Es war ein normaler Einsatz gewesen für die Gardistin als man die Spelunke in Bajard gestürmt und durchsucht hatte. Die Wirtin war von ihren Kameraden in die Mangel genommen worden und sie selbst und Daske kümmerten sich um den einzigen Gast.
Der war ungewöhnlich kooperativ und lies sich die äußerst gründliche Durchsuchung durch ihre zarten Hände auch ohne zu mucken gefallen. Die gefundenen Waffen hatte sie konfiziert, er widersprach dem auch nicht. Aber der Blick.
Der Blick kündete von Vergeltung. Freundlich wie sie nun mal war, verkündete sie ihm sogar ihren Namen. Den Stoßdolch, den er losgeworden war, den unterschlug sie bei der Abgabe geflissentlich. Der Griff war hübsch verziert und die Waffe lag ausgezeichnet in der Hand.
Rache ist ein Gericht, dass man am Besten kalt serviert, so sagt der Volksmund. Kalt war es wirklich als ihr Kammerad Daske dem Kerl wieder in die Arme lief.
Ein Pirat.
Er schoss dem Bericht nach sogar auf den Gardisten, verletzte ihn aber nicht nachhaltiger. Aber die gestellten Forderungen waren eine Frechheit vor der Herrin.Der Kerl wollte ihr das hübsche Gesicht umgestalten, sollte er sie finden. Und er wollte seinen Dolch zurück. Aus purem Übermut oder gar Mutwillen trut die Rosthaarige die Waffe nun stets bei sich. Die erste Zeit noch ein wachsames Auge auf alles und jeden...
"Komm du nur....."
Dolchlein, Dolchlein du sollst wandern....
- Helisande von Alsted
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Sebastiano Nestor
Es war für ihn ein üblicher Fall von "die Dummen haben's Glück", dass er sich just an diesem Spätnachmittag am Angeln probiert hatte. Eine für ihn völlig unnötige, gar langweilige Freizeitbeschäftigung, welche ihn nach schon nach kurzer Zeit in die Schenke trieb, um sich mit einem Bier davon zu erholen - zu seinem Glück ungerüstet und nur mit einem Dolch, mehr einem Messer bewaffnet, irgendwie wollten die Fische auch ausgenommen werden.
Der Selbsterhaltungstrieb war es, der ihn mögliche Kommentare oder unüberlegte Aktionen vergessen ließ und ihn dazu brachte den Befehlen der beiden Gardisten Daske und Sennheit, welche den Auftrag bekamen, ihn zu durchsuchen, zu folgen.
Hie und da entglitt ihm natürlich ein weiser Ratschlag in Richtung Merriks, welcher seine Kameradin Senheit bei der Durchsuchung sicherte, trotz Allem in der Hoffnung, nicht einen Schwertknauf oder ähnliches abzubekommen.
Als der Dolch aus seinem Hosenbund gezogen und mit den Worten, er würde einem guten Zweck zugute kommen, konfisziert wurde, begann er sich die Gesichter der beiden einzuprägen. Die Erniedrigung, von einer Frau der Garde abgetastet zu werden war das Eine, sein Eigentum einzuziehen etwas ganz Anderes. Trotz des innerlichen Zorns, grinste er die beiden nur hähmisch an, wissend, dass man sich auf Gerimore des Öfteren über den Weg läuft.
Es verstrichen Tage, gar Wochen, ohne auch nur Ansatzweise einen der beiden, geschweige denn einen anderen Soldaten des Regiments zu Gesicht bekam, zeigte er sich zugegebenermaßen auch nicht oft auf deren Gebiet.
Ein Fetzen Pergament, mit alten Richtpunkten und -Zahlen brachten ihn eines Nachmittags durch eine für ihn Namenlose Siedlung und ließ seinen Weg mit einem der Bewohner kreuzen - Merrik.
Erfreut, mit einer unangenehmen Art der Freundlichkeit, begann er den Gardisten zur Rede zu stellen, gab sich nach und nach zu erkennen, und forderte offen auf Reichsgebiet sein Eigentum zurück, jedoch erfolglos.
