Ein neues altes Leben? (RP Geschichte)

Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Wiedereinmal war Xinthra dabei Erinnas Leben zu retten. Es war ja nicht das erstemal seid die zwei sich kannten. Erinnas Körper rächte sich langsam dafür das Erinna kaum gegessen hatte seid Mikis Tot und sich dennoch weiterhin angestrengt hatte. Sie war an der Grenze angekommen, so weit war sie noch nie gewesen.

Sie hatte sich auf den Hocker gesetzt und Xinthra angesehen als wäre ihr schwindelig. Reden wollte sie, aber sie schaffte keinen Ton, sie kippte einfach vom Hocker, die Augen verdrehend und schliessend. Xinthra legte sie in die Felle und handelte instinktiv nachdem Erinna anfing zu würgen sobald sie auch nur irgendwas Essbares roch.

Xinthra kramte eine saubere Flasche hervor, zerschnitt einen Handschuh in dessen spitze des Fingers vom Handschuh ein kleines Loch machte. Den Handschuhfinger befestigte sie am Flaschenhals so das er im Grunde wie ein Sauger darüber lag. Dann füllte sie warme frische Milch von einer der herumlaufenden Ziegen hinein. Geschwächt und schwach atmend lag Erinna in den Fellen, als Xinthra sie mit dem Flaschensauger an den Lippen berührte. Instinktiv öffnete Erinna den Mund und musste automatisch schlucken als die Milch ihr in den Hals tropfenweise rann. Langsam saugend trank sie die Flasche halb leer und schlief wieder erschöpft ein.

Das ganze wiederholte Xinthra mehrmals die Nacht. Morgends stand Erinna auf und fühlte sich frischer als die letzten Tage. Das währte aber nur kurz. Nachdem sie mit Impa jagen war, auf Alliestra in Berchgard traf und mit jener noch eine Weile sprach, danach mit Impa zum Zelt ging, Eldir zu Besuch kam, Impa wieder wegmusste und schwer verletzt wiederkam, Erinna die Wunde versorgt hatte und nachdem Impa wach wurde, weil Erinna sie nicht rauslassen wollte die Türe eintrat, der ganze Besuch dann weg war, sie den ganzen Tag keine Zeit fand irgendwas zu essen, brach sie erschöpft schwach wieder zusammen und die Prozedur mit der Flasche begann von vorne.

Dankbar ruhte ihr Blick auf Xinthra. Dann schlief sie wieder ein tief, fest und traumlos. Nachts weckte Xin sie immer wieder leicht und hielt ihr die Flasche geduldig an die Lippen. Bis zum Morgen und noch bis zum Mittag wiederholte Xinthra es. Erinnas bleiches käsiges Gesicht nahm dabei langsam, ganz langsam, wieder die normale weiss marmorartige Farbe an.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Nur langsam ging es mit ihr wieder aufwärts. Mit Mühe gelang es ihr langsam zumindes etwas Lammfleisch zu essen. Die meiste Zeit des Tages verbrachte sie noch zu Hause im Zelt. Die Nachricht das Luczilla sie umbringen wolle, verwirrte sie doch arg. Erfuhr sie doch erst gestern das Luczilla einmal Ciesa fast ertrinken liess, weil sie ihr nicht die schwere Rüsste ausziehen wollte, warum fing dann Luczilla nichtmal bei sich selber erst an. Nachdenklich sass sie vor einem neuen Bild. Lange schaffte sie noch nicht den Arm hochzuhalten mit dem Pinsel, aber dennoch, sie wollte malen und dabei nachdenken.

Sie erinnerte sich noch wie Luczilla mal gesagt hatte ein Amarth sei immer perfekt und unverwundbar. Luczilla stellte sich also auf eine Stufe mit den Göttern, ob jenen das so gefiehl? Das Luczilla nach all den Monden ihr noch immer die Schuld gab machte sie eher melancolisch. Sie schweifte mit den Gedanken zu Ronya und Miki ab. Sie hatte gestern gehört das es im Waisenhaus wieder Trubel um ein Kind gab. Warum stritten die Erwachsenen sich immer um Kinder? Jetzt musste es nur noch einen Schreiner geben, der ihre Zelttüre wieder reparierte. Sie dachte darüber nach, was Falk und Caillean wohl zu dem Brief von Xinthra sagen würden.

Innerlich sehnte sie sich gerade in solchen Momenten wie den jetzigen nach dem Clan, nach den Starken Armen von Falk wenn er sie umarmte und nach den sanften Händen von Caillean wenn sie durch das Haar wuschelte. Aber sie war kein Kind mehr, sie war eine Erwachsene. Sie vermisste manchmal Nachts Viola neben sich, dann stand sie meistens auf und shlief im Wald unter einem Baum. Jetzt wo es wärmer war schlief sie eh meistens im Wald, sobald Xinthra schlief.

Dann dachte sie auch an Lauri, die ihr Kind bald erwartete. Tim hatte gesagt das es eigendlich schon da sein müsste und ihre Gedanken glitten zu Caillean. Wie es ihr und dem kleinen Ulfaar wohl ginge, war das Kind schon auf der Welt? Ob man schon die Tritte im Bauch fühlen konnte? Gerne würde sie ihre Hand an Cailleans Bauch legen und es auch mal fühlen. Bei solchen Gedanken vermisste sie Caillean und Falk fast schon schmerzhaft und sie schloss die Augen und träumte sich selber wieder nach Grimwould. Sie roch dann wieder das moosbehangene Holz, die Felle, das Feuer und die anderen Claner. Sie spürte dann wieder die Wärme von Grimwould. Seufzend öffnete sie dann die Augen und fror im ersten Moment. Im Zelt war es zwar nicht kalt, aber auch nicht so warm wie im Clan.

