Es war ein seltsames Gefühl, so eine Hand um meine Hand, an meiner Hand, Finger ineinander verflochten, ohne dass es zum Zwcke eines Größenvergleichs wäre um Handschuhe zu fertigen. Rein umeinander zu Berühren ohne eine Grenze zu überschreiten.
Kein Kunde der auf meinem Sofa sass, sondern ein Gast, ein Gast der nicht bei mir, war weil er etwas brauchte, sondern nur um meinet wegen. Um mit mir zu Reden über dies und das, zu lachen, zu scherzen, aber auch zu entdecken, zu erfahren.
Wie war es nur dazu gekommen, was war an ihm dran, dass ich gar nichts dagegen hatte, wenn er mir Komplimente machte, ja meine Hand hielt? Ich hatte schon viele Komplimente bekommen, eigentlich war noch nie einer meiner Kunden garstig zu mir gewesen, oft wurde geflirtet, geneckt und das hatte mir ja auch immer Spaß gemacht und ich hab mit gespielt, aber das war so ganz anders. Nur, in wie fern anders, was genau machte es anders, war es das wovor meine Mama mich immer gewarnt hatte, das was in unserer Familie immer eher als Fluch denn als Segen galt. Hatte es mich tatsächlich gefunden, obwohl ich es immer vor die Tür sperrte wenn ich die Schneiderei schloss?
Nein, nein das konnte es nicht sein, dazu war ich doch viel zu klug! Mir würde das Unglück Mann ganz sicher nicht das Leben verbauen!
Und doch, war da dieses seltsame Gefühl im Bauch und überhaupt.
Ich werde doch nicht krank?
Diese Lippen sind ungeküsst ...
- Nahary Ilasi
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