Der Ernst des Lebens... und sein Weg

Geschichten eurer Charaktere
Gast

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Er hockte in aller Ruhe vor der Tür seines Zweitdomizils und blickt auf den grossen Platz vor der Bank während er mit einem amüsierten Schnauben dabei zusah wie ein paar Kinder auf dem fast noch menschenleeren Platz fangen spielten. Einige Gardisten machten vielgewichtige Mienen während sie immer mit strengem Blick das Bankhaus im Auge hatten. Es war früh am morgen, doch er war schon wach. Seit langem gönnte er sich wieder eine Pfeife und schnaubte den Kirschtabakrauch aus den Nasenflügeln heraus. Irgendwie hatte er kaum noch diese ruhigen Minuten. Aber wer konnte es ihm verdenken, er war Korporal geworden. Er.... eine Blaumeise, sicherlich war das immer eines seiner Ziele, aber so schnell hätte selbst er nicht damit gerechnet. Er hatte wahrscheinlich noch verdatterter geschaut als Helisande, als sie ihre Beförderung nur wenige Momente vorher erhielt. Ernste Miene war sein Leitmotto im Dienst, so wie es sein Name immer hergegeben hatte, genauso wie er darüber witzelte wenn er nicht gerade in Uniform unterwegs war. Doch dennoch ist ihm da alles entgleist was so an Selbstbeherrschung er von sich selber gewohnt war. Auch jetzt lächelte er während er einen kleinen Rauchring in die kalte Morgenluft abgab.

Trotz der äusserlichen Ruhe und Gelassenheit, die er an den Tag legte, war er dennoch aufgeregt. Sicherlich waren da die neuen Aufgaben und Pflichten die ihn umrangen, die Ausrichtung des Turniers zusammen mit Helisande - darüber musste noch beraten werden - aber da war auch noch dieser Abend. Abendkleid in einer Höhle. Diese ungemein meisterliche Ersinnung musste mal jemandem einfallen, wahrscheinlich wäre Endurael stolz auf ihn gewesen, immerhin war er der Meister des Meisterlichen. Dennoch war das der Hauptzweig den seine Gehirnwindungen umgaben, er wollte schon lange der kleinen Blonden etwas zurückgeben für all die Arbeit die sie auf sich nahm, für all die Zeit die sie entbehren musste damit sie den Kessel zu dem Gespräch gemacht hat der er jetzt war. Für all das was sie ihm gab und was er in ihr sah und überhaupt.

Sollte er nun Ausgehuniform anziehen oder sich doch anderweitig fein anziehen? Noch zwei Tage dann würde es entweder wieder eine spontane Eingebung sein, oder doch die Uniform...mit den glänzenden neuen Korporalsabzeichen. "Heh. Korporal Eichengrund....nicht zu glauben." murmelte er leise vor sich hin und ging aus der Hocke wieder nach oben. Der Platz war voller geworden, die Stadt erwachte zu neuem Leben. Er nickte zufrieden. "Auf zu neuen Zielen." er schmunzelte, jetzt würde es erstmal Frühstück geben, hoffentlich versaute er die Küche nicht wieder so wie vorgestern...
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"Neue Ziele."

Dies murmelte er leise als er leicht den Verlobungsring an der Hand -seiner- Schneiderin betrachtete. Sie schlief schon, das Turnier, das Fest und der Umzug ins neue Gebäude hatte sie vollkommen ausgelaugt. Dennoch war alles so wunderbar gewesen in den letzten Wochen. Alle hatten dicht gehalten die er einspannen musste in die Vorbereitungen zu seine Frage. Und er hatte sich mächtig ins Zeug gelegt. Blumen, Pralinen von Tarek, der Ring von Cathan, die Kerzen von Samuel, der herrausragende Koch und Bediendienst von Thorlav... es war perfekt. Absolut perfekt. Er war verlobt. Ein breites Grinsen huschte über seine Züge während er die kleine Schneiderin einfach nur beim Atmen beobachtete. Er erinnerte sich noch daran wie ihm das Herz fast durch den Kopf hindurchschlug, als er sich für die Frage inmitten des Kerzenmeeres niederkniete. Temora sei Dank flösste ihm der Met von Thorlav noch zusätzlichen Mut ein. Dann das "Ja". Glücksgefühle durchfluteten ihn fast im Sekundenbruchteil auf ihre Äusserung. So hatte der Kessel seinen Deckel gefunden und umgekehrt, wie unglaublich diese Aussage doch gerade auf die beiden zutraf. Und sie hatten es mit thyrischen Traditionen zusätzlich fester gemeisselt, ihren Bund. Für den massiven Hünen würde er sich auch nochmal was besonderes einfallen lassen. Eine kleine Idee hatte er schon dazu....

