Was für ein Scheiß-Tag heute doch war. Den ganzen Tag war er auf seinem Gaul nur immer wieder von A nach B geritten und hatte im Endeffekt nur seine Rüstung Spazieren getragen. Die meisten Zeit hatte er mit aufmerksamen Gucken verbracht und streng dreinschauen konnte er inzwischen auch richtig gut. Hauptmann Lilien hatte ihn beurlaubt, aber trotzdem lag ihm das Wohl des Reiches am Herzen. Hier hatte er sich sein Leben aufgebaut und es tatsächlich gewagt Vertrauen in manche Leute zu legen. Ein Fehler, wie es sich herausstellte. Das würde er sicherlich nicht nochmal so leichtfertig machen.
Seltsam schwer war heute die Kettenrüstung, aber er hatte ohnehin an Gewicht gewonnen und Körperkraft verloren. Es war ein schleichender Prozess, doch war es auch die Konsequenz für deine Beurlaubung in der Garde. Gutes Essen und das eine oder andere Bier waren hier wohl die Übeltäter. Dennoch wollte er nicht davon ablassen. Irgendwann würde er schon wieder mehr für die Garde machen, wenn die Zeit es erlauben würde. Was kostete ihn eigentlich so viel Zeit? Keine Ahnung. Es war einfach gemütlich.
Den Prätorianern war er auch nicht mehr das beste Mitglied. Den vorwurfsvollen Blick Dazens konnte er sich gerade nur allzu gut vorstellen. Er hatte auch überhaupt kein Problem mit der Gemeinschaft oder einem der Mitglieder. Er war zurzeit einfach nur sehr träge und ehrlicherweise faul. Wenn er morgens aus dem Bett stieg, wollte er am besten direkt wieder zurück fallen. Diese Kraftlosigkeit kannte er sonst nicht, da er eigentlich doch immer als sehr engagiert und aufopfernd auftreten wollte.
Zuhause wieder angekommen schnappte er sich eine der Bierflaschen und zog sich aus seinem Etui einen der Glimmstängel heraus, um diesen am Pyrianstein wieder zu entzünden. Die Füße auf seinem Esstisch abgelegt, starrte er zum Fenster hinaus.
Sibia fehlte ihm an solchen Tagen. Gesprächspartner gab es sicherlich viele, aber an Leute ‚dran hängen‘ mochte er ohnehin nicht. Er war schon immer sein eigener Herr und so konnte er immer schon das machen, worauf er letztendlich Lust hatte. Sibia hatte ihm die Freiheiten gelassen, die er offenbar auch brauchte. Er war ihr zwar immer loyal geblieben, doch hätte er sich vielleicht auch öfter um sie kümmern müssen. So blieb ein leerer Platz vor dem Kamin, den sie doch vorher so gerne mochte.
Magenschmerzen. Erneut kamen diese verfluchten Magenschmerzen, die er nur mit zusammengekniffenen Augen verkraften und mit einiger Zeit hinter sich bringen konnte. So ein Mist kommt und geht, wie er gerade will. Das ganze Gesöff von Jexxe hatte er ohnehin schon alles durchprobiert – sogar durcheinander hat das Zeug nichts geholfen. Manchmal musste man sich einfach zurücklehnen und dann würde alles schon wieder geordnete Bahnen nehmen…
Au...
-
Gast
Die Schmerzen kamen und gingen inzwischen, wie sie wollten. Manchmal waren sie auch direkt nach dem Aufstehen da, was schon einen hervorragenden Tag versprach. Von den ganzen Kräutern und Tränken, die er in seinem Haushalt bereithielt, hatte noch kein Mittel eine heilende Wirkung gezeigt. Zumindest konnte er das Übel mit Schmerzmittel unterdrücken und brachte sich so zumindest durch den Tag. Immerhin konnte er so noch das Haus verlassen und die üblichen Erledigungen machen. Eine Jagd war absolut undenkbar. Das Reiten fiel schon schwer und in der Nacht kamen Höllenschmerzen, wenn er sich den Tag über angestrengt hatte. Beim Schlaf sollte er sich doch entspannen, was dann vielleicht aber gerade mal 4 Stunden möglich war. Die eine oder andere Nacht wurde somit auf seinem Balkon verbracht, den er hinunter starrte und ab und an doch beim Mond hängen blieb. Die Kippe im Mundwinkel schaffte er es zumindest ab und an die Augen zu schließen und einige Minuten wegzudösen. Immerhin etwas.
