mit Feder und Tinte geschrieben wirken die Buchstaben dennoch krakelig und unsauber,
als sei der Federführer etwas aufgebracht gewesen.*
Des Herrn Segen [jeweilige Anrede],
ich möchte einen Vorfall des heutigen Tages melden, der so gravierend,
dass ich ihn nicht ungeachtet lassen kann. Am frühen Mittag habe ich mich samt Packpferd
zum bajarder Stollen begeben um einige Granitsteine für eine Kundin aufzutreiben.
Vor Ort traf ich nebst einer Bekannten, die den Vorfall den ich gleich erläutere beobachtete,
einen mir unbekannten Herren mit folgendem Erscheinungsbild:
Etwas größer/gleich meiner Person, recht schmal, dunkles langes Haar
und ein dunkelgraues bis schwarzes Stirnband, gehüllt in einer grauen Robe
und einem bräunlich wirkenden Umhang, der Herr selbst etwa gen Ende der 20er.
Ohne Begrüßung oder jedwedes freundliche Wort wurde ich angefahren,
dem Herren in die Quere zu hacken, wobei ich anmerken will, dass der Stollen in Bajard
mehr als groß genug für zwei Personen ist. Als ich auf seinen Versuch mir vorzuschreiben,
die Mine zu verlassen, nicht einging, konnte ich gar nicht so schnell schauen,
wie ich ohne jegliche Vorwarnung aus nächster Nähe mit einer
weißlich schimmernden Schusswaffe in den Arm geschossen wurde.
Ich lag am Boden und musste mir noch die Worte anhören, dass ich –dumme Dirne-
sollte ich ihm nochmal in die Quere kommen, nicht mehr mit einem Streifschuss davon käme.
Meine Bekannte eilte mir zur Hilfe und geleitete mich zum Auktions- und Handelshaus zu Rahal,
wo unsere Heilerin Arejia Trimistra sich um die Wunde kümmerte und sie sauber vernähte.
Ich bin nun mehrere Tage gezwungen mein Handwerk niederzulegen,
was enorme Einbuße für mich und in der Konsequenz auch für die Bürger des alatarischen Reiches darstellt,
denen ich weder Rüstwerk für den Kampf reparieren, noch neu fertigen kann.
Ich möchte zudem folgenden Vorfall von vor wenigen Tagen erwähnen, der womöglich
zu dieser Geschichte erklärend wirken kann:
Ein gewisser Jaqc und Solo – ebenso zwei Herren von der Insel Cabeza,
und einst auch Kunden des AHRs, haben sich im Laden gegenüber oben genannter Mitarbeiterin
stark daneben benommen, und wurden sehr ausfällig und beleidigend,
als ihre doch massiv unter die Gürtellinie gehenden Annäherungsversuche mehrfach deutlich
und zu Beginn auch freundlich, dennoch vergebens, zurückgewiesen wurden.
Als es auszuarten schien, verwies ich die Beiden des Hauses,
weshalb zudem die Vermutung naheliegt, dass der heutige Vorfall gezielt stattgefunden hat.
Zum einen komme ich zu dieser Vermutung, da er meine Bekannte, die ähnliche Wege im Stollen abging,
seinem Zorn nicht ausgesetzt war, obwohl sie ihn in seinen Wegen genau so behindert hätte wie auch ich,
zum anderen waren die Beleidigungen ähnlich den Ausrufen der beiden Anderen
wenige Tage zuvor gegenüber meiner Mitarbeiterin.
Jener Fall im Genaueren ist bisher folgenden Leuten bekannt:
- Tarina Tahern (jene Bekannte aus Bajard die den Vorgang beobachten musste)
- Arejia Trimistra (Heilkundige des Auktions- und Handelshauses, die die Wunde versorgte)
- Lenarius Daran (Gardist und mein Gefährte, der bei meiner Rückkehr vor Ort war)
- Ahad Tugor Crain (wurde am Abend bei seinem Besuch im AHR ihr Kenntnis gesetzt)
- Enomis Reburg (Mitglied der Gemeinschaft)
Ich werde meinerseits, bis ich eine Antwort auf jenes Schreiben erhalte,
von einer persönlichen Rache an dem Herren absehen,
auch wenn es mich danach mehr als dürstet, weshalb ich um Dringlichkeit bitte.
Fein- und Rüstschmiedmeisterin Rahals
Leiterin des Auktions- und Handelshauses Rahal