Auch seine Augen hatten indes tiefe Schatten. Der Korporalsdienst erfüllte ihn, es war das was er sich von Anfang an als Ziel gesteckt hatte. Die vermehrten Berichte störten ihn weniger, die Aktenarbeit war derweil das grössere Übel, aber es war zu bewältigen, einigermassen. Und das obwohl er seiner Genossin Senheit nur zu gerne zustimmen würde - eine Fackel würde sich auf dem immer und stetig anwachsendem Aktenstapel fantastisch machen... brennendes Interesse an dem Vorschlag, wortwörtlich. Bei brennend kam er nicht umhin auch an die Beförderung der neuen Wachtmeister zu denken. Renold und im brennendem Bezug Merrik hatten die Beförderung ebenfalls lange verdient, er fragte sich zeitweilig wo die Feier blieb. Grundsätzlich - bei den vielen Beförderungen - sollte es eigentlich eine grössere geben mit allen dafür zur Verfügung stehenden Kameraden. Etwas, was er noch genauer entsinnen musste. Wahrscheinlich würde er mit Genossin Senheit einen weiteren finsteren Feierplan schmieden müssen. Sie ergänzten sich seit dem Tag ihrer Ankunft nahezu perfekt. Er - der strenge Hartlinige, sie - die unkonventionelle Mitfühlende. Irgendwie eine gute Mischung. Wahrscheinlich wurden sie deswegen gleichzeitig in den Rang des Korporals befördert, er hielt den Oberst schon immer, seit und während von er ihm ausgebildet wurde, für einen berechnenden und intelligenten Schweinehund. Perfekter Anführer. Er schaute zu ihm auf. Temora beschützt, das tut sie, immer. Wieder lächelte er.

Dann noch die Vorbereitung zum Turnier. Er ritt sie alle persönlich ab, Handelshaus, Lehrhospital, Gesellschaft, Orden, Vermächtnis.... alle. Und da überraschte ihn am Tag des Turnieres doch etwas. Die einzige Gemeinschaft die jemanden als Kämpfer schickte zu einem Turnier, wo es um den Wettstreit im Kampf ging, war tatsächlich die Gemeinschaft, die eher für den Erhalt des Lebens und die Versorgung von Wunden bekannt war. Das Lehrhospital. Keiner der ach so herrlichen Kämpfer des Ordens. Keiner der ach so kampferprobten Tempelwachen. Der Tapfere stellt sich jeder Herausforderung, und dies höchstselbst im ehrenvollem Wettstreit unter gleichgesinnten., das war es was er Herrn Katuri sagte als er die Tugend der Demut abwiegelte. Es war seltsam. Sie hielten die Tugenden als ihren Schild hoch und vergassen dabei das ihre Schwerter abstumpften, dabei waren die Tugenden beides. Schwert und Schild, und das waren sie schon immer. Enttäuschend.

Und nun? er legte den Kopf mit geschlossenen Augen auf das Kissen, weiterhin die kleine Schneiderin umschlungen. Er hatte auf lange Sicht so viel erreicht... war es nun Stillstand? Nein. Das Leben floss weiter, so würde er auch weitergetragen werden. Stetig und Aufrecht. Für den König. Für die Herzogin. Für das Regiment. Für den bunten Kessel. Für seine Freunde. Für seine baldige Frau. Vor allem das.

