Der Kreis schliest sich
- Tugor Crain
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- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Der Kreis schliest sich
Alatar ist gerecht, Alatar ist allwissend, doch sind seine Wege oft unergründlich…
Tugor saß nachdenklich bei einem Glas Wein in seiner Stube, Yasccara neben an schlief wohl längst zu jener fortgeschrittenen Stunde.
Einen Großteil seines Lebens verbrachte er damit seinem Herrn und Gott zu dienste zu sein, anfänglich musste Tugor die ein oder andere ihm auferlegte Prüfung bestehen, welche er aber stets zu meistern vermochte.
Hatte er nicht viele Kämpfe und Schlachten inbrünstig für ihn geschlagen?
Gelang es ihm nicht vielen fehl- und ungläubigen den wahren und rechten Weg zu offenbaren,
ihnen Alatars Wort in die Seele zu pflanzen?
Nein, der Weg des Ritters war längst nicht zu Ende, erst wenn die letzten Ketzer vernichtet, die Saat Alatars gänzlich aufgegangen und er seinen Platz in der schwarzen Feste des Herrn einnehmen dürfe…
Tugor nippte an seinem Glas um es dann sorgsam abzustellen, wieder begannen seine Gedanken abzuschweifen.
Ihr seit ein großer Ritter und währet ein noch größerer Ahad…
Jene Worte kreisten noch immer in seinen Kopf, doch erst als die Erhabene den Ritter zu sich rief, ihm neuerliche höhere Aufgaben versprach, begann Tugor die Tragweite jener Worte zu begreifen.
Bringt mir ein altes Buch Ritter, ähnlich jenen welche unten in den Tiefen der Krypta zu finden sind, ebenso eine Kerze dann kommt zu mir…
Er fühlte sich bereit diesen Schritt zu gehen, so gehorchte der Ritter mit der ihm abverlangten Demut und klopfte einige Tage später an der Tür der Erhabenen.
Tugor saß nachdenklich bei einem Glas Wein in seiner Stube, Yasccara neben an schlief wohl längst zu jener fortgeschrittenen Stunde.
Einen Großteil seines Lebens verbrachte er damit seinem Herrn und Gott zu dienste zu sein, anfänglich musste Tugor die ein oder andere ihm auferlegte Prüfung bestehen, welche er aber stets zu meistern vermochte.
Hatte er nicht viele Kämpfe und Schlachten inbrünstig für ihn geschlagen?
Gelang es ihm nicht vielen fehl- und ungläubigen den wahren und rechten Weg zu offenbaren,
ihnen Alatars Wort in die Seele zu pflanzen?
Nein, der Weg des Ritters war längst nicht zu Ende, erst wenn die letzten Ketzer vernichtet, die Saat Alatars gänzlich aufgegangen und er seinen Platz in der schwarzen Feste des Herrn einnehmen dürfe…
Tugor nippte an seinem Glas um es dann sorgsam abzustellen, wieder begannen seine Gedanken abzuschweifen.
Ihr seit ein großer Ritter und währet ein noch größerer Ahad…
Jene Worte kreisten noch immer in seinen Kopf, doch erst als die Erhabene den Ritter zu sich rief, ihm neuerliche höhere Aufgaben versprach, begann Tugor die Tragweite jener Worte zu begreifen.
Bringt mir ein altes Buch Ritter, ähnlich jenen welche unten in den Tiefen der Krypta zu finden sind, ebenso eine Kerze dann kommt zu mir…
Er fühlte sich bereit diesen Schritt zu gehen, so gehorchte der Ritter mit der ihm abverlangten Demut und klopfte einige Tage später an der Tür der Erhabenen.
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Cira Ad Ethir
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Mit leicht zufriedenem Nicken schloss sie die Tür wieder, nachdem der Ritter hinausgetreten war.
Das Buch in ihrer Hand legte sie sorgfältig in eines der Regale – es würde noch gebraucht werden.
Sich wieder in den Sessel setzend, hing sie eine Weile ihren Gedanken nach.
Das Gespräch war so verlaufen, wie sie es erwartet hatte. Tugors Glaube war stark und er war bereit seinen Weg fortzusetzen. Auch gab er sich nicht Illusionen hin, dass dieser Weg leicht werden würde. Dazu war ihm nur allzu bewusst, was es bedeutet dem Herrn zu dienen. Und er war ebenfalls bereit, die Konsequenzen zu tragen, wenn er versagen sollte.
Doch ein Versagen würde es nicht geben, dessen war sie sich sicher. Der Ritter befand sich bereits auf dem rechten Weg des Glaubens, nun war es an der Zeit – und an ihr, ihn auf den Weg des Wissens zu führen.
Ein schmales Lächeln bildete sich auf ihren Zügen. Es war soweit, dem Herrn einen neuen, mächtigen Diener zuzuführen.
Das Buch in ihrer Hand legte sie sorgfältig in eines der Regale – es würde noch gebraucht werden.
Sich wieder in den Sessel setzend, hing sie eine Weile ihren Gedanken nach.
Das Gespräch war so verlaufen, wie sie es erwartet hatte. Tugors Glaube war stark und er war bereit seinen Weg fortzusetzen. Auch gab er sich nicht Illusionen hin, dass dieser Weg leicht werden würde. Dazu war ihm nur allzu bewusst, was es bedeutet dem Herrn zu dienen. Und er war ebenfalls bereit, die Konsequenzen zu tragen, wenn er versagen sollte.
Doch ein Versagen würde es nicht geben, dessen war sie sich sicher. Der Ritter befand sich bereits auf dem rechten Weg des Glaubens, nun war es an der Zeit – und an ihr, ihn auf den Weg des Wissens zu führen.
Ein schmales Lächeln bildete sich auf ihren Zügen. Es war soweit, dem Herrn einen neuen, mächtigen Diener zuzuführen.
- Tugor Crain
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Eine stetige Unruhe begann sich in seinem Inneren auszubreiten, ausgerechnet jetzt da gravierende Veränderungen auf das alatarische Reich und ihm selbst einwirkten.
Hinter vorgehaltener Hand wurden Vermutungen getuschelt, welche niemand laut aussprechen wollte.
Lange wurde seine Heiligkeit nicht mehr bei seinen abendlichen Rundgängen beobachtet, man habe seine Maske gefunden, mit Blut befleckt, so sagt man.
Möglicherweise sei er einem Attentat zum Opfer gefallen und nicht mehr unter den Lebenden.
Besonders mutige glaubten sogar an eine Verschwörung, welche von hohen Würdeträgern ausging.
Tugor war es nicht möglich den Ausgangspunkt jener Gerüchte zu entdecken und dingfest zu machen, zu verschwommen und vielfältig waren die Spuren. Das Volk würde sich rasch wieder beruhigen und seinem Tagesgeschäft nachgehen, das wusste er. Die Wege Alatars sind gerecht und weise, davon war der Ritter auf das tiefste überzeugt.
Auch diese Prüfung wird das Reich bestehen, mehr noch, es wird stärker als zuvor aus jener hervorgehen.
Wieder spürte der Ritter die Unausgeglichenheit welche er seit Tagen in sich trug. Stand er doch vor dem wichtigsten Schritt seines bisherigen Lebens, berufen von den mächtigsten Streitern des Herrn in ihre Reihen zu treten.
Der Ritter musste erneut seine Seele in Einklang bringen und sich gründlich auf das bevorstehende vorbereiten, dies war ihm durchaus bewusst.
Der Erste Schritt war eine Zeit der Ruhe, eine Zeit der Meditation und Besinnung, welche im Alltag der heiligen Stadt wohl nicht möglich war.
Der Morgen graute beinahe schon in der Oberstadt, nur die knappen Kommandos des wachhabenden Offiziers der dunkelfelsischen Garde drangen gedämpft durch die Nacht.
Das schale Licht der fast abgebrannten Kerze erhellte schemenhaft Tugors müde wirkendes Gesicht. Lange hatte er an seinem Schreibtisch gesessen und nachgedacht, versucht die ungewohnte Leere welche ihn unlängst befiel zu ergründen.
Der Zeitpunkt die heilige Stadt zu verlassen näherte sich, so legte er beinahe zeremoniell seine gesegnete Rüstung an, warf sich seinen Umhang über und gurtete schlussendlich die Scheide mit der Blutsklinge.
