Der steinige Weg zum Scharfschützen

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Rayana Daley
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Der steinige Weg zum Scharfschützen

Beitrag von Rayana Daley »

Der Brief hatte alles verändert, ob zum Guten war noch offen, doch ich nahm mir vor das Beste aus ihm zu machen.
Ein Herr Rendan hatte mir geschrieben, man wäre auf meine Fähigkeiten als Schützin aufmerksam geworden und wolle mich fördern.
Zur Scharfschützin solle ich ausgebildet werden.
Ich hatte von ihnen gehört, ohne mir wirklich etwas darunter vorstellen zu können.
Seine Heiligkeit der Alka hatte von ihnen gesprochen bei der Eröffnung der neuen Arena vor Rahal und von dem Moment an wollte ich zu ihnen gehören.
Kämpfen, schützen, Großes leisten für Alatar und sein Reich.

Mit dem Brief schien der Traum in greifbare Nähe gerückt zu sein.
Doch warum ich? Es gibt bestimmt bessere Schützen als mich und dennoch wurde ich auserwählt. Ich nahm mir vor das denkbar Beste daraus zu machen und ebenso das denkbar Beste zu geben.

Am ersten Tag des Eluviar zur 8 Stunde nach dem Mittag wollte mich Herr Rendan, auf dem Übungsgelände der Garde, vor Rahal treffen.
Ich fieberte dieser Stunde entgegen, was würde sie mir bringen, würde mein Leben sich mit ihr zum Besseren wenden.

Endlich war es soweit, in meiner Aufregung lief ich an ihm vorbei, erst im letzten Augenblick sah ich ihn da sitzen.
Was mußte er nur von mir denken, welchen Eindruck gleich zu Beginn von mir bekommen?

Doch dann ging alles ganz leicht und schnell.

Er ist Scharfschütze und der Ritterschaft unterstellt und beauftrag uns, ja es gibt noch zwei weitere Schützen die das selbe Ziel verfolgen, auszubilden.

Die Ausbildung besteht nicht nur schießen, oh nein, auch Kenntnisse in Bogenbau und das Anfertigen von Pfeilen gehört dazu.
Nun ja ich baue meine Bogen seit ich denken kann selbst und auch meine Pfeile mache ist selbst, was natürlich nicht zu vergleichen ist mit den Arbeiten eines ausgebildeten Bogners, aber ich werde es jetzt ja richtig lernen, werde mich verbessern.
Wissen in Anatomie und Giftkunde wird uns gelehrt werden.Auch auf körperliche Ertüchtigung wird Wert gelegt, was ich ja verstehe auch wenn ich mich darauf nicht unbedingt freue, doch es gehört dazu und wenn es mir hilft mein Ziel zu erreichen dann werde ich auch das mit Freude machen.

Nachdem Herr Rendan mir das alles erklärt hatte mußte ich schießen und dabei habe ich mich nicht dumm angestellt, denn das ist etwas das ich kann.
Nur leider mußte ich im Anschluss über das Gelände laufen, er wollte sich ein Bild davon machen wie meine Belastbarkeit ist.
Ich bin gerannt, geklettert und habe geschnauft, belassen wir es dabei.

Und dennoch hat mir Herr Rendan gesagt das er mich ausbilden wird, ich kann es immer noch nicht glauben und doch ist es so, mein Traum wird wahr.

Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?
George Bernard Shaw

Nachdem ich mich verabschiedet hatte bin ich schnell zu einem Händler gelaufen und habe mir das schönste Buch gekauft das er hatte, denn ich muß über meine Ausbildung Berichte schreiben und ich werde schreiben, jedes noch so kleine Detail werde ich festhalten, für Herrn Rendan aber vorallem für mich, um mich immer wieder daran zu erinnern wie ich es geschafft habe, wie ich Scharfschützin geworden bin......
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Rayana Daley
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Beitrag von Rayana Daley »

Wochenaufgabe 1
von Rayana Meienschein

Bevor ich meine Waffen, meine Gifte, meine Pfeile wähle, analysiere ich meine Umgebung, die Tageszeit, die Anzahl der Gegner, die Möglichkeit welche mein Gegener hat und die Art und Weise wie er sterben soll und was ich dadurch erreichen will.

ich würde folgendermaßen vorgehen bei einem.....

Schützen in kompletter Zweikopflederrüstung ohne das dieser den Schutz von anderen Hilfsmitteln hat....

1.) Giftpfeil getränkt mit Efeu/Nachtschttentinktur
2.) Spezialpfeil gefüllt mit Energieresistenz senkendem Gift
3.) Blitz=Coeliumpfeile

...........

............


ich legte das Buch zur Seite, lehnte mich in meinem Sessel zurück und dachte darüber nach was bisher geschehen war.

Er hatte sich wirklich gemeldet und mir mitgeteilt das ich am 3. Tag der Woche zur 21 Stunde meinen ersten Unterricht auf dem Weg zum Scharfschützen haben würde.

Die Zeit bis dahin verging viel zu langsam, mit jagen, Holz schlagen für meine Pfeile die ich selbst anfertige und dem versorgen von Anreon´s Hof.
Doch sie verging und dann war es endlich soweit.

Der Unterricht sollte in den Räumlichkeiten des Konvents des Wissens stattfinden und ich stand schon eine geraume Zeit vor der Tür bevor Herr Rendan kam, aber lieber zu früh da sein und warten als sich blamieren und zu spät erscheinen.

Wie sagt Frau Hauptmann immer so schön....10 Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlichkeit.

Meine Mitstreiterinnen erschienen auch pünktlich und nachdem wir uns nach oben begeben hatten konnte der Unterricht beginngen....und wie er begann...

Giftkunde, die Fragen und Informationen von Herrn Rendan prasselten gleichermassen auf uns nieder.....

Es gab soviele Möglichkeiten und Gifte, einige kannte und benützte ich schon von anderen hörte ich das erste Mal.

Giftpfeile bestrichen mit einer Tinktur aus Efeu und Nachtschatten, sind jene die ich bevorzuge.

Spezialpfeile die einen kleinen Glaskpörper haben der mit den verschiedensten Giften gefüllt werden kann...energieresistenz senkend,
physische Energie senkend,
paralysierend,
Mana entziehend.

Verwirrungspfeile die den Gegner sogar dumm gegen Wände laufen lassen.

Brand und Feuerpfeile.

Zu guter Letzt noch die Information, daß sollten einem die Giftpfeile ausgehen man normale mit Fäkalien bestreichen kann, welche zwar nicht sofort zum Tode führen aber am Ende doch Wirkung zeigen.

Meine Reaktion auf diese Möglichkeit kam bei Herrn Rendan wohl nicht so gut an, doch auch wenn ich diesen Weg gewählt habe und mit Freude meine Befehle, egal um welche es sich handeln wird, befolgen werde, so muß ich dennoch nicht meine Würde unterdrücken und mit Begeisterung in Kot wühlen, was ich natürlich machen werde sollte es erforderlich sein, nicht mit Begeisterung aber wühlen.

