Erwachsen werden

Geschichten eurer Charaktere
Aalissay Delara Bashir

Erwachsen werden

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

Zum erwachsen werden gehörte nicht nur das altern. Mehr denn je wurde ich mir dessen, in den letzten Tagen bewusst.
Fast 2 Mondläufe verweilte ich nun bereits hier in dieser wunderschönen, prachtvollen Stadt. Heimisch fühlen? Diese Frage konnte ich nicht so einfaach beantworten.

Es war ruhig geworden, zu ruhig... Das Dorf in dem ich aufgewachsen war, war kein Vergleich zur Hauptstadt und doch schien mir diese ruhiger und einsamer, als es mein Dorf jemals war.
Ich wurde herzlich aufgenommen. Es war schwer meinen Platz in der Familie zu finden aber gerade so liebreizende Wesen wie Aaminah halfen mir dabei. Je mehr Zeit verging, desto selten sah man die Gesichter im Haus. Ich stand morgens auf, fütterte die Tiere, machte eine Kleinigkeit zum Essen... doch wenn ich Abends die Küche aufräumte war kaum etwas angerührt. Die ungewohnte Ruhe nagte sehr an mir. Dieses große Haus und ich, die kleine Blüte in mitten dessen.

Wenn ich dort saß um mir die Zeit zu vertreiben suchten mich Gedanken heim. Fragen über Fragen... und so vermied ich es dort alleine zu sitzen. Ich vermied es generell das Haus zu betreten. Meine kleinen Füße betraten es nur um die Früchte aus dem Garten in die Küche zu tragen oder die Milch der Kühe. Ich war froh das ich mein eigenes Haus hatte. Ja, dort war ich auch allein aber es war klein, es war gemütlich, es war mein eigen. Dort fühlte ich mich nicht so verloren...

Ich hatte kaum die Türschwelle betreten, lies ich mich in die Kissen fallen. Mein Blick war starr zur Decke gerichtet, die Kälte des Grünlandes saß noch tief in meinen Knochen. Mein zarter Körper zitterte, als sich die Wärme langsam aber sicher wieder ausbreitete. "eine Natifah allein unterwegs"... ich war oft alleine unterwegs, doch nie sah mich jemand. stets darauf bedacht unbeachtet zu bleiben. Die Frage beschäftigte mich... Gassur wollte mit mir zur Reitschule und nun war er fort... sie hatten die Stadt verlassen. Wie es wohl Djadji mit dieser Nachricht ging? Wer hätte mich begleiten sollen? Es war kaum einer da und immer die Wachen fragen? Ein tiefes Seufzen entwich meinen Lippen.

Wen sollte ich nun um Erlaubnis bitten? Ob Haroun am ersten Tag der Woche wirklich kommen würde? Mir war klar was die Yazir Blüten über uns dachten. Das Gerede in den Gassen der Stadt war groß und man bekam einiges mit, wenn niemand bemerkte das man sich durch jene schlich. War es verwerflich gut erzogen zu sein? Mein Radeh hatte mir vieles gelehrt, doch ehe er mir dies lehrte lernte ich wie man sich als Natifah zu verhalten hatte. Ja, ich war anders aber das wusste niemand. Und auch wenn ich übte mit dem Bogen auf eine Zielscheibe zu schießen würde es nichts an meiner Erziehung ändern. Ich kannte den Zweck, ich kannte meine Ziele und niemand sonst musste je von ihnen erfahren oder?

Aaminahs Worte schossen mir in den Kopf. "Denkst du an einen Mann oder wieso vergißt du so etwas wichties wie einen Tisch". Einen Mann? Wenn sie wüsste... das letzte an das ich dachte war ein Mann. Mir war bewusst, dass viele in meinem Alter schon verheiratet waren. Malaika war kaum älter als ich und hatte bereits 2 Kinder. Ich hatte bisher nie einen Gedanken daran verschwendet. Doch was wenn der Tag kommen würde? Wenn jemand bei Haroun meinen Preis erfragen würde? Wenn Eluive mir einen Mann in mein Leben bringt? Wie könnte ich all das mit meinen Zielen verbinden? Wäre mein Leben, so wie es derzeit war noch möglich? Müsste ich ihm davon erzählen? Würde ich es ihm erzählen wollen?

Ich schlug die Hände über meinem Kopf zusammen. Es war so schwer niemanden zum Reden zu haben. In Momenten wie diesen, wenn der Magen sich zusammen zog und das Herz schwer wurden, vermisste ich meinen Radeh. Ich konnte ihm immer alles sagen. Es gab keine Geheimnisse zwischen uns. Doch mir war klar, dass ein Schreiben zu gefährlich war. Ich hatte gelernt, dass Schreiben gerne in falsche Hände gelangen konnten, dieses Risiko durfte ich nicht eingehen. Nur noch ein paar Wochen, dann würde ich meine Eltern sicher einmal besuchen können. Was sollte dagegen sprechen? Hier war ich eh allein...

Ich drehte den Kopf zur Seite und erblickte meine Trainingstasche... das Holzschild lag auf ihr... Ich war im Kampf nicht so gut wie der Sajneen oder die Sekban und Anisah. Es gab Dinge die bisher wichtiger gewesen waren und nicht umsonst hatte mein Radeh mich in die Stadt geschickt. Sie verhöhnten mich, es war mir nicht entgangen. Die Übungsstunde erschien mir wie eine Ewigkeit. Jeder Treffer ging durch Mark und Bein aber aufgeben? Ich war eine Ifrey... ich war die Tochter von Faris Hamit Ifrey, das Wort aufgeben war mir fremd und sie würden sich noch umschauen. Mein Ehrgeiz war geweckt und sie sollen mich ruhig verhöhnen so viel sie wollten. ich würde ihnen zeigen das ich mehr bin als eine mit Puder zu gekleisterte Blüte der Ifrey.

Ich brauchte diese Übung, ich musste besser in all dem werden und so hoffte ich inständig, dass Haroun am ersten Tag der Woche wirklich kommen würde. Ohne Erlaubnis würde ich nicht beitreten. Respekt, Hochachtung, Familie, Dinge die weit aus wichtiger waren wie mein Stolz und mein Ehrgeiz und doch durfte ich mein Ziel nicht aus den Augen verlieren...

Mein Körper hatte wieder normale Temperaturen angenommen. Ich hielt diese Gedankenquälerei keinen Moment länger aus, ich musste raus aus diesen vier Wänden die mich gerade einzuengen schienen. Raus, die Dunkelheit, die frische Luft spüren, die sich wohlig um mich legen würde. Ablenkung, das war was ich brauchte. Weit aus besser als Einsamkeit...
Aalissay Delara Bashir

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

Die Zeit verflog wie im Fluge und doch schien sie still zu stehen. Es war ruhig geworden und oft verbrachte sie ihre Zeit einsam und allein. An solchen Tagen suchte sie die Ablenkung, versuchte sich zu beschäftigen um der nicht endenden Zeit zu flüchten.

So auch an jenem Tage, vor einigen Wochenläufen als sie das Ahnengrab aufgesucht hatte. Mit ihren Gedanken wo anders brachte sie sich in eine brenzlige Situation und da er schien er, wie aus dem nichts. Noch immer war sein Auftreten mit einer großen Aufregung verbunden, die sie stets versuchte zu verbergen. Er war einer von ihnen, einer jener weswegen sie hier war und doch gab es noch viel zu lernen. Bis sie ihnen eines Tages so gegenüber treten konnte, wie ihr Vater es stets tat, würden wohl noch viele Jahre ins Land ziehen.

Sie gingen gemeinsam auf die Jagd. Gemeinsam... so konnte man es eigentlich nicht nennen. Er brauchte keine Hilfe. Ihm zu zu sehen wie er kämpft, wie er sein Schild hält und seinen Säbel führt... noch nie zu vor hatte sie ähnliches gesehen und es beeindruckte sie zu tiefst. Sie hingegen, war am Anfang ihrer Ausbildung, war froh überhaupt ihr Schild halten zu können. Was mochte er nur über sie denken? Und doch gab er ihrer Bitte nach und sie sollte die Sekban zur Prüfung aufsuchen...

Die Tage vergingen... 2 Nächte muss es her sein, dass Alarash ihr erzählte, dass "er" sie sehr wohl wahr genommen hat. Erst wollte er sie auf den Arm nehmen, verunsicherte sie, doch dann schmunzelte ihr Onkel und sagte ihr, dass der Sajneen die Sekban bitten würde, ihr die Prüfung abzunehmen. Ihre Freude begann innerlich zu hüpfen. Es war ihre Chance und sie durfte diese nicht vermasseln. Welch Glück das kaum einen Atemzug später, die Sekban vor ihrer Tür stand.

Sie packte ihr Hab und Gut zusammen und mache sich direkt auf den Weg zur Kaserne. Dort warteten schon Anisah und Khalida und auch von drinnen waren Stimmen zu hören. Sie kam sich recht klein vor neben den beiden aber sie durfte jetzt nicht aufgeben und sie wusste, dass sie alles schaffen konnte was sie wollte... naja annähernd.

Ein kleiner Übungskampf ehe der Sajneen und ein weiterer Sohn der Omar die Kaserne verliesen. Ihr Blick fiel auf Imraan, wieder musste sie daran denken wie er gekämpft hatte. Was er wohl denken oder gar sagen würde, wenn er ihr wahres ich kenne würde? Wenn er wüsste wieso sie hier war? Was sie wollte? Sie würde es nie erfahren, dessen war sie sich sicher. Mit diesem Geheimnis würde sie wohl ins Grab gehen und vielleicht war es besser so, sie wollte nicht ausgelacht und als naives Kind dargestellt werden.

Ameer sorgte dafür, das ihre GEdanken recht schnell wieder im Hier und Jetzt waren. Einen Omar wie ihn hatte sie gewiss noch nie gesehen aber um ehrlich zu sein kannte sie noch nicht sehr viele. Vielleicht war es auch Imraan der anders war als die restlichen?

Sie machten sich auf den Weg durch die trockene Wüste. Der Wind wehte sachte um sie und im Vergleich zum Nordland war es hier zu Lande noch immer recht mild und angenehm warm. Das Gerede von Ameer, der sich schlimmer als eine junge Natifah benahm störte die Ruhe und auch die Aufregung die sich in ihr, bezüglich der Prüfung, auftat.
Natürlich vergaß er seine Ausrüstung und Aalissay musste ihn zurück begleiten. Sie schmunzelte den ganzen Rückweg unter ihrem Schleier vor sich her. War er wirklich so naiv oder war er von sich einfach nur so überzeugt? Sie hatte den Anschein er lebe in seiner eigenen, kleinen Welt. Doch was wusste sie schon? Sie war eine junge Blüte, die bisher kaum etwas von der Welt gesehen hatte. Sie hatte keine Bedienstete und lebte in keinem großen Palast, der so ein wunderschönes Bild in Menek'Ur abgab.

"Ich schlage keine Mädchen"... meinte er das ernst? Da stand sie, gerüstet und bewaffnet, direkt vor ihm und er wollte nicht angreifen. Sie sah zu Anisah und eine Diskussion entfachte. Omar hin oder her, jetzt in diesem Moment war er ein Akemi, er war ihr gleich gestellt und es spielte keine Rolle das sie eine Natifah oder er ein Sohn der ehrenwerten Omar war. "...jammern gehört nicht dazu", ehe sie sich versah waren die Worte auch schon ausgesprochen. Doch sie schienen zu wirken denn endlich zückte auch er seine Waffe und sein Schild und der Übungskampf konnte beginnen.

Zu diesem Zeitpunkt hätte sie nicht gedacht, dass sie noch am selben Abend einen völlig anderen Ameer kennenlernen würde. Ja, er war vielleicht etwas verrückt und verschroben aber sein Wissen...

Keine Ahnung wie lange sie dort vor dem Basar standen und sich über die Hadrachim unterhielten aber die Zeit verflog viel zu schnell. Sie klebte förmlich an seinen Lippen, sog jedes Wort in sich auf. Noch nie zuvor hatte sie sich so viele Gedanken darum gemacht. Sich nie damit beschäftigt das es nicht nur ein Segen war, als Hadrachim Eluive und dem Emir zu dienen. Bücher die nicht mehr exestierten, Geschichten die sie nur zu gerne hören würde. Ob ihr Ameer oder gar Imraan mehr darüber erzählen würden? Ihr, einer einfachen Blüte aus dem Hause Ifrey? Vielleicht wenn sie ihren Mut zusammen nehmen und den Sajneen einfach fragen würde?

Doch nicht heute, er schien kurz angebunden, als er zu später Stunde zu ihnen stieß. Morgen? Den Tag darauf? In einem Jahr? Ob sie sich erst beweisen musste? War sie nun als Akemi aufgenommen? Was würde Khalida ihm erzählen?

Als sie an jenem Abend nach Hause ging blieb sie lange auf der Terrasse vor ihrem Haus sitzen und betrachtete den klaren Sternenhimmel. Die abgekühlte Nachtluft tat gut und durchströmte ihre Gedanken. Sie löste den Schleider und ihr Kopftuch um sich den sanften Wind durch die Haare wehen zu lassen. Sie musste besser werden, noch mehr üben und darüber hinaus nicht ihre Aufgaben im Haus vergessen. Sie wollte ihrer Familie keine Schande machen... Ameers Worte lagen schwer auf ihrem herzen "du wirst es schwer haben einen Mann zu finden"...
Sie hatte sich nie Gedanken dazu gemacht, doch heute schmerzten sie die Worte. Würde er Recht behalten? Würde kein Mann sie wollen, weil sie ein großes Ziel verfolgte und dafür Opfer bringen musste?

Was würde ihre Familie dazu sagen? Es war schwer niemanden zu haben, mit dem sie ihre Gedanken teilen konnte, ihre Ängste, Wünsche und Sehnsüchte. Niemanden, nur Eluive und ihre Antworten waren nicht immer direkt hörbar...
Aalissay Delara Bashir

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

Wann würde endlich die Sonne aufgehen, dass dieser, in ihren Augen, ach so schreckliche Tag, ein Ende nehmen würde?
Nachdem sie sich von ihrem Onkel verabschiedet hatte ging sie zurück zur Oase. Ein Ort der Ruhe, ein Ort an dem sie sein konnte was sie ist, verletzlich, jung und unerfahren. Alles hier duftete, selbst jetzt in den späten Abendstunden, noch süßlich und nach all dem bezaubernden Blumen die hier wuchsen. Doch heute nahm sie die Gerüchte kaum wahr. Sie war viel zu sehr mit sich beschäftigt, mit den Gefühlen die sie plagten, mit ihrer Wut...