Sie blickte zum Vorhang hinter dem Xinthra schlief und lächelte sanft. Ohne Xinthra wäre sie vielleicht schon tot und ausserdem liebte sie jene Frau doch. Die zwei hatten sich gestern gestritten, sie und Xinthra. Xinthra wollte unbedingt an ihrer Seite sterben sollte Luczilla sie töten wollen. Erinna verstand das einfach nicht. Begriff Xinthra denn nicht das sie sie nur schuetzen wollte und lieber alleine starb als in den Hallen nach dem Tode sich ewig Vorwürfe zu machen. Sah Xinthra denn nicht das Leben? Es gab so vieles im Leben wofür es sich lohnte zu leben und wegen der dummen Liebe das alles einfach wegwerfen? Das verstand Erinna einfach nicht und wollte es auch nicht verstehen. Es war etwas zwischen ihr und Luczilla, da hatte Xinthra nichts bei zu suchen.

Langsam nahm das Bild gestalt an. Es wurde ein wunderschönes, mit Efeu behangenes Holzhaus. Es ähnelte leicht Grimwould nur in kleinerer Ausführung und davor lag ein schöner Garten, mit Kräutern und Gemüse und einem Teichund vielen Blumen und Bäumen.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Maaah

Entfuhr es ihr als sie Caillean vor ihrem Zelt sah. Schnell trat sie auf sie zu und wollte sie umarmen, abe dann zögerte sie unsicher.

Eri!


Caillean nahm sie einfach in den Arm und hielt sie ganz fest an sich gedrückt. Wohlig kuschelte Erinna wie früher ihre Nase an Cailleans Hals.

Magst du... mit reinkommen?

Gerne

Antwortete Caillean und war innerhalb des Zeltes überrascht über die Art des Eingerechtetem. Leicht stolz sagte Erinna das sie es selber so eingerichtet habe, als sie Cailleans überraschten Blick sah. Caillean hatte Essen aus Grimwould mitgebracht und am liebsten hätte Erinna sich darauf gestürzt. Irgendwie wollte ihr Magen aber nicht. Sie hielt stark an sich, sich nicht zu übergeben und überwand sich sogar etwas Vogelfleisch zu essen. Irgendwie belief sich das Gespräch auf Luczilla und Xinthras Wille an Eris seite zu sterben. Erinna knurrte Xinthra an und jene verliess das Zelt, Caillean ging ihr nach und Eri blieb mit Eldir alleine im Zelt.

Innerlich war Eri den Tränen nahe. Eldir stellte sich hinter sie und massierte ihr die Schultern.

Es ist leichter einen Tot zu überwinden, als jene Menschen die man liebt und noch leben nicht mehr sehen zu können Eldir. Für mich ist Mikis und Seymours tot leichter als das getrennt sein vom Clan

So ähnlich sprach sie zu Eldir. Er massierte ihr die Schultern weiterhin und es tat Erinna gut. Ihre Mah rief von draussen das sie was essen solle den Vogel bis auf die Knochen. Schnell warf Erinna den Vogel dem Wolf vor die Schnautze und sammelte danach die Knochen wieder ein. Jene legte sie sorgsam auf den Tisch, aber Caillean konnte man einfach nicht betrügen.
Caillean Hinrah

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Ihr Herz ging ihr auf als Erinna sich in ihre Arme warf, wenn auch noch leicht zoegerlich. Sie schluchzte auf. Wie toericht von ihr anzunehmen, dass das Band zwischen ihr und Erinna so leicht zu durchtrennen war. Sie fuehlte den duerren Koerper von ihrem Kind und war erschuettert.

Hartnaeckig wie Muetter eben sind beorderte sie sie zum Essen, in dem Ton der keine Widerrede duldete, den eine Mutter ihrem Welpen gegenueber sich befleissigen wuerde. Es kam ihr ganz natuerlich und unbewusst rueber und sie dachte gar nicht daran, dass Erinna wiedersprechen wuerde.

Mutterfreuden!

Sie beruhigte dann noch Erinnas Gefaehrtin, nahm sie in den Arm und wiegte sie sachte, als waere sie Erinna, die so aufgeloest neben ihr sass.
Auch sie hatte einmal aus vollem Herzen eine Frau geliebt. Sie konnte ihren Wildfang dafuer nicht verurteilen.

Wenngleich sie wusste, dass sie Erinna in der Oeffentlichkeit nicht laenger als ihr Kind betiteln konnte. Ihr Herz sprach Baende. Stumm. Schreiend. Wehklagend. Unbarmherzig schwieg Falk, was ihr nur noch mehr Kummer machte. Doch er erwies ihr zumindest den Respekt, wenn er ueber Erinna Nachricht erhielt, es an sie weiterzutragen. Es machte es schwerer und leichter zugleich.

"Wie kannst du es wagen mir mein Kind zu nehmen!" war damals ihre erste Reaktion gegenueber Falk. Stur. Wuetend.
Und jetzt wusste sie fuer gewiss. Erinna wuerde fuer sie immer ihre Tochter bleiben. Doch dieses Gefuehl wuerde sie fuer sich behalten. Es tief, tief in sich vergraben.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Sie schoss an Cailly vorbei und brachte das Tier nur mit Mühe zum Stehen. Kaum das das Tier stand sprang sie runter und gab Cailly ein Buch in die Hand. Caillys Worte danach lösten die Nervösität bei Erinna nicht gerade auf. Das Cailly sie wie früher in den Arm nahm beruhigte sie etwas. Es gab ihr dieses Gefühl von Sicherheit, so wie früher, wenn Cailly oder Falk sie in den Arm genommen hatten.

Von Cailly aus ging es in halsbrecherischem Tempo weiter nach Varuna, noch im Gallop sprang sie ab und blickte zu Xinthra die da mit zwei Kindern an der Taverne sass. Marel kannte sie aber das Mädchen dabei war ihr unbekannt und irgendwie spürte sie auch das jenes Angst vor ihr hatte. Innerlich seufzte sie. Dann erblickte sie Darna und auch ihr gab sie das Buch zu lesen. Darnas ruhige militärische Ruhe gab auch ihr ein wenig Ruhe. In Gedanken fragte sie sich wie es jene junge Frau schaffte so gelassen und ruhig zu bleiben.