Leise murmelte er noch genau zwei Worte bevor er langsam einschlief.

"Immer treu."
Zuletzt geändert von Gast am Montag 10. Februar 2014, 16:31, insgesamt 1-mal geändert.
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Die Hände falteten sich und mit nachdenklicher Miene beschaute er die Akten vor sich auf dem Tisch. Der Kopf stützte sich derweil auf eben jene ineinandergeschränkten Hände und die Namen wurden für sich nachgelesen. Der Oberst hatte auf dem Lichtfest einige Mannen - und wie sollte es auch anders sein - eine Frau rekrutiert. Die Damen waren weiterhin in hoffnungsloser Überzahl. Wie sollte es auch anders sein, bei den vielen Rekrutinnen, die derzeit ihren Weg ins Regiment fanden. Aber immerhin. Zwei Mannen. Drei mit dem der mehr oder minder vor dem Manöver im Schnellverfahren rekrutierte Kerl. Manöver... aye. Die Verletzung an der Stirn brauchte mittlerweile keinen Verband mehr. Trankerl-Torjan hatte sie gut mit Alkohol ausgewaschen und nachentzündet hatte sich ebenfalls nichts. Er würde wohl wieder einmal von einer Narbe verschont bleiben. Fast schon ein kleines Wunder nach dem überraschendem Angriff der Horden. Sie hatten sich alles im allen gut geschlagen, wenngleich der Turm hinüber war. er schnaufte durch, hatte ziemlich Zeit gekostet dieses Mistding zu bauen. Er war damals dabei gewesen als viele Hände das hölzerne Gebilde mitgestaltet hatten. Sei es drum. Ein neuer würde irgendwann gebaut werden... irgendwann mit Sicherheit.

Er wischte sich einmal über das Gesicht als er die Akte von der Aufnahme seiner Genossin suchte. Nichts zu finden. Hatte sie sie verlegt? Ein Brummen des Recken ertönte und er nahm ein vorgefertigtes Personalblatt und notierte die Eckdaten die er aus dem Kopf wusste. Der rothaarige Blaudrache hatte sich immens verändert und das nicht unbedingt zum guten. Dauernd irgendeine seltsame verklausulierte Mitteilung des ein oder anderen. Die Erzählung der Diakonin. Das Gebahren. Erbrechen bei Übungen, Alkoholgeruch. Irgendwas war da ganz und gar nicht in Ordnung. Es blieb Arbeit liegen, Arbeit für ihn.
Seufzend legte er die Akte in den üblichen Stapel für Neuzugänge. Die fehlenden Punkte würde er nachtragen wenn er sie ergründet hatte. Er musterte kurz den neuen Steckbrief, hing ihn im Büro rauf und stapfte nachdenklich auf und ab. Die Blicke hin und wieder aus dem Fenster gerichtet. Zuweilen in nachdenklicher Betrachtung des Spinnerichs Rekrut Gerd, der sich mal wieder in sein Netz am Kronleuchter gewagt hat und in der Mitte auf Beute wartete. Er hatte mal wieder ein paar lästige insekten gefangen. "Gute Arbeit Rekrut!" meinte er mit einem sachten Schmunzeln. Es waren in der Tat immer die kleinen Dinge....

Ebenfalls der freie Tag mit Tarya, sie hatte ihn schon immens beruhigt, den Ernst des Lebens sozusagen versüsst und die Enttäuschungen gemindert, schon auf dem Lichtfest.... wo hatte er nochmal die Bücher die er gekauft hatte hingelegt? Fing das mit den Büchern schon so an wie mit den Pferden??? Vielleicht brauchte er auch einfach mal Urlaub. Gerade setzte er sich und schob einige Akten heran...da klopfte es. Er öffnete...

"Salam Alaikum, Ernst."

"Temora und Reich zur Ehr', Hazar aus dem Hause Bashir. Was kann ich für euch tun?"
Zuletzt geändert von Gast am Dienstag 4. März 2014, 17:08, insgesamt 1-mal geändert.
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