Wieso konnte sie ihm nicht einfach sagen das sie gerne mit ihm im Grünland jagen gegangen wäre? Wieso schob sie Ameer vor um sich danach in Grund in Boden zu ärgern, dass er genau das tat was sie ihm angedeutet hatte, zu seinem Vetter in den Palast gehen. Sie ging weiter ihres Weges, schliesslich wollte sie ursprünglich ins Grab ihrer Ahnen auch wenn sie auf dem Weg dorthin erst dem einen und dann dem anderen Sohn der Omar begegnete.

Noch völlig in ihrer Wut auf sich selbst versunken merkte sie gar nicht, dass sich vor ihr Leichen auftaten. Unbedacht ging sie davon aus, jene stammten noch vom Sajneen der zuvor hier gewesen war. Bis sie ihren Kopf hob und sich vor ihr ein Mann auftat, kein Menekaner das konnte sie direkt an der Statur und seiner Rüstung erkennen. Er stammte aus dem Norden... hinter ihm stand ein seltsames Gebilde, ein Schatten oder ähnliches. Noch nie zu vor hatte sie etwas dergleichen gesehen und war viel zu perplex wirklich wieder auf Fremde getroffen zu sein. Der Fremde grüßte sie, doch ehe sie auch nur die Stimme heben konnte, liefen er und dieser Schatten, sofern er wirklich zu ihm gehörte, in Richtung Westen und tiefer in das Ahnengrab hinein.

Und nun? Sie lief, so schnell ihre Füße sie tragen konnten, zurück zur Kaserne um Imraan zu holen. Diesmal würde sie schneller sein, sie würde ihn holen und die Fremden zur Rede stellen. Sie musste nur wenige Worte sagen bis er verstand und direkt wieder mit ihr aufbrach. Es erschien ihr, als wäre kaum eine Minute vergangen ehe sie zurück waren und in die Tiefen hinab stiegen, doch ausser den Leichen die er zurück lies fanden sie nichts...

Sie waren zu spät... es nagte tief in ihrem Inneren. Wieso war sie ihnen nicht einfach selbst gefolgt? Wieder waren sie entwischt. Der Sajneen konnte noch so oft sagen, dass es nicht ihre Schuld gewesen war, das ungute Gefühl und der Scham frasen sich tief in ihr Bewustsein. Sie gab sich die Schuld dafür, dass sie entwischt waren und ging, mit gesenktem Kopf neben ihm her.

Selbst jetzt, hier in dieser Hängematte in der sie lag, zog sich ihr Herz, bei dem gedanken zusammen und schmerzte.

Sie fühlte sich unwohl, als sie das große Tor der Stadt passierten und ihr Blick auf den Palast fiel. Sie wollte ihn so nicht gehen lassen. Vielleicht war es der falsche Moment, doch sie war so stolz darauf gewesen und wollte dieses ungute Gefühl das zwischen ihnen stand damit in Luft auflösen. Aalissay erzählte ihm, dass sie endlich das passende Werkzeug gefunden hatte um die alten Kisten zu öffnen, die er ihr einst gab. So viele Stunden hatte sie damit verbracht und bis in die Erschöpfung geübt. Wieso? Weil er sie ihr mit nach Hause gab und es ihre Aufgabe war ihre Fähigkeit darin zu verbessern und sie hatte Wort gehalten.

Seine Reaktion war anders als erwünscht... Er nickte, üben, Fleiß und Ehrgeiz darauf würde er wert legen. Sah er denn nicht, dass sie all jene Eigenschaften besaß und stetig versuchte besser zu werden, um nicht mehr einfach nur die kleine, dumme, junge Blüte der Ifrey zu sein. Sie hatte nicht vergessen wie Khalida und Anisah sie einst ansahen. Ihre Gedanken konnte man in ihren Augen lesen. Sie wusste das ihre Familie nicht für Natifahs bekannt war die mit einer Waffe in den Krieg zogen aber sie war sie... sie war Aalissay und nicht eine Schublade in die man sie steckte.

Aalissay versicherte ihm das sie weiter üben werde, doch sie hätte besser geschwiegen. "ich hoffe es sind nicht nur Worte die du irgendwo aufgeschnappt hast"... alles in ihr zog sich zusammen... war es das was er von ihr wahr nahm? Dachte er, sie würde sich mit Dingen schmücken die nicht ihr selbst entstammten? Ein bitterer Beigeschmack legte sich auf ihre Zunge, sie atmete tief durch. Sie wollte den Schmerz nicht zeigen den er damit in ihr ausgelöst hatte. Er würde schon sehen, früher oder später würde er sehen was sie war und vielleicht auch, wer sie ist?

Im Haus schnappte sie sich einen Lappen und began die Küche grund zu reinigen. Ihren Schleier hatte sie, genau wie das Kopftuch abgelegt. Sie fühlte sich eingeengt. Die Wut und der Schmerz in ihrer Brust engten sie ein, nahmen viel zu sehr Besitz von ihr, dass sie dieses Kopftuch und ihren Schleier nun einfach nicht ertrug. Ihr Onkel hatte recht, als er kam und fest stellte, dass etwas nicht stimmt und sie sonst nie so herum lief, nicht einmal bei ihrer Familie.
Was sollte sie ihm sagen? Das sie eine junge, dumme Natifah war, die sich heute mal wieder blamiert hatte und dem glich was sie so sehr liebte... Luft die sanft und zärtlich ihre weiche Haut streifte. Doch war es anders, wenn man sich nach der Luft sehnte, die einen umgab, sie einhüllte und ihr das Gefühl gab am Leben zu sein oder ob man für jemand anderen Luft war. Für jemanden, der die Luft nicht so kostbar ansah wie sie es tat.

Alarash sagte ihr, sie solle sich setzen und erzähen was geschehen war und so erzählte sie ohne Punkt und Komma, was sie so sehr mit nahm. Sie musste sich jemandem anvertrauen, denn sie wusste, wenn sie all das für sich behielt würden die Gefühle sich von innen nach aussen fressen und ihr noch mehr zu setzen als sie es eh schon taten. Sie setzte sich, zog ihre Beine an sich heran, umklammerte jene und legte ihren Kopf darauf. Ihr langes schwarzes Haar umspielte ihre Beine während sie langsam zu Ende kam. Ihr Onkel sah sie an, schwieg einen Moment ehe er ihr jene Geschichte über den kleinen Schmiedesohn erzählte.

War sie wirklich wie er? Und wenn ja, wie konnte sie es ändern? Wieso redetn alle immer nur um den heißen Brei. Niemand kam auf den Punkt und sagte ihr wie es ist oder wie es sein sollte. Sein Glaube trieb ihn zu seinen Worten und sie schätzte ihn sehr als das was er war. Doch genau jetzt in diesem Moment trafen seine Worte an verletzten Stellen in ihrem kleinen, zirrliche Körper. Sie brannten sich ein...
All seine Fragen... sie verstand nicht was er ihr sagen wollte und wieso er das fragte. Glaubte er wirklich sie hätte niedere Beweggründe Imraan beeindrucken zu wollen?

Sie wollte doch nur von ihm als das wahrgenommen werden was er war. Sie wollte von ihm lernen. Sie bewunderte ihn für das was er wahr, wie er kämpft, sich dabei bewegt und die Sicherheit die man in jenem Moment in seiner Nähe empfand. War dies verwerflich? Machte sie sich wirklich etwas vor? Nein... sie kannte ihn doch kaum.
Sie war keine dieser Natifahs die ständig um ihn herum sein wollten um gesehen zu werden. Er war ein Sohn der Omar. Ihr bedeutet dieser Name nichts, nicht in diesem Sinne wie er für manch anderen von Bedeutung sein mochte.

Sie hatte ihr Ziel nicht aus den Augen verloren und auch wenn Alarash sie danach fragte, war nicht Imraan der Grund gewesen, dass sie den Spuren ihres Vaters folgte und seinen Weg einschlug. Sie kannte ihn zu jenem Zeitpunkt nicht, als sie die Entscheidung traf. Sie war nur wenige male in dieser Stadt gewesen, sie hatte den Emir aus der Ferne gesehen aber Imraan? Daran würde sie sich doch erinnern... Nein, er war nicht der Grund gewesen.

Sie dankte Eluive, dass zu jener später Stunde, als ihr Onkel mit ihr zum Palast aufbrechen wollte, niemand mehr dort war. Und kaum das sie sich verabschiedet hatten, machte sie sich leisen Schrittes auf den Weg an diesen Ort der Ruhe. Ihr Kopf lag zur Seite gedreht, so dass sie den Mond sehen konnte, der sich im Wasser spiegelte. Sie erhob sich von der Hängematte und tapste durch das weiche Gras hinüber ans Ufer.
Dort kniete sie sich und betrachtete ihr Spiegelbild im Wasser... Ihr Gesicht, die braungrünen Augen... das schwarze Haar das in Wellen über ihre Schultern hing. Als eine Träne ihren Weg hinab suchte, verschwamm das Bild in kleinen Kreisen in diesem Gewässer. Ein Sandkorn in der Wüste...

Eines Tages würde er sehen das er sich in ihr getäuscht hatte. Das auf ihre Worte auch Taten folgen würden. Bis dahin würde sie tun was sie immer tat, üben, trainieren und weiter daran arbeiten besser zu werden. Wer war er schon? Vielleicht hatte Alarash recht und es spielte keine Rolle was er von ihr dachte. Nur Eluive und die Zeit würden ihr irgendwann zeigen was es mit all dem auf sich hat...
Aalissay Delara Bashir

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

Sie streckte den Fuß aus um mit den Zehen die Temperatur des Wassers zu testen. Sogleich breitete sich die Wärme langsam in ihrem Fuß aus. Die Augen geschlossen legte sich ein sanftes Lächeln auf die Lippen ehe sie langsam ins Wasser stieg.
Es hatte genau die richtige Temperatur und es dauerte nicht lange, bis das Wasser ihren ganzen Körper eingehüllt hatte. Niemand sonst war hier, doch wunderte sich Aalissay nicht darüber. Sie hatte bewusst die späte Abendstunde gewählt um allein zu sein.

Die warem Dämpfe des Wassers stiegen auf und schienen ihren Kopf frei zu pusten. Langsam lösten sich nicht nur die Verspannungen die sich in ihrem Körper breit gemacht hatten sondern auch die Gedanken die sie beschäftigten. Ihr Kopf pochte... nachwehen des festen Schlages der sie am Kopf getroffen und für wenige Minuten ausser Gefecht gesetzt hatte. Wie peinlich ihr dies war. Sie war nur einen bruchteil einer Sekunde unaufmerksam gewesen und schon war es geschehen.

Die Worte der Sekban kamen ihr in Erinnerung. War sie sich bewusst gewesen auf was sie sich einlassen würde, wenn sie der Kaserne beitrat? Natürlich wusste sie dies, sie war sich schon davor bewusst gewesen was es bedeuten würde den Weg einzuschlagen, den sie zu laufen begonnen hatte. Er würde viele Opfer bringen, viele Hürden die sie überspringen musste und doch hatte sie bisher nie daran gezweifelt. Wieso auch? Es war doch richtig...

Sie atmete tief durch und der Geruch von Lavendel stieg ihr in die Nase. Jemand musste dem Wasser ein Duftöl zugefügt haben und es half. Es beruhigte sie, holte sie auf den Boden der Tatsachen zurück und gleichzeitig brachte er die Erkentniss, das sie sich am gestrigen Tage wirklich zum Narren gemacht hatte. Wie ein kleines Kind hatte sie sich aufgeführt und sie wusste nicht einmal wieso genau. Imraan hatte sie warhscheinlich einfach nur auf dem falschen Fuße erwischt. Der Tag davor, die ganzen Worte von Ameer, all das hatte ihr mehr zugesetzt als sie sich eingestanden hatte und so genügte ein einzelner Satz des Sajneen um die junge Blüte zum überkochen zu bringen.

Kaum das die Worte ausgesprochen waren wusste sie, dass sie sich im Ton vergriffen hatte aber sie wollte sich doch nur verteidigen, sich erklären.. ihm erklären... gleich wie viele Worte noch folgten, sie hatte das Gefühl es nur schlimmer zu machen und so war es besser, dass sich ihre Wege trennten. Ruhe hatte sie deswegen lange nicht. Das schlechte Gewissen plagte sie. Sie war nicht so erzogen worden, sie kannte sich selbst kaum, was war nur in sie gefahren...

Sie eilte nach Hause, packte frischen Mocca ein, ein paar Kleinigkeiten zu essen, eine kleine Geschichte und schrieb einige Worte der Entschuldigung auf ein Pergament und brachte alles zusammen auf einem Tablet zum Palast. Wie immer waren die Wachen dort sehr freundlich und einer erbarmte sich wirklich und brachte das Tablett auf das Zimmer von Imraan. Noch während Aalissay die Stufen des Palastes hinunter stieg atmete sie tief durch. Ihr Herz klopfte so schnell dass sie das GEfühl hatte es könnte ihr aus der Brust springen. Hoffentlich hatte sie niemand gesehen... sie wollte nicht als eine dieser Blüten dargestellt werden... nur weil die anderen nicht wussten um was es ging.

Langsam öffneten sich ihre Augen. Sie griff nach einem der Schwämme und fuhr sich damit über die Arme. Als ihr Blick auf ihre Hände fiel, drehte sie die Handflächen nach oben und betrachtete sie eine Weile, stillshweigend. Sie hatte nie gewusst wann jener Tag kommen würde. Oft hatte sie sich ausgemalt wie es wäre, ob es schwer war oder leicht, ob sie sich danach schlecht oder gar besser fühlen würde. Doch im Moment fühlte sie rein gar nichts. Sie hatte heute das erste mal Blut vergossen und es würde ihr Geheimnis bleiben.
Ihr war bewusst, dass noch mehr dazu kommen würden, erst recht wenn sie der Kaserne beitritt...
Das Blut konnte sie von sich Waschen, nicht jedoch die Tatsache das es geschehen war. Doch wie sie auch Khalida sagte, würde Eluive nicht schlecht über sie denken. Sie hatte niemanden aus ihren Reihen getötet und es war Eluive, die ihr den Weg vorgab, wie konnte sie nun also über sie urteilen?

