Dem All-Einen Segen, Hauptmann Lilien!
Vorab möchte ich erwähnen, dass ich bereits seit vielen Jahren, sehr vielen Jahren, Tag ein, Tag aus, das Haupttor der heiligen Stadt passiere - viel mochte sich dort schon zugetragen haben und bis zum heutigen Abend hätte ich gesagt, ich habe dort schon alles erlebt und gesehen.
Doch Landsknecht Kel lehrte mich eines besseren.
Am gestrigen Abend verweigerte mir jener Landsknecht die Stadttore zu passieren. Deutlich mag die ganze Zeit über, die durch mein Titel, von seiner Heiligkeit persönlich übergebene, Schärpe der Ritterschaft zu sehen gewesen sein.
In einem Ton- und Wortfall den ich mir von einem Landsknecht verbitte, und welcher ausschlaggebend für den Verlauf des Gespräches war, wurde ich nach meiner Identität befragt. Zuvorkommenderweise nannte ich sodann meinen Namen sowohl auch meinen Titel. Daraufhin änderte jener Ton- sowie Wortfall jedoch nicht. Im Gegenteil, man spekulierte auf respektlosester Art und Weise, dass es sich bei der Schärpe der Ritterschaft um Diebesgut handeln könnte.
So beziehtigt also ein Landsknecht der Reichsgarde, mich, Ritter des All-Einen, von seiner Heiligkeit erwählt, ein Dieb zu sein der sich mit einer gestohlenen Schärpe schmückt und sich als Ritter ausgibt?
Mein wohlwollendes Angebot, mich zur Bank zu begleiten schlug er aus, dagegen befahl er mir, von meinem Ross zu steigen, mein Schwert abzulegen und sodann zur Bank zu laufen und den Bürgerbrief zu ihm zu bringen.
Nicht genug, weigerte sich jener Landsknecht mir seinen Namen zu nennen, erst als der Wachtmeister die Situation klärte, sah er sich wohl gezwungen mir diesen zu geben. Auf meine Antwort bezüglich der Beziehtigung es handle sich bei meiner Person um einen Dieb, er werde jene Dummheit mit Schmerzen aufwiegen, brachte er mir nur Hohn und Spott entgegen.
Solch respektloses und beleidigendes Verhalten gegenüber der Ritterschaft sowie eines Ritters Alatars werde ich nicht dulden und fordere eine Bestrafung des Landknechts.
Möge Sein Hass Euch leiten!
Gezeichnet
Ritter des Herrn
