Sturlu Saga Ásmundarsonar

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Sturlu Saga Ásmundarsonar

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Hier hebt die Saga von Sturla Ásmundarson (sprich: "Stütla Ausmundarson") aus dem Geschlecht der Ulfert an.

i. Sveinn auf dem Thing

Ein Mann hieß Sveinn. Er war der Sohn des Grím Blaubart, dem Blutsverwandten der Thordis Gjölludottir, der Frau des Thain Egil und zu der Zeit als der Skalde Grím Schönhaar wirkte. Zu jener Zeit war Thain Egil Alherr über die Snævík, die sich zwei Tage segelns von Gerimor befand, bevor das Meer sie verschlang.

Sveinn war hochgewachsen und breitstirnig und plattnasig. In seinem Gesicht
waren zahlreiche Sommersprossen und er war schon in seiner Jugend vom
Verlust des Haares gezeichnet. Er lebte dort, wo es heute Grímsstaðir heißt
und er war bei allen Männern beliebt.
Von der Kindheit Sveins sind viele Ereignisse bekannt.
Der Skalde Hrafn Askelsson erzählt von ihnen, aber diese Saga wird nicht
mehr darüber berichtet.

Mit 18 Wintern zog Sveinn das erste Mal zum Thing. Mit ihm kamen Grím Blaubart
und Thorolf Gabelbart und sie hatten drei gute Pferde und vier starke Hengste
mit sich als sie zum Thingvellir zogen. Nach drei Tagen und Nächten erreichten
sie das Thingvellir und sie setzten ihre Buden dort wo die Männer der Ulfert
ihre Buden gesetzt hatten, denn damals war es so brauch, dass alle Clanmänner
eines Geschlechts ihre Buden bei ihresgleichen im Thingvellir setzten und
es war so üblich, dass das Allthing drei Tage und drei Nächte gehalten wurde.

Und man hielt es für das Beste wenn alle Clanmänner in dieser Zeit ihre Waffen
niederlegten um Streit zwischen den Männern und Blutrache zu vermeiden.
In dieser Zeit wurden alle Angelegenheiten vor dem Thing vorgebracht und verglichen.

Am Abend aber war es so Brauch bei den Männern, dass es ein großes Fest gab
und dort wurde mächtig getrunken. Dort war auch die Maid Hallgjerd Skjoldmö,
die Tochter des Jarl Bragdi, dem Sohn des Ragnar Hrafnsson und Sveinn betrachtete
sie lange und eingehend als sie den Männern Met gab.
Da kam der Thorolf Gabelbart zu ihm und sprach:
"Mir scheint so, Blutsverwandter, dass du lange schaust auf die schöne Maid
Hallgjerd. Doch mich dünkte unklug es nicht, schautest an anderer Stelle du.
Es ist bekannt, dass sie Hrafnkell dem Starken versprochen ist.
Lass mich dir sagen, Frænd, hier ist deine Hoffnung schwach,
denn die Stärke des Hrafnkell ist im Lande bekannt und wenige werden
sagen dass du gegen ihn bestehen kannst."

Da schaute Sveinn auf sein Horn und sprach folgenden Vers:

Verlust von Freude fand ich viel als ich sah
Metgebermaid mit dem güldenen Haar
Stark schlägt Thrails Glut im Gebrüst des Versvaters
Wenig, so scheint mir, gibt die Glut auf das Grübeln des Giebels
Weniger wird nicht werden was wagemutig der Walrecke wagt
als kühler Kühnheit im Speerthing zu streiten


Da leerte er das Horn und erfragte den Weg zum Jarl Bragdi.

ii. Sveinn tötet Hrafnkell

Sodann ging Sveinn zum Jarl Bragdi und sprach:
"Jarl Bragdi, dieser Schwertrecke fordert die Hand deiner Tochter und scheut
nicht den Kampf mit Hrafnkell dem Starken!".
Jarl Bradi spricht:
"Wer bist du, oder wer ist dein Vater, der du glaubst zu erheben deine Hand
gegen den Versprochenen Mann meiner Tochter?"
Sveinn antwortete und sprach seinen Namen und den Namen seines Vaters.
Daraufhin schritt ein kräftiger Krieger hervor.
"Ich bin Hrafnkell der Starke, der Sohn des Thorolf, dem Sohn des
Brýngeirr Skálmundarson und ich dulde nicht Rivalen um die Hand meiner Frau.
Mutig hast du gesprochen, Sveinn, doch sage ich dies,
dass du im Kampf gegen mich bestehen müssen wirst oder dein Leben oder deine
Gesundheit lassen musst oder viele werden dich einen Feigling nennen.
Doch scheint mir dies wahrscheinlich, dass du wenig Kraft hast um den Starken
Hrafnkell zu besiegen. Und wenige werden sagen es ist eine Schande, wenn
du deine Worte noch einmal überdenkst."