Auf seine Forderung hin, warf ihm der Gardist sogar einen Beutel voll Münzen zu, welcher den Wert der Waffe bei Weitem gedeckt hätte, doch war ihm nicht nach Entschädigung im materieller Hinsicht, nein, er wollte nun seinerseits den Gardisten aus der Reserve locken, ihn zum Erstschlag zu bringen und bat ihn, die nett umschriebene Drohung seiner Kameradin zu überbringen. Die Selbstbeherrschung des Soldaten brachte ihn zum Kochen, als er den Entschluss fasste, ihn die Botschaft gewiss nicht vergessen zu lassen. Ein Schuss wurde in Richtung Merriks abgegeben, bevor er sich, aufgrund einer etwaigen Alarmierung durch den Schuss, zurückzog.
Mühsam ernährt sich das Eichkatzen und er wusste, sich in Geduld zu üben.
Der Selbsterhaltungstrieb war es, der ihn mögliche Kommentare oder unüberlegte Aktionen vergessen ließ und ihn dazu brachte den Befehlen der beiden Gardisten Daske und Sennheit, welche den Auftrag bekamen, ihn zu durchsuchen, zu folgen.
Hie und da entglitt ihm natürlich ein weiser Ratschlag in Richtung Merriks, welcher seine Kameradin Senheit bei der Durchsuchung sicherte, trotz Allem in der Hoffnung, nicht einen Schwertknauf oder ähnliches abzubekommen.
Als der Dolch aus seinem Hosenbund gezogen und mit den Worten, er würde einem guten Zweck zugute kommen, konfisziert wurde, begann er sich die Gesichter der beiden einzuprägen. Die Erniedrigung, von einer Frau der Garde abgetastet zu werden war das Eine, sein Eigentum einzuziehen etwas ganz Anderes. Trotz des innerlichen Zorns, grinste er die beiden nur hähmisch an, wissend, dass man sich auf Gerimore des Öfteren über den Weg läuft.
Es verstrichen Tage, gar Wochen, ohne auch nur Ansatzweise einen der beiden, geschweige denn einen anderen Soldaten des Regiments zu Gesicht bekam, zeigte er sich zugegebenermaßen auch nicht oft auf deren Gebiet.
Ein Fetzen Pergament, mit alten Richtpunkten und -Zahlen brachten ihn eines Nachmittags durch eine für ihn Namenlose Siedlung und ließ seinen Weg mit einem der Bewohner kreuzen - Merrik.
Erfreut, mit einer unangenehmen Art der Freundlichkeit, begann er den Gardisten zur Rede zu stellen, gab sich nach und nach zu erkennen, und forderte offen auf Reichsgebiet sein Eigentum zurück, jedoch erfolglos.
Auf seine Forderung hin, warf ihm der Gardist sogar einen Beutel voll Münzen zu, welcher den Wert der Waffe bei Weitem gedeckt hätte, doch war ihm nicht nach Entschädigung im materieller Hinsicht, nein, er wollte nun seinerseits den Gardisten aus der Reserve locken, ihn zum Erstschlag zu bringen und bat ihn, die nett umschriebene Drohung seiner Kameradin zu überbringen. Die Selbstbeherrschung des Soldaten brachte ihn zum Kochen, als er den Entschluss fasste, ihn die Botschaft gewiss nicht vergessen zu lassen. Ein Schuss wurde in Richtung Merriks abgegeben, bevor er sich, aufgrund einer etwaigen Alarmierung durch den Schuss, zurückzog.
Mühsam ernährt sich das Eichkatzen und er wusste, sich in Geduld zu üben.
- Helisande von Alsted
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Der Maskenball war seine Schatten voraus. Jeder im lichten Reiche, der noch nicht dahingeschieden war schien schon Tage vorher auf den Beinen zu sein um sich entsprechend zu kleiden. Genauso beschwingt wie der Rest nahm auch die Rosthaarige das Unternehmen in Angriff. Tarya nähte und stickte bis ihr die Finger bluteten und hatte dennoch gemeinsam mit Kaleya die Zeit gefunden die Kesslerin einzukleiden. Kaleya hatte ein wenig seltsam gezuckt als sie ihren Kostümwunsch äußerte, Tarya nicht. Die zierliche Schneiderin wusste warum die Freundin als Efeuranke gewandet zum Ball gehen würde.
Die gesamte Aufmachung war für einen Maskenball fast zu dezent, die Maske verdeckte ihr Gesicht nur unzureichend. Den Sinn dass man nicht erkannt werden sollte, den hatte die hochgewachsene Frau offenbar nicht erfasst oder es bekümmerte sie nicht sonderlich. In dem Anlass lag für sie genug Bitterkeit, die sie rigoros beiseite schob um nicht davon nieder gedruckt zu werden.