Am Ende der Stunde bekamen wir die Aufgabe herauszufinden welches Gift am Besten gegen verschiedene Gegner, welche Herr Rendan uns aufzählte, in unterschiedlichen Rüstugen und mit Tränken gestärkt, wirkt.

Um diese Informationen zu erhalten begab ich mich am nächsten Tag zum Feldscher Soldan Falkenbach, einem altgedienten Kämpfer und Heiler, der meines Erachtens nach, wie kein Anderer die nötigen Kenntnisse darüber hatte.

Ich hatte mich nicht getäuscht, vollgespickt mit seinen Erläuterungen begab ich mich nach Hause und begann in meinem Buch, das ich Herrn Rendan bei der nächsten Stunde übergeben wollte,aufzuschreiben......

Der Weg zum Scharfschützen hatte begonnen...


Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun

Mao Tse-tung
Zuletzt geändert von Rayana Daley am Freitag 9. Mai 2014, 18:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Rayana Daley
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Beitrag von Rayana Daley »

Ein weiterer Wochenlauf war vergangen und obwohl er angefüllt war mit vielen Aufgaben,

Holz wollte geschlagen werden, da mein Vorrat an Pfeilen sich dem Ende zu neigte,
des weiteren half ich Soldan im Schlachthaus oder ging mit ihm jagen, wobei mir das von allem am Liebsten war, egal wie brenzlig die Situation auch war, auf Soldan konnte ich mich immer verlassen, er stand immer hinter mir, auch wenn er für mich meist nur ein Brummen übrig hat,

waren meine Gedanken immer bei der nächsten Unterrichtsstunde.
Bogenbau war angesagt und ich freute mich auf die Stunde, da ich meine Bogen und Pfeile schon seit langer Zeit selbst fertigte, doch ich konnte von der Stunde nur provitieren und mich verbessern.

Dann war es so weit, sie fand im Hort des Wissens in Grenzwart statt und wie erhofft lernte ich viel......

Kurzbogen.....Langbogen....Doppelbogen....Kompositbogen............
Oberer Wurfarm.....unterer Wurfarm.....Griff....
Bogenbauch......Bogenrücken.........Nocke und Bogensehne....

mein Kopf schwirrte von all den Begriffen aber ich war glücklich das ich lernen durfte.
Da es spät geworden war verlegte Herr Rendan den zweiten Teil des Unterrichts auf den nächsten Tag.....

Bogenschießen.....schön das ist etwas das ich kann......dachte ich.....

Das ganze Debakel begann damit das wir hinter Herrn Rendan, der hoch zu Ross war, herrennen durften, von Grenzwart nach Rahal.
Das Rennen war kein Problem, da mich Ritter Wolfseiche freundlich dazu eingeladen hatte, mit ihm und den andern beiden Scharfschützenanwärterinnen, morgens zu laufen, war ich das schon gewohnt und es stellte keine große, nun ja keine allzu große Anstrengung dar.
Immer wieder mußten wir anhalten und auf von Herrn Randan ausgewählte Ziele schiessen, wobei ich zu meiner Verteidigung anmerken darf, daß ich ein bis zweimal auch getroffen habe, trotz wackligen Knien und zitternden Armen. Laufen und schiessen will gelernt werden.
Den Abschluss fand die Stunde dann am Truppenübungsplatz der Garde vor Rahal.
Wir robbten, wir kletterten, wir rannten und wir schossen.
Mein letzter Schuss auf die Übungspuppe traf zwar nicht genau ihren Kopf aber er riss ihr das Ohr ab und auch wenn Herr Rendan meinte, diesen Schuss würde der Gegner überleben, bin ich anderer Meinung, nicht umsonst sind meine Pfeile vergifftet.
Doch am meisten freute mich dann die Bemerkung von Herrn Rendan das wir alle Potenzial haben und es nur besser werden kann......


Gebeugt erst zeigt der Bogen seine Kraft.
Franz Grillparzer
Zuletzt geändert von Rayana Daley am Dienstag 20. Mai 2014, 17:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Rayana Daley
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Beitrag von Rayana Daley »

......total erschlagen erhob ich mich von meinem Bett und schlurfte ins Bad, ich hatte kaum geschlafen, immer wieder dachte ich über die vergangene Unterrichtsstunde nach.
Nachdem ich mich frisch gemacht und angezogen hatte ging ich nach oben, wo ich mir erst einmal etwas zu essen machte.
Und wieder gingen meine Gedanken zum gestrigen Abend zurück....
ich war als Einzige der Auszubildenden da und als mir Herr Rendan sagte, daß ich dann ja beim nächsten Mal den Unterricht halten, und die Beiden über die gestrige Stunde informieren soll, wurde mir doch ein wenig bange....
Herr Rendan bemerkte es und meinte dann, wenn die Ausbildung zur Scharfschützin abgeschlossen sei würde unterrichten zu meinen Aufgaben gehören, da das Reich ja mehr als nur drei Scharfschützen benötigt, und das hat mir wirklich Angst gemacht......
Ich zögere nicht wenn es darum geht mich in den Kampf gegen Ketzer und andere Feinde des Reichs zu stellen, ich habe ohne Furcht vor dem Insektendämon gestanden und gegen den Blutdämon gekämpft, aber wenn ich daran denke das ich unterrichten soll wird mir ganz flau im Magen.
Ich kann kämpfen aber mit dem Reden habe ich es nicht so.....

Wir sind nochmal die einzelnen Pfeilarten, ihre Besonderheiten und ihre Machart durchgegangen, es gibt...

normale Pfeile
Giftpfeile
Silberpfeile
Brandpfeile
Feuerpfeile
Blitzpfeile
Jagdpfeile
Verwirrungspfeile und
Spezialpfeile

und jede Pfeilart hat ihre besonderen Eigenschaften, die ich natürlich kenne, die mir geläufig sind, ich weiss es, aber ich weiss nicht wie ich das jemandem beibringen soll.
Ich hatte Herrn Rendan etwas von Paralysepfeilen erzählt, worauf er meinte ich hätte damit schon Recht, nur es wären Spezialpfeile mit Paralysegift gefüllt und so muß ich das einmal meinen Schülern vermitteln, daß Problem ist, für mich ist das so geläufig, daß ich gar nicht auf den Gedanken komme jemand könne das nicht wissen.
Seufzend räumte ich meine Küche auf und machte mich dann fertig um in den Wald zu gehen. Dort wurde mein Kopf wieder frei, der Wald hatte wie immer eine beruhigende Wirkung auf mich.

