Die Tore Nileth Azhurs'

Arion Mertein Drugar

Beitrag von Arion Mertein Drugar »

Ungebändigter Zorn war es, der ihn antrieb und ihn die Sicht und Gedanken vernebelte. Er wollte Rache und er wollte Blut sehen. Seine alten kindlichen Ansichten waren in dem Moment gestorben, als er die Tränen seiner Familie sah und die Worte über den Tod seines Onkels lass.
Der Name 'Thelor' war ihm aus dem Brief noch in Erinnerung als ihn seine Füße nach Adoran trugen. Er war der Hauptschuldige und sein ganzer Zorn richtete sich gegen die ihm unbekannte Person. Doch so sehr er auch suchte und fragte, er fand diesen Kronritter nicht. Er wollte ihn schlagen, treten - egal wohin. Am besten Umbringen. Für diesen Zweck hatte er einen Dolch dabei. Er sah nicht die Ausweglosigkeit seines Vorhabens, nicht die Gefahr, nicht die Thorheit.
Aber er fand den Gesuchten auch nicht, dafür entdeckte er ein bekanntes Gesicht, eines, dass er schon beinahe vergessen hatte. Baldur. Er wusste ihn im ersten Moment gar nicht einzuordnen. Doch er wusste, er gehörte nicht vor das Regimentsgebäude. So langsam sickerten die Informationen zu ihm durch, die Zusammenhänge und die Worte.
"Verräter"
"Mörder"
Er stritt es nicht ab, und die Wut des Jungen entlud sich ungebremst auf den betrunkenen Gardisten. Die Faust des Jungen schlug dem Mann ins Gesicht und brach ihm die eh schon angeknackste Nase. Doch das reichte ihm noch lange nicht.
"Ich habe ihm das Schwert in die Seite getrieben"
Arion sah nichts mehr außer Baldur. Hörte nichts mehr außer das Rauschen seines eigenen Blutes in den Ohren. Spürte nichts mehr, außer die Schläge und Tritte, die er auf den angeschlagenen Kämpfer nieder gehen ließ.
  • "Du bekommst deinen Kampf, wenn du alt genug bist, Arion. Lerne."
Er wollte es beenden, er musste es beenden. Doch noch ehe er den Gedanken den Dolch zu ziehen in die Tat umsetzen konnte, griffen ihn Hände von hinten und umschlungen ihn, zogen ihn von Baldur weg. Erst hier merkte er, wie schwach er doch im Vergleich zu den Erwachsenen war. Baldur konnte er nur verletzen, weil er schon verletzt und betrunken war. Doch gegen den Zug einer Frau, Tara, kam er nicht an. Wo kam sie plötzlich her, was machte sie in Adoran? Ehe er die Zusammenhänge auch nur im Ansatz begreifen konnte, befand er sich im Dunkeln, in dieser magischen Zwischenwelt... und hatte starke schmerzen im Gesicht. Die Hand hatte er nicht kommen sehen.
Der Schmerz half ihm sich wieder zu beruhigen und er hörte auf zu toben. Das es Ärger gab, war klar. So machte er erstmal keine weiteren Dummheiten, sondern folgte nach Düstersee ins Familienhaus.

"Du wirst deiner Familie gehorchen!"
"Du wirst dich von den Ketzern fern halten!"
"Du wirst den Waffenbrüdern deines Onkels gehorchen!"
  • "- Das werde ich - und ich werde lernen sie zu schützen, ich werde lernen ein Schwert zu führen und diesen Ketzer zu töten.. "
Er meinte diesen Schwur so ernst, wie nie zuvor etwas in seinem Leben. Was er nicht aussprach war, dass er sich auch schwor so bald wie möglich, vor seinem nächsten Geburtstag den Auftrag seines Onkels auszuführen und einen Ketzer töten würde. Er wusste, es stand in Widerspruch zu einem Punkt seines Schwurs, doch dieses Versprechen war ein anderes und das hatte Vorrang.
Arion Mertein Drugar

Beitrag von Arion Mertein Drugar »

-Doppelpost-
Zuletzt geändert von Arion Mertein Drugar am Freitag 4. April 2014, 00:40, insgesamt 1-mal geändert.
Gast

Beitrag von Gast »

Fünf Stunden Schlaf jede Nacht, war in seinen Augen eindeutig zu wenig, auch wenn andere Bewohner des Reiches damit auszukommen schienen, er nicht.
Anfangs waren es nur einige Tage gewesen, an denen er sich bis spät in die Nacht beschäftigte... nun wurde es ein Dauerzustand, er empfand es als angenehm auf der einen Seite für Andere da zu sein, aber gleichzeitig fragte er sich wie lange er noch an die Grenzen seiner Belastbarkeit gehen konnte ohne dass es Nebenwirkungen zeigte...