Sie setzte sich zu Xinthra und den beiden Kindern, ihr Blick schweifte immer mal zu dem Mädchen rüber, dass ängstlich näher an Marel rückte. Eri reichte Xinthra ebenfalls das Buch und ging dann erstmal zu Marel, jenen vernünftig und auf ihre Weise sanft umarmend. Sie blickte auf als sie Hufe hörte und sah zu Ronya. Auch ihr gab sie das Buch und verfolgte wie deren Blick sich verfinsterte. Die beiden beratschlagten sich leise, so das die Kinder davon nichts mitbekamen. Als Ronya wegging schlug Erinna Murmelspielen vor, als das Mädchen das sich als Lise herausstellte, meinte es sei Öde.

Lise wollte dann zum Waisenhaus zurück und Erinna meinte das sie sie begleiten würde. Wenn jemand sie mit den Kindern gesehen hatte, dann war es besser das sie jene nicht alleine gehen liess. Schweigend brachte sie die Kleine ohne Zwischenfälle zurück zum Haus. Sie wusste nicht worüber sie mit einem Kind reden konnte. Nach Seymours Tot fiehl ihr sowas schwer, auch zu der Zeit als so noch in Varuna gewohnt hatte und Marel sie viel besuchen kam. Jetzt nach Miki's Tot fiehl es ihr noch schwerer. Sie wusste nicht was sie mit ihnen anfangen sollte. Das Lise sie anlächelte bevor sie ins Haus ging brachte Erinna nur zum Nachdenken.

Xinthra lief ihr mit Marel über den Weg als sie ihren Mustang holen wollte. Kurz entschlossen packte sie sich den Jungen und wirbelte ihn über ihren Kopf und warf ihn dann zu Xinthra rüber. Mit Marel war es leichter, er war ein Junge, den musste man nicht mit Wattehänden anfassen. Mädchen, waren da schon schwerer. Wie ging man mit denen um? Erinna wusste es nicht. Als Marel ebenso im Haus war und Erinna ihren Mustang geholt hatte fragte Xin sie wohin es jetzt ginge. Aus Vorsicht herau zuckte Erinna nur mit den Schultern, aber ihr Blick war in Richtung der Zelte. Xinthra erwähnte darauf laut das man ja nach Hause zu den Zelten reiten könne. Innerlich stöhnte Erinna auf und trieb ihren Mustang zu Höchstleitung an.

Zu Hause beschloss sie sich sich hinzulegen. Sie war müde, diese ganze Aufregung hatte sie erschöpft. Sie gönnte sich nur einen Schluck Wasser um dann nachdenklich sich mitsamt ihrer Rüsstung in die Felle zu legen. Sie wollte nicht im Falle des Falles ungeschuetzt daliegen.
Xinthra

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Der Tag begann schon wundervoll, mit Regen. Bis zum Abend hin sollte sich jener immer mal wieder bemerkbar machen. Immerhin, als die Zelte abgebaut und abtransportiert wurden, um an ihrem neuen Standort wieder aufgebaut zu werden, regnete es nicht. Kaum waren die Zelte eingerichtet, verschwand Erinna, wahrscheinlich ging sie jagen. Xinthra saß alleine am Tisch im Zelt und überlegte, was sie wohl machen könnte. Auch jagen.. nein, darauf hatte sie keine Lust. Holz hacken, ja das ist eine gute Idee. Holz kann man immer gut gebrauchen, und wenn es nur zum Verkauf geschlagen wurde. Außerdem hatte sie die Lust gepackt, ein paar Pfeile zu machen. So hackte sie sich durch den Wald nahe Bajard.

Eldir lief ihr über den Weg. Er hatte die fehlenden Zelte bemerkt und war wohl auf der Suche nach den beiden gewesen. Kurz unterhielten sie sich, dass sie nun umgezogen seien, dass es ihnen gut ginge, er sich keine Sorgen machen brauche aber dass sie auch nicht verraten werde, wo der neue Standort sei. Aber Eldir war ein pfiffiger Bursche, er würde die Zelte auch selbst finden. Nachdem sie sich verabschiedet hatten, hackte Xinthra noch etwas mehr Holz und kehrte dann zurück zu den Zelten. Dort machte sie sich gleich daran, die Äste zu Schäften zu schnitzen.

Nach einigen Fehlversuchen schien sie den Bogen heraus zu haben und so verwandelte sie den ganzen Haufen Holz den sie hatte in etwa gleich große Holzschäfte, die sie vorne spitz schnitzte. Hinten erhielt jeder Schaft eine Kerbe. In jede dieser Kerben steckte sie zwei Federn, die seitlich etwas herausguckten. Ihren ersten Pfeil begutachtete sie stolz. Wie würde er wohl fliegen, was würde er treffen, würde er überhaupt treffen? Er würde wahrscheinlich von Erinna geschossen werden. Sie nahm sich mehr Federn aus der Schublade und fertigte noch mehr Pfeile, insgesamt sollten es 300 Stück werden, bis Erinna wieder zurückkehrte. Freudestrahlend präsentierte Xinthra ihr das Werk. Ein leichtes Lächeln ging von ihr aus, doch es währte nur Kurz, als sie dann bemerkte, dass Xinthra ihren ganzen Federvorrat geplündert hatte. Jene versprach, neue Federn zu sammeln.

Wahrscheinlich war dies dann Ausschlaggebend dafür, dass Erinna auf einmal den Vorschlag machte, dass Xinthra doch ein eigenes Zelt beziehen sollte. Ein eigenes Zelt? Was soll das denn jetzt? Jetzt waren sie gerade erst umgezogen und hatten sich Luczilla entzogen, dachte sie daran, Xinthra in ein eigenes Zelt zu stecken? Sie empfand die Aussage, jeder brauche mal Freiraum und etwas Eigenes als eine Ausrede. Aber so wie sie Erinna kannte, würde diese nicht locker lassen. Also stimmte sie zu. Das hieß dann wohl auch dass Erinna alleine schlafen wollte, alleine essen, alleine leben, alles alleine machen wollte, wenn ihr danach war. Xinthra fühlte sich im Weg. Sie ging zu ihrem Schrank, warf sich eine Robe und einen Umhang über und verließ das Zelt. Kurz umgeschaut verschwand sie im Wald und kauerte sich unter zwei Bäumen zusammen, dort war es Trocken, denn die Baumkronen überschnitten sich. Einige Minuten kauerte sie da, fühlte sich sogar etwas wohl, als sie ein lautes Knurren vernahm. Es war noch ein gutes Stück weg, aber sie vernahm es deutlich, es kam auf sie zu. Xinthra rannte, was ihre Beine hergaben und gelangte wieder zu den Zelten.

