Dienstpause
-
Tarya Erskine
Vaughain..... Auch übersetzbar mit "Arroganter Mistker"....
Eigentlich mochte ich ihn, aber manchmal......
Die unbaendige Freude über meine Verlobung hielt genau bis zum ersten Gespräch mit unserem geschätzten Oberst!
Eigentlich ärgerte ich mich nicht mal über die Tatsache, das er sich quer stellte.
Auch wenn es dazu keinen Grund gab, besser gesagt, er keine Handhabe hatte.
Ein einziger Satz aus dem Gewölle aus Worten hatte mich wirklich getroffen.
"Ihr gefährdet die Truppenmoral"
Ich war geneigt, ihm aus dem weg zu gehen, was sich jedoch als betreiberin eines Handelshauses als schwierig erwies.
Natürlich stand er auch schon bald im laden.
Nun, zugegeben, ich bin eine schlechte Schauspielerin.
Das was mich schlecht machte, war der Tatsache geschuldet, das man mir meine Stimmung im Gesicht ablesen konnte.
So natürlich auch dieses Mal.
Er bestellte, bekam die Waren, und ich war nicht gerade die freundlichkeit in Person.
Der Laden füllte sich, trotz der späten Stunde, und nach den anschliessenden Gespräch mit Arenvir, entschloss ich mich, in die Komandantur zu gehen, um das Gespräch zu suchen.
Ernst war mir aber zuvor gekommen.
Wir tauschten die Plätze - er aus dem Büro raus, ich rein - und es dauerte keine 5 Minuten, da veflog mein Ansinnen, mich zu entschuldigen.
Ja, es war klar.
Was er erwartete war mir jetzt bekannt.
Meine Worte, alles was mir so durch den Kopf geschossen kam, machte er mit einem Handwink zu nichte - selbst mein Rücktrittsgesuch!
In dem Moment saß er am längeren Hebel. Immerhin musste ich auch ..... Nein, wollte ich auch auf Ernst achten.
Er war geschaffen für den Dienst....ich nicht!
Nicht in der Form.
Gut, ich hatte mich nun lange, wirklich lange Zeit gesträubt.
Und jetzt hatte ich keine Wahl mehr.
Als mein erster ärger über das alles verflogen war, musste ich doch grinsen.
Mistkerl!
Und zurecht Oberst!
Eigentlich mochte ich ihn, aber manchmal......
Die unbaendige Freude über meine Verlobung hielt genau bis zum ersten Gespräch mit unserem geschätzten Oberst!
Eigentlich ärgerte ich mich nicht mal über die Tatsache, das er sich quer stellte.
Auch wenn es dazu keinen Grund gab, besser gesagt, er keine Handhabe hatte.
Ein einziger Satz aus dem Gewölle aus Worten hatte mich wirklich getroffen.
"Ihr gefährdet die Truppenmoral"
Ich war geneigt, ihm aus dem weg zu gehen, was sich jedoch als betreiberin eines Handelshauses als schwierig erwies.
Natürlich stand er auch schon bald im laden.
Nun, zugegeben, ich bin eine schlechte Schauspielerin.
Das was mich schlecht machte, war der Tatsache geschuldet, das man mir meine Stimmung im Gesicht ablesen konnte.
So natürlich auch dieses Mal.
Er bestellte, bekam die Waren, und ich war nicht gerade die freundlichkeit in Person.
Der Laden füllte sich, trotz der späten Stunde, und nach den anschliessenden Gespräch mit Arenvir, entschloss ich mich, in die Komandantur zu gehen, um das Gespräch zu suchen.
Ernst war mir aber zuvor gekommen.
Wir tauschten die Plätze - er aus dem Büro raus, ich rein - und es dauerte keine 5 Minuten, da veflog mein Ansinnen, mich zu entschuldigen.
Ja, es war klar.
Was er erwartete war mir jetzt bekannt.
Meine Worte, alles was mir so durch den Kopf geschossen kam, machte er mit einem Handwink zu nichte - selbst mein Rücktrittsgesuch!
In dem Moment saß er am längeren Hebel. Immerhin musste ich auch ..... Nein, wollte ich auch auf Ernst achten.
Er war geschaffen für den Dienst....ich nicht!
Nicht in der Form.
Gut, ich hatte mich nun lange, wirklich lange Zeit gesträubt.
Und jetzt hatte ich keine Wahl mehr.
Als mein erster ärger über das alles verflogen war, musste ich doch grinsen.
Mistkerl!
Und zurecht Oberst!
-
Tarya Erskine
Was tut man nicht alles für den Adel?
Das Fest war vorüber und nichts wünschte ich mir sehnlicher als einige Tage ruhe und Frieden.
Aber nein, der Kessel ruht nicht.
Die Vorbereitungen für das Fest hatten mich teilweise so sehr in Beschlag gehabt, das ich vieles andere nebenher liegen lies.
Die Aufgabe des Oberst inklusive.
Ich konnte mich nicht teilen, auch wenn genau das eigentlich so das ein oder andere Mal nötig gewesen wäre.
Eine Hälfte im Kessel die andere im Regiment, vielleicht hätte das funktioniert.
Aber gut, man soll nicht klagen, sondern das Beste aus einer Situation machen. Und wieder einmal bewiesen die Kessler, das sie, jeder einzelne von ihnen, die Menschen waren, die mich immer wieder beeindrucken konnten.
Das Nachtvolk war fast komplett ausgefallen, ohne eine Meldung, ohne wenigstens einen kurzen Absagebrief zu schreiben.
Traurig, wie wenig verlässlich manche waren.
Lhyam und Maire hatten noch versucht mit ihrem Bücher und Getränkestand etwas wett zu machen, aber einen Auftritt, den Bardenwettstreit mitsamt dessen Preis und noch 2 andere Stände konnten sie nicht aus dem Hut zaubern.
Es ging also so weiter, wie ich Karawyn kennen gelernt hatte. Selten anzutreffen und nicht ganz zuverlässig.
Der Kessel hatte alles dies übernommen.
Mehr Stände, den Bardenwettstreit mit Preis, selbst die Minnegesänge hatten wir in kurz Planung genommen.
Helisande, Talianna und ich hatten die Köpfe zusammen gesteckt und alsbald kamen einige Vorzeigbare Lieder heraus.
Da das ganze Fest nun aber so lang ging und ich am zweiten Tag keine Kraft mehr hatte, noch zu warten, fiel ich aus.
Nichts was die beiden nicht kompensieren konnten.
Ich hatte ja auch selber nichts von den anderen Ständen oder Attraktionen mitbekommen.
Wenn ich an einem anderen Stand war, dann an Tareks und das nur, weil ich Durst oder Hunger hatte.
Es hatte geklappt.
Wie viele kleine Absprachen zwischen der Hochedlen von Winterfels, Herzogin von Lichtenthal und mir nebenbei noch getroffen werden mussten, wieviel wir auffangen und kompensieren mussten, das bekamen die Besucher nicht mit.
Also war uns alles gelungen.
Genau so hatte es laufen müssen.
Mir schwante schon, dass das nicht das letzte Mal gewesen war, das die Herzogin unsere Unterstützung forderte.
Aber letztlich hieß das nur, das wir gut waren.
Eigentlich mehr als das. Wir waren verdammt gut. Kesselig eben.
Nein, nein, nicht ich als Person. Alle!
„Meine“ Kessler, ohne die ich die meisten Ideen nicht hätte umsetzen können und ohne die ich nicht mehr wäre, als eine einfache Schneiderin.
So verrückt meine Ideen waren, sie standen alle hinter mir. Und das tat so unendlich gut.
Manche waren sogar so verrückt und übertrafen meine Ideen.
Ich mochte das.
Wirklich!
Das wahre Gefühl von Stolz.
Ich war wahnsinnig müde, erschöpft.
Der Umzug des Kessels in unser neues, verdammt großes und nahezu dekadentes Gildengelände war noch das Sahnehäubchen des ganzen.
An allen Ecken und Enden fehlte noch etwas. Aber wir hatten es geschafft. Waren umgezogen, hatten unseren ganzen Kram herüber gebracht und bringen lassen.
Der Dank des Kessels galt natürlich auch den vielen kleinen Umzugshelfern.
Und jetzt?
An weite Wege muss man sich gewöhnen, aber es war einfach… einfach der Wahnsinn!
Das Fest war vorüber und nichts wünschte ich mir sehnlicher als einige Tage ruhe und Frieden.
Aber nein, der Kessel ruht nicht.
Die Vorbereitungen für das Fest hatten mich teilweise so sehr in Beschlag gehabt, das ich vieles andere nebenher liegen lies.
Die Aufgabe des Oberst inklusive.
Ich konnte mich nicht teilen, auch wenn genau das eigentlich so das ein oder andere Mal nötig gewesen wäre.
Eine Hälfte im Kessel die andere im Regiment, vielleicht hätte das funktioniert.
Aber gut, man soll nicht klagen, sondern das Beste aus einer Situation machen. Und wieder einmal bewiesen die Kessler, das sie, jeder einzelne von ihnen, die Menschen waren, die mich immer wieder beeindrucken konnten.
Das Nachtvolk war fast komplett ausgefallen, ohne eine Meldung, ohne wenigstens einen kurzen Absagebrief zu schreiben.
Traurig, wie wenig verlässlich manche waren.
Lhyam und Maire hatten noch versucht mit ihrem Bücher und Getränkestand etwas wett zu machen, aber einen Auftritt, den Bardenwettstreit mitsamt dessen Preis und noch 2 andere Stände konnten sie nicht aus dem Hut zaubern.
Es ging also so weiter, wie ich Karawyn kennen gelernt hatte. Selten anzutreffen und nicht ganz zuverlässig.
Der Kessel hatte alles dies übernommen.
Mehr Stände, den Bardenwettstreit mit Preis, selbst die Minnegesänge hatten wir in kurz Planung genommen.
Helisande, Talianna und ich hatten die Köpfe zusammen gesteckt und alsbald kamen einige Vorzeigbare Lieder heraus.
Da das ganze Fest nun aber so lang ging und ich am zweiten Tag keine Kraft mehr hatte, noch zu warten, fiel ich aus.
Nichts was die beiden nicht kompensieren konnten.
Ich hatte ja auch selber nichts von den anderen Ständen oder Attraktionen mitbekommen.
Wenn ich an einem anderen Stand war, dann an Tareks und das nur, weil ich Durst oder Hunger hatte.
Es hatte geklappt.
Wie viele kleine Absprachen zwischen der Hochedlen von Winterfels, Herzogin von Lichtenthal und mir nebenbei noch getroffen werden mussten, wieviel wir auffangen und kompensieren mussten, das bekamen die Besucher nicht mit.
Also war uns alles gelungen.
Genau so hatte es laufen müssen.
Mir schwante schon, dass das nicht das letzte Mal gewesen war, das die Herzogin unsere Unterstützung forderte.
Aber letztlich hieß das nur, das wir gut waren.
Eigentlich mehr als das. Wir waren verdammt gut. Kesselig eben.
Nein, nein, nicht ich als Person. Alle!
„Meine“ Kessler, ohne die ich die meisten Ideen nicht hätte umsetzen können und ohne die ich nicht mehr wäre, als eine einfache Schneiderin.
So verrückt meine Ideen waren, sie standen alle hinter mir. Und das tat so unendlich gut.
Manche waren sogar so verrückt und übertrafen meine Ideen.
Ich mochte das.
Wirklich!
Das wahre Gefühl von Stolz.
Ich war wahnsinnig müde, erschöpft.
Der Umzug des Kessels in unser neues, verdammt großes und nahezu dekadentes Gildengelände war noch das Sahnehäubchen des ganzen.
An allen Ecken und Enden fehlte noch etwas. Aber wir hatten es geschafft. Waren umgezogen, hatten unseren ganzen Kram herüber gebracht und bringen lassen.
Der Dank des Kessels galt natürlich auch den vielen kleinen Umzugshelfern.
Und jetzt?
An weite Wege muss man sich gewöhnen, aber es war einfach… einfach der Wahnsinn!
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Als sie erwachte, pochte unabdingbar der Kopfschmerz.
Ein flaues Gefühl im Magen, gepaart mit einem nicht zu verachtenden Brechreiz.
„Puh, ist das warm“, murmelte das kleine Schneidertier und sah sich im Raum um.
Berchgard… Eindeutig.
Ernst schlief noch den Schlaf der Betr….. Gerechten.
Vorsichtig wand sie sich aus der Umarmung und vor allem aus der Decke.
Immer diese Einweihungsfeiern.
Gemächlich und mit schweren Gliedern erhob sie sich, den ersten Schwindel und die Welle der Übelkeit bekämpfend, und wankte ins Bad.
Wasser…. Erfrischung….
Kaum war der Gedanke gefasst, stieg sie schon in das kühle Nass und tauchte einmal unter.