Niemand begegnete dem Ritter zur so frühen Stunde, nur die Torwachen nahmen Haltung an als er in leichtem Trab an ihnen vorbei ritt. Sein Weg führte ihn vorbei an den Höfen südöstlich der Stadttore hinunter zum Fluss, vorbei an alten Ruinen an denen er nach Osten abbog, tief in unwegsames Gelände. Er rastete nur nachts und ritt tagsüber ohne unterlass, bis er nach einigen Tagesläufen sein Ziel schließlich erreichte.
Mächtig erhoben sich vor ihm die Mauern des Klosters, in welchem er seine innere Ruhe zu finden suchte. Bereitwillig wurden dem Ritter die schweren Tore geöffnet durch die er, sichtbar ermattet von der Reise, hindurch ritt. Hier an diesem gesegneten Ort würde Tugor zu seinem Herrn beten, sich vorbereiten und Kraft für kommende Aufgaben sammeln.
Schon bald jedoch würde man ihn wieder im Reich antreffen, gut gewappnet um eine weitere Schlacht für den Herrn zu schlagen.
Hinter vorgehaltener Hand wurden Vermutungen getuschelt, welche niemand laut aussprechen wollte.
Lange wurde seine Heiligkeit nicht mehr bei seinen abendlichen Rundgängen beobachtet, man habe seine Maske gefunden, mit Blut befleckt, so sagt man.
Möglicherweise sei er einem Attentat zum Opfer gefallen und nicht mehr unter den Lebenden.
Besonders mutige glaubten sogar an eine Verschwörung, welche von hohen Würdeträgern ausging.
Tugor war es nicht möglich den Ausgangspunkt jener Gerüchte zu entdecken und dingfest zu machen, zu verschwommen und vielfältig waren die Spuren. Das Volk würde sich rasch wieder beruhigen und seinem Tagesgeschäft nachgehen, das wusste er. Die Wege Alatars sind gerecht und weise, davon war der Ritter auf das tiefste überzeugt.
Auch diese Prüfung wird das Reich bestehen, mehr noch, es wird stärker als zuvor aus jener hervorgehen.
Wieder spürte der Ritter die Unausgeglichenheit welche er seit Tagen in sich trug. Stand er doch vor dem wichtigsten Schritt seines bisherigen Lebens, berufen von den mächtigsten Streitern des Herrn in ihre Reihen zu treten.
Der Ritter musste erneut seine Seele in Einklang bringen und sich gründlich auf das bevorstehende vorbereiten, dies war ihm durchaus bewusst.
Der Erste Schritt war eine Zeit der Ruhe, eine Zeit der Meditation und Besinnung, welche im Alltag der heiligen Stadt wohl nicht möglich war.
Der Morgen graute beinahe schon in der Oberstadt, nur die knappen Kommandos des wachhabenden Offiziers der dunkelfelsischen Garde drangen gedämpft durch die Nacht.
Das schale Licht der fast abgebrannten Kerze erhellte schemenhaft Tugors müde wirkendes Gesicht. Lange hatte er an seinem Schreibtisch gesessen und nachgedacht, versucht die ungewohnte Leere welche ihn unlängst befiel zu ergründen.
Der Zeitpunkt die heilige Stadt zu verlassen näherte sich, so legte er beinahe zeremoniell seine gesegnete Rüstung an, warf sich seinen Umhang über und gurtete schlussendlich die Scheide mit der Blutsklinge.
Niemand begegnete dem Ritter zur so frühen Stunde, nur die Torwachen nahmen Haltung an als er in leichtem Trab an ihnen vorbei ritt. Sein Weg führte ihn vorbei an den Höfen südöstlich der Stadttore hinunter zum Fluss, vorbei an alten Ruinen an denen er nach Osten abbog, tief in unwegsames Gelände. Er rastete nur nachts und ritt tagsüber ohne unterlass, bis er nach einigen Tagesläufen sein Ziel schließlich erreichte.
Mächtig erhoben sich vor ihm die Mauern des Klosters, in welchem er seine innere Ruhe zu finden suchte. Bereitwillig wurden dem Ritter die schweren Tore geöffnet durch die er, sichtbar ermattet von der Reise, hindurch ritt. Hier an diesem gesegneten Ort würde Tugor zu seinem Herrn beten, sich vorbereiten und Kraft für kommende Aufgaben sammeln.
Schon bald jedoch würde man ihn wieder im Reich antreffen, gut gewappnet um eine weitere Schlacht für den Herrn zu schlagen.
- Tugor Crain
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Nebel kroch in dicken Schwaden durch den Wald, die Nacht legte sich bereits allmählich auf das Angesicht Gerimors. Es war der zweite Abend seiner Rückreise vom heiligen Kloster des Einen.
Der Ritt entpuppte sich erschwerlicher als angedacht, sorgte doch ein neuerlicher Wintereinruch für erschwertes vorankommen. Tief bis auf die Fesseln sank sein treues Pferd in den schneebedeckten Untergrund ein und raubte ihm allmählich die Kraft.
Die Zeit im Kloster verbrachte der Ritter mit Gebeten und Kampfesübungen, doch dann erreichte ihn die Kunde vom beginnenden Krieg wider des Unglaubens, welche ihn zum Aufbruch zwang.
Diese Gedanken verdrängte er in diesem Moment, galt es nun ungeschoren durch die menschenwidrige Natur zu gelangen.
Nur noch wenige Augenblicke dann würde er sein Pferd anhalten und einen geeigneten Platz für das Nachtlager aufsuchen, als er plötzlich im Unterholz ein deutlichses Knurren vernahm.
Sofort zügelte er sein Roß, dabei versuchte er den Ursprung des Geräusches zu lokalisieren.
Als er schon glaubte einem Irrtum erlegen zu sein und das Pferd weiter trieb drang ein erneutes, diesmal wohl näheres Knurren durch die Dunkelheit. Ruckartig riss er an den Zügeln um sein Tier erneut zum Anhalten zu bringen. Der Ritter rutschte mit den Stiefeln aus den Steigbügeln und stieg ab, dabei fast knietief im Schnee versinkend.
Instinktief kauerte er sich näher zu Boden, die Hand ruhte längst am Knauf seiner Klinge, bereit sie augenblicklich aus der Scheide zu reißen.
Erst jetzt viel ihm auf das er sich auf einer kleinen Lichtung unweit des nach Rahal führenden Pfades bafand.
Da, wieder ein Knurren, welches diesmal in ein rauhes Fauchen überging und den Ritter zur höchsten Vorsicht zwang.
Etwas schien ihn in der Dunkelheit zu umkreisen so glaubte er, was auch an der Unruhe seines Rosses zu erkennen war.
Mit einem Ruck riss sich das Pferd plötzlich los und gallopierte davon, den Ritter Alatars alleine zurücklassend.
Tugor hob den Blick an um den schemenhaften, schleichenden Körper welcher ihn weiter umkreiste im Auge zu haben. Seine innere Unruhe hielt sich ob der drohenden Gefahr jedoch in Grenzen, war er doch gerüstet und gut bewaffnet.
Dann schliesslich schälte sich ein ungewöhnlich großer, katzenhafter Körper aus der Nacht, ein Panther so glaubte der Ritter zu erkennen. Die Katze schien den schneebedeckten Boden kaum zu berühren als sie näher und näher schlich, um einen Schritt nur vor Tugor stehen zu bleiben. Gelbglühende Augen fesselten den Ritter an seinem Platz so das er sich kaum zu rühren vermag.
Ein seltsam beruhigendes Gefühl beschlich Tugor, so zog er langsam seine Blutklinge aus der Scheide, doch anstatt sie gegen das Tier zu richten führte er das schwarzschimmernde Schwert mit der Spitze gen Boden und sties es in den weichen Untergund.
Der Ritter wich zurück, kniete sich nieder und senkte andächtig das Haupt.
Aus dem Augenwinkel konnte er gerade noch erkennen wie der mächtige Panther einen Schritt nach vorne machte, mit der Schnauze die Klinge berührte, ein lautes rauchiges Fauchen von sich gab und schliesslich so rasch im Unterholz verschwand wie er aufgetaucht war.
Tugor verharrte noch einen Moment in seiner Position um sich dann aufzurichten und die Klinge an sich zu nehmen. Eine Gewissheit machte sich in ihm breit, die Gewissheit vom mächtigsten Raubtier anerkannt worden zu sein.
Tugor machte sich schlußendlich auf den Weg sein entlaufenes Pferd zu suchen, auch wenn dies die ganze Nacht andauern würde.