Natürlich regnete es mal wieder. Sie kauerte sich neben em Zelteingang zusammen, kroch so zusammen, dass man von außen nur den Umhang und die Robe erkennen konnte, es sah so aus wie ein Haufen vergessener Wäsche. Durch den Regen durchnässte ihre Kleidung schnell, selbst jene die sie unter der Robe trug war bald nass und entzog ihrem Körper die Wärme. Sie zitterte schrecklich, fror, aber sie wollte nicht wieder ins Zelt hinein. Irgendwann hörte sie jemanden vorbeigehen, kurz darauf vernahm sie Erinnas und Ronyas Stimme. Sie unterhielten sich, sie lachten und scherzten miteinander. Als Ronya bemerkte, vor dem Zelt läge ein Haufen alter Wäsche, meinte Erinna nur dass es Xinthra sein müsse und erzählte davon was Xinthra getan hatte, als Erinna ihr von dem eigenen Zelt erzählt hatte. Scheinbar war das ein Vorschlag von Ronya gewesen.

Wie kann sie mir nur in den Rücken fallen, dachte Xinthra. Sie lauschte weiter den Gesprächen, während das Wasser nur so von ihren Klamotten lief. Es hatte mal wieder aufgehört zu regnen. Die beiden unterhielten sich weiter, doch nicht über Xinthra. Die brauchen mich garnicht, murmelte diese leise. Sie würde nicht im Wald aushalten, meinte Erinna. Spätestens in dieser Nacht käme sie wieder in die Felle gekrochen, behauptete sie. Das war zuviel. Was sollte das, fragte sie sich. Anstatt sich zu fragen, warum Xinthra immer noch bei ihr war, trotz Erinnas manchmal unerträglicher Art, warum sie ihr immer wieder half, erst kürzlich. Hatte sie denn vergessen was sie sich versprochen hatten? Füreinander da zu sein? Und was war jetzt? Erinna wollte anscheinend nur geben was sie wollte, aber nehmen was sie konnte. Wurde es ihr zuviel, rannte sie weg und kam wieder, wann es ihr passte, aber Xinthra war wie ein Esel immer da geblieben, hatte ignoriert dass Erinna sie als dummen Städter beschimpft hatte, sah über alles hinweg. Aber dass sie ihr nicht einmal dies zutraute, dass sie eine Nacht im Freien verbringen könnte, war ihr zuviel. Doch es regnete inzwischen wieder, und Ronya kam heraus. Auch sie sagte, dass Menschen manchmal was Eigenes brauchen um allein zu sein. Und wieder gab Xinthra klein bei. Sie kam ins Zelt, aber sagte nichts, nachdem sie sich umgezogen hatte und mit den beiden am Tisch saß. Ronya meinte, die beiden sollten mal eine Nacht darüber schlafen und dann in Ruhe darüber reden. Was gibt es noch zu reden, dachte Xinthra. Selbst als Erinna sich schlafen gelegt hatte nachdem Ronya gegangen war, sprach Xinthra kein Wort. Sie nahm sich zwei Felle aus einer Kiste, legte eines vor die Staffelei, legte sich darauf und deckte sich mit dem anderen Fell zu. Lange Zeit blickte sie auf den Vorhang hinter dem Erinna lag und schwieg. Irgendwann dann hörte sie nur noch ein leises Atmen. Xinthras Blick wanderte im Zelt herum, bis sie in zwei verdutzte Katzenaugen blickte. Mau, machte sie und hopste Xinthra auf den Bauch. Schnurrend versank die Katze im Schlaf, als Xinthra ihr hinter den Ohren kraulte. Das Schnurren der Katze beruhigte ihr Herz und ließ sie nach einer ganzen Weile doch noch einschlafen. Vermutlich hatten die beiden wieder mal Recht.
Erinna Hinrah

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Irgendwie tat ihr dieser Schritt selber weh, aber sie merkte das es so nicht weiter gehen konnte. Kaum verliess sie das Zelt und stand einfach nur da, in die Ferne blickend, stand Xinthra neben ihr, nahm sie in den Arm, herzte sie, legte einen Arm um sie. Es war ihr zuviel. Sicher sie liebte Körperkontakt, aber hiess es, dass wenn sie mal das nicht wollte, das sie sich in eine Jagt flüchten musste? Sie wusste was Xin für sie getan hatte, mehr als Dankbar sein konnte sie nicht. Hatte Xin denn nicht gemerkt das sie selber auch viel Jagen war damit die Rüsste bezahlt werden konnte? Was erwartete Xinthra denn?

Sie wollte mal für sich sein, abschalten, ohne gleich wieder einen Körper an sich dran zu spüren, ohne den Atem eines anderen im Raum, ohne das jemand sie dauernd ansprach und dann geknickt war wenn sie lieber schwieg. Beziehungen konnte zu Bruch gehen wenn man aufeinanderhockte wie die Kletten an einem Baum, sie konnte aber auch zerbrechen wenn man sich nie sah, aber im Moment war es Erinna einfach zuviel. Ronya kannte sie, sie wusste das Erinna ging und kam normalerweise, sie wusste auch das Erinna manchmal redete wie ein Wasserfall und dann wieder ewig lange schwieg.