Morgens war er dann zum Markt aufgebrochen. Die Schritte waren schwer und er kam auch nur langsam voran. Er musste auf dem Weg mehrere Pausen einlegen und durchschnaufen. Vor einigen Monden noch hätte er die Strecke in einem Viertel der Zeit hinter sich gelegt. Heute war das definitiv nicht mehr möglich. Aber er würde sich schon wieder machen. Er musste sich nur einmal ordentlich ausruhen, dann würde das schon wieder werden. Einfach nicht den Mut verlieren, Savar. Am Markt deckte er sich mit Gemüse und einigem Obst ein. Daraus würde er sich eine Brühe machen und einen Brei würde er sich auch zubereiten. Sein Magen drehte sich schon, wenn er nur an Fleisch dachte. Als dann auch schon bezahlte wurde und er sich von der Verkäuferin wegdrehte, kam ein ungewöhnlicher Husten. Er spürte den Druck in der Brust und ein Zuschnüren im Hals. Aufgrund der Intensität färbten sich die Augen rot und jegliche Flüssigkeit, die in seinen Mund lief, spuckte er zur Seite aus. Ein komisches Gefühl. Er war sonst nicht so oft krank. Während er den Heimweg mit schweren Schritten antrat, bemerkte er den Blutfleck nicht, der dort am Boden hinterlassen wurde.
Morgens war er dann zum Markt aufgebrochen. Die Schritte waren schwer und er kam auch nur langsam voran. Er musste auf dem Weg mehrere Pausen einlegen und durchschnaufen. Vor einigen Monden noch hätte er die Strecke in einem Viertel der Zeit hinter sich gelegt. Heute war das definitiv nicht mehr möglich. Aber er würde sich schon wieder machen. Er musste sich nur einmal ordentlich ausruhen, dann würde das schon wieder werden. Einfach nicht den Mut verlieren, Savar. Am Markt deckte er sich mit Gemüse und einigem Obst ein. Daraus würde er sich eine Brühe machen und einen Brei würde er sich auch zubereiten. Sein Magen drehte sich schon, wenn er nur an Fleisch dachte. Als dann auch schon bezahlte wurde und er sich von der Verkäuferin wegdrehte, kam ein ungewöhnlicher Husten. Er spürte den Druck in der Brust und ein Zuschnüren im Hals. Aufgrund der Intensität färbten sich die Augen rot und jegliche Flüssigkeit, die in seinen Mund lief, spuckte er zur Seite aus. Ein komisches Gefühl. Er war sonst nicht so oft krank. Während er den Heimweg mit schweren Schritten antrat, bemerkte er den Blutfleck nicht, der dort am Boden hinterlassen wurde.
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 15. Mai 2014, 10:18, insgesamt 1-mal geändert.
-
Gast
Der Krankheitsfortschritt verlief rasch. Er hatte bereits nach wenigen Wochenläufen an Gewicht verloren und konnte kaum noch Nahrung in sich behalten. Der Kopf schmerze - er fühlte sich ausgezehrt, fast schon dahingerafft. Er wusste, dass dies endgültig war, auch wenn er nicht verstand, warum ihn der All-Eine auf diese Weise zu sich holen wollte. Er wollte auch niemanden damit belästigen und die ganzen Elixiere hatten ohnehin keine Wirkung gezeigt. Er war ein Mann, der die Dinge so hinnahm, wie sie waren. Manchmal kriegt man von Kaluren eine auf den Helm, anderswo kommt ihm einer dieser Hurendiener über den Weg, der seinen Zweihänder schwingt, als sei er aus Holz. Jeder Kratzer erinnerte ihn an Niederlagen und Verluste. Dennoch hatte er sich Herausforderungen immer gestellt. Er war ein guter Diener und hatte die Gebote ständig vor Augen. Zweifel ist der erste Schritt zum Versagen, das würde er nicht zu lassen.