So traf er auf Tara, sie brauchte nichts sagen, er wusste es schon. Ihre Sorge galt nun Arion, welchen sie überall suchte... selbst in Bajard war sie gewesen. Er kannte den kleinen Rotzlöffel in und auswendig, was wohl seine Aufgabe als sein Lehrer mit sich brachte. Würde er es gewagt haben zu versuchen den Tod des Ahads zu rächen?

So war es im wichtig, dass Tara die Antriebsfeder in ihrem Unterfangen war ihn in Adoran zu suchen, er würde nur das Werkzeug sein, was ihre Suche unterstützte und sie alle vor den Ketzern beschützen würde.
Wohl war ihm nicht dabei in die Höhle der ketzerischen Bande zu gehen, doch es musste wohl sein. Natürlich fanden sie ihn und Tara schaffte ihn durch den Sphärenriss, welchen er für sie geöffnet hatte.

Baldur... der Verräter und Mörder des Ahads, ein Leben zu nehmen war leicht, doch als er den Mann dort am Boden liegen sah blutig und stöhnend, entschied er anders.
Er sollte leiden in dem Wissen, dass er die verraten hatte die ihn einst zu ihrer Familie zählten und er sollte wissen, dass es einen Jungen gab der zum Mann heranwachsen würde und dessen einziges Ziel es in seinem gerechten Zorn sein würde, seinen Onkel zu rächen.

Ein kurzes Lächeln umspielte seine Lippen als er Tara und Arion folgte... es war einfach nur... perfekt.

Natürlich tobte der Kleine und als er glaubte dass Tara ihm nicht mehr Herr wurde, bekam er eine saftige Ohrfeige von ihm verabreicht, auch seine Geduld hatte Grenzen!
Danach wurde er ruhiger... scheinbar.

Er folgte ihnen in das Haus der Drugars nach Düstersee. Bei Alatar, er sollte mit Arion reden? Er war ja ein Mann, mit einem grimmigen Blick sah er Tara nach, die hinauf ging um ihr Kind zu stillen.
Verflucht, er wollte nicht wieder in etwas hineingezogen werden. Er war nicht der Vater den Arion brauchte. Damals hatte er schon dem Familienoberhaupt gesagt, dass wenn er ihn auch als Lehrer und Mündel in Abwesenheit der Familienoberhäupter annahm, er konnte sie nicht ersetzen!

Seine Gedanken drehten sich im Augenblick nicht um den Knaben, sondern eher darum, wie Felicitas es sehen würde... eines Tages, wenn er nicht heimkehrte und sie mit den Kindern allein war. Verdammte Verantwortung, verflucht sollten sie alle sein und die Ketzern im Besonderen. Ein grimmiger Blick traf Arion, als er mit ihm sprach...

Ihm deutlich klar machte, dass er seiner Familie gehorchen muss, sich von Ketzern fern hält und den Waffenbrüdern seines Onkels gehorchen musste.

Er würde ihn weiter unterrichten und ihn mental auf den Kampf vorbereiten, der eines Tages kommen würde...
Das Baldur den heutigen Tag überlebt hatte, war Teil seines ausgeklügelten Plans Arion zu einem nützlichen Werkzeug des Alleinen zu formen.
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 4. April 2014, 09:30, insgesamt 1-mal geändert.
Dazen Wolfseiche

Beitrag von Dazen Wolfseiche »