Xinthra dachte jetzt bestimmt das Erinna sie nicht mehr lieben würde, aber das war falsch. Sie liebte sie nach wie vor, aber hiess liebe das man aneinander dauernd anfasste? Immer umarmte, küsste, Arm umlag, Hand hielt und so weiter? Sie hatte sich gefreut über die Pfeile und es tat ihr hinterher auch leid das sie Xin im Grunde angefahren hatte wegen der Federn. Sie wollte jene bis 2000 Gesammelt haben, davon dann 1050 Pfeile machen und den Rest für Federttränke benutzen. Man würde sehen was der Tag bringen würde wenn Xinthra aufwachte. Unruhig hatte Erinna geschlafen, immer wieder war sie wachgeworden. Irgendwann stand sie wie immer auf und rollte sich in der Nähe unter einen Baum zusammen und schlief dort weiter. Wenn es nur nach ihr ginge, hätte sie gar kein Zelt, sondern würde unter freiem Himmel leben. Sie hatte das Zelt auch für Xin gewollt, damit jene nicht im Freien schlafen musste und vielleicht wieder krank wurde. Sie war dafür viele Stunden jagen gewesen, Xin hatte das Holz gehackt und Ronya hatte den Stoff besorgt. Ronya hatte gestern auch die Kisten geknackt und neue Federn ihr gegeben. Sie hatten nicht über Xinthra gesprochen, weil Erinna einfach mal nicht über sie reden wollte, sie wollte Ronya nicht nerven und sich selber auch nicht. Sie wollte einen Moment abschalten, mal an was anderes denken als an Xinthra und Luczilla. Das Ronya dnan kam und sie zum Lachen brachte, dafür war Erinna unendlich dankbar. Es waren einige Minuten lang einfach Minuten in denen nicht Xinthra die Hauptrolle in ihren Gedanken spielte und es tat ihr gut.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Manchmal fühle ich mir benutzt hier...

Es reichte. Erinna stand auf, sie hatte an der Zeltwand gehockt und nachgedacht, dabei hatte sie die Gespräche innen gehört. Xinthra fühlte sich also benutzt? Sie hatte alles für diese Liebe zu Xinthra aufgegeben und die fühlte sich nur benutzt? Zornig ging sie ins Zelt und raffte sich ihren Mantel zusammen.

Da, jetzt passiert es schon wieder

Sie holte tief und und fuhr Xinthra an

Halt.... den Mund... Xinthra!

Brachte sie hervor in der Bemühung nicht auf Xinthra zuzustürmen und sie zu Boden zu schlagen. Xinthra hatte auch gesagt das sie ihr nicht vertrauen konnte, es noch nie getan hatte, aber ihr hatte sie in Varuna gesagt das Liebe nicht ohne Vertrauen ginge, sie hatte gut reden. Von anderen verlangen, aber selber nicht können. Erinna hatte sich von ihr erdrückt gefühlt. Ging sie nach draussen, war Xinthra ihr ständiger Begleiter gewesen. Sie ging Xinthra immer mehr aus dem Weg, erzählte ihr immer weniger. Lange und auch hart war das Gespräch. Weinend kniete Xinthra vor ihr, Erinna wollte nicht weich werden, wenn sie endlich wieder die Freiheit haben wollte musste sie endlich den Schritt gehen. Xinthra hatte ihr oft das Leben gerettet das rechnete sie ihr auch hoch an, aber das war in einer Gemeinschaft auch üblich, man tat es ohne etwas zu verlangen. Verlangte Xinthra nun das sie aus Dankbarkeit nie mehr von ihrer Seite wich? Nicht mehr in ihren geliebten Wald alleine ging? Liebe konnte zerstört werden, wenn man sich zu sehr einengte und die Worte das sie sich nur benutzt fühle und kein Vertrauen zu Erinna habe war der letzte Tropfen des vollen Fasses. Sie hatte den Nebelwald, den Clan und Grimwould aus Liebe aufgegeben und dafür fühlte Xinthra sich nur benutzt. Für Erinnas Verständniss bedeutete benutzt auch missbraucht. Hatte Xinthra sich Nachts in den Fellen etwa missbraucht gefühlt? Kraftlos Kniete Erinna am Boden des Zeltes als Xinthra ihre Sachen gepackt hatte und gegangen war. Sie weinte nicht sie sagte nichts in ihr wuselte nur ein einziger Satz.

Manchmal fühle ich mir benutzt hier...
Xinthra

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Manchmal fühle ich mich benutzt hier

Das hatte sie gesagt, ohne zu wissen dass Erinna draußen am Zelt hockte und mitlauschte. Vielleicht hätte sie besser darüber nachdenken sollen, bevor sie es sagte. Doch all der aufgestaute Gram kam in ihr hoch, als Erinna wieder einmal das Zelt verließ, ohne irgend etwas zu sagen. Verstand sie nicht, dass sie durch das ewige weglaufen und nichtssagen Xinthras Herz verletzte? Xinthra wusste, dass Erinna ihre Freiheit liebte und wollte sie darin auch so wenig wie möglich beschneiden. Doch sie hatte immer diese Ungewissheit, auch wenn Erinna immer wieder sagte dass sie auf sich aufpassen könne. Ihre Eltern waren auch gestorben und sie konnten auf sich aufpassen. Sie waren verbrannt, Xin hörte ihre Stimmen damals.

Doch den Kummer den Erinna ihr zufügte, schien sie nicht zu kümmern. Sie ging weiter einfach weg, ohne etwas zu sagen, schlief im Wald, verhielt sich abweisend, sagte aber nicht warum. Da brach sie dann vor Hunger zusammen, und Xinthra kümmerte sich um sie. Erinna suchte auf einmal wieder ihre Nähe, sie duldete dass Xinthra sie anfasste, dass sie sie sogar fütterte, was ihr sehr peinlich zu sein schien. Doch kaum war Erinna wieder bei Kräften, ging es wieder weiter. Xinthra sollte wieder still sein, durfte sich nicht sorgen, durfte sie nicht anfassen, durfte sie nicht küssen, was sie durfte war, Erinna nicht in ihrer Freiheit zu stören.