Wenn unterrichten dazu gehört, dann werde ich eben lernen zu unterrichten, ich bin ja nicht dumm, ich will das und darum werde ich es auch lernen, mehr noch als verlangt wird...........


Nichts ist schrecklicher als ein Lehrer, der nicht mehr weiß als das, was die Schüler wissen sollen.
Johann Wolfgang von Goethe
Zuletzt geändert von Rayana Daley am Mittwoch 11. Juni 2014, 21:16, insgesamt 2-mal geändert.
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Rayana Daley
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Beitrag von Rayana Daley »

ich hatte mir umsonst Sorgen gemacht, die von mir so gefürchtete Unterrichtsstunde fiel aus, nun ja nicht für immer, nur für diesen Wochenlauf, ich hatte eine kleine Gnadenfrist bekommen, um mich noch besser auf sie vorbereiten zu können.

Und das verdankte ich Hans.....Hans war die Leiche eines Mannes, an der Feldscher Falkenbach eine Lehrstunde über die menschliche Anatomie und deren Schwachpunkte gab.
Schon am Tag vor der Lehrstunde haben Herr Falkenbach, seine Schülerin Mia, die ehrenwerte Lethra Vyel´tareala und ich, den Leichnam von Hans, so hieß er da aber noch nicht, diesen Namen hat ihm Herr Falkenbach wohl spontan am Tag der Lehrstunde gegeben, vorbereitet.

Seine Organe wurden sorgfältig entnommen und mit Wachs präpariert, daß sie während der Lehrstunde gut gezeigt werden konnten.

Die Lehrstunde war gut besucht und Herr Falkenbach hat anschaulich erklärt, meiner Meinung nach war es ein voller Erfolg.

Zurück in Düstersee begab ich mich mal wieder zum Buchhändler, bis meine Ausbildung abgeschlossen ist wird er an mir bestimmt noch reich, um mir ein neues Exemplar, in das ich meinen Ausbildungsbericht über die Lehrstunde, schreiben konnte, zu kaufen.........


Anatomie des Menschen.

Wichtigste Stellen und Organe für tödliche Treffer
Hals....Achsel.....Leiste...Herz....Lunge....Niere.....Unterbauch......
......................................................................................
.....................................................................................

Es gibt viele Angriffsstellen am menschlichen Körper, man muß nur der Situation angemessen sofort reagieren und einen tödlichen Schuss setzten


Mit diesen Worten beendete ich meine Aufzeichnungen, ein wenig nachdenklich geworden, denn im Tod sind doch alle gleich, sei es Mensch, Tier oder Monster

Mit dem Tod habe ich nichts zu schaffen. Bin ich, ist er nicht. Ist er, bin ich nicht.
Epikur von Samos
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Rayana Daley
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Beitrag von Rayana Daley »

Was für eine Woche hatte ich hinter mir....am ersten Abend des Wochenlaufs die Lehrstunden bei Herrn Falkenbach, dann in der Mitte die Unterredung mit Herrn Rendan, in deren Verlauf er mir mitteilte das die, von mir so gefürchtete Schulstunde doch noch in diesem Wochenlauf stattfinden würde.
Am 5 Abend war es dann soweit, ich war aufgeregt und nervös als ich wiedergab was ich über Pfeilarten gelernt hatte.
Doch wie mir meine Mitauszubildenden und auch Herr Rendan bestätigten habe ich mich wohl nicht gar so dumm dabei angestellt.
Erleichterung stellte sich bei mir ein, ich würde auch unterrichten könnnen wenn es darauf ankam.
Nach dem Unterricht teilte mir Herr Rendan mit das er gleich ein Gespräch mit Frau Hauptmann hat und ob ich ihn dazu begleiten möchte.
Da ich wußte um was es ging sagte ich zu.
Im Verlauf des Gesprächs wurde ich dann..


unehrenhaft

aus der Garde entlassen.
Wenn es nicht so traurig wäre könnte ich nur lachen....

Alles begann im Wochenlauf davor, am ersten Abend des Biwaks von der Garde. Mir ging es an diesem Abend nicht gut, ich hatte private Probleme und irgendwie auf alles einen Hass. Leider habe ich den Fehler gemacht mir das anmerken zu lassen. Ich weiss das war dumm und gehört nicht in den Dienst, aber ich bin/war nicht nur Gardist, nein ich bin auch ein Mensch und Menschen machen Fehler und ich bin fest davon überzeugt das uns der All-Eine Fehler machen lässt, damit wir daran erstarken, aus ihnen lernen um sie nicht wieder zu machen. Für den Appell am andern Abend habe ich mich bei Frau Hauptmann freistellen lassen, da ich einen wichtigen Termin hatte.

Einige Tage später wurde ich von Provost Talmar in das Hauptquartier beordert. Anwesend waren Leutnant Umrah, Wachtmeister Talmar und Provost Talmar.
Ich bekam den verdienten Rüffel für mein Benehmen während des ersten Biwakabends und war bereit es so hinzunehmen, doch als Frau Leutnant dann sagte Frau Hauptmann habe darauf hingewiesen das ich öfter fehlen würde, fehlten mir dann doch die Worte. Egal was war, ich war immer dabei aber egal. Mein Entschluss stand fest ich wollte sofort und auf der Stelle meinen Dienst quittieren und sagte das auch. Frau Leutnant meinte dann sie wüßten das ich immer da wäre (auf einmal) und wollten mich nicht verlieren, ich solle mich doch für die Zeit meiner Ausbildung von der Garde freistellen lassen. Nach kurzer Überlegung war ich damit einverstanden und wurde
auf eigenen Wunsch freigestellt.
So weit so gut.....dachte ich, bis ich, als ich wieder in Düstersee war, von Ahad Crain erfuhr, Frau Hauptmann hätte ihm gegenüber erwähnt, daß sie mich vom Dienst beurlaubt habe, wegen
falscher Einstellung zur Garde was eine glatte Lüge ist, Frau Hauptmann war bei dem Gespräch in dem ich auf eigen Wunsch freigestellt wurde, überhaupt nicht anwesend. Des weiteren behauptete sie Herr Rendan habe sich bei ihr über mich beschwert. Eine weitere Lüge von ihr wie ich später in einem Gespräch mit Herrn Rendan herausfand. Daraufhin fand dann das Gepräch, in dessen Verlauf ich unehrenhaft entlassen wurde, statt.

ich war gerne Gardist, ich war stolz darauf die Uniform und die Farben der Garde tragen zu dürfen, aber in einer Garde in der, der eigene Hauptmann, aus was für irrigen Gründen auch immer, bereit ist, einem jeder Zeit und völlig skrupellos das Messer in den Rücken zu jagen, in so einer Garde will ich nicht dienen.

Zum Glück hat die ganze Farce keine Auswirkungen auf meine Ausbildung, wie mir Herr Rendan versicherte.

ich bin mir keiner Schuld bewußt und ich habe nie gelogen.
Ich weiss das und der All-Eine weiss es und nur das zählt.