  • Alles geben die Götter, die unendlichen,
    Ihren Lieblingen ganz,
    alle Freuden, die unendlichen,
    alle Schmerzen, die unendlichen, ganz.
    Johann Wolfgang von Goethe beim Tode seiner Schwester
Es erklärte einiges, als ich die Worte Taras im Tempel vernahm. Auch die Worte, dass seine Frau offenkundig allein loszog, um den Leichnam abzuholen. Nun, allein war vermutlich nicht der richtige Ausdruck. Ich ging davon aus, dass auch der Rest der Familie mitgehen würde, aber war das genug?
Ich gönnte mir nur einen Umweg, den Rat zu informieren. Zu meinem Ärgernis war Ahad Crain nicht zugegen. Sicherlich hätte ich auch Enomis aufsuchen können, um es ihr zu sagen, aber das schien mir an der Stelle einfach nicht richtig.
Also holte ich Sel, schwang mich in den Sattel und gab ihm die Sporen. Er hatte noch nicht viel dazu lernen können, und ihm fehlten sicher noch so einige Kniffe, um ein gutes Schlachtross abzugeben, aber er war schnell. Schneller als mein alter. Ganz gewiss wollte ich die Familie nicht allein nach Grenzwarth gehen lassen.

Irgendwo während des Ritts flackerten noch die Worte auf, dass Arion verschwunden war. Aber den Gedanken schob ich erst einmal wieder beiseite. Das war etwas, darum konnten sich andere kümmern. Weder kannte ich den Jungen sonderlich gut, noch hegte ich ein sonderlich gutes Verhältnis zu Kindern.

Ich versuchte es erst in Düstersee, wo der Gaul schlitternd zum Stehen kam. Er schwitzte, aber da musste er nun erstmal durch. Ich wollte verdammt sein, wenn ich sie verpasste, wenn ich verpasste zu sehen, wer ihn rüberbrachte, wenn diese Bastarde auch nur einen Fuß auf unseren verdammten Reichsboden setzten. Immerhin, die Garde war informiert, so dass mir das erspart blieb. Jemand anderen aus der Bruderschaft noch zusätzlich zu suchen, dazu blieb mir vermutlich keine Zeit mehr.

Mit viel zu viel Kraft, dem Zorn geschuldet, den ich mühsam beisammen hielt, klopfte ich eindringlicher und fester an die Türe, als ursprünglich gewollt, und hoffte, sie waren nicht schon unterwegs.
  • Vergeltung: der natürliche Fels, auf dem der Tempel des Rechts errichtet ist.
    Ambrose Gwinnet Bierce
Aylia Drugar
Beiträge: 2
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Aylia Drugar »

Arion verschwunden… Aylia machte sich große Sorgen… doch sie vertraute darauf, dass Tara ihn finden würde. So hatte sie selber eine große Last zu tragen, gleich würde sie sich aufmachen ihren Mann zu holen. Ihn nachhause zu bringen, damit er eine Beerdigung, eine Zeremonie die seines Standes angemessen war erhalten konnte.

Es klopfte an der Tür.

Aylia horchte auf, gerade noch hatte sie sich einen weiteren Schluck von dem Schnaps genehmigt. Sie stellte die Flasche beiseite und atmete tief durch. So schnell hatte sich die Kunde also schon verbreitet. Langsam öffnete sie die Tür und warf einen Blick nach draußen. Ihre Augen immer noch ziemlich verquollen, stand sie doch aufrecht und mit durchgedrückten Rücken in der Tür.

Aylia war froh den Ritter zu sehen und das er sie offenkundig begleiten wollte. Wer weiß ob sie es alleine geschafft hätte standhaft zu bleiben… Stark und nicht wieder in Tränen versunken wäre, so hatte sie jetzt einen Grund, sie musste stark sein, sie durfte keine Schwäche zeigen. Sie musste an ihrem Zorn festhalten und sich die Rachegedanken immer wieder hervorrufen.

Er hatte sie gerade noch rechtzeitig erwischt, einen Moment später und sie wäre schon Unterwegs, das Pferd stand schon bereit.
Alin

Beitrag von Alin »

Als die Nachricht auch an mein Ohr drang, sanken meine Mundwinkel ein Stück weit herab. Meine Züge wurden blasser und mein Kopf bewegte sich unschlüssig von links nach rechts. Es war nicht so, dass wir uns nahe standen, der Ahad und ich und doch wusste ich ihn zu schätzen, in seiner Art und in seinem Treiben. Ich warf einen Blick in den Himmel und zog tief Luft in meine Lungen. Es gefiel mir nicht so viele von uns gehen zu sehen und ich fragte mich für einen kurzen Augenblick, in wie weit auf höherer Ebene entschieden wurde, wer nun geht und wer noch weilen durfte. Denn das brachte mich zu der Frage, warum ein Ahad und nicht beispielsweise ich? Es tat mir leid um seine Familie und es tat mir leid um die Taten, die er noch hätte vollbringen können mit der Macht die er besaß.

Jedoch merkte ich, dass ich stärker war als früher. Ich versuchte das Ganze wieder in ein positives Licht zu rücken, als ich mir die neuen Ritter ins Gedächtnis rief. Vielleicht war es Zeit für eine neue Macht im Reiche, Zeit für neue Gesichter, für eine neue Führung. Wenn das jedoch bedeutete, dass die Alte dahin gehen muss, dann ist das schade, jedoch vielleicht, im Sinne des All-Einen, mit einem tieferen Sinn bestückt.
Tara OConner

Beitrag von Tara OConner »

Sie wischte sich die Tränen und schaute Aylia kurz hinter her als sie zu Küche ging dann zu Tür welche Arion Sturm wütend verlassen hat.
Schnell raffte sie sich auf und machte sich dann auf die suche nach ihm...

Erst durch Düstersee Richtung Grenzwart nach Bajard runter doch war er nicht zu finden,
also ging sie nach Rahal und da stand auch schon Santhalasa .
Sie wusste aber auch das Aylia das niemals schaffen wird ihren Mann alleine abzuholen also sollten es auch die anderen wissen und so wurde sie von Santhalasa zum Tempel begleitet.
Nach dem ihr gesagt wurde von der Werte Erhabene und Dazen das der Familie Geholfen wird, macht sie sich wieder auf den weg zurück mit dem Besorgten blick auch Arion nicht zu verlieren.
Nach dem sie Althan jenes erzählt hat machten sie sich auch schon auf den weg da Althan ihn schon gut kannte und wusste wo wir ihn suchen könnten..
Die Stadt war unheimlich für sie den lange Zeit lebte sie in Adoran und ging ungerne da rein , doch musste sie ihn suchen.Zum Glück war sie mit Althan dabei den alleine hätte sie es niemals geschafft den kleinen Stur Kopf da herauszuholen, verwundert war es schon das sie ihn halten könnte und mit sich ziehen konnte.
Einmal schaute sie zum Baldur wo er da auf den Boden lag und er ihr sagte das es ihm Leid alles tun wurde aber das war in dem Moment für sie unwichtig nur Arion da herauszuholen war wichtiger, um ihn sicher nach Hause zu bringen.
Dazen Wolfseiche

Beitrag von Dazen Wolfseiche »

  • Jeder einzelne soll sich sagen: Für mich ist die Welt geschaffen, darum bin ich mitverantwortlich.
    Babylonischer Talmud
Noch rechtzeitig. Gut. Was mir allerdings ein unwohles Gefühl bereitete, war die Tatsache, dass sich offenbar noch niemand sonst hier eingefunden hatte. Es blieb also zu hoffen, dass vor Grenzwarth noch einige aufschlossen. Nur zu zweit, das war in dem Fall zweifelsfrei risikofreudig. So, wie die Dinge lagen, blieb aber nichts anderes übrig, als den Weg so oder so anzutreten.

Nach angemessener Begrüßung nahm ich die Zügel meines Pferdes auf und schwang mich wieder in den Sattel. Auf allzu große Beileidsbekundungen verzichtete ich an der Stelle. Es war nicht der rechte Zeitpunkt dafür, wie ich fand. Das Ganze musste für sie aufwühlend genug sein, so dass ich es nicht noch herauskehren mochte. Ich beschränkte mich eher auf die nötigsten Worte zum Austausch und wartete, dass sie bereit war zum Aufbruch, um sie zu begleiten.
Die Einigung, wer dort das Sprechen übernahm, konnte auch auf dem Weg dorthin geklärt werden. Falls es denn überhaupt etwas zu sagen gab. Letztlich hatte ich an diese Leute kein Wort zu verlieren und würde mich selbst zusammennehmen müssen, um nicht irgendeine dummdreiste Tollheit zu begehen, die keinem etwas nutzte, auch wenn die Versuchung dazu noch so groß war.

Also nutzte ich das, was ich in den letzten Wochen und Monden gelernt hatte. Kontrolle über den eigenen Zorn. Ein stilles Mantra zu mir selbst, dass dieser nur dann eine nützliche Waffe wurde, wenn er richtig gelenkt wurde.
  • Verantwortung zu tragen ist eine der schwersten Prüfungsaufgaben,
    die uns das Leben stellt.
    Ernst Ferstl
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Tugor Crain
Beiträge: 125
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Tugor Crain »

Viel zu spät erreichte ihn die Nachricht über den Tod seines hohen Bruders, musste er doch kurzfristig einer wichtigen Aufgabe außerhalb des Reiches nachgehen. Der Ahad las die kurze Nachricht stillschweigend, dann musste er sich erstmal setzen und tief durchatmen.
Einen schlechteren Zeitpunkt konnte es kaum geben, jetzt wo die Bruderschaft neu zu erstarken schien. Offensichtlich war sein Tod ehrenhaft, im Kampf gegen die Ketzerbrut eingetreten, wohl ein schwacher Trost für Tugor. War sein hoher Bruder doch mehr für ihn als nur Ahad, er war ein Freund gewesen, seit vielen Jahren. Zorn stieg in ihm auf, unbändiger Zorn, welcher ihm fast die Fähigkeit klar zu denken nahm.
Er erhob sich von seinem steinernen Hocker und kniete sich vor dem kleinen Altar nieder, welcher in seinem Arbeitszimmer stand. Ein stilles Gebet kam über seine Lippen, ruhig uns andächtig.
Eloriahus hatte sein Ziel erreicht nach dem er stets strebte, einen Platz an der Seite seines Herrn einzunehmen, in der schwarzen Feste Nileth Azur.
Galamnor Braun
Beiträge: 4
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Galamnor Braun »

Sein Gesicht war erstarrt und bleich, als er durch Düstersee lief, soeben hatte er die Kunde vernommen.
Viel zu spät und von keiner der seit langem Vertrauten Personen, die ihn so herzlich in Ihrer Mitte aufgenommen hatten.
Den Tag über hat er noch mit, in seinen Augen nun ganz banalen Dingen verbracht während der Ahad bereits Tod war.
Jener, der ihm ein Heim und eine Aufgabe gegeben hatte.
Jener, dem er treu ergeben war.

Sein Blick ruhte auf dem düsternen See an dem Ort wo die Familie seit Langem lebte.
Eine Träne rann ihm über die Wange, während er dort saß und die Nacht verstreichen ließ.

Später in der Nacht zog er ein Stück Pergament hervor und schrieb folgende Zeilen nieder:

Den Segen des Herrn Frau Drugar,

mit großer Trauer vernahm ich heute die traurige Nachricht vom Tode des Ahads.
Meine Gedanken sind bei euch und euren Liebsten, und wenn ich etwas für euch tun kann, so lasst mich dies bitte wissen.

Möge der eine euch beschützen.
Galamnor Braun


Das Schreiben wird er außen mit einem Wachssiegel versehen und Aylia's Namen auf diesem vermerken, bevor er es im Hause auf den Tisch des Ahad legt und das Haus auf leisen Sohlen verlässt.

Während er langsam durch die Siedlung auf das Stadttor zu lief, gingen ihm die Worte, welche er dem Ritter Wolfseiche gab durch den Kopf.
Er würde ihm eine Waffe für ihre Rache fertigen.
Aylia Drugar
Beiträge: 2
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Aylia Drugar »

Also waren sie nur zu zweit als sie ihre Reise in Angriff nahmen, vielleicht würde sich unterwegs noch jemand anschließen. Anders könnte es ziemlich gefährlich werden, aber sie würden es schaffen. Aylia war fest entschlossen Eloriahus zurückzuholen.

Während sie so vor sich hin ritten, entschied Aylia Dazen das Wort zu überlassen. Ihre einzige Frage war nur, wer ihrem Mann das angetan hatte. Vielleicht würden sie darauf eine Antwort erhalten und wenn nicht... früher oder später würde sie es herausfinden.

Aylias Gedanken rasten nur so dahin, vielleicht sollte sie auch der Bruderschaft überlassen die Zeremonie zu planen. Sie selber würde keine klaren Gedanken fassen können und wenn sie nur daran dachte die Entscheidungen zu treffen, wie er beerdigt werden sollte, wurde ihr schlecht und die Tränen schossen in ihre Augen. Ja.. das wäre wohl das beste...

Sie schob den Gedanken wieder beiseite, da sie fast an ihrem Ziel angekommen waren...
Dazen Wolfseiche

Beitrag von Dazen Wolfseiche »

  • Am stärksten ist, wer sich selbst in der Gewalt hat.
    Lucius Annaeus Seneca
Grenwarth. Es war nicht mehr weit. Die ersten Häuser kamen schon in Sicht. Viel sprachen wir nicht und falls es dort etwas zu sagen gab, sollte ich es also übernehmen. Kunststück. Wo doch Diplomatie meine absolute Stärke war – nicht. Nun gut, man wuchs ja bekanntlich an den Herausforderungen.

Als wir letztlich die Siedlung erreichten, lockerte ich die Waffe in der Scheide und lenkte meinen Gaul einen Stück weiter vor Aylia, aber nicht so, dass ich ihr vollends die Sicht nahm. Ich traute dem Ganzen nicht einmal ansatzweise. Die Anspannung war unerträglich und tatsächlich hätte ich gerade jetzt das dringende Bedürfnis gehabt mich vorher nochmal zu erleichtern. Aber wie hätte das wohl ausgesehen? Also verkniff ich es mir und trieb den Gaul in den Trab, während wir das Dorf durchquerten. Es dauerte nicht lange, da erreichten wir den Hof, passierten diesen und ich zügelte den Gaul noch einmal am Grenzhäuschen. Die Wachen dort waren genauso angespannt – die üblichen zwei armen Schweine, die hier die Augen offen halten mussten. Es war leicht auszumachen, warum. Nicht sehr weit entfernt sahen wir noch, wie sich die Wachen von der Kutsche zurückzogen, in der sich der Leichnam befinden musste.
„Tja Jungs, dann haltet uns mal den Rücken frei so gut ihr könnt“, murmelte ich für die zwei Wachen und selbstredend auch Aylia gerade laut genug.

An und für sich wäre es äußert klug gewesen zu warten, bis sie sich ganz verzogen hatten, aber Furcht zeigen kam auch nicht in Frage. Also trieb ich den Gaul weiter, langsam, nicht zu schnell. Ich vermied sogar zwanghaft den Griff zur Waffe, schwankte zwischen wieder aufkochenden Zorn, einer gesunden Angst, ob es sich hier um einen Hinterhalt handelte, und einem guten Schub Adrenalin, der die Aufregung und Anspannung noch dezent versüßte.

„Seinen Segen!“ Ich brachte den Gruß raus, verzichtete ganz sicher nicht an unseren Grenzen darauf, tat es ohnehin auch sonst selten. Mein Blick ging nicht mehr zurück, ich hörte mehr Aylia an meiner Seite, als dass ich sie sah. Das musste fürs erste genügen. Ich hoffte nur, dass die Wachen in ihrem Eifer nicht ihren Rücken vergaßen. Mein Blick suchte den Briefschreiber, von dem ich erfahren hatte. Sollte er diese Leute allein mit der Kutsche losgeschickt haben, würde es mich doch sehr wundern. Ich wollte wissen, was er zu sagen hatte und ich wollte fragen, wer das genau zu verantworten hatte. Zwar erwartete ich keine Antwort, aber das änderte nichts daran, dass ich es fragen würde.
  • Wer andere beherrscht ist stark;
    Wer sich selbst beherrscht ist mächtig.
    Laotse
Thelor von Schwertfluren

Beitrag von Thelor von Schwertfluren »

Viele Worte wird es nicht geben, kaum das jemand in Sichtweite gelangt und auf die Kutsche zuhält werden jene , die die Kutsche dahingebracht haben sich zügigst zurückziehen und die Kutsche dort stehen lassen. Frei der Order nicht mehr Gefahr als nötig und so werden sie die Kutsche ohne jegliche Seele antreffen.
Dazen Wolfseiche

Beitrag von Dazen Wolfseiche »

  • Erfahrung und Übung im Unglück lehrt Schweigen.
    Georg (Karl Friedrich Theodor Ludwig) Baron von Örtzen
Nicht einmal ein Wort. So ein feiges Pack. Da selbst der Kutscher offenbar das Weite gesucht hatte, blieb wenig anderes übrig. Ich stieg ab und hielt erst einmal auf die Kutsche selbst zu, selbstredend mit gezogener Waffe. Aylia bat ich inzwischen die Umgebung im Auge zu behalten.
Ich öffnete den Verschlag und sah hinein. Eine Moment lang zögerte ich, als ich den Leichnam sah, dann aber zog ich mich doch recht eilig wieder zurück. Das war weder der rechte Ort, noch die rechte Zeit dafür.
Ich band meinen Gaul an der Kutsche an und stieg auf den Kutschbock, griff nach den Zügeln und sah mich im Stehen noch einmal um. Das Schwert hatte ich griffbereit auf den Bock gelegt.
„Dann machen wir uns mal auf den Rückweg. Seid so gut, behaltet unseren Rücken im Auge bis wir Grenzwarth hinter uns gelassen haben, Frau Drugar."
Damit setzte ich mich hin und trieb den Gaul mit Schnalzen und Zügeln an. Kurz darauf ruckelte das Gefährt los. Mittlerweile hatten sich am Grenzhäuschen noch einige Wachen mehr versammelt. Offenbar war einer der Jungs losgezogen seine Kameraden informieren. Als wir sie passierten, hielt ich noch einmal kurz an, bat darum ein wachsameres Auge auch auf die Umgebung zu haben in den nächsten Stunden, danach setzten wir unseren Weg fort nach Düstersee.

Auch auf dem Rückweg gab ich mich schweigsam, ich glaubte aber nicht, dass sie das störte. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass es ihr gelegen kam. In Düstersee angekommen, stellte ich die Kutsche vor dem Tempel ab und sprang vom Kutschbock, die Waffe erst dort wieder an seinen Platz bringend.
Es galt wohl noch den Leichnam im Tempel aufzubahren. Das war auch der Moment, in dem ich das Schweigen letztlich brach.
„Wollt Ihr ihn selbst waschen und einkleiden, oder möchtet Ihr…" Ich brach den Satz ab, letztlich würde sie ohnehin wissen, was ich fragen wollte. Es war ein Angebot. Meist taten es die Hinterbliebenen selbst, um die Möglichkeit zu haben schon einmal im Stillen Abschied nehmen zu können. Manchen fehlte dazu allerdings die Kraft. Außerdem war sie allein mit mir hier, noch zumindest.
Ich ließ ihr Zeit, es sich zu überlegen, entschuldigte mich einstweilen und bat sie an der Kutsche zu warten. Meinen Gaul ließ ich ebenfalls noch dort und ging zur nahen Festung hinüber, um eine geeignete Bahre zu holen.

Ich brauchte eine halbe Stundenkerze, bis ich etwas gefunden hatte, das nicht zu würdelos daher kam und als Bahre tauglich war, brachte es in den Tempel und stellte diese auf. Danach durfte ich einmal mehr feststellen, wie schwer und groß dieser Mann tatsächlich war, als ich mich darum bemühte ihn in den Tempel zu schaffen und auf die Bahre zu legen. Der Wachhabende, der vor dem Tempel patrouillierte, packte zu meinem Glück hilfsbereit mit an.
Danach war es an der Zeit für die Entscheidung der Witwe.
  • Der Rest ist Schweigen.
    William Shakespeare
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Tugor Crain
Beiträge: 125
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Tugor Crain »

Gläubige welche den Tempel zu Düstersee besuchen, oder dem verblichenen Ahad die letzte Ehre erweisen wollen, werden für die nächsten drei Tage einen in einer Ahadplatte gerüsteten und in den Farben der Bruderschaft gewanden Mann neben dem Sargopharg stehen sehen. Unbeweglich und stumm hält er offensichtlich die Totenwache, jeden Besucher in Augenschein nehmend. Wer ihn anspricht wird keine Antwort erhalten oder eine Regung seinerseits erfahren.
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