Es war spät geworden und so legte Aalissay den Schwamm beiseite und stieg langsam aus dem Wasser. Mit jeder Stufe glitt das Wasser an ihrer weichen Haut hinab, bis sie komplett heraus getreten war und nach einem der Handtücher greifen konnte. Sie wickelte sich nur kurz darin ein und ging bereits in die Umkleide, wo ihre frischen Sachen lagen. Es war Zeit nach Hause zu gehen, ehe Alarash einen Tobsuchtsanfall erlitt und so beeilte sie sich mit dem abtrocknen, verknotete ihr noch nasses Haar unter dem Schleier und machte sich barfuß auf den Heimweg.
Aalissay Delara Bashir

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Das Resümee der letzten Woche... Männer sind gar nicht so anders als Natifahs.

Die Woche hatte einige Ereignisse mit sich gebracht, doch am ehesten blieb ihr die Begegnung mit Hasim, dem jungen Krieger aus dem Hause Bashir, hängen. Sie hatte ihn vor einiger Zeit einmal, im Grab ihrer Ahnen gesehen. Wie jeder andere Mann reagierte er verdutzt als er sie, als Blüte dort sah. Inzwischen hatte sie sich an die Reaktionen gewöhnt und dachte sich ihren Teil. Dies unterschied sie wohl, von so manchen Blüten die es gab, die die Worte nicht nur dachten sondern laut aussprachen.
Aalissay jedoch hatte früh gelernt, dass es manchmal besser war, die Gedanken für sich zu behalten. Sie gehörten ihr und niemand konnte ihr ankreiden was sie dachte.

Sie hatte an jenem besagten Nachmittag ihre Schatzkarten zusammen gepackt und die Dietriche an ihrem Gurt befestigt. Es war nichts los im Haus, ruhig, wie immer. Wunderte sie sich wirklich noch darüber? Nein, eigentlich nicht. Es war zur Routine geworden, Routine die ihr nicht gefiel und die ihr viele Fragen auf warf. Sie kannte es nicht, dass jeder seinen Weg ging. Wo war das Gemeinschaftsgefühl hin? Abgesehen von Alarash und Aadish scherte sich kaum einer darum was sie tat oder eben nicht tat. Die junge Blüte die vor einigen Wochen angereist ist, hatte sich bisher noch nicht einmal vorgestellt. Ob überhaupt jemand aus der Familie ihren Namen kannte oder auch nur ein Wort mit ihr gewechselt hatte?

Die Gedanken kreisten in ihrem Kopf umher als sie das große Osttor der Stadt durchquerte. Dort stand er... Gardefarbe, ruhig, aufmerksam. So im hellen Licht der warmen Sonne Menek’Ur sah er ganz anders aus, als im Fackellicht der Gräber. Er war hoch gewachsen aber ihr Onkel hatte ihr bereits erzählt, dass die Söhne der Bashir wohl größer waren, als die anderen ihres Volkes. Woran dies wohl lag? Vielleicht daran, dass ihr Hauptaugenmerk im Handwerk lag und ein Handwerker musste groß und stark sein. Doch dies waren nur Mutmaßungen, wirklich erfahren würde sie es wohl nie.

Hasim, war ein Krieger... groß gewachsen, diese braungrünen Augen, das markante Gesicht, welches durch einen Bart an Strenge gewinnt. Doch wahrscheinlich ist es eher sein Blick, sein Ausdruck, der ihn zu streng wirken lässt, denn nach jenem Tag wusste Aalissay, so streng wie er tat, war er nicht. Ihre Augen musterten ihn ganz genau und dabei entging ihr nicht, dass auch er sie musterte. Das letzte Mal das er sie sah, trug sie schließlich ihre Rüstung und nun trug sie ein edles, menekanisches Kleid, das ihren Körper leicht umspielte.

Sie redeten ein wenig, anfangs noch recht verkrampft, doch mit jedem Wort schien es sich zu lockern. Aalissay öffnete sich ihm ein Stück weit, in dem sie ihm gestand wie einsam sie sich zu Hause fühlte. War es richtig gewesen dies jemandem zu erzählen, der nicht zu ihrer Familie gehörte? Was würden die Bashir über die Ifrey denken, wenn sich dies herum sprach? Doch war es wirklich ein Geheimnis, dass kaum jemand im Haus anzutreffen war? War Hasim ein solcher Mann, der gleich herum tratschen würde, was er erfahren hatte? Sie schätzte ihn nicht so ein…
Ehe sie sich versah, drehte er sich Richtung Stadt und sie folgte ihm, langsam und mit etwas Abstand. Ihr Weg führte zu den Bashir, doch hinein bitten wollte er sie nicht. Es war niemand sonst da und der Anstand gebot es nicht, dass sie sich alleine im inneren des Hauses aufhalten würden. Er war gut erzogen… Aalissay schmunzelte…

Doch als er mit einem kleinen Paket, voll mit Bonbons und anderen Süßigkeiten zurückkam, funkelten ihre Augen erfreut auf. Er wusste wie man das Herz einer Natifah besänftigt und für diesen einen Moment fühlte sie sich wirklich besser. Das erste Bonbon verschwand direkt in ihrem Mund… köstlich und es war als würde sich die Süße wohlig um ihre Seele schmiegen und ihr Linderung verschaffen. Hasim wollte sich umziehen und sie an ihrem Haus abholen. Die Schatzjagd war erledigt, so gern sie dieser nachging, die Sehnsucht nach Gesellschaft war viel größer und es war ihre Chance jene zu stillen. Es dauerte nicht lang und Hasim kam, fein gekleidet in den Farben der Bashir, um sie abzuholen. Ihr Weg führte zur Taverne, wo er sie den Platz aussuchen ließ.

Neugierig tauschten sie sich aus… es verwunderte Aalissay nicht, dass Hasim wissen wollte, wieso sie der Kaserne beigetreten war. Das sie dort lernen wollte, ihre Fähigkeiten verbessern wollte, war nicht einmal gelogen. Sie ließ den Rest einfach weg. Ihr Geheimnis, nur ihres… Hasim wollte ihr zeigen wie man kämpft, er wollte ihr im Grab der Ahnen helfen, sie unterstützen und sie beschützen. Wieder ein Schmunzeln und Aalissay merkte, wie nützlich so ein Schleier sein konnte um ihre Reaktionen in Schatten zu hüllen. Er war eben ein Mann und natürlich will ein Mann eine junge Blüte beschützen, dafür sind sie da. Große, breite Schultern, an die man sich schmiegen konnte und sich sicher und geborgen fühlte. Sie wusste dies und das Gefühl und die Gedanken daran gefielen ihr. Ja, sie konnte sich verteidigen, sie konnte kämpfen und wenn sie so weiter machte, würde sie niemanden brauchen, der sich schützend vor sie stellte aber der Gedanke, es würde dennoch jemand tun… Als gut erzogene Natifah wusste sie auch, dass es gut war, ihn oder auch die anderen Männer ihres Volkes, im Glauben zu lassen, sie war auf ihren Schutz angewiesen. Sie war eben eine Blüte…
Hasim war nicht weniger Neugierig als eine Blüte es war. Doch Aalissay stand ihm natürlich in nichts nach, sie musste den Ruf erfüllen den junge Natifahs so inne hatten und so fragte sie ihn gerade weg heraus, ob er denn verheiratet sei. 27 Jahre alt und bisher nichts als seine Ausbildung, seinen Säbel und seine Fidah im Kopf. Ungewöhnlich…

Er wollte ihr seine Fidah vorstellen und schon jetzt freute sie sich darauf. Auch wenn Aqila bereits 25 Jahre alt war, bedeutete dies nicht dass sie nicht Freundinnen werden konnte und eine Freundin fehlte ihr. Jemand dem sie sich anvertrauen konnte. Wo sie ihre Gedanken laut aussprechen durfte und auch Antworten erhielt. Wie gut es tat, sich hier mit ihm zu unterhalten, doch die Zeit schritt und schritt weiter in den Abend hinein. Etwas Gutes hatte es, er lockerte sich und hier und da konnte sie ganz deutlich ein sachtes Lächeln auf seinen Lippen erkennen. Der starke Krieger, der im Inneren doch nur ein fühlender Menekaner war, harte Schale, weicher Kern.
Er schmunzelte, er lächelte, hin und wieder grinste er, doch auch strenge Blicke folgten, die sie nach den gemeinsamen Stunden jedoch nicht mehr ernst nehmen konnte. Er hatte sich ihr ein Stück weit gezeigt, gezeigt dass er anders sein konnte und durch ihn hatte sie am heutigen Abend gelernt, dass die Männer genauso wie die Blüten sind. Auch sie sind verlegen und schüchtern, sie zeigen es nur nicht. Wohin würde ihr Abkommen wohl führen? Ob er ihr noch immer das Kämpfen lehren wollten, nachdem er das erste Mal von ihrem Essen gekostet hatte? Sie hatte ihm versprochen im Gegenzug das Kochen zu lernen und schließlich, hatte sie jenes Versprechen auch ihrem Onkel gegeben. Zeit es also zu erfüllen… kochen… Tief atmend prustete sie die Luft aus.

Worauf hatte sie sich nur eingelassen? Ihr war bewusst, dass es eine ihrer Pflichten war, doch zurzeit gab es so viel interessantere Dinge. ABER, er würde ihr dabei Unterricht im Kämpfen geben, sie hatte also gleich einen doppelten Nutzen daraus geschlagen.
Aalissay zog die Decke über sich und schmunzelte vergnügt. Es war ein schöner Tag gewesen und auch die gemeinsame Jagd am späten Abend war erfolgreich und lehrreich. Hasim musste in ihrer Nähe bleiben… er durfte Beschützer spielen. Grinsend schloss sie ihre Augen. Eines Tages würde sie diese seltsamen Geschöpfe Eluives doch noch verstehen…
Aalissay Delara Bashir

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

Erschöpft lies sie sich an diesem Abend in die Kissen fallen. Waren sie schon immer so weich gewesen oder kam es ihr heute nur so vor, da sie völlig erschöpft war. Sie machte sich große Vorwürfe über das was in Rahal geschehen ist... Wenn sie doch nur dabei gewesen wäre...

Verhindern? Nein, sie hätte wohl nicht verhindern können, dass man ihresgleichen gefangen nahm aber sie würde sich jetzt nicht so schuldig vorkommen. Um so wichtiger war es, dass nun alles unternommen wurde, um die beiden aus Rahal frei zu bekommen.

Doch wieso waren die anderen so Leichtfertig? Wollte man wirklich einen Omar schicken um einen Omar zu befreien? Am Ende würden 2 Omar oder gar 3 dort im kalten Kerker sitzen. Das konnte doch nicht ihr ernst sein? Ja, der eine war Kalif, der andere eben nur ein Omar aber hatten wir nicht alle der Familie die Treue geschworen? Sollten wir nicht jeden von ihnen gleichsam schützen? Ein tiefer Seufzer erfüllte die nächtliche Stille in ihrem Haus... Sie würde es nicht verhindern können und sie hoffte darauf, dass die Sekban wusste was sie tat. Sie wusste es doch oder?

Ihre Gedanken schweiften ab... Hasim war bei der heutigen Übung auch anwesend gewesen. Es tat immer wieder gut ihn zu sehen, gerade dort wo sie sich noch immer so fremd fühlte. Ein vertrautes Gesicht und so stellte sie sich natürlich direkt neben ihn. Es war für sie immer wieder aufs neue überraschend, wie er hier so anders sein konnte als das was er ihr gezeigt hatte. Hier auf dem Kasernenplatz war er Soldat durch und durch. Kaum eine Regung, seine Gesichtszüge verrieten nichts über das was er dachte oder fühlte. Doch an jenem Abend in der Taverne, da zeigte er ihr für einen kurzen Moment, dass mehr in ihm steckt, als dieser Soldat. Man musste nur die Mauer erklimmen, die ihn umgab.

Er hatte sie an ihr Abkommen erinnert... ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen. Er hatte es also ernst gemeint und sie hatte es keineswegs vergessen. Sie stand in den letzten Tagen immer wieder heimlich in ihrer Küche und hatte geübt. So schwer konnte es doch nicht sein oder? Aber so leicht wie sie dachte war es eben auch nicht und sie wollte sich nicht gänzlich vor ihm blamieren und ihn schon gar nicht vergiften. Sie brauchte einfach etwas mehr Übung. Sie war eine Natifah, dass kochen lag ihr doch im Blut... irgendwo...

Aalissay grübelte über die kurze Regung in seinem Gesicht als er sie darauf hinwies, dass sie sich an jenem Abend nicht mehr gemeldet hatte. Er stand Wache als sie das Tor passierte und eigentlich in den Norden wollte. Hasim, Menekaner durch und durch wollte sie nicht alleine gehen lassen und sie begleiten... ungünstig doch wie erklärte sie ihm das nun am besten ohne sich zu verraten? Sie druckste herum und irgendwann knickte er schliesslich ein, gab ihr jedoch eine Zeitspanne in der sie sich wieder bei ihm melden sollte. Als ihr Weg am Grab der Ahnen vorbei führte, war dies jedoch mit einem mal verlockender als der Norden. Die Zeit verstrich so schnell, dass sie den Überblick verlor. Als sie das Grab verlies war der Abend weit voran geschritten und Hasim stand nicht mehr am Osttor...
Ihr schlechtes Gewissen plagte sie, doch sie traute sich nicht einfach zum Haus der Bashir zu gehen und zu klingeln. Sie kannte dort doch niemanden und wusste nicht, wie es aussah, wenn sie nach Hasim fragte. Aber all das konnte sie doch hier und jetzt nicht vor ihm zu geben. Was sollte er von ihr denken? So erklärte sie ihm, dass sie die Durrah nicht verlassen hatte und es schien ihn zu besänftigen... Doch dieser Blick, diese Regung die er für einen Moment hatte. War dies Sorge gewesen?