Der Ritt entpuppte sich erschwerlicher als angedacht, sorgte doch ein neuerlicher Wintereinruch für erschwertes vorankommen. Tief bis auf die Fesseln sank sein treues Pferd in den schneebedeckten Untergrund ein und raubte ihm allmählich die Kraft.
Die Zeit im Kloster verbrachte der Ritter mit Gebeten und Kampfesübungen, doch dann erreichte ihn die Kunde vom beginnenden Krieg wider des Unglaubens, welche ihn zum Aufbruch zwang.
Diese Gedanken verdrängte er in diesem Moment, galt es nun ungeschoren durch die menschenwidrige Natur zu gelangen.
Nur noch wenige Augenblicke dann würde er sein Pferd anhalten und einen geeigneten Platz für das Nachtlager aufsuchen, als er plötzlich im Unterholz ein deutlichses Knurren vernahm.
Sofort zügelte er sein Roß, dabei versuchte er den Ursprung des Geräusches zu lokalisieren.
Als er schon glaubte einem Irrtum erlegen zu sein und das Pferd weiter trieb drang ein erneutes, diesmal wohl näheres Knurren durch die Dunkelheit. Ruckartig riss er an den Zügeln um sein Tier erneut zum Anhalten zu bringen. Der Ritter rutschte mit den Stiefeln aus den Steigbügeln und stieg ab, dabei fast knietief im Schnee versinkend.
Instinktief kauerte er sich näher zu Boden, die Hand ruhte längst am Knauf seiner Klinge, bereit sie augenblicklich aus der Scheide zu reißen.
Erst jetzt viel ihm auf das er sich auf einer kleinen Lichtung unweit des nach Rahal führenden Pfades bafand.
Da, wieder ein Knurren, welches diesmal in ein rauhes Fauchen überging und den Ritter zur höchsten Vorsicht zwang.
Etwas schien ihn in der Dunkelheit zu umkreisen so glaubte er, was auch an der Unruhe seines Rosses zu erkennen war.
Mit einem Ruck riss sich das Pferd plötzlich los und gallopierte davon, den Ritter Alatars alleine zurücklassend.
Tugor hob den Blick an um den schemenhaften, schleichenden Körper welcher ihn weiter umkreiste im Auge zu haben. Seine innere Unruhe hielt sich ob der drohenden Gefahr jedoch in Grenzen, war er doch gerüstet und gut bewaffnet.
Dann schliesslich schälte sich ein ungewöhnlich großer, katzenhafter Körper aus der Nacht, ein Panther so glaubte der Ritter zu erkennen. Die Katze schien den schneebedeckten Boden kaum zu berühren als sie näher und näher schlich, um einen Schritt nur vor Tugor stehen zu bleiben. Gelbglühende Augen fesselten den Ritter an seinem Platz so das er sich kaum zu rühren vermag.
Ein seltsam beruhigendes Gefühl beschlich Tugor, so zog er langsam seine Blutklinge aus der Scheide, doch anstatt sie gegen das Tier zu richten führte er das schwarzschimmernde Schwert mit der Spitze gen Boden und sties es in den weichen Untergund.
Der Ritter wich zurück, kniete sich nieder und senkte andächtig das Haupt.
Aus dem Augenwinkel konnte er gerade noch erkennen wie der mächtige Panther einen Schritt nach vorne machte, mit der Schnauze die Klinge berührte, ein lautes rauchiges Fauchen von sich gab und schliesslich so rasch im Unterholz verschwand wie er aufgetaucht war.
Tugor verharrte noch einen Moment in seiner Position um sich dann aufzurichten und die Klinge an sich zu nehmen. Eine Gewissheit machte sich in ihm breit, die Gewissheit vom mächtigsten Raubtier anerkannt worden zu sein.
Tugor machte sich schlußendlich auf den Weg sein entlaufenes Pferd zu suchen, auch wenn dies die ganze Nacht andauern würde.
- Tugor Crain
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Gedanken kreisten in seinem Schädel, Gedanken welche sich fast schon am Rande des Zweifelns bewegten...
Krieg überzog das heilige alatarische Reich und verlangte den Streitern des Herrn deren gesamte Kraft ab. Die andauernden Grenzverletzungen der Allianz des Lichts, welche sie mit fanatischer Hartnäckigkeit durchzuführen pflegten, wollten nicht abreißen. Planungen für einen andauernden, man hoffte entgültigen Sieg über die Falschgläubigen waren beinahe abgeschlossen und warteten auf die Durchführung. Denoch... Eine neue, nicht zu unterschätzende Gefahr schien sich über das Land legen zu wollen, eine Gefahr welche den Namen Kryndlagor trug. Der Drache war wiedererstarkt und suchte begierig nach Futter und nach Möglichkeiten seiner zerstörerischen Wut freien Lauf lassen zu können.
Just während dieser Zeit musste sich der Ahadknappe auf höhere Aufgaben konzentrieren, wollte er nicht seine Berufung zum Ahad aufs Spiel setzen, der Herr verzeiht kein Versagen!
Rasch wischte Tugor die Gedanken bei Seite, Zweifel sind und waren niemlas angebracht, stand doch seiner Meinung nach das Egebnis dieses Krieges schon fest. Auch das Erscheinen Kryndlagors würde einen von Alatar gegeben Sinn haben und zum Vorteil des Reiches reifen, so glaubte er.
Der schwarze Marshall selbst hatte sich dem Ritter nun angenommen, in seiner unnahbaren, gebieterischen Art begann er Tugor auf dessen nicht umkehrbare Zukunft vorzubereiten. Mit kühlen, eindringlichen Worten drang der Ahad auf den Ritter ein und gab ihm eine erste, scheinbar einfache Aufgabe.
Eine Nacht solle er in der Ruhmeshalle des Reiches, am Schrein eines Ahads verbringen und über Sinn und Nutzen eines solchen Andenkens nachdenken. Erst danach dürfe er zurückkehren um mit innerer Gewissheit sein Ergebnis zu verkünden.
Nun stehe ich vor den Gebeinen des Erhabenen und senke mein Haupt in Ehrfurcht...
Krieg überzog das heilige alatarische Reich und verlangte den Streitern des Herrn deren gesamte Kraft ab. Die andauernden Grenzverletzungen der Allianz des Lichts, welche sie mit fanatischer Hartnäckigkeit durchzuführen pflegten, wollten nicht abreißen. Planungen für einen andauernden, man hoffte entgültigen Sieg über die Falschgläubigen waren beinahe abgeschlossen und warteten auf die Durchführung. Denoch... Eine neue, nicht zu unterschätzende Gefahr schien sich über das Land legen zu wollen, eine Gefahr welche den Namen Kryndlagor trug. Der Drache war wiedererstarkt und suchte begierig nach Futter und nach Möglichkeiten seiner zerstörerischen Wut freien Lauf lassen zu können.
Just während dieser Zeit musste sich der Ahadknappe auf höhere Aufgaben konzentrieren, wollte er nicht seine Berufung zum Ahad aufs Spiel setzen, der Herr verzeiht kein Versagen!
Rasch wischte Tugor die Gedanken bei Seite, Zweifel sind und waren niemlas angebracht, stand doch seiner Meinung nach das Egebnis dieses Krieges schon fest. Auch das Erscheinen Kryndlagors würde einen von Alatar gegeben Sinn haben und zum Vorteil des Reiches reifen, so glaubte er.
Der schwarze Marshall selbst hatte sich dem Ritter nun angenommen, in seiner unnahbaren, gebieterischen Art begann er Tugor auf dessen nicht umkehrbare Zukunft vorzubereiten. Mit kühlen, eindringlichen Worten drang der Ahad auf den Ritter ein und gab ihm eine erste, scheinbar einfache Aufgabe.
Eine Nacht solle er in der Ruhmeshalle des Reiches, am Schrein eines Ahads verbringen und über Sinn und Nutzen eines solchen Andenkens nachdenken. Erst danach dürfe er zurückkehren um mit innerer Gewissheit sein Ergebnis zu verkünden.
Nun stehe ich vor den Gebeinen des Erhabenen und senke mein Haupt in Ehrfurcht...
- Tugor Crain
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- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Geduld...
Nicht immer war diese Gabe einer von Tugors Stärken gewesen. Doch im laufe seines Lebens gewann diese wohl unterschätzte Tugend immer mehr an Bedeutung für den Ritter.