Erinna hatte doch nie wirklich versucht, sie zu verstehen. Es ging oft nur darum, dass sie ihre Freiheit wollte und dass Xinthra das zu akzeptieren hatte. Wie sollte sie da Vertrauen aufbauen? Aber auch das verstand Erinna nicht. Man sorgt sich doch um den, den man liebt, mehr als um jemand, der nur ein Freund ist. Egal was Xinthra tat, es schien falsch zu sein. Warum sollte man sich da nicht benutzt vorkommen, wenn einem vorgeworfen wird man habe keine Ahnung, man sei nur ein Städter, man solle doch still sein, aber dann zur Stelle sein darf, wenn es passt.

Hatte Erinna ihr eigentlich je das Gefühl gegeben, sie für Voll zu nehmen? Nach einiger Zeit der überlegung kam Erinna zur Überzeugung, dass das Anfangs vielleicht so war, aber dass das schon in Varuna seinen Anfang genommen hatte. Sie hatten sich gegenseitig viel anvertraut. Natürlich hatte jeder Geheimnisse, aber Dinge die sie beide betrafen sollten geteilt werden, und damals fing es schon an, dass Erinna auf ihr Freiheitsrecht pochte.

Das häufte sich in den letzten Wochen, auch schlief sie woanders. Ja, sie hatte den Clan für sie verlassen. Sie hatte auch gesagt, die Rüstung die Xinthra nun habe, hätte sie bezahlt. Xinthra wusste es besser. Sie hatte das Gold selbst zusammengespart. Sie hätte diese Rüstung auch gar nicht erst angenommen, wenn es nach ihr gegangen wäre, sondern hätte erst das Gold erspart.

Auch war es ihr zu früh gewesen, dass die beiden zusammen zogen. Xinthra hätte sich gewünscht, dass die beiden erst einmal eine Zeit miteinander verbringen, sie jedoch nicht gleich alles hinwirft, den Clan, ihre Familie, die Trauer auf sich nimmt, verstoßen zu werden. Es hätte sich früher herausgestellt dass es nicht passte und Erinna hätte noch ihren Clan gehabt.

So war es nun zu spät. Tief in sich wusste Xinthra, dass sie nicht die alleinige Schuld am Scheitern hatte, doch sie verbarg dies in sich und nahm sämtliche Schuld auf sich selbst, denn sie wusste, Erinna wäre zu stolz um zuzugeben dass sie Fehler gemacht hätte.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Xinthra lebte wieder im Lager in einem eigenen Zelt. Sie und Erinna schlossen gute Freundschaft, jedoch wollte Erinna es nicht zu nahe kommen lassen. Viel Zeit verbrachte Erinna jetzt im Wald, es war Nachts nicht mehr am gefrierpunkt kalt und so schlief sie auch immer häufiger dort.

Sie liebte die Umgebung, die Tiere die Stille, die Sterne. Manchmal ging sie auch einfach nur durch den Wald und sammelte herumliegendes Holz ein. Altes totes Holz, es war nicht morsch, fest und stark. Man hätte mit jenem Holz wohl jemanden locker erschlagen könne, es war genau das richtige Holz für ihre Pläne und die der Gruppe.

Nachts ging sie viel jagen bis sie müde war. Lyannas Geschenk liebte sie irgendwie, den Degen. Er war so schön leicht und doch effektiv.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Ihr könnt gerne hierbleiben

Waren Ronyas Worte bevor jene sich in ihrem Zelt hinter den Vorhang begab zu ihren eigenen Fellen. Erinna brachte Eldir nach draussen und verabschiedete sich, danach huschte sie in ihr eigenes Zelt. Seit Lyanna weg war war es einsam in dem grossen Zelt, nichtmal die Anwesenheit von Drago, ihrem Wolf und ihrer Katze, konnte da nicht hinweghelfen.

Als sie leieses Schnarchen von nebenan vernahm verliess sie ihr Zelt wieder und schlich lautlos in ronyas Zelt zurück. Lange stand sie da und starrte zögerlich auf den Vorhang. Dabei musste sie wiedermal an Caillean und Falk denken. Nach einer Weile schlich sie sich lautlos hinter den Vorhang und rollte sich auf eine kleine Ecke von Ronyas Fellen zusammen.

Ronyas Atem hörend und lauschend schlief sie irgendwann friedlich ein ohne auch nur einmal schlecht zu träumen. Ronya war für sie so etwas geworden wie es mal Falk war. eine Person zu der sie aufschaute und von der sie gerne lernte. Eine Person hinter der sie felsenfest stand und mit allen Mittel verteidigen würde.

Sie schlief noch als Ronya wach wurde und auch dann noch als der Nachmittag sich schon neigte. Man konnte merken das sie eine Menge an Schlaf nachholte. Scheinbar hatte sie seit einigen Tagen schlecht bis kaum geschlafen und als sie jetzt einfach nur normale Nähe spürte schlief sie fest und ruhig wie ein Stein.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Sie wusste, sie musste lernen mit Veränderungen fertig zu werden,
wenn es doch nur nicht so verdammt schwer wäre.
Viele Dinge gingen ihr durch den Kopf, ihre
leibliche Mutter schien das Land wieder verlassen zu haben.
Caillean hatte sie auch schon länger nicht mehr gesehen und
zu Falk merkte sie konnte sie nicht mehr das aufbauen was
einst mal gewesen war. Ohne zu wissen warum
fühlte sie sich unendlich alleine, auch wenn sie jetzt
bei den Gefährtinnen des Waldes war. Es gab irgendwie keinen
mehr der für sie sowas wie eine Mutter oder einen Vater sein konnte
und Ronya wollte sie nicht mit so einem Kinderkram
belästigen.

Jedes Kind sehnte sich nach jemanden an den es sich wenden konnte,
sie war kein Kind mehr, bei weitem nicht mehr, aber dennoch fühlte sie sich so.
War ihre Libe zu Xinthra nur die Sehnsucht nach Halt gewesen? Nach
jemanden an den sie sich ankuscheln konnte? Und Lyanna war sie
einfach nur ein Vergnügen gewesen? Erinna dachte sehr viel
nach, seit sie alleine im Zelt lebte. Meistens sass sie einfach nur da
und dachte nach. Was um sie herum geschah bemerkte sie kaum.
Sie fing an, wie damals die Traditionen, sich selber zu hinterfragen.
Erinna wollte wieder jemanden der ihr den Finger reichte und
den Weg zeigte.