Hatte Hasim sich Sorgen um sie gemacht? Die Frage und das Gefühl beschäftigten sie noch lange in dieser Nacht. Obwohl die Übung anstrengend gewesen und sie eigentlich so müde war, konnte sie ihre Augen nicht einfach schließen und schlafen. Sollte sie ihn einfach fragen? Unmerklich schüttelte sie den Kopf, was sollte er von ihr denken, wenn sie ihn so etwas fragen würde... Nein, mit dieser Ungewissheit musste sie wohl leben. Vielleicht würde sie es eines Tages von allein erfahren. Der Gedanke, dass sich jemand "fremdes" mehr Sorgen um sie machte, als ihre Familie erzeugte Wehmut, tief in ihrem inneren...

Diese Nacht war unruhig...
Aalissay Delara Bashir

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

An diesem Tag hatte sie wohl einen recht großen Schritt ins Erwachsen werden getätigt. Es war so viel geschehen, dass es eigentlich viel zu viel für einen einzigen Tag gewesen war und doch, so war sie sich sicher, war der Tag noch nicht vorrüber und somit Realität.

Sie hatte ihr Wort gehalten. In der Küche lagen frische Skorpione und Lissy dachte sich, es könne nicht so schwer sein diese schön knusprig anzubraten und damit ihre Kochkünste unter Beweis zu stellen. Als sie am Ende alles in einen kleinen Korb packte, war sie sich zumindest sicher, dass der Nachtisch gelungen war. Sie musste einen kleinen Umweg oder eine Abkürzung nehmen um zum Viertel der Bashir zu gelangen. Das Tor im Westen war noch immer geschlossen. Völlig in Gedanken versunken wäre sie mal wieder, um Haaresbreite, einfach an ihm vorbei gelaufen. Sie blieb stehen und lies ihren Blick über ihn schweifen.

Erst als seine Worte für sie keinen Sinn ergaben merkte sie, dass noch eine andere Blüte anwesend war. Wie konnte sie sie übersehen? Aalissay grüßte die Blüte freundlich und ehe sie sich versah war Hasim zur Westmauer gelaufen und sie stand hier, mit dem Korb in der Hand und wusste nicht was sie tun sollte. Wie konnte man von sicher und selbstbewusst, zu frech und so verunsichert wechseln? Ihre Gefühle waren ihr immer wieder aufs neue ein Rätsel. Just in diesem Moment fühlte sie sich wie ein kleines, naives Mädchen das nicht wusste was zu tun war. Es war Hasim... niemand fremdes und sie wollte ihm nur das Essen bringen um ihren Teil der Abmachung zu erfüllen. Erst Nazeeyas Worte rissen sie aus ihren Gedanken. Ob sie ihr helfen konnte? Ihr konnte niemand helfen, sie wüsste nicht einmal wie...

Sie erklärte, was der Grund für ihren Besuch war und die Prehaatim wollte sie zu einem Getränk einladen aber Aalissay traute sich nicht. Sich selbst im Wege stehen, ein Talent das sie erst kürzlich entdeckt hatte. Wie wurde man es doch gleich wieder los? Nazeeya winkte sie mit sich und so lief sie ihr zaghaft hinterher zum Westtor. Sie hatten die Mauer zur Durrah zugemacht und Hasim wollte dort nur nach dem rechten sehen. Er hatte sie also nicht grundlos einfach stehen lassen. Erleichternd lächelte sie auf und ein Hauch der Unsicherheit verlies sie.

Seine Fidah war genau so wie er sie beschrieben hatte... liebenswürig, höfflich und es tat so gut sich mit einer Blüte auszutauschen. Aqila war zwar älter aber keineswegs überheblich oder arrogant. Sie saß den ganzen Nachmittag über im Familienhaus der Bashir. Doch als sie mal wieder einfach darauf los redete und Hasim löcherte ergriff er die Flucht. War sie ihm zu nah getreten? Es fiel ihr schwer einzuschätzen wann sie zu weit ging und wann es in Ordnung gewesen war. Gerade durch sein Bemühen keine Miene zu verziehen war er so schwer einzuschätzen. Lissy sah zu Aqila hinüber und fragte sie ob er wohl böse auf sie war. Ein sanftes Lächeln... "nicht so wie du nun vielleicht denkst"... die Worte reichten ihr um erleichtert durch zu atmen. Wenn sie etwas auf keinen Fall wollte, dan dass er böse mit ihr war. Sie kannte ihn erst so kurze Zeit und doch war er ihr so wichtig geworden...
Er war einer der wenigen der sich wirklich für sie interessierte und ihr das Gefühl gab wichtig zu sein. Wichtig...

Als Hasim zum Dienst am Südtor aufbrach blieb Aalissay noch eine Weile bei seiner Schwester sitzen. Sie hätte gerne Stundenlang mit ihr weiter geredet aber sie wollte ihr nicht zur Last fallen. Sie kannte sie schliesslich noch nicht und was sollte sie über sie denken, wenn sie den ganzen Tag hier verbringen würde? Aqila hatte sicher auch noch andere Dinge zu tun aber sie würde sie ganz bald wieder besuchen, dass hatte sie sich fest vorgenommen, als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel und sie die Treppen hinunter tapste.

Sie lief dicht an der Mauer vorbei, sie wollte sich noch einmal bei Hasim entschuldigen. Direkt vor ihm blieb sie stehen. Es war durchaus genügend Abstand zwischen ihnen, so wie es sich gehörte und doch war er ihr so nah, dass sie nervös wurde. Er war nicht böse... aber scheinbar mochte er den Gardisten der Ifrey nicht. Aalissay zeigte ihm wo sie wohnte, damit er beruhigt nach ihr sehen konnte, ohne Alarash über den Weg laufen zu müssen. Sie schmunzelte, als sie daran denken musste, wie sie ihm anbot, dem Wachmann zu sagen wenn er etwas brauchen würde, trinken essen oder wie er so schön sagte, ein Lächeln... Diese lichten Momente... was verbarg sich da in seinem Inneren? Unter der schweren Rüstung die er bei den Truppenübungen trug? Mit jedem Tag und jeder Stunde die sie mit ihm verbringen durfte war sie sich sicher, dass dort etwas verborgen lag, etwas das er schützt, nur wo vor? Vor ihr?

Gedankenverloren machte sich Aalissay auf den Weg nach Adoran. Sie war eine Weile nicht hier gewesen und wollte nach Feoras sehen. Sie brauchte dringend Stiefel und ein erfahrener Schneider musste über ihre Rüstung sehen. Sie schmunzelte bei dem Gedaken daran aber hier im Norden war es normal, dass auch Männer dieser Berufung nach gingen.
Er war frech, wie jedesmal wenn sie ihn sah. Wieso fiel sie immer wieder darauf rein? Müsste sie es nicht inzwischen besser wissen? Es tat gut mit ihm zu reden. Hier musste sie nicht auf Vorschriften achten oder darauf ob es sich schickt die Fragen zu stellen die sie beschäftigten. Sie redete wie ihr der Schnabel gewachsen war und Feoras antwortete ihr so gut es ging. Hier im Lande, war nichts dabei wenn Mann und Frau sich über alles unterhielten. Wie leicht das Leben hier doch sein musste...

Sie wollte sich gerade verabschieden als sie scherzend zu ihm sagte, dass sie hofft Hasim würde noch leben. Als Menekaner freund kannte Feoras sich mit dem traditionellen Essen scheinbar recht gut aus. "Hast du das Gift entfernt?" Aalissay spürte wie die farbe aus ihrem Gesicht wich und die Beine unter ihr schwächer wurden. Gift? War er noch nicht fertig als sie ihn in die Pfanne geworfen hatte? Ihr Herz begann immer schneller zu schlagen und sie verabschiedete sich hastig und sicher nicht höflich genug aber sie musste zurück, schnell...

Sie lief so schnell ihre Füße sie tragen konnten zur Kutsche um zum Hafen zu fahren. Eluive sei dank, wollte das Schiff gerade nach Menek'Ur ablegen und Aalissay konnte gerade noch mit. Die Zeit kam ihr wie eine Ewigkeit vor.... wann würden sie endlich anlegen? Hatte er schon gegessen? Was wenn der Skorpion wirklich noch giftig war? Ihr Magen zog sich zusammen... nicht daran denken Lissy... immer wieder versuchte sie sich selbst zu beruhigen. Gelingen wollte es ihr eher mässig...

Als das Schiff anlegte war sie die erste die von Deck ging und zum Haus der Bashir lief. Sie klingelte... nichts....
sie klingelte noch einmal... Durch die Gitterstäbe versuchte sie etwas zu erspähnen aber nichts war zu sehen... Da, endlich kam Aqila zum Tor gelaufen. Aalissay war so aufgeregt das sie Aqila kaum erklären konnte was sie wollte. Jene verstand wohl nur Hasim und ob jener schon gegessen hatte. Aqila wusste nicht ob er schon zu Hause war und bat sie hinein. Als sie im Torbogen stehend, in die Küche sah, stand Hasim direkt vor dem kleinen Bündel was sie ihm mit gebracht hatte. Sie stammelte, druckste herum das sie in Adoran war, dass der Skorpion wohlmöglich noch Gift enthielt. Hasim interessierte erst einmal nur wieso sie alleine nach Adoran gefahren war. Hörte er ihr nicht zu? Gift...

Er schickte Aqila um nach zu sehen ob der Skorpion noch giftig war und Feoras Worte sollten sich bestätigen... sie hatte vergessen die Giftblase zu entfernen und um ein Haar Hasim vergiftet. Ein schwerer Klos legte sich auf ihre Stimme und sackte lansgam in ihren Magen hinab. Es war ihr so peinlich und sie schämte sich in Grund un Boden. Sie war so erfreut darüber gewesen, dass sie es geschafft hatte etwas zu kochen, auch wenn sie nicht wusste wie es schmecken würde, und dann so etwas... Was sollte Hasim von ihr denken? Oder Aqila?

Hasim sagte ihr, sie solle sich setzen und so lief sie, mit gesenktem Blick zum Tisch hinüber. Ihre Hände zitternden noch immer, so das es ihr kaum möglich war von dem Tee zu kosten, den Aqila ihr gekocht hatte. Hasim kam mit Kringel zurück, die mit einer Brombeercreme gefüllt waren... die Farbe ihres Kleides. Er war so aufmerksam, so viel nahm er wahr und doch stellte er sich so hin, als wüsste er nichts über Blüten und ihre Vorlieben, Gedanken und Gefühle. Machte er ihr nur etwas vor?

Wieder began er darauf rum zu reiten, dass sie allein nach Adoran gegangen war. Sie hätte ihn mit nehmen sollen. Was wenn ihr etwas passiert wäre? Ja was wäre dann? Würde es ihre Familie merken? Würde es ihn wirklich interessieren oder sagte er dies nun nur so? "Du brauchst also keinen Schutz? Wie eine Yazirblüte"... die Worte trafen sie unvorbereitet und direkt dort wo es schmerzte. Dachte er das wirklich? Dachte er sie war wie sie? Kein Wort kam über ihre Lippen. Sie wusste wenn sie nun etwas darauf entgegen würde, würde sie ihre Tränen nicht zurück halten können. Sie holte tief Luft und sah zu Aqila... ihr schenkte sie ein sanftes Lächeln, zumindest so gut es ging, und bedankte sich für den Tee und die Gastfreundschaft und bat sie, sie bitte hinaus zu bringen.

Vor dem Tor gab sie ihr noch einen kleinen Tip für das nächste mal, dankend nickte Lissy doch jetzt wollte sie nur weg hier. Sie musste für sich allein sein. Zuviel ging in ihrem kleinen Kopf umher. Zuviel als das sie es hier und jetzt lösen oder ertragen könnte. Die Worte von Feoras, Gefühle, wie man sie erkennt, die ersten Schritte tun, Gift, Skoprion, Adoran.... Yazirblüten.

Wie eine Marionette räumte sie ihr neues Haus ein. Sie war umgezogen und während sie fort war, hatten die Angestellten bereits die Möbel rüber getragen. Der Feinschliff fehlte und ihre persönlichen Dinge wollte sie selbst weg räumen. Dieses ungute Gefühl in ihrer Magengrube wollte nicht weichen. Irgendetwas in ihrem Kopf rief ihr immer wieder zu, sie solle ihre Gefühle zu lassen, heraus lassen was sie beschäftigt. Schreien, weinen, egal was, nur nicht herunter schlucken. Die andere Stimme sagte ihr, es schickt sich nicht, reis dich zusammen, du bist kein kleines Kind mehr. was war richtig und was war falsch? Was würde sie nun für die Arme einer Freundin geben, in die sie sich fallen lassen könnte und einfach nur sie selbst sein durfte?

Sie lies alles liegen wo es war und griff nach ihrem Zeichenblock, mit dem sie auf den Balkon hinaus ging. Die ersten Seiten waren bereits voll gemalt, der Palast... der Mond... nichts besonderes. Während sie Gedankenverloren auf das Meer sah, zog sie ihren Kohlestift hervor und begann etwas zu skizzieren. Anfangs konnte man kaum erkennen was es war, ein paar Striche hier, ein paar Striche dort, doch dann zeichneten sich schwach die Konturen ab. Ein Portrait von Hasim formte sich unter ihrer rechten Hand. Eine skizze, bis auf die Augen, jene hatte sie bereits fertig als sie zwei mal ein klopfen hörte. Es war bereits mitten in der Nacht wer konnte dies sein?