Seit seiner letzten Begegnung mit dem Erhabenen Ahad Rasakar vergingen zwischenzeitlich drei oder vier Mondläufe ohne das Tugor den Ahad auch nur zu Gesicht bekam. Hatte er ihn etwa enttäuscht? Oder begab sich der Erhabene wie schon des öfteren auf eine nicht enden wollende Reise?
Nein, ein Versagen seinerseits gab es nicht und würde es auch in Zukunft nicht geben. Nur der Herr selbst lenkt die Geschicke seiner Diener, einzig der im Glauben Starke wird den Weg zu ihm weiter bestreiten dürfen.
Der Ritter glaubte an eine neuerlichen Prüfung, welche sich nahtlos an den zahlosen Vorhergegangenen anschloß.
Die letzten vergangenen Ereignisse im Reich machten es dem Ritter nicht gerade einfach seinen ihm vorgeschriebenen Weg zielstrebig voranzugehen, doch auch dies würde zu überwinden wissen.
Kampf stähle den Körper und reinige den Geist sagt man, so rüstete er sich und band sich die schwarze Schwertscheide, welche die frisch geschliffene Ritterklinge beinhaltete, um die Hüfte. Sein Weg führte ihn Richtung Südosten an den Höhlen vorbei, entlang der Gebirgskette bis zu deren Kehre. Die Tiefen des Donnerholms sollten sein Ziel sein, diese gottlosen Kreaturen würden seinen Zorn zu spüren bekommen. Ein fahles Schmunzeln zog über sein Gesicht als er sich den Ruinen näherte, doch bei deren näheren Betrachtung erloschen seine Züge rasch wieder.
Auf dem staubigen Boden verteilt lagen die verstümmelten Leiber vieler gottloser Menschen, über einer Leiche gebäugt sah er eine in markanter, schwarzer Rüstung gehüllte Person, welche den Ritter auch schon ins Auge fasste.
Tugor erkannnte augenblicklich das ein Ahad vor ihm kauerte und senkte sein Haupt zum Gruße.
Die Gestalt erhob sich nun gänzlich um den Gruß knapp mit einem Nicken zu erwidern. Der Ritter griff sich an den Helm und zog ihn vom Kopf, so das ihm ein angenehm kühler Wind ins Gesicht blies.
Langsam schritt der Ahad näher, ein flimmern schien dessen Rüstung zu umhüllen und der Ahadhelm begann sich augenscheinlich aufzulösen bis ein Gesicht zum Vorschein kam.
Tugor stieß kurz die Luft aus seinen Lungen, erwartete er doch das Gesicht des erhabenen Ahads Rasakars vor sich, zum Vorschein kamen jedoch die fein geschnittenen Züge der Erhabenen Cira At Ethirs.
Die Überraschung währte jedoch nur einen Wimpernschlag lang, dann begannen die beiden Diener des Einen wortlos den Rückweg anzutreten, gab es doch zur späteren Stunde erneut viel zu besprechen.
Nicht immer war diese Gabe einer von Tugors Stärken gewesen. Doch im laufe seines Lebens gewann diese wohl unterschätzte Tugend immer mehr an Bedeutung für den Ritter.
Seit seiner letzten Begegnung mit dem Erhabenen Ahad Rasakar vergingen zwischenzeitlich drei oder vier Mondläufe ohne das Tugor den Ahad auch nur zu Gesicht bekam. Hatte er ihn etwa enttäuscht? Oder begab sich der Erhabene wie schon des öfteren auf eine nicht enden wollende Reise?
Nein, ein Versagen seinerseits gab es nicht und würde es auch in Zukunft nicht geben. Nur der Herr selbst lenkt die Geschicke seiner Diener, einzig der im Glauben Starke wird den Weg zu ihm weiter bestreiten dürfen.
Der Ritter glaubte an eine neuerlichen Prüfung, welche sich nahtlos an den zahlosen Vorhergegangenen anschloß.
Die letzten vergangenen Ereignisse im Reich machten es dem Ritter nicht gerade einfach seinen ihm vorgeschriebenen Weg zielstrebig voranzugehen, doch auch dies würde zu überwinden wissen.
Kampf stähle den Körper und reinige den Geist sagt man, so rüstete er sich und band sich die schwarze Schwertscheide, welche die frisch geschliffene Ritterklinge beinhaltete, um die Hüfte. Sein Weg führte ihn Richtung Südosten an den Höhlen vorbei, entlang der Gebirgskette bis zu deren Kehre. Die Tiefen des Donnerholms sollten sein Ziel sein, diese gottlosen Kreaturen würden seinen Zorn zu spüren bekommen. Ein fahles Schmunzeln zog über sein Gesicht als er sich den Ruinen näherte, doch bei deren näheren Betrachtung erloschen seine Züge rasch wieder.
Auf dem staubigen Boden verteilt lagen die verstümmelten Leiber vieler gottloser Menschen, über einer Leiche gebäugt sah er eine in markanter, schwarzer Rüstung gehüllte Person, welche den Ritter auch schon ins Auge fasste.
Tugor erkannnte augenblicklich das ein Ahad vor ihm kauerte und senkte sein Haupt zum Gruße.
Die Gestalt erhob sich nun gänzlich um den Gruß knapp mit einem Nicken zu erwidern. Der Ritter griff sich an den Helm und zog ihn vom Kopf, so das ihm ein angenehm kühler Wind ins Gesicht blies.
Langsam schritt der Ahad näher, ein flimmern schien dessen Rüstung zu umhüllen und der Ahadhelm begann sich augenscheinlich aufzulösen bis ein Gesicht zum Vorschein kam.
Tugor stieß kurz die Luft aus seinen Lungen, erwartete er doch das Gesicht des erhabenen Ahads Rasakars vor sich, zum Vorschein kamen jedoch die fein geschnittenen Züge der Erhabenen Cira At Ethirs.
Die Überraschung währte jedoch nur einen Wimpernschlag lang, dann begannen die beiden Diener des Einen wortlos den Rückweg anzutreten, gab es doch zur späteren Stunde erneut viel zu besprechen.
- Tugor Crain
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- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Der Ritter saß an einem kleinen Tisch, nebenan knisterte ein kleines Feuer im Kamin des funktionell eingerichteten Arbeitszimmers. Für eine Sekunde schien er den Grund seines Besuches bei der Erhabenen schlicht und ergreifend vergessen zu haben, bis ihm ein eindingliches räuspern aus seinen Gedanken riss und er den Blick Ciras förmlich spüren konnte, welcher auf ihn haftete.
Die Zeit ist reif, ihr werdet den letzten Schritt gehen um das zu erreichen worauf ich euch lange vorbereitet habe. Doch gebe ich euch zuvor noch eine letzte Aufgabe, begebt euch zu den Höhlen Kryndlagors und bringt mir eine seiner Schuppen.
Tugor erstarrte bei jenen kühl vorgetragenen Worten für einen Moment, sein Hals verengte sich und das atmen viel ihm plötzlich schwerer, wusste er doch das diese Reise durchaus seinen Tod bedeuten könnte.
Die Erhabene zog eine der Schubladen ihres Schreibtisches auf um ein Bündel gut verschnürter, alter Schriften auf den Tisch zu legen. Lange blickte sie den den Ritter dabei an.
Ihr werdet ohne Waffen und ungerüstet diese Aufgabe erfüllen. Nur diese geheimen Schriften werdet ihr bei euch tragen, gebt gut auf jene acht, euer Leben könnte davon abhängen. Nun geht und möge Alatar euer Schicksal erfüllen.
Mit diesen Worten schob sie das Paket zu ihm herüber, erhob sich und öffnete die Eingangstür. Tugor verstand sofort, verabschiedete sich noch standesgemäß von der Erhabenen und trat hinaus.
Der kühle Abendwind schien seine Gedanken wieder klar werden zu lassen, so begriff er erst jetzt die ganze Tragweite dieses Auftrages. Er begab sich schließlich ohne Umwege zurück zum Anwesen um Vorbereitungen für jene Aufgabe in Angriff zu nehmen.
Die Zeit ist reif, ihr werdet den letzten Schritt gehen um das zu erreichen worauf ich euch lange vorbereitet habe. Doch gebe ich euch zuvor noch eine letzte Aufgabe, begebt euch zu den Höhlen Kryndlagors und bringt mir eine seiner Schuppen.
Tugor erstarrte bei jenen kühl vorgetragenen Worten für einen Moment, sein Hals verengte sich und das atmen viel ihm plötzlich schwerer, wusste er doch das diese Reise durchaus seinen Tod bedeuten könnte.