Einige Herzschläge lang – oder besser gesagt, bis der Atem ausging, blieb sie unter der Wasseroberfläche. Beim auftauchen strich sie sich die Haare aus dem Gesicht und fühlte sich schon wesentlich wohler.
Früher war alles einfacher gewesen…
Sie hatte bei Alkohol einfach dankend „Nein“ gesagt und hatte den anderen beim trinken zugesehen.
Dieser Punsch…
Warum musste Tarek immer so leckeres, süßes Zeug machen, das einen dann letztlich doch aus den Schuhen haute?
Gruselig sowas.
Und sie hatte sich schon vom Nusslikör fern gehalten. Ihr erster Absturz auf Sam’s Einweihungsfeier…
Jetzt huschte doch ein kurzes grinsen über die Züge des Schneidertiers.
Sam’s Einweihungsfeier.
Das waren Erinnerungen…
Waren es zwei oder drei Stunden bis nach Hause gewesen?
Keine Ahnung, es war jedenfalls ein toller Abend.
Genau wie der gestrige.
Die Einweihungsfeiern im Kessel waren immer ein rauschendes Fest. Und zeigte immer wieder, wie gut sie alle Harmonierten.
Sie lehnte sich nach hinten an den Beckenrand und lies die Beine im Wasser baumeln.
Langsam wurde der Kopf wieder klarer, aber an Frühstück war nicht zu denken. Selbst der Gedanke an was zu Essen sorgte für eine neue aufkeimende Übelkeit.
Sagt man nicht, man soll mit dem wieder anfangen, mit dem man aufgehört hat?
Wäh!
‚Was hab ich überhaupt als letztes getrunken?‘ Kurz schlitzte sie die Augen und dachte über den vergangenen Abend und ihr trinkverhalten nach.
Met… Das letzte war Met gewesen.
Wieder was süßes, klebriges.
„Moah, Tarek“, grummelte sie.
Dann kam ein Gedanke.. flüchtig und irgendwie verschwommen.
„Scheisse!“
Die letzte Aufgabe…
Später am Nachmittag wird man im Kessel ein seltsames Bild sehen.
Die zwei friedlich grasdenden Schafe, ungeschoren und fluffig-wollig, wie es sich für gute Schafe so gehört.
Es wäre alles so normal wären sie nicht…..
Ja, wäre das eine Schaf nicht in einem tuffigen hellblau gefärbt mit den Initialen K.N. in schwarzer Farbe auf dem Rücken und das andere in einem Matschbraun mit den Initialen H.S. präpariert.
Was sich derjenige wohl dabei gedacht hatte?
Die armen Schafe.. Wenn Schafe denken könnten, würden sie sich schämen, so herum laufen zu müssen.
Die Schneiderin wird man allerdings an dem Tag kaum im Kessel sehen.
Jedoch liegen etliche Utensilien zum Schafe färben noch in chaotischer Unordnung herum.
Ein flaues Gefühl im Magen, gepaart mit einem nicht zu verachtenden Brechreiz.
„Puh, ist das warm“, murmelte das kleine Schneidertier und sah sich im Raum um.
Berchgard… Eindeutig.
Ernst schlief noch den Schlaf der Betr….. Gerechten.
Vorsichtig wand sie sich aus der Umarmung und vor allem aus der Decke.
Immer diese Einweihungsfeiern.
Gemächlich und mit schweren Gliedern erhob sie sich, den ersten Schwindel und die Welle der Übelkeit bekämpfend, und wankte ins Bad.
Wasser…. Erfrischung….
Kaum war der Gedanke gefasst, stieg sie schon in das kühle Nass und tauchte einmal unter.
Einige Herzschläge lang – oder besser gesagt, bis der Atem ausging, blieb sie unter der Wasseroberfläche. Beim auftauchen strich sie sich die Haare aus dem Gesicht und fühlte sich schon wesentlich wohler.
Früher war alles einfacher gewesen…
Sie hatte bei Alkohol einfach dankend „Nein“ gesagt und hatte den anderen beim trinken zugesehen.
Dieser Punsch…
Warum musste Tarek immer so leckeres, süßes Zeug machen, das einen dann letztlich doch aus den Schuhen haute?
Gruselig sowas.
Und sie hatte sich schon vom Nusslikör fern gehalten. Ihr erster Absturz auf Sam’s Einweihungsfeier…
Jetzt huschte doch ein kurzes grinsen über die Züge des Schneidertiers.
Sam’s Einweihungsfeier.
Das waren Erinnerungen…
Waren es zwei oder drei Stunden bis nach Hause gewesen?
Keine Ahnung, es war jedenfalls ein toller Abend.
Genau wie der gestrige.
Die Einweihungsfeiern im Kessel waren immer ein rauschendes Fest. Und zeigte immer wieder, wie gut sie alle Harmonierten.
Sie lehnte sich nach hinten an den Beckenrand und lies die Beine im Wasser baumeln.
Langsam wurde der Kopf wieder klarer, aber an Frühstück war nicht zu denken. Selbst der Gedanke an was zu Essen sorgte für eine neue aufkeimende Übelkeit.
Sagt man nicht, man soll mit dem wieder anfangen, mit dem man aufgehört hat?
Wäh!
‚Was hab ich überhaupt als letztes getrunken?‘ Kurz schlitzte sie die Augen und dachte über den vergangenen Abend und ihr trinkverhalten nach.
Met… Das letzte war Met gewesen.
Wieder was süßes, klebriges.
„Moah, Tarek“, grummelte sie.
Dann kam ein Gedanke.. flüchtig und irgendwie verschwommen.
„Scheisse!“
Die letzte Aufgabe…
Später am Nachmittag wird man im Kessel ein seltsames Bild sehen.
Die zwei friedlich grasdenden Schafe, ungeschoren und fluffig-wollig, wie es sich für gute Schafe so gehört.
Es wäre alles so normal wären sie nicht…..
Ja, wäre das eine Schaf nicht in einem tuffigen hellblau gefärbt mit den Initialen K.N. in schwarzer Farbe auf dem Rücken und das andere in einem Matschbraun mit den Initialen H.S. präpariert.
Was sich derjenige wohl dabei gedacht hatte?
Die armen Schafe.. Wenn Schafe denken könnten, würden sie sich schämen, so herum laufen zu müssen.
Die Schneiderin wird man allerdings an dem Tag kaum im Kessel sehen.
Jedoch liegen etliche Utensilien zum Schafe färben noch in chaotischer Unordnung herum.
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Was ist der Sinn des Lebens?
Eine Frage, die sie sich schon oft gestellt hatte.
Eine Frage, deren Beantwortung nahezu unmöglich war. Die kleine Schneiderin.
Klein… Körperlich, aber auch von ihrer Stellung her.
Wobei, letztlich gesehen, als anerkannte, gut gestellte Meisterschneiderin, als Gardistin des Lichtenthaler Regimentes, als zukünftige Ehefrau des Korporal Eichengrundes…
So schlecht gestellt war sie gar nicht.
Was bin ich?
Kesselmami…
Mädchen für alles…
Gardistin…
Schneiderin…
Händlerin…
Ratsmitglied…
Wer bin ich?
Einfach ich…
Was war ich?
Schüchtern, zurückhaltend und vor allem ängstlich.
Ich bringe mich mit einer Waffe eher selber um, als anderen zu schaden.
Ja, ich habe mit Ernst und den anderen schon Drachen gejagt. Aber nicht ich war diejenige, die irgendwas ausrichten konnte.
Nicht ich war diejenige, welche ihre Lieben schützen konnte.
Liebe… Ja, Liebe.
Ich bin heute anders. Ich setze mich für das, was mir wichtig ist, ein. Nichts destotrotz stellen sich alle vor mich. Der Grund ist einfach. Sie wissen, dass ich mich nicht selber verteidigen kann.
Sie wissen, dass sie sich Sorgen müssen.
Alle meine Lieben.
Meine Freunde, meine Regimentskollegen, die Kessler… allen voran mein Mann.
Wo will ich hin?
Das ist die große Frage, die sich irgendwann jeder Mensch stellen muss.
Eine Frage, die ich mir schon oft gestellt habe.
Ich lebe mein Leben, Arbeite, Liebe, Glaube.
Aber wo sehe ich mich in 10 Jahren? Wahrscheinlich bin ich noch immer da, wo ich jetzt bin.
Vielleicht noch mit einigen Kindern, ein paar grauen Haaren, und einem Mann an meiner Seite, der ebenso langsam grau wird.
Wo finde ich meine Veränderung?
Opferbereitschaft…
Mitgefühl….
Tapferkeit…
Demut…
Ehre…
Geistigkeit…
Gerechtigkeit…
Wie sagte Ernst einmal?
Nicht alle Tugenden sind gleich ausgeprägt.
Die größten der Tugenden, die ihr inne wohnten war die Opferbereitschaft und das Mitgefühl.
Die wohl am wenigsten vorhandene Tugend im Herzen der Schneiderin war die Tapferkeit.
Tapfer war sie nicht.
Sie hatte Angst, sie kannte ihre Angst.
Rückblick:
Nym…
Der größte Albtraum der jungen Schneiderin.
Ein, anfangs so netter Mann, ein paar schöne Worte, schöne Augen.
Doch was verbarg sich dahinter?
Eine Fratze. Ein Monster.
Zum heutigen Zeitpunkt zurückblickend, musste sie doch schmunzeln, auch wenn diese Eigenart, sich über den ehemals verletzten Finger zu reiben, immer noch geblieben war.
Er hatte sie erpresst, gedemütigt, geschlagen, verletzt, gezwungen….wollte sie als Hure verkaufen.
Und sie hatte es ertragen, um ihre Liebsten zu schützen.
Auch wenn ihre Liebsten sich hätten besser zur Wehr setzen können, als sie selber.
Als sie drohte, sich zu wehren, hatte er ihren kleinen Finger in kochendes Wasser getaucht. Die Verbrennungen wären heute noch sichtbarer, wenn Kersti nicht so fort gehandelt, und ihren Finger behandelt hätte.
Das war die Zeit der ersten großen Veränderung im Leben der Schneiderin.
Nachdem Nym von der Bildfläche verschwunden war, hatte sie sich an Lilian gewendet, hatte Angsterfüllt um Hilfe gebeten. Und sie hatte als damalige OLT direkt reagiert, so hatte ab da, ein Wachmann seinen Posten vor dem Kessel.
Und sie war dem Regiment beigetreten. Eine Wahnwitzige Idee, und sie wollte auch nie über den Rang einer Rekrutin hinweg kommen, aber alleine den Ring zu haben, alleine, ein Teil einer Gemeinschaft zu sein hatte ihr geholfen Schmerz und Angst zu vergessen.
Die Gemeinschaft, das Gefühl der Sicherheit und ihr Glaube.
Damals hatte sie erst wirklich begriffen, was die Diakonin damals gesagt hatte.
Der Gruß wurde zu mehr als nur der Floskel „Temoras Segen“….
Sie konnte sich wieder fangen, fast Angstfrei leben.
Auch wenn sie lange Zeit, nichts vom anderen Geschlecht wissen wollte, hatte sich mit Händen und Füssen gegen alles gewehrt, was dem üblichen Geschäft überstieg.
Eine Frage, die sie sich schon oft gestellt hatte.
Eine Frage, deren Beantwortung nahezu unmöglich war. Die kleine Schneiderin.
Klein… Körperlich, aber auch von ihrer Stellung her.
Wobei, letztlich gesehen, als anerkannte, gut gestellte Meisterschneiderin, als Gardistin des Lichtenthaler Regimentes, als zukünftige Ehefrau des Korporal Eichengrundes…
So schlecht gestellt war sie gar nicht.
Was bin ich?
Kesselmami…
Mädchen für alles…
Gardistin…
Schneiderin…
Händlerin…
Ratsmitglied…
Wer bin ich?
Einfach ich…
Was war ich?
Schüchtern, zurückhaltend und vor allem ängstlich.
Ich bringe mich mit einer Waffe eher selber um, als anderen zu schaden.
Ja, ich habe mit Ernst und den anderen schon Drachen gejagt. Aber nicht ich war diejenige, die irgendwas ausrichten konnte.
Nicht ich war diejenige, welche ihre Lieben schützen konnte.
Liebe… Ja, Liebe.
Ich bin heute anders. Ich setze mich für das, was mir wichtig ist, ein. Nichts destotrotz stellen sich alle vor mich. Der Grund ist einfach. Sie wissen, dass ich mich nicht selber verteidigen kann.
Sie wissen, dass sie sich Sorgen müssen.
Alle meine Lieben.
Meine Freunde, meine Regimentskollegen, die Kessler… allen voran mein Mann.
Wo will ich hin?
Das ist die große Frage, die sich irgendwann jeder Mensch stellen muss.
Eine Frage, die ich mir schon oft gestellt habe.
Ich lebe mein Leben, Arbeite, Liebe, Glaube.
Aber wo sehe ich mich in 10 Jahren? Wahrscheinlich bin ich noch immer da, wo ich jetzt bin.
