"Drum prüfe, wer sich ewig bindet....."

Geschichten eurer Charaktere
Balator Meridos

Beitrag von Balator Meridos »

Vernunft will sie, Vernunft soll sie bekommen. Im Gegensatz zu mir hatte sie die Pause nicht dazu genutzt, darüber nachzudenken, dazu ist sie zu Hitzköpfig - sie muss also nachholen, was ich tat, aber verflucht wie erreiche ich das.

Vaughain? Lächerlich, sie ist selbst mündig, zieht aber Vaughain mit ein, weil sie sich ihren Hitzkopf selbst eingesteht und die Vernunftsschiene alleine nicht durchbekommt - kann sie haben!


Und so liess er sie stehen wie bestellt und nicht abgeholt und lief weg, damit sich ihr Mütchen etwas abkühlen würde, wenn sie sieht, dass er nicht so verrückt nach ihr war wie sie nach ihm.

Ja, ich halte das aus.
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Helisande von Alsted
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Beitrag von Helisande von Alsted »

10. Szene

Die Wut war verraucht, die Verletztheit geblieben, es dauerte bis die Rothaarige es wieder über sich brachte sich dem Feuerkopf zu öffnen und ihm zuzuwenden. Es schien fast so als wäre ihr jeder noch so marginale Anlass genug um die Stacheln erneut aufzustellen. Ihr Vormund machte seine Sache gut. Fast schon ein wenig zu gut, denn er trieb mit seinen Forderungen und Ansprüchen den männliche Part des jungen Paares in den Harnisch. Rache mag ein Gericht sein, dass man am gelungensten kalt genießt. Es zog ein kalter Tag am Himmel herauf.


"Ich habe meinem Vater geschrieben, er wird in Kürzer hier sein."


Bedauerlicherweise beließ es der Soldat aber nicht bei dieser Information. Er schmückte die Persönlichkeit und Ansprüche des Vaters noch erheblich aus. Die renitente Rothaarige bangte nun dem großen Tag entgegen an dem der gestrenge Vater, der Oberst aus Dragenfurt ankommen würde. Der Mann der offenbar unerfüllbare Ansprüche an alle und jeden stellte und dennoch von seinem Sohn verehrt wurde. Denn egal in welche Worte er es kleidete, da war Liebe und Ehrerbietung.
Für das schicksalsträchtige Treffen wurde sie mit mehr Verhaltensregeln eingedeckt als jedes Kloster für seine Schülerinnen jemals erlassen könnte. Ganz besonders betont wurde dem möglichen Herrn Schwiegerpapa stets als junge Dame aus gutem Hause gegenüber zu treten.


Oh wir haben Besuch?
Wie?
Er ist DA?
Augen zu und durch. ich mache eh ungerne lange Geschichten aus dem was ich bin. Wenn der Herr Oberst ist, der er sein soll wird er den Anblick einer Soldatin in voller Rüstung nicht nur überleben, sondern auch schon einmal bewundert haben.


Aus ihrer Sicht gesehen verlief der Abend nach der Vorstellung prächtig. Wenn man aus der zweitweiligen Mimik des Feuerkopfes Rückschlüsse ziehen wollte, so konnte man interpretieren, dass er den Verlauf des Abends als nicht ganz so prächtig empfand.


"Ich weiß zu schützen, was mir anvertraut ist."
Oh ja, Herr Schwiegerpapa, wundere dich nur. Ich bin kein braves Kind, von mir gibt es Gegenwind.

Er teilt selbst gut aus, Temora hilf. Hier muss ich wohl doch meinen ganzen Mutterwitz in die Waagschale werfen um mich halbwegs zu behaupten.
Die ganze Sippe scheint mit Intelligenz und Schlagfertigkeit gesegnet.


Kurz vor Ende des ersten Zusammenpralls der Gemüter verbündeten sich dann doch Vater und Sohn wieder gegen das renitente Weib.

"Du zähmst seit neuestem Drachen, mein Sohn?"