Wenn sie morgends aufwachte, dann blickte sie
sich in dem leeren Zelt um und stand seufzend auf.
Still wusch sie sich und versorgte ihre Tiere.
Drago, der spürte das sie ernster geworden war und
stiller, blickte sie immer aus seinen nahe beieinander stehenden Augen
an als frage er sich wie er ihr helfen könne. Die Katze wurde langsam immer
dicker, weil Erinna das Loch am Zelt zwischen Wand und Türe verschlossen
hatte, damit den Tieren hier so dicht am Wald nichts geschah.
Die Katze schlief die meiste Zeit und frass sich rund und fett.

Ronya hatte recht mit den Worten

Du bist ein Trauerkloss, sitzt da und verbreitest schlechte Laune


Das Gleiche war in Grimwould auch passiert. Sie wurde irgendwann
ein Kloss, hatte keinen Elan mehr. Sie suchte damals die Freiheit
und folgte dem Wind einfach. Jetzt waren es Ängste. Felicia machte ihr Angst.
Die Frau war zwar nett und älter als sie, aber sie war auch eine Schuetzin.
Es war wie eine Feedbackschleife. Einst war sie auch die einzige
Schuetzin im Clan gewesen, dann kam Viola, Freia fing an
nachdem sie grossmeisterlich Schneidern konnte ebenfalls
sich als Schuetzin weiterzuentwickeln und dann kam Aurora.
Vier Sommer hatte sie selber geschuftet, Theorie über den
Bogen gelernt und auch praktisches, Kahor hatte ihr Unterricht gegeben
und Aurora brauchte das alles scheinbar nie, sie war viel schneller Meisterschuetzin und
ersetzte sie irgendwie. Falk lobte Erinna immer weniger, man fragte sie
immer weniger ob sie mit zur Jagt wolle. Sie begann sich selber dann zurückzuziehen.
Sich von den anderen fernzuhalten. Ob Felicia sie auch ersetzen würde?
Sie erinnerte sich immer daran was Ronya gesagt hatte.
Das sie, Erinna, hervorragend sei, dass sie zwar noch viel lernen müsse aber dennoch sehr viel wisse.

Die Beziehung zu Xinthra zerbrach weil Erinna da schon anfing sich wieder
zu distanzieren. Sich fernzuhalten, wegzulaufen. Lyanna brachte ihr irgendwie Spass ins
Leben. Diese junge Bardin die es mit Musik schaffte selbst den Titanen
zu besiegen, faszinierte sie. Doch dann kamen Dinge die sie gar nicht leiden mochte.
Die scherzhafte Frage ob sie nicht mal tief im Walde nackt Holz sammeln wolle.
Dieses Bitten danach auch wenn es ein Scherz war. Es fiehl ihr schwer Nein zu sagen.
Sie aber sagte nein und sah die gespielte Enttäuschung und sie dachte gleich sie habe
wieder einen Fehler gemacht. Sie fing nach dieser immer öfter
aufkommenden Frage an sich von Lyanna zu distanzieren.

Sie hätte ihr nie sagen dürfen, wie gerne sie malte. Motive, spontane Bilder.
Lyanna verstand es falsch, aber Erinna wollte nicht schon wieder
nein sagen, also malte sie ein Portrait von Lyanna. Ein ungewöhnliches
Portrait. Dinge die ihr reines Herz bedrückten. Noch war es rein, noch.
Gestern hatte Ronya von Miki gesprochen und die
Gedanken um Seymour, die aufgehört hatten begannen
von vorne. Ronya konnte nichts dafür sie erwähnte ein Kind,
eines im Alter von Miki mit blondem Haar. Sie dachte dabei an so viele Dinge.
So wenig hatte sie von Seymour gewusst und doch hatte sie
den Kleinen so unendlich geliebt. Selbst die Träume um ihn
waren weniger geworden seit sie wieder in der Nähe
von Grimwould wohnte. Sie seufzte und schob sich
etwas Fleisch in den Mund. Es schmeckte zwar nicht mehr
und war recht trocken, aber es war ihr eigendlich egal. Kurz spülte
sie den Brocken mit Wasser herunter das auch nicht mehr sehr frisch war.

Noch hungrig schlich sie sich in Ronyas Zelt und nahm sich frisches und
leckeres Fleisch aus der Kiste und einen Krug mit frischem Wasser.
Sie hockte sich zu dem kleinen Kater und teilte ein wenig das Fleisch mit ihm.
Dabei fiehl ihr Blick auf den leeren Platz des Hundes. Wie als wollte sie
still für das Fleisch danken legte sie eine lilane Wildblume in eine
Schale mit Wasser und stellte jene auf den Tisch. Dann huschte sie wieder
rüber in ihr eigenes Zelt und schnitzte an einem neuen Bogen herum.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Langsam lebte sie sich bei den Gefährtinnen ein.
Das Leben wurde langsam schoener für sie, auch
wenn sie jetzt alleine war. Alleine in ihrem
grossen Zelt mit ihrer Katze. Lange
hatte sie gebraucht um sich zumindes ein wenig einzugliedern
und oftmals suchte sie noch immer
das Alleinsein wärend die
anderen am Feuer sassen und
redeten.

Manchmal ging sie mit Ronya jagen und
das bereitete ihr immer grosse Freude.
Bei Ronya konnte sie sich darauf
verlassen, dass jene immer dazwischen
springen würde, und so war es auch.
Ausserdem wusste sie bei Ronya immer
in welche Richtung sie rennen würde,
wo sie den nächsten Angreifen nehmen würde
und vor allem was Ronya vorne tun würde.