Sie legte ihren Block bei Seite und ging zur Tür. Einen Spalt breit öffnete sie diese und linste hinaus in die Dunkelheit. Die schemenhafte Statur erkannte sie sofort und als das Licht auf ihn fiel bestätige sich ihr Verdacht... Hasim. In seiner Hand hielt er etwas und erst als die Tür weiter aufging konnte sie sehen, dass er in seiner anderen Hand frische Blumen hielt. Ihr hatte noch nie jemand Blumen geschenkt. Nur zögerlich trat er ein. Es war spät und dies das Haus einer unverheirateten Blüte, er war eben gut erzogen und doch freute sie sich, als er doch mit kam und sich zu ihr setzte. "du bist nicht wie eine Yazirblüte"... er entschuldigte sich, erklärte ihr, dass er sich nur Sorgen gemacht hatte. Es schien ihm wirklich etwas auszumachen, wenn ihr etwas zustoßen würde. Dieses Gefühl war neu... abgesehen von ihrern Eltern und ihrem Onkel, dort war sie jene Gefühle gewohnt aber das Hasim so fühlte?

wieder kamen ihr Feoras Worte in den Kopf. Gefühle und sie nicht erkennen, die ersten Schritte gehen. Erkennen, was in einem Felsen vor sich ging. Worte, die so leicht gesprochen waren aber wie setzte man sie um? wie wurde man schlau aus ihnen.

Die Zeit verging viel zu schnelll... schüchterne Blicke, ihre Stimme die immer leiser wurde, wenn ihr etwas peinlich war oder sie sich nicht traute, bis es am Ende nur noch ein Flüstern war. Seine Blicke, die sie durchaus auf sich spürte, der Blick zu der kuschelschlange die er ihr mit gebracht hatte. Sie wäre am liebsten freudig im Kreis gehüpft. Noch nie hatte ihr jemand etwas geschenkt, weder Blumen noch das Kuschelhaustier das sie sich gewünscht hatte. Ja, es war nicht echt aber darum ging es nicht. Es ging darum das er ihr zugehört hatte.

Sie solle nun schlafen, es sei spät... doch an Schlafen war nicht zu denken. Lissy war viel zu aufgedreht. Zu viel beschäftigte sie, jetzt noch immer und vielleicht noch mehr. als er das Haus verlassen hatte fiel ihr ihre Zeichnung wieder ein. Sie wusste wie knapp es gewesen war. Sie hätte sich ihm so gerne geöffnet, ihm erzählt wer und was sie war. Wieso sie in vielen Dingen so ungeschickt schien oder sich über Konsequenzen keine Gedanken machte aber sie konnte nicht. Sie hatte ein Versprechen abgelegt. Sie wusste er würde nie etwas verraten das sie ihm im Geheimen anvertraut hatte aber würde er dann anders über sie denken? Sie würde sich ihm so gerne öffnen... sie mochte ihn...

Sie ging hinaus auf den Balkon. die Kerze war inzwischen herunter gebrannt und so holte sie, nebst einer Decke und einem Kissen auch noch eine neue Kerze und zündte sie an. Sie hatte heute etwas gesehen das ihr nicht mehr aus dem Kopf ging und sie musste jene Erinnerung fest halten, ehe sie verblassen würde. Sorgfältig fuhr sie mit dem Kohlestift über das Papier. Je mehr Striche folgten, je mehr Schattierungen, desto ähnlicher wurde es Hasim. Hasim, den sie heute ohne Turban am Küchentisch hat sitzen sehen... Seine Haare, sein Gesicht... makellos und für einen Bruchteil einer Sekunde wieder das was er zu verstecken versuchte. Sie würde es einfangen, heute, hier und jetzt, mit ihrer Zeichnung.

Die ersten Sonnenstrahlen gingen schon auf, als sie fertig war. Sanft lächelnd betrachtete sie ihr Stück, als die Müdigkeit sie ergriff und sie sich vorsichtig zurück auf das Kissen lehnte. In Ihrer Hand hielt sie ihren Block, noch ein Blick auf ihr Werk ehe ihre Augen zu fielen und sie von einem ruhigen Schlaf übermannt wurde.


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Aalissay Delara Bashir

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

Der Wache nickte sie nur kurz zu, als sie auf leisen Füßen, durch das Familienviertel, zu ihrem Haus tapste. Leise schloß sie die Tür auf und sah noch einmal zurück, niemand zu sehen... dennoch betrat sie mt einem Lächeln ihr Haus. Vorsichtig lief sie umher, alles war dunkel und sie kannte sich noch nicht so gut aus, dass sie sicher in der Dunkelheit umher schreiten konnte.
Sie zündete die kleine Kerze auf ihrem Tisch an und lies sich neben "Farah" auf das Kissen sacken. Ein kurzer Griff und die brombeerfarbene Schlange saß auf ihrem Schoss. Aalissay vergrub ihren Kopf in dieser und atmete einmal tief durch.
Sie lies ihren Oberkörper einfach zurück fallen und starrte an die Decke ihres Hauses. Die kleine Schlange, fest in ihrem linken Arm, hob sie ihre rechte Hand und drehte diese im feinen Kerzenschein.

Wie oft sie sich heute schon ihre Hand angeschaut hatte. Sie sah noch immer gleich aus und doch schien sie sich verändert zu haben. Oder war es Aalissay die sich veränderte? So sehr sie ihre Hand auch anstarrte, sie konnte nichts finden das anders war aber es fühlte sich doch anders an also musste dort etwas sein? Logisch oder? Ein sanftes und warmes Lächeln legte sich auf ihre Lippen als sie an den Nachmittag dachte. So unbeschwert hatte sie Hasim bisher noch nie gesehen. Sie wusste, dass etwas in ihm schlummerte das er zu verbergen versuchte aber das er ihr solch einen Einblick gewähren würde?

Was war in sie gefahren? Als Nazeeya und Aqila die beiden allein gelassen hatten, rückte sie um den Tisch herum und er tat es ihr gleich. Sie saßen direkt nebeneinander. War dies der Grund das sie Mut fasste? Sie war so ausgelassen, lachte, schubste ihn mit dem Ellenbogen in die Seite und wollte ihm den Geheimgriff ihres Vaters zeigen. Er schien ihr nicht zu glauben, dass sie ihn mit nur einem Griff auf die Knie zwingen könnte und so streckte sie, angestachelt, ihren Arm aus um ihn kurz zwischen Kopf und Schulter den Punkt zu zeigen, den sie meinte.
Genau in diesem Moment hob er seine Hand, griff nach der ihren und schüttelte diese, wie die Nordländer es taten...

Alles war ruhig, kein Vogelzwitschern, kein Meerrauschen, kein Wind der sanft ihr Kopftuch umspielte und über ihre Wangen streichelte. Alles schien still zu stehen, für den Bruchteil der Sekunde, die diese Berührung dauerte.

Sie senkte ihre Hand wieder und musste an die Worte von Feoras denken und auch jene von Nazeeya gingen ihr nicht mehr aus dem Kopf. Feoras sagte man würde merken, wenn einem jemand gegenüber steht und er es ist... aber wie? Wieso konnte ihr niemand sagen, wie man es merkte? Wie es sich anfühlte? Wie sollte man etwas erkennen das man noch nie zu vor gespürt hatte?

Der Tag war voll mit solchen Gefühlen. Das schlechte Gewissen weil sie eingeschlafen war, obwohl Hasim sie abholen wollte. Das Gefühl wie sich ihr Magen zusammen zog, als sie Hasim und Shaymaa in der Taverne sitzen sah. Wie klein und unscheinbar sie sich vorkam, neben dieser wunderschönen Blüte, die noch dazu dem Harem gedient hatte. Sie konnte sich das Gefühl nicht erklären es war einfach da und scheinbar so offensichtlich, dass sowohl Shaymaa als auch Hasim es gemerkt hatten, denn beide sprachen sie am Abend noch darauf an.

Das Gefühl als die Luft in der Taverne immer stickiger wurde, dünner und Lissy das Gefühl überkam jeden Moment ihr Bewustsein zu verlieren wenn sie nicht raus gehen würde. Sobald sie zu Hasim sah, neben dem Nahlah platz genommen hatte, schien die Taverne immer weiter in die Ferne zu rücken und so ergriff sie die Flucht nach draussen. Das Gespräch dort mit Shaymaa... Während Aalissay der Meinung war, es wäre vielleicht besser sich von Hasim fern zu halten, weil sie dachte Nahlah könnte etwas dagegen haben, weil sie das Gefühl überkam, sie würde ihn mögen, schmunzelte Shaymaa nur. "So wie ich dachte und noch immer denke das du ihn magst".

Wieder schien die Zeit still zu stehen. Wieso drehte sie sich nicht weiter? Wieso sagte niemand etwas. Musste sie antworten? Was sollte sie antworten? Ja, sie mochte ihn, er war doch ihr Freund oder etwa nicht? Oh wenn sie doch nur auf Shaymaa gehört hätte und mit ihr gegangen wäre. Aber sie wollte zurück, sie wollte zurück in die Taverne, sie wollte nicht einfach so gehen. Wo war die Zeit gebliieben? Wann war es so spät geworden? Doch im Inneren saßen noch immer Nahlah und Hasim und sie konnte ihre Stimmen hören. "Willst du wirklich hinein und ihnen zusehen, wie sie ihm Geschichten erzählt"... Wieso gefiel ihr dieser Gedanke nicht? Nichts da, sie war eine Blüte der Ifrey, eine stolze Blüte und sie würde wieder hineingehen.

Leise ging sie zu ihrem Platz zurück und kniete sich auf das Kissen. Sie fühlte sich fehl am Platz. Nichts um sie herum nahm sie wahr... das Gerede von Nahlah zog, wie eine sanfte Windbriese an ihr vorbei. Einzig und allein die kleinen Blicke zu Hasim oder von ihm holten sie immer wieder ins hier und jetzt zurück. Und so verstrich die Zeit, bis Nahlah beschloss sich Schlafen zu legen. Natürlich stand Hasim mit auf um sie nach Hause zu bringen. Lissy hatte auch nicht wirklich damit gerechnet, dass er wieder zurück kommen würde und war überrascht als er sagte, er würde wieder kommen weil er mit ihr reden musste.

Wieso sie sagte, was sie sagte als er wieder kam... jetzt, hier in ihren sicheren vier Wänden wünschte sie sich, die Zeit zurück drehen zu können. Wie kann eine einzelne Blüte so dumm sein? Sie erklärte ihm, dass Blüten nicht immer meinen was sie sagen und oft hoffen das ihr Gegenüber schon versteht was sie ihm wirklich sagen wolle. Mit jedem ihrer Worte schien er verwirrter und mit jedem seiner Worter bereute sie die ihren. Sie wünschte sich den Nachmittag zurück, als alles unbeschwert war, als es nur sie beide gab. Als all diese komischen Gefühle die sie nun so verwirrten noch nicht da gewesen waren und sie sich ihm nicht erklären musste.

Was sollte sie ihm sagen? Sie wusste selbst nicht was los war und anlügen wollte sie ihn nicht.

Mit einem Seufzen dachte sie an all das zurück. Wen konnte sie fragen? Wer würde ihr erklären können, was all das war? Ein Hakim vielleicht? Vielleicht würde sie krank werden? Was würde sie nun für ihre Mara geben, wobei... würde sie sie wirklich fragen können? Das mochte sie so an den Nordleuten... man konnte offen sein, man konnte sagen was man dachte und fühlte ohne das man aufpassen musste. Sie kannten einen doch kaum und die Wahrscheinlichkeit das sie es jemandem aus Menek'Ur weiter erzählen würden war doch recht gering. Feoras? Sollte sie zu ihm gehen und ihn fragen? Würde er sie als naive Blüte abtun? Und er war ein Mann, vielleicht hatte Hasim recht und bei Männer und Frauen war all das unterschiedlich.

Vielleicht gab es Bücher darüber... Hazar, ihre Cousine oder Aaminah?

Sie drehte sich auf die Seite, die kleine Schlange noch immer fest umklammert schloss sie ihre Augen. Schöne Träume hatte er der schönen Wüstenblume gewünscht und schöne Träume wollte sie haben und so dachte sie ganz fest an etwas, in der Hoffnung es würde ihr in ihren Träumen wieder erscheinen.
Gib mir kurz die Hand.
Sieh mich einmal an.
Setz mein Herz in Brand.
Aalissay Delara Bashir

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

Sie war ausgeschlafen, fit und durchaus sicher, dass sie heute nicht einschlafen würde um am Ende sein Klopfen nicht zu hören. Vergnügt hüpfte sie durch ihr neues Reich und räumte die Kissen ordentlich zusammen. Einmal kurz durch gefegt und etwas kleines gegesse, als sie sich mit ihrem Kochbuch im Schoss, auf eines der Kissen sacken lies.

So schwer konnte all das doch nicht sein, sie war schliesslich nicht auf den Kopf gefallen. Welch Glück, dass sie im Haus einige Bücher zum Thema Kochen gefunden hatte. Schön sortiert in Fleischgerichte, Suppen, Eintöpfen und Nachspeißen. Wessen Schrift war das? Aaminahs? Oder die von Rija? Egal, es war in einer sauberen Schrift geschrieben worden und was viel wichtiger war, es war alles Beschrieben. Vom Waschen über das Ausnehmen oder Zerkleinern hin zum Würzen und Anbraten. So konnte doch gar nichts mehr schief gehen oder?

Seite um Seite verschlang sie und immer wieder hob sie den Kopf um an die Tür zu sehen. Nichts als Stille. Ob es etwas neues wegen dem Kalifen gab und Hasim deswegen noch nicht da war? Aber man würde ihr doch BEscheid geben oder? Auch wenn sie nur Akemi war? Sie hatte die letzten Tage oft darüber nach gedacht ob sie sich einfach nach Rahal schleichen sollte. Möglichkeiten genug hatte sie dazu ja. Wie oft war sie dort gewandelt, ohne das man sie erkannt hatte. Sie schnaubte leise auf. Soweit war es also schon gekommen, dass sie wegen Hasim diesen "Unsinn" lassen würde. Sonst musste sie an niemanden denken, es war doch ihre Aufgabe gewesen alles im Blick zu behalten und vor allem die Omar. Niemand hätte sie davon abhalten können alles zu versuchen, dass der Kalif frei kam. Niemand? War es die Vernunft die sich breit machte? Unrecht hatte Hasim ja nicht. So alleine umher zu ziehen war gefährlich und die Schatzsuche mit ihm... sie fühlte sich so sicher und gut aufgehoben.