"Ayeeee"


Drachen! Zähmen! Von wegen!
Meh!
Zuletzt geändert von Helisande von Alsted am Montag 7. Oktober 2013, 17:03, insgesamt 3-mal geändert.
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Helisande von Alsted
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Beitrag von Helisande von Alsted »

11. Szene

Oberst Maloran Meridos, eine Person ein Name und ein Rang, der hier keinerlei Bedeutung hatte bis auf die Tatsache dass man ihm den altgedienten Soldaten nachsagen durfte. Im Nachhinein betrachtet empfand die Soldatin selbst ihre Furcht vor diesem Mann als albern. So sehr es den Feuerkopf auch irritierte, sein Vater und seine Braut waren vom gleichen Schlag.
Beide starrköpfig, willensstark und würden ihrem Gegenüber erst dann das letzte Wort gönnen, wenn sie im Grabe lägen. Nach dem ersten Zusammentreffen der beiden Hirsche folgte schon sehr bald das zweite, eingefädelt vom potentiellen Schwiegervater persönlich.

"Ich wollte dich allein sprechen Kindchen."
"Das sei Euch vergönnt, alter Mann."
Er hat angefangen damit. Jawohl! Kindchen. Pfff!


Blankwaffenkunde. Genauso konnte man dieses Treffen überschreiben, denn der besorgte Vater wollte herausfinden was für ein Früchtchen sich sein Sohn angelacht hatte. Die wehrhafte Braut war zu ehrlich um irgendetwas zu verheimlichen oder mutwillig zu verschweigen. So wusste nach dem Verlauf des Gespräches der alte Mann womit er zu rechnen hatte und die erschöpfte junge Frau fühlte sich auf sich selbst zurück geworfen.

"Könntest du unter Umständen für den Seelenfrieden meiner Gemahlin vorerst verschweigen, dass du....?"
"... dass ich Soldatin bin und keine brave Klostermaus, die seidene Taschentücher mit den Initialen ihres künftigen Gatten bestickt?"
"Sie macht sich so leicht Sorgen."
"Ich werde mein Bestes tun, Oberst."
... und ich werde nicht lügen. Man sieht mir an, was ich bin, alter Mann. Wie lange hätte ich denn dich täuschen können?


Die Themenstellung der Unterhaltung verschwamm. Die Ansprüche des ehrgeizigen Mannes an seinen ältesten Sohn wurden ebenso transportiert wie der feste Entschluss der Frau jenen vor allem zu schützen und zu bewahren.

"Willkommen in der Familie, Kindchen."
"Ich danke dir, alter Mann."

Der vorsichtige Beginn wurde durch ein herzliches Ende gemildert. Man kam überein sich zu mögen, wenn auch beide zu gegenseitigen Stichelein neigten. Die Würze des Lebens innerhalb einer Familie, die bald um eine Person reicher sein würde.

"Ich spreche bei deinem Vormund vor. Der Vertrag wird somit sehr bald fertig sein."
Zuletzt geändert von Helisande von Alsted am Montag 16. Dezember 2013, 12:50, insgesamt 1-mal geändert.
Balator Meridos

Beitrag von Balator Meridos »

"Ich will dich heiraten, ich will nur nicht.. heiraten!

Ja, als verzweifelt konnte man sie bezeichnen, Helisande hatte regelrechten Bammel davor, einen Tag zu begehen, ohne Waffe und ganz im Mittelpunkt stehend. Balator sah viel Arbeit auf sich zukommen bis sein Mädchen nicht mehr nur als Verlobte sondern auch als Braut bezeichnet werden kann.

Beinahe täglich bearbeitete er sie, legte dar, wie der Tag in etwa verlaufen würde und dass es keinen Grund gäbe, sich davor zu fürchten oder, Temora bewahre, davor zu fliehen. Und seine Arbeit trug Früchte. Zu behaupten, dass sie sich damit anfreunden würde wäre zuviel behauptet, aber sie versprach ihm, nicht zu fliehen, jedoch nur unter der Bedingung, dass sein alter Herr sie zum Altar führt.