Ich habe ein reines Gewissen und kann morgens in den Spiegel schauen ohne das mir dabei schlecht wird.....ob das andere auch können?


Alles, was gegen das Gewissen geschieht, ist Sünde.
Thomas von Aquin
Gast

Beitrag von Gast »

Als Rayana ins Auktions- und Handelshaus kam um eine Bestellung bei mir aufzugeben,
dachte ich mir nichts. Sie wirkte etwas unentspannt, genervt,
aber an sich freundlich wie immer.
Während ich mich ans Werk machte um ihre Wünsche direkt zu erfüllen,
erzählte sie mir dann von dem Vorfall.

So sehr ich auch versuchte einige Worte und Kommentare dazu zurückzuhalten,
misslang es trotz allem und es brodelte nur so aus mir heraus.
Rayana fand Zustimmung.


Die erste Pflicht derer, die eine hohe Stellung bekleiden, ist die,
den anderen mit gutem Beispiel voranzugehen.

(Massimi Taparelli d'Azeglio)

Und tun sie es?

Es ist erstaunlich, was man alles erreichen könnte,
wenn man sich nicht darum kümmert,
wer dafür die Anerkennung bekommt
.

(Harry Truman)

Und ihnen ist nur wichtig sich im Ruhm zu sonnen,
Anerkennung für ihre Taten zu erhalten, die so groß sind,
wie die eines jeden anderen auch.


"Reg dich nicht auf Rayana. Du tust gutes Werk unter dem Blick des All-Einen.
Wir alle geben unser Bestes um nach seinem Willen zu leben.
Dass hier Dinge geschehen die keiner nachvollziehen oder gar verstehen kann,
wissen wir nicht erst seit gestern. Nick es ab und leg deine Kraft in die Ausbildung
bei Herrn Rendan. Du bist da nicht umsonst dabei."


Und so setzte ich mich des späten Abends nochmal mit Lenarius an den Kamin,
lies den Abend ausklingen und dachte an die nicht vorhandenen Fortschritte im Fall als ich angeschossen wurde.
Es interessiert niemanden, weil ich keinen Titel habe. Weil ich mir nichts aus Titeln
oder anderen Rühmungen mache.
Manchmal steht die Welt Kopf, die Leute spielen verrückt, und ein jeder
scheint unser gemeinsames Ziel aus den Augen zu verlieren,
nur um darzustellen, wie einzigartig und wichtig man für das Reich sei.
Dabei würde vermutlich der ein oder andere Verlust nicht mal betrauert.
Alatar, steh uns bei.
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Rayana Daley
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Beitrag von Rayana Daley »

Da ein Geräusch....ich rannte zum Fenster, wie so oft in den letzten Tagen und wie jedes mal trat ich enttäuscht zurück, kein Bote.

Ich wartete weiter, wartete auf eine Nachricht von Herrn Rendan, von dem ich seit dem Ende der Belagerung von Schwingenstein, nichts gehört hatte.

Was war mit meiner Ausbildung? Mit dem Unterricht? Geht es weiter? Wann geht es weiter?
Ist er während der Kämpfe um Schwingenstein verletzt oder ,möge Alatar es verhindern, gar getötet worden? Nein das kann nicht sein, darf nicht sein.

ich war verwirrt und ratlos. War in Rahal um Fann aufzusuchen, sie zu fragen ob sie etwas mehr weiß als ich, leider habe ich sie nicht angetroffen, ihr aber eine Nachricht in den Briefkasten geworfen. Wieder bleibt mir nichts als warten.

Dann fiel mir Ritter Durion ein, er hatte großes Interesse an meiner Ausbildung gezeigt und wollte immer von mir darüber unterrichtet werden, was für Fortschritte sie macht. Schnell schrieb ich ihm einen Brief, in dem ich alles erklärte und auch von meinen Sorgen sprach.
Ein Bote, den ich damit zur Burg der Bruderschaft schicken konnte, war rasch gefunden. Und wieder begann das Warten.

Schwingenstein......welch widersprüchliche Gefühle dieses Wort in mir hinterlässt.

Das Lagerleben, die Kämpfe, Siege, Niederlagen, Verletzte, Tote, Freunde und Feinde.
Das alles sind neue Erfahrungen für mich. Erschreckende, traurige, aber auch schöne Erfahrungen, die mich darin bestätigen, daß ich den richtigen Weg eingeschlagen habe, als ich die Ausbildung zum Scharfschützen angenommen habe.

Auch wenn wir, Fann und ich, noch in der Ausbildung sind, so kann ich doch mit Stolz behaupten, daß wir dem Reich einige gute Dienste geleistet haben.
Sei es während der Kämpfe oder als wir gemeinsam mit Silea die Fallen der Ketzer entschärft und dann entwendet haben, oder bei unseren Erkundungen und dem ausspionieren der Feinde.

Ja die Ausbildung trägt bereits Früchte.
Sogar der Unterricht in Wundversorgung, den ich bei der BdS besucht hatte, war mir sehr von Nutzen, als Silea einen Pfeil in die Schulter bekam, kein Heiler im Lager war, und ich dann wußte wie er zu entfernen ist, und es auch tat.

Wir haben eine Niederlage erlitten in Schwingenstein, aber für mich gab es dort viele kleine persönliche Siege.

Und das wichtigste war dabei, Tzion war während der ganzen Belagerung mit im Lager, hat mitgekämpft.

Tzion mein Gefährte, mein Fels in der Brandung, er hat mich aufgefangen wenn ich verzweifelte ob der Verletzten und Toten die es gab.
Er hat mich wieder aufgerichtet, wenn ich an mir selbst zweifelte, an meinen Fähigkeiten, meinem Können.
Und er hat mich getröstet und gepflegt als ich selbst angeschossen wurde.
Er gibt mir die Gewissheit, daß ich mit ihm an meiner Seite alles erreichen kann.

Und so werde ich nicht weiter nur warten, daß ich etwas über den Fortgang meiner Ausbildung höre, sondern etwas unternehmen......


Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott sich darum kümmert.
Martin Luther King
Zuletzt geändert von Rayana Daley am Donnerstag 7. August 2014, 14:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Rayana Daley »

müde aber glücklich kam ich nach hause, verstaute meine Jagdbeute und füllte Pfeile und Tränke auf, dann setzte ich mich mit einem Becher heißen Tee vor den Kamin und lies noch einmal alles Revue passieren.....

nachdem ich weder etwas von Rendan noch genaueres von der Bruderschaft gehört hatte, führte mich mein Weg immer öfter zu Fann, schließlich sitzen wir im selben Boot, hatten den selben Wunsch.
In unseren Gesprächen kristallisierte es sich immer klarer heraus, wir waren beide erfahrene Schützinnen, der Anfang unserer Ausbildung war gemacht, wir würden uns einfach gegenseitig weiter unterrichten, unser Können verbessern, daß trauen wir uns durchaus zu....