Die Erhabene zog eine der Schubladen ihres Schreibtisches auf um ein Bündel gut verschnürter, alter Schriften auf den Tisch zu legen. Lange blickte sie den den Ritter dabei an.
Ihr werdet ohne Waffen und ungerüstet diese Aufgabe erfüllen. Nur diese geheimen Schriften werdet ihr bei euch tragen, gebt gut auf jene acht, euer Leben könnte davon abhängen. Nun geht und möge Alatar euer Schicksal erfüllen.
Mit diesen Worten schob sie das Paket zu ihm herüber, erhob sich und öffnete die Eingangstür. Tugor verstand sofort, verabschiedete sich noch standesgemäß von der Erhabenen und trat hinaus.
Der kühle Abendwind schien seine Gedanken wieder klar werden zu lassen, so begriff er erst jetzt die ganze Tragweite dieses Auftrages. Er begab sich schließlich ohne Umwege zurück zum Anwesen um Vorbereitungen für jene Aufgabe in Angriff zu nehmen.
- Tugor Crain
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Im Morgengrauen, noch vor dem ersten Hahnenschrei, sah man eine in einer schwarzen Robe gehüllte Person durch das Tor der heiligen Stadt schreiten. Sie schien nichts außer einem Bündel, welches sie über der Schulter trug, bei sich zu haben und sich nach Osten zu wenden. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen war es beinahe unmöglich zu erkennen wer sich unter ihr verbarg. Niemand ahnte das ein treuer Diener Alatars sich anschickte sein Schicksal zu erfüllen, welches ihm seit je her vorbestimmt war.
Nach zwei Tagen erreichte der Ritter die Ausläufer jener Gebirgskette in der er den großen Wyrm vermutete. Er wusste nicht genau wohin Kryndlagor seit ihrer letzten Zusammenkunft verschwunden war, doch hoffte er anhand abgenagter Tierknochen und Brandspuren innerhalb der näheren Umgebung seine Fährte aufnehmen zu können.
Das Glück schien Tugor an diesem Tag hold zu sein, angesengte Baumstümpfe und ein paar vermodernde Knochen großer Tiere wiesen ihm den Weg hinauf zu einem Gebirgspass, welcher am Ende in einer Höhle endete. Der Einstieg verlief beinahe senkrecht nach unten und war von scharfen Felskanten umgeben, gerade groß genug um einen großen Wyrm Einlass zu gewähren. Tugor suchte den Rand nach einer Möglichkeit ab um so gefahrlos wie möglich nach unten zu steigen zu können, sollte seine Reise nicht hier schon zu Ende sein.
Tatsächlich, einige Felsvorsprünge boten ihm die Möglichkeit den nicht ungefährlichen Abstieg zu wagen. Der Ritter musste vorsichtig sein, immer wieder lösten sich kleinere Steine von der brüchigen Wand und drohten ihn mit in die Tiefe zu nehmen. Seine Hände fanden an den scharfen Kannten jedoch immer wieder den nötigen Halt, bis er schwer schnaufend und mit zerschnittenen Handflächen den Boden erreichte. Blut tropfte zu Boden, was er jedoch kaum zur Kenntnis nahm, musste er sich erstmal in der Dunkelheit zurechtfinden. Eine stickige Feuchtigkeit schlug ihm entgegen und nahm ihm im ersten Moment die Luft zum atmen. Fauliger Geruch lag in der Luft, er hatte also ins Schwarze getroffen, nur ein Wyrm konnte einen dermaßen Gestank verbreiten. Dank seiner durch Alatar gegebenen Kraft wich die Dunkelheit allmählich einem fahlen Licht, welches ihm die Orientierung erleichterte.
Der Ritter begann sich ausgiebig umzusehen, er befand sich in einer großen, fast kreisrunden Grotte aus welcher nur ein Weg herausführte. Entschlossen ging er zielstrebig auf ihn zu, hatte das mannshohe Loch am Ende des Weges fast schon erreicht als ihn scharrendes Geräusch hinter ihm innehalten lies. Das Scharren wurde intensiver, und ein dumpfes Grollen drang durch die Höhle. Tugor drehte sich langsam um und sah in das Antlitz Kryndlagors. Er hatte sein mit dolchlangen Zähnen bewaffnetes Maul weit aufgerissen, ein pestähnlicher Atem schlug ihm entgegen. Furchteinflößende rot leuchtende Augen glotzten den Ritter an und drohten ihn förmlich zu verschlingen. Tugor wich einen Schritt zurück um ihn nicht weiter zu reizen, da donnerte ihm auch schon eine gewaltige Stimme entgegen.
WER WAGT ES MEINE RUHE ZU STÖREN? SPRICH RASCH, BEVOR ICH DICH VERSCHLINGE!
Für eine Sekunde war der Ritter wie gelähmt, doch dann löste sich seine Starre und er zog einen hellen Kristall aus der Gürteltasche und streckte ihn dem Wyrm entgegen.
Siehst du diesen Kristall, Kryndlagor?
Du gabst ihn mir einst vor dem endgültigen Fall Varunas, erkennst du ihn wieder?
Kryndlagor senkte sein mächtiges Haupt, um jenen Kristall zu betrachten.
Ein weiteres Grollen entwich seinem Maul, bevor er wieder seine Stimme erhob.
ICH ERKENNE DIESEN KRISTALL WIEDER, ES GIBT NUR ZWEI MENSCHEN DIE EINEN SOLCHEN BESITZEN…. WAS WILLST DU VON MIR?
Tugor hob den Kopf an und hielt dem stechenden Blick des Drachen stand.
Ich möchte dich um eine deiner Schuppen bitten, sag mir was du hierfür haben willst…
Kryndlagor richtete sich auf, brüllte und schlug mit den mächtigen Schwingen.
Fast schien es als wolle er sich auf den Ritter stürzen um ihn mit seinem Gewicht zu zerquetschen. Nur wenige Meter vor dem Ritter kam der Drache zum stehen.
MUT HAST DU, DAS MUSS ICH DIR LASSEN, ABER SAGT MAN NICHT HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL?
Der Wyrm legte den Kopf schief, wobei sein Blick ihn zu durchbohren schien.
DOCH WERDE ICH DIR EINE CHANCE GEBEN MENSCH, SOLLTEST DU ES SCHAFFEN SIEBEN TAGE IN DEN TIFSTEN WINKELN MEINE HÖHLE ZU ÜBERLEBN, WERDE ICH DEINE BITTE ERFÜLLEN. DOCH SEI GEWARNT, KEHRST DU FRÜHER WIEDER WIRD DIES DEIN ENDE SEIN!
Ein letztes, donnerndes Brüllen dann verschwand Kryndlagor in einer mächtigen Felsspalte.
Eine Last schien von den Schultern des Ritters zu fallen, ahnte er doch das der Wyrm solch Spielchen liebte. Tugor steckte den Kristall wieder ein und zwängte sich durch den engen Ausgang, der zu einem, schlauchartigen Tunnel führte. Nach einigen hundert Schritten endete er in einer weiteren Höhle, jedoch ohne weiteren Ausgang wie es schien. Sorgfältig blickte er sich um und lauschte in die ungewöhnliche Stille. Kein Lebewesen schien sich dort aufzuhalten, keine Spur von einem Tier oder gar einem Monster war zu sehen. In der Höhle war es stickig und feucht, er verfluchte bald die Tatsache kein Wasser mitgenommen zu haben, doch hadern half nun auch nicht mehr. Er suchte sich einen einigermaßen übersichtlichen Winkel, legte sein Bündel mit den Schriften neben sich auf den Boden und setze sich. Viele Gedanken schossen ihm durch den Kopf, doch blieb ihm nur der Dinge zu harren welche noch kommen mögen.
Zäh strich die Zeit voran, die stickige Luft lies ihn allmählich einen brennenden Durst verspüren der seinen Mund austrocknete. Zwischenzeitlich hatte der Ritter jegliches Zeitgefühl verloren, er wusste nicht wie viele Tage und Nächte bereits vergangen waren. Sein Blick viel auf das Bündel mit den Schriften. Sorgfältig öffnete er den Knoten und legte dabei ein Buch frei. Der Ritter schlug die erste Seite auf und vor ihm eröffneten sich die geheimen Schriften der Ahads. Nach einem ersten Moment der Überraschung begann er die kunstvoll verzierten Zeilen zu lesen und wissbegierig in sich aufzusaugen, immer wieder ging er in Gedanken die erlernten Gebete durch, bis ihm vor Durst und Erschöpfung die Sinne drohten zu schwinden.