Wenn man das Ende kommen sieht, hat es etwas gnädiges, weil man sich zumindest noch entsprechend verabschieden kann. Es war wichtig die richtigen Worte zu finden und zu wählen. Aber was soll das? Er war Savar und jeder kannte ihn mit der frechen Schnauze. Da brauchte er auf den letzten Meter nicht den eloquenten Hofschreiber mimen. Seine Gedanken lagen ihm auf der Zunge und die waren meistens nicht in Gold gehüllt. Eins, eines musste er noch loswerden. So ließ er sich an seinem Schreibpult nieder und verfasste dort ein Schreiben:
„Wölfchen, du Rotznase.
ich rede nicht lange um den heißen Brei herum. Ich weiß, wann etwas zu Ende ist und werde sicherlich kein Mitleid erbetteln. Bisher konnte mir bei meiner Krankheit keiner helfen und ich will auch niemanden anstecken. Ich weiß nicht, wie viel Zeit mir überhaupt noch bleibt – aber ich bin einfach müde und träge. Sie zehrt mich aus. Ich will diesen Mist überhaupt gar nicht mehr.
Ich dachte, ich muss dir einfach mal schreiben und mich noch von dir verabschieden. Warst mir immer eine gute Schwester, auch wenn ich das nicht immer gezeigt habe. Hättest es sowieso nicht verstanden, weil du so doof wie ein Strohballen bist. Du weißt, wie ich es meine und anders erlebst du mich auch nicht mehr, also akzeptier das. Ansonsten weißte ja, mit Gefühlen und dem Kram bin ich nicht so gut. Ich denke… du wirst eine… gu.. angen.. habe `ne schöne Hochzeit. Ich kann bald nicht mehr auf dich aufpassen, aber du bist auch schon groß geworden. Irgendwann wird aus dir sicher noch eine richtige Frau, oder so.
Dann muss da jetzt wohl dieser Speichellecker mit der schwarzen Robe machen. Sag ihm, dass wenn er dich scheiße behandelt, ich als Geist nochmal zurück komme und ihm einen Haufen auf den Kopf scheiße!
Bleib ausnahmsweise mal anständig Wölfchen.
Hab dich gern.
Sava“
Die Schritte vom Schreibpult zurück zum Bett waren schleppend und schwierig, er musste sich mehrfach an der Wand abstützen und bei der Treppe am Geländer festhalten. Das schwere Schnaufen hätte man im ganzen Raum hören müssen, wäre jemand bei ihm gewesen. Keuchend ließ er sich mit dem Rücken nach hinten fallen und landete auf dem Bett. Die Atmung wurde nur langsam wieder ruhiger und kontrollierter, die Augenlider sanken ihm hinab, als ihn bald schon die Schwärze umgab.
Erst einige Tage später wurde das Haus von der Garde geöffnet, als sich Savar überhaupt nicht mehr zeigte und die Nachbarschaft kein Lebenszeichen von ihm ausmachen konnte. Der Statthalterin wurde mitgeteilt, dass der ehemalige Gardist und Prätorianer tot in seinem Bett aufgefunden wurde. Er war offenbar seiner Krankheit erlegen. Zurück blieben einige offene Bierflaschen, die sich im ganzen Haus verteilt hatten und diverse Kippen, die ausgedrückt und gehäuft an manchen Stellen im Haus aufzufinden waren. Er war friedlich eingeschlafen, doch war es wohl nicht das erwünschte Ende eines Kriegers. Aber wenn man ihn wirklich kannte, dann wusste man, dass er auch nie der ruhmreiche Krieger sein wollte.