Nachdem das feststand ging alles sehr schnell, wir tauschten unsere Berichte über den Unterricht aus, so das jeder von uns auf dem selben Stand war und dann gingen wir gemeinsam jagen, denn ich denke von der Theorie, auch wenn sie wichtig ist, hatten wir beide genug und wir müßen ja herausfinden wie wir aufeinander eingespielt sind, denn je besser wir es sind um so besser können wir in bestimmten Situationen der Bruderschaft und dem Reich dienlich sein.

Die Jagd verlief erstaunlich gut, wir konnten uns fast blind auf den Anderen verlassen.
Auch hier zeigte der Unterricht seine Wirkung, wir wußten genau wann ist welcher Pfeil einzusetzen und taten das auch erfolgreich.

Und nach der heutigen Jagd bei der auch Isabell dabei war, weiss ich genau das auch ein Balron für drei erfahrene Schützen kein Problem ist, der stellt für das Reich keine Gefahr mehr dar......

und nun sitze ich vor dem Kamin, schlürfe meinen Tee und freue mich auf weitere Jagdausflüge und die weitere Verbesserung unseres Könnens



Für das Können gibt es nur einen Beweis: das Tun.
Marie von Ebner-Eschenbach
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Beitrag von Rayana Daley »

wie schnell die Zeit verfliegt wenn man ein Ziel hat.

Meine Tage waren angefüllt mit jagen und dem Verbessern meiner Fähigkeiten als Schützin, alles andere lief einfach nebenher, weil es eben getan werden mußte.

Noch immer machten wir jeden Morgen unsere Laufübungen, in deren Verlauf sich Ritter Wolfseiche manchmal doch etwas als Sklaventreiber zeigte, wobei ich das ihm gegenüber niemals laut äußern würde.

Nach dem Lauf, der meistens am Truppenübungsplatz vor Rahal endete, blieben Fann und ich noch dort um Distanzschießen zu üben. Da wir uns gegenseitig anspornten und auch ein gewisses kleines Kon­kur­renz­den­ken, natürlich nicht im negativen Sinne, vorhanden war, wurden wir auch darin immer besser.

Immer wieder machten wir uns auch Gedanken über Dinge die für den Scharfschützen nötig und hilfreich sind.
So diskutierten wir lange über eine passende Rüstung, welches Leder ist das geeignetste und wie sollte es am Besten beschlagen sein. Was muß sie aushalten, wovor uns schützen.

Auch unseren theoretischen Unterricht setzten wir fort. In der letzten Stunde gingen wir
noch einmal die verschiedenen Bogenarten durch, ihre Vor und Nachteile, Schnelligkeit, Durchschlagskraft und Handlichkeit.
Es gibt soviel das man bei der Wahl des richtigen Bogen beachten muß.

Fann hat Kontakt zu einem Schützen aufgenommen, der sich auf die Armbrust spezialisiert hat und bereit ist uns über den Bau und die Handhabung einer Armbrust zu unterrichten.
Auch wenn ich genau weiß das ich meinen Bogen niemals gegen eine solche tauschen werde, so ist es doch kein Fehler auch deren Gebraucht zu beherrschen.

So waren meine Tage angefüllt mit lernen und nochmal lernen und ich war glücklich dabei...




Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.

Laozi
Zuletzt geändert von Rayana Daley am Freitag 10. Oktober 2014, 18:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Rayana Daley »

Es war spät geworden bei Fann, leise schloss ich meine Haustüre hinter mir, ging in die Küche um mir einen Kaffee aufzubrühen, mit dem ich mich dann an meinen Schreibtisch setzte..

Den Bericht über unser Nachtcamp hatte ich schon geschrieben und gleich bei Fann gelassen, sie würde ihn an die Bruderschaft weiterleiten..
Das Nachtcamp...ich mußte lächeln als ich mich daran erinnerte...Fann, Isabell und ich hatten uns aufgemacht die Nacht in den Wäldern zu verbringen, daß kam bestimmt öfter auf uns zu wenn wir erst einmal im Dienst als Scharfschütze waren.
Ich hatte die Aufgabe gehabt einen geeigneten Lagerplatz zu finden.
Am Vortag war ich losgezogen und hatte auch schnell einen, meiner Meinung nach guten, gefunden.
Im Nachhinein stellte sich heraus das er wohl doch nicht so gut war, es gab zwar einen Bachlauf und genügend Bäume als Sichtschutz, aber etwas östlich war eine Brücke, auf die ich gar nicht geachtet hatte und über die man sich leicht an das Lager hätte anschleichen können.
Also machten wir uns auf die Suche nach einem besseren Platz und kamen dann doch wieder in die Nähe des ursprünglich von mir ausgesuchten, jedoch auf der anderen Seite des Bachlaufs...
Das Lager war schnell errichtet, geeignete Bäume um einen Unterstand zu bauen standen ja genügend herum.
Ich ging um das Holz für ein Lagerfeuer zu schneiden und da der Herbst schon weit fortgeschritten ist gab es genügend trockene Äste so das sehr bald ein nettes Feuer in der Mitte des Lagers loderte..
Auch die Fische die ich darauf für uns zubereitete waren schnell geangelt..

Nachdem wir satt waren, gingen wir noch einmal durch auf was man alles bei der Wahl eines Lagerplatzes achten muß.
Auch wenn die Beiden nicht so davon überzeugt sind bin ich der Meinung das wir auch einmal in anderen Gegenden eine Nacht verbringen sollten.
Es wäre doch interessant zu wissen auf was muß ich in der Wüste oder in einem Eisgebiet achten. Als Scharfschütze sollte man auf alles vorbereitet sein, wer weiß wo einen der nächste Auftrag hinführt.
Nach einer ruhigen Nacht erwachten wir sehr früh, es war noch nicht ganz hell und somit die beste Voraussetzung ein wenig schießen zu üben.
Schnell mußten wir sein und ganz genau schauen damit wir die Vögel die wir mit Absicht aufscheuchten treffen konnten..

Unter viel Gelächter rupften wir unsere Beute danach und brieten sie über dem neu angefachten Lagerfeuer. Auch wenn so ein Vogel nicht viel Fleisch auf den Rippen hat wurden wir doch alle drei satt.
Das Lager war genau so schnell abgebaut wie wir es aufgebaut hatten und wir machten uns auf den Heimweg.

Ein paar Tagesläufe später traf ich Fann und wir beschlossen jagen zu gehen. Das Goldgrab war unser Ziel. Wir betraten es über den Friedhof von Varuna und kämpften uns langsam immer weiter vor. Die Gegner schienen kein Ende zu nehmen. Wir töteten einen und an seiner Stelle erschienen drei weitere. Doch sie konnten nichts gegen unseren Pfeilehagel ausrichten. Wir behielten die Überhand, durchkämmten Raum für Raum und säuberten ihn von all den widerlichen Kreaturen.
Jeder Handgriff sahs, jeder Schuss traf sein Ziel und wir waren uns zu jeder Sekunde sicher das wir uns auf die Andere verlassen konnten, Fann hielt mir den Rücken frei und ich ihr.
Zwei Dämonen hatten wir schon erfolgreich getötet und auch der Drache, den Fann mit ihrem Harfenspiel rief, stellte kein Problem für uns dar.
Wir wurden fast euphorisch, da wir nicht ein einziges Mal von einem Gegner zu Boden gerungen wurden.
Langsam wuchsen wir zu einer Einheit zusammen.
Mit dem Gefühl wirklich nützlich für die Bruderschaft und das Reich werden zu können verließen wir das Goldgrab wieder.
Auch das wir vergessen hatten dem Drachen das Leder ab zu ziehen konnte unsere gute Laune nicht trüben, denn viel wichtiger als Drachenleder ist das Gefühl von Kameradschaft und vielleicht einer sich vorsichtig anbahnenden Freundschaft.....




Freundschaft fließt aus vielen Quellen, am reinsten aus dem Respekt.

Daniel Defoe
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Beitrag von Rayana Daley »

Er hat sich gemeldet......nach so vielen Wochen hat er sich gemeldet.....nur ein kleiner Zettel in meinem Postkasten......mit einem wichtigen Auftrag ist er unterwegs, der keinen Kontakt zulässt da er sonst scheitern könnte. Wir sollen unsere Ausbildung selbstständig beenden, uns selbstständig weiter bilden unser Können verfeinern und steigern..........Abgeschlossen wird die Ausbildung mit der Ritterschaft, schreibt er und das wir dann eine Elite Einheit sein werden..........

Nun gut das war doch mal eine Ansage, damit konnte ich arbeiten. Das so ersehnte Ziel war in greifbare Nähe gerückt, denn Fann und ich hatten die ganzen vergangenen Mondläufe nicht faul auf unserem Hintern herum gesessen, nein wir hatten uns weiter entwickelt, waren zusammen jagen haben Nächte lang über eine passenden Rüstung und den perfekten Bogen nachgedacht, Pläne gezeichnet sie verworfen und neue erstellt, bis wir uns sicher waren DAS ist die richtige Rüstung Das ist der ideale Bogen.

Auch bei der Bruderschaft hatten wir unser Konzept vorgestellt, nun gut Fann hat geredet ich nur immer wieder etwas dazu eingeworfen. Das Reden liegt mir nicht so, als Tochter eines Jägers, vom Vater groß gezogen, wurde ich von ihm schon sehr früh mit in den Wald zur Jagd mitgenommen und das erste was ich dabei lernte war Schweigen um das Wild nicht zu vertreiben. Nach dem Tod meines Vaters nahm mich der Bruder meiner, bei meiner Geburt verstorbenen Mutter, auf. Mein Onkel war ein guter, aber leider auch schwacher Mann, er kam nicht gegen sein zänkisches Weib an. Die meinte in mir endlich eine billige Dienstmagd bekommen zu haben und erwartete, daß ich lautlos ihre täglichen Gemeinheiten, Demütigungen und Prügel, hinzunehmen hatte. Wieder bestand mein Leben aus Schweigen und es wurde mir zur zweiten Natur. Darum war ich ganz froh das Fann mit reden kein Problem hatte und es für uns übernahm.
Man kann sagen das die Bruderschaft von unserem Konzept angetan war, denn schon am nächsten Tag wurden wir mitgenommen, in unserer Eigenschaft als Scharfschütze, als zusätzliche Sicherheit, zum Austausch der beiden Gefangenen, der Alatar sei Dank, problemlos verlief. Unser Ritter ist gesund zurück in Rahal und was mit dem Anderen ist interessiert im Moment nicht.

Es stimmt was gesagt wird, daß im Reich des All-Einen ein jeder der etwas leistet, es auch zu etwas bringen kann, als ich hier ankam hatte ich nichts, nicht einmal die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Nun bin ich in der Ausbildung zum Scharfschützen und damit ein nützliches Mitglied des Reichs.

Bin verlobt mit dem besten Mann den ich mir nur wünschen kann. Und habe, endlich die Aussicht auf eine glückliche und erfüllte Zukunft.....



Die Zukunft gehört denen, die an die Wahrhaftigkeit ihrer Träume glauben

Eleanor Roosevelt
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Rayana Daley
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Beitrag von Rayana Daley »

ich sitze am Fenster und schaue hinaus auf die glitzernde kalte weiße Pracht, die man sogar wie jetzt in der Dämmerung gut erkennen kann. Über Nacht hatte es geschneit. Tage lang waren Fann und ich in die Frostklamm gegangen, um das Schießen bei Kälte und Wind zu üben, nun könnten wir es direkt vor unserer Haustüre machen.

Neben den Schießübungen arbeitete ich hart daran mein Fechten zu verbessern. Als Schützin war meine Stärke zwar der Fernkampf, aber sollte es ein Gegner doch einmal bis in meine Nähe schaffen, wollte ich auch darauf vorbereitet sein.
Und so führte mich mein Weg jeden Tag in alle Tunnel und Höhlen, in denen sich bösartige Kreaturen aufhalten könnten. Auch die Frostklamm suchte ich dazu auf, dort war es schon an Sommertagen sehr kalt, aber seit es geschneit hatte kaum auszuhalten. Ich war nach einem halben Stundenlauf so weit das ich mir die alten Kleidungstücke, die diese Kreaturen, wozu auch immer, mit sich führten, über zog, in der falschen Hoffnung auf das eingebildete bisschen Wärme das sie boten.
Auch wenn jeder Atemzug wie ein Messer in meine Brust stach und meine Finger vor Kälte so steif waren, daß sie kaum den Degen halten konnten, machte ich verbissen weiter und dann kam der Tag an dem ich nichts mehr dazu lernen konnte, nun konnte ich nur noch das Erlernte immer und immer wieder üben.
Genau so wie wir auch weiterhin jeden Tag mit Ritter Wolfseiche laufen gingen. Auch wenn der Schnee uns manchmal bis zur Hüfte reichte, er trieb uns unerbittlich an. Der Mann kennt keine Gnade und wenn ich es mir so überlege tut er uns damit ja nur einen Gefallen. Wir werden härter, leistungsfähiger und wir werden bestimmt nicht so schnell aufgeben, egal was sich uns in den Weg stellt. Aber mühsam und kalt ist es dennoch.

Das Ende unserer Ausbildung nähert sich mit großen Schritten.
Alles was von den Scharfschützen vorgeschrieben und verlangt wird haben wir abgearbeitet und so lange geübt das es uns in Fleisch und Blut überging.

Nur noch ein paar wenige Kleinigkeiten stehen aus. Das Navigieren an Hand der Sterne, dazu hat sich Fann schon mit den Piraten in Kontakt gesetzt, denn wer könnte uns das besser beibringen als ein erfahrener Seemann.
Der Aufbau und die Handhabung einer Armbrust. Auch da wird sich jemand finden der uns das lehren kann.
Dann noch, und darauf freue ich mich wirklich sehr, dass Schießen vom Pferd aus. Ich habe es schon einige Male mit Avalon geübt. Avalon, der Hengst den ich selbst zugeritten habe, er ist wendig und reagiert auf jeden noch so leichten Schenkeldruck, jede Gewichtsverlagerung, er ist das perfekte Pferd für diesen Zweck.

Der Unterricht bei Ritter Wolfseiche, mit den Knappen zusammen war interessant, auch wenn ich vom Bau eines großen Belagerungslagers nicht viel Ahnung habe, meine Lager sind klein und darauf ausgerichtet unentdeckt zu bleiben, aber es ist gut auch das Andere zu sehen und zu kennen.

Immer wieder muß ich an den Abend denken, an dem Fann, Isabell und ich uns Gedanken machten über die ideale Rüstung für einen Scharfschützen, ich werde meine Leder Bestände durchsehen und mich dann mit Enomis zusammen setzen. Es gibt keine bessere Schneiderin als sie, auch die Rüstung die ich jetzt trage hat sie mir angefertigt und die ist schon sehr gut, wie wird dann erst die Neue sein....

Das Holz für den Bogen den wir bauen wollen ist inzwischen gut abgelagert und auch die anderen Materialien liegen bereit, so das es auch hier gut aussieht.

Langsam erhebe ich mich, es ist spät geworden, dass Feuer im Kamin fast herunter gebrannt, ich lege ein paar Scheite nach. Dann gehe ich ins Schlafzimmer, kuschle mich in die Arme meines Verlobten, der bereits seelig schläft.

Morgen wird er weiter gehen, mein Weg zur Scharfschützin, steinig, mühevoll und hart, aber jeder noch so winzige Schritt auf ihm ist es wert gegangen zu werden....




Mein Großvater sagte mir einst, dass es zwei Sorten von Menschen gäbe. Die, die arbeiten und die, die sich die Lorbeeren für diese Arbeit einheimsen. Er sagte mir, ich solle versuchen in der ersten Gruppe zu sein; es gäbe dort viel weniger Konkurrenz.

Indira Gandhi
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Rayana Daley
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Beitrag von Rayana Daley »

Wieder einmal sitze ich am Fenster und warte....warte darauf das wir zu unserem Auftrag gerufen werden, den, laut eines Zettels von Rendan, den Fann vor ihrer Taverne fand, seine Heiligkeit der Alka für uns hat.
Was es wohl sein wird? Wird endlich anerkannt was wir in den letzen Mondläufen geleistet haben?
Schießübungen wo immer es nur ging..sei es bei bitterer Kälte, eisigen Winden, in der Dunkelheit, uns nur auf unser Gehör verlassend, oder wie in den letzten Tagesläufen vom Rücken unserer Pferde aus.
Keine Gelegenheit ließen wir aus unser Können zu vervollkommnen.

Wir hatten Aufträge für die Bruderschaft erledigt, sind durch Tunnel und in jedes uns bekannte Loch gekrochen auf der Suche nach diesem Aluin, der natürlich bestimmt schon lange über die Grenzen verschwunden war.

Viele Abende saßen wir beisammen um auch die Theorie von Allem zu erlernen was für uns als Schützen wichtig ist.
Pfeilkunde, Bogenbau, Giftkunde und Lagerbau.

Wir suchten Heiler auf um auch in Notfall in der Lage zu sein kleinere Verletzungen zu versorgen.

Ja unsere ganze Zeit bestand aus lernen und üben und dann vor zwei Tagesläufen, nach dem wir in den Wäldern um Rahal, Orientierungsunterricht hatten, verkündete Fann....."das war unsere letzte Unterrichtsstunde"

Wir hatten es geschafft, alles was vorgegeben war hatten wir gelernt, geübt und uns verinnerlicht.

Nun gab es nur noch eins für mich zu tun, ich mußte mit meinen vorbereiteten Lederlagen zu Enomis, auf das sie mir die Rüstung fertigte über die Fann, Isabell und ich uns so viele Gedanken gemacht hatten.

Mein Bogen hing bereits, auf seinen Einsatz wartend, an der Wand.
Noch bei keinem Bogen hatte ich mir so viel Mühe gegeben, so viel Arbeit investiert, mir so viele Gedanken vorab gemacht. Es hat sich gelohnt, er ist perfekt geworden und wie ich Fann inzwischen kenne ist ihrer auch schon fertig und genau so perfekt.

Und nun warte ich das wir gerufen werden, daß Ende des Weges, mein ersehntes Ziel ist in Sicht und vielleicht darf ich mich nach erfolgreicher Beendigung des Auftrags mit Stolz Scharfschütze des Reichs nennen.




Wir sind nur dadurch erfolgreich, dass wir uns im Leben oder im Krieg oder wo auch immer ein einzelnes beherrschendes Ziel setzen, und diesem Ziel alle anderen Überlegungen unterordnen.
Dwight D. Eisenhower
Zuletzt geändert von Rayana Daley am Montag 19. Januar 2015, 16:14, insgesamt 1-mal geändert.
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Rayana Daley
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Beitrag von Rayana Daley »

MEIN BOGEN

...........langsam wischte ich mit dem weichen Lappen noch einmal über den Bogen, dann stellte ich ihn vor mich an die Wand, legte die Hände in meinen Schoss und schaute ihn nur an...

Er war perfekt geworden, hatte trotz seines geringen Gewichts eine hohe Durchschlagskraft und Reichweite, auch hatte er eine sehr schnelle Abschussgeschwindigkeit.

Nächtelang hatten Fann und ich zusammen gesessen, hin und her überlegt, fe Zeichnungen angefertigt, nur um sie wieder zu zerreißen und von Neuem anzufangen bis wir endlich das Model hatten das wir als für einen Scharfschützenbogen als ideal ansahen

Im Spätsommer schon hatte ich im Mahagonihain vor Bajard einige junge Stämme geschlagen die vielversprechend aussahen.
Beim hellen Teil der Jahresringe handelt es sich um Frühholz, das im Frühling und Frühsommer wächst. Es ist weich und schwach und daher für den Bogenbau ziemlich ungeeignet.  Da meine Stämme aus dem starken Spätholz bestanden reichte es, nur noch die Rinde abzuziehen und ich hatte den perfekten Bogenrücken.
Unser Bogen sollte leicht sein also begann ich den Stamm erst auf 160 Fingerbreite zu kürzen und ihn dann vorsichtig abzuhobeln um die gewünschte Dicke zu erreichen. Danach spannte ich ihn auf einen dicken Stamm um ihm die Endform zu geben.


