Sattel......
Sattel....
Herrjeh....!
Ja, tapferes Schneiderlein macht das schon.
Ein Sattel für die Gräfin, und das in Königlichem Auftrag.
Und ich sass hier, vor dem Leder und runzelte die Stirn.
Naja, gut, schön das man mir allerlei zutraut, aber einen Sattel hatte ich noch nie hergestellt.
Natürlich hatte ich selber den Anspruch, dass er prunkvoll Pferd und Reiterin zieren musste.
Aber was genau?
Und vor allem, wie genau?
Damensattel?
Normaler Sattel?
Helles Leder, dunkleres Leder?
Alles Fragen, über die sich der Überbringer des Auftrages, Namentlich Arenvir von Goldenfall, sicher nie Gedanken zu gemacht hatte.
Wie auch?
Warum auch?
Der Mann hatte das unbändige Talent, nicht nur die Hälfte zu vergessen von dem was er eigentlich wollte, sondern auch meine Gedanken bei so manchem seiner Besuche, völlig durcheinander zu bringen.
Jetzt eben erst wieder.
Aber gut, das war eine andere Geschichte.
Kommen wir zum wesentlichen zurück.
Einen Sattel für die Gräfin!
Nicht das erste mal das ich für eine Edle oder eine Adelige oder auch für die Gräfin etwas hergestellt hatte, nein.
Im Gegenteil, das kam sogar recht häufig vor.
Viele des Lichtentaler Adels kamen in den Kessel einkaufen, und so war ich wohl auch für dieses Anliegen die beste Ansprechpartnerin.
Ich packte einfach einige Ledervorschläge ein, und zog mir meinen Mantel über, um mich auf den Weg zu machen, zum Regimentsstall.
Der Stallmeister kannte sich mit Pferden und Sätteln aus.
Ein Gespräch stand bevor und geduldig beantwortete mir der Stallmeister alle meine Fragen.
Wir berieten über die Lederart, die sitzweise des Sattels und auf was es sonst noch ankam (zum Beispiel die Pferdeanatomie, herrjeh, wer macht sich denn sonst so tiefschürfende Gedanken dazu?).
Nach dem Gespräch war ich auch durchaus ein Stück schlauer und wanderte mit einem nachdenklichen Ausdruck auf dem Gesicht wieder gen Kessel.
Die Arbeit war.. nein, nicht schnell getan, im Gegenteil.
Ich lies mir zudem auch noch Zeit. Zeit, welche ich sonst, bei Kleidungsstücken oder gewohnter Arbeit nicht brauchte.
Aber man sagt ja nicht umsonst: „Was lange währt, wird letztlich gut“!
Erst als Ernst vom Dienst und sichtlich schon wieder umgezogen, den Kessel betrat, mit sichtlicher Sorge auf den Zügen (denn immerhin war ich nicht nach Hause gekommen), wurde mir klar, wie lange ich schon daran gearbeitet hatte.
Mein Typisches Chaos zeigte sich hinter der Theke.
Lederreste, Nadeln, Garne, die Decke zum Unterlegen des Sattels, Stoffe, Handschuhe, meine Utensilien zum Lederverzieren, und alles drum herum, und ich in der Mitte.
Aber... der Sattel war fertig geworden.
Prachtvoll verziert, eingebrannte Ornamente in dunkles Leder, abgesetzt mit hellen Ziernähten und Zierknöpfen mit dem Lichtentaler Wappen.
Die Steigbügel aus festem Eisen, die Nieten die das Leder zierten waren passend gewählt.
Nur noch das Lederfett.
Dann war alles fertig.
Und ich? Ich war auch fertig.
Müde und kaputt, wie weh meine Hände taten, stellte ich erst fest, als Ernst mich in den Arm nahm, um mich von all dem angerichteten Chaos weg zu ziehen.
Der Sattel für die Gräfin.
Morgen... Morgen würde ich ihn zum Haus Dornwald bringen. Aber jetzt erstmal schlafen.
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Der Gräfin neuer Sattel
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Tarya Erskine
Der Gräfin neuer Sattel
Zuletzt geändert von Tarya Erskine am Mittwoch 18. Dezember 2013, 21:15, insgesamt 1-mal geändert.