Vielleicht noch mit einigen Kindern, ein paar grauen Haaren, und einem Mann an meiner Seite, der ebenso langsam grau wird.
Wo finde ich meine Veränderung?
Opferbereitschaft…
Mitgefühl….
Tapferkeit…
Demut…
Ehre…
Geistigkeit…
Gerechtigkeit…
Wie sagte Ernst einmal?
Nicht alle Tugenden sind gleich ausgeprägt.
Die größten der Tugenden, die ihr inne wohnten war die Opferbereitschaft und das Mitgefühl.
Die wohl am wenigsten vorhandene Tugend im Herzen der Schneiderin war die Tapferkeit.
Tapfer war sie nicht.
Sie hatte Angst, sie kannte ihre Angst.
Rückblick:
Nym…
Der größte Albtraum der jungen Schneiderin.
Ein, anfangs so netter Mann, ein paar schöne Worte, schöne Augen.
Doch was verbarg sich dahinter?
Eine Fratze. Ein Monster.
Zum heutigen Zeitpunkt zurückblickend, musste sie doch schmunzeln, auch wenn diese Eigenart, sich über den ehemals verletzten Finger zu reiben, immer noch geblieben war.
Er hatte sie erpresst, gedemütigt, geschlagen, verletzt, gezwungen….wollte sie als Hure verkaufen.
Und sie hatte es ertragen, um ihre Liebsten zu schützen.
Auch wenn ihre Liebsten sich hätten besser zur Wehr setzen können, als sie selber.
Als sie drohte, sich zu wehren, hatte er ihren kleinen Finger in kochendes Wasser getaucht. Die Verbrennungen wären heute noch sichtbarer, wenn Kersti nicht so fort gehandelt, und ihren Finger behandelt hätte.
Das war die Zeit der ersten großen Veränderung im Leben der Schneiderin.
Nachdem Nym von der Bildfläche verschwunden war, hatte sie sich an Lilian gewendet, hatte Angsterfüllt um Hilfe gebeten. Und sie hatte als damalige OLT direkt reagiert, so hatte ab da, ein Wachmann seinen Posten vor dem Kessel.
Und sie war dem Regiment beigetreten. Eine Wahnwitzige Idee, und sie wollte auch nie über den Rang einer Rekrutin hinweg kommen, aber alleine den Ring zu haben, alleine, ein Teil einer Gemeinschaft zu sein hatte ihr geholfen Schmerz und Angst zu vergessen.
Die Gemeinschaft, das Gefühl der Sicherheit und ihr Glaube.
Damals hatte sie erst wirklich begriffen, was die Diakonin damals gesagt hatte.
Der Gruß wurde zu mehr als nur der Floskel „Temoras Segen“….
Sie konnte sich wieder fangen, fast Angstfrei leben.
Auch wenn sie lange Zeit, nichts vom anderen Geschlecht wissen wollte, hatte sich mit Händen und Füssen gegen alles gewehrt, was dem üblichen Geschäft überstieg.
Zuletzt geändert von Tarya Erskine am Samstag 14. Juni 2014, 15:39, insgesamt 1-mal geändert.
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Gegenwart:
Heute Blicke ich auf eine Zeit zurück, die mich in allem hat größer werden lassen.
Alle unerwarteten Wendungen und Irrungen meines Lebens habe ich irgendwie gemeistert, jede Hürde, jeden Stein bisher erklommen oder aus dem Weg geräumt.
Alleine war ich nie. Ich hatte immer und habe immer noch, liebe Menschen um mich, die ich wirklich sehr ins Herz geschlossen habe.
Und gerade jetzt ist es wieder soweit.
Einstehen für die anderen, einstehen für die Menschen die man Liebt und für die Stadt in der man Lebt.
Die Käferplage…
Adoran zerstört…
Das Lager, direkt neben dem Kessel, und wir alle mitten drin.
Die Häuser waren nur noch ein Haufen Steine, die wild aufeinander lagen, ein einziger Trümmerhaufen.
Es würde, sobald die Stadt sicher ist, darum gehen, alles wieder auf zu bauen.
Und mitten in diesem Chaos tauchte sie wieder auf.
Nicora. Das kleine Mädchen, das Elias und ich damals aufgenommen hatten. Offiziell er als Adeliger und ich als Angestellte, wir sorgten uns um die kleine und es fühlte sich ein wenig wie eine kleine, glückliche Familie an.
Heute, auch wenn sich alles, mein gesamtes Leben geändert hatte, kam sie wieder in mein Leben.
Sie hatte ihren Vater wieder gefunden, und jetzt waren alle in ihrer Heimat krank.
Ihr Vater hatte sie aufs Schiff gebracht und gesagt, sie solle „Hochboren“ und mich suchen, damit sie sicher wäre.
Ja, sicher war sie jetzt. Sie hatte Zuflucht im Kessel gefunden und ich war froh, dass es so war.
Nichtsdestotrotz habe ich als erstes Kersti rufen lassen, damit sie die kleine untersucht.
Ich hatte dem ganzen zu geguckt, die kleine beruhigt, und Kersti auf die Hände geschaut.
Sie machte das richtig gut.
Ein wenig beneidete ich sie darum. Und mit einem kurzen schmunzeln musste ich an Mariella denken und an –die- wichtige Frage des Bürgergespräches denken.
„Wir befinden uns im Krieg mit dem rahalischen Reich. Was könnt ihr dazu beisteuern?“
Hatte die Gräfin (damals noch Gräfin, später Herzogin), gefragt.
Und meine Antwort?
Ich könne Verbände zur Verfügung stellen und mich mit um die Verwundeten kümmern, kochen und den Heilern zur Hand gehen.
Als kleine, damals völlig unbekannte und unwichtige Schneiderin, und sie hatte diese Antwort akzeptiert.
Wenn es nicht jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, eine Veränderung in die Wege zu leiten, wann dann?
Wer wusste schon, wie lange Nicora dieses Mal bei mir bleiben würde?
Wer wusste schon, wie mein Leben weiter gehen würde (außer Temora selbst)?
Ich ließ einige Tage vergehen.
Was alle meine Freunde wunderte war, dass ich ruhiger wurde. In mich gekehrter.
Ich wollte nicht alle meine Gedanken direkt heraus rufen. Aber letztlich blieb mir nichts anderes Übrig, als mit jemandem darüber zu sprechen.
Ich passte einen ruhigen Moment ab, und wandte mich an Lethalon.
„Lethalon, wäre es nicht irgendwie möglich, das du mir ein paar Dinge beibringst? Etwas.. für den Hausgebrauch, etwas, damit ich besser helfen kann?“
Der Elf sah mich einige Momente ruhig und durchdringend an.
Elfen waren manchmal schon seltsame Wesen, aber ich hatte mich an seine Anwesenheit und an seine… Weisheiten gewöhnt.
Er erklärte mir, dass es gar nicht so einfach sei.
Ja, er könne mir einiges zeigen, immerhin läge es in der Natur der Elben, den unwissenden Menschen, Dinge beizubringen, die sie ohne das Wissen des alten Volkes nicht hätten.
Ich lies die Meinung so stehen und gab mich gelehrig.
Kleinere Erkältungssalben, wer kannte das nicht? Man saß ein wenig im Durchzug und am nächsten Tag hatte man Halsschmerzen und eine verstopfte Nase.
Also fingen wir bei den einfachen, Grundzügen der Salbenherstellung an.
Kräuterkunde...
Was bewirkt welches Kraut, wofür kann man Ginseng alles nutzen?
Wie kann man ihn nutzen?
Wie entfaltet er seine Wirkung am besten?
Ich musste zwischendurch an Kersti denken. Sie hatte meinen Finger mit einem Sud aus Ginseng abgetupft und dann verbunden.
Die Anfänge schienen noch recht einfach zu sein.
Kräuter zum trocken aufhängen, Kopfüber, an einem warmen, trockenen Ort.
Welche Kräuter konnte man trocken, welche kochte man besser zu einem Sud aus und welche konnte man zum Beispiel einlegen?
Lethalon tat mir nicht den Gefallen und erklärte kurz und knapp.
Nein im Gegenteil.
Er war ausschweifend, Detailgetreu, und sehr bedacht darauf, mir alles wirklich gut zu erklären.
Einerseits war ich ihm durchaus dankbar, auf der anderen Seite war es schwer für mich, dauerhaft Aufmerksam zu sein.
Ich schrieb fleißig mit, machte Notizen und suchte in den verschiedensten Büchern nach neuen Informationen, zwischendurch, wenn wir nicht gerade eine unserer Unterrichtsstunden hatten.
Eines Abends tappste ich Barfuß durch den Kessel. Der Weg führte mich von dem Improvisierten Lager im Obergeschoß hinab in den Alchemiebereich. Lethalons gut gehütetes Kämmerlein.
Mein Blick schwenkte zur Seite, huschte über die Schneiderecke, die kaum mehr so aussah, als würde ich drin arbeiten.
Kaleya hatte das Ruder übernommen. Es war gut so, sie war talentiert und gut. Sie hatte sich vom frechen Lehrling zur gestandenen Meisterin gemausert und hatte die Rolle der Kesselschneiderin übernommen.
Ich hatte diese Stellung schon länger nicht mehr inne.
Etwas, das mir gerade in diesem Moment erst bewusst wurde.
Ich hätte gedacht, dass diese Erkenntnis mir einen Stich versetzen würde.
Mich hätte wehmütig werden lassen, oder in mir den Drang auslösen würde, mich wieder daran zu machen, meine alte Position einzunehmen.
Aber nichts dergleichen war der Fall.
Ich lächelte, nicht, das dies bewusst geschah, aber es lies sich nicht abstellen.
Kaleya war eine gute Frau. Eigen, mit Macken, Ecken und Kanten, aber genau das war es, was ich mochte.
Und sie war voll im Kessel integriert.
Die Gemeinschaft würde nicht leiden, nicht, weil ich nicht da war oder mich mit anderem beschäftigte.
Im Gegenteil. Kaleya war da, und damit war alles gut.
Und ich war körperlich und geistig anwesend, auch wenn meine Hände mehr Erde, Kräuter, Öle, Bücher und Kohlestifte berührt hatten in der letzten Zeit, als Stoffe.
Kesselmami…
Das war ich. Und das blieb ich auch. Auch wenn sich mein Interesse verändert hatte.
Salbe gegen Rückenschmerzen…. Schafsfett, scharfer Pfeffer, Zimtrinden…
Ich schlenderte weiter, setzte mich an den Alchemietisch und begann zu schreiben.
Schafsfett vorsichtig im Topf erwärmen.
Pfeffer und Zimtrinde mörsern und zerstoßen in das warme Fett geben. Das ganze eine halbe Stunde warm halten, nicht kochen!
Dann abkühlen lassen und über Nacht stehen lassen.
Am nächsten Tag die Mischung erneut erwärmen und durch ein dünnes Baumwolltuch filtern. Erkalten lassen und dann ist die Salbe fertig.
Haltbarkeit ungefähr einen halben Jahreslauf.
Heute Blicke ich auf eine Zeit zurück, die mich in allem hat größer werden lassen.
Alle unerwarteten Wendungen und Irrungen meines Lebens habe ich irgendwie gemeistert, jede Hürde, jeden Stein bisher erklommen oder aus dem Weg geräumt.
Alleine war ich nie. Ich hatte immer und habe immer noch, liebe Menschen um mich, die ich wirklich sehr ins Herz geschlossen habe.
Und gerade jetzt ist es wieder soweit.
Einstehen für die anderen, einstehen für die Menschen die man Liebt und für die Stadt in der man Lebt.
Die Käferplage…
Adoran zerstört…
Das Lager, direkt neben dem Kessel, und wir alle mitten drin.
Die Häuser waren nur noch ein Haufen Steine, die wild aufeinander lagen, ein einziger Trümmerhaufen.
Es würde, sobald die Stadt sicher ist, darum gehen, alles wieder auf zu bauen.
Und mitten in diesem Chaos tauchte sie wieder auf.
Nicora. Das kleine Mädchen, das Elias und ich damals aufgenommen hatten. Offiziell er als Adeliger und ich als Angestellte, wir sorgten uns um die kleine und es fühlte sich ein wenig wie eine kleine, glückliche Familie an.
Heute, auch wenn sich alles, mein gesamtes Leben geändert hatte, kam sie wieder in mein Leben.
Sie hatte ihren Vater wieder gefunden, und jetzt waren alle in ihrer Heimat krank.
Ihr Vater hatte sie aufs Schiff gebracht und gesagt, sie solle „Hochboren“ und mich suchen, damit sie sicher wäre.
Ja, sicher war sie jetzt. Sie hatte Zuflucht im Kessel gefunden und ich war froh, dass es so war.
Nichtsdestotrotz habe ich als erstes Kersti rufen lassen, damit sie die kleine untersucht.
Ich hatte dem ganzen zu geguckt, die kleine beruhigt, und Kersti auf die Hände geschaut.
