Absprachen und ihre Verbindlichkeit?

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Lairja Scherenbrueck
Beiträge: 12
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Absprachen und ihre Verbindlichkeit?

Beitrag von Lairja Scherenbrueck »

Fassunglos und ungläubig hatte Lairja Julias Erzählung gelauscht. Das konnte, nein das wollte sie gar nicht verstehn, was Julia da sagte. Ein Anschlag auf dem Marktplatz vom Kyteler Hof mit Angeboten.

Kopfschüttelnd sass sie am Tisch und starrte ihr Gegenüber an. Sie hatte zwar keinen eigenen Hof, war nur eine Magd, aber das verstand sie beim besten Willen nicht. Niemals wäre ihr eingefallen, sich nicht an das zu halten, was ihr vorgegeben war. Leanne hatte doch immer gesagt, das die Preise unter der Bauernschaft so abgesprochen sind. Das sich alle Bauern einig waren, damit keiner der Höfe einen Nachteil oder einen besonderen Vorteil hätte.

Nachdenklich stützte sie den Kopf in die Hände und es war ihr deutlich anzusehn, das sich die Gedanken in ihrem Kopf überschlugen.

Lairja erinnerte sich noch gut an den Tag, als sie hier auf der Insel ankam. Wie viele Höfe sie abgegangen war, nach einer Suche auf eine Anstellung. Auch an diesem Hof war sie vorbei gekommen. In Gedanken zog die junge Frau die Nase kraus. Dieser Hof und ein andrer lag neben einem verfallenen Gemäuer, in dem sich die Ratten tummelten, der Unrat haushoch türmte. Ob es wohl daran lag, das diese Bäuerin alles so weit unter Preis verkaufte? Dabei wirkten diese beiden kleinen Höfe, die so dicht an dieses herunter gekommene Gebäude angrenzten, doch eigentlich recht ordentlich. Welchen Grund konnte es denn dann haben, das diese Mia Kyteler so offensichtlich alle Absprachen unterlief? War es um ihren Hof dort oben so schlecht bestellt, dass sie zu solchen Massnahmen greifen musste? Wieso sprach diese Frau dann nicht mit den andren Bauern darüber? Es würde sich doch sicher eine Lösung finden lassen, mit etwas gutem Willen.

Immer noch verständnislos sah Lairja zu Julia hinüber. Sie würde Leanne fragen. Ja genau. Leanne würde sicher einen Rat wissen.
Leanne

Beitrag von Leanne »

Nachdem Lairja so ratlos zu ihr gekommen war, ihr berichtet hatte, von diesen Aushängen am Markt, zog Leanne nachdenklich die Stirn in Falten.
Gute Frage, was war zu tun? Und vor allem, was bewog diese Frau dazu, ihre Waren so zu verschleudern?
Die mühselige Aufzucht der Pferde, die stetige Arbeit auf dem Feld, niemand würde doch freiwillig die Früchte dieses harten Lebens fast verschenken.
Da war nur eins denkbar, diese Bäurin musste in tiefster Not stecken, nur aus schierer Verzweiflung machte jemand wohl so etwas.
Entschlossen wendete sie sich Lairja zu
"Weißt du was? Ich werde die Gute einmal aufsuchen, sie scheint wirklich kurz vor dem Hungertod zu stehn, ich muss ihr unsere Hilfe anbieten. Wir können doch nicht zu sehn, dass jemand aus schierer Not das einzige verschenkt, das er zu bieten hat. Ihr muss geholfen werden.
Ich mache mich gleich auf, am besten machst du mir einen Korb voller Lebensmittel fertig, damit wenigstens ihr Hunger gestillt wird."
Noch während sie das sagte, kleidete sie sich an, wobei ihr ein Gedanke durch den Kopf schoss.
Vielleicht sollte man Frau Kyteler ein Angebot für ihren Hof machen und ihr die Möglichkeit eröffnen als Magd ein lebenslanges Wohn und Kostrecht zu haben...
Julia Famrock

Beitrag von Julia Famrock »

Sie sah das Erstaunen in den Augen der Beiden. Sie verstand nicht wirklich viel von der Arbeit auf dem hof. Sie sah zumeist nur nebenbei, wie die beiden sich auf dem Feld oder bei den Tieren abmühten. Gelegentlich half sie bei der Ernte oder schlachtete eines der Tiere und sie beneidete beide nicht um diese Arbeit.
Aber gemacht werden musste diese Arbeit, unabhängig davon wie anstrengend sie war. Die Tiere mussten täglich betreut werden. Keinen einzigen Tag konnte man sie mal achtlos draussen stehen lassen, wenn einem nicht danach war oder es einem mal schlechter ging. Jeden Tag brauchten sie Futter, Pflege, mussten gemolken werden oder einfach nur mal ein Blick drauf geworfen werden, wie es um sie steht.

Beide sprachen, nachdem ihr erstes Entsetzen verflogen war wie arg es um diese Bäuerin stehen musste. Sie wollten etwas zusammenlegen und sie besuchen. Besuchen wäre vielleicht nicht das Schlechteste aber um ihr noch etwas zu bringen?

Vielleicht ging es der Bäuerin gar nicht so schlecht. Von ihrer Schwester her kannte sie das aus dem Schneiderhandwerk. Gelegentlich kam ein Schneider in die Stadt und verkaufte die Waren viel billiger als alle anderen, um eine schnelle Dukate zu machen.

Ja, ein Besuch wäre wirklich nicht das Dümmste. Aber vielleicht sollten sie nicht selber hin und lieber jemanden schicken. Aber wer würde sich dafür wohl anbieten. Jemand der klare Worte findet und ohne Scheu vor gewissen Aufgaben, mit der nötigen Entschlossenheit an die Sache herangeht.

Kurz ordnete sie die Gedanken in ihrem Kopf. Sollte sie mit der Idee wirklich an die Beiden herantreten? Sie waren beide vielleicht zu Herzensgut, um sich für ein solches Vorhaben aufgeschlossen zu zeigen. Andererseits, war es so verkehrt? Sie würde noch eine Nacht drüber schlafen, bevor sie weiter darüber nachdenken wollte.
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