Gut, er wusste nicht welche Möglichkeiten sie hatte. Soviele Geheimnisse die zwischen ihnen lagen. Konnte all das überhaupt gut gehen? Sie würde sich ihm so gerne anvertrauen aber so groß der Wunsch war, so groß war auch die Angst. Er würde nie verstehen das sie sich als eine dieser Nordländerinnen verkleidete und unverschleiert umher lief. Gleich welcher Grund...

Ein weiteres Seufzen, ein weiterer Blick zur Tür... noch immer nichts. Langsam verabschiedete sich die Sonne über der schönen Wüstenstadt und die Dunkelheit brach an. Hatte er sie vergessen? Oder doch zu ernst genommen, dass er die Abmachung bereits erüllt hatte? Sie rutschte von ihrem Kissen und beschloss zum Familienhaus der Bashir zu gehen. Sie brauchte noch Kerzen, ganz viele und ein oder zwei Regale für die Küche. Aqila würde ihr sicher helfen können und sie hoffte das Hasim nich da war. Doch das Gefühl war zwiegespalten, einerseits hoffte sie wirklich das er nicht da sein würde und auf der anderen Seite würde sie ihn gerne sehen. Sie wollte ihn sehen... wieder ein Gefühl das ihr neu war. Sie vermisste sein gebrummel und die Art wie er sie ansah, wenn sie etwas sagte das für ihn so gar keinen Sinn ergab.

Bei den Bashir war es ruhig aber es standen Tassen auf dem Tisch. Lange konnte er noch nicht fort sein, Aqila hätte sonst längst aufgeräumt. Er sei Nahlah nach gelaufen... er wollte dich sicher nicht versetzen. Nein sicher nicht. Sie wusste wie gewissenhaft er war und das sein Beschützerinstinkt geweckt wurde, sobald eine Blüte auch nur das Haus verlies. Aber das dachte sie, dass wusste sie, was sie fühlte war etwas anderes. Dieses beklemmende Gefühl aus der Taverne war zurück. Als würde sich eine Hand um Herz und Magen schließen und langsam Stück für Stück zusammen drücken, bis ihr die Luft weg blieb. Nichts anmerken lassen, du kannst das...

Sie schlenderte am Meer entlang nach Hause. Die Hoffnung das er an diesem Tag noch nach ihr sehen würde hatte sich gelegt. Sie machte sich nichts vor, es war schon viel zu spät. Als sie an ihrem Haus angelangt war, setzte sie sich auf ihre Terasse. Wie schön dieser Ort doch war. Sie liebte ihn schon jetzt und wusste das sie hier viele Stunden verbringen würde.

Sie machte es sich im Schneidersitz bequem, die Hände in ihrem Schoß gebettet betrachtete sie das Meer. Es war so ruhig heute. Kaum eine Welle, kaum eine Meeresbrise. Sie zog aus ihrer Tasche ihren Zeichenblock hervor und blätterte bis zu der Seite, ja bis zu der Seite, auf der sie Hasim gemalt hatte. Sie legte den Kopf zur Seite und starrte auf das Bild. "Was machst du nur mit mir..." seufzte sie leise. Sie zog die kühle Nachtluft tief ein und zog einen weiteren Zeichenblock hervor. Viel kleiner als der ihre und doch groß genug um das zu zeichen was sie zeichnen wollte. Wenn sie es nun nicht tun würde, würde sie es gar nicht mehr tun. Sie war sich nicht sicher ob er es verstehen würde aber sie verstand es selbst nicht sicher. Ein Zeichen, ja, ein Zeichen sollte es sein.
Sie malte Seite für Seite und als sie fertig war betrachtete sie zufrieden ihr Werk. Bring es Weg Aalissay, bevor dich der Mut verlässt. Als würde etwas mit ihr reden nickte sie und rannte durch das Haus nach draussen. Sie würde es auf der Fensterbank seines Zimmers ablegen, dort würde er es schon finden und nur er, niemand sonst.

Was er sagen wird?
Aalissay Delara Bashir

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

Die Zeit verging wie im Flug und doch viel zu langsam. Wie konnte das sein? Wie war es möglich, dass sobald er bei ihr war die Zeit förmlich an ihnen vorbei zog und sobald er das Haus verließ, die Stunden, bis sie ihn wieder sah, wie eine Ewigkeit schienen.

Sie konnte sich nicht erinnern jemals so gefühlt zu haben, jemals so glücklich gewesen zu sein, wie in den Momenten in denen sie ihm so nah war. Die letzten Tage glichen ihrem Durcheinander in ihrem Kopf. Ihr Brief an ihn, die Ruhe die sie in der Durrah suchte. Sie musste gehen, sie musste diesen Schritt machen, auch wenn er ihr schwer gefallen war. Sie wollte sich sicher sein, sicher dass es keine Schwärmerei war, sicher dass sie sich, ohne Angst, eingestehen konnte, dass sie ihr Herz an ihn verloren hatte. Es verging keine Sekunde in der er ihr nicht gefehlt hatte.

Die flüchtigen Berührungen, der Wachdienst vor dem Süd Tor, als sie nach seiner Hand griff, der vertraute Moment als sie in der Bibliothek im Norden standen. Sie konnte die Gedanken und Erinnerungen daran nicht abstellen. Sie wollte es nicht abstellen, denn wann immer sie daran dachte begann ihr Herz wie verrückt zu schlagen und eine wohlige Wärme umgab sie. Sie vermisste ihn, kaum dass sie ihr Haus verlassen hatte… Ihr Wiedersehen jedoch hatte sie sich anders vorgestellt. Er war wütend, etwas hatte ihn verärgert… Aqila…

Lissy wollte ihn eigentlich beruhigen, so wie an jenem Abend vor dem Süd Tor aber es gelang ihr nicht, im Gegenteil. Ein Wort ergab das andere, Missverständnisse, Worte die sie mitten im Herz trafen, Unsicherheit, Überforderung… was geschah hier? Sie wollte ihm doch erzählen wieso sie fort war, sie wollte ihm sagen was in ihr vorging, dass sie ihn vermisst hatte, dass sie so froh ist ihn wieder zu sehen aber dazu kam sie nicht. Tränen sammelten sich in ihren Augen und ehe sie sich versah, kullerten sie ihre sanften Wangen hinab. Sie senkte den Blick, sie wollte nicht vor ihm weinen, diese ganzen Gefühle…

Kein guter Tag, ganz und gar nicht und dennoch zog sich ihr Herz zusammen, als er sie mit diesen Worten zurück lies.

2 Tage dauerte es bis er endlich vor ihrer Tür stand. Viel zu viel Zeit, viel zu viel Sehnsucht und so große Erleichterung dass er sie aufsuchte. „Es fehlte etwas als du nicht da warst“… es fehlte etwas? War das seine Art zu sagen, dass er sie genauso vermisst hatte wie sie ihn? Er rückte direkt neben sie, da war sie wieder, diese Nähe nach der sie sich so sehnte. Er hatte etwas in ihr geweckt, das sie nicht wieder stillen konnte. Den Verstand abschalten… bei Eluive, wieso fiel ihr das so schwer? Wenn nun selbst er dies schaffte und sich rein von seinen Gefühlen tragen lassen konnte, wieso verängstigte sie das, was sie sich wünschte? In diesen Armen liegen, nur einmal… sich an seine Schulter schmiegen, seine Arme, die sanft ihren Körper umschlossen…

Noch nie zu vor hatte sie etwas Ähnliches gefühlt. Sie konnte sich nie vorstellen wie es sein muss, wenn man sein Herz verloren hatte. Jede noch so kleine Berührung löste eine so große Reaktion in ihr aus. Gänsehaut, ein wohliger Schauer, dieses Kribbeln das erst im Magen begann und sich über den gesamten Körper ausbreitete. Sie wünschte sich das dieser Moment niemals enden würde… er löste ihren Schleier und suchte den Blick in ihre Augen. Sie fühlte sich nackt… er konnte ihr bis in den Abgrund ihrer Seele blicken und zu gern verlor sie sich in diesen braun grünen Augen.
Jedes Mal wenn seine Hand ihren Rücken sanft auf und ab streichelte, hätte sie am liebsten gesagt, er solle nicht aufhören.

Als er am nächsten Tag wieder vor ihrer Tür stand, wäre sie ihm am liebsten um den Hals gefallen. Sie freute sich ihn endlich wieder zu sehen. Wie der Anstand es ihr gebot, schenkte sie ihm erst etwas Mocca ein, ehe sie sich zu ihm setzte. Er rückte näher… Herzschlagen. „Du bist ruhiger als früher“… ja das war sie, doch nicht wie von ihm vermutet wegen diesem schlechten Tag am Strand, sondern weil sie sich endlich eingestanden hatte was sie fühlte und seither die Angst ihr ständiger Begleiter war. Sie wollte nichts falsch machen, sie wollte nicht das er schlecht von ihr dachte oder sie ihn verärgerte aber er hatte recht… so könnte sie etwas verpassen, Verstand ausschalten, versuch es Lissy… Die Gedanken hallten in ihrem Kopf und so löste sie ihren Schleier um ihm zu beweisen, dass sie ihn nicht trug weil er ihr zu nah gekommen war. Sie rückte näher zu ihm… „gleich hast du es geschafft“ sagte die leise Stimme in ihrem Kopf. Sie beugte sich nach vorn und legte ihren Kopf gegen seine Brust… sein Herzschlag, es schlug wie verrückt und glich dem Rhythmus in ihrer Brust. Er legte beide Arme um sie und zog sie noch näher heran… Die Zeit anhalten, jetzt, bitte… Gab es etwas Schöneres? Sie schloss ihre Augen und sog seinen Geruch tief durch ihre Nase ein, die sie leicht hob und für einen kurzen Moment, berührte die Nasenspitze seinen Hals. Er roch so gut… Amber… Sandelholz.
Hier in seinen Armen fühlte sie sich so schwach, wie machte er das nur? Schwach weil all diese Gefühle sie übermannten und sie so machtlos gegen jene war und zugleich stark weil sie spüren konnte wie er sie beschützt. Weil sie sich geborgen fühlte, angekommen…

Viel zu schnell wurde sie aus diesem Traum gerissen, es war Zeit für ihn zu gehen… schon? Die angenehmen Dinge vergingen stets viel zu schnell… aber sie musste auch noch einigen Pflichten nachgehen und so löste sie sich schweren Herzens von ihm.

Am Abend machte sie sich, mit dem Dattelkuchen, auf den Weg zum Haus der Bashir aber niemand war dort. Der Wachmann am Osttor sagte ihr, Hasim sei nach Bajard aufgebrochen. Sie rannte durch den Regen zurück zu ihrem Haus und füllte etwas frischen Mocca ab. Alles zusammen hatte sie in einen kleinen Korb gegeben und machte sich, gemeinsam mit einem der Wachen aus ihrer Familie, auf den Weg nach Bajard. Hasim war überrascht… nicht böse, vielleicht sogar erfreut? Sie stellte den Korb bei ihm ab. Sie wollte ihn nur noch einmal sehen, einmal noch, sich in seinen Augen verlieren, ehe sie sich zu Bett legen würde.

Hier durfte sie ihm nicht zu nah kommen… Sie wahrten den Abstand, doch es fiel ihr so schwer. Sie streckte ihre Hand aus und wie ein Windhauch, der sanft die Haut berührte, streifte sie damit über seine Hand. Flüchtig, für jeden der diese Bewegung zufällig beobachten würde. Sie musste hier weg, wenn sie nicht gehen würde, würde sie alles vergessen was man ihr über gute Sitten beigebracht hatte und das konnte sie ihm und ihrer Familie nicht antun.

Sie war schon fast die Tür raus als sie inne hielt, sich zu ihm drehte und allen Mut zusammen fasste… „Träum später schön… von mir… „ erschrocken, dass sie es wirklich ausgesprochen hatte, drehte sie sich um und ging zur Tür. Ein Blick an sich hinab, einmal kurz durchatmen, sich von der Wache ja nichts anmerken lassen. Doch das Lächeln auf ihren Lippen… gut das sie ihren Schleier trug und wenn sie den Kopf gesenkt hielt, würde er es nicht bemerken, er war nur ein Wachmann…
Als sie endlich an ihrem Haus angekommen waren, lies sie sich in ihre Kissen fallen. Das Kopftuch legte sie neben sich, und versuchte mit ihren Armen die Schlange zu ergattern, die er ihr geschenkt hatte. Kein guter Ersatz aber besser als nichts. Mit einem Lächeln und der Vorfreude darauf ihn wieder zu sehen, trat sie den Weg ins Traumland an und sie wusste, wer sicher ein Teil ihres Traumes sein würde… Hasim…
Aalissay Delara Bashir

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Was ein Tag... er schien so endlos und doch beendete sie ihn früher als gewollt. Nach diesem besonders schönen Abend mit Hasim verstand sie seine Zurückhaltung nicht. Momente in denen sich die Unsicherheit und ihr Alter deutlich machten. Wie reagiert man in solch einem Augenblick? Hatte sie etwas falsch gemacht? Er schien so viele Schritte von ihr entfernt, obwohl er so nah stand, dass sie seinen Duft tief einatmen konnte.

Wo war diese Nähe hin, die Nähe die sie gestern Abend hatten. Sie wollte am liebsten ihre Arme um ihn legen, sich anschmiegen und spüren das alles in Ordnung war. Doch sie waren in mitten der Kaserne und Aalissay wusste das sie sich zurück halten musste.

Immer mehr trafen ein, um sich gemeinsam auf den Weg zu den Kaluren zu machen. Es klang aufregend, sie wollte sich das nicht entgehen lassen, sonst wäre sie wohl längst zurück in ihr Haus gekehrt. Hasim stand links von ihr. Ihr Herz klopfte wie verrückt. Ob er es hören konnte? Ob es irgendjemand hören konnte? Sie versuchte sich darauf zu konzentrieren, wollte es beruhigen aber es gelang ihr nicht. In diesem Moment betrat Sahid die Kaserne... er grüßte alle, doch sein Blick traf Suraya "Rani"... Aalissay sah zu den beiden, ihr Kopf drehte sich zur anderen Seite, dort wo Hasim stand.