Sie machte das richtig gut.
Ein wenig beneidete ich sie darum. Und mit einem kurzen schmunzeln musste ich an Mariella denken und an –die- wichtige Frage des Bürgergespräches denken.
„Wir befinden uns im Krieg mit dem rahalischen Reich. Was könnt ihr dazu beisteuern?“
Hatte die Gräfin (damals noch Gräfin, später Herzogin), gefragt.
Und meine Antwort?
Ich könne Verbände zur Verfügung stellen und mich mit um die Verwundeten kümmern, kochen und den Heilern zur Hand gehen.
Als kleine, damals völlig unbekannte und unwichtige Schneiderin, und sie hatte diese Antwort akzeptiert.
Wenn es nicht jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, eine Veränderung in die Wege zu leiten, wann dann?
Wer wusste schon, wie lange Nicora dieses Mal bei mir bleiben würde?
Wer wusste schon, wie mein Leben weiter gehen würde (außer Temora selbst)?
Ich ließ einige Tage vergehen.
Was alle meine Freunde wunderte war, dass ich ruhiger wurde. In mich gekehrter.
Ich wollte nicht alle meine Gedanken direkt heraus rufen. Aber letztlich blieb mir nichts anderes Übrig, als mit jemandem darüber zu sprechen.
Ich passte einen ruhigen Moment ab, und wandte mich an Lethalon.
„Lethalon, wäre es nicht irgendwie möglich, das du mir ein paar Dinge beibringst? Etwas.. für den Hausgebrauch, etwas, damit ich besser helfen kann?“
Der Elf sah mich einige Momente ruhig und durchdringend an.
Elfen waren manchmal schon seltsame Wesen, aber ich hatte mich an seine Anwesenheit und an seine… Weisheiten gewöhnt.
Er erklärte mir, dass es gar nicht so einfach sei.
Ja, er könne mir einiges zeigen, immerhin läge es in der Natur der Elben, den unwissenden Menschen, Dinge beizubringen, die sie ohne das Wissen des alten Volkes nicht hätten.
Ich lies die Meinung so stehen und gab mich gelehrig.
Kleinere Erkältungssalben, wer kannte das nicht? Man saß ein wenig im Durchzug und am nächsten Tag hatte man Halsschmerzen und eine verstopfte Nase.
Also fingen wir bei den einfachen, Grundzügen der Salbenherstellung an.
Kräuterkunde...
Was bewirkt welches Kraut, wofür kann man Ginseng alles nutzen?
Wie kann man ihn nutzen?
Wie entfaltet er seine Wirkung am besten?
Ich musste zwischendurch an Kersti denken. Sie hatte meinen Finger mit einem Sud aus Ginseng abgetupft und dann verbunden.
Die Anfänge schienen noch recht einfach zu sein.
Kräuter zum trocken aufhängen, Kopfüber, an einem warmen, trockenen Ort.
Welche Kräuter konnte man trocken, welche kochte man besser zu einem Sud aus und welche konnte man zum Beispiel einlegen?
Lethalon tat mir nicht den Gefallen und erklärte kurz und knapp.
Nein im Gegenteil.
Er war ausschweifend, Detailgetreu, und sehr bedacht darauf, mir alles wirklich gut zu erklären.
Einerseits war ich ihm durchaus dankbar, auf der anderen Seite war es schwer für mich, dauerhaft Aufmerksam zu sein.
Ich schrieb fleißig mit, machte Notizen und suchte in den verschiedensten Büchern nach neuen Informationen, zwischendurch, wenn wir nicht gerade eine unserer Unterrichtsstunden hatten.
Eines Abends tappste ich Barfuß durch den Kessel. Der Weg führte mich von dem Improvisierten Lager im Obergeschoß hinab in den Alchemiebereich. Lethalons gut gehütetes Kämmerlein.
Mein Blick schwenkte zur Seite, huschte über die Schneiderecke, die kaum mehr so aussah, als würde ich drin arbeiten.
Kaleya hatte das Ruder übernommen. Es war gut so, sie war talentiert und gut. Sie hatte sich vom frechen Lehrling zur gestandenen Meisterin gemausert und hatte die Rolle der Kesselschneiderin übernommen.
Ich hatte diese Stellung schon länger nicht mehr inne.
Etwas, das mir gerade in diesem Moment erst bewusst wurde.
Ich hätte gedacht, dass diese Erkenntnis mir einen Stich versetzen würde.
Mich hätte wehmütig werden lassen, oder in mir den Drang auslösen würde, mich wieder daran zu machen, meine alte Position einzunehmen.
Aber nichts dergleichen war der Fall.
Ich lächelte, nicht, das dies bewusst geschah, aber es lies sich nicht abstellen.
Kaleya war eine gute Frau. Eigen, mit Macken, Ecken und Kanten, aber genau das war es, was ich mochte.
Und sie war voll im Kessel integriert.
Die Gemeinschaft würde nicht leiden, nicht, weil ich nicht da war oder mich mit anderem beschäftigte.
Im Gegenteil. Kaleya war da, und damit war alles gut.
Und ich war körperlich und geistig anwesend, auch wenn meine Hände mehr Erde, Kräuter, Öle, Bücher und Kohlestifte berührt hatten in der letzten Zeit, als Stoffe.
Kesselmami…
Das war ich. Und das blieb ich auch. Auch wenn sich mein Interesse verändert hatte.
Salbe gegen Rückenschmerzen…. Schafsfett, scharfer Pfeffer, Zimtrinden…
Ich schlenderte weiter, setzte mich an den Alchemietisch und begann zu schreiben.
Schafsfett vorsichtig im Topf erwärmen.
Pfeffer und Zimtrinde mörsern und zerstoßen in das warme Fett geben. Das ganze eine halbe Stunde warm halten, nicht kochen!
Dann abkühlen lassen und über Nacht stehen lassen.
Am nächsten Tag die Mischung erneut erwärmen und durch ein dünnes Baumwolltuch filtern. Erkalten lassen und dann ist die Salbe fertig.
Haltbarkeit ungefähr einen halben Jahreslauf.
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Neue Forschungen ‚Der menschliche Körper‘ –
oder auch: Wie gehe ich meinen Kameraden am sinnvollsten auf den Kecks?
oder auch: Wie gehe ich meinen Kameraden am sinnvollsten auf den Kecks?
Episode I ~~ Der verunfallte Rittersmann
Als Fjalon von seinem verunfallten…. Oder…. verhobenen Rücken erzählte, strich ich nachdenklich über den Nasenrücken.
Nicht das ich erst vor kurzem das Rezept für die Muskelentspannende Salbe wieder ausgegraben hatte.
Ein Zufall, der nicht besser hätte sein können.
Also nicht das der Ritter Schmerzen hatte, aber das ich diesen .. eher knapp beschriebenen… Hergang erzählt bekam.
Was tatsächlich passiert war, wusste ich nicht.
Das tat aber letztlich auch nichts zur Sache. Er hatte mir zugesichert, meine Salbe auszuprobieren.
Und das wiederum würde bedeuten, dass ich Erfahrungsberichte bekommen würde.
Was sie tun sollte wusste ich.
Was letztlich wirklich auszuprobieren war, war, wie gut sie wirkte.
Ob es für den Rücken des Ritters reichte, oder ob etwas Stärkeres her musste.
„Oder Für einen Hexenschuß“, hatte er ausgerufen.
Hexenschuß… Muskelverspannungen….
Nachdenklich wühlte ich in den spärlichen Unterlagen die ich bis dato hatte.
Die Aufzeichnungen des Elfen waren… wie zu erwarten… in Elfischer Schrift verfasst.
Leise seufzte ich.
Musste erstmal das schwache Zeug hinhalten.
Bis ich die Bücher vom Hort des Wissens abgeholt hatte. Wohlweislich hatte ich einige Werke bestellt, die ich als Nachschlagewerke nutzen konnte.
Ich begann, mir eine Liste zu schreiben:
*Kersti oder Liliana aufsuchen
*Schmerzlindernde Zutaten heraus schreiben
*Muskelentspannede Zutaten heraus schreiben
*Beides kombinieren (wenn möglich)
Welche Verletzungen waren in meiner Umgebung am Häufigsten?
Im Kessel definitiv Schnitt-, Quetsch-, Stichwunden.
Im Regiment…. Naja, alles…
Helisande neigte dazu, ihre Übermütigkeit auszutoben. Aber da würde ich mich erstmal mit einer erfahrenen Heilerin zusammensetzen müssen, was mich wieder zu Punkt I brachte.
Jetzt hieß es warten bis der blonde Rückengeschädigte wieder im Kessel vorbei kam.
Oder sollte ich ihn doch heim-… ähm… aufsuchen?
Letzteres war besser, wer wusste schon welche Pflichten ihn davon abhalten könnten…
Große, starke Krieger, Ritter mochten es nicht wegen jedem Zipperlein zu murren.
Ja, murren musste er gar nicht, es war auch nicht so, dass ich ihn für wehleidig hielt. Aber er war, gelinde gesagt, das perfekte erste Opfer.
Und ich war mir so unglaublich sicher… Er würde nicht der letzte bleiben.
Zuletzt geändert von Tarya Erskine am Montag 16. Juni 2014, 19:11, insgesamt 1-mal geändert.
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Episode II ~~ Hasenfuß oder Löwenherz?
Die Brut des Bösen – Rahaler
„Feind gesichtet…. Macht euch abmarschbereit“, erklang die völlig Gefühlsbefreite Stimme des Vorgesetzten.
Mein Herz begann schneller zu schlagen, als ich meine Tasche packte.
Rapier, Schild, Bogen und Pfeile, Verbände, Tränke, alles anwesend.
Behände schwang ich mich auf den Rücken des Pferdes und folgte der Meute.
Erst zum Kloster, wo sich uns der Kronritter und Janarey anschlossen, dann weiter nach Bajard.
Bajard war ruhig, bis auf ein paar Zwielichte Gestalten nichts von der Ketzerbrut zu sehen.
Dann folgte der Befehl, der mich noch nervöser machte.
Ab zur Grenze.
Und wie zu erwarten, wurden wir bereits erwartet.
Ritter Wolfseiche… der einzige Name, der mir bekannt war, alle anderen waren Masken und Stimmen, die für mich nicht mehr als Fleisch gewordene Verblendung waren.
Das sie das gleiche von uns dachten, war mir durchaus bewusst, was mich aber von meinem Gedanken nicht abbrachte.
Ein Duell wurde gefordert, und wer sollte es bestreiten?
Helisande…
Der Sturköpfige Drache. Mir gefiel das gar nicht.
Ich wusste, das sie sich nicht zurück halten würde, und von dem Rahaler erwartete ich gar nichts, außer eine gewisse Portion Verbissenheit und einen gehörigen Mangel an Gerechtigkeit.
Wie dem auch sei, der Kampf ging unentschieden aus.
Beide Kontrahenten lagen am Boden, während sich die Rahaler Priesterin und Janarey ein Wortduell auf Priester-Basis lieferten.
Genug geplaudert.
Viele Worte waren gefallen, und die Rahaler schienen keineswegs mit dem Ergebnis des Duells zufrieden zu sein.
Also griffen sie an!
Pack!
Mein Hauptaugenmerk wechselte im Kampf.
Ich achtete auf den Oberst, den Kronritter, und alle die mir so vor die Füße liefen.
Eine Weile lang klappte mein hin und her reiten wunderbar. Aber auch wenn Rahaler verblendet sind, ganz dumm sind sie nicht.
Irgendwann klebte ein ganz hartnäckiges Exemplar genannter Gattung an meinem Pferdehintern und jagte mir einen Pfeil nach dem nächsten um die Ohren.
Gefährliches Terrain, das offene Feld, also ab in den nächsten Wald.
Der Kerl war wirklich so hartnäckig, dass er mich bis weit hinter die Grenzen des Alumenischen Reiches verfolgte.
Am Ende des Tages sammelten und schleppten sich alle Regimentler nach und nach im Regimentsgebäude ein.
Da fing meine Arbeit erst richtig an.
Merrik hatte einige Pfeile ab bekommen, und sein Arm sah schlimm aus.
Sein Bein hatte nur einen verhältnismäßig leichten Schuss abbekommen. Also war sein Arm mein Hauptaugenmerk.
Ich wusch die Wunde gut mit einer Alkoholischen Lösung aus, wer wusste schon, was die Rahaler so auf Klingen und Pfeilspitzen schmierten.
Gut reinigen... der Wundgrund musste sauber und rosa sein.
Die Wunde musste von innen nach außen heilen.
Ich dachte an Helisandes Gesicht.
Irgendwann kam sie zu mir, mit der Intention, ich solle ihre Wange vernähen. Immerhin hatte ich durch meine Schneiderarbeit einen sehr feinen Stich, wenn ich das wollte.
So begann ich, vorsichtig und behutsam, die Nadel durch das Fleisch des Wachtmeisters zu schieben.
Er verzog keine Mine…
Erstaunlich, ich hätte wahrscheinlich geweint.
Höchstwahrscheinlich sogar.
Nach der Naht legte ich eine Wundauflage mit Heilsalbe auf die frische Naht, verband alles gut und machte mich dann an das Bein.
Es hatte nicht mal mehr stark geblutet.
Dieses bedurfte also keiner Nadel, ich verband es nur sorgsam und wies ihn an, sich am nächsten Zag bei mir zu melden und mich schauen zu lassen.
Meine neue Aufgabe…
Wie war das? Welche Verletzungen habe ich so in meiner Umgebung?
Das Regiment war voll davon!
Die Brut des Bösen – Rahaler
„Feind gesichtet…. Macht euch abmarschbereit“, erklang die völlig Gefühlsbefreite Stimme des Vorgesetzten.
Mein Herz begann schneller zu schlagen, als ich meine Tasche packte.
Rapier, Schild, Bogen und Pfeile, Verbände, Tränke, alles anwesend.
Behände schwang ich mich auf den Rücken des Pferdes und folgte der Meute.
Erst zum Kloster, wo sich uns der Kronritter und Janarey anschlossen, dann weiter nach Bajard.
Bajard war ruhig, bis auf ein paar Zwielichte Gestalten nichts von der Ketzerbrut zu sehen.
Dann folgte der Befehl, der mich noch nervöser machte.
Ab zur Grenze.
Und wie zu erwarten, wurden wir bereits erwartet.
Ritter Wolfseiche… der einzige Name, der mir bekannt war, alle anderen waren Masken und Stimmen, die für mich nicht mehr als Fleisch gewordene Verblendung waren.
Das sie das gleiche von uns dachten, war mir durchaus bewusst, was mich aber von meinem Gedanken nicht abbrachte.
Ein Duell wurde gefordert, und wer sollte es bestreiten?
Helisande…
Der Sturköpfige Drache. Mir gefiel das gar nicht.
Ich wusste, das sie sich nicht zurück halten würde, und von dem Rahaler erwartete ich gar nichts, außer eine gewisse Portion Verbissenheit und einen gehörigen Mangel an Gerechtigkeit.
Wie dem auch sei, der Kampf ging unentschieden aus.
Beide Kontrahenten lagen am Boden, während sich die Rahaler Priesterin und Janarey ein Wortduell auf Priester-Basis lieferten.
Genug geplaudert.
Viele Worte waren gefallen, und die Rahaler schienen keineswegs mit dem Ergebnis des Duells zufrieden zu sein.
Also griffen sie an!
Pack!
Mein Hauptaugenmerk wechselte im Kampf.
Ich achtete auf den Oberst, den Kronritter, und alle die mir so vor die Füße liefen.
Eine Weile lang klappte mein hin und her reiten wunderbar. Aber auch wenn Rahaler verblendet sind, ganz dumm sind sie nicht.
Irgendwann klebte ein ganz hartnäckiges Exemplar genannter Gattung an meinem Pferdehintern und jagte mir einen Pfeil nach dem nächsten um die Ohren.
Gefährliches Terrain, das offene Feld, also ab in den nächsten Wald.
Der Kerl war wirklich so hartnäckig, dass er mich bis weit hinter die Grenzen des Alumenischen Reiches verfolgte.
Am Ende des Tages sammelten und schleppten sich alle Regimentler nach und nach im Regimentsgebäude ein.
Da fing meine Arbeit erst richtig an.
Merrik hatte einige Pfeile ab bekommen, und sein Arm sah schlimm aus.
Sein Bein hatte nur einen verhältnismäßig leichten Schuss abbekommen. Also war sein Arm mein Hauptaugenmerk.
Ich wusch die Wunde gut mit einer Alkoholischen Lösung aus, wer wusste schon, was die Rahaler so auf Klingen und Pfeilspitzen schmierten.
Gut reinigen... der Wundgrund musste sauber und rosa sein.
Die Wunde musste von innen nach außen heilen.
Ich dachte an Helisandes Gesicht.
Irgendwann kam sie zu mir, mit der Intention, ich solle ihre Wange vernähen. Immerhin hatte ich durch meine Schneiderarbeit einen sehr feinen Stich, wenn ich das wollte.
So begann ich, vorsichtig und behutsam, die Nadel durch das Fleisch des Wachtmeisters zu schieben.
Er verzog keine Mine…
Erstaunlich, ich hätte wahrscheinlich geweint.
Höchstwahrscheinlich sogar.
Nach der Naht legte ich eine Wundauflage mit Heilsalbe auf die frische Naht, verband alles gut und machte mich dann an das Bein.
Es hatte nicht mal mehr stark geblutet.
Dieses bedurfte also keiner Nadel, ich verband es nur sorgsam und wies ihn an, sich am nächsten Zag bei mir zu melden und mich schauen zu lassen.
Meine neue Aufgabe…
Wie war das? Welche Verletzungen habe ich so in meiner Umgebung?
Das Regiment war voll davon!
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Episode 3 ~~ Untote sind so fies wie sie aussehen…
Es war tief in der Nacht, als ich aufwachte.
Schlafen war passé also wuselte ich durchs Haus. Um das schlafende Volk das sich in diesem befand, nicht zu wecken, erhob ich mich leise und zog mich an.
Was macht man mitten in der Nacht?
Ja, ganz normale Dinge wie, Waschen, Kochen, Bügeln, Putzen… vielen aus.
Zu laut.
Also zurrte ich meine Rüstung und meine Tasche aus dem Schrank und begann mich fertig zu machen.
Schatzsuche.
Nachts war gut. Immerhin waren nicht mehr viele Leute unterwegs und ich konnte in Ruhe suchen.
Mit einer Laterne bewaffnet holte ich mein Pferd aus dem Stall und begann die erste Karte zu studieren.
Bei Temora, dass war komplizierter als neue Schnittmuster lernen.
Wald… war das hier?
Irgendwie war das wie eine Suche in einem Heuhaufen nach der berühmten Nadel.
Ich hielt die Laterne weiter vor, mein Gaul schnaubte unwillig.
Hier irgendwo musste es sein.
Drei Schritte nach Osten, zwei nach Süden, und ich versuchte mein Glück.
Als ich die Kiste ausgebuddelt hatte (ja, ich hatte ja nur eine Stunde in diesem vermaledeiten Wald herum gesucht), zog ich die Nase kraus.
Von Sam hatte ich mir einige Dietriche machen lassen und begann jetzt an dem Schloss herum zu friemeln.
Es knackte leise, in mir keimte schon dieses „geschafft“ Gefühl, aber nichts da, das Schloss zeigte sich wehrhafter also so manche Jungfrau.
Irgendwann keimte das Gefühl in mir auf, einfach auf das blöde Ding einschlagen zu wollen, aber just in dem Moment, als ich schon nach der Spitzhacke greifen wollte gab es nach. Ein lautes „klack“ und es war geschafft.
Ich zog meinen Drachenschild vom Rücken und den Rapier aus der Scheide, und öffnete ganz vorsichtig das alte, rostige Ding.
Der Zauber wurde ausgelöst, der die Kiste beschützte, und wie aus dem Nichts erschienen einige Skelette und andere Untote….
Ein widerwärtiger Geruch machte sich breit und das Pferd, das ich ein Stück weiter hinten festgebunden hatte, wieherte laut.
Mein erster Gegner… Ein Kopfloser.
Keine große Gefahr. Ich meine, immerhin sieht er nichts, also lässt er sich leicht bekämpfen.
Er wackelte mit den Armen, versuchte nach mir zu greifen.
Einen Schlag des Rapirs führte ich auf seine Hand, dann stach ich zu und er viel einfach nach hinten um.
Was er wohl mal vorher gewesen war?
Keine Zeit, mich das zu fragen, schon flog ein Pfeil in meine Richtung, den ich nur mit Mühe mit dem Schild abwehren konnte.
Zwei weitere Skelette stürmten auf mich zu, die Äxte die sie führten waren alt und schartig, aber sie waren vorhanden.
Zwei gleichzeitig und der Schütze, der unabdingbar Pfeile in meine Richtung fliegen lies.
Ein bisschen viel gleichzeitig. Mir war bewusst, das andere über sowas lachen würden…. Eigentlich sogar fast alle, mit denen ich mich sonst Regimentstechnisch umgab.
Egal, gut das mich keiner sah.
Ich schlug mit dem Schild nach dem einen Skelett, duckte mich unter dem Schlag des anderen hinweg. Der Pfeil jedoch traf sein Ziel.
Still bedankte ich mich bei Temora und Sam, dass meine Rüstung so gut und feingliedrig war, dass der Pfeil keine Möglichkeit hatte, sich in meine Haut zu bohren.
Der eine Moment der Ablenkung reichte, um das Skelett zuschlagen zu lassen.
Er traf meinen Arm, und das mit aller Wucht sie so eine Axt und ein Untoter Arm so aufzubieten hatte.
Ich jaulte leise auf, Blut sickere aus der Wunde und wurde vom wattierten Waffenrock aufgesogen.
„Verflucht noch eins“, presste ich durch die Zähne und verengte die Augen.
In mir machte sich Wut breit, Wut über das eigene Fehlverhalten, die Unachtsamkeit.
Trotz der Schmerzen gelang es mir, alle drei Gegner nieder zu strecken, so dass die Skelette zu drei kleinen, chaotisch angeordneten Haufen zusammen fielen.
Ich sammelte den Inhalt der Kiste ein und machte mich auf den Rückweg.
Das ganze hatte schon eine ganze Weile gedauert und langsam dämmerte es.
Ich sollte dringend Heim.
Und ich sollte mir dringend meine Wunde ansehen und versorgen.
Die Rüstung aus zu ziehen war ein krampf.
Normalerweise hatte ich kein Problem damit, sie über den Kopf hinweg zu schieben und sie dann auf den Boden fallen zu lassen, aber der Arm schmerzte höllisch. Im Gegensatz zu Merrik hatte ich keine solche Selbstbeherrschung und die Tränen stiegen mir in die Augen.
„Verfluchte Grütze“, war das mildeste an Schimpftiraden was meine Lippen verließ.
Nicht genug damit, das ich mich außer Stande fühlte, mich ordentlich wieder frisch zu machen, und dann die Kleider wieder anzuziehen, wimmerte ich, mit der Kettenhose noch an den Beinen, leise vor mich hin.
Aber es musste sein. Also kramte ich nach meiner Heilertasche und entkorkte die kleine Alkoholphiole.
Ein weiteres Mal schossen mir die Tränen in die Augen, und ich zog die Luft scharf durch die Zähne ein.
Wunden von anderen versorgen war das eine…. DAS hier eine ganz andere.
Aber immerhin war es eine Erfahrung mehr. Untote stinken und können echt fies sein!
Es war tief in der Nacht, als ich aufwachte.
Schlafen war passé also wuselte ich durchs Haus. Um das schlafende Volk das sich in diesem befand, nicht zu wecken, erhob ich mich leise und zog mich an.
Was macht man mitten in der Nacht?
Ja, ganz normale Dinge wie, Waschen, Kochen, Bügeln, Putzen… vielen aus.
Zu laut.
Also zurrte ich meine Rüstung und meine Tasche aus dem Schrank und begann mich fertig zu machen.
Schatzsuche.
Nachts war gut. Immerhin waren nicht mehr viele Leute unterwegs und ich konnte in Ruhe suchen.
Mit einer Laterne bewaffnet holte ich mein Pferd aus dem Stall und begann die erste Karte zu studieren.
Bei Temora, dass war komplizierter als neue Schnittmuster lernen.
Wald… war das hier?
Irgendwie war das wie eine Suche in einem Heuhaufen nach der berühmten Nadel.
Ich hielt die Laterne weiter vor, mein Gaul schnaubte unwillig.
Hier irgendwo musste es sein.
Drei Schritte nach Osten, zwei nach Süden, und ich versuchte mein Glück.
Als ich die Kiste ausgebuddelt hatte (ja, ich hatte ja nur eine Stunde in diesem vermaledeiten Wald herum gesucht), zog ich die Nase kraus.
Von Sam hatte ich mir einige Dietriche machen lassen und begann jetzt an dem Schloss herum zu friemeln.
Es knackte leise, in mir keimte schon dieses „geschafft“ Gefühl, aber nichts da, das Schloss zeigte sich wehrhafter also so manche Jungfrau.
Irgendwann keimte das Gefühl in mir auf, einfach auf das blöde Ding einschlagen zu wollen, aber just in dem Moment, als ich schon nach der Spitzhacke greifen wollte gab es nach. Ein lautes „klack“ und es war geschafft.
Ich zog meinen Drachenschild vom Rücken und den Rapier aus der Scheide, und öffnete ganz vorsichtig das alte, rostige Ding.
Der Zauber wurde ausgelöst, der die Kiste beschützte, und wie aus dem Nichts erschienen einige Skelette und andere Untote….
Ein widerwärtiger Geruch machte sich breit und das Pferd, das ich ein Stück weiter hinten festgebunden hatte, wieherte laut.
Mein erster Gegner… Ein Kopfloser.
Keine große Gefahr. Ich meine, immerhin sieht er nichts, also lässt er sich leicht bekämpfen.
Er wackelte mit den Armen, versuchte nach mir zu greifen.
Einen Schlag des Rapirs führte ich auf seine Hand, dann stach ich zu und er viel einfach nach hinten um.
Was er wohl mal vorher gewesen war?
Keine Zeit, mich das zu fragen, schon flog ein Pfeil in meine Richtung, den ich nur mit Mühe mit dem Schild abwehren konnte.
Zwei weitere Skelette stürmten auf mich zu, die Äxte die sie führten waren alt und schartig, aber sie waren vorhanden.
Zwei gleichzeitig und der Schütze, der unabdingbar Pfeile in meine Richtung fliegen lies.
Ein bisschen viel gleichzeitig. Mir war bewusst, das andere über sowas lachen würden…. Eigentlich sogar fast alle, mit denen ich mich sonst Regimentstechnisch umgab.
Egal, gut das mich keiner sah.
Ich schlug mit dem Schild nach dem einen Skelett, duckte mich unter dem Schlag des anderen hinweg. Der Pfeil jedoch traf sein Ziel.
Still bedankte ich mich bei Temora und Sam, dass meine Rüstung so gut und feingliedrig war, dass der Pfeil keine Möglichkeit hatte, sich in meine Haut zu bohren.
Der eine Moment der Ablenkung reichte, um das Skelett zuschlagen zu lassen.
Er traf meinen Arm, und das mit aller Wucht sie so eine Axt und ein Untoter Arm so aufzubieten hatte.
Ich jaulte leise auf, Blut sickere aus der Wunde und wurde vom wattierten Waffenrock aufgesogen.
„Verflucht noch eins“, presste ich durch die Zähne und verengte die Augen.
In mir machte sich Wut breit, Wut über das eigene Fehlverhalten, die Unachtsamkeit.
Trotz der Schmerzen gelang es mir, alle drei Gegner nieder zu strecken, so dass die Skelette zu drei kleinen, chaotisch angeordneten Haufen zusammen fielen.
Ich sammelte den Inhalt der Kiste ein und machte mich auf den Rückweg.
Das ganze hatte schon eine ganze Weile gedauert und langsam dämmerte es.
Ich sollte dringend Heim.
Und ich sollte mir dringend meine Wunde ansehen und versorgen.
Die Rüstung aus zu ziehen war ein krampf.
Normalerweise hatte ich kein Problem damit, sie über den Kopf hinweg zu schieben und sie dann auf den Boden fallen zu lassen, aber der Arm schmerzte höllisch. Im Gegensatz zu Merrik hatte ich keine solche Selbstbeherrschung und die Tränen stiegen mir in die Augen.
„Verfluchte Grütze“, war das mildeste an Schimpftiraden was meine Lippen verließ.
Nicht genug damit, das ich mich außer Stande fühlte, mich ordentlich wieder frisch zu machen, und dann die Kleider wieder anzuziehen, wimmerte ich, mit der Kettenhose noch an den Beinen, leise vor mich hin.
Aber es musste sein. Also kramte ich nach meiner Heilertasche und entkorkte die kleine Alkoholphiole.
Ein weiteres Mal schossen mir die Tränen in die Augen, und ich zog die Luft scharf durch die Zähne ein.
Wunden von anderen versorgen war das eine…. DAS hier eine ganz andere.
Aber immerhin war es eine Erfahrung mehr. Untote stinken und können echt fies sein!
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Episode 4 ~~ Pfeilhagel und Kugelregen
Krieg!Das Lager war mittlerweile befestigt. Die Zeit verging zäh, die meisten Momente vergingen in einer gewissen Art der Anspannung.
Das war nicht das erste Lager, aber das erste, in dem ich mehr zu tun hatte, als nur Dekorativ herum zu stehen und mich, wenn nötig, hinter den Palisaden zu verkriechen.
Nein, dieses Mal stand ich mit in der Schlacht.
Hier und da warf ich verschiedene Pülverchen mit verschiedensten Wirkungen um mich herum, lenkte mein Pferd hinter irgendeinem der Kämpfer her, achtete auf die feindlichen Linien und das ich selber nicht in die Schusslinie zu geraten.
Nach der Schlacht begann die eigentliche Arbeit.
Das Lazarett war im Gästehaus eingerichtet worden, mit der Möglichkeit, dies zu erweitern, wenn es nötig sein sollte.
In der ersten Schlacht waren mehrere Verletzte ins Lazarett gebracht worden.
Am gestrigen Abend war der größte Feinkontakt ein wörtliches Geplänkel.
Der Rabendiener, der vor dem Lager stand und irgendeinen Wullu-Wullu veranstaltete, die Letharen und der komische Kerl, der wohl davon träumte von einem männlichen Regimentler betatscht zu werden.
Rahaler sind und bleiben seltsam!
Als die Rahaler abgezogen waren, kümmerten Kersti und ich uns um die Schußwunde von Ivor.
Der Elf war offenbar nicht der ruhigste Patient, aber frisch verbunden und kontrolliert werden musste seine Wunde.
Die Kugel wurde entfernt und die Wunde vernäht. An sich eine gut heilende Wunde. Wenn der Elf sich nicht den Worten der Heiler entgegen gesetzt, einfach wieder in die Rüstung gepellt hätte und damit ein wieder öffnen riskierte.
Aber festbinden konnte sie keinen.
Während der Behandlung begannen wir eine Diskussion über allerlei Dinge.
Salbe, ja oder nein?
Wundheilungsvorgänge…
Art und Festigkeit des Wundverbandes.
Die Diskussion lebte davon, dass sie sich nicht ganz einig waren, aber so war es offensichtlich nun einmal.
Jeder von uns hatte eine andere Vorstellung davon, was man wie genau richtig machte.
Jeder von uns hatte eine andere Art, mit dem Patienten um zu gehen.
Aber letztlich konnte man immer miteinander agieren.
Es waren sogar einige Heiler dem Ruf des Regimentes gefolgt. Ganz abgesehen von mir, die so oder so den Befehl und die Pflicht hatte, anwesend zu sein.
Frau Demarkes, Torjan, Kersti…
Warten wir ab, wie lange die Rahaler das Durchhaltevermögen besitzen, und uns belagern.
Schwingenstein ist gesichert…. Vorerst.
Wieviele Kämpfe noch folgen würden, war auch unklar.
Scharmützel würde es immer geben, und immer auch Verletzte, also ging meine Arbeit nicht aus.
Und das war gut so, im Moment konnte ich nicht genug Arbeit und zu wenig Schlaf haben.
Doch der private Schwerbenhaufen musste warten.
Schlimm genug das beides zusammen kam.
Schlimm genug das es überhaupt so gekommen war.
Die Devise war also: „Mund halten, Kopf hoch, und irgendwie durch“
Zuletzt geändert von Tarya Erskine am Freitag 18. Juli 2014, 11:29, insgesamt 1-mal geändert.
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Episode 5 ~~ Käfermatsch und Wachtmeistersuche
Wie auch immer die Rahaler, und ich zweifelte nicht daran, dass dieses… Mordsgefährliche Herumgewerfe mit… toten… ähm, oder lebenden…. Oder…. Was auch immer.
Mit Käfern halt.
Auf jeden Fall, sie waren schuld!
Die Rahaler sind alles schuld!
Krieg, Hunger, Vergiftungen, einfach ALLES!
Ich hatte eine kleine Probe des Käfermatsches mitgenommen.
Vielleicht konnte uns das helfen, die Vergifteten wieder zu kurieren. Ich war jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt einfach am Ende mit meinem Wissen.
Die Logik war nicht weit her geholt.
Was mit der Luft eingeatmet wurde, konnte doch auch so… wieder raus. Besser gesagt, wenn Gift über die Luft eingenommen werden konnte, dann konnte man auch das Gegengift mit der Luft einatmen.
So machte ich mich daran, ein einfaches Gegengift her zu stellen, nur aus Pülverchen, während Torjan unseren vergifteten Stallmeister versorgte.
Aber ich musste letztlich feststellen, dass meine Idee zwar nett, aber uneffektiv gewesen war.
Die Idee als solche war wahrscheinlich gar nicht mal so verkehrt, aber das Mittel war das falsche.
Immerhin kannten wir das Käfergift nicht (Warum auch immer Käfer vergiftet waren – Rahal war schuld), und konnten so nicht effektiv vorgehen.
Es hatte auch nur wenige wirklich so hart erwischt, wie unseren Stallmeister.
Aber er hatte keine Maske, und stand mitten in einer Wolke aus Gift, die die Käferviecher beim Aufplatzen auf dem Boden freigaben.
Das Gift sickerte in den Boden, gab Dämpfe frei und versuchte man es zu verbrennen, wurde es noch schlimmer.
Gut das unsere Liedwirker die Luft so manipulieren konnten, das sie das ganze Giftige Zeug mit sich nahm.
Weg… Weg von uns… zurück zum anderen Lager.
Sollten die Rahaler ein wenig ihres eigenen Gestankes abbekommen.
Als alles wieder ruhig wurde, nahmen sich alle aus dem Lager einfach die Zeit und die Ruhe, mal durch zu atmen.
Mittlerweile stank das Lager nicht mehr nach Gift, sondern nach Erbrochenem.
An fast jeder Ecke hatte sich jemand übergeben. Nicht das ich anders war.
Auch an meinem Magen hatte das alles gezehrt, auch wenn ich die Idee mit dem Öl unter der Nase rasch im Lager verbreitet hatte.
Es half nicht gänzlich, aber zumindest ein wenig. Es machte das ganze erträglicher.
Ich setzte mich auf den Baumstamm und betrachtete die Phiole mit der Käfermatsche.
Am besten war, ich würde Lethalon fragen, aber der Elf, wie es Elfen zu tun pflegen zuweilen, war mir abhandengekommen.
Musste das also warten, und Torjan hatte ja auch eine Phiole voll und er war der erfahrene von uns beiden.
Irgendwann setzte sich Jana zu mir und die wenigen Worte, die sie mir entgegen raunte, reichten um meinen Puls schon wieder ansteigen zu lassen.
„Merrik ist alleine aus dem Lager…. Spazieren“
Wie konnte ein einzelner Mensch, Magier hin oder her, so… stur sein?
„Lidwina? Wie gehen Thyrische Weiber mit sturen Kerlen um?“, ich sah übers Feuer hinweg zu der Schamanin.
„Na, myt de Pfanne“, entgegnete sie grinsend und zog das Gusseiserne Mordinstrument vom Gürtel, was Ulfrik dazu brachte, zur Seite weg zu weichen, von Wina weg.
„Pfanne…“, nachdenklich betrachtete ich sie.
„Soll mey dey dye leyhen?“
Pfanne…. Kopf….Vernunft….
Vielleicht klappte das. Jedenfalls eine Art klassischer Konditionierung. Half ja auch bei dem Wolfsheuler.
Ich nahm die Pfanne an und schwang sie hin und her. Naja, gut, beim zweiten Mal schwang die Pfanne eher mich, aber… das lasse ich jetzt mal einfach so stehen.
So war der Plan schnell gefasst. Janarey und ich wollten ‚Such den Daske‘ spielen und machten uns auf den Weg zum Tor.
Hinter uns stapften die drei Thyren, (Lidwina, Janna und Ulfrik), der Kalure (Laz) und die Elfe (Shala) her um sich das Spektakel nicht entgehen zu lassen.
Wir stapften durch Wald und Wiese, hielten Ausschau, ließen Ulfrik auf einen Baum klettern, in der Hoffnung, dass er eine Spur finden würde, aber nichts dergleichen.
Keine Spur von Merrik.
Bis Vaurna zog uns unser Weg, bis wir letztlich aufgaben und zum Lager zurückkehrten.
Die stille Hoffnung war natürlich da, ich hatte mich umsonst auf den Weg gemacht und er war wirklich nur einmal um’s Lager gelaufen und war wieder in Sicherheit.
Aber manchmal wird die Hoffnung getrübt.
„Mey leyh se dey morgen noch mal, wenn dey se noch brauchst“, sagte Lidwina, als ich ihr das schwere Ding zurück gab.
Morgen!
Ohjah!
Morgen würde ich den Magier schon finden.
Tag eins der Konditionierung.
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Stille…
Nichts als das pulsieren des eigenen Blutes war gerade für mich zu hören.
Kleine Luftblasen stiegen aus meiner Nase und suchten sich den Weg, der Schwerkraft folgend, nach oben, an die Wasseroberfläche.
Als das Gefühl, dass sich die Brust zuschnürt, und der Druck auf die Lungen anstieg, lies ich mich nach oben treiben und atmete tief ein.
Erst dann hob ich die Hände aus dem Wasser und wischte über meine Augen, um diese dann blinzelnd zu öffnen.
Was für eine Zeit.
Der Abend hatte nichts mehr mit Mut zu tun, nicht mal im weitesten Sinne. Dummheit…
Pure Dummheit und vergebene Hoffnung, dass es niemand bemerken würde.
Letztlich musste ich mir selber eingestehen, dass es doch irgendwann heraus kommen würde, und sei es durch die schwätzenden, losen Plappermäuler der Piraten.
Ich hatte viel zu viele Pläne geschmiedet.
Viel zu viele Dummheiten geplant und schon angefangen in die Tat umzusetzen. Aber der heutige Abend war ein spontanes Handeln, für das ich mich irgendwann zur Rechenschaft ziehen lassen musste. Und das schlimme war… nicht nur ich!
Natürlich war es interessant gewesen, und natürlich war dieser gewisse Nervenkitzel, der durchaus in der letzten Zeit mein beständiger Begleiter geworden war.
In der Belagerung war ich in manchen Momenten einfach so dreist gewesen und hatte meine Angst hinten angestellt und war hinaus getreten.
Und jetzt?
Zwischen Angstfreiheit und Lebensmüdem Handeln liegt nur ein schmaler Grad, bei dem ich nie Probleme hatte, diesen zu gehen, denn immerhin war ich nie diejenige gewesen, die sich ins Schlachtengetümmel geworfen hatte.
Früher hätte ich nie etwas Waghalsiges getan.
Damals waren die Zeiten noch ganz andere. Irgendwie… ruhiger.
Aber jetzt half kein grübeln.
Entweder ich gab alles direkt zu und ritt damit nicht nur mich in den Misthaufen, oder ich schwieg, und würde abwarten, was passieren würde.
Eigentlich war die Entscheidung recht einfach. Ich würde sie nicht in ihrer Stellung reinreiten.
Also Mund halten…
Und Hoffen das es doch nicht heraus kommt.
Nichts als das pulsieren des eigenen Blutes war gerade für mich zu hören.
Kleine Luftblasen stiegen aus meiner Nase und suchten sich den Weg, der Schwerkraft folgend, nach oben, an die Wasseroberfläche.
Als das Gefühl, dass sich die Brust zuschnürt, und der Druck auf die Lungen anstieg, lies ich mich nach oben treiben und atmete tief ein.
Erst dann hob ich die Hände aus dem Wasser und wischte über meine Augen, um diese dann blinzelnd zu öffnen.
Was für eine Zeit.
Der Abend hatte nichts mehr mit Mut zu tun, nicht mal im weitesten Sinne. Dummheit…
Pure Dummheit und vergebene Hoffnung, dass es niemand bemerken würde.
Letztlich musste ich mir selber eingestehen, dass es doch irgendwann heraus kommen würde, und sei es durch die schwätzenden, losen Plappermäuler der Piraten.
Ich hatte viel zu viele Pläne geschmiedet.
Viel zu viele Dummheiten geplant und schon angefangen in die Tat umzusetzen. Aber der heutige Abend war ein spontanes Handeln, für das ich mich irgendwann zur Rechenschaft ziehen lassen musste. Und das schlimme war… nicht nur ich!
Natürlich war es interessant gewesen, und natürlich war dieser gewisse Nervenkitzel, der durchaus in der letzten Zeit mein beständiger Begleiter geworden war.
In der Belagerung war ich in manchen Momenten einfach so dreist gewesen und hatte meine Angst hinten angestellt und war hinaus getreten.
Und jetzt?
Zwischen Angstfreiheit und Lebensmüdem Handeln liegt nur ein schmaler Grad, bei dem ich nie Probleme hatte, diesen zu gehen, denn immerhin war ich nie diejenige gewesen, die sich ins Schlachtengetümmel geworfen hatte.
Früher hätte ich nie etwas Waghalsiges getan.
Damals waren die Zeiten noch ganz andere. Irgendwie… ruhiger.
Aber jetzt half kein grübeln.
Entweder ich gab alles direkt zu und ritt damit nicht nur mich in den Misthaufen, oder ich schwieg, und würde abwarten, was passieren würde.
Eigentlich war die Entscheidung recht einfach. Ich würde sie nicht in ihrer Stellung reinreiten.
Also Mund halten…
Und Hoffen das es doch nicht heraus kommt.
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Der Kessel war leer.
Stille herrschte, bis auf die vereinzelten Laute der Tiere.
Ungewohnt. Oft war es im Haus so laut, das man vor lauter gewusel nicht mehr wusste, wo einem der Kopf stand.
Ich liebte diese Zustände. Liebte es, die glücklichen Gesichter der Menschen zu sehen, wenn sie das Haus verließen.
Liebte meine Leute, jeden einzelnen, wollte niemanden missen.
Aber einsam kann man auch mitten zwischen Menschen sein.
„Du hast dich verändert Tarya“
Ja, das hatte ich wohl. Das Leben war nicht mehr das gleiche, wie konnte es auch?
Ich war nicht mehr die gleiche.
Freud und Leid sind ständige Weggefährten, die mal mehr und mal weniger Spürbar sind.
Nicora war spielen gegangen und Gero lag unten im Bett.
Ich war extra noch mal nach unten geschlichen, und hatte nachgeschaut, ob er wirklich im Bett liegt.
Er schlief seelig und ruhig.
Er war es wirklich.
Mein Gero…
Dann hatte ich mich wieder nach oben geschlichen. Wirklich fassen konnte ich es nicht. Unruhig begann ich im Kessel umher zu schlendern. Wie ein Tiger im Käfig, von Nord nach Süd, von West nach Ost und alles wieder von vorne.
Das Leben neigt dazu, einem einen Backstein ins Gesicht zu schlagen und danach zu lachen, während man selber nicht in der Lage ist, auch nur zu reagieren.
Ich spürte, wie mir vieles aus den Händen glitt. Nein, Kontrollsüchtig war ich nie, aber ich verlor zu viel und begann die Lücken mit Unsinn und Gefährlichen Dummheiten zu füllen.
Wohin brachte mich dieser Weg?
Rahal besuchen..
Auf ein Pläuschchen mit einer Arkoritherin…
Piraten laufen lassen…
Es war so einfach, sich dem Gefühl der Wut, des Zorns hinzugeben.
Wie stand es in diesem Buch?
„Der Weg, zu einem wahren Anhänger des Alleinen kann in jedem Abschnitt dieser vorherbestimmten Leben beginnen. Wie es dem Alleinen in jeder Form eigen ist, bestimmt alleine die Freiheit und Stärke des Geistes über das Erwachen der Person die sich zu diesem Schritt entschließt.“
Einige Rahaler waren stumpfsinnige Waffenschwinger, die es wohl überall geben musste.
Andere, wie die Magistra oder die Vicaria, waren Menschen mit spitzen Zungen, die einem die Worte im Mund herum drehen konnten.
Gefährlich für jede Seele.
Manchmal wünschte ich, ich wäre die naive Schneiderin geblieben. Ich hatte mich damals mit sowas nicht auseinander setzen müssen. Aber ich war unglücklich damit, daher der Schritt in eine andere Richtung.
Zum Glück gab es Menschen, deren Meinung ich noch immer sehr schätzte, und manche davon gaben sie auch recht ungefragt preis.
Es ist immer ein schmaler Grad.
Ich konnte die Freiheiten genießen, neben Janarey kaum aufzufallen, wenn wir unterwegs waren.
Ebenso bei so vielen anderen.
Temora beschützt….
Es war eine Floskel geworden, die eingeführt wurde, als die Zeiten noch anders waren… unbeschwerter.
Aber sie tat es.
Ohne jeglichen Zweifel. Auch wenn ich noch so großen Unsinn anstellen würde, würde sie immer in meinem Herzen sein.
Und doch war es so ein schönes Gefühl, der Wut freien Lauf zu lassen.
Ich packte meine Tasche.
Das Rapier war, neben den vielen kleinen Phiolen, mein täglicher Begleiter geworden.
Wenn ich von meinem Ausflug wieder kehren würde, würde Gero vielleicht schon wieder wach, und ich ein wenig Ruhiger sein.
Stille herrschte, bis auf die vereinzelten Laute der Tiere.
Ungewohnt. Oft war es im Haus so laut, das man vor lauter gewusel nicht mehr wusste, wo einem der Kopf stand.
Ich liebte diese Zustände. Liebte es, die glücklichen Gesichter der Menschen zu sehen, wenn sie das Haus verließen.
Liebte meine Leute, jeden einzelnen, wollte niemanden missen.
Aber einsam kann man auch mitten zwischen Menschen sein.
„Du hast dich verändert Tarya“
Ja, das hatte ich wohl. Das Leben war nicht mehr das gleiche, wie konnte es auch?
Ich war nicht mehr die gleiche.
Freud und Leid sind ständige Weggefährten, die mal mehr und mal weniger Spürbar sind.
Nicora war spielen gegangen und Gero lag unten im Bett.
Ich war extra noch mal nach unten geschlichen, und hatte nachgeschaut, ob er wirklich im Bett liegt.
Er schlief seelig und ruhig.
Er war es wirklich.
Mein Gero…
Dann hatte ich mich wieder nach oben geschlichen. Wirklich fassen konnte ich es nicht. Unruhig begann ich im Kessel umher zu schlendern. Wie ein Tiger im Käfig, von Nord nach Süd, von West nach Ost und alles wieder von vorne.
Das Leben neigt dazu, einem einen Backstein ins Gesicht zu schlagen und danach zu lachen, während man selber nicht in der Lage ist, auch nur zu reagieren.
Ich spürte, wie mir vieles aus den Händen glitt. Nein, Kontrollsüchtig war ich nie, aber ich verlor zu viel und begann die Lücken mit Unsinn und Gefährlichen Dummheiten zu füllen.
Wohin brachte mich dieser Weg?
Rahal besuchen..
Auf ein Pläuschchen mit einer Arkoritherin…
Piraten laufen lassen…
Es war so einfach, sich dem Gefühl der Wut, des Zorns hinzugeben.
Wie stand es in diesem Buch?
„Der Weg, zu einem wahren Anhänger des Alleinen kann in jedem Abschnitt dieser vorherbestimmten Leben beginnen. Wie es dem Alleinen in jeder Form eigen ist, bestimmt alleine die Freiheit und Stärke des Geistes über das Erwachen der Person die sich zu diesem Schritt entschließt.“
Einige Rahaler waren stumpfsinnige Waffenschwinger, die es wohl überall geben musste.
Andere, wie die Magistra oder die Vicaria, waren Menschen mit spitzen Zungen, die einem die Worte im Mund herum drehen konnten.
Gefährlich für jede Seele.
Manchmal wünschte ich, ich wäre die naive Schneiderin geblieben. Ich hatte mich damals mit sowas nicht auseinander setzen müssen. Aber ich war unglücklich damit, daher der Schritt in eine andere Richtung.
Zum Glück gab es Menschen, deren Meinung ich noch immer sehr schätzte, und manche davon gaben sie auch recht ungefragt preis.
Es ist immer ein schmaler Grad.
Ich konnte die Freiheiten genießen, neben Janarey kaum aufzufallen, wenn wir unterwegs waren.
Ebenso bei so vielen anderen.
Temora beschützt….
Es war eine Floskel geworden, die eingeführt wurde, als die Zeiten noch anders waren… unbeschwerter.
Aber sie tat es.
Ohne jeglichen Zweifel. Auch wenn ich noch so großen Unsinn anstellen würde, würde sie immer in meinem Herzen sein.
Und doch war es so ein schönes Gefühl, der Wut freien Lauf zu lassen.
Ich packte meine Tasche.
Das Rapier war, neben den vielen kleinen Phiolen, mein täglicher Begleiter geworden.
Wenn ich von meinem Ausflug wieder kehren würde, würde Gero vielleicht schon wieder wach, und ich ein wenig Ruhiger sein.
Zuletzt geändert von Tarya Erskine am Samstag 30. August 2014, 15:30, insgesamt 1-mal geändert.
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
~~Hautbilder und andere Katastrophen~~
Warum, bei allen Dämonen und Teufeln, bekam ich nun ständig Besuch, den ich eigentlich gar nicht da haben wollte?Neuer Volkssport: besuchen wir mal den Kessel..
Und ich war auch noch selber schuld!
Wobei, sich durchaus aus dem einen oder anderen besuch, interessante Gespräche ergaben.
Ein deutliches Rangeln um die Verteidigung und Verbreitung des eigenen Glaubens.
Zumindest das eine.
Nicht, dass mich etwas in meinem Glauben aus der Bahn werfen könnte, aber mit welcher Selbstverständlichkeit man mir zu erklären versuchte, dass ich besser auf der anderen Seite der Medaille aufgehoben war.
Nein, nein, mein Platz war schon der Richtige.
Auch wenn ich meine Grenzen in der letzten Zeit verwischte. Immer und immer wieder aufs Neue.
Letztlich hielt mich nichts mehr zurück. Und niemand mehr.
Meine Gefühlswelt zog sich in der letzten Zeit immer mehr zwischen Himmelhochjauchzend und deutlich verwirrt.
Ich machte immer mehr mit mir selber aus, ein wirklich offenes Gespräch, auch von meiner Seite aus, hatte ich schon lange nicht mehr geführt.
Immer hielt ich etwas zurück, und das war ein Umstand, der mir eigentlich nie gefiel. Und jetzt erst recht nicht.
Aber was sollte ich schon machen?
Ich wusste, dass Merrik mir etwas verheimlichte…
Helisande war viel zu beschäftigt mit allem was sie so an den hacken hatte…
Talianna war so oder so immer beschäftigt…
Sam sollte gar nicht alles wissen, ich hielt es für besser, ihn nicht mit in den Schlamasel zu ziehen…
Tarek hatte versucht, mir seine Sicht der Dinge klar zu machen, aber auch ihn wollte ich nur weit weg von allem Chaos halten…
Feoras hatte ich schon länger nicht mehr gesehen…
Tja, und sonst?
Mein Lichtblick war Gero!
Er hatte mich gefunden, und ich war so glücklich meinen großen Bruder wieder an meiner Seite zu haben.
Ich hatte ihn für Tod gehalten, und schon mit dem Rest meiner Familie abgeschlossen, damit es für mich einfacher war.
Und jetzt tauchte er plötzlich auf.
Es war ein seltsames Gefühl, aber außer, das ich Angst hatte, ihn noch mal zu verlieren, überwog die Freude.
Ich hatte immer schon viel gezeichnet und gemalt.
Das tat ich heute noch gerne, auch wenn sich die Art und Weise zu malen geändert hatte.
Früher hatte ich meine Schnittmuster und neue Ideen für Kleider aufgemalt, ich hatte sogar mal einen Entwurf für ein Hochzeitskleid gemacht, der war allerdings im Kaminfeuer gelandet, nachdem Ernst gegangen war…
Heute wollte ich kein Hochzeitskleid mehr. Ich wollte nichts mehr davon sehen oder hören.
Stattdessen hatte sich mir eine neue Art der Kunst aufgetan.
Etwas, das mir vorher völlig unbekannt gewesen war. Es gab Menschen, die sich mit Tinte, Bilder in die Haut stechen ließen!
Und das auch noch mit Stolz trugen.
Herrjeh, sie ließen sich sogar mit freiem Oberkörper malen. Sogar Frauen!
Wie konnte man sowas tun?
Das war…
Ich meine….
Es sah schon…. Irgendwie…. Interessant aus!
Aber über den kompletten Oberkörper!
Nicht nur, das es wehgetan haben musste, sondern diese Frau hatte sich von dem „Maler“ komplett anfassen lassen.
Wäh!
Solche Freizügigkeit war schon auf gewisse Art und Weise abstoßend.
Warum tut man sowas?
Freiheit….
Ungezwungenheit…
Abenteuer…
Worte die mir in den Ohren klingelten, die so selbstverständlich waren, das ich sie in Frage stellen musste.
Ich war die, die nicht frei war? Die die keine eigenen Entscheidungen treffen durfte?
So ein Unsinn.
Abenteuer…
Waren gefährlich und was brachten sie?
Nein, nein, wie war das?
‚Schuster, bleib bei deinen Leisten‘…
Langweilig, hm?
Warum stelle ich alles so in Frage?
Es war gut wie es war.
Und alles andere lies sich regeln… bestimmt!
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
~~ Mahnmal ~~
Viel zu viel…
Manchmal ist es viel zu viel.
Es weht der Wind ein Blatt
vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein
war Teil von unserem Leben.
Drum wird dies eine Blatt allein
uns immer wieder fehlen…
vom Baum,
von vielen Blättern eines.
Das eine Blatt man merkt es kaum,
denn eines ist ja keines.
Doch dieses eine Blatt allein
war Teil von unserem Leben.
Drum wird dies eine Blatt allein
uns immer wieder fehlen…
Irgendwie machte ich mir vorwürfe.
Vermutlich hätte ich nicht viel tun können, jedoch fehlte mir der Blondbärtige, gutmütige Mann, der mir zuweilen die Haare vom Kopf gefressen hatte.
Der Tod ist die Endgültigkeit, auch wenn man sich vielleicht darauf einlassen konnte, sich vorzustellen, dass ein guter Mensch irgendwann durch seine Taten eine bessere Existenz…
Ich wusste gar nicht was ich sagen sollte.
Ich besuchte sein Grab alleine.
Kein Trubel der „Trauerfeierlichkeiten“. Auch wenn das Gesellschaftliche immer das war, was uns verbunden und gleichwohl immer getrennt hatte, so musste ich mich in Stille verabschieden.
Ein Freund.
Ritter… Ja. Aber kaum das wir nicht in der Öffentlichkeit waren, waren wir Freunde.
Ganz einfach Fjalon, seine Art und Weise, mich, egal wie chaotisch es in den Zeiten gewesen war, immer zum Lachen bringen konnte.
„Dir muss ich das Ritterschwert aber zum Dolch machen, sonst geht das Schwert mit dir spazieren…“
Wärme und Herzlichkeit. Egal wieviel Standesunterschied da war.
Meine Zurückgezogenheit nahm immer mehr zu.
Es war, als würde ich an einem brüchigen, rissigen Untergrund versuchen Halt zu finden.
Das Leben lebt von der Veränderung, und Veränderung muss man akzeptieren, auch wenn es schwer fällt.
So ist es an mir, mein Chaos zu besänftigen und an altes anzuknüpfen. Ob es mir gelingt, weiss ich nicht. Im Moment sieht es jedenfalls nicht so aus.
Löcher und Steine.
Ständige Begleiter auf einem Lebensweg. Entweder du weichst aus, springst drüber, oder aber du fällst.
Eine Gerade, die ohne Hindernisse ist, ist nicht nur selten, sondern wenn sie vorhanden ist, nur von geringer Dauer.
Nichts währt ewig.
Eine Erkenntnis, die sich auch in mein Gehirn gebrannt hatte.
Eigentlich sollte man jeden Atemzug genießen, doch der Mensch ist einfach so von seiner Natur, das er viel zu viel als Gegeben hinnimmt und sich das bewusste genießen nur in besonderen Momenten einstellt.
Aber genau das ist der falsche Weg.
Ich genoss, trotz allem, noch immer den Rückhalt meiner Freunde. Meines Kessels.
Auch wenn ich mich, wie die meisten anderen wohl auch, immer wieder dabei ertappte, es als selbstverständlich hinzunehmen.
Hinnehmen…
Wieder etwas, das ein zweischneidiges Schwert war.
Auf der einen Seite musste ich Dinge hinnehmen, ob ich wollte oder nicht. Und ich ging dem und den Ausläufern dessen noch immer aus dem Weg.
Andere Dinge hingegen konnte ich hinnehmen. Die Entscheidung überließ ich meistens meiner spontanen Lust und Laune, auch wenn ich ein unbändiges Talent dafür entwickelt hatte, anderen Menschen vor den Kopf zu stoßen.
„Genieß das Leben…“, ein weiser Ratschlag.
Ich nahm mich in der letzten Zeit zurück, wollte andere nicht nerven und wollte vor allem keinem meine Gefühle zeigen.
Das Lächeln…
Oft musste ich an Jana denken.
Die junge Frau, die mal auf de r Bank in der Stadtstube gestanden hatte, und mir mit hochgestreckter Faust erklärt hatte, sie wolle Ritterin werden.
Damals hatte ich eine ähnliche Phase wie heute, und habe ihr erklärt, wie unwahrscheinlich das sein würde und hatte sie wirklich entmutigt.
Heute war auch ich älter und weiser geworden. Heute würde ich meine Klappe halten.
Auch wenn die „kleine“ jetzt das Schwafelköpfchen war. Priesterin, Freundin und… den Rest lasse ich jetzt mal aus Pietät-Gründen unter den Tisch fallen.
Helisande, die Knappin.
Auch sie schaffte es nicht, einen geraden Weg zu gehen.
Ich mochte den Drachen gern.
Wenn Drachen grollen, gibt es zwei Alternativen. Entweder man geht ihnen aus dem Weg und versucht das Feuer zu umgehen, oder man bringt sie zum Lachen, das so der feurige Hauch ausbleibt.
Nicht ganz unähnlich.
Ich bin inzwischen so gut im Stolpern, dass es aussieht, als ich würde durchs Leben tanzen
Zuletzt geändert von Tarya Erskine am Donnerstag 2. Oktober 2014, 23:48, insgesamt 3-mal geändert.
- Tarya Erskine
- Beiträge: 313
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Freundschaft ist ein Anker, der dich hält, egal wie weit du abtreibst
Glas zerspringt!
Das klirren der fallenden Scherben auf dem Boden ergibt seine eigene Melodie, hell und…haha…Glasklar.
Ich sehe dem, sich ergießenden Inhalt, nach, der die Holzdielen benetzt.
Eine Pfütze aus Goldenem Saft und durchsichtigen Scherben, der als Mosaik auf meinem Boden liegt, und sich ausbreitet.
Die Kerzen geben ein schummriges Licht, das hin und wieder flackert. In diesem Schein wirkt der Apfelsaft so, als wäre er eine güldene Pfütze.
Ich reiße mich nach einigen (gefühlten ewigen) Momenten von diesem Anblick los und mache mich daran, die Sauerei aufzuwischen.
Natürlich, wie könnte es anders sein, bin ich nicht bei der Sache und füge der güldenen Apfelsaftpfütze noch einige rote Tropfen bei.
Die dunklen Tropfen aus dickerer Konsistenz machen sich breit, ufern aus, infiltrieren das Gold.
Der Saft kann sich nicht dagegen wehren, nimmt das rot in sich auf und umspielt es.
Es tut nicht weh!
Ich spüre von dem Schnitt kaum etwas.
Es ist nur wieder typisch für mich.
‚Erskine, mach doch mal was richtig‘,
murre ich vor mich hin und wische nun letztlich alles auf. Die Scherben landen im Mülleimer, das Apfelsaft-Blut-Putzwasser Gemisch wird ausgekippt und die Wohnung, genauer gesagt, die Küche sehen wieder aus wie vorher.
Normal.
Und doch bleibt dieser leichte, süssliche Duft.
Nicht nur das Putzwasser, das ich gerne mit ein wenig Zitrone und Lavendel versetze, hat seinen Duft hinterlassen (ich mag das!), sondern auch der Saft.
Also ist es nicht wie vorher. Es ist neu. Jedenfalls für den Moment, bis das Alltägliche wieder einkehrt und Kinderfüsse den Boden wieder mit einer galanten Mischung aus Sand, Staub und Matsch verzieren.
Ich lies mich auf einen der Küchenstühle fallen und sah in die Kerzenflamme. Dieses Mal, ohne etwas zu trinken.
War mein Plan, mich mit Ernst zu unterhalten, aus einer Laune heraus geboren?
Oder war es wirklich, wie ich mir einzureden versuchte, eine Notwendigkeit, die schon lange fällig war?
Würde ich dadurch das erreichen, was ich zu erreichen gedachte?
Ich hatte zwar bis zum Zettelschreiben nicht lange darüber nachgedacht, aber die Grundintention schwelte schon lange in mir. Nur dieses eine Gespräch war der Auslöser.
Sie hatte gelitten und man hatte sie dafür auch noch nieder gemacht!
Freunde waren etwas Kostbares. Vor allem Freunde, die nicht gleich bei der ersten Schwierigkeit wegliefen, wie andere das aus meinem Leben gekonnt hatten.
Bei dem Gedanken stieg unweigerlich die Wut wieder in mir hoch.
Ich glaube so eine Schimpftriade habe ich schon lange nicht mehr von mir gegeben, wie an diesem Abend.
Menschen die meinten, meine Freunde angreifen zu müssen, hatten es auch bei mir schwer.
Ernst nehmen konnte ich das ganze so oder so nicht. Wer durch Abwesenheit glänzt, muss nicht meinen dass sein Wort Gewicht hat.
Und alles was man tut, löst Kettenreaktionen aus, die sich im schlimmsten Falle einholen und festketten.
Ob das jedem bewusst ist?
Der Schnitt an meiner Hand war getrocknet, und hinterließ einen roten, dünnen Strich auf der Haut.
Nichts bleibt, wie es ist.
Wir leben in einem Wandel, dessen Verlauf wir nur marginal beeinflussen können.
Auch wenn das Blut weg gewischt war, und keine Anzeichen mehr zu sehen waren, dass es überhaupt da gewesen war, war es geschehen.
Dinge verändern das Leben. Manchmal sind diese Dinge klein wie eine Biene und manchmal groß wie eine Eiche….
Ich musste mich von den Gedanken fortreißen, das nächste Abenteuer wollte bestritten werden.
Zuletzt geändert von Tarya Erskine am Dienstag 14. Oktober 2014, 10:44, insgesamt 1-mal geändert.