Er versuchte eines der Gebete zu sprechen, doch kaum mehr als ein undeutliches krächzen kam aus seiner trockenen Kehle. Sieben Tage, dachte er zu sich, und er wusste nicht einmal wie lange er schon hier an diesem Ort verweilte. Würde er hier von seinem Weg abkommen und am Ende doch noch versagen? Nein, das durfte und konnte nicht geschehen, nicht hier und jetzt. Er zwang sich wiederholt die Gebete einzuverleiben, bis er sie lückenlos in seinen Gedanken verankert hatte, dann schloss er die Schriften und das Buch glitt aus seinen Händen zu Boden. Tugor versuchte aufzustehen, doch die Beine versagten ihm ihren Dienst, und er sackte zurück in den Staub. Allmählich wurde es immer dunkler, seine Augen begannen nach und nach ihre Sehkraft zu verlieren, so schien es.
Der Ritter hob sein Haupt an und mit dem letzten Funken seiner Kraft rief er einen Namen…
ALATAR!
Dann sackte er seitlich weg und Dunkelheit empfing ihn.
Tugor schlug die Augen auf, sein Kopf lag schwer auf seinen Schultern und ein stechender Schmerz ging von seinen Schläfen aus. Ein seltsames Licht durchflutete die Höhle, versetzte die Wände in einen unnatürlichen Schein.
Er versuchte sich erneut aufzurichten, was ihm diesmal erstaunlicherweise ohne große Probleme gelang. Der Ritter ging ein paar Schritte, versuchte sich so gut wie nur möglich zu orientieren, dabei viel ihm plötzlich eine schemenhafte Gestalt am anderen Ende auf. Sie war sitzend mit dem Rücken an der Wand gelehnt und war wie es schien, in eine dunkle Rüstung gehüllt. Nach kurzem zögern trat der Ritter näher und zog die immer noch stickige Luft geräuschvoll in seine Lungen. Er erkannte nun die Rüstung, hatte er sie doch schon so oft vor seinen Augen gehabt, die Rüstung eines erhabenen Ahads. Der markante Helm lag neben der Gestalt auf den Boden und gab deren Gesicht frei. In der schwarz schimmernden Schwertscheide an seiner Hüfte steckte noch die geweihte Klinge. Die Haut des ihm unbekannten Ahads war aschfahl, seine Wangen eingefallen. Nur seinen Augen leuchteten noch jugendlich und blickten ihn an. Tugor konnte seinen Atem hören, welcher flach aber stetig zu Gange war. Gerade wollte er ihm aufhelfen als ein heißeres Fauchen im Hintergrund erklang, Tugor sprang herum und erblickte einen großen Panther welcher sich gerade anschickte aus dem Schatten zu schälen.
Die Zeit dieses Ahads ist vorüber Ritter, er hatte seinen Ruhm und mir treu gedient nun ist es an der Zeit ihn zu mir zu schicken. Ergreife dessen Klinge und töte ihn, nimm seinen Platz ein!
Tugor fasste sich an die Schläfen, drang doch die Gedankenstimme des Panthers schmerzhaft in seinen Schädel. Er blickte für einen Moment in die leuchtend gelben Augen des Tieres, noch lies ihn die Erfurcht vor dem Erhabenen einen Wimpernschlag zögern, doch dann wendete er sich um, beugte sich über den Erhabenen und riss die geweihte Klinge aus der Scheide. Ruhig setzte er das Schwert an dessen Brust, ihm nochmals in die Augen sehend.
Der Ahad erwiderte den Blick und schloss in Erwatung des Todes die Lider.
Tugor legte sein Gewicht auf den Knauf der Klinge, so das sie mit einem reißendem Geräusch durch die Rüstung glitt und tief in die Brust des Ahads eindrang. Ein kurzes Zucken dann kippte dessen Kopf kraftlos zur Seite. Der Ritter presste die Kiefer aufeinander, richtete sich auf und drehte sich zu dem Panther um.
Sehr gut Ritter, nun sollst das bekommen weswegen ich dich hierher führte.
Der Panther schien plötzlich noch zu wachsen, brüllte auf und mit einem Satz stürzte er sich auf den Ritter.
Tugor spürte nur noch einen harten Schlag gegen seine Brust und einen dumpfen Aufschlag, dann wurde es erneut dunkel um ihn.
Licht… Zögerlich schlug er die Augen auf, seine anfänglich wirren Gedanken ordneten sich mit einem Schlag, neue Kraft strömte durch seinen Körper, war es doch als fuhr ein gewaltiger Zorn durch seine Seele, welchen er jedoch zu beherrschen im Stande war.
Unwillkürlich griff er an seine rechte Brust, unter der Robe waren deutlich vier lang gezogene Male unter seinen Fingern zu spüren. Von der Erschöpfung war nun nichts mehr zu spüren, er hob das Buch mit den Schriften der Ahads auf und steckte es unter seine Robe, dann begann er den Rückweg anzutreten.
Wie erwartet traf Tugor erneut auf den großen Wyrm, welcher schon auf ihn zu warten schien.
Kryndlagor streckte seinen Hals empor und seinen Schwingen aus, dann blickte er den Ritter durchdringend an.
WIE ICH SEHE HAST DU DEIN SCHICKSAL ERFÜLLT, UND DEINE PRÜFUNG BESTANDEN RITTER. SO WILL AUCH ICH MEIN VERSPRECHEN EINLÖSEN UND DIR NOCH ETWAS ÜBERREICHEN.
Der Wyrm brach sich eine Schuppe aus seinem Panzer und reichte sie Tugor entgegen.
DOCH IST DIES NOCH NICHT ALLES.
Wie aus dem Nichts formte sich eine mit Blut gefüllte Phiole vor dem Ritter und schwebte langsam auf ihn zu. Tugor griff nach beidem und lies alles unter seiner Robe verschwinden, dann blickte er auf, doch Kryndlagor war schon wieder auf den Weg in seine Spalte ohne weiter auf den Ritter zu achten. Einen Moment blickte ihm Tugor noch nach, dann begann er den mühevollen Aufstieg. Er hatte nur noch eines im Sinn, seine erfolgreiche Prüfung der Erhabenen zu präsentieren um dann den Kreis schließen zu lassen.
Nach zwei Tagen erreichte der Ritter die Ausläufer jener Gebirgskette in der er den großen Wyrm vermutete. Er wusste nicht genau wohin Kryndlagor seit ihrer letzten Zusammenkunft verschwunden war, doch hoffte er anhand abgenagter Tierknochen und Brandspuren innerhalb der näheren Umgebung seine Fährte aufnehmen zu können.
Das Glück schien Tugor an diesem Tag hold zu sein, angesengte Baumstümpfe und ein paar vermodernde Knochen großer Tiere wiesen ihm den Weg hinauf zu einem Gebirgspass, welcher am Ende in einer Höhle endete. Der Einstieg verlief beinahe senkrecht nach unten und war von scharfen Felskanten umgeben, gerade groß genug um einen großen Wyrm Einlass zu gewähren. Tugor suchte den Rand nach einer Möglichkeit ab um so gefahrlos wie möglich nach unten zu steigen zu können, sollte seine Reise nicht hier schon zu Ende sein.
Tatsächlich, einige Felsvorsprünge boten ihm die Möglichkeit den nicht ungefährlichen Abstieg zu wagen. Der Ritter musste vorsichtig sein, immer wieder lösten sich kleinere Steine von der brüchigen Wand und drohten ihn mit in die Tiefe zu nehmen. Seine Hände fanden an den scharfen Kannten jedoch immer wieder den nötigen Halt, bis er schwer schnaufend und mit zerschnittenen Handflächen den Boden erreichte. Blut tropfte zu Boden, was er jedoch kaum zur Kenntnis nahm, musste er sich erstmal in der Dunkelheit zurechtfinden. Eine stickige Feuchtigkeit schlug ihm entgegen und nahm ihm im ersten Moment die Luft zum atmen. Fauliger Geruch lag in der Luft, er hatte also ins Schwarze getroffen, nur ein Wyrm konnte einen dermaßen Gestank verbreiten. Dank seiner durch Alatar gegebenen Kraft wich die Dunkelheit allmählich einem fahlen Licht, welches ihm die Orientierung erleichterte.