Alles um sie herum verschwamm, nur der leise Regen war noch zu hören, sein Duft, der die Luft einhüllte, seine Wärme und Stärke die er ausstrahlte. Die Arme in die sie sich einen Abend zu vor geschmiegt hatte. Sie hörte sein Lachen, sein Brummen, die ersten Worte die er zu ihr sagte, als sie sich im Ahnengrab trafen. Alles schien sich vor ihrem inneren Auge noch einmal abzuspielen. "Rani"... dieses Wort, die Bedeutung. Der Schleier fiel von ihren Augen. Sie konnte sich nicht mehr verstecken. Es war passiert, von ganz allein... Sie wusste es längst. Sie hatte sich nur nie getraut es auszusprechen, aus Angst es würde Wirklichkeit werden und wenn es Wirklichkeit war, würde sie verletzlich werden. Zugeständnisse... sie sagte ihm, er soll Beschützen was er in seinen Händen hält aber mehr nicht. Nicht einmal nach jenem Abend...

Es war zu stark geworden, übermächtig... zu intensiv um es zurück zu halten. Sie hatte ihr Herz verloren. Hier, jetzt, in diesem Moment da wurde dir bewusst was sie sein wollte, was sie sich wünschte, tief in ihrem inneren. Rani... sie wollte seine Rani sein. Sich nicht verstecken müssen. Keine flüchtigen, heimlichen, kleine Berührungen. Sie wollte sich in seine Arme schmiegen, wann immer ihr danach war. Seinen Worten Gehör schenken, "seins" sein...

Ihre Gedanken kreisten... den ganzen weg zu den Kaluren. Immer wieder verstohlene Blicke zu ihm. Was sollte sie nun tun? Etwas sagen? Was sagt man da? Sagt man überhaupt etwas als Blüte? Wie sehr sie sich nach Aaminah sehnte. Ihre Hilfe konnte sie nun so gut gebrauchen. Aqila war ihr eine gute Freundin geworden aber konnte sie mit allem was Hasim betraf, zu ihr? Die Kämpfe zogen eher wie die Unwirklichkeit an ihr vorbei. Kaum das Anisah einen nach dem anderen zur Strecke brachte verlies Aalissay Frostklamm und machte sich auf den Weg zurück. Sie brauchte nun Ruhe, sie wollte allein sein, musste nachdenken.

Spät in der Nacht traf sie noch einmal auf Hasim. Jetzt... sag es ihm. Ihre innere Stimme hatte sich so oft bemerkbar gemacht, so oft hatte sie sie verscheucht und zu gerne der Versuchung nach gegeben. "Hasim..." ein Blick, Starre, die selbe Distanz wie den ganzen Tag über. "ich bin ganz unruhig wenn du nicht bei mir bist"... die Worte schossen ihr durch den Kopf. Sie war hier, hier, schau mich doch an... Doch Hasim verabschiedete sich, es sei spät, sie solle schlafen. Sie würde ihm nicht nach laufen... schweren Herzens lies sie ihn ziehen. Es würde sich eine andere Gelegenheit bieten... irgendwann.

Gedankenverloren lief sie durch den Regen. Ihre Haut glühte, um so mehr spürte sie, wie die kalten Tropfen ihre Haut hinab liefen. Ihr Kleid war bereits völlig durchnässt als sie sich am Strand vor ihrem Haus nieder lies. Die Beine dicht an ihren Körper gezogen, legte sie ihre Arme fest um sich. Was würde sie nun dafür geben in seinen Armen sitzen zu können. Wie sie sich fest um ihren schmalen und zarten Körper schmiegten. Sie sehnte sich nach dem Gefühl das er ihr gestern so deutlich zu spüren gab. Geborgenheit... Sicherheit, Wärme... hier und jetzt fühlte sie sich allein. Wie lange sie dort saß, wusste sie nicht aber so lange, dass ihr Körper durch die Nässe und die Kälte völlig durch gefroren war, als sie nach Hause kehrte. Die Nacht war unruhig...

Sie wachte erst zur Mittagsstunde hin auf. Eine Nachricht der Kaluren war eingetroffen, die Steine sind abholbereit. War das ein Zeichen Eluives? Sie musste dafür zu Hasim. Gerade nach gestern fiel es ihr schwer aber wie sagte Aaminah "Wenn du ihn willst, dann musst du kämpfen" und kämpfen bedeutete nicht, dass sie sich nun einfach zurück ziehen würde. Sie konnte es nicht... das Gefühl das sie zu ihm zog war viel zu stark. Natürlich sagte Hasim ja und befahl den Stallmeister, die Pferde zu satteln. Sie war froh das er sie begleiten würde. Einfach nur in seiner Nähe sein.

Als sie den Pass überquert hatten, wurde es heller. Die dunklen Wolken, die über der Durrah lagen hatten sich verzogen. Hier im Norden schien die Sonne. Es war noch recht kühl aber es war trocken. Wie lange es wohl noch regnen würde? Der Kalure war lustig... sie erinnerte sich, dass er gestern auch bei den Übungskämpfen anwesend war. Sein Käfer jedoch war ihr suspekt. Hasim fragte natürlich direkt, ob sie ihn streicheln dürfe... Sie wollte eigentlich lieber noch mehr Abstand zwischen sich und dem Käfer aber nun würde sie ihm zeigen, dass sie sich traute. Sein panzer fühlte sich recht kühl an, hart und hier und da nicht ganz eben. Dem Käfer schien es zu gefallen... dahingehend hatte er wohl wirklich etwas von einem Fennek.

Sie luden alles auf, sammelten bei der Zunft noch Möbel ein und machten sich auf den Rückweg. Zuvorkommend wie immer trug er ihr alles in Haus und sogar den Schrank nach oben. Dort standen sie nun, dicht voreinander. Das Kribbeln war wieder da... Sie bedankte sich, stellte sich auf die Zehenspitzen und hauchte ihm einfach einen Kuss auf die Wange... Er murrte... Beschämt entschuldigte sie sich dafür. Endlich rückte er mit der Sprache heraus, was ihn bedrückte und ihn gestern so nachdenklich stimmte. Ja, er hatte recht. Sie musste lernen, dass es Momente gab wo Disziplin wichtiger waren als Gefühlsduseleien. Es gab so viel für sie zu lernen... Es war einfach der falsche Moment gestern.

Er müsse sich in Geduld üben, er sei Schwach gewesen. Auch sie war schwach gewesen. Sie wollte sich genau so in seine Arme schmiegen, wie er sie dort spüren wollte. Genau das sagte sie ihm, doch was nun kam überraschte sie... "neda du nicht, ihr Natifahs seit schön um uns den Kopf zu verdrehen"... Kopf verdrehen... Lissy schluckte und fasste ihren Mut zusammen. Das war das Zeichen auf das sie gewartet hatte. Ihre Chance... "Hab ich dir den Kopf verdreht"... ihr Blick ruhte sanft auf ihm, während seine Augen die ihren zu durchbohren schienen. Kein Wort, Stille die unendlich schien und dann nickte er... Ihr Herz überschlug sich...

Sie müsse wissen was sie will... Sie wusste was sie will und das sagte sie ihm. Sie wollte ihm gehören. Sie war jung, ja, sie war unerfahren, ja... sie musste noch viel lernen aber er hatte ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt und sie wollte ihn um nichts auf der Welt mehr missen.
Aalissay Delara Bashir

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Welch Glück geliebt zu werden!
Und lieben, Eluive..., welch ein Glück!



So lange war sie einsam gewesen. So lange fühlte sie sich allein und unverstanden. Und nun? Sie lag in ihren Kissen und ihre Gedanken kreisten. Sie war glücklich und noch viel mehr als das. Dieses Gefühl in ihr war so unbeschreiblich und es wurde von Tag zu Tag stärker. Wie hatte sie es nur geschafft, sich so lange dagegen zu wehren? Das Glück war zum Greifen nah und doch konnte sie es nicht fassen. Sie sah mit einem Schmunzeln auf ihren Arm. Er hatte sie gezwickt… es war kein Traum. Sie gehörte nun zu ihm, daran gab es keine Zweifel mehr und bald schon, würde das jeder sehen und sehen dürfen. Sie musste sich nicht mehr zurück halten, wenn ihr danach war, seine Hand zu halten. Da waren sie wieder… kaum das sie an ihn dachte… die Schmetterlinge im Bauch, dieses Kribbeln. Sie dachte an das Haus, das er ihr gezeigt hatte… ihr Haus. Direkt am Meer und so nah an diesem Platz wo man sie damals einfach alleine lies. Wie blind sie doch war, dass sie sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht eingestehen konnte, wie froh sie war, dass Nazeeya und Aqila sie allein gelassen hatten. Wie sehr sie die Zeit genoss, in der sie nur zu zwei waren. Heute wusste sie, dass sie schon damals von ihm verzaubert gewesen war.

Im Haus war es noch leer aber dank seiner Worte, füllte sich der Raum in ihren Gedanken zu dem, was er nach ihrer Hochzeit sein würde. Ihr zu Hause… Hier, direkt am Meer, an einem Platz der doch so viele Erinnerungen mit sich brachte, gemeinsam mit ihm, dem Menschen der ihr Zuflucht gewährt, der ihr das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gab, dem sie grenzenlos vertraute… ja, hier würde sie sich zu Hause fühlen. So lange er nur bei ihr war, würde sie gehen wohin ihre Füße sie tragen würden.

Aber so glücklich sie auch war, ihr fehlte jemand mit dem sie dieses Glück teilen konnte. Ja, sie hatte Aqila und sie schätzte sie und freute sich schon jetzt, dass sie bald noch viel mehr Zeit miteinander verbringen konnten. Aber Aqila hat ihr Glück noch nicht gefunden und sie wollte kein Salz in diese Wunde streuen. Sie musste sich zurück halten und alles erzählen konnte sie ihr auch nicht. Sie hatte den selben mahnenden Blick wie Hasim ihn als hat… Aber wenn sie nun erfuhr was passiert war, dann würde sie anders denken. Sie würde nichts mehr dagegen haben, wenn sie sich alleine trafen. Aalissay hoffte so sehr für ihre Freundin, dass auch sie bald einen Wüstensohn finden würde, der so war, wie Hasim es für sie war. Zur Zeit war sie im Norden oben aber schon jetzt freute sich Lissy auf ihre Rückkehr. Was sie sagen würde, wenn sie von Hasim erfuhr was passiert war?

Sie drehte sich auf den Bauch herum und starrte die kleine Stoffschlange an, die ihr Hasim geschenkt hatte. Wie konnte man jemanden nur so vermissen, denn man vor wenigen Augenblicken noch gesehen hatte? Ehe die Aufregung wieder Besitz von ihr ergriff, versuchte sie sich zu beruhigen. Es war spät und eigentlich sollte sie schlafen, wenn es da nicht einen Ort gäbe, an dem sie lieber wäre als hier. Sie strecke ihren rechten Arm nach ihrer Tasche aus, die nicht weit ihrer Kissen entfernt auf dem Boden lag. Ein Kamm… ihr Schlüssel… ahh hier… der Zeichenblock. Zielsicher griff sie mit zwei Fingern nach diesem und zog ihn aus der Tasche zu sich heran. Inzwischen wusste sie genau, auf welcher Seite sie fand, was sie suchte und so blätterte sie gezielt… Sie drehte sich wieder auf ihren Rücken und hielt die Zeichnung in die Höhe. Er gehörte ihr… Sie presste sich die Zeichnung von ihm fest auf ihre Brust und schloss die Augen. Es dauerte nicht lange und ein tiefer Schlaf überkam sie.


Wir werden geformt und gestaltet durch das, was wir lieben.
Aalissay Delara Bashir

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„Gönn dir etwas Ruhe“… Ruhe? Seit er Teil ihres Lebens geworden ist stand alles Kopf und so etwas wie Ruhe gab es nicht mehr. Ruhe, die sie vorher so viel gehabt hatte… Ruhe die nun der Sehnsucht gewichen ist. Sobald er nicht da war vermisste sie ihn. Ein schönes und trauriges Gefühl zu gleich. Es war verwunderlich wie schnell sie sich an seine Gegenwart gewöhnt hatte, wie schnell er ein Teil von ihr geworden war. Ein Teil von ihr, so als wären sie eins… Unvollständig sobald eine Hälfte fehlte. Ob er sie auch vermisste? Doch, ganz sicher vermisste er sie auf die gleiche Art. Jeden Abend kam er und wenn es nur ganz kurz war um ihr zumindest eine gute Nacht zu wünschen.

Wie schön es war, von ihm zu hören das er sie liebt… viele kleine Schmetterlinge, die in ihrem Bauch wild umher flogen. Hätte sie auch nur annähernd vermutet, wie schön all diese Gefühle sein würden, hätte sie sich nicht so lange dagegen gesträubt. Wieso sprach darüber nie jemand? Ja, sie wusste, sie musste alles lernen, kochen können und anständig sein um später einem Wüstensohn eine gute Frau sein zu können aber das sich eine Ehe nicht nur auf diese Dinge bezog, verschwieg man. Liebten ihre Eltern sich nicht?

Sie verwarf den Gedanken und konzentrierte sich wieder auf Hasim. Einen Männerabend… ob dieser genauso ablaufen würde, wie die Hennaabende bei den Natifahs? Was sie wohl redeten? Sie wünschte ihm wirklich das er sich köstlich amüsieren würde und vielleicht auch noch das ein oder andere erfahren / lernen könnte. Wenn sie an den Hennaabend von Anisah zurück dachte und was sie seither alles erfahren hat, war sie froh, dass sie sich getraut hatte und diesen aufsuchte. Trotz allem hoffte sie, dass sie ihn auch am morgigen Abend sehen würde und wenn es nur kurz war.

Ihr Kopf, ihr Herz, ihre Glieder… alles schäumte über vor Gefühlen und Gedanken denen sie so gerne nachgeben würde. Einfach drauf los reden, ohne zu denken, einfach berühren, ohne die Gedanken an Folgen… einfach Geduld haben… Die Zeit war überschaubar, schon in 3 Tagen würde er Machmuth den Brautpreis überreichen und dann war es wirklich nur noch eine kleine Frage der Zeit. Sie würden das Haus einrichten, dass er ausgesucht hatte und alles vorbereiten. Lissy war so gespannt, was ihre Eltern dazu sagen würden. Ihr Radeh… Sie musste unbedingt mit Alarash reden. Er musste doch wissen in wie weit ihr Vater ihre Mara in seine Geheimnisse eingeweiht hatte. Aalissay war nicht wohl dabei, Hasim gegenüber etwas zu verschweigen, dass einen großen Bestandteil ihres Lebens darstellte, auch wenn dieser, ihm, ein gutes Stück weit gewichen war.