Da sprach Sveinn "Worte wiegen wenig für den Schwertgauten der Ulfert!"
und er preschte mit seinen Fäusten auf ihn los.
Es entbrannte ein Kampf zwischen den beiden und ein mächtiges Ringen, so dass
alles in ihrem Weg zerbarst oder zu Schunden ging. Und lange Zeit ging es so,
dass beide gleich stark waren. Da täuschte Sveinn Hrafnkell mit einer List und es
gab Sveinn ihm den mächtigen Schlag, so
dass Hranfkell zu Boden geschleudert wurde und Blut hervorkam.
Und so ward der Kampf nach dem Brauch der Zeit entschieden und der Sieger
war Sveinn. Da griff aber Hrafnkell zum Sax und setzte auf Sveinn zu.

Da fuhr ein Windstoß durch die Halle und es war als trüge er eine leise Melodie in sich.

Sveinn aber griff nach einer Axt und schlug so zu, dass es durch den Schädel ging
und hindurchging bis zum Gürtel. Da war Hrafnkell verdorben und tot
und es ward viel Aufsehen in der Halle.
Sveinn aber sprach den folgenden Vers:

Heimtückisch holt der Hiebkräftige heimlich
das Glitzern des Gautriemens händisch;
Wenig schätzt der Spender des Stamms
den Glanzfisch des Holmgangs zu Händen des Gauten
Er rötet die Halle des Hohen mit dem Riesen des Wundenmeeres
Und speist die Adler mit dem Fleisch des Verderbten


Der Jarl Bragdi gab ihm seine Tochter zur Frau und Sveinn war von da an
Sveinn Blutaxt geheißen und von mächtigem Ansehen und großer Beliebtheit bei den Leuten auf der Snævík.


iii. Sveinn und Hallgjerd auf Grímsstaðir

Grím sprach später zu Sveinn: "Mir scheint es so, dass du dir viele
Feinde gemacht hast. Unklug dünkt mich dein Handeln, denn die Starken werden
auf Rache sinnen. Das denke ich, dass du das Unglück auf uns alle gebracht hast".
Sveinn brachte Hallgjerd nach Grímsstaðir und sie hatten viele Kinder.
Und sie lebten gut und fromm und mit ihnen fühlten sich alle Männer wohl und es gab
keinen, der sie nicht mochte. Der streitbarste ihrer Söhne war Grettir.
Früh war er jähzornig und eifrig im Ballspiel. Er liebte die Pferde und
es gab keinen in seinem Alter der ihm im Eifer gleich war.
Grím aber sorgte sich sehr und wurde bald ein alter Mann und starb.
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iv. Thord Thorolfsson tötet Sveinn Blutaxt

Ein Mann hieß Thord. Er war der Sohn Thorolfs Brýngeirrson aus den
Westfjorden,
dem Vater des Hranfkell Thorolfsson, den man den Starken genannt hatte.
Er hörte vom Tod seines Frænd auf dem Allthing und es schien ihm
ein großes Übel, dass einer aus dem Geschlecht der Ulfert seinen
Bruder und Clansmann getötet und seine Frau zu sich genommen hatte.
Thord sammelte Männer und Knechte und er fuhr dorthin, wo es Grímsstaðir
heißt und er schwor Blutrache zu nehmen. Grettir Sveinsson war da 12 Winter alt.
23 Mann und Pferde hatte Thord in seinem Flokk und er umstellte den Hof.
Da ruft Thord: "Komm heraus! Oder bereite dich vor zu sterben! Ich, Thord
Thorolfsson, komme um meinen Bruder zu rächen, den du auf dem Thing
erschlagen hast, Sveinn Blutaxt!".
Sveinn aber sprach: "Kein Blut werde ich vergießen auf meinem Hof. Geh zurück
woher du gekommen bist, oder ziehe von dannen, denn der Jarl Bragdi gab mir
seine Tochter zur Frau und viele Tiefländer werden das sagen, dass es ihr seither nie schlecht erging!." und "dein Bruder zog
heimtückisch das Sax und hat den Tod selbst auf sich geladen! Nimm du aber
deine Männer und kehre zurück nach Hause!".

Da nahm es Thord schlecht auf und er erzürnte stark.
Sodann befahl er seinen Leuten das Feuer zu eröffnen und es entbrannte ein heftiger
Kampf zwischen Thords Flokk und den Knechten von Sveinn Blutaxt.
Dann erlangten Thords Männer die Oberhand und es ging so, dass Sveinn und
die Knechte hart bedrängt wurden und in das Langhaus zurückgedrängt wurden.
Viele von ihnen fanden da den Tod.
Sie verschlossen die Tür und schossen mit Pfeilen und da fielen viele aus
Thords Flokk. Thord aber wurde wütend und befahl das Haus zu verbrennen.
Da wurde ihr Widerstand noch heftiger und Grettir kletterte aufs Dach und warf
mit großen Steinen nach allen Seiten. Und er traf viele am Kopf und verletzte
sie so, dass bei einigen Blut hervorkam und einer den Tod fand.

Da wurde er Grettir Steinschlag genannt.

Doch zuletzt brannte das Haus und alle die darinnen waren wurden verbrannt oder von
Thords Männern erschlagen. Grettir aber sprang vom Dach und an Thords
Rumpf und er biss so zu, dass es das Ohr abriss.
Da schrie Thord laut auf und er schleuderte den Jungen mächtig zu Boden und er fügte ihm schlimme Wunden zu.
Seinem Vater Sveinn Blutaxt aber stieß er den Speer ins Fleisch, so dass
er ihn ganz durchbohrte und er den Tod fand. Thord und sein Flokk nahmen dann
Sveins Land für sich und sie legten Grettir in Ketten und brachen ihm seine
Finger, auf dass er nie wieder ein Schwert würde erheben können und
Thord machte ihn zum unfreien Dreng auf dem Gehöft, das Thord von Grettirs Blutsverwandten
geraubt hatte.

v. Grettir Steinschlag rächt Sveinn Blutaxt

Grettir lebte als Dreng auf dem Hof und nur die niedersten Arbeiten durfte
er für seinen Peiniger verrichten. Thord war Grettir übel gesinnt, denn
dieser hatte ihm sein Ohr abgebissen. Man nannte Thord deshalb auch
Thord Ohrlos. Grettir aber vergaß nie, dass Thord seinen Vater Sveinn
Blutaxt getötet und den Besitz und das lose Gut der Familie geraubt hatte.
Und Grettir schwor Rache.
Ein Mann hieß Ketil. Er war der Sohn von Egil, dem Sohn des Skalden Faxi,
der an der Schlacht vom Fedgaróss teilgenommen hatte. Von seinen Heldentaten
erzählt die Fedgaróss Saga, wie sie der Schamane Beda erzählt hat.
Ketil war der Húskarl von Thord Thorolfsson und er bewachte Grettir bei seiner
Arbeit. Ketil Egilsson war übel gegen Grettir Steinschlag und es erging
Grettir nicht gut mit ihm. Viele sagen Grettir hatte wenig Freude mit Ketil
Egilsson, dem Húskarl Thord Thorolfssons. Thord hatte ein Pferd, das er sehr mochte.
Es war ein Mustang und von schöner Gestalt. Eines Tages gab es ein Gelage.
Da war Ketil betrunken und schlief im Stall bei der Wache ein.
Grettir aber stahl sein Sax und er band es sich mit dem Gürtel fest an seine
gebrochene Hand. Dann schlitzte er Ketil die Kehle auf, dass sein Blut
sich ergoss und er ganz und gar tot war. Dann schund er das Pferd und stach ihm die
Augen aus.
Da war das Geschrei groß und es lärmte sehr viel, bis Thord Ohrlos hereinkam
um zu sehen was seinem Pferd zugestoßen war. Grettir aber versteckte sich
und sprang auf Thord zu, das Sax in der Hand.

Thord Ohrlos aber sprang zur Seite und er schlug mit seinem Schwert zu
und es traf so, dass es Grettir die Hand und den unteren Arm nahm.
Da spricht Thord: "Du schändlicher! Was schindest du mein Pferd!
Ich nehme dir mehr als nur den Arm!"
Und er schlug zu.

Grettir entgegnet: "Dies lehr ich dich, wie man den Mund im Kampf zu gebrauchen hat!"

Und er schlug mit dem Armstumpf in das Schwert, so dass es den Hieb stoppte
und im Knochen stecken blieb.
Da biss er Thord Ohrlos kräftig in die Kehle, so dass ihm der Hals offen stand
und das Blut herauskam und die Kehle ganz und gar geschädigt
und Thord bald tot war.
Sodann stahl Grettir ein Pferd und ritt davon. Der Wind wies ihm
den Weg und er kam da in ein dichtes Gehölz.

Seitdem nannten die Leute ihn Grettir den Bissigen.

vi. Grettir der Bissige lebt bei den Wölfen.

Die nächsten 20 Winter lebte Grettir der Bissige friedlos
als ein Útilegumaður im Wald und wurde ein mächtiger Wolfsheuler. Unter ihnen
nahm er sich Gullfrida zur Frau und mit ihr hatte er einen Sohn, den sie Asmund nannten.
Kein Thyre war länger friedlos als Grettir der Bissige und viele Geschichten
erzählen von seinem Heldenmut als Wolfsheuler. Doch diese Saga wird nichts
davon berichten.
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vii. Gudbjörn Thorkellson reitet zum Thing

Ein Mann hieß Gudbjörn. Er war der Sohn des Thorkell Thorolfsson, dem Sohn
des Thorolf Gabelbart. Gudbjörn erinnerte sich an die Freundschaft der
Blutsverwandten Thorolf Gabelbart und Sveinn Blutaxt aus alter Zeit, als
der Thain Egil Alherr über die Snaevík gewesen war. Oft bot er Grettir
dem Bissigen Unterschlupf auf seinem Hof und Asmund Grettisson wuchs lange
bei ihm auf und erlernte das Bauernhandwerk.
Noch immer saßen die Blutsverwandten
des Thord Thorolfsson auf Grímsstadir.
Nun kam die Zeit des Althing und Gudbjörn ritt mit drei Knechten nach
Thingvellir und erwirkte einen Vergleich.
Viele sprachen für Grettir den Bissigen, denn er war ein guter Mann und half
allen aus den Dörfern und Höfen, die Hilfe brauchten. Er bekämpfte Wiedergänger
und schlug die Harpien und die Trollweiber in die Flucht.
Auch den Berserker Önund besiegte Grettir der Bissige
und es war die Meinung aller, dass er jedem sehr geholfen habe.
Allein die Westfirdingar waren übel zufrieden mit Grettir, denn
er und seine Ahnen hatten Thord und Hrafnkell getötet und den Westfirdingarn
viel Schaden zugefügt.

Der Thain hörte alle Berichte und er fällte das Urteil:
Grettir der Bissige war nicht länger friedlos und er solle Grímsstadir
als sein rechtmäßiges Erbe zurückerhalten. Am schwersten wog das Wort
von Gudbjörn Thorkellson. Auch eine unbekannte Frau in kostbarer Kleidung sprach vor
und für die Sache Grettis. Niemand kannte sie, aber viele sagen sie war
von unglaublicher Schönheit und ihre Stimme sei melodiös und leicht wie eine Melodie im Wind gewesen
und dennoch klar zu hören wie der Morgentau. Alle hatten Respekt vor ihr.
Skallbjarn Thorolfsson, dem Bruder von Thord Ohrlos,
aber missfiel es sehr. Und er zog nur widerwillig von Grímsstadir und er
schwor Rache.

viii. Grettir der Bissige stirbt auf Grímsstadir

Grettir zog zurück nach Grímsstadir und lebte ein frommes Leben.
Viele Male kämpften er und sein Sohn Asmund gegen Skallbjarn und sein Flokk. Mal auf Mal verteidigten sie den Hof. Wieder und wieder wehrten
sie die Intrigen und Lügen Skallbjarns. Aber diese Saga wird nicht mehr
davon berichten.

Als Grettir alt war, da wurde er sonderbar und übellaunig, so dass es
weder Tier noch Mensch gut mit ihm ging. Oft war er zornig und es war sehr
übel mit ihm zu reden. Da wurde er krank und lag im Bett und hatte Fieber.
Da spricht Grettir:
"In meinem Leben habe ich diesen Hof verteidigt und wenn ich sterbe, da
möchte ich dies, dass ihr mich stehend begrabt unter der Tür in die Küche.
Denn das will ich, dass ich im Tode wie im Leben allzeit dies Haus und den
Hof für die Ulfert wehre!"
Sodann starb er und man tat wie er gesagt hatte.
Da war große Erleichterung unter ihnen, denn schlimm
war es mit Grettir geworden und es konnte so gut wie niemand mehr
mit ihm reden am Ende seiner Tage, so übellaunig war er geworden.

ix. Grettir der Bissige sucht Grímsstadir heim

Als Asmund ein Mann war starb Grettir der Bissige und man begrub ihn stehend
unter der Küchentür, so wie er es befohlen hatte.
Doch es kam nun so, dass er im Tode schlimmer noch wütete als im Leben.
So suchte er den Hof als Wiedergänger heim und plagte Mensch wie Tier.
Den Pferden riss er die Haut vom Rücken, die Knechte erschlug er, wo er
sie fand.
So schlimm war es geworden, dass Knechte flohen und Tiere spurlos verschwanden.
Selbst die Huskarle fürchteten sich vor Grettis Groll.
In der Nacht ging Grettir um und erschlug jeden Mann den er sah.
Da war großer Unmut und Angst unter dem Volk auf Grímsstadir.

x. Asmund Grettisson stellt sich Grettir dem Bissigen

Asmund hatte zu dieser Zeit zwei Söhne und eine Tochter mit seiner Frau
Ursula Wolfshaut, der Tochter des Gudmundr Vínabrenni.
Sie hießen Gudrun und Gunnar zu Ehren des Gudmundr Vínabrenni. Der jüngste aber hieß Sturla, denn er störte die Ruhe.
Nun war es mit Grettir so schlimm geworden, dass er nicht vor seinem Blutsverwandten
halt machte. Und er tötete Ursula und blendete Gudrun.
Da stellte sich ihm Asmund entgegen und er sagt:
"Wohlan, Fraend, du hast mich gut geschützt als ich ein Kind war
und den Hof gut gewehrt. Doch nun ist es so, dass ich nicht viel Freude
habe mit dem bissigen Kampfesrecken. Und übel scheint mir, dass du
nicht vor Freund und nicht vor Familie Einhalt gebietest.
Mir scheint es so zu sein, dass du den Verstand verloren hast und viele
sagen es wäre gut deinem Treiben ein Ende zu setzen.
Viel Leid hast du über deinen Blutsverwandten gebracht als du ihm die Frau nahmst
und seine Tochter blendetest.
Asmund wird sich dir nun stellen, Fraend. Mach dich bereit."

Grettir ließ da nicht mit sich reden und es entbrannte ein heftiger kampf
zwischen den beiden, Fedgar, Vater und Sohn. Es ging so, dass sie durch das Zimmer
stürzten und was in ihrem Weg stand, das ging zuschunden.
Der Wiedergänger Grettir aber war sehr stark und Asmund hatte große Mühe.
Der Kampf ging so, dass es nicht gut aussah für Asmund und er hatte viel Mühen.

Da kam ein Wind auf und Asmund erinnerte sich an dessen Melodie.
Da war er ruhig und fand neue Kraft.


Nun greift Asmund nach dem Spaten und er schlug dem Wiedergänger entgegen,
so dass es durch den Hals ging und in der Schulter steckenblieb und
der Kopf herabfiel und auf dem Boden rollte.

Da war Grettir nicht länger und Ruhe kehrte ein auf dem Hof.
Asmund aber hatte der Kampf übel zugesetzt und seine Haare wurden grau.
Da nannten die Leute ihn Asmund den Grauen.
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xi. Rök verheert Snaevík.

Etwa zu jener Zeit begann das Brausen der Götter und es war da, dass
der Panther seine Mutter zerriss und mit ihr das Land.
Da war ein großes Tosen in der Welt und Das Meer verschlang das Land.
Bruder kämpfte gegen Bruder und es wurde allenortes viel geheert und geplündert.
Deshalb nannten die Leute der Snaevík es Rök.

Auch die Snaevík fiel dem Meer zum Opfer und es ging so aus, dass
großes Wehklagen unter den Ulfert der Snaevík war.
Asmund verlor seinen Hof und sein Gut und alle bewegliche Habe.
Doch seine Kinder konnte er retten. Sie fuhren da Vater und Kinder
segelnd mit dem Boot und auf der Suche nach Land,
doch die Vorräte waren wenige und keine Küste war in Sicht.

xii. Die Dame im Wind rettet Asmund

Da trieben sie lange auf dem Meer und es ging übel mit ihnen.
Da hörte Asmund eine leise Melodie in der Ferne, die der Wind zu ihm trug
und er fuhr auf sie zu.
Denn wo Musik ist, da muss Land sein.

Nach 4 Tagen sahen sie ein Feuer und da wussten sie: Sie hatten Land gefunden.
Am Ufer erblickt Asmund eine Dame und sie blies die Melodie auf der Flöte im Wind.
Da kam ein Wind auf und die Dame war nicht mehr da.
Asmund aber wusste, dass sie sie gerettet hatte und sprach seinen Dank.


xiii. Sturla wächst auf

Da nahm Asmund Land und baute einen neuen Hof dort, wo er die Dame
zuerst gesehen hatte.
Dort lebten sie einige Winter. Gunnar war stark und beliebt bei seinem Vater.
Sturla aber war oft bei sich und war wenig wie andere Kinder.
Er war streitbar, aber das Ballspiel interessierte ihn nicht.
Oft wandelte er umher in den Wäldern und an den Klippen und spielte die
Knochenflöte für sich. Wenig Freude hatten er und Asmund aneinander, denn
jener mied die Arbeit am Hof und dieser erzürnte ob des faulen Sohnes.
gering war seine Freude an jenem und er sagt: "Sturla, geh du und hüte die Gänse.".
Da murrte Sturla und tat wie man ihm gesagt hatte.
Doch nach einer Weile mochte er nicht länger die Gänse hüten und da schlug
er sie alle tot bis keine von ihnen mehr lebte.
Als Asmund das sah, da wurde er sehr wütend und es ging übel mit den beiden
für mehr als eine Woche und sie sprachen kein Wort.
Sturla aber sprach den folgenden Vers:

Ringgeber riet mir zu halten den Hochhals
Der Vergeuder des Vogels schuf Ruhe und Fettfleisch
Unruhe darbot doch der Unnütze Dreng;
Grauvater gab ungute Ger dem Unruhigen


Asmund erwiderte:
"Mir scheint es so zu sein, dass Sveinn Blutaxt dir dein Blut gab.
Viele werden sagen es ist gut einen Skalden zu haben bei seinen Verwandten.
Mir aber scheint dies so, dass es kein gutes Ende mit dir nehmen wird."

Da wurde das Verhältnis der beiden immer schlechter und sie sprachen nur noch
wenig.


xiv. Sturla fährt nach Wulfgard

Von da an war nicht viel Reden zwischen Sturla und Asmund.
Als Sturla 16 Winter alt war, da entschied er sich den Hof zu verlassen
und nach Wulfgard zu fahren, wo die anderen Tiefländer waren.
Dort hatte er vor sich unter seinen Blutsverwandten Ulfert umzuhören
wie es ihnen ergangen war und sich einen Platz in der Halle des Jarls
zu verdienen.

Zu dieser Zeit war es so schlecht zwischen Asmund und seinem Sohn Sturla,
dass sie nichts miteinander sprachen beim Abschied.

Sturla sprach bei sich einen Vers:
Grauvater gab nicht geleit
Grauvater gab nicht Gold
Horngoldes Huldiger
Windvalkyre, weis den Weg mir,
dem Koster der Kunst.
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xv. Sturla kommt nach Wolfsfjord

Als Sturla in Wolfsfjord die Küste der neuen Heimat der Landsmänner erreicht, da ist er bar seiner Harfe Snjútgerda, denn die Seeleute waren unterwegs seines Spielens überdrüssig geworden und es war zuletzt so gegangen, dass Ásmunds Sohn von ihnen überwältigt wurde und man ihm die Harfe abrang. Die Snjútgerda aber warfen sie da über Bord und sie ward nicht mehr gesehen. Übel war da der Sturla gestimmt und wollte kein Wort mehr mit ihnen wechseln. Die Seeleute aber waren fortan bester Dinge und erreichten bald den Fjord, wo es Sturmoeve genannt wurde.
Da verabschiedeten sie sich voneinander und Sturla spricht diese Strophe:

Wenig Freude hat der Heermann der Harfe
seit auf See wir uns sahen und das Wellenross ritten;
Der tosende Rachen, Raugaroth, raubte die Snjútgerda mir.
Wenig wert ist die Wonne des singenden Seevolks.


Da war auch ein alter Mann mit einem großen Hut und Bart in der Nähe, der die Strophe hörte und es gefiel ihm so gut dass er dem jungen Clansmann seine Laute Kvaedkirja gibt. "Nimm diese Laute", sagte er und "sie ist Kvaedkirja geheißen. Denn gut, so schien mir, war deine Strophe gesprochen."

Sturla bedankte sich da und fragte "Gute Aufnahme scheint mir hier beschieden, aber wer ist hier Herr oder wo ist seine Halle, Alter Mann?"
Da antwortet der Einäugige ihm:
"Thyrland ist dies! Und Wolfsfjord ist dieser Ort hier geheißen. Die Halle des Landesherrn aber findest du im Norden. Geh diesen Weg und bitte um Einlass."

Sturla tat da wie es ihm gesagt wurde und kam bald darauf an die große Halle Wulfgards.
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xvi. In der großen Halle Wulfgards; Sturla trifft Asleif und Finn

Nach vier Tagen Wanderns nach Norden erreichte Sturla die große Halle der Thyren, die man auch Wulfgard nennt und seine Clansleute gewährten ihm Eintritt.
Da wandelte Sturla durch die Räume und die Gänge und vorbei an den mächtigen Säulen. Doch kein Mann und keine Frau waren dort.
Schließlich kam er an die Halle des hohen und er setzte sich zu Füßen des Hochsitzes und er spielte die Laute Kvaedkirja, die ihm der alte Mann gegeben hatte um sich die Einsamkeit zu vertreiben.
Da dauerte es nicht lange und ein großer Mann trat in die Halle ein und ein zweiter, die ihn mit wilden Augen beschauten.
Asleif Bunjam hieß der erste, der Sohn des Ansgar Kind und Ridder der Bunjam. Der Zweite aber war ein Mann der Finn Ormarson genannt wurde, Schwert der Sturmheuler.
Sturla sagte wer er ist und woher er komme und wer sein Vater gewesen war. Und Sturla fragte wer der Herr der Halle sei.
Wenig waren die beiden davon beeindruckt und Asleif sprach dass der Thain Bernuf Mandre Herr der Halle sei und "Respekt wirst du hier lernen".
Sturla entgegnete da "Wenig gewinnt im Kampf wer wenig wagt!" und Asleif versetzt ihm daraufhin einen Schlag von solcher Kraft, dass der Junge in die Knie geht und nach Luft ringt.

"Viel Rede gabst du, Welpe, doch mir scheint es so, dass deine Arme kaum die Kraft deiner Worte haben. Und wenig wird dem hier beschieden, dessen Mund nun nach Luft japst."

Da sprach Sturla "Dann sieh her!"
und er richtet sich wieder auf und stürmt auf Asleif zu, so dass er mit dem Kopf in dessen Magengrube rennt und ihn aus dem Gleichgewicht stürzen wird.
Asleif lässt ihn gegen seine Brünne laufen und versetzt ihm einen Schlag mit dem Ellbogen und es endet so dass Sturla benommen auf dem Boden sitzt.

"Der Mut steht dem Gauten gut, doch gegen den Ridder reicht der Rückzug dir nur." spricht Asleif.
Daraufhin wird Met ausgeschenkt und man erzählte sich noch viel am Feuer in der Halle des Hohen.
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xvii. Sturla fährt nach Westen

Sturla blieb nun eine Weile in der Halle des Thain Bernulf und beteiligte sich am täglichen Werk in Wulfgard. Bald schon war er übel zufrieden mit den Arbeiten und wollte nicht länger Gänse hüten und dergleichen auch wenn die Bewirtung gut war und es ihm sonst an nichts mangelte.

Obwohl er nun schon lange in der Halle war, hatte er noch keinen seiner Fraendir aus dem Blute der Ulfert getroffen und auch das schien ihm ungut.
Er fasste bald den Beschluss nach Westen zu fahren weil ihm der Sinn nicht nach dem Hüten der Hallen und der Nutztiere stand. Er dachte dass es hier wenig zu gewinnen gäbe. Sodann nimmt er sich die Laute Kvaedkirja und bricht auf.
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xviii. Das Schwert Brennunjál

Als nun Sturla nach Westen fahren wollte, da begab es sich so dass sein Fraend an ihn herantrat und er sprach dass er einige Ausrüstung von ihm haben könne und "Dies Schwert aber soll dein sein." und er reichte es ihm.

Da betrachtete der Jüngere von beiden das Schwert genau und wog es hin und her bevor er die folgende Strophe sprach:

Freund nenn ich den Fraend,
Bald bot Blutsverwandter Blutsverwandtem Blótt
Windirs Wundenbeißer will in Walkirs Wühlen wirken.
Nicht verneint Versvater die Nordmannsklinge


Und alle die dabei standen, fanden dass es wohl gesprochen war.
Sodann sprach der Fraend mehr davon.
So lernten alle den Namen der Nordmannsklinge, denn sie war Brennunjál geheißen und ein mächtiger Brandschnitter. Es war eine
große Nordmannsklinge und der rote Brandstahl, aus dem sie gefertigt war soll dereinst den Zwergen im Stein abgerungen worden sein.

Die Männer tranken da viel Met auf den Abschied und unterhielten sich gut. Und man ging so auseinander dass keiner vom anderen etwas schlechtes zu sagen hätte. Sodann packte Sturla seine sieben Sachen und seine Vorräte und was ihm der Fraend gereicht hatte und er fuhr den Weg nach Westen zu Fuß.

ixx. Sturla erschlägt Kelkad

Nach zwei Tagen wanderns geriet Sturla an einen kleinen Forst vor einer Stadt im Westen. Da beschloss er Holz zu hacken und Feuer zu holen und zu lagern, doch da kam ihm der Friedlose Kelkad in den Weg und mit ihm 12 seiner Leute. Und er sagte es sei ihr Land hier und "Fremde dulden wir hier nicht.". Sturla sagte da nicht viel und meinte dass ihm wenig am Streit gelegen sei, er aber nicht wehrlos gekommen sei.
Da lachte Kelkad und sprach dass viele schon wegen weniger mehr zu Kosten gehabt hätten. Sturla entgegnet da es gut sein kann.
Kelkad war da aber des Redens müde und er befahl seinen Leuten anzugreifen und da entstand ein heftiger Kampf.
Mit dem Weidenbogen Skeytibítari schoss Sturla gleich 3 von ihnen, so dass sie tot oder kampfunfähig fielen. Dann lief er geschickt um die Bäume, so dass es immer nur einer gegen einen war und er zückte das mächtige Schwert Brennunjál und fällte einen nach dem anderen. Als die Männer und Frauen des Waldes sahen dass es übel für sie ging, da rannten einige von ihnen und viele von ihnen fielen da dem Schwertstreich zum Opfer.

Kelkad war da übel zufrieden und fluchte auf den Bardenjüngling mit der stolzen Klinge. Sodann stürmte Sturla auf ihn zu und rannte ihn um, so dass Kelkad rücklings stürzte und das Knie traf ihn so dass es den Kiefer in das Gesicht schon und Blut aus der Nase kam.
Da sank Kelkad zusammen und hustete stark, so dass es Geräusche macht vom Blut.

Da stellte sich Sturla über ihn, die mächtige Klinge Brennunjál in den Händen.

Sieh wie deine Wunden bluten
Nicht sahst du Ruhestörer zurückweichen.
Brennunjál brannte die Bande der friedlosen Feinde
Welsche zu wehren wusste Wundgeberbarde;
Geschwätzigkeit gab viel der unkluge Unhold.
Brandschnitter befriedet das Blutthing.


Da ließ er den Brandschnitter, die mächtige Nordmannsklinge Brennunjál herabsausen und endete Kelkad den Friedlosen.
Die Bewohner der Umgebung aber waren froh als sie hörten, dass Kelkad nicht mehr sein Unwesen trieb.
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xx. Sturlu Fylgja erscheint im Wald

Sturla hatte jetzt lange Zeit im Wald gelebt und sich eine kleine Wohnstatt gebaut. Her übte er sich im Bognerhandwerk und im Lautenwerk um dareinst als Mann statt Welpe in die hohe Halle Wulfgards zurückzukehren und als Ebenbürtiger unter seine Clansleute treten zu können.

So ging es jeden Tag und es ist nicht viel zu berichten aus dieser Zeit.
Eines Nachts jedoch saß er Lagerfeuer und spielte die Laute und es kam so, dass etwas eigenartiges passierte.
Sturla bemerkte da einen einsamen Wolf im Gehölz des Waldes, der sich ganz ohne ein Rudel zu bewegen schien. Es war ein Jungtier und schaute Sturla flüchtig an. Da wurde es Sturla ungeheuer, denn das Tier war blutig und es läuft schnell davon und in den Wald zurück.

Er hielt da inne und legte die Laute beiseite und wunderte sich was dies heißen möge.
Da erinnerte sich an das, was man auf dem Hof von Asmund erzählt hatte und es wurde ihm klar.

"Ein schlechtes Omen scheint mir dies zu sein,", sagt Sturla sich, "und wenig gutes scheint mir hiervon zu kommen, wenn mir ein blutiger Wolf erscheint.". Sturla erinnerte sich an die alten Sögur aus der Snaevik von Ragnar dem Roten, der einst ein blutiges Zicklein sah bevor er starb.

Damals war es so, dass die Leute um ihre Fylgja wussten und oft war es so gekommen, dass schon viele kurze Zeit später den Tod fanden, waren sie ihrer eigenen Fylgja begegnet. Es war ein schweres und schlechtes Zeichen, das sich die Fylgja ihm offenbart hatte und Sturla grübelte in dieser Nacht noch lange nach was zu tun sei.

xxi. Sturla holt Wasser und ertrinkt im See

Sturlu Lager war in einer kleinen Höhle im Berg gelegen, ganz am nördlichen Rand der Stadt, wo es Varuna heißt. Jeden Morgen ging er mit einem Kupferkessel an den See um Wasser zu holen.
Sturla dachte wieder an die Flygja, die sich ihm offenbart hatte als er Wasser holte und da brach ein Teil des Ufers weg und Sturla fiel ins Wasser. Zu jener Zeit war der See ungutes Wasser und viele bewegliche Habe und Geröll lagen darin, aber auch viele Tote.
Manche sagen ein unguter Baumstamm sei in der Nähe der Stelle gewesen.

Sturla versuchte sich wieder an Land zu ziehen, doch es ging so, dass er sich in Geröll verfing und nicht freikam. Da ging ihm die Luft aus und Sturla ließ seinen Atem und war tot.

Hier endet die Saga von Sturla Ásmundarsson.
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