Mit einem Fächer bewaffnet begab sie sich am großen Abend zu der Örtlichkeit. Binnen einer halben Stunde herrschte ein unglaubliches Gedränge und der Tanz begann. Der gewittergraue Blick blickte forschend in der Menge umher, hier und dort erkannte sie Kameraden, Vorgesetzte oder auch Adelsangehörige. Keine noch so gute Maske verbirgt die ganz persönliche Art sich zu bewegen oder Angewohneiten im Ausdruck. Es sei denn man achtete darauf.
Schon bald fanden sich an ihren Flanken zwei Kameradinnen ein, die sich schon bald wieder von ihr lösten um an Spielen teilzunehmen oder sie wurden zum Tanz gebeten. Nur die schlanke Efeuranke blieb nahe zu unbeweglich stehen. Wenn man eine Tatsache nicht abwenden kann, so sollte man das Beste aus ihr machen. Muntere Neckereien flogen umher zwischen den vertrauteren Personen bis zur Aufführung des Nachtvolkens. Während jender stand sie abseits um zu zuschauen, sie war groß genug um die Menge recht bequem zu überblicken.
Neben ihr tauchte ein maskierter Herr auf, der sich artig gab. Die Einladung auf einen Wein nahm sie an, ganz der weiblichen Eitelkeit geschuldet nicht den gesamten Ball die gewählte Rolle erfüllen zu wollen. Die Maske gab nicht viel Aufschluss über den Unbekannten. Er hatte ihre Größe, bereitere Schultern und die Stimme einen durchaus angenehmen Klang.
"Darf ich um den Tanz bitten."
"Sehr gern."
Was auch immer junge Frauen anfällig macht für den Reiz des Unbekannten, der nun wie ein mysteriöser Abgrund vor ihr lag, sie genoss den Tanz. Sogar ein Lächeln keimte auf. Da war keine Unbeholfenheit, keine jugendliche Unsicherheit an dem Maskierten. Er bekundete Händler zu sein.
Jeder Tanz endet, so wie jeder Abend endet wenn am nächsten Tag die Pflichten rufen. Er bot Arm und Geleit für den Heimweg an. Auch diese charmante Geste wurde angenommen. Rechenschaft konnte sie darüber später ablegen, sofern überhaupt jemand danach fragte....
Die Masken fielen.
Sebastiano Nestor, Pirat.
"Das war so klar, da interessiert sich ein Mann für mich und...."
Danach trat die Wirkung des Kopfstoßes ein, sie landete auf dem Rücken im Schnee, die Röcke behinderten die Abwehr. Der kräftige Kerl hielt sie mit seinem Gewicht am Boden und drosch auf ihr Gesicht ein. Den Reflexen der geübten Kämpferin war es allein geschuldet, dass es ihr gelang die Arme hochzureißen und die schlimmsten Treffer anzuwehren.
Ihr Gesicht brannte wie mit Feuer übergossen.
Das Kleid war nicht die beste Gewandung um darin zu kämpfen, doch wo ein Wille ist, ist auch ein Treffer. Sie kam frei, schlug zu und wurde wieder getroffen und gepackt. Der feste Griff um ihre Kehle schloss sich, die Atemnot würde bald eintreten und ihr die letzte Kraft rauben. Da war es ihr als würde die Stimme ihres Ausbilders im Kopf hallen: "Den Arm dazwischen, Hebel, fallen lassen.... Gegenschlag!"
Konditioniert wie Soldaten das sind, führte sie aus und bekam wieder Luft. Der Kerl rang selbst darum seine Lungen zu füllen. Sie hatte offenbar gut getroffen. Wütend wie es nur eine in ihrem Stolz verletzte Frau sein kann, trat sie im Liegen nach seinen Beinen aus. Mit dem Erfolg dass der selbst schon angezählte Unhold wieder halb auf ihr landete.
Beide starrten sich an. Beide Blut verschmiert und die Kleidung derangiert.
Wieder kam der erste Zug von ihm.
"Schad um dein Gesicht."
So grotesk es in der Situation auch anmuten mochte, doch er kühlte ihr Gesicht mit Schnee während sie Fetzen vom Kleid abriss um die schlimmsten Blutungen abzudrücken damit. Seine so wie ihre. Ohne darüber nachzudenken zog sie den Dolch hervor, den sie am Oberschenkel trug. Die Röcke hatten ihn gut verborgen bisher.
"Den hole ich mir wieder."
Die Klinge verschwand in seinem Stiefel und nicht in ihrer Brust, auch wenn ein Teil von ihr kurz damit gerechnet hatte. Aber vielleicht gab es auch bei Abschaum wie diesem dort doch so etwas wie das rudimentäre Empfinden für Ehre.
"Kein Verhaftungsversuch?"
"Ich habe ein Kleid an... blute... "
Mit den Worten warf sie ihm pro forma ihren Fächer ins Gesicht.
Ein Andenken.
Kaum war der Pirat entschwunden, rafft sie sich auf und schleppte sich in die Heimat. Das Gesicht brannte immer noch, die Kehle ebenso. Dennoch haderte sie vor ihrem Haus auf der Treppe einige Zeit mit sich, bevor die dem den Rücken kehrte und an eine andere Tür klopfte.
Die gesamte Aufmachung war für einen Maskenball fast zu dezent, die Maske verdeckte ihr Gesicht nur unzureichend. Den Sinn dass man nicht erkannt werden sollte, den hatte die hochgewachsene Frau offenbar nicht erfasst oder es bekümmerte sie nicht sonderlich. In dem Anlass lag für sie genug Bitterkeit, die sie rigoros beiseite schob um nicht davon nieder gedruckt zu werden.
Mit einem Fächer bewaffnet begab sie sich am großen Abend zu der Örtlichkeit. Binnen einer halben Stunde herrschte ein unglaubliches Gedränge und der Tanz begann. Der gewittergraue Blick blickte forschend in der Menge umher, hier und dort erkannte sie Kameraden, Vorgesetzte oder auch Adelsangehörige. Keine noch so gute Maske verbirgt die ganz persönliche Art sich zu bewegen oder Angewohneiten im Ausdruck. Es sei denn man achtete darauf.
Schon bald fanden sich an ihren Flanken zwei Kameradinnen ein, die sich schon bald wieder von ihr lösten um an Spielen teilzunehmen oder sie wurden zum Tanz gebeten. Nur die schlanke Efeuranke blieb nahe zu unbeweglich stehen. Wenn man eine Tatsache nicht abwenden kann, so sollte man das Beste aus ihr machen. Muntere Neckereien flogen umher zwischen den vertrauteren Personen bis zur Aufführung des Nachtvolkens. Während jender stand sie abseits um zu zuschauen, sie war groß genug um die Menge recht bequem zu überblicken.
Neben ihr tauchte ein maskierter Herr auf, der sich artig gab. Die Einladung auf einen Wein nahm sie an, ganz der weiblichen Eitelkeit geschuldet nicht den gesamten Ball die gewählte Rolle erfüllen zu wollen. Die Maske gab nicht viel Aufschluss über den Unbekannten. Er hatte ihre Größe, bereitere Schultern und die Stimme einen durchaus angenehmen Klang.
"Darf ich um den Tanz bitten."
"Sehr gern."
Was auch immer junge Frauen anfällig macht für den Reiz des Unbekannten, der nun wie ein mysteriöser Abgrund vor ihr lag, sie genoss den Tanz. Sogar ein Lächeln keimte auf. Da war keine Unbeholfenheit, keine jugendliche Unsicherheit an dem Maskierten. Er bekundete Händler zu sein.
Jeder Tanz endet, so wie jeder Abend endet wenn am nächsten Tag die Pflichten rufen. Er bot Arm und Geleit für den Heimweg an. Auch diese charmante Geste wurde angenommen. Rechenschaft konnte sie darüber später ablegen, sofern überhaupt jemand danach fragte....
Die Masken fielen.
Sebastiano Nestor, Pirat.
"Das war so klar, da interessiert sich ein Mann für mich und...."
Danach trat die Wirkung des Kopfstoßes ein, sie landete auf dem Rücken im Schnee, die Röcke behinderten die Abwehr. Der kräftige Kerl hielt sie mit seinem Gewicht am Boden und drosch auf ihr Gesicht ein. Den Reflexen der geübten Kämpferin war es allein geschuldet, dass es ihr gelang die Arme hochzureißen und die schlimmsten Treffer anzuwehren.
Ihr Gesicht brannte wie mit Feuer übergossen.
Das Kleid war nicht die beste Gewandung um darin zu kämpfen, doch wo ein Wille ist, ist auch ein Treffer. Sie kam frei, schlug zu und wurde wieder getroffen und gepackt. Der feste Griff um ihre Kehle schloss sich, die Atemnot würde bald eintreten und ihr die letzte Kraft rauben. Da war es ihr als würde die Stimme ihres Ausbilders im Kopf hallen: "Den Arm dazwischen, Hebel, fallen lassen.... Gegenschlag!"
Konditioniert wie Soldaten das sind, führte sie aus und bekam wieder Luft. Der Kerl rang selbst darum seine Lungen zu füllen. Sie hatte offenbar gut getroffen. Wütend wie es nur eine in ihrem Stolz verletzte Frau sein kann, trat sie im Liegen nach seinen Beinen aus. Mit dem Erfolg dass der selbst schon angezählte Unhold wieder halb auf ihr landete.
Beide starrten sich an. Beide Blut verschmiert und die Kleidung derangiert.
Wieder kam der erste Zug von ihm.
"Schad um dein Gesicht."
So grotesk es in der Situation auch anmuten mochte, doch er kühlte ihr Gesicht mit Schnee während sie Fetzen vom Kleid abriss um die schlimmsten Blutungen abzudrücken damit. Seine so wie ihre. Ohne darüber nachzudenken zog sie den Dolch hervor, den sie am Oberschenkel trug. Die Röcke hatten ihn gut verborgen bisher.
"Den hole ich mir wieder."
Die Klinge verschwand in seinem Stiefel und nicht in ihrer Brust, auch wenn ein Teil von ihr kurz damit gerechnet hatte. Aber vielleicht gab es auch bei Abschaum wie diesem dort doch so etwas wie das rudimentäre Empfinden für Ehre.
"Kein Verhaftungsversuch?"
"Ich habe ein Kleid an... blute... "
Mit den Worten warf sie ihm pro forma ihren Fächer ins Gesicht.
Ein Andenken.
Kaum war der Pirat entschwunden, rafft sie sich auf und schleppte sich in die Heimat. Das Gesicht brannte immer noch, die Kehle ebenso. Dennoch haderte sie vor ihrem Haus auf der Treppe einige Zeit mit sich, bevor die dem den Rücken kehrte und an eine andere Tür klopfte.
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Sebastiano Nestor
"Könnte interessant werden,"dachte er, als er die Aushänge las, die den Maskenball bewarben. Von mehreren Seiten hatte er gehört, dass sich auch Leute mit Masken und Kostümen eindeckten, die alles andere als erwünscht waren. So kam es ihm ganz gelegen, dass er einige Stunden vor der Veranstaltung bei einer Schneiderin war, um eine Rüstung anfertigen zu lassen, und er sich eher halbherzig für ein Kostüm, mehr eine schlichte Verkleidung entschied. Sein Gesicht, sein Verhalten wie auch seine Stimme war dem Ein oder Anderen mit sicherheit bekannt, was aber in solch einem Fall leicht zu verdecken war. Eine Pestarztmaske, die Nase und Mund verdeckte und die schädliche Luft durch die darin sitzenden Kräuter filterte, würde wohl auch die Stimme etwas verschleiern.
Auch Cassandra, eine Kameradin die erst kürzlich zu der illustren Gemeinschaft Cabezas dazugestoßen war und er schnell ins Herz geschlossen hatte, ließ sich recht schnell zu dieser Dummheit überreden.
Die Kostüme wurden angelegt, der Großteil der Bewaffnung abgelegt, nur die notwendigsten, am einfachsten zu versteckenden Pistolen, fanden Platz direkt am Körper, rechnete man immerhin mit Kontrollen am Einlass, was einen schnellen Zugriff auf jene jedoch unmöglich machte.
Als alles gerichtet und kontrolliert war, machten sich die beiden per Fähre auf den Weg in Richtung Adoran und von dort weiter zu besagtem Maskenball.
Seine üblicherweise recht dürftige Haltung wurde aufrechter, stolzer, immerhin wollte man nicht sogleich beim Einlass ein schlechtes Bild machen. Es war, wie er befürchtet hatte, brechend voll, ein wahres Unding für ihn, man konnte kaum sein eigenes Wort verstehen, der Großteil der Getränke war vergriffen, wenngleich auch er einen Hamster nachmachte, und sich genug Getränke einsteckte, um einer ganzen Mannschaft eine durchzechte Nacht zu bieten.
Die beiden zogen sich in eine weniger überlaufene Ecke zurück, tranken, scherzten und Cassandra wurde sogar genötigt, sich bei der Eröffnung mit ihm auf der überlaufenen Tanzfläche zu quälen.
Hie und da erblickte er einen anderen Kameraden, immerhin konnte man gewisse Gewohnheiten und Verhaltensweisen nicht vor jemandem verbergen, mit dem man Tag ein, Tag aus auf engstem Raum eines Schiffes zusammenarbeitet.
Es dauerte nicht lange, als sich die beiden aufgrund der Masse an Besuchern wieder dazu entschlossen, nach Cabeza überzusetzen und die am Ball eingesackte Auswahl an Spirituosen und Weinen zu probieren.
Als er die Örtlichkeit, wie es die gute Erziehung besagt, diagonal über die Tanzfläche, ohne Rücksicht auf jegliche Tänzer nehmend in Richtung Ausgang bewegte, fiel ihm die hochgewachsene, Rosthaarige am Rand auf, eindringlich wurde jene gemustert, eh diese aus seinem Blickfeld verschwand und er unbeirrt seinen Weg in Richtung Hafen fortsetzte.
Zurück auf Cabeza saß er nachdenklich mit Cassandra am Strand, die Getränke waren weniger überzeugend, weshalb er zwei Flaschen Rum aus seinem Zuhause holte. Eine solche Chance, sich der Gardistin die er sonst immer nur voller Montur sah, nun ungerüstet anzunehmen, ließ ihn die weitaus angenehmere Wärme und Ruhe Cabezas nicht genießen. Die Maskierung hatte er bereits wieder abgelegt und ins letzte Eck einer Kiste gestopft.
"'ch hoffe, du wäschst mir morgen die Wunden aus," sprach er scherzend über die Schulter, als er in Richtung seines Hauses ging, um sich die Maskierung wieder anzulegen. Er war fast schon zu überzeugt, dass er von Helisande keine große Gegenwehr zu erwarten hatte, wollte er doch überraschend das Unheil über sie kommen lassen.
Der Weg zum Ball war schnell gefunden, einige der Gäste hatten sich schon vor der Kostümbewertung, in welche er bei seiner Ankunft platzte verabschiedet, nicht aber die Frau, wegen der er wiedergekommen war. Noch immer Stand sie abseits, diesmal jedoch auf der anderen Seite. Der Herzschlag stieg etwas an, war er nichtmehr ganz so sicher, ob seine Tarnung bei einem direkten Gespräch halten würde. Einen großen Plan hatte er sich nicht gemacht, immerhin überlebt kein Plan die erste Feindberührung.
Das beste Benehmen wollte er zeigen, als er die Efeuranke auf einen Wein einlud und später, als nach der Honorierung der besten Kostüme die Tanzfläche wieder eröffnet wurde, zum Tanz bat.
In diesen Momenten waren die Vergeltungspläne beinahe schon zweitrangig, immerhin machte es auch spaß als Unbekannter jemanden über die Tanzfläche zu führen, welcher ihn bei nächster Gelegenheit am erstbesten Baum aufknüpfen würde.
Wie alles im Leben hatte auch das gespielte Stück ein Ende, als er, als guterzogener Handelsmann wie er behauptete, die Gardistin nach Hause begleiten wollte.
"Die romantische Strecke, oder die Befestigte?"
Als Edelmann und jemand, der nicht beobachtet werden wollte, wie er jemanden vermöbelt, wählte er natürlich ersteres.
Eigentlich wollte er sie bis zu ihrem Haus begleiten und sie mit einem herzhaften Tritt in ihr vertrautes Heim bringen, doch galt trotz des Balls in Berchgard ein Vermummungsverbot. Als sie ihr Gesicht preisgab und ihn letztendlich bat, sich zu zeigen, klopfte ihm wieder das Herz bis zum Hals. War es die Vorfreude auf das Kommende, oder doch die Aufregung?
Er zog die Maske herab, das hähmische Grinsen des Pirates blitzte seine nunmehr Kontrahentin nur kurz an, als er ihr auch schon einen Kopfstoß versetzte.
"Da interessiert sich mal ein Kerl freiwillig für mich und..." Er verspürte etwas wie Mitleid, nicht wegen der Nase, vielmehr wegen der Worte, die sie Sprach, weshalb er kurz stockte, bevor er ihr nachsetzte, um sie zu Boden zu bringen.
Immer wieder bearbeitete er, über ihr kniend, ihr Gesicht mit dem Ellenbogen, bis sie ihn mit Hilfe der Oberschenkel nach vorne brachte und einen Schlag auf den Kehlkopf setzen konnte. Es dauerte einige Momente, bis sich beide wieder orientieren konnten und er nach einem Tiefschlag ihrerseits gemeinsam mit ihr in die Knie ging. Der letzte Ansatz eines Kopfstoßes, welcher bekannt dafür ist, dass es niemanden gibt, der dabei gut aussteigt, endete damit, dass er sein Gesicht an das ihre zog und sich dabei den Zahn ausbrach.
Geschwächt und auf den Knien hockten die beiden blutend im Schnee. Es war wohl die Anerkennung die ihn dazu trieb, ihre aufgeplatzte Wunde zu reinigen, anscheinend steckt auch in ihm ein Funken Andstand und Ehrgefühl.
Als sie sich gegenseitig die gröbsten Wunden versorgt hatten, schleppten sie sich die letzten Meter in Richtung Kutsche.
Im Austausch ihres Fächers, welchen er bei der Ankunft auf Cabeza als tatsächliches Andenken an die Wand nagelte, reichte er ihr die Maske herüber. "Bis eben wars'n schöner Abend." rief er ihr hinterher, als er sich schmerzverzerrt in die Kutsche zog.
Nicht nur der Fächer wird ihm jenen Abend in Erinnerung halten, auch die Zahnlücke wird ihn wohl noch lange daran erinnern.
Auch Cassandra, eine Kameradin die erst kürzlich zu der illustren Gemeinschaft Cabezas dazugestoßen war und er schnell ins Herz geschlossen hatte, ließ sich recht schnell zu dieser Dummheit überreden.
Die Kostüme wurden angelegt, der Großteil der Bewaffnung abgelegt, nur die notwendigsten, am einfachsten zu versteckenden Pistolen, fanden Platz direkt am Körper, rechnete man immerhin mit Kontrollen am Einlass, was einen schnellen Zugriff auf jene jedoch unmöglich machte.
Als alles gerichtet und kontrolliert war, machten sich die beiden per Fähre auf den Weg in Richtung Adoran und von dort weiter zu besagtem Maskenball.
Seine üblicherweise recht dürftige Haltung wurde aufrechter, stolzer, immerhin wollte man nicht sogleich beim Einlass ein schlechtes Bild machen. Es war, wie er befürchtet hatte, brechend voll, ein wahres Unding für ihn, man konnte kaum sein eigenes Wort verstehen, der Großteil der Getränke war vergriffen, wenngleich auch er einen Hamster nachmachte, und sich genug Getränke einsteckte, um einer ganzen Mannschaft eine durchzechte Nacht zu bieten.
Die beiden zogen sich in eine weniger überlaufene Ecke zurück, tranken, scherzten und Cassandra wurde sogar genötigt, sich bei der Eröffnung mit ihm auf der überlaufenen Tanzfläche zu quälen.
Hie und da erblickte er einen anderen Kameraden, immerhin konnte man gewisse Gewohnheiten und Verhaltensweisen nicht vor jemandem verbergen, mit dem man Tag ein, Tag aus auf engstem Raum eines Schiffes zusammenarbeitet.
Es dauerte nicht lange, als sich die beiden aufgrund der Masse an Besuchern wieder dazu entschlossen, nach Cabeza überzusetzen und die am Ball eingesackte Auswahl an Spirituosen und Weinen zu probieren.
Als er die Örtlichkeit, wie es die gute Erziehung besagt, diagonal über die Tanzfläche, ohne Rücksicht auf jegliche Tänzer nehmend in Richtung Ausgang bewegte, fiel ihm die hochgewachsene, Rosthaarige am Rand auf, eindringlich wurde jene gemustert, eh diese aus seinem Blickfeld verschwand und er unbeirrt seinen Weg in Richtung Hafen fortsetzte.
Zurück auf Cabeza saß er nachdenklich mit Cassandra am Strand, die Getränke waren weniger überzeugend, weshalb er zwei Flaschen Rum aus seinem Zuhause holte. Eine solche Chance, sich der Gardistin die er sonst immer nur voller Montur sah, nun ungerüstet anzunehmen, ließ ihn die weitaus angenehmere Wärme und Ruhe Cabezas nicht genießen. Die Maskierung hatte er bereits wieder abgelegt und ins letzte Eck einer Kiste gestopft.
"'ch hoffe, du wäschst mir morgen die Wunden aus," sprach er scherzend über die Schulter, als er in Richtung seines Hauses ging, um sich die Maskierung wieder anzulegen. Er war fast schon zu überzeugt, dass er von Helisande keine große Gegenwehr zu erwarten hatte, wollte er doch überraschend das Unheil über sie kommen lassen.
Der Weg zum Ball war schnell gefunden, einige der Gäste hatten sich schon vor der Kostümbewertung, in welche er bei seiner Ankunft platzte verabschiedet, nicht aber die Frau, wegen der er wiedergekommen war. Noch immer Stand sie abseits, diesmal jedoch auf der anderen Seite. Der Herzschlag stieg etwas an, war er nichtmehr ganz so sicher, ob seine Tarnung bei einem direkten Gespräch halten würde. Einen großen Plan hatte er sich nicht gemacht, immerhin überlebt kein Plan die erste Feindberührung.
Das beste Benehmen wollte er zeigen, als er die Efeuranke auf einen Wein einlud und später, als nach der Honorierung der besten Kostüme die Tanzfläche wieder eröffnet wurde, zum Tanz bat.
In diesen Momenten waren die Vergeltungspläne beinahe schon zweitrangig, immerhin machte es auch spaß als Unbekannter jemanden über die Tanzfläche zu führen, welcher ihn bei nächster Gelegenheit am erstbesten Baum aufknüpfen würde.
Wie alles im Leben hatte auch das gespielte Stück ein Ende, als er, als guterzogener Handelsmann wie er behauptete, die Gardistin nach Hause begleiten wollte.
"Die romantische Strecke, oder die Befestigte?"
Als Edelmann und jemand, der nicht beobachtet werden wollte, wie er jemanden vermöbelt, wählte er natürlich ersteres.
Eigentlich wollte er sie bis zu ihrem Haus begleiten und sie mit einem herzhaften Tritt in ihr vertrautes Heim bringen, doch galt trotz des Balls in Berchgard ein Vermummungsverbot. Als sie ihr Gesicht preisgab und ihn letztendlich bat, sich zu zeigen, klopfte ihm wieder das Herz bis zum Hals. War es die Vorfreude auf das Kommende, oder doch die Aufregung?
Er zog die Maske herab, das hähmische Grinsen des Pirates blitzte seine nunmehr Kontrahentin nur kurz an, als er ihr auch schon einen Kopfstoß versetzte.
"Da interessiert sich mal ein Kerl freiwillig für mich und..." Er verspürte etwas wie Mitleid, nicht wegen der Nase, vielmehr wegen der Worte, die sie Sprach, weshalb er kurz stockte, bevor er ihr nachsetzte, um sie zu Boden zu bringen.
Immer wieder bearbeitete er, über ihr kniend, ihr Gesicht mit dem Ellenbogen, bis sie ihn mit Hilfe der Oberschenkel nach vorne brachte und einen Schlag auf den Kehlkopf setzen konnte. Es dauerte einige Momente, bis sich beide wieder orientieren konnten und er nach einem Tiefschlag ihrerseits gemeinsam mit ihr in die Knie ging. Der letzte Ansatz eines Kopfstoßes, welcher bekannt dafür ist, dass es niemanden gibt, der dabei gut aussteigt, endete damit, dass er sein Gesicht an das ihre zog und sich dabei den Zahn ausbrach.
Geschwächt und auf den Knien hockten die beiden blutend im Schnee. Es war wohl die Anerkennung die ihn dazu trieb, ihre aufgeplatzte Wunde zu reinigen, anscheinend steckt auch in ihm ein Funken Andstand und Ehrgefühl.
Als sie sich gegenseitig die gröbsten Wunden versorgt hatten, schleppten sie sich die letzten Meter in Richtung Kutsche.
Im Austausch ihres Fächers, welchen er bei der Ankunft auf Cabeza als tatsächliches Andenken an die Wand nagelte, reichte er ihr die Maske herüber. "Bis eben wars'n schöner Abend." rief er ihr hinterher, als er sich schmerzverzerrt in die Kutsche zog.
Nicht nur der Fächer wird ihm jenen Abend in Erinnerung halten, auch die Zahnlücke wird ihn wohl noch lange daran erinnern.
Zuletzt geändert von Sebastiano Nestor am Mittwoch 15. Januar 2014, 22:43, insgesamt 2-mal geändert.