Sie wollte es ihm erzählen, zumindest in groben Strukturen, er würde es sicher verstehen. Wieso auch nicht? Daran war nichts verwerflich und er hatte auch akzeptiert und verstanden, dass sie als Akemi in der Kaserne lernte. Würde er sie vor die Wahl stellen? Er konnte streng sein, er konnte autoritär sein aber er war auch der Mensch der sie mit diesem zarten Blick ansah, der ihre Knie butterweich werden ließ.

Sie musste ihn noch einmal sehen, jetzt… Lissy zog sich nur ihren Mantel über die Schlafsachen die sie bereits trug und machte sich im Regen auf, zum Bashirviertel. Inzwischen kannte sie sein Fenster ganz genau, als sie jedoch davor stand war bereits alles dunkel… er schlief sicher schon.
In schnelleren Schritten setzte sie sich in eines der unbewohnten Häuser im Bashirviertel und zog ein trockenes Pergament und ihren Kohlestift hervor. Er sollte zumindest wissen, dass sie hier gewesen war…
Aalissay Delara Bashir

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Viel zu viel war die letzten Tage und Wochen geschehen. Zu viel, dass sie schluckte, hinnahm aber nicht zum verarbeiten dessen kam. Auf die eine Nachricht folgte schon die nächste. Aalissay blieb keine Zeit, sich wirklich gänzlich mit einer Sache auseinander zu setzen.

Ihr Preis war gezahlt worden. Der Streit mit ihrem Onkel lag ihr noch immer schwer im Magen. Seine Worte, die sie tief verletzt hatten. Die Frage ob sie ihrem Vater wirklich Schande brachte. Sie hatte noch keine Antwort auf den Brief an ihre Eltern erhalten aber sie wusste wie lange der Weg dorthin dauerte und das ihr Vater auch nicht immer zu Hause anzutreffen war.
Sie stürzte sich in die Vorbereitungen für die Hochzeit, ihren Hennaabend und auch der Umzug der dann anstehen würde.

Als sie jenes Schreiben vom Palast in die Finger bekam... eine Brautschau... alle Blüten im heiratsfähigen Alter, der Emir würde seine Frau erwählen... Emir? Dieser möchtegern Emir... und alle würden zu sehen und zu lassen das er sich eine Rani wählt? Noch nie zu vor wurde ihr so bewusst, wie wenig ihr Leben als Blüte wert war. Man musste Opfer bringen waren die Worte. Opfer für das Volk, Opfer für das Wohl aller und man würde in Kauf nehmen, dass jemand sein Leben dafür lassen würde. Wen interessierte das sie versprochen war? Das der Termin für ihre Hochzeit bereits fest stand? Sie würde gehen müssen, genau wie Aqila und all die anderen Blüten.

Sie hatte sich viele Sorgen darum gemacht, doch Hasim versuchte sie zu beruhigen. Der Kalif hätte gesagt er würde es nicht zu einer Hochzeit kommen lassen. Wenn es keinen Ausweg geben würde, würde er sie vorher heiraten, allein, nur sie beide und die Prehaatim... Doch die Worte, dass Imraan es zu keiner Hochzeit kommen lassen würde, beruhigten sie. Sie sprachen offen darüber, dass sie niemals nebe diesem "Emir" leben würde. Sie würde nicht seine Frau werden und wenn es wirklich keinen Ausweg gab, würde er die Ehe nie vollziehen. Es gab nur einen Wüstensohn in ihrem Leben und das war gewiss nicht er.

An jenem Nachmittag machte sie sich fertig... Aqila sagte ihr noch das sie viel zu hübsch sei aber was sollte sie anziehen? Was hätte sie tun sollen? Noch nie zu vor hatte sie den Palast mit soviel unbehagen betreten wie an diesem Abend. Aalissay, Aqila und Renana nahmen zu der Linken Seite des Thrones Platz, die anderen auf der Gegenüberliegenden Seite.
Hinter ihr standen diese seltsamen Nordländer, die sie zur Truppenübung schon gesehen hatte. Der Norden fand also Gefallen an solch einer Veranstaltung? Woher sollten sie auch wissen, dass es sich nicht um den echten Emir handelt. Wäre er der wahre Erhabene gewesen, wäre es eine Ehre zu dieser Brautschau geladen worden zu sein. Doch selbst dann wäre sie doch vergeben... oder?

Sie hörte wie Anisah ihren Namen nannte, sie stand auf, verbeugte sich und lies die Beschreibung über sich ergehen. Der sogenannte Emir fragte noch einmal nach ob sie eine Waffe führen konnte. Aalissay versuchte ruhig zu bleiben und erklärte ihm, dass sie nur leichte Waffen führen kann und in der Kaserne ihre Ausbildung verrichtet. Zufrieden nickte er und sie durfte Platz nehmen.
Eine nach der anderen wurde ihm vorgestellt und sie hatte das Gefühl das er besonders an Renana Gefallen gefunden hatte. Um so mehr verwunderte sie die Entscheidung die er am Ende traf...
Die Worte, sein Grinsen, die Hand die er ihr entgegen streckte... all das spielte sich immer und immer wieder in ihren Gedanken ab. Er hatte Aalissay gewählt.. unter all den Blüten wieso ausgerechnet sie? Ein hilfesuchenden Blick zu Hasim... Bei Eluive, wenn sie ihn nur nicht angesehen hätte, vielleicht wäre alles anders gekommen.

Sie setzte sich gerade in Bewegung als sie Hasims Stimme im Palast hallen hörte "sie ist bereits versprochen". Bitte nicht... sie flehte Eluive an er möge doch schweigen. Sie hatten doch alles besprochen. Sie trat nach vorn und griff nach seiner Hand, doch Hasim gab nicht nach. Die Hochzeit solle am 18. Tag dieses Mondlaufes stattfinden. Der Emir lachte nur, sagte er würde jenen tag nicht verstreichen lassen, doch würde Lissy nicht Hasim zu Mann nehmen sondern ihn. Erschrocken sah sie zu Anisah, zur Prehaatim die beide neben ihr standen. Anisah versuchte einzulenken und beide redeten auf den Emir ein. Die Tradition besagt eine zweiwöchige Verlobungszeit... Zeit... Zeit, davon brauchte sie nun genügend. Immer wieder Gebete zu Eluive, dass Hasim schweigen möge, doch genau wie Eluive ihre Worte nicht erhörte, hörte sie auch sonst niemand als sie darum bat einen Moment mit Hasim reden zu dürfen.

Sie hätte ihn beruhigen können. Nur ein Wort, eine Berürhung... wieso hielt ihn niemand auf? Wieso starrten sie alle nur, sie standen wie angewurzelt. Erst als Hasim näher kommen wollte, stellten sich der Sajneen und die Sekban schützend vor das Haus Omar... Jetzt, wo seine Wut, sein Zorn geschürt war, wo er nicht mehr aufzuhalten war. Wieso hatte man sie nicht mit ihm reden lassen? Ein Kampf... oh Eluive... Hasim ging um sich auszurüsten und Lissy blieb verloren in diesem Gefilde eines Palastes zurück. Am Rand nahm sie die Stimme des Sajneens war "Rüste dich Aalissay, auch du bist ein Janitschar". Rüsten? Was hatten sie vor?

Sie tat wie ihr geheißen, zog sich um, suchte nach Hasim... ein letzter Kuss, ein paar letzte Worte und dann nahm das Elend ihren Lauf. Der Kampf begann, alle standen um die Kaserne versammelt. Sie hörte Sahids Worte noch ganz genau und mit einem Mal hagelten die Pfeile durch die Luft auf den Emir nieder... Das Bild hatte sich in ihren Kopf gebrannt...

Da lag er... sie verbrannten ihn, doch es war so einfach gewesen... Alle standen unter Schock. Lissy konnte noch nicht fassen was passiert war. Sie war froh das Aqila ihren Fadrim wach rüttelte damit er endlich schützend seine Arme um sie legte. Genau das was sie nun brauchte, as Gefühl der Sicherheit das er immer auf sie ausstrahlte...

Anisah hatte Sahid darum gebeten, dass Hasim sofort als Palastwache aus dem Dienst genommen wird... die ersten Folgen auf sein Handeln. Ein Handeln das er nie getan hätte, wenn es sie nicht gäbe. All jene Gedanken waren es, die die junge Blüte in dieser Nacht quälten, bis sie schweiß gebadet aufwachte. Ihr Herz raste, ihre Atmung war schneller und sie brauchte einen Moment um sich zu orientieren. Als ihr bewusst wurde wo sie war beruhigte sie sich langsam wieder....

Sein Handeln war ein Liebesbeweis, keine Frage und sie war sich noch immer sicher, dass sie niemand sonst als ihren Mann haben wollen würde. Sie würde ihm beistehen, jeden Tag, jede Stunde, für den Rest ihres Lebens. Denn all das hatte er nur wegen ihr getan... ein bitterer Beigeschmack
Aalissay Delara Bashir

Beitrag von Aalissay Delara Bashir »

Als sie an diesem Morgen erwachte, fühlte sie sich erholt und viel besser wie in den beiden Tagen zuvor. Doch nun, wo alles zwischen Hasim und ihr wieder war, wie zu vor, schwand ihre Sorge, ihre Angst und die Nervosität machte sich breit. Heute Abend ist ihr Hennaabend… ihr eigener. Keinen den sie als Gast besuchen würde um eine kleine Zeichnung auf dem Körper der Blüte zu hinterlassen. Heute würde sich alles um sie drehen. Auch das machte sie nervös... nur nicht zu sehr von diesem Gefühl anstacheln lassen. Sie musste einen kühlen Kopf behalten. Noch während sie in den Kissen lag ging sie alles im Kopf durch. Für die Getränke an der Hochzeit war gesorgt, dass Zelt stand, der Tempel war bereits dekoriert und die Essensbestellungen liefen.
Ihre Cousine hatte ihr ein wunderschönes Kleid, für ihren besonderen Tag geschneidert. Es war schön, gemeinsam mit ihr in der Schneiderei zu sitzen und es fertig zu besticken. Das Aaminah sie mit einbezog und sie so selbst, ihr kleines Kunstwerk auf der Schärpe verewigen durfte. Natürlich sah es nicht so gut aus, wie die Stickereien die ihre Cousine auf dem feinen Stoff, des Kleides hinterließ, aber sie war auch keine Tuchweberin und es spielte keine Rolle.

Morgen schon würde sie seine Frau werden… noch immer schien ihr all das wie ein Traum. Wie glücklich sie doch war, dass er sich für sie entschieden hatte. Das er sie liebte, dass er genauso gerne seine Zeit mit ihr verbrachte wie sie mit ihm. Ein Leben ohne ihn wollte sie sich nicht mehr vorstellen und Eluive sei Dank musste sie das auch nicht.
Lissy kroch aus dem Bett heraus, wusch sich und zog sich ein frisches Kleid über. Sie wollte ins Familienhaus der Ifrey um zu sehen ob Aaminah noch Hilfe brauchte. Sie hatte ihr einiges an Essen für den Hennaabend vorbereitet. Sie war froh darüber, dass zumindest Aaminah sich für sie und all das interessierte. Ihre Eltern wollten versuchen zu der Hochzeit zu kommen, doch ob sie es rechtzeitig schaffen würden war fraglich. Ansonsten blieb ihr niemand aus der Familie. Alarash hatte sich auf eine lange Reise begeben und sein Verlust schmerzte sie. Sie konnten ihren Streit vorher nicht mehr schlichten und so blieb ein bitterer Beigeschmack, bei jedem Gedanken an ihn. Sie waren sonst alle mit sich selbst beschäftigt. Aiwa, wenn sie Machmuth um Hilfe bat, oder Wahid, sie lehnten nicht ab und nahmen sich die Zeit aber sonst..

Es gab keine Familienabende, kein Austausch, keine Frage danach wie der Tag war, kein Interesse für die bevorstehende Hochzeit. Ob überhaupt jemand von ihrer Familie kommen würde? Mit Wehmut dachte sie an Haroun und wie freundlich er sie damals aufgenommen hatte. Inständig hoffte sie, dass er wieder kommen würde und so die Familie wieder näher zusammen bringen konnte.

Als sie das Haus erreichte, stand Aaminah noch in der Küche. Die beiden Blüten bereiteten die letzten Speisen zu, lachten und redeten viel, wie immer wenn sie aufeinander trafen. Und doch wusste Lissy, wie sehr Aaminah darunter litt, dass Issam schon so lange auf Reisen war. Lissy betete jede Nacht für sie, dass er zurück kehren würde. Sie hatte es einfach verdient glücklich zu sein, so glücklich wie sie selbst war. Sie würde so gerne ihr Glück mit ihr teilen.

Es war früher Nachmittag als sie mit allem fertig waren und Aalissay sich auf den Weg ins Badehaus machte. Sie musste für den Hennaabend frisch gewaschen sein und die Entspannung im warmen Wasser würde ihr gut tun. Eine Zeit lang genoss sie einfach nur, wie das warme Wasser ihre nackte Haus umspielte, erst dann begann sie sich gründlich zu waschen. Gut abtrocknen nicht vergessen, anziehen und zurück zum Haus. Es würde eine lange Nacht werden und der Tag darauf würde keineswegs kürzer werden… sie würde vorschlafen, so wie sie es mit Hasim auch besprochen hatte. Langsam ließ sie sich in die Kissen fallen, zog sein Kissen dicht heran und atmete seinen Duft tief ein… wie gut er roch… Aalissay schloss ihre Augen und versuchte sich an den schönen Gedanken fest zu halten, um nicht von ihrer Aufregung wach gehalten zu werden. Ihre Sorge war unbegründet, kurze Zeit später schlief sie tief und fest ein.
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