Er trägt stolz einen Schnurbart, hat stets ein dreckiges Grinsen aufgelegt und spricht bemüht edel, aber sein Gebahren verrät ihn.
Corakas Isabella Ragatelli, ein Mann von scheinbar 30 Jahren, kam an der Wende zu Rabenmond zurück in seinen Geburtsort Bajard. Er war dort der Sohn einer einfachen Frau gewesen. Sein Vater mag ein Seeräuber gewesen sein, aber so genau weiß man es nicht.
Natürlich gibt es in Bajard keine Schule und Corakas musste seiner Mutter helfen. So lernte er nie zu lesen oder zu schreiben. Während seiner Kindheit lernte er auch den starