit dem Dolch aber brachte er ihr auch bei dass es nicht rechtens ist damit aus Hass oder anderen gründen jemanden zu verletzen ,außer um sein eigenes Überleben zu sichern.
Nach etwa vier Jahren, knapp zu ihrem achtzehnten Geburtstag, fand Fabian es an der Zeit wieder eigene Wege zu gehen. Er lies Sophia in einer Stadt zurück und schenkte ihr noch einige brauchbare Dinge für ihr weiteres leben. Wieder wahr sie ganz alleine doch jetzt hatte sie wenigstens genug Erfahrung um im Leben zurecht zu kommen. Nun reiste sie auf eigenen Füßen durch das Land und über Wasser, was sie eines Tages zu einer Stadt Namens Bajard führte.
Ob sie hier lange bleiben würde? Und vielleicht hier ein neues Leben beginnen könne?
Einige Tage gingen ins Land und sie freundete sich sogar mit ein paar fremden Menschen am. Doch weit weg führte sie ihr Weg nicht von der sicheren Stadt. Auch ihr Talent sich Dinge zu beschaffen, war hier in der Stadt weitaus schwieriger zu bewerkstelligen als anfangs gedacht.
Viele hatten hier, in dem kleinen Fischerdorf, nicht viel. Außer sich etwas Essen und Trinken zu besorgen musste sie kaum noch ihrem Handwerk nachgehen.
Eines Abends, Sophia war mal wieder in der Taverne und lauschte den Gesprächen der Händler und Reisenden, schnappte sie ein Gespräch auf, was sofort ihre volle Aufmerksamkeit hatte. Es ging um eine Banditengruppe welche einen Händler, der weit entfernten von Gerimor kam, berichtete. Diese Gruppe war in etwa zehn Mann stark und plünderten alles was ihnen in die Finger kam, auch der Händler wurde schon von ihnen beraubt und verlor so ein durchaus lukratives Geschäft. Als er anfing ein paar der Gestalten zu beschreiben, kam eine davon Sophia sofort bekannt vor. Seine Merkmale wahren unter anderem sein breites Kreuz, eine durch und durch bösartige Lache und ein mit Narben verziertes Gesicht. Da musste sich Sophia an die letzte Nacht mit ihren Eltern erinnern. Langsam kam Wut ihn ihr auf und sie wäre am liebsten zu den beiden hingerannt um alles zu erfahren. Doch sie lauschte weiter dem Gespräch, denn sie wusste dass es nichts bringen würde jetzt aufzufallen. Im Verlaufe des Gespräches erfuhr sie auch dass die Bande sich selten weit weg von ihrem Geheimversteck entfernt und nur in einem bestimmten Gebiet auf Beutezug gehen. Auch erfuhr sie dass der Händler darüber klagte bald wieder zurück reisen müsse und hoffte nicht auf die Banditen zu treffen, zu wertvoll war ihm seine Fracht diesmal gewesen. Dass war Sophias Gelegenheit!
Am nächsten Morgen suchte Sophia nach dem Händler, den sie auch auf einem der Handelsschiffe fand, um ihn zu fragen ob er sie mitnehmen könnte. Sie bat ihm zu helfen so gut es nur ginge, sei es verladen der Ware oder wischen des Decks. Der Händler zögerte zuerst doch konnte er Sophias bitte nicht abschlagen, da sie nicht klein bei gab und es immer und immer wieder versuchte.
So kam es dazu dass Sophia mit dem Schiff am nächsten Morgen ablegte um in ein paar Wochen ihr Ziel zu erreichen.
Nachdem sie dem Händler, wie versprochen, geholfen hatte seine Waren auszuladen, machte Sophia sich endlich auf den Weg in die nächste Taverne. Dort angekommen sah sie nur ein paar müde Gestalten, es war immer hin noch früh am Morgen. Leider war keine der Anwesenden bereit über irgendwelche Banditen zu plaudern oder sonst welche Informationen preiszugeben. Leicht verärgert und enttäuscht machte sie sich auf den Weg durch die ihr fremden Stadt. Die eher kleine Stadt war zu dieser Zeit noch recht leer, nur am kleinen Hafen war ein wenig Betrieb den viele Schiffe kamen früh am Morgen am Hafen an. Als sie die Stadtmauern passieren wollte, kam eine Wache auf sie zu. Sie schreckte sogleich zurück, hob die Arme an und rief reflexartig „Ich habe nichts gemacht!“ Leicht verwirrt schaute die Wache zu ihr und runzelte die Stirn, setzte dann aber ein freundliches Lächeln auf und sprach mit beruhigender Stimme zu ihr „Keine angst junge Dame, ich wollte sie lediglich warnen vor einer Banditengruppe welche hier in der Umgebung ihr Unwesen treiben“ Sophia schaute ihn erst ein paar Augenblicke leicht verwirrt an doch schenkte sie ihm dann ein leichtes schüchternes Lächeln, was sie oft tat um unschuldig zu wirken, um dann ihren Dank auszusprechen. Die Wache nickte einmal sachte und ging zurück auf seinen Posten.
Nun wusste sie das diese Banditen oft hier sein mussten und wenn sie lange genug warten würde, würde sich eine Gelegenheit schon bieten.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 8. Juni 2014, 13:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Ein paar Wochen vergingen und sie arbeitete einige Zeit in der Taverne der Stadt um möglichst viele Informationen über die Bande in Erfahrung zu bringen. Auch wenn sie am Abend oft von den Trunkenbolden der Stadt belästigt wurde musste sie alles in kauf nehmen den sie wollte sich an den Mördern ihrer Eltern rechen. Aber wie? Wie stellte sie es an? Das es nicht einfach werden würde war ihr klar, doch was sollte sie machen sobald sie die Banditengruppe gefunden hat?
In der dritten Woche am fünften Tag gegen Abend, bekam sie ein Gespräch mit, wie sich zwei Männer unterhielten. Es ging um eine Art Auftrag, etwas zu beschaffen von hohem Wert. Weiter erfuhr sie im Gespräch wie der eine sagte: Nein! Auf keinen Fall kann das Gonzo machen! Der Trampel ist zu ungeschickt und macht nur Lärm. Er ist nur für die Grobe Arbeit geeignet.“
Sophia schoss es gleich durch den Kopf, Gonzo! Das war sein Name. Der Mann der sich an ihrer Mutter vergriff und dann ihr Haus abfackelte. Geschockt lies sie einen Krug Bier fallen der durch die halbe Taverne klierte. „Sophia!“ kam es laut aus der Küche. „Hast du schon wieder einen Krug zerbrochen?“ Ein großer Mann kam aus der Küche gestampft und schaute auf den zerbrochenen Krug. Mit zornigen blicken schaute er zu ihr herab und deutete an dass sie es sogleich bereinigen solle. „Das ziehe ich dir von deinen Lohn ab! Und du bringst den Herren gleich zwei neue Bierkrüge. Auf deine Rechnung!“ Zornig stampfend ging er wieder in die Küche. Sophia bückte sich sogleich um die Scherben aufzuheben und die Bierlache wegzuwischen. Dabei bemerkte sie wie die beiden Männer sie scheinbar interessiert beobachteten. Wohl nur um ihr auf den Hintern zu starren dachte sie sich und verdrehte leicht die Augen. Die Scherben brachte sie weg und die Lache war aufgewischt und so wie es ihr befohlen wurde brachte sie den beiden Männern gleich ihr neues Bier. „Das wurde ja auch Zeit!“ Blökte der eine sie an, der andere lächelte nur sachte zu ihr und nickte kurz zum dank. Der unhöfliche blickte wieder zu dem anderen Mann und brummte ihm dann etwas leiser zu. „Hätten wir doch nur jemanden der geschickter ist, einen der es weiß sich nicht erwischen zu lassen. Hier geht es immer hin um viel Gold!“ Wieder schaute er grimmig zu Sophia auf , die gerade damit begann den Tisch abzuwischen und dann den beiden ihre Biere hinstellte. „Mach doch noch gleich ein Krug kaputt. Dann darfst du mir zwei neue Biere bringen!“ dabei stieß er sie etwas kräftiger an ihren Arm an und fing darauf gehässig an zu lachen. Was er aber nicht bemerkte war dass Sophia ihm sein Armreif, welches er um sein linkes Handgelenk trug, mit geschickten griffen entwendete. Durch sein Gelache bemerkte er dieses nicht und schaute dann wieder zu seinem Partner und murmelte etwas verärgert, „Kein Spaß verstehen die hier, und das Bier“ nahm den Krug und leerte diesen in einem Zuge bevor er weiter sprach, „schmeckt auch grauenhaft!“ Schmunzelnd schaute der Zweite zu ihm rüber. Sophia hatte sich langsam wieder Richtung Bar gemacht um weitere Biere ab zufüllen. „Sag mal...“ meinte der Zweite im ruhigen Tonfall zu seinem Gegenüber. „Vermisst du nicht etwas?“ Grinsend schaut er kurz zu Sophia dann zu seinem Gegenüber. Der wiederum schaut ihn verwirrt an und versucht seinem Blick zu folgen.
Erst einige Minuten des hin und her gucken bemerkt er was geschehen ist, springt dann mit Zorn erfülltem Blick auf und stampft auf Sophia los. Sophia steht scheinbar nichts ahnend hinter dem Bartresen und putzt gerade ein paar Krüge. Sie entdeckte dann aber den schnell nah kommenden Mann und musste dann leicht schmunzeln. Als dieser endlich den Tresen erreichte wich Sophia sofort zurück, sodass sie für ihn nicht mehr erreichbar war. „Was soll das?“ brüllte er sie an. Unschuldig schauend blickt sie zu ihm hoch und spielt völlig unwissend. „Schmeckt das Bier nicht mein Herr? Wollen sie ein neues?“ Immer wütender wurde der Mann und deutet auf sein Handgelenk, immer noch mit fragendem Blick schaut Sophia zu ihm auf und zuckt mit den Schultern. Der Mann wird immer röter im Gesicht und ballt seine Faust, womit er auf den Tresen haut. Gemütlich nährt sich nun auch der Zweite von hinten an und schaut nur lächelnd zu den beiden, legt dann seine Hand behutsam auf die Schulter des Mannes und sagt mit beruhigender Stimme „Na da haben wir doch die richtige gefunden, findest du nicht auch Dimar?“ Nun schaut Dimar leicht verwirrt nach hinten, dann wieder zu Sophia, die mittlerweile anfangen muss zu grinsen und ihm dann ihr Erbeutetes zeigt und frech sagt: „Na? Haben wir etwa was verloren?“
Dimar schaut wieder bösartig zu Sophia während der andere Mann nur weiter schmunzeln kann. Er drückt dann Dimar sachte zur Seite und lächelt Sophia freundlich entgegen, sie wiederum schaut nun etwas verwundert zu ihm. „Ich möchte dir ein Angebot machen..“ beginnt er im ruhigem Tonfall. „Ich habe da etwas was ich mir sehnlich wünsche und es haben muss, du kennst sicherlich dieses Gefühl?“ Sophia, immer noch etwas irritiert, deutet nur ein knappes Nicken an. „Gut. Dann solltest du vorerst meinem Freund sein Armreif wieder geben sonst kann ich für nichts garantieren“ auch wenn seine Worte leicht bedrohlich klingen sollten, klingen sie dennoch freundlich und ohne jeglichen Druck. Sophia überlegte nicht lang, denn hatte sie für das alte Stück keinerlei Verwendung, so gab sie es ihm wieder. Er schaute sie immer noch leicht mürrisch an und riss ihr sein Eigentum aus der Hand. Die drei setzten sich dann an den Tisch, wo die zwei zuvor saßen und der Mann mit dem freundlichen Lächeln begann zu erzählen. Er suche nach einer, für ihm sehr wertvolle, Statur und jemand solle sie ihm beschaffen. Weiter berichtete er das die Banditengruppe von dem Herrn Dimar, die er zuvor anheuern wollte, nicht das nötige Potential für solche feinfühlige Aufträge habe.
Sophia konnte sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen doch lauschte weiter aufmerksam seinen Worten. Nach einigen Minuten, in denen er ihr alles bis ins kleinste Detail erklärte, dass sie in der Nacht des Neumondes in ein Anwesen, nicht weit von der Stadt entfernt, eindringen soll um eine wertvolle Statur zu entwenden. Willigte Sophia ein und besiegelte es mit einem Handschlag.
Der Mann war sichtlich erfreut und schenkte Sophia ein lächeln. „Dann ist es ja entschieden! Du wirst zur Neumondnacht mit der Bande meines Freundes hier...“ tätschelte Dimar leicht auf der Schulter und grinste etwas zu ihm, worauf Dimar nur leicht grummelte, „zum Anwesen gehen um mir mein Schatz zu holen.“ Sophia nickte nur verständlich. „He.. aber wir werden sie nur bis zur Mauer bringen, denn Rest muss sie dann alleine schaffen.“ ergänzte Dimar dann mit leicht mürrisch klingender Stimme und verschränkte die Arme vor seiner Brust. Nur ein müdes Lächeln ging von Sophia zu Dimar aus als er dies sagte.
Am Abend zur Neumondnacht trafen sich alle ein wenig abgelegen von der Stadtmauer wo sie weitere Informationen über ihren Bestimmungsort erhielten. Dort sah Sophia dann endlich Gonzo, der Mann der das leben ihrer Mutter auf dem Gewissen hatte und wahrscheinlich auch das von ihrem Vater. Ihr schossen gleich wieder die Bilder durch den Kopf und Wut kam in ihr auf. Sie versuchte sich dann aber zu beherrschen und biss sich auf die Unterlippe. Versuchte dann ein krampfartiges Lächeln aufzusetzen in Richtung der Männer. Es war eine bedrohlich wirkende Gruppe und wirklich keiner von ihnen war in irgendeiner Art und Weise glücklich darüber hier zu sein. „Was haben wir hier eigentlich verloren?“ „Kann die kleine Göre das nicht eh alleine?“ „Wer ist das überhaupt?“ solche und ähnliche Fragen murmelten die Männer sichtlich verärgert zu dem Auftraggeber, welcher sich zwischen Sophia und der Bande stellte. „Meine Herren...“ fing er dann mit höflichem Tonfall an „...hier haben wir die Person Die es heute gilt zu begleiten und darauf aufzupassen dass sie keinerlei Schwierigkeiten hat das Gelände des Anwesen zu betreten“ deutet dann in Richtung Nordwesten wo sich ein großes Haus befindet mit einem sehr großen Anwesen.
Die Männer verstummten bei seinen Worten und blickten fragend zu einander.
Als die Nacht dann endlich einbrach und die lichter im Haus erloschen, gab Dimar ein Zeichen worauf die Männer sich sogleich auf machten um möglichst unbemerkt Zutritt zum Gelände zu bekommen, Sophia direkt hinter ihnen.
Auf dem Weg zum Haus gab es nur ein paar Hunde und Wachmänner die schnell und gezielt von ein paar Schützen erledigt worden, endlich am Haus angekommen bekam Sophia Hilfe um eines der Fenster zu erreichen, welches sie mit wenigen Handgriffen öffnen konnte. Auch schon damals schlich sie sich heimlich Nachts in Häuser um so an was zu Essen zu gelangen, doch diesmal musste sie etwas wirklich wertvolles stehlen.
Im Haus angekommen schaute sie nochmals kurz aus dem Fenster und beobachtete wie die Bande sich wieder langsam zurück zog, dann machte sie sich vorsichtig auf die Suche nach einem großen Raum welcher ihr beschrieben wurde. Kein Laut war im Haus zu vernehmen und die Dunkelheit machte es ihr nur erschwert möglich sich zu orientieren. Sie war sich einen Moment lang zu sicher gewesen und huschte rasch an einigen verschlossenen Türen vorbei doch als sie an der Letzten Tür fast vorbei war, öffnete sich jene ruckartig und eine unidentifizierbare Person packte sie und zog sie in den dunklen Raum hinein. Panisch versuchte sich Sophia zu wehren doch eine Art Gift betäubte ihre Sinne und sie schlief ein.
Nach einer gefühlten Ewigkeit wachte sie in einem hell erleuchteten Raum wieder auf, sie lag auf einem, für ihre Verhältnisse, bequemen Fell welches in einem mittelgroßen Raum lag. Sonnenstrahlen, welche aus zwei großen Fenstern auf sie herunter schienen, blendeten sie sodass nur wenig von dem Raum erkennbar war.
„Guten Morgen.“ sprach dann eine freundlich klingende Stimme zu ihr. „Haben wir gut geschlafen?“ Es war der Auftraggeber welcher sich langsam Sophia nährte und nach einem kurzen Auf blinzeln erkannte sie ihn dann auch.
Schnell wich sie etwas zurück und blickte ihn mit leicht grimmigen Blick entgegen. „Du brauchst keine Angst zu haben. Es war leider unvermeidbar die Männer im Glauben zu lassen dass du geschnappt wurdest.“ Der Mann reichte ihr eine Hand entgegen und sollte ihr aufhälfen. „Joschuar Daran mein Name“ stellte er sich dann höflich klingend vor. Sophia zögerte etwas doch nahm er seine Geste an und richtete sich mit seiner Hilfe auf.
Joschuar brachte Sophia in ein Nebenzimmer in dem die Beiden sich an ein Tisch setzten. Dort war bereits ein köstliches Frühstück ausgelegt an dem sich Sophia gleich bediente, der Mann schaute ihr dabei nur vergnügt zu. Nach einigen Augenblicken fing er an zu berichten. Auf Grund zufälliger Ereignisse wurde Sophia von Joschuar ausgewählt um ihr zu helfen diese Räuberbande zu stellen. Schon seid Wochen war er hinten ihnen her doch schaffte er es nicht sie zu schnappen. So entschloss er sich ihr Vertrauen zu gewinnen um ihnen ein Hinterhalt zu stellen und dass war der Grund für den kleinen Auftrag bei dem Sophia geholfen hat. Spontan kam ihm dann aber der Einfall dass es für Sophia vielleicht einfacher wäre ihr Vertrauen zu gewinnen, mit ihren Fähigkeiten könnte sie ein Teil der Gruppe werden und sie so in einen Hinterhalt führen.
Als Sophia seinen Vorschlag lauschte und dabei noch einiges an Brot und Wurst vom Tisch aß, schaute sie aufmerksam zu ihm rüber und nickte ab und zu nur knapp.
Nachdem sie satt war machte sie einen nachdenklichen Gesichtsausdruck, gefolgt von einem leicht hin und her wiegen des Kopfes. Joschuar schaute während dessen geduldig zu ihr rüber mit seinem typisch freundlichen Lächeln. Eine ganze Weile verging während Sophia nachdachte, schließlich wurde ihr so die Möglichkeit geboten sich an dem Mördern ihrer Eltern zu rechen. Doch war es auch eine sicherlich schwierige Aufgabe für sie doch ging sie schließlich auf seinen Vorschlag ein.
Sie bekam die Statue welche es zu Anfang galt zu bekommen und machte sich auf die Suche nach den Räubern. Dort will sie ihnen weismachen dass es ihr gelungen war mit samt der Beute zu entkommen. Die anfangs misstrauische Bande wurde doch schnell überzeugt und da der Auftraggeber nie wieder gesehen war, konnte die Beute gewinnbringend verkauft werden.
Ab nun an zog Sophia ständig mit der Bande umher, immer mit dem Ziel ihr Vertrauen weiter aufbauen zu können.
Nach ein paar Wochenläufen traf sich Sophia in der Nacht mit Joschuar, so wie schon einige Nächte zuvor um Bericht zu erstatten. Es war an der Zeit gewesen ihnen die geplante Falle zu stellen um ihren Treiben endlich ein Ende zu bereiten. So bekam Sophia die letzten Anweisungen von Joschuar.
Wieder am Räuberlager angekommen berichtete Sophia der Bande von einem großen Schatz der auf einer Alten Schatzkarte eingezeichnet wurde. Weiter berichtete sie dass es sich um den Schatz einer Adelsfamilie handelte von denen sie die Karte geklaut hatte. Die Männer sprangen gleich auf und packten ihre Sachen zusammen. Sophia führte die Männer dann zu der eingezeichneten Stelle der Karte, welche sich als alte Ruine herausstellte. Es sah wirklich so aus als ob hier ein richtiger Schatz verborgen liegen würde. Immer wieder schaute Sophia prüfend auf die Karte ob es auch der richtige Ort war denn von Joschuar oder sonst jemanden war weilt und breit nichts zu sehen.
Im Inneren der Ruine kam man nach einigen Korridoren in einem großen Raum an dort führten mehrere Wege in verschiedenen Richtungen. So teilte sich die Gruppe auf und immer zu je zwei Mann gingen sie los. Sophia musste mit Gonzo als Partner losgehen um einen der Gänge zu untersuchen.
Der Gang war recht eng und dunkel, nur eine Fackel die Gonzo mit sich führte, spendete ein wenig Licht. Bei dem Gedanken dass gerade er nun hinter Sophia ging und sie ganz alleine wahren, kamen ihr wieder alte Gefühle hoch und sie musste an ihre Eltern denken. Wut und Trauer brachen in ihr auf und sie versank in Gedanken. Gedanken darüber ihn jetzt und hier umzubringen, dabei zückte sie einen kleinen Dolch den sie immer mit sich führte. Während sie so in Gedanken versank kamen von Gonzo dauernd Fragen zu ihr wo hin der Weg sie führen solle, ob schon ein Ende in sich war und ob sie überhaupt weiß wohin dieser Gang führen solle. Nachdem Sophia aber stumm weiter schlenderte wurde Gonzo immer wütender und machte einen Satz nach vorne um nach ihrer Schulter zu greifen. Mit einem Ruck versucht er sie zu sich zu drehen was ihm auch ohne weiteres gelingen sollte. „Bist du taub?“ brüllt er sie dann an und wie aus einem Traum herausgerissen kommt es über Sophia und der Griff um den Dolch wird stärker. Mit wutentbrannten Ausdruck blickt sie Gonzo an und rammt ihm den Dolch ohne Vorwarnung in seine Brust. Sofort geht er in die Knie und ihm bleibt die Luft weg, Sophia hingegen zieht die Klinge aus seiner Brust und rammt sie erneut in ihn hinein. Mit einem fast schon Dämonischen Blick schaut sie dabei zu ihm herunter und wiederholt den Vorgang einige male. Gonzo fällt nun leblos nach hinten zu Boden der Dolch bleibt dabei in seiner Brust stecken. Mit Blut verschmierten und zitternden Händen wird Sophia langsam wieder klarer im Kopf und schaut zu dem leblosen Körper. Erst beginnt sie verzweifelnd an zu lachen doch nach wenigen Augenblicken wandelt sich ihr Lachen in Trauer erfühltes Weinen um, wobei sie dann auf die Knie fällt. In ihren Gedanken schwirren immer noch ihre Eltern umher und diese eine Nacht an dem sie Umgebracht wurden. Doch was hat es ihr jetzt genützt? Gonzo war tot doch änderte es nichts.
Langsam machte Sophia sich wieder auf den Weg in Richtung Ausgang. Am Ende des Weges warteten schon Joschuars Männer auf sie, die wie geplant die Ruinen umstellten. Mit entsetzten blicken schauten die Männer zu ihr und musterten die mit Blut verschmierte zierliche Person. Sophia wankte ohne anzuhalten durch die Reihen bis sie von einem Mann aufgehalten wurde der sie mit besorgten Blick anschaute. Es war Joschuar und er sprach mit fürsorglichen Worten zu ihr die sie allerdings in der momentanen Situation nicht wahrnehmen konnte. Nach einem kurzen Moment sackte Sophia einfach vor Erschöpfung zusammen wobei Joschuar sie dann stützend in die Arme nahm und nach draußen führte. Der Rest des Hinterhalts lief reibungslos ab. Die Banditen wurden nach und nach gefangen genommen und Wenige die sich bis zum Tode währen wollten wurden gleich erledigt.
In der dritten Woche am fünften Tag gegen Abend, bekam sie ein Gespräch mit, wie sich zwei Männer unterhielten. Es ging um eine Art Auftrag, etwas zu beschaffen von hohem Wert. Weiter erfuhr sie im Gespräch wie der eine sagte: Nein! Auf keinen Fall kann das Gonzo machen! Der Trampel ist zu ungeschickt und macht nur Lärm. Er ist nur für die Grobe Arbeit geeignet.“
Sophia schoss es gleich durch den Kopf, Gonzo! Das war sein Name. Der Mann der sich an ihrer Mutter vergriff und dann ihr Haus abfackelte. Geschockt lies sie einen Krug Bier fallen der durch die halbe Taverne klierte. „Sophia!“ kam es laut aus der Küche. „Hast du schon wieder einen Krug zerbrochen?“ Ein großer Mann kam aus der Küche gestampft und schaute auf den zerbrochenen Krug. Mit zornigen blicken schaute er zu ihr herab und deutete an dass sie es sogleich bereinigen solle. „Das ziehe ich dir von deinen Lohn ab! Und du bringst den Herren gleich zwei neue Bierkrüge. Auf deine Rechnung!“ Zornig stampfend ging er wieder in die Küche. Sophia bückte sich sogleich um die Scherben aufzuheben und die Bierlache wegzuwischen. Dabei bemerkte sie wie die beiden Männer sie scheinbar interessiert beobachteten. Wohl nur um ihr auf den Hintern zu starren dachte sie sich und verdrehte leicht die Augen. Die Scherben brachte sie weg und die Lache war aufgewischt und so wie es ihr befohlen wurde brachte sie den beiden Männern gleich ihr neues Bier. „Das wurde ja auch Zeit!“ Blökte der eine sie an, der andere lächelte nur sachte zu ihr und nickte kurz zum dank. Der unhöfliche blickte wieder zu dem anderen Mann und brummte ihm dann etwas leiser zu. „Hätten wir doch nur jemanden der geschickter ist, einen der es weiß sich nicht erwischen zu lassen. Hier geht es immer hin um viel Gold!“ Wieder schaute er grimmig zu Sophia auf , die gerade damit begann den Tisch abzuwischen und dann den beiden ihre Biere hinstellte. „Mach doch noch gleich ein Krug kaputt. Dann darfst du mir zwei neue Biere bringen!“ dabei stieß er sie etwas kräftiger an ihren Arm an und fing darauf gehässig an zu lachen. Was er aber nicht bemerkte war dass Sophia ihm sein Armreif, welches er um sein linkes Handgelenk trug, mit geschickten griffen entwendete. Durch sein Gelache bemerkte er dieses nicht und schaute dann wieder zu seinem Partner und murmelte etwas verärgert, „Kein Spaß verstehen die hier, und das Bier“ nahm den Krug und leerte diesen in einem Zuge bevor er weiter sprach, „schmeckt auch grauenhaft!“ Schmunzelnd schaute der Zweite zu ihm rüber. Sophia hatte sich langsam wieder Richtung Bar gemacht um weitere Biere ab zufüllen. „Sag mal...“ meinte der Zweite im ruhigen Tonfall zu seinem Gegenüber. „Vermisst du nicht etwas?“ Grinsend schaut er kurz zu Sophia dann zu seinem Gegenüber. Der wiederum schaut ihn verwirrt an und versucht seinem Blick zu folgen.
Erst einige Minuten des hin und her gucken bemerkt er was geschehen ist, springt dann mit Zorn erfülltem Blick auf und stampft auf Sophia los. Sophia steht scheinbar nichts ahnend hinter dem Bartresen und putzt gerade ein paar Krüge. Sie entdeckte dann aber den schnell nah kommenden Mann und musste dann leicht schmunzeln. Als dieser endlich den Tresen erreichte wich Sophia sofort zurück, sodass sie für ihn nicht mehr erreichbar war. „Was soll das?“ brüllte er sie an. Unschuldig schauend blickt sie zu ihm hoch und spielt völlig unwissend. „Schmeckt das Bier nicht mein Herr? Wollen sie ein neues?“ Immer wütender wurde der Mann und deutet auf sein Handgelenk, immer noch mit fragendem Blick schaut Sophia zu ihm auf und zuckt mit den Schultern. Der Mann wird immer röter im Gesicht und ballt seine Faust, womit er auf den Tresen haut. Gemütlich nährt sich nun auch der Zweite von hinten an und schaut nur lächelnd zu den beiden, legt dann seine Hand behutsam auf die Schulter des Mannes und sagt mit beruhigender Stimme „Na da haben wir doch die richtige gefunden, findest du nicht auch Dimar?“ Nun schaut Dimar leicht verwirrt nach hinten, dann wieder zu Sophia, die mittlerweile anfangen muss zu grinsen und ihm dann ihr Erbeutetes zeigt und frech sagt: „Na? Haben wir etwa was verloren?“
Dimar schaut wieder bösartig zu Sophia während der andere Mann nur weiter schmunzeln kann. Er drückt dann Dimar sachte zur Seite und lächelt Sophia freundlich entgegen, sie wiederum schaut nun etwas verwundert zu ihm. „Ich möchte dir ein Angebot machen..“ beginnt er im ruhigem Tonfall. „Ich habe da etwas was ich mir sehnlich wünsche und es haben muss, du kennst sicherlich dieses Gefühl?“ Sophia, immer noch etwas irritiert, deutet nur ein knappes Nicken an. „Gut. Dann solltest du vorerst meinem Freund sein Armreif wieder geben sonst kann ich für nichts garantieren“ auch wenn seine Worte leicht bedrohlich klingen sollten, klingen sie dennoch freundlich und ohne jeglichen Druck. Sophia überlegte nicht lang, denn hatte sie für das alte Stück keinerlei Verwendung, so gab sie es ihm wieder. Er schaute sie immer noch leicht mürrisch an und riss ihr sein Eigentum aus der Hand. Die drei setzten sich dann an den Tisch, wo die zwei zuvor saßen und der Mann mit dem freundlichen Lächeln begann zu erzählen. Er suche nach einer, für ihm sehr wertvolle, Statur und jemand solle sie ihm beschaffen. Weiter berichtete er das die Banditengruppe von dem Herrn Dimar, die er zuvor anheuern wollte, nicht das nötige Potential für solche feinfühlige Aufträge habe.
Sophia konnte sich ein leichtes Schmunzeln nicht verkneifen doch lauschte weiter aufmerksam seinen Worten. Nach einigen Minuten, in denen er ihr alles bis ins kleinste Detail erklärte, dass sie in der Nacht des Neumondes in ein Anwesen, nicht weit von der Stadt entfernt, eindringen soll um eine wertvolle Statur zu entwenden. Willigte Sophia ein und besiegelte es mit einem Handschlag.
Der Mann war sichtlich erfreut und schenkte Sophia ein lächeln. „Dann ist es ja entschieden! Du wirst zur Neumondnacht mit der Bande meines Freundes hier...“ tätschelte Dimar leicht auf der Schulter und grinste etwas zu ihm, worauf Dimar nur leicht grummelte, „zum Anwesen gehen um mir mein Schatz zu holen.“ Sophia nickte nur verständlich. „He.. aber wir werden sie nur bis zur Mauer bringen, denn Rest muss sie dann alleine schaffen.“ ergänzte Dimar dann mit leicht mürrisch klingender Stimme und verschränkte die Arme vor seiner Brust. Nur ein müdes Lächeln ging von Sophia zu Dimar aus als er dies sagte.
Am Abend zur Neumondnacht trafen sich alle ein wenig abgelegen von der Stadtmauer wo sie weitere Informationen über ihren Bestimmungsort erhielten. Dort sah Sophia dann endlich Gonzo, der Mann der das leben ihrer Mutter auf dem Gewissen hatte und wahrscheinlich auch das von ihrem Vater. Ihr schossen gleich wieder die Bilder durch den Kopf und Wut kam in ihr auf. Sie versuchte sich dann aber zu beherrschen und biss sich auf die Unterlippe. Versuchte dann ein krampfartiges Lächeln aufzusetzen in Richtung der Männer. Es war eine bedrohlich wirkende Gruppe und wirklich keiner von ihnen war in irgendeiner Art und Weise glücklich darüber hier zu sein. „Was haben wir hier eigentlich verloren?“ „Kann die kleine Göre das nicht eh alleine?“ „Wer ist das überhaupt?“ solche und ähnliche Fragen murmelten die Männer sichtlich verärgert zu dem Auftraggeber, welcher sich zwischen Sophia und der Bande stellte. „Meine Herren...“ fing er dann mit höflichem Tonfall an „...hier haben wir die Person Die es heute gilt zu begleiten und darauf aufzupassen dass sie keinerlei Schwierigkeiten hat das Gelände des Anwesen zu betreten“ deutet dann in Richtung Nordwesten wo sich ein großes Haus befindet mit einem sehr großen Anwesen.
Die Männer verstummten bei seinen Worten und blickten fragend zu einander.
Als die Nacht dann endlich einbrach und die lichter im Haus erloschen, gab Dimar ein Zeichen worauf die Männer sich sogleich auf machten um möglichst unbemerkt Zutritt zum Gelände zu bekommen, Sophia direkt hinter ihnen.
Auf dem Weg zum Haus gab es nur ein paar Hunde und Wachmänner die schnell und gezielt von ein paar Schützen erledigt worden, endlich am Haus angekommen bekam Sophia Hilfe um eines der Fenster zu erreichen, welches sie mit wenigen Handgriffen öffnen konnte. Auch schon damals schlich sie sich heimlich Nachts in Häuser um so an was zu Essen zu gelangen, doch diesmal musste sie etwas wirklich wertvolles stehlen.
Im Haus angekommen schaute sie nochmals kurz aus dem Fenster und beobachtete wie die Bande sich wieder langsam zurück zog, dann machte sie sich vorsichtig auf die Suche nach einem großen Raum welcher ihr beschrieben wurde. Kein Laut war im Haus zu vernehmen und die Dunkelheit machte es ihr nur erschwert möglich sich zu orientieren. Sie war sich einen Moment lang zu sicher gewesen und huschte rasch an einigen verschlossenen Türen vorbei doch als sie an der Letzten Tür fast vorbei war, öffnete sich jene ruckartig und eine unidentifizierbare Person packte sie und zog sie in den dunklen Raum hinein. Panisch versuchte sich Sophia zu wehren doch eine Art Gift betäubte ihre Sinne und sie schlief ein.
Nach einer gefühlten Ewigkeit wachte sie in einem hell erleuchteten Raum wieder auf, sie lag auf einem, für ihre Verhältnisse, bequemen Fell welches in einem mittelgroßen Raum lag. Sonnenstrahlen, welche aus zwei großen Fenstern auf sie herunter schienen, blendeten sie sodass nur wenig von dem Raum erkennbar war.
„Guten Morgen.“ sprach dann eine freundlich klingende Stimme zu ihr. „Haben wir gut geschlafen?“ Es war der Auftraggeber welcher sich langsam Sophia nährte und nach einem kurzen Auf blinzeln erkannte sie ihn dann auch.
Schnell wich sie etwas zurück und blickte ihn mit leicht grimmigen Blick entgegen. „Du brauchst keine Angst zu haben. Es war leider unvermeidbar die Männer im Glauben zu lassen dass du geschnappt wurdest.“ Der Mann reichte ihr eine Hand entgegen und sollte ihr aufhälfen. „Joschuar Daran mein Name“ stellte er sich dann höflich klingend vor. Sophia zögerte etwas doch nahm er seine Geste an und richtete sich mit seiner Hilfe auf.
Joschuar brachte Sophia in ein Nebenzimmer in dem die Beiden sich an ein Tisch setzten. Dort war bereits ein köstliches Frühstück ausgelegt an dem sich Sophia gleich bediente, der Mann schaute ihr dabei nur vergnügt zu. Nach einigen Augenblicken fing er an zu berichten. Auf Grund zufälliger Ereignisse wurde Sophia von Joschuar ausgewählt um ihr zu helfen diese Räuberbande zu stellen. Schon seid Wochen war er hinten ihnen her doch schaffte er es nicht sie zu schnappen. So entschloss er sich ihr Vertrauen zu gewinnen um ihnen ein Hinterhalt zu stellen und dass war der Grund für den kleinen Auftrag bei dem Sophia geholfen hat. Spontan kam ihm dann aber der Einfall dass es für Sophia vielleicht einfacher wäre ihr Vertrauen zu gewinnen, mit ihren Fähigkeiten könnte sie ein Teil der Gruppe werden und sie so in einen Hinterhalt führen.
Als Sophia seinen Vorschlag lauschte und dabei noch einiges an Brot und Wurst vom Tisch aß, schaute sie aufmerksam zu ihm rüber und nickte ab und zu nur knapp.
Nachdem sie satt war machte sie einen nachdenklichen Gesichtsausdruck, gefolgt von einem leicht hin und her wiegen des Kopfes. Joschuar schaute während dessen geduldig zu ihr rüber mit seinem typisch freundlichen Lächeln. Eine ganze Weile verging während Sophia nachdachte, schließlich wurde ihr so die Möglichkeit geboten sich an dem Mördern ihrer Eltern zu rechen. Doch war es auch eine sicherlich schwierige Aufgabe für sie doch ging sie schließlich auf seinen Vorschlag ein.
Sie bekam die Statue welche es zu Anfang galt zu bekommen und machte sich auf die Suche nach den Räubern. Dort will sie ihnen weismachen dass es ihr gelungen war mit samt der Beute zu entkommen. Die anfangs misstrauische Bande wurde doch schnell überzeugt und da der Auftraggeber nie wieder gesehen war, konnte die Beute gewinnbringend verkauft werden.
Ab nun an zog Sophia ständig mit der Bande umher, immer mit dem Ziel ihr Vertrauen weiter aufbauen zu können.
Nach ein paar Wochenläufen traf sich Sophia in der Nacht mit Joschuar, so wie schon einige Nächte zuvor um Bericht zu erstatten. Es war an der Zeit gewesen ihnen die geplante Falle zu stellen um ihren Treiben endlich ein Ende zu bereiten. So bekam Sophia die letzten Anweisungen von Joschuar.
Wieder am Räuberlager angekommen berichtete Sophia der Bande von einem großen Schatz der auf einer Alten Schatzkarte eingezeichnet wurde. Weiter berichtete sie dass es sich um den Schatz einer Adelsfamilie handelte von denen sie die Karte geklaut hatte. Die Männer sprangen gleich auf und packten ihre Sachen zusammen. Sophia führte die Männer dann zu der eingezeichneten Stelle der Karte, welche sich als alte Ruine herausstellte. Es sah wirklich so aus als ob hier ein richtiger Schatz verborgen liegen würde. Immer wieder schaute Sophia prüfend auf die Karte ob es auch der richtige Ort war denn von Joschuar oder sonst jemanden war weilt und breit nichts zu sehen.
Im Inneren der Ruine kam man nach einigen Korridoren in einem großen Raum an dort führten mehrere Wege in verschiedenen Richtungen. So teilte sich die Gruppe auf und immer zu je zwei Mann gingen sie los. Sophia musste mit Gonzo als Partner losgehen um einen der Gänge zu untersuchen.
Der Gang war recht eng und dunkel, nur eine Fackel die Gonzo mit sich führte, spendete ein wenig Licht. Bei dem Gedanken dass gerade er nun hinter Sophia ging und sie ganz alleine wahren, kamen ihr wieder alte Gefühle hoch und sie musste an ihre Eltern denken. Wut und Trauer brachen in ihr auf und sie versank in Gedanken. Gedanken darüber ihn jetzt und hier umzubringen, dabei zückte sie einen kleinen Dolch den sie immer mit sich führte. Während sie so in Gedanken versank kamen von Gonzo dauernd Fragen zu ihr wo hin der Weg sie führen solle, ob schon ein Ende in sich war und ob sie überhaupt weiß wohin dieser Gang führen solle. Nachdem Sophia aber stumm weiter schlenderte wurde Gonzo immer wütender und machte einen Satz nach vorne um nach ihrer Schulter zu greifen. Mit einem Ruck versucht er sie zu sich zu drehen was ihm auch ohne weiteres gelingen sollte. „Bist du taub?“ brüllt er sie dann an und wie aus einem Traum herausgerissen kommt es über Sophia und der Griff um den Dolch wird stärker. Mit wutentbrannten Ausdruck blickt sie Gonzo an und rammt ihm den Dolch ohne Vorwarnung in seine Brust. Sofort geht er in die Knie und ihm bleibt die Luft weg, Sophia hingegen zieht die Klinge aus seiner Brust und rammt sie erneut in ihn hinein. Mit einem fast schon Dämonischen Blick schaut sie dabei zu ihm herunter und wiederholt den Vorgang einige male. Gonzo fällt nun leblos nach hinten zu Boden der Dolch bleibt dabei in seiner Brust stecken. Mit Blut verschmierten und zitternden Händen wird Sophia langsam wieder klarer im Kopf und schaut zu dem leblosen Körper. Erst beginnt sie verzweifelnd an zu lachen doch nach wenigen Augenblicken wandelt sich ihr Lachen in Trauer erfühltes Weinen um, wobei sie dann auf die Knie fällt. In ihren Gedanken schwirren immer noch ihre Eltern umher und diese eine Nacht an dem sie Umgebracht wurden. Doch was hat es ihr jetzt genützt? Gonzo war tot doch änderte es nichts.
Langsam machte Sophia sich wieder auf den Weg in Richtung Ausgang. Am Ende des Weges warteten schon Joschuars Männer auf sie, die wie geplant die Ruinen umstellten. Mit entsetzten blicken schauten die Männer zu ihr und musterten die mit Blut verschmierte zierliche Person. Sophia wankte ohne anzuhalten durch die Reihen bis sie von einem Mann aufgehalten wurde der sie mit besorgten Blick anschaute. Es war Joschuar und er sprach mit fürsorglichen Worten zu ihr die sie allerdings in der momentanen Situation nicht wahrnehmen konnte. Nach einem kurzen Moment sackte Sophia einfach vor Erschöpfung zusammen wobei Joschuar sie dann stützend in die Arme nahm und nach draußen führte. Der Rest des Hinterhalts lief reibungslos ab. Die Banditen wurden nach und nach gefangen genommen und Wenige die sich bis zum Tode währen wollten wurden gleich erledigt.
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Gast
Sophia war nach einigen Tagen immer noch in eine Art Tiefschlaf gefallen. Eines Nachmittags erwachte sie dann und wankte scheinbar Ziellos durch das Haus von Joschuar der sie dann in der Küche fand. Mit leeren Augen starte sie ihn an und kein Wort kam über ihre Lippen. Joschuar gab ihr erst einmal was zu Essen und Trinken was sie nur widerwillig annahm. „Was ist geschehen?“ fragte Joschuar dann besorgt klingend. Kurz stockte sie und blickte ihn mit einem glasigen Blick entgegen. Eine einzelne Träne lief ihre Wange herunter und sie wand den Blick sogleich wieder ab. So ging es einige Tage lang weiter und Sophia verschloss sich mehr und mehr. Joschuar hingegen wollte nicht aufgeben und versuchte immer wieder sie zu erreichen.
An einem leicht verregneten Tag wankte Sophia durch das Anwesen von Joschuar, geradewegs am Innenhof vorbei wo gerade Joschuar und seine Männer dabei waren ihrem täglichen Training nachzugehen. Ihre Aufmerksamkeit galt nun den Trainierenden für eine ganze Weile. Joschuar bemerkte dieses sogleich doch beendete er vorerst das Training mit seinen Männern. Gerade wollte Sophia wieder weiter schlendern als Joschuar sie noch gerade an der Schulter packte um sie aufzuhalten. Mit ihren noch immer Leeren Augen wand sie sich zu ihm und starte ihn an. Ohne große Worte führte er Sophia Richtung Trainingsplatz und gab ihr eine hölzerne Waffe. Recht verdutzt schaute sie nun von Waffe zu Joschuar. Er führte sei weiterhin wortlos in Richtung einer Trainingspuppe und dann führte er anfangs ihre Hand um auf die Puppe zu schlagen. Anfangs wird er ihre Hand mit langsamen und gezielten Bewegungen führen um mit der Zeit etwas schneller zu werden. Als er merkt das seine Führung mehr und mehr nachlässt, lässt er ab von ihr und musterst sie mit einem sachten schmunzeln wie sie weiterhin auf die Puppe mit langsamen Schlägen einhaut.
Nun war es eine Art Ritual von den beiden beinahe Täglich zusammen zu Trainieren, nicht nur mit der Holzwaffe sondern auch gewöhnliche Dinge wie die Eigene Körperkraft Steigern, Ausdauer Läufe zu machen und auch mit einem Schild umzugehen.
All dies führte nun dazu dass Sophia langsam aus sich heraus kam. Als Sophia dass erste mal zu Joschuar auf lächelte nach einem langen Tag des trainieren und ihn dankte, rührte ihm der Augenblick so sehr dass er sie in seine Arme schlang und eine ganze Weile drückte.
So gingen viele Wochen ins Land und Sophia reifte in ihrem Training zu einer Jungen Kriegerin heran welche es verstand mit dem Schwert angemessen umzugehen und Schläge mit dem Schild ordentlich abblocken zu können. Auch fing sie an sich etwas an den Alltag von Joschuar zu interessieren denn er als Korporal einer kleinen Stadtwache verrichtete.
Ab und zu durfte sie sogar bei täglichen Kontrollgängen durch die kleine Stadt dabei sein.
Und so kam es dass Sophia nach vielen Mondläufen diese eine Nacht scheinbar fast vergessen hat.
Ein sonniger Tag brach ein, Sophia war wie so meist noch vor allen anderen wach und machte sich schon daran ihre ersten Trainingsrunden durch die Stadt zu laufen. Gerade bei solch herrlichem Wetter machte sie gerne eine Runde durch die Stadt um im Anschluss bei einem der Fleischermeister vorbei zu schauen und dort einiges an guten Fleisch zu erstehen welches morgens noch in hülle und fülle vorhanden war. Wieder am Haus von Joschuar angekommen war dieser auch langsam aufgestanden und suchte wohl schon nach ihr. Als die beiden sich dann gegenüber standen merkte Sophia gleich an seinem ernsten Gesichtsausdruck dass wohl etwas wichtiges anstehen würde. Mit ruhigen und gut gewählten Worten begann er dann Sophia zu erklären dass es wohl an der Zeit wäre sich mehr um seine Pflichten zu kümmern und sie lernen müsste nun auf eigenen Beinen zu stehen. Schließlich war sie nun kein kleines hilfloses Mädchen mehr sondern schon eine junge Frau die genug Selbstbewusstsein entwickelt hat um dieses auch zu meistern.
Der abschied fiel ihr wahrlich nicht leicht doch hatte Joschuar Recht, so musste ihr Leben wieder selber in die Hand nehmen und ihr Erlerntes stets verbessern. Auch neue Weggefährten würde sie sicher finden mit denen sie umherstreifen kann. Denn alleine wollte sie sicher nicht mehr sein, zu sehr lernte sie dass nichts über gute Kameraden kommen darf, sei es noch so viel Ruhm oder Reichtum.
Sie verbrachte noch Zwei Tage lang bei Joschuar in denen sie sich von allen gebührend verabschieden konnte, zu ihren Ehren wurde sogar ein kleines Fest am Vorabend ihrer Abreise veranstaltet. Am nächsten Morgen brachte Joschuar Sophia zum Hafen wo ihr Schiff in wenigen Augenblicken abfahren würde. Mit einem letzten förmlichen Salut und einer anschließenden Umarmung verabschiedeten sie die beiden voneinander und einem letzten Satz von Joschuar an Sophia. „Bleibe dir stets treu und wandere stets auf dem rechten Pfad, Sophia Tanar!“
Mit einer letzten Träne der Trauer durch abschied und einem inneren Glücksgefühl Joschuar begegnen zu dürfen, blickte sie ein letztes mal zurück ehe das Schiff in ihr eine nicht unbekannte Richtung segelte, Bajard.
In Bajard angekommen fing sie anfangs an sich etwas Gold zu verdienen mithilfe ihrer angelernten Fähigkeiten. Ob es Riesenratten waren die es zu erschlagen galt oder Banditen die nahe des kleinen Fischerdorfes die reisenden Händler ausraubten. Es war keine wirklichen ehrenvollen Aufgaben, doch konnte sie so weiter ihr Umgang mit dem Schwert verbessern, etwas Gold verdienen und vor allem einigen wehrlosen Bürgern helfen.
Nach einigen Tagen traf sie sogar auf zwei Schützen die sich ihr anschloss. Maria Torean und Merrik Daske. Die drei waren ein eingespieltes Team und lernten immer mehr zusammen zu Arbeiten, ob im Kampf oder bei alltäglichen Dingen.
Nicht lange dauerte es und sie entschlossen sich zusammen ein gemeinsames Haus zu erstehen, da die kleinen Zimmer in den Herbergen Bajards auf Dauer nicht mehr geeignet für sie waren. Um dieses vorhaben in die Tat umsetzen zu können brauchte es nicht nur einiges an Gold sondern mussten sie die Bürgerschaft Adorans erwerben was sich als schwierig herausstellte. Keiner von ihnen war genaustens im Bilde was es mit dem Alumenarischen Reich auf sich hat. Nach einem Gespräch mit der Sekretärin der Gräfin von Dornwald namens Nyome Belfa, machten die Drei eine Führung durch das gesamte Lichtenthaler Reich. Nach der ausführlichen Führung und dem lernen der Gesetze war es für keinen der Drei eine schwere Aufgabe den Bürgerbrief nach erneutem Gespräch mit dem Fräulein Belfa in den Händen zu halten.
So kam es auch wenige Tage später dazu das Maria, Merrik und Sophia sich ein Haus in dem Lehen Krohnwalden mieteten und dort zusammen Lebten.
Es verging kein Tag an dem die Drei nicht zusammen auf die Jagt gingen um gemeinsam an Kampferfahrung zu gewinnen. Eines Tages trafen sie sogar einen weiteren Streiter an ihrer Seite und waren nun zu viert unterwegs. Kraven Lasar war sein Name und geübt im Umgang mit dem Bogen.
Doch sollte das nicht lange so anhalten wie Sophia schon schnell merkt. Merrik hatte sich mehr und mehr von ihnen distanziert und war immer weniger in ihrem gemeinsamen Haus gesehen. Wie sie dann eines Tages feststellen mussten war er dem Lichtentahler Regiment beigetreten und verrichtete dort als Rekrut seinen Dienst, was das frühe Aufstehen und das spätere Heimkehren erklärte. Das erfreute Sophia überhaupt nicht da er immerhin ihr Freund war, so dachte sie zum mindestens. Oder war er doch nur ein gewöhnlicher Weggefährte gewesen? Es liest sich nun mal nicht ändern und was als weiterhin zusammen auf die Jagt zu gehen, dann eben ohne Merrik, blieb ihnen übrig?
Lange lebten die Drei jetzt schon zusammen, erst in Kronwalden und dann ließen sie Merrik alleine dort zurück und suchten ein neues Heim in Berchgard. Ein jeder von ihnen verstand ihr Handwerk, Sophia beherrschte den Schwertkampf meisterlich und auch mit stumpfen Waffen hatte sie schon einiges an Erfahrung sammeln können. Maria und Kraven waren ausgezeichnete Schützen, auch wenn Maria um einiges an Können Kraven übertrumpfte.
So zogen die Drei durch die Wälder und Lande um die verschiedenen Höhlen zu erforschen in welchen sie oft auf die unterschiedlichsten Wesen trafen. Auch Dämonen, kleine und große Drachen konnten sie mit guter Zusammenarbeit, welche das Resultat vielen Trainings war, bezwingen. Es war ein erfühltes leben, den Dreien fehlte es an nichts.
Nach einiger Zeit, Sophia war nach einer langen und erfolgreichen Jagt sichtlich erschöpft, suchte sie nach einer Abwechslung. In Adoran fand sie nur überfüllte Tavernen in denen ihr zur Erholung zu viel Lärm war und so machte sie sich weiter auf der suche nach einem gemütlichen und stillen Platz. Ihr weg führte sie nach Bajard, hierher wurde sie von Feoras Zael eingeladen, welcher sich Sophia und Maria bei der heutigen Jagt angeschlossen hatte, wo sie nach einiger Zeit die kleine Taverne, von der Feoras berichtete, fand. Als sie den Laden betrat sah sie nur eine kleine Gruppe von Menschen, welche sich am Tresen sammelten. Sie hingegen suchte sich eine stillen Ecke, setzte sich an einen Tisch und bestellte etwas zu Trinken. Nach einiger Zeit näherte sich eine junge Frau und setzte sich wortlos ihr gegenüber an den Tisch. Ohne sich darüber Gedanken zu machen schlürfte Sophia weiterhin an ihrem Getränk. Als die Frau dann aber einige unverständliche Worte vor sich her murmelte, begann sie Sophias Aufmerksamkeit zu bekommen. Nach genauerem Betrachten und auf Grund ihrer Haltung, wirkte sie eher Kindlich und naiv, was sie aber nicht weniger interessant für Sophia machte. Ihre ersten Worte an Sophia gerichtet waren eine Frage nach ihrer Kleidung. „Wo habt ihr denn eure Kleidung her?“ nur knapp antwortete Sophia auf diese Frage „Aus Berchgard...“ „von einer Frau oder... von einem... Mann....“ folgte prompt die nächste Frage. Unter einem leichten Schmunzeln beantwortete sie die Frage kurz mit „Von einer Frau“. Es schien die richtige Antwort zu sein, denn sie lächelte nur erfreut auf und entschloss sich dazu auch dort hin zu gehen um sich dort neue Kleidung zu kaufen. Nach einer kurzen Wegbeschreibung fand Sophia heraus dass die junge Frau wohl eine Kriegerin sein musste, da sie den Kauf einer Plattenrüstung erwähnte. Dies steigerte nur das Interesse an ihr, welches Sophia ihr gegenüber hatte. Sie zeigte zwar eine recht ungewöhnlich große Abneigung gegenüber Männern, doch schien sie eine junge aufstrebende Kriegerin zu sein, was sich im laufe des Gespräches zeigte. Noch lange unterhielten die beiden sich bis für Sophia die Zeit kam sich auf den Heimweg zu machen.
Auf dem Rückweg ging ihr die junge Frau nicht aus dem Kopf, doch nicht einmal ihren Namen wusste sie, nur dass sie erst vor kurzem in Bajard angekommen war. Am nächsten Tag beschloss sie noch einmal den Weg nach Bajard auf sich zu nehmen um ihr Glück heraus zu fordern. Direkt hinter dem Eingang zur Hafenstadt befindet sich eine kleine Feuerstelle und genau hier saß eine Person die Sophia bekannt vor kam. Nach genauerem betrachten wusste sie das es sich um die junge Kriegerin handeln musste, worauf Sophia sie gleich ansprach. Nach kurzem Geplauder stellten sich die beiden vor, Teresa Karras war ihr Name. So plauderten die beiden eine ganze Weile, auch über ihre doch so ungewöhnliche Abneigung gegenüber Männern.
Bei dem Gespräch kam Sophia eine Idee und bot Teresa an sie im Schwertkampf zu unterrichten. Schnell willigte sie ein und freute sichtlich über dieses Angebot. Auch Sophia war glücklich mit ihrer Entscheidung, denn schon lange suchte sie nach einer ehrenvollen Aufgabe welche sie anstrebte, da das ständige Jagen auch keine Lebenserfüllung darstellte. So war es beschlossen und Sophia würde sich um Teresa kümmern, sich um sie sorgen und ihr helfen ihre Fertigkeiten zu verbessern.
Nach einigen Tagen, sichtlicher Fortschritt war schon zu erkennen, kam Sophia der Gedanke ihr Können und Wissen nicht nur mit Teresa zu teilen. Nein, auch andere sollten die Möglichkeit haben bei ihr zu lernen, obgleich Bauer und Handwerker welche sich in der Selbstverteidigung mit Waffen und Schild üben wollen oder jung Krieger die eine Art Mentor suchen bei denen sie für die ersten Schritte als Krieger genug lernen können.
Eines gemütlichen Abends saßen die drei zusammen und es war an der Zeit den beiden Teresa vorzustellen, welche doch mit recht offenen Armen empfangen wurde. Ihre Vorurteile gegenüber Männer konnten schnell abgelegt werden, was Sophia erst recht freute. So verbrachten die vier einen schönen Abend zusammen und berichteten von ihren Tagen. Sophia berichtete auch gleich von den Fortschritten Teresas und erzählte auch gleich von ihrer Idee eine Art Kampfschule zu gründen. Anfangs eher skeptisch wirkten die beiden auf ihren Vorschlag, denn erforderte es viel der Planung und viel an Arbeit solch eine Kampfschule aufzubauen. Doch Sophia überzeugte sie im laufe des Abends doch den Versuch zu wagen. Die einzige Frage war nun wo man eine solche Kampfschule aufbauen könnte. Alle waren bereits Bürger Lichtenthals und somit war es eigentlich schon klar, dass ihre Kampfschule für die Bürger Lichtenthals von Nutzen sein sollte. So würde Sophia die Tage einen Brief verfassen an ihre Erlaucht Mariella von Dornwald um ihr ihre Idee vorzutragen.
Als sie dann endlich vor der Gräfin vorsprechen durfte war sie sichtlich aufgeregt weswegen sie sich öfters mal im Gespräch versprach und auch den faden verlor. Doch im verlaufe der Unterhaltung schaffte sie es die Gräfin zu überzeugen um dann nach einigen Tagen die schriftliche Bestätigung in den Händen hielt. Eifrig machten die Drei sich gleich an die Arbeit ein geeignetes Gebäude zu finden und bauten es mit viel Mühen und vor allem mit viel Gold zu einer kleinen aber feinen Kampfschule auf, jetzt war ihnen nur noch ein Hindernis in den Weg gelegt worden, die Leibwächterprüfung. Hier zu mussten sie sich erst einmal einer einer Langen und ausführlichen Schulung unterziehen welche mehrere Wochen lang andauerte. Viel wissen über die innere Strukturen des Reiches und dessen Adel wurde hierbei unterrichtet. Geografische Lagen, Grenzen des Reiches und vieles mehr wurde ebenso abgefragt wie gelehrt. Es war wirklich keine leichte Aufgabe doch merkte Sophia immer mehr wie sich Kraven und Maria distanzierten, zu sehr weigerten sie sich gegen diese Auflage der Gräfin, sie wollten doch nur ihr Wissen an junge unerfahrene Kämpfer weitergeben und sich nicht mit solch lästigen Prüfungen herumschlagen. Auch wenn ein jeder von ihnen im Anschluss den praktischen Teil der Prüfung mehr oder weniger erfolgreich beendeten, war die Motivation von Kraven und Maria nun fast gänzlich zerschlagen. Nur Sophia stellte sich auch der theoretischen Prüfung die sie nach einigen wirklich kniffligen Fragen dann doch bestehen konnte. Nun war Sophia im Besitz der Leibwächterlizens doch was nun? Maria und Kraven hatten sich anscheinend dafür entschlossen diese einmalige Chance nicht war zu nehmen und traten nie zu der Prüfung an und allmählich verschwanden sie auch auf die ein oder andere Art und Weise. Sophia spürte dieses sehr deutlich und entschloss sich ihre Kampfschule wieder zu schließen da es für einen alleine zu viel Arbeit war, nie könnte sie die Zeit und Arbeit die benötigt wird um so etwas zu leiten aufbringen. Schweren Herzens räumte sie dann das Gebäude und zog sich in ihr Haus in Berchgard zurück. Groß war es gewesen musste sie dann feststellen als nur noch sie übrig war von der kleinen Gruppe die einst aus vier bestand. Maria Torrean, eine wirklich begabte Schützin die sicher noch viel in ihrem Leben erreichen hätte können. Kraven Lasahr, ein Waldläufer der sicher eines Tages die Fähigkeiten von Maria übertrumpft hätte und sicher sein Wissen über die Natur anderen Menschen nahe bringen könnte. Und zu guter Letzt Merrik Daske, er hatte sich viel zu frühe von der Gruppe getrennt doch selbst ihn vermisste Sophia.
Etwas Trost bekam sie bei einem mit der Zeit werdenden guten Freund, Feoras Zael der mit seiner Frau Lennja in Adoran lebte. Die beiden unternahmen viel mit ihr zusammen, sei es Jagen oder nur einen gemütlichen Abend bei den beiden zu Hause verbringen. Nach einer recht ernsten Unterhaltung mit den Beiden wurde Sophia klar dass sie wieder ein Ziel, eine Aufgabe im Leben brauchte der sie mit all ihrer Kraft und Willensstärke entgegen gehen würde. So entschloss sie sich dem Lichtenthaler Regiment, wo sie auch schon die Leibwechterprüfung vollzogen hatte, anzuschließen und um dort vielleicht eine entscheidende Rolle zum wohle der Bürger Lichtenthals zu spielen. Der Weg den sie noch vor sich hatte war sicher noch ungewiss doch war der erste entschiedene Schritt als Rekrutin im Regiment für Sophia der eine der sicher bald alles ändern würde.
An einem leicht verregneten Tag wankte Sophia durch das Anwesen von Joschuar, geradewegs am Innenhof vorbei wo gerade Joschuar und seine Männer dabei waren ihrem täglichen Training nachzugehen. Ihre Aufmerksamkeit galt nun den Trainierenden für eine ganze Weile. Joschuar bemerkte dieses sogleich doch beendete er vorerst das Training mit seinen Männern. Gerade wollte Sophia wieder weiter schlendern als Joschuar sie noch gerade an der Schulter packte um sie aufzuhalten. Mit ihren noch immer Leeren Augen wand sie sich zu ihm und starte ihn an. Ohne große Worte führte er Sophia Richtung Trainingsplatz und gab ihr eine hölzerne Waffe. Recht verdutzt schaute sie nun von Waffe zu Joschuar. Er führte sei weiterhin wortlos in Richtung einer Trainingspuppe und dann führte er anfangs ihre Hand um auf die Puppe zu schlagen. Anfangs wird er ihre Hand mit langsamen und gezielten Bewegungen führen um mit der Zeit etwas schneller zu werden. Als er merkt das seine Führung mehr und mehr nachlässt, lässt er ab von ihr und musterst sie mit einem sachten schmunzeln wie sie weiterhin auf die Puppe mit langsamen Schlägen einhaut.
Nun war es eine Art Ritual von den beiden beinahe Täglich zusammen zu Trainieren, nicht nur mit der Holzwaffe sondern auch gewöhnliche Dinge wie die Eigene Körperkraft Steigern, Ausdauer Läufe zu machen und auch mit einem Schild umzugehen.
All dies führte nun dazu dass Sophia langsam aus sich heraus kam. Als Sophia dass erste mal zu Joschuar auf lächelte nach einem langen Tag des trainieren und ihn dankte, rührte ihm der Augenblick so sehr dass er sie in seine Arme schlang und eine ganze Weile drückte.
So gingen viele Wochen ins Land und Sophia reifte in ihrem Training zu einer Jungen Kriegerin heran welche es verstand mit dem Schwert angemessen umzugehen und Schläge mit dem Schild ordentlich abblocken zu können. Auch fing sie an sich etwas an den Alltag von Joschuar zu interessieren denn er als Korporal einer kleinen Stadtwache verrichtete.
Ab und zu durfte sie sogar bei täglichen Kontrollgängen durch die kleine Stadt dabei sein.
Und so kam es dass Sophia nach vielen Mondläufen diese eine Nacht scheinbar fast vergessen hat.
Ein sonniger Tag brach ein, Sophia war wie so meist noch vor allen anderen wach und machte sich schon daran ihre ersten Trainingsrunden durch die Stadt zu laufen. Gerade bei solch herrlichem Wetter machte sie gerne eine Runde durch die Stadt um im Anschluss bei einem der Fleischermeister vorbei zu schauen und dort einiges an guten Fleisch zu erstehen welches morgens noch in hülle und fülle vorhanden war. Wieder am Haus von Joschuar angekommen war dieser auch langsam aufgestanden und suchte wohl schon nach ihr. Als die beiden sich dann gegenüber standen merkte Sophia gleich an seinem ernsten Gesichtsausdruck dass wohl etwas wichtiges anstehen würde. Mit ruhigen und gut gewählten Worten begann er dann Sophia zu erklären dass es wohl an der Zeit wäre sich mehr um seine Pflichten zu kümmern und sie lernen müsste nun auf eigenen Beinen zu stehen. Schließlich war sie nun kein kleines hilfloses Mädchen mehr sondern schon eine junge Frau die genug Selbstbewusstsein entwickelt hat um dieses auch zu meistern.
Der abschied fiel ihr wahrlich nicht leicht doch hatte Joschuar Recht, so musste ihr Leben wieder selber in die Hand nehmen und ihr Erlerntes stets verbessern. Auch neue Weggefährten würde sie sicher finden mit denen sie umherstreifen kann. Denn alleine wollte sie sicher nicht mehr sein, zu sehr lernte sie dass nichts über gute Kameraden kommen darf, sei es noch so viel Ruhm oder Reichtum.
Sie verbrachte noch Zwei Tage lang bei Joschuar in denen sie sich von allen gebührend verabschieden konnte, zu ihren Ehren wurde sogar ein kleines Fest am Vorabend ihrer Abreise veranstaltet. Am nächsten Morgen brachte Joschuar Sophia zum Hafen wo ihr Schiff in wenigen Augenblicken abfahren würde. Mit einem letzten förmlichen Salut und einer anschließenden Umarmung verabschiedeten sie die beiden voneinander und einem letzten Satz von Joschuar an Sophia. „Bleibe dir stets treu und wandere stets auf dem rechten Pfad, Sophia Tanar!“
Mit einer letzten Träne der Trauer durch abschied und einem inneren Glücksgefühl Joschuar begegnen zu dürfen, blickte sie ein letztes mal zurück ehe das Schiff in ihr eine nicht unbekannte Richtung segelte, Bajard.
In Bajard angekommen fing sie anfangs an sich etwas Gold zu verdienen mithilfe ihrer angelernten Fähigkeiten. Ob es Riesenratten waren die es zu erschlagen galt oder Banditen die nahe des kleinen Fischerdorfes die reisenden Händler ausraubten. Es war keine wirklichen ehrenvollen Aufgaben, doch konnte sie so weiter ihr Umgang mit dem Schwert verbessern, etwas Gold verdienen und vor allem einigen wehrlosen Bürgern helfen.
Nach einigen Tagen traf sie sogar auf zwei Schützen die sich ihr anschloss. Maria Torean und Merrik Daske. Die drei waren ein eingespieltes Team und lernten immer mehr zusammen zu Arbeiten, ob im Kampf oder bei alltäglichen Dingen.
Nicht lange dauerte es und sie entschlossen sich zusammen ein gemeinsames Haus zu erstehen, da die kleinen Zimmer in den Herbergen Bajards auf Dauer nicht mehr geeignet für sie waren. Um dieses vorhaben in die Tat umsetzen zu können brauchte es nicht nur einiges an Gold sondern mussten sie die Bürgerschaft Adorans erwerben was sich als schwierig herausstellte. Keiner von ihnen war genaustens im Bilde was es mit dem Alumenarischen Reich auf sich hat. Nach einem Gespräch mit der Sekretärin der Gräfin von Dornwald namens Nyome Belfa, machten die Drei eine Führung durch das gesamte Lichtenthaler Reich. Nach der ausführlichen Führung und dem lernen der Gesetze war es für keinen der Drei eine schwere Aufgabe den Bürgerbrief nach erneutem Gespräch mit dem Fräulein Belfa in den Händen zu halten.
So kam es auch wenige Tage später dazu das Maria, Merrik und Sophia sich ein Haus in dem Lehen Krohnwalden mieteten und dort zusammen Lebten.
Es verging kein Tag an dem die Drei nicht zusammen auf die Jagt gingen um gemeinsam an Kampferfahrung zu gewinnen. Eines Tages trafen sie sogar einen weiteren Streiter an ihrer Seite und waren nun zu viert unterwegs. Kraven Lasar war sein Name und geübt im Umgang mit dem Bogen.
Doch sollte das nicht lange so anhalten wie Sophia schon schnell merkt. Merrik hatte sich mehr und mehr von ihnen distanziert und war immer weniger in ihrem gemeinsamen Haus gesehen. Wie sie dann eines Tages feststellen mussten war er dem Lichtentahler Regiment beigetreten und verrichtete dort als Rekrut seinen Dienst, was das frühe Aufstehen und das spätere Heimkehren erklärte. Das erfreute Sophia überhaupt nicht da er immerhin ihr Freund war, so dachte sie zum mindestens. Oder war er doch nur ein gewöhnlicher Weggefährte gewesen? Es liest sich nun mal nicht ändern und was als weiterhin zusammen auf die Jagt zu gehen, dann eben ohne Merrik, blieb ihnen übrig?
Lange lebten die Drei jetzt schon zusammen, erst in Kronwalden und dann ließen sie Merrik alleine dort zurück und suchten ein neues Heim in Berchgard. Ein jeder von ihnen verstand ihr Handwerk, Sophia beherrschte den Schwertkampf meisterlich und auch mit stumpfen Waffen hatte sie schon einiges an Erfahrung sammeln können. Maria und Kraven waren ausgezeichnete Schützen, auch wenn Maria um einiges an Können Kraven übertrumpfte.
So zogen die Drei durch die Wälder und Lande um die verschiedenen Höhlen zu erforschen in welchen sie oft auf die unterschiedlichsten Wesen trafen. Auch Dämonen, kleine und große Drachen konnten sie mit guter Zusammenarbeit, welche das Resultat vielen Trainings war, bezwingen. Es war ein erfühltes leben, den Dreien fehlte es an nichts.
Nach einiger Zeit, Sophia war nach einer langen und erfolgreichen Jagt sichtlich erschöpft, suchte sie nach einer Abwechslung. In Adoran fand sie nur überfüllte Tavernen in denen ihr zur Erholung zu viel Lärm war und so machte sie sich weiter auf der suche nach einem gemütlichen und stillen Platz. Ihr weg führte sie nach Bajard, hierher wurde sie von Feoras Zael eingeladen, welcher sich Sophia und Maria bei der heutigen Jagt angeschlossen hatte, wo sie nach einiger Zeit die kleine Taverne, von der Feoras berichtete, fand. Als sie den Laden betrat sah sie nur eine kleine Gruppe von Menschen, welche sich am Tresen sammelten. Sie hingegen suchte sich eine stillen Ecke, setzte sich an einen Tisch und bestellte etwas zu Trinken. Nach einiger Zeit näherte sich eine junge Frau und setzte sich wortlos ihr gegenüber an den Tisch. Ohne sich darüber Gedanken zu machen schlürfte Sophia weiterhin an ihrem Getränk. Als die Frau dann aber einige unverständliche Worte vor sich her murmelte, begann sie Sophias Aufmerksamkeit zu bekommen. Nach genauerem Betrachten und auf Grund ihrer Haltung, wirkte sie eher Kindlich und naiv, was sie aber nicht weniger interessant für Sophia machte. Ihre ersten Worte an Sophia gerichtet waren eine Frage nach ihrer Kleidung. „Wo habt ihr denn eure Kleidung her?“ nur knapp antwortete Sophia auf diese Frage „Aus Berchgard...“ „von einer Frau oder... von einem... Mann....“ folgte prompt die nächste Frage. Unter einem leichten Schmunzeln beantwortete sie die Frage kurz mit „Von einer Frau“. Es schien die richtige Antwort zu sein, denn sie lächelte nur erfreut auf und entschloss sich dazu auch dort hin zu gehen um sich dort neue Kleidung zu kaufen. Nach einer kurzen Wegbeschreibung fand Sophia heraus dass die junge Frau wohl eine Kriegerin sein musste, da sie den Kauf einer Plattenrüstung erwähnte. Dies steigerte nur das Interesse an ihr, welches Sophia ihr gegenüber hatte. Sie zeigte zwar eine recht ungewöhnlich große Abneigung gegenüber Männern, doch schien sie eine junge aufstrebende Kriegerin zu sein, was sich im laufe des Gespräches zeigte. Noch lange unterhielten die beiden sich bis für Sophia die Zeit kam sich auf den Heimweg zu machen.
Auf dem Rückweg ging ihr die junge Frau nicht aus dem Kopf, doch nicht einmal ihren Namen wusste sie, nur dass sie erst vor kurzem in Bajard angekommen war. Am nächsten Tag beschloss sie noch einmal den Weg nach Bajard auf sich zu nehmen um ihr Glück heraus zu fordern. Direkt hinter dem Eingang zur Hafenstadt befindet sich eine kleine Feuerstelle und genau hier saß eine Person die Sophia bekannt vor kam. Nach genauerem betrachten wusste sie das es sich um die junge Kriegerin handeln musste, worauf Sophia sie gleich ansprach. Nach kurzem Geplauder stellten sich die beiden vor, Teresa Karras war ihr Name. So plauderten die beiden eine ganze Weile, auch über ihre doch so ungewöhnliche Abneigung gegenüber Männern.
Bei dem Gespräch kam Sophia eine Idee und bot Teresa an sie im Schwertkampf zu unterrichten. Schnell willigte sie ein und freute sichtlich über dieses Angebot. Auch Sophia war glücklich mit ihrer Entscheidung, denn schon lange suchte sie nach einer ehrenvollen Aufgabe welche sie anstrebte, da das ständige Jagen auch keine Lebenserfüllung darstellte. So war es beschlossen und Sophia würde sich um Teresa kümmern, sich um sie sorgen und ihr helfen ihre Fertigkeiten zu verbessern.
Nach einigen Tagen, sichtlicher Fortschritt war schon zu erkennen, kam Sophia der Gedanke ihr Können und Wissen nicht nur mit Teresa zu teilen. Nein, auch andere sollten die Möglichkeit haben bei ihr zu lernen, obgleich Bauer und Handwerker welche sich in der Selbstverteidigung mit Waffen und Schild üben wollen oder jung Krieger die eine Art Mentor suchen bei denen sie für die ersten Schritte als Krieger genug lernen können.
Eines gemütlichen Abends saßen die drei zusammen und es war an der Zeit den beiden Teresa vorzustellen, welche doch mit recht offenen Armen empfangen wurde. Ihre Vorurteile gegenüber Männer konnten schnell abgelegt werden, was Sophia erst recht freute. So verbrachten die vier einen schönen Abend zusammen und berichteten von ihren Tagen. Sophia berichtete auch gleich von den Fortschritten Teresas und erzählte auch gleich von ihrer Idee eine Art Kampfschule zu gründen. Anfangs eher skeptisch wirkten die beiden auf ihren Vorschlag, denn erforderte es viel der Planung und viel an Arbeit solch eine Kampfschule aufzubauen. Doch Sophia überzeugte sie im laufe des Abends doch den Versuch zu wagen. Die einzige Frage war nun wo man eine solche Kampfschule aufbauen könnte. Alle waren bereits Bürger Lichtenthals und somit war es eigentlich schon klar, dass ihre Kampfschule für die Bürger Lichtenthals von Nutzen sein sollte. So würde Sophia die Tage einen Brief verfassen an ihre Erlaucht Mariella von Dornwald um ihr ihre Idee vorzutragen.
Als sie dann endlich vor der Gräfin vorsprechen durfte war sie sichtlich aufgeregt weswegen sie sich öfters mal im Gespräch versprach und auch den faden verlor. Doch im verlaufe der Unterhaltung schaffte sie es die Gräfin zu überzeugen um dann nach einigen Tagen die schriftliche Bestätigung in den Händen hielt. Eifrig machten die Drei sich gleich an die Arbeit ein geeignetes Gebäude zu finden und bauten es mit viel Mühen und vor allem mit viel Gold zu einer kleinen aber feinen Kampfschule auf, jetzt war ihnen nur noch ein Hindernis in den Weg gelegt worden, die Leibwächterprüfung. Hier zu mussten sie sich erst einmal einer einer Langen und ausführlichen Schulung unterziehen welche mehrere Wochen lang andauerte. Viel wissen über die innere Strukturen des Reiches und dessen Adel wurde hierbei unterrichtet. Geografische Lagen, Grenzen des Reiches und vieles mehr wurde ebenso abgefragt wie gelehrt. Es war wirklich keine leichte Aufgabe doch merkte Sophia immer mehr wie sich Kraven und Maria distanzierten, zu sehr weigerten sie sich gegen diese Auflage der Gräfin, sie wollten doch nur ihr Wissen an junge unerfahrene Kämpfer weitergeben und sich nicht mit solch lästigen Prüfungen herumschlagen. Auch wenn ein jeder von ihnen im Anschluss den praktischen Teil der Prüfung mehr oder weniger erfolgreich beendeten, war die Motivation von Kraven und Maria nun fast gänzlich zerschlagen. Nur Sophia stellte sich auch der theoretischen Prüfung die sie nach einigen wirklich kniffligen Fragen dann doch bestehen konnte. Nun war Sophia im Besitz der Leibwächterlizens doch was nun? Maria und Kraven hatten sich anscheinend dafür entschlossen diese einmalige Chance nicht war zu nehmen und traten nie zu der Prüfung an und allmählich verschwanden sie auch auf die ein oder andere Art und Weise. Sophia spürte dieses sehr deutlich und entschloss sich ihre Kampfschule wieder zu schließen da es für einen alleine zu viel Arbeit war, nie könnte sie die Zeit und Arbeit die benötigt wird um so etwas zu leiten aufbringen. Schweren Herzens räumte sie dann das Gebäude und zog sich in ihr Haus in Berchgard zurück. Groß war es gewesen musste sie dann feststellen als nur noch sie übrig war von der kleinen Gruppe die einst aus vier bestand. Maria Torrean, eine wirklich begabte Schützin die sicher noch viel in ihrem Leben erreichen hätte können. Kraven Lasahr, ein Waldläufer der sicher eines Tages die Fähigkeiten von Maria übertrumpft hätte und sicher sein Wissen über die Natur anderen Menschen nahe bringen könnte. Und zu guter Letzt Merrik Daske, er hatte sich viel zu frühe von der Gruppe getrennt doch selbst ihn vermisste Sophia.
Etwas Trost bekam sie bei einem mit der Zeit werdenden guten Freund, Feoras Zael der mit seiner Frau Lennja in Adoran lebte. Die beiden unternahmen viel mit ihr zusammen, sei es Jagen oder nur einen gemütlichen Abend bei den beiden zu Hause verbringen. Nach einer recht ernsten Unterhaltung mit den Beiden wurde Sophia klar dass sie wieder ein Ziel, eine Aufgabe im Leben brauchte der sie mit all ihrer Kraft und Willensstärke entgegen gehen würde. So entschloss sie sich dem Lichtenthaler Regiment, wo sie auch schon die Leibwechterprüfung vollzogen hatte, anzuschließen und um dort vielleicht eine entscheidende Rolle zum wohle der Bürger Lichtenthals zu spielen. Der Weg den sie noch vor sich hatte war sicher noch ungewiss doch war der erste entschiedene Schritt als Rekrutin im Regiment für Sophia der eine der sicher bald alles ändern würde.