Wenn man das Ende kommen sieht, hat es etwas gnädiges, weil man sich zumindest noch entsprechend verabschieden kann. Es war wichtig die richtigen Worte zu finden und zu wählen. Aber was soll das? Er war Savar und jeder kannte ihn mit der frechen Schnauze. Da brauchte er auf den letzten Meter nicht den eloquenten Hofschreiber mimen. Seine Gedanken lagen ihm auf der Zunge und die waren meistens nicht in Gold gehüllt. Eins, eines musste er noch loswerden. So ließ er sich an seinem Schreibpult nieder und verfasste dort ein Schreiben:
„Wölfchen, du Rotznase.
ich rede nicht lange um den heißen Brei herum. Ich weiß, wann etwas zu Ende ist und werde sicherlich kein Mitleid erbetteln. Bisher konnte mir bei meiner Krankheit keiner helfen und ich will auch niemanden anstecken. Ich weiß nicht, wie viel Zeit mir überhaupt noch bleibt – aber ich bin einfach müde und träge. Sie zehrt mich aus. Ich will diesen Mist überhaupt gar nicht mehr.
Ich dachte, ich muss dir einfach mal schreiben und mich noch von dir verabschieden. Warst mir immer eine gute Schwester, auch wenn ich das nicht immer gezeigt habe. Hättest es sowieso nicht verstanden, weil du so doof wie ein Strohballen bist. Du weißt, wie ich es meine und anders erlebst du mich auch nicht mehr, also akzeptier das. Ansonsten weißte ja, mit Gefühlen und dem Kram bin ich nicht so gut. Ich denke… du wirst eine… gu.. angen.. habe `ne schöne Hochzeit. Ich kann bald nicht mehr auf dich aufpassen, aber du bist auch schon groß geworden. Irgendwann wird aus dir sicher noch eine richtige Frau, oder so.
Dann muss da jetzt wohl dieser Speichellecker mit der schwarzen Robe machen. Sag ihm, dass wenn er dich scheiße behandelt, ich als Geist nochmal zurück komme und ihm einen Haufen auf den Kopf scheiße!
Bleib ausnahmsweise mal anständig Wölfchen.
Hab dich gern.
Sava“
Die Schritte vom Schreibpult zurück zum Bett waren schleppend und schwierig, er musste sich mehrfach an der Wand abstützen und bei der Treppe am Geländer festhalten. Das schwere Schnaufen hätte man im ganzen Raum hören müssen, wäre jemand bei ihm gewesen. Keuchend ließ er sich mit dem Rücken nach hinten fallen und landete auf dem Bett. Die Atmung wurde nur langsam wieder ruhiger und kontrollierter, die Augenlider sanken ihm hinab, als ihn bald schon die Schwärze umgab.
Erst einige Tage später wurde das Haus von der Garde geöffnet, als sich Savar überhaupt nicht mehr zeigte und die Nachbarschaft kein Lebenszeichen von ihm ausmachen konnte. Der Statthalterin wurde mitgeteilt, dass der ehemalige Gardist und Prätorianer tot in seinem Bett aufgefunden wurde. Er war offenbar seiner Krankheit erlegen. Zurück blieben einige offene Bierflaschen, die sich im ganzen Haus verteilt hatten und diverse Kippen, die ausgedrückt und gehäuft an manchen Stellen im Haus aufzufinden waren. Er war friedlich eingeschlafen, doch war es wohl nicht das erwünschte Ende eines Kriegers. Aber wenn man ihn wirklich kannte, dann wusste man, dass er auch nie der ruhmreiche Krieger sein wollte.
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 22. Mai 2014, 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
-
Gast
Sie fand nur ein einziges Wort, ein treffendes Wort, dass den Brief, ihre Empfindungen, ihre Stimmung und sowieso alles gerade umfassend beschrieb.
"Scheisse!"