Es war wie ein eingespieltes Team. Beide wussten
von einander wer was tat ohne es zu sagen. Beide
konnten blind den Rücken zu einem Monster drehen
und wissen der andere würde einspringen. So musste eine
Jagt aussehen und so war das auch bei ihr, Ronya und Seraya.
Sie konnten einander blind vertrauen.

Ronya hatte ihr eine Repretrierarmbrust geschenkt und Erinna
war unglaublich glücklich darüber
und endlich schaffte sie auch so gut wie ganz alleine
einen dämon zu überwältigen.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Hufe hörte man und das wiehern eines Pferdes
als sie von ihrem Mustang sprang,
etwas unglaublich vorsichtig im Arm haltend.
Auf den ersten Blick wirkte es nur wie ihr Mantel,
aber darunter war etwas für sie sehr wichtiges verborgen.
Stolpernd als könne sie nicht richtig
geradeaus blicken ging sie zu ihrem Zelt und brauchte
eine ganze Weile klappernd bis sie es aufschliessen
konnte. Mit zwei, in der Stille des späten Abend
unglaublich laut klingenden Klacken, fiehlen die beiden
Türflügel wieder zu.

Zögerlich legte sie den Mantel auf den Tisch und wickelte
das was darin war heraus. Schwarzes Samttuch, welches sie
umso zögerlicher auseinanderschlug.
Stumm lag ihr verhangener Blick auf einen kleinen
weissen Knochenschädel, den sie sofort erkannte.
Seymours Schädel. Aufschluchzend, ob nun aus Ereichterung oder
noch immer vorhandener Trauer nicht erkennbar,
sank sie auf ihre Knie. Sieta, ihre Katze, blickte sie
mit leisem Miauen an, aber Erinna rührte sich nicht.

Sie hatte allen Mut zusammen genommen
innerlich mit einem Ney gerechnet, Falk gefragt
ob sie den Schädel ihres Sohnes haben dürfe. Jenen
wollte sie begraben in einer Verzierten kleinen Kiste
So dicht mit Metall verschlossen das kein Getier herankam
und entlich nach all den Monaten Abschied nehmen zu können.
Falks Worte

Bring ihn Heim

Brachen fast alle Mauern die sie sich zum
Schutz selber gezogen hatte. Nur mit aller
Mühe riss sie sich zusammen und nickte tief
mit tiefer Dankbarkeit im Blick. Sie hatte das für sie
wertvollste entlich in ihrer Nähe. Entlich konnte sie hinschauen -
etwas greifbares war da noch von ihrem Sohn.

Langsam griff sie mit ihren schmalen, blassen,
feingliedrigen und langen Fingern, nach oben und nahm den Schädel
in ihrem Arm. Durch die Stille des späten Abends konnte man
leises gemurmel aus ihrem Zelt vernehmen.
Gemurmelte Worte wie

so schrecklich vermisst

und

ich habe dich sehr lieb


Irgendwann nach längerem Gemurmel wurde es
still in ihrem Zelt und mit dem Schädel, der
vorsichtig in ihrem Arm gebetet wirkte schlief sie
halb unter dem Tisch liegend ein. Ein sanftes fast
schon befreites Lächeln lag auf ihren Lippen und
wohl das erstemal nach Monaten wirkte sie im
Schlaf vollkommen entspannt und ruhig. Kein
plötzlicher panischer und äöngstlicher Schrei störte
in jener Nacht den Schlaf der anderen Schwestern so wie
sonst. Keine Kerze wurde in jener Nacht mit poltern
und heruntergerissenen Gegenständen mehr angezündet.
Kein geseufze von jemandem der nicht Schlafen oknnte
war in jener Nacht zu vernehmen. Einfach nur die Stille der
Natur und sollte jemand aus Sorge leise die Türen aufschliessen
zu ihrem Zelt, würde er im Schein einer Laterne oder Fackel
eine vielleicht blasse aber friedlich scheinende schlafende
Erinna entdecken mit einem kleinen Schädel im Arm.
Erinna Hinrah

Beitrag von Erinna Hinrah »

Noch immer schlief sie mit dem Schädel zusammen wenn sie in die Felle ging. Jede Nacht ging sie zum Strand hinunter, die Ruhe geniessend schuerfte sie dort nach Quarzsand und am Tage sobald sie wach war sammelte sie Holz zusammen mit ihrem Hengst zusammen und dazwischen tat sie noch die Dinge um die Ronya sie gebeten hatte.

Wenn die Schwestern zusammentrafen sass sie meistens muede und still einfach nur dabei. Sie hatte nichts zu sagen, was denn auch schon. Wen interessierte es schon das sie eine bläuliche Mueschel fand, oder wie sie beobachtet hatte wie die kleinen Vögel flügge wurden. Niemanden.

Selten nur noch ging sie wirklich jagen, sie beschäftigte sich lieber abseits allem mit Quarz und Holz. Den quarz verkaufte sie, und das Holz packte sie in die Allgemeine Kiste. War sie mit allen Dingen fertig ass sie etwas und rollte sich gleich in die Felle zusammen.

Da konnte klopfen wer wollte, sie öffnete einfach nicht und wer ohne Erlaubniss reinspazierte an dem schoss ein Pfeil dicht am Kopf vorbei. Sie wollte nach ihrer "Arbeit" nur ihre Ruhe haben und schlafen. Innerlich zerfrass sie aber etwas die Enttäuschung darüber das sie im Grunde als letzte der "Familie" von der Gefangenahme Violas erfahren hatte, nämlich einen Tag nachdem sie befreit wurde und die Täter getötet. Ronya hatte es ihr erzählt, ganz im Stolze auf Xinthra, die wohl mal im Lager zwischendurch war, aber es nicht für nötig gehalten hatte scheinbar, Erinna zu erzählen was mit ihrer Schwester war.

Um den Frieden in der Gemeinschaft zu wahren, sagte sie kein Wort darüber, unterhielt sich mit Xinthra nicht weiter darüber. Ohne es selber wirklich zu merken entfernte sie sich innerlich immer mehr von der Gemeinschaft, schwieg sich aus und verbrachte sie meite Zeit der Tage mit sich alleine.
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