Der Ritter begann sich ausgiebig umzusehen, er befand sich in einer großen, fast kreisrunden Grotte aus welcher nur ein Weg herausführte. Entschlossen ging er zielstrebig auf ihn zu, hatte das mannshohe Loch am Ende des Weges fast schon erreicht als ihn scharrendes Geräusch hinter ihm innehalten lies. Das Scharren wurde intensiver, und ein dumpfes Grollen drang durch die Höhle. Tugor drehte sich langsam um und sah in das Antlitz Kryndlagors. Er hatte sein mit dolchlangen Zähnen bewaffnetes Maul weit aufgerissen, ein pestähnlicher Atem schlug ihm entgegen. Furchteinflößende rot leuchtende Augen glotzten den Ritter an und drohten ihn förmlich zu verschlingen. Tugor wich einen Schritt zurück um ihn nicht weiter zu reizen, da donnerte ihm auch schon eine gewaltige Stimme entgegen.
WER WAGT ES MEINE RUHE ZU STÖREN? SPRICH RASCH, BEVOR ICH DICH VERSCHLINGE!
Für eine Sekunde war der Ritter wie gelähmt, doch dann löste sich seine Starre und er zog einen hellen Kristall aus der Gürteltasche und streckte ihn dem Wyrm entgegen.
Siehst du diesen Kristall, Kryndlagor?
Du gabst ihn mir einst vor dem endgültigen Fall Varunas, erkennst du ihn wieder?
Kryndlagor senkte sein mächtiges Haupt, um jenen Kristall zu betrachten.
Ein weiteres Grollen entwich seinem Maul, bevor er wieder seine Stimme erhob.
ICH ERKENNE DIESEN KRISTALL WIEDER, ES GIBT NUR ZWEI MENSCHEN DIE EINEN SOLCHEN BESITZEN…. WAS WILLST DU VON MIR?
Tugor hob den Kopf an und hielt dem stechenden Blick des Drachen stand.
Ich möchte dich um eine deiner Schuppen bitten, sag mir was du hierfür haben willst…
Kryndlagor richtete sich auf, brüllte und schlug mit den mächtigen Schwingen.
Fast schien es als wolle er sich auf den Ritter stürzen um ihn mit seinem Gewicht zu zerquetschen. Nur wenige Meter vor dem Ritter kam der Drache zum stehen.
MUT HAST DU, DAS MUSS ICH DIR LASSEN, ABER SAGT MAN NICHT HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL?
Der Wyrm legte den Kopf schief, wobei sein Blick ihn zu durchbohren schien.
DOCH WERDE ICH DIR EINE CHANCE GEBEN MENSCH, SOLLTEST DU ES SCHAFFEN SIEBEN TAGE IN DEN TIFSTEN WINKELN MEINE HÖHLE ZU ÜBERLEBN, WERDE ICH DEINE BITTE ERFÜLLEN. DOCH SEI GEWARNT, KEHRST DU FRÜHER WIEDER WIRD DIES DEIN ENDE SEIN!
Ein letztes, donnerndes Brüllen dann verschwand Kryndlagor in einer mächtigen Felsspalte.
Eine Last schien von den Schultern des Ritters zu fallen, ahnte er doch das der Wyrm solch Spielchen liebte. Tugor steckte den Kristall wieder ein und zwängte sich durch den engen Ausgang, der zu einem, schlauchartigen Tunnel führte. Nach einigen hundert Schritten endete er in einer weiteren Höhle, jedoch ohne weiteren Ausgang wie es schien. Sorgfältig blickte er sich um und lauschte in die ungewöhnliche Stille. Kein Lebewesen schien sich dort aufzuhalten, keine Spur von einem Tier oder gar einem Monster war zu sehen. In der Höhle war es stickig und feucht, er verfluchte bald die Tatsache kein Wasser mitgenommen zu haben, doch hadern half nun auch nicht mehr. Er suchte sich einen einigermaßen übersichtlichen Winkel, legte sein Bündel mit den Schriften neben sich auf den Boden und setze sich. Viele Gedanken schossen ihm durch den Kopf, doch blieb ihm nur der Dinge zu harren welche noch kommen mögen.
Zäh strich die Zeit voran, die stickige Luft lies ihn allmählich einen brennenden Durst verspüren der seinen Mund austrocknete. Zwischenzeitlich hatte der Ritter jegliches Zeitgefühl verloren, er wusste nicht wie viele Tage und Nächte bereits vergangen waren. Sein Blick viel auf das Bündel mit den Schriften. Sorgfältig öffnete er den Knoten und legte dabei ein Buch frei. Der Ritter schlug die erste Seite auf und vor ihm eröffneten sich die geheimen Schriften der Ahads. Nach einem ersten Moment der Überraschung begann er die kunstvoll verzierten Zeilen zu lesen und wissbegierig in sich aufzusaugen, immer wieder ging er in Gedanken die erlernten Gebete durch, bis ihm vor Durst und Erschöpfung die Sinne drohten zu schwinden.
Er versuchte eines der Gebete zu sprechen, doch kaum mehr als ein undeutliches krächzen kam aus seiner trockenen Kehle. Sieben Tage, dachte er zu sich, und er wusste nicht einmal wie lange er schon hier an diesem Ort verweilte. Würde er hier von seinem Weg abkommen und am Ende doch noch versagen? Nein, das durfte und konnte nicht geschehen, nicht hier und jetzt. Er zwang sich wiederholt die Gebete einzuverleiben, bis er sie lückenlos in seinen Gedanken verankert hatte, dann schloss er die Schriften und das Buch glitt aus seinen Händen zu Boden. Tugor versuchte aufzustehen, doch die Beine versagten ihm ihren Dienst, und er sackte zurück in den Staub. Allmählich wurde es immer dunkler, seine Augen begannen nach und nach ihre Sehkraft zu verlieren, so schien es.
Der Ritter hob sein Haupt an und mit dem letzten Funken seiner Kraft rief er einen Namen…
ALATAR!
Dann sackte er seitlich weg und Dunkelheit empfing ihn.
Tugor schlug die Augen auf, sein Kopf lag schwer auf seinen Schultern und ein stechender Schmerz ging von seinen Schläfen aus. Ein seltsames Licht durchflutete die Höhle, versetzte die Wände in einen unnatürlichen Schein.
Er versuchte sich erneut aufzurichten, was ihm diesmal erstaunlicherweise ohne große Probleme gelang. Der Ritter ging ein paar Schritte, versuchte sich so gut wie nur möglich zu orientieren, dabei viel ihm plötzlich eine schemenhafte Gestalt am anderen Ende auf. Sie war sitzend mit dem Rücken an der Wand gelehnt und war wie es schien, in eine dunkle Rüstung gehüllt. Nach kurzem zögern trat der Ritter näher und zog die immer noch stickige Luft geräuschvoll in seine Lungen. Er erkannte nun die Rüstung, hatte er sie doch schon so oft vor seinen Augen gehabt, die Rüstung eines erhabenen Ahads. Der markante Helm lag neben der Gestalt auf den Boden und gab deren Gesicht frei. In der schwarz schimmernden Schwertscheide an seiner Hüfte steckte noch die geweihte Klinge. Die Haut des ihm unbekannten Ahads war aschfahl, seine Wangen eingefallen. Nur seinen Augen leuchteten noch jugendlich und blickten ihn an. Tugor konnte seinen Atem hören, welcher flach aber stetig zu Gange war. Gerade wollte er ihm aufhelfen als ein heißeres Fauchen im Hintergrund erklang, Tugor sprang herum und erblickte einen großen Panther welcher sich gerade anschickte aus dem Schatten zu schälen.
Die Zeit dieses Ahads ist vorüber Ritter, er hatte seinen Ruhm und mir treu gedient nun ist es an der Zeit ihn zu mir zu schicken. Ergreife dessen Klinge und töte ihn, nimm seinen Platz ein!
Tugor fasste sich an die Schläfen, drang doch die Gedankenstimme des Panthers schmerzhaft in seinen Schädel. Er blickte für einen Moment in die leuchtend gelben Augen des Tieres, noch lies ihn die Erfurcht vor dem Erhabenen einen Wimpernschlag zögern, doch dann wendete er sich um, beugte sich über den Erhabenen und riss die geweihte Klinge aus der Scheide. Ruhig setzte er das Schwert an dessen Brust, ihm nochmals in die Augen sehend.
Der Ahad erwiderte den Blick und schloss in Erwatung des Todes die Lider.
Tugor legte sein Gewicht auf den Knauf der Klinge, so das sie mit einem reißendem Geräusch durch die Rüstung glitt und tief in die Brust des Ahads eindrang. Ein kurzes Zucken dann kippte dessen Kopf kraftlos zur Seite. Der Ritter presste die Kiefer aufeinander, richtete sich auf und drehte sich zu dem Panther um.
Sehr gut Ritter, nun sollst das bekommen weswegen ich dich hierher führte.
Der Panther schien plötzlich noch zu wachsen, brüllte auf und mit einem Satz stürzte er sich auf den Ritter.
Tugor spürte nur noch einen harten Schlag gegen seine Brust und einen dumpfen Aufschlag, dann wurde es erneut dunkel um ihn.
Licht… Zögerlich schlug er die Augen auf, seine anfänglich wirren Gedanken ordneten sich mit einem Schlag, neue Kraft strömte durch seinen Körper, war es doch als fuhr ein gewaltiger Zorn durch seine Seele, welchen er jedoch zu beherrschen im Stande war.
Unwillkürlich griff er an seine rechte Brust, unter der Robe waren deutlich vier lang gezogene Male unter seinen Fingern zu spüren. Von der Erschöpfung war nun nichts mehr zu spüren, er hob das Buch mit den Schriften der Ahads auf und steckte es unter seine Robe, dann begann er den Rückweg anzutreten.
Wie erwartet traf Tugor erneut auf den großen Wyrm, welcher schon auf ihn zu warten schien.
Kryndlagor streckte seinen Hals empor und seinen Schwingen aus, dann blickte er den Ritter durchdringend an.
WIE ICH SEHE HAST DU DEIN SCHICKSAL ERFÜLLT, UND DEINE PRÜFUNG BESTANDEN RITTER. SO WILL AUCH ICH MEIN VERSPRECHEN EINLÖSEN UND DIR NOCH ETWAS ÜBERREICHEN.
Der Wyrm brach sich eine Schuppe aus seinem Panzer und reichte sie Tugor entgegen.
DOCH IST DIES NOCH NICHT ALLES.
Wie aus dem Nichts formte sich eine mit Blut gefüllte Phiole vor dem Ritter und schwebte langsam auf ihn zu. Tugor griff nach beidem und lies alles unter seiner Robe verschwinden, dann blickte er auf, doch Kryndlagor war schon wieder auf den Weg in seine Spalte ohne weiter auf den Ritter zu achten. Einen Moment blickte ihm Tugor noch nach, dann begann er den mühevollen Aufstieg. Er hatte nur noch eines im Sinn, seine erfolgreiche Prüfung der Erhabenen zu präsentieren um dann den Kreis schließen zu lassen.
- Tugor Crain
- Beiträge: 125
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Zwei Jahresläufe später:
Lange war er weg gewesen, lies alles zurück. Viel war damals geschehen seit seiner Prüfung in der Höhle Kryndlagors. Tugor wurde zum Ahad erhoben, focht und litt zusammen mit den Dienern des Einen im Kampf gegen den Falschglauben. Das alte Varuna viel unter den Bannern des alatarischen Reiches und wurde dem Erdboden gleichgemacht. Er schloß sich dem Hause von Seranyth an, gründete gemeinsam mit jenen und anderen treuen Streitern die Siedlung Düstersee, welche südlich von Rahal ihren Platz fand. Alles ging seinen Lauf zu seiner vollen Zufriedenheit. Und dennoch...
Etwas trieb ihn aus Düstersee fort, weg vom altbekannten und seinen Freunden. Tugor kämpfte wieder gegen den allgegenwärtigen Feind, diesmal alleine und fern von der Heimat. Es war ein Auftrag den niemand aussprach, der scheinbar kein Ziel vor Augen hatte und trotzdem in seinem innersten brannte, dem er folgen musste.
Erst als Gerüchte über die Wiederkehr seiner Heiligkeit um sich griffen fand er den Weg zurück ins Reich Alatars.
Jetzt stand er vor den Toren Düstersees, das Haupt leicht erhoben und ein lächeln auf den Lippen.
Der Herr sei gepriesen, er war wieder zu Hause!
Lange war er weg gewesen, lies alles zurück. Viel war damals geschehen seit seiner Prüfung in der Höhle Kryndlagors. Tugor wurde zum Ahad erhoben, focht und litt zusammen mit den Dienern des Einen im Kampf gegen den Falschglauben. Das alte Varuna viel unter den Bannern des alatarischen Reiches und wurde dem Erdboden gleichgemacht. Er schloß sich dem Hause von Seranyth an, gründete gemeinsam mit jenen und anderen treuen Streitern die Siedlung Düstersee, welche südlich von Rahal ihren Platz fand. Alles ging seinen Lauf zu seiner vollen Zufriedenheit. Und dennoch...
Etwas trieb ihn aus Düstersee fort, weg vom altbekannten und seinen Freunden. Tugor kämpfte wieder gegen den allgegenwärtigen Feind, diesmal alleine und fern von der Heimat. Es war ein Auftrag den niemand aussprach, der scheinbar kein Ziel vor Augen hatte und trotzdem in seinem innersten brannte, dem er folgen musste.
Erst als Gerüchte über die Wiederkehr seiner Heiligkeit um sich griffen fand er den Weg zurück ins Reich Alatars.
Jetzt stand er vor den Toren Düstersees, das Haupt leicht erhoben und ein lächeln auf den Lippen.
Der Herr sei gepriesen, er war wieder zu Hause!
- Tugor Crain
- Beiträge: 125
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Er fand einfach keine Ruhe, immer wieder trieb ihn irgend etwas fort von Düstersee. Er traf alte Kampfgefährten wieder, schloss sich sogar seinem Bruder Ahad Drugar und den Söhnen Hagaduns an, doch lange hielt es ihn nicht im heiligen Reich Alatars.
Diesmal schien es ihn nach Nord-Osten zu ziehen, in selten bereiste Gebiete, wohl hoffend den wahren Glauben tief hinein ins Land tragen zu können.
Viele Monde war er im Namen des Einen unterwegs, hatte etliche seiner Feinde getötet, seine Gläubigen aber unterstützt und gefördert. Er zog weiter durchs Land, über schneebedeckte Berggipfel und durch eisige Täler, bis...
...Er eines Tages am Fuße eines Berges erwachte.
Alles schien anders zu sein als sonst. Er trug zwar noch die zwischenzeitlich alten, abgetragenen Kleidungsstücke der Söhne Hagaduns, wußte aber nichts mit jenem Siegel anzufangen, welches auf seiner Brust prangte. Eine innere Stimme trieb ihn weiter in eine bestimmte Richtung, weg von den Bergketten und tristen Tälern. So stand er schlieslich erneut vor den Toren Düstersees. Er wusste zwar wo er war, aber nicht warum und wie er den Weg fand. Alles erschien ihm so seltsam fremd zu sein, nichts war ihm bekannt. Der ehemals so stolze Ahad Tugor Crain hatte alles vergessen. Ein einzelner Name nur geisterte stetig durch seinen Kopf... Eloriahus Drugar.
Er schritt durch das Tor um diesen Mann zu finden.
Diesmal schien es ihn nach Nord-Osten zu ziehen, in selten bereiste Gebiete, wohl hoffend den wahren Glauben tief hinein ins Land tragen zu können.
Viele Monde war er im Namen des Einen unterwegs, hatte etliche seiner Feinde getötet, seine Gläubigen aber unterstützt und gefördert. Er zog weiter durchs Land, über schneebedeckte Berggipfel und durch eisige Täler, bis...
...Er eines Tages am Fuße eines Berges erwachte.
Alles schien anders zu sein als sonst. Er trug zwar noch die zwischenzeitlich alten, abgetragenen Kleidungsstücke der Söhne Hagaduns, wußte aber nichts mit jenem Siegel anzufangen, welches auf seiner Brust prangte. Eine innere Stimme trieb ihn weiter in eine bestimmte Richtung, weg von den Bergketten und tristen Tälern. So stand er schlieslich erneut vor den Toren Düstersees. Er wusste zwar wo er war, aber nicht warum und wie er den Weg fand. Alles erschien ihm so seltsam fremd zu sein, nichts war ihm bekannt. Der ehemals so stolze Ahad Tugor Crain hatte alles vergessen. Ein einzelner Name nur geisterte stetig durch seinen Kopf... Eloriahus Drugar.
Er schritt durch das Tor um diesen Mann zu finden.