Sie starrte den Brief in ihren Händen an. "Scheiße." sie war aschfahl im Gesicht geworden, was noch ein minimaler optischer Effekt war. "Scheiße Scheiße Scheiße."
Zu mehr schien ihr Gehirn gerade nicht in der Lage zu sein. Erst als ihre Starre wich und sie dem Bedürfnis nachgab nach Düstersee zu seinem Haus zu rennen schien auch ihr Gehirn langsam wieder arbeiten zu wollen.
"Verdammt, so war das nicht abgemacht. So nicht..!" Es waren alberne Gedanken, haltlose. Sie verfluchte ihn innerlich, verfluchte die Krankheit und dann wieder ihn. Wenn er ihr noch einen Brief schreiben konnte, war vielleicht noch eine Chance da. Das redete sie sich zumindest ein, als sie so schnell sie ihre Füße trugen nach Düstersee rannte. Aber eigentlich ahnte sie bereits, dass es stimmte, was er schrieb. Er war kein Mann der rumjammerte oder Dramen mochte. Doch ihre Gefühle, ihre Hoffnung entpuppten sich als Verräter. Erneut.
Als sie in Düstersee ankam und die Tür mit erkennbaren Spuren einer gewaltsamen Öffnung vorfand, war schlug ihr die Wahrheit wie ein Hammer ins Gesicht. Schwer atmend blieb sie vor der Tür stehen. Unfähig zu verarbeiten, was die Spuren bedeuteten.
Ihr Gehirn schaltete auf Leerlauf zurück.
"Scheiße!"
"Scheisse!"
Sie starrte den Brief in ihren Händen an. "Scheiße." sie war aschfahl im Gesicht geworden, was noch ein minimaler optischer Effekt war. "Scheiße Scheiße Scheiße."
Zu mehr schien ihr Gehirn gerade nicht in der Lage zu sein. Erst als ihre Starre wich und sie dem Bedürfnis nachgab nach Düstersee zu seinem Haus zu rennen schien auch ihr Gehirn langsam wieder arbeiten zu wollen.
"Verdammt, so war das nicht abgemacht. So nicht..!" Es waren alberne Gedanken, haltlose. Sie verfluchte ihn innerlich, verfluchte die Krankheit und dann wieder ihn. Wenn er ihr noch einen Brief schreiben konnte, war vielleicht noch eine Chance da. Das redete sie sich zumindest ein, als sie so schnell sie ihre Füße trugen nach Düstersee rannte. Aber eigentlich ahnte sie bereits, dass es stimmte, was er schrieb. Er war kein Mann der rumjammerte oder Dramen mochte. Doch ihre Gefühle, ihre Hoffnung entpuppten sich als Verräter. Erneut.
Als sie in Düstersee ankam und die Tür mit erkennbaren Spuren einer gewaltsamen Öffnung vorfand, war schlug ihr die Wahrheit wie ein Hammer ins Gesicht. Schwer atmend blieb sie vor der Tür stehen. Unfähig zu verarbeiten, was die Spuren bedeuteten.
Ihr Gehirn schaltete auf Leerlauf zurück.
"Scheiße!"
-
Gast
Ich stand eine ganze Weile einfach nur da und starrte in die Ferne. Natürlich, das Volk redet gerne. Besonders solch Dinge fanden schnell Gehör auf dem Marktplatz und die Waschweiber hatten für ein paar Stunden wieder neuen Tratsch. Doch was für sie nur dummes Gerede war, während sie ihre Wäsche wuschen, war für mich ein weiterer Schlag ins Gesicht. Die Sonne blendete meine Augen, als sie am Horizont auf ging und den Tag freudig begrüßte, obwohl ich ihn verachtete. Ich konnte kaum atmen, wenn ich nur daran dachte, dass eine weitere Person meines Herzens nicht mehr auf dieser Erde wandelte. Ich war so erbärmlich sentimental, dass es mich zerriss und gleichzeitig ankotzte.
Ich ließ Erinnerungen zu, Erinnerungen an Savar Arlenn. Wie er mir das erste Mal entgegen gerannt kam, da waren wir kaum zehn. Wie ich ihn nicht einmal leiden konnte, weil alle Jungs einfach doof waren zu dieser Zeit. Dann verlor ich ihn, aus den Augen aus dem Sinn und so viele Jahre später kam er wieder, streckte mir seine Hand entgegen und stellte sich mir vor, als wäre er fremd. Ich erinnerte mich kaum und doch wusste ich sofort, dass er nicht lügen konnte, dass er irgendwann wahrhaftig mal existent war.
Ich erinnerte mich daran, wie er die Arme um mich legte, als mein Mann mich verließ und sagte, dass ich verdient hätte, dass mich wer gut behandelt und er wünschte, er könnte dieser Kerl für mich sein. Ich erinnerte mich daran, dass ich in diesem Moment dachte, dass es nur Dazen selbst sein könnte - der mir dieses Glück beschert, was er mir kurzzeitig geben wollte. Meine Erinnerungen gehen an meinen alten Freund, an meinen Freund Savar Arlenn, der nun nicht mehr da sein würde.
Ich drehte mich um, starrte zu meiner Tür, wo ich die Klinke selbst kaum noch benutzte und fragte mich, ob er geklopft hatte. Den Gedankengang verwarf ich, denn das würde bedeuten, dass ich mir im gewissen Sinne Schuld geben würde, weil ich eventuell nicht da war, als er vielleicht, vermutlich nicht, klopfte. Mir liefen die Tränen übers Gesicht und langsam sackte ich dann auch zu Boden, als mich die Beine nicht mehr tragen konnten.
Erimh, Rythen, Rilas, Tristan... Savar
Ich fühlte mich so allein gelassen und wusste nicht mehr so wirklich, wie ich diese Last noch weiter tragen konnte. Ich war, obwohl ich es immer wieder versuchte, innen bereits total zerfallen und nur noch eine Hülle. Savar war für mich einer der großen Anker, der nun gerissen ist, irgendwo im Meer schwimmt und wo ich ihn nicht mehr erreichen kann.
Die traurigste Tatsache daran war, dass er einer derjenigen war, wo ich annahm sie würden mich überleben. Aber selbst ihn hatte es dahin gerafft, so schnell konnte es gehen. Ich fragte mich, wen ich auf meiner Liste alsbald noch hinzufügen könnte oder ob ich sie mit mir abschließen würde.
Ein kurzer Blick in den Himmel, eine naive Vorstellung, als könnte er mich sehen, und ein dankbares Lächeln dafür, dass er mich am Leben hielt, als mein Ehemann mich fallen ließ.
Erimh, Rythen, Rilas, Tristan... Savar
Ich ließ Erinnerungen zu, Erinnerungen an Savar Arlenn. Wie er mir das erste Mal entgegen gerannt kam, da waren wir kaum zehn. Wie ich ihn nicht einmal leiden konnte, weil alle Jungs einfach doof waren zu dieser Zeit. Dann verlor ich ihn, aus den Augen aus dem Sinn und so viele Jahre später kam er wieder, streckte mir seine Hand entgegen und stellte sich mir vor, als wäre er fremd. Ich erinnerte mich kaum und doch wusste ich sofort, dass er nicht lügen konnte, dass er irgendwann wahrhaftig mal existent war.
Ich erinnerte mich daran, wie er die Arme um mich legte, als mein Mann mich verließ und sagte, dass ich verdient hätte, dass mich wer gut behandelt und er wünschte, er könnte dieser Kerl für mich sein. Ich erinnerte mich daran, dass ich in diesem Moment dachte, dass es nur Dazen selbst sein könnte - der mir dieses Glück beschert, was er mir kurzzeitig geben wollte. Meine Erinnerungen gehen an meinen alten Freund, an meinen Freund Savar Arlenn, der nun nicht mehr da sein würde.
Ich drehte mich um, starrte zu meiner Tür, wo ich die Klinke selbst kaum noch benutzte und fragte mich, ob er geklopft hatte. Den Gedankengang verwarf ich, denn das würde bedeuten, dass ich mir im gewissen Sinne Schuld geben würde, weil ich eventuell nicht da war, als er vielleicht, vermutlich nicht, klopfte. Mir liefen die Tränen übers Gesicht und langsam sackte ich dann auch zu Boden, als mich die Beine nicht mehr tragen konnten.
Erimh, Rythen, Rilas, Tristan... Savar
Ich fühlte mich so allein gelassen und wusste nicht mehr so wirklich, wie ich diese Last noch weiter tragen konnte. Ich war, obwohl ich es immer wieder versuchte, innen bereits total zerfallen und nur noch eine Hülle. Savar war für mich einer der großen Anker, der nun gerissen ist, irgendwo im Meer schwimmt und wo ich ihn nicht mehr erreichen kann.
Die traurigste Tatsache daran war, dass er einer derjenigen war, wo ich annahm sie würden mich überleben. Aber selbst ihn hatte es dahin gerafft, so schnell konnte es gehen. Ich fragte mich, wen ich auf meiner Liste alsbald noch hinzufügen könnte oder ob ich sie mit mir abschließen würde.
Ein kurzer Blick in den Himmel, eine naive Vorstellung, als könnte er mich sehen, und ein dankbares Lächeln dafür, dass er mich am Leben hielt, als mein Ehemann mich fallen ließ.
Erimh, Rythen, Rilas, Tristan... Savar
-
Gast
Als ich es hörte, lehnte ich ab, es zu glauben.
Ich weigerte mich, das Gerücht bis zu dem Teil meines Bewusstseins durchzulassen, der für das Verstehen gedacht war. Und doch schlich ich mich in den Tempel, als es so weit sein sollte.
„Deine Stärke erwächst daraus, es zu fühlen...“
Und so tat ich es, folgte den Worten ein weiteres Mal und ließ es zu. Die Worte drangen wie durch Watte an meine Ohren. Mitgefühl, Trauer, Verlust – ich fühlte es, doch konnte ich keine Stärke darin finden, kein Schritt voran, keine Maske, die ich tragen sollte.
So stand ich dort, abseits der anderen, fixierte einen Punkt irgendwo auf dem Boden zwischen Kerzen und... Sarg und ließ stumm meinen Tränen freien Lauf. Es waren keine Tränen, die ich bewusst hervorgezaubert hatte, um den anderen mein Menschsein vorzuspielen. Sie waren echt. So echt, wie die Tatsache, die zu mir drang: er war tot. Seine Seele bei Ihm.
Nileth'Azur. Wenn sie doch nur wüssten, wenn er es nur gewusst hätte.
Wusste er es jetzt?
Ich weigerte mich, das Gerücht bis zu dem Teil meines Bewusstseins durchzulassen, der für das Verstehen gedacht war. Und doch schlich ich mich in den Tempel, als es so weit sein sollte.
„Deine Stärke erwächst daraus, es zu fühlen...“
Und so tat ich es, folgte den Worten ein weiteres Mal und ließ es zu. Die Worte drangen wie durch Watte an meine Ohren. Mitgefühl, Trauer, Verlust – ich fühlte es, doch konnte ich keine Stärke darin finden, kein Schritt voran, keine Maske, die ich tragen sollte.
So stand ich dort, abseits der anderen, fixierte einen Punkt irgendwo auf dem Boden zwischen Kerzen und... Sarg und ließ stumm meinen Tränen freien Lauf. Es waren keine Tränen, die ich bewusst hervorgezaubert hatte, um den anderen mein Menschsein vorzuspielen. Sie waren echt. So echt, wie die Tatsache, die zu mir drang: er war tot. Seine Seele bei Ihm.
Nileth'Azur. Wenn sie doch nur wüssten, wenn er es nur gewusst hätte.
Wusste er es jetzt?
-
Gast
Sie war erst nach der Veranstaltung im Tempel auf dem anliegenden Friedhof um das Grab zu sehen. Um genau zu sein hatte Althan sie dahin geführt, aus eigenen Stücken wäre sie nicht dahin gegangen. Ihr missfiel die Vorstellung dass er dort lag. Sie mochte die Größe nicht, und sie mochte auch den Grabschmuck nicht. Einzig die Bierflasche entlockte ihr ein kurzes grinsen. Sie kannten ihn alle nicht so, wie sie ihn gekannt hatte, aber sie sah ein, dass dieses Grab auch nicht mehr war als eine Erinnerung an einen Kämpfer Rahals, nicht wirklich eine Erinnerung an ihn.
Dennoch fiel ihr die Anwesenheit schwer, doch sie wollte nicht schon wieder weinen und schaffte es mühsam ihre Tränen zurück zu halten. Sie spürte Althans Hand auf der Schulter und seltsamerweise fühlte sie sich dadurch gestärkt.
Ungelenk machte sie, nachdem sie sich gesammelt hatte, einen Schritt auf das Grab zu. Wenigstens ein kleines Präsent wollte sie auf dem grauen Ungetüm hinterlassen. Sie holte einen Apfel aus der Tasche und polierte ihn an ihrem Hemd bis er glänzte und legt ihn dann neben der restlichen Dekoration auf dem Stein ab.
Ihr fiel wieder ein, wie sie eben solche Früchte früher vom Markt geklaut hatten. Na ja, sie hatte geklaut, und er ihr den Rücken frei gehalten - aber gegessen hatten sie die gestohlenen Früchte beide.
"Iss was auf deinem Weg, Großer."
-----
Tage vor der offiziellen Verabschiedung hatte sie schon auf ihre Weise Abschied von dem Holzkopf, der ihr Bruder war genommen.
Ein Ort, der schlicht war, ohne Prunk.
Ein Ort der Schutz bot.
Ein Ort der ruhig war.
Ein Ort, wo man sich verstecken konnte.
Ein Ort, wo man den Tag genießen konnte.
Hier wollte sie ein kleines Andenken für ihn hinterlassen, nur für ihn.
[img]http://s29.postimg.org/gtcmnul6v/Wolf_fuer_Savar.png[/img]
Dennoch fiel ihr die Anwesenheit schwer, doch sie wollte nicht schon wieder weinen und schaffte es mühsam ihre Tränen zurück zu halten. Sie spürte Althans Hand auf der Schulter und seltsamerweise fühlte sie sich dadurch gestärkt.
Ungelenk machte sie, nachdem sie sich gesammelt hatte, einen Schritt auf das Grab zu. Wenigstens ein kleines Präsent wollte sie auf dem grauen Ungetüm hinterlassen. Sie holte einen Apfel aus der Tasche und polierte ihn an ihrem Hemd bis er glänzte und legt ihn dann neben der restlichen Dekoration auf dem Stein ab.
Ihr fiel wieder ein, wie sie eben solche Früchte früher vom Markt geklaut hatten. Na ja, sie hatte geklaut, und er ihr den Rücken frei gehalten - aber gegessen hatten sie die gestohlenen Früchte beide.
"Iss was auf deinem Weg, Großer."
-----
Tage vor der offiziellen Verabschiedung hatte sie schon auf ihre Weise Abschied von dem Holzkopf, der ihr Bruder war genommen.
Ein Ort, der schlicht war, ohne Prunk.
Ein Ort der Schutz bot.
Ein Ort der ruhig war.
Ein Ort, wo man sich verstecken konnte.
Ein Ort, wo man den Tag genießen konnte.
Hier wollte sie ein kleines Andenken für ihn hinterlassen, nur für ihn.
[img]http://s29.postimg.org/gtcmnul6v/Wolf_fuer_Savar.png[/img]
Zuletzt geändert von Gast am Donnerstag 29. Mai 2014, 21:12, insgesamt 1-mal geändert.