Das erste Mal

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Eileen von Hohenfels

Das erste Mal

Beitrag von Eileen von Hohenfels »

Heute war es also soweit gewesen. Eileen hatte das erste mal bei einem offiziellen Anlaß neben Adrian Stellung bezogen. Kein Versteckspiel, wie er es ihr versprochen hatte.

Darnas Ritterschlag stand an für diesen Abend und auch wenn der Personenkreis kein allzu großer war, kamen ihr mit einmal Dinge in den Kopf, an die sie vorher nie gedacht hatte.

Eileen hatte gewusst, daß die Blicke auf ihr ruhen würden. Nicht weil sie etwas besonderes war, sondern eher weil der Platz den sie einzunehmen begang etwas besonderes war.

Kleider ! So viel wie in den letzten drei Tagen hatte sich Eileen ihr ganzes Leben nicht über Kleider gedanken gemacht. Sie konnte ja schlecht mit Reitstiefeln auf dem Podest stehen, auch wenn sie sich in diesen Sachen immernoch am wohlsten fühlte.

Sie hatten sich darüber unterhalten ob sie auf dem Thron neben Adrians sitzen solle, waren aber schnell übereingekommen, dass jenes nicht angemessen sei, war sie doch nicht seine Frau.
Nein sie hatte sich schlicht neben ihn gestellt.

Vorstellen ... wie in Temoras Namen sollte er sie vorstellen ? Da gab es keinen ellenlagen Titel den man verkünden konnte.

Fragen über Fragen.

Letztlich hatte sie beschlossen sich zurück zuhalten. Freundlich, bestimmt, aber bescheiden. ... sei einfach du selbst ....


Eileen war sich durchaus bewusst wo sie stand und was vor ihr lag. Aber die größte Furcht in ihr war eher, dass ihr irgendetwas zu Kopfe steigen könnte, weniger die Mäuler die sich die ein oder anderen zerreissen mochten.

Sie kam aus gut bürgerlichem Hause, bodenständig. Nicht einfach aber durchaus am praktischen orientiert. Und nur weil sie Adrians Zuneigung genoss, wurde nichts besseres aus ihr, nichts was sie über andere Menschen erhob.

Ansich mochte sie keinen Sonderstatus einnehmen. Wollte nicht, dass man vor ihr sprach und etwas ganz anderes dachte. Wollte nicht, dass man sie mit Samhandschuhen anfasste, ihr alles recht machte.

Sie wollte sie selbst bleiben, bei den Menschen sein, sich für sie einsetzen, etwas Normalität bewahren. Das war ihr wichtig.



Als Adrian sie vorstellte, trat sie vor und musterte die Gesichter der Anwesenden. Staunen, Höflichkeit, aber auch der ein oder andere harte Blick, so wie sie es erwartet hatte. Sie hatte keinerlei Reputation vorzuweisen, fiel für die meisten der Anwesenden wie aus heiterm Himmel auf diesen Platz.

Das war es schon, kurz und schmerzlos, trotz der vielen kleinen Sorgen, die ihr im Kopf herumschwirrten.



Alles nahm seinen Lauf und nun galt es Darna von Elbenau in den Ritterstand zu erheben.
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