Einige Tage später überraschte sie ihn damit, dass Maloran eingeladen war um die wichtigsten Eckpunkte der Hochzeit festzulegen.

- Einladungsliste: Wer, wie und weshalb?
- Datum, Ort: Wann, wo und wieso eigentlich?
- Wichtige Personen: von Trauzeugen, Brautführern, Brautjungfern und verflucht, einen Priester brauchen wir auch noch!


Ein Abend verging, ehe auch das festgelegt war, und zu Balators grösster Freude war Helisande einmal fast nur die ihm ergebene, liebevolle Frau.. der rebellische Drache war für einmal nicht zum Vorschein gekommen.
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Helisande von Alsted
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Beitrag von Helisande von Alsted »

Szene 12

1. Aufzug
So hatten die beiden älteren Männer sich getroffen und einen Vertrag ersonnen, der dem jungen Paar den Weg in ein gemeinsames Leben ebnen sollte. Wobei die Soldatin ihren Vormund gewiss nicht als alt bezeichnen würde. Zumindest nicht laut und wenn er in der Nähe war.
Die Ausgestaltung des Vertragen legte jedoch Nahe dass beide sich durchaus intensiv damit auseinander gesetzt hatten einen Ausstieg aus der Bindung offen zu halten.


Warum nur werde ich das Gefühl nicht los, dass diese Klauseln für mich hineingenommen wurden? Wirke ich so unentschlossen?


Keine noch so gut gemeinte Tat bleibt unbestraft, zog doch die Kenntnisnahme des Schriftstückes einen Streit nach sich, der das junge Glück schwer erschütterte. Der gestrenge Vormund der jungen Frau betrachtete die Vorboten der sich anbahnenden Gefechte mit einem gewissen Amüsment und zog es dann doch vor sich zurück zu ziehen bevor der Kollateralschaden sich auf seine Person ausdehnen würde.


Ja es stört mich! Nicht die Tatsache irgendwann Mutter zu werden, sondern nun auch noch schriftlich bereits darauf reduziert zu werden. Zum Dämon, ich weiß jetzt nicht ob ich später wieder meinen Dienst auf nehmen will oder kann. Aber ich will verflucht noch eins wenigstens die Wahl haben ohne diesen Vertrag dabei unter die Nase gehalten zu bekommen!


Es flogen mehr oder minder sachliche Argumente hin und her. Verletztheit auf der einen Seite, Sturheit auf der anderen. Doch wie so oft fand auch diese Debatte keinen wirklichen Sieger. Alles was sich fand waren Risse im feinen Putz des Paares, ob jene sich bis auf das Fundament erstrecken würden, würde nur die Zeit allein weisen und bereithalten.

Im Grunde hat er recht. Das haben sie alle drei. Aber ich kann einfach nicht so aufgeben... ich kann nicht. Aber ich werde es müssen, irgendwann. Dann aber aus vollem Herzen.



2.Aufzug

"Du hättest tot sein können!"
"Bin ich aber nicht... Ich hatte nur die Wahl zwischen falsch und falsch."
"Gerade eben so! Du bist doch vollkommen...."


Schon ging die Litanei los. Der Feuerkopf holte nicht mal Luft als er seiner Liebsten die Leviten las und das in klar und deutlich. Das Weib hatte es vollbracht auf dem Heimweg vom Dienst in ein Rudel Letharen zu reiten und sich nachhaltig mit jenen anzulegen.
Gespickt mit Pfeilen und zu allem Überfluss auch noch vergiftet war sie mehr tot als lebendig als dann die alarmierte Patroullie des Regimentes eintraf. Sie hatte nicht weichen wollen in Anbetracht der Örtlichkeit und der Gefahr für etwaige Passanten. Er empfand ihre Handlung als tollkühn und dämlich.

"In einer solchen Situation flieht man und holt Hilfe."
"Eine Option, ich wählte eine andere."
Du hast die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, Meridos. Als Soldatin steht das Wohl anderer über dem meinen.


Wieder kein Nachgeben bei ihr oder bei ihm. Das letzte Wort würden hier wohl die Korporäle haben. Die schwiegen dazu jedoch auffällig, auch der Vater des Feuerkopfes bezog keine Stellung. Was blieb war die Furcht und gleichsam das Glück. Manchmal müssen wohl einschneidende Dinge geschehen um das Wesentliche zu erkennen. Sie waren beide am Leben, jung gesund und tatkräftig.

"Ich bin Soldatin, so wie du Soldat bist. Nimm mir das nicht."
Zuletzt geändert von Helisande von Alsted am Montag 16. Dezember 2013, 14:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Helisande von Alsted
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Beitrag von Helisande von Alsted »

Sie hatte den Brief des Feuerkopfes lange mit sich umhergetragen. Ihn immer und immer wieder gelesen, so oft dass er mittlerweile ziemlich mitgenommen aussah. Überdies wirkte das Pergament auch als ob mehr als ein Regenschauer über ihm hernieder gegagen war. Salziger Regen. So verbissen die Rosthaarige auch versuchte die Tatsachen zu leugnen, die Zeit arbeitete gegen sie.

Mehrfach griff sie zur Feder und versuchte einen Brief zu verfassen, der jedesmal wieder mit einem Fluch zerknüllt und ins Feuer geworfen wurde. Es war lausig kalt geworden innen wie außen. Das Haus wirkte leer und verlassen wenn sie vom Dienst heimkam und sie versuchte möglichst wenig heimzukommen. Es wäre sicher möglich es zu ignorieren weiterhin, den Fragen höflich auszuweichen und einfach weiter zu machen.
Möglich.
Sinnvoll?

Der Herrin schützende Schwingen über dich,
Feuerkopf.

Ich habe deinen Brief erhalten.
Ich habe deinen Brief erhalten und gelesen, ich habe deine Worte auch verstanden. Es schwingt in ihnen die Hoffnung mit, dass ich mehr Geduld habe als du vermutest. Du kennst mich gut, Balator.
Ich werde nicht warten. Das was nun ist, ist so wie es immer sein sollte. Ich stand dir lange genug um Weg, hinderte dich an dem was du wirklich willst. Wenn ich dich darum bitte, kommst du zurück, dass weiß ich - aber ich bitte dich nicht.
Ich gebe dich frei.
Gehe den von dir gewählten Weg weiter mit ganzem Herzen und ganzer Seele. Erinnere dich später mit Gutmütigkeit an mich, an eine Liebe die von Beginn an wohl um ihr eigenes Ende wusste.
Du weißt nun was du willst und das erfüllt mich mit Stolz. Auch wenn es mich im Moment noch zerreißt und die Trauer um das was hätte sein können überwiegt: Es ist richtig so.
Ich gebe dich frei und entbinde dich jedem Wort und Eid mir gegenüber. Die Lösung des Verlöbnisses erfolgt hiermit auf meinen Wunsch und wird von mir unseren Vormündern bekannt gegeben. Gräme dich nicht um meinetwillen. Ich bin eine Kämpferin und gewöhnt zu fallen um wieder aufzustehen. Nimm meine Dankbarkeit für die gemeinsame Zeit, für jeden Streit und für jedes Wort an.

Temora segne dich, sie hülle dich in ihre schützenden Schwingen ein und gebe dir Kraft und Zuversicht. Ihr Licht mit dir auf deinen Wegen egal wie steinig sie dir erscheinen mögen.

In Liebe und tiefer Dankbarkeit. Jetzt. Immer.

Helisande


PS: Den Verlobungsring erhälst du nicht zurück. Meiner!
Dein Drache



Dieser Brief wurde gefaltet und gesiegelt und auf den Weg gebracht. Die nötigen Gespräche alsbald geführt. Entschlossen drehte sie den Ring an ihrem Finger herum, der Stein zeigte nach innen. So würde sie ihn von nun an tragen. Mahnung und Schutzschild.
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