[img]http://www.pfeil-bogen.info/bogen%20ast.jpg[/img]

So durfte er 3-5 Mondläufe trocknen.

Unterdessen gingen wir Drachen jagen, das Leder wurde sorgfältig abgezogen und nach allen Regeln der Kunst gegerbt.
Bei einem mühseligen, blutigen Ausweiden des Drachen entfernten wir seine Sehnen und Knochen.

ich hatte mich dazu entschlossen den Bogen mit einer Drachensehne zu bespannen und mit Dämonenknochen zu ummanteln.

Als mein Bogen ausgetrocknet war holte ich ihn wieder hervor und begann in mit den Dämonenknochenplättchen, dich ich vorbereitet hatte, zu bekleben.
Dann wurde der Bogengriff mit Drachenleder umwickelt, welches mit dünnen Bändern aus Drachenleder befestigt wurde.
Ganz am Schluss brachte ich noch eine Pfeil-Auflage an.

[img]http://www.pfeil-bogen.info/pfeilauflage.jpg[/img]

Um das Holz zu schonen schlug ich auf die Bogenenden leichte Diamantkappen, die ich mir von einem Feinschmied hatte machen lassen.

Nun bespannte ich ihn noch mit der Drachensehne, die ich nachdem ich sie gereinigt hatte immer wieder mit Schweinetalg eingerieben hatte, so das sie während des Trocknens nicht hart und brüchig wurde.

Und nun war er fertig, lehnte vor mir an der Wand und wartete darauf von mir eingeschossen zu werden.

„Morgen....morgen gehen wir jagen.“ ich schüttelte grinsend mit dem Kopf als mir klar wurde das ich zu dem Bogen gesprochen hatte.....dann fiel mir ein was mein Vater vor vielen Jahresläufen zu mir gesagt hatte......

„Ray der richtige Bogen ist wie ein guter Freund, er wird dir das Leben retten und du wirst ihn hegen und pflegen und ihn niemals aus der Hand geben.“

Ich denke ich habe meinen Freund gefunden!



MEINE RÜSTUNG

Seit Stunden war ich schon im Sumpf unterwegs auf der Suche nach den Echsenwesen die dort hausen sollen..
Ich wollte ihr Leder, das grüne Leder das gegen Gift schützt.
An manchen Stellen sank ich fast bis zur Wade in den morastigen Boden ein, es kostete immer mehr Mühe die Beine wieder heraus zu ziehen.
Um mich herum erklangen die seltsamsten Geräusche, da schwirrte eine riesige Libelle an mir vorbei, ihr Flügelschlag war als deutliches Surren zu hören, dort blubberte der Sumpf und bildete Blasen die mit einem lauten Plopp platzten. Dann sausten Fledermäuse knapp an und über meinem Kopf vorbei.
Riesige fleischfressende Pflanzen streckten ihre Fangarme nach mir aus.
Alles mögliche und unmögliche tummelte sich hier im Sumpf, nur die Echsenwesen hatte ich noch nicht zu Gesicht bekommen.
Wieder einmal steckte mein Fuß im Matsch fest als ich aus den Augenwinkeln einen Schatten auf mich zurasen sah. Meinen Kryss aus der Scheide, das Schild vom Rücken reißen war eine Bewegung und schon schlug das Wesen mit langen Krallen auf mich ein und versuchte auch mich zu beißen.
Ich wehrte mich nach Leibeskräften gegen das Biest und nach kurzem erbittertem Kampf konnte ich es überwältigen.
Als ich es tot vor mir im Matsch liegen sah, dankte ich im Stillen meiner eigenen Sturheit, die mich dazu gebracht hatte meine Fechtkünste immer und immer wieder zu üben und zu vervollkommnen.
Nachdem ich wieder Luft bekam holte ich mein Kürschnermesser hervor und zog der Riesenechse die Haut vom Leib, salzte sie gut ein, faltete sie so klein als möglich zusammen, verstaute sie in meinem Rucksack und suchte nach weiteren Wesen.
Nach fünf Tagesläufen im Sumpf war ich zerstochen, verbissen und zerkratzt von zahllosen Insekten und anderem Getier, aber ich hatte mein Leder.

Dann machte ich mich auf um auch das andere Leder zu beschaffen..

Zweikopfleder welches auf Grund seines Aufbaus und Dicke besonders geeignet war vor Schnittverletzungen zu schützen.

Ogerleder das egal wie gut man es auch gerbt immer starr sein wird aber gerade dadurch perfekt gegen stumpfe Gewalteinwirkung ist, es dämpft selbst den Aufprall einer Keule.

Gargoyleleder schützt optimal vor negativen Einflüssen durch Liedwirker jegelicher Art.

Diese Lederarten zu bekommen war nicht schwer, da es in den Tunneln und Höhlen von diesen Kreaturen nur so wimmelte.

Zuhause machte ich mich daran das Leder mit der größtmöglichen Sorgfalt zu bearbeiten.

Dann besorgte ich mir Pyrian-Coelium und Diamantbarren, die geschmolzen, dann zu dünnen Blättchen verarbeitet, auf das Leder aufgebracht werden sollten um die Rüstung noch zusätzlich zu verstärken.

Als ich alles zusammen hatte machte ich mich mit meinem großen Bündel auf zu Enomis, ich hatte ihr genau beschrieben was ich von der Rüstung erwartete, wie sie auszusehen hatte, also übergab ich Enomis voll Vertrauen, Leder und Barren und ging, nachdem sie noch einmal meine Maße kontrolliert und aufgeschrieben hatte nach hause.

Zwei Wochenläufe später war es soweit, sie hatte mir ausrichten lassen, daß ich zur Abendstunde in ihren Laden kommen soll.
Ich trat ein und da war sie....meine Rüstung....Eno hatte ganze Arbeit geleistet, sie war hervorragend gearbeitet, von bester Qualität.

Nachdem ich sie angezogen hatte, nahm Eno noch ein paar winzige Veränderungen vor, dann passte sie wie angegossen.

Es ist vollbracht, der Bogen ist fertig, die Rüstung passt mir wie eine zweite Haut und den Auftrag des Alkas, der zugleich unsere Prüfung war, haben wir erfolgreich ausgeführt, nun kann es losgehen....



Folge deinen Impulsen, solange sie dich inspirieren.
Verwirkliche deine Ideen solange sie dich begeistern.
Lebe deine Gefühle solange sie leben.
Entdecke dich solange du lebst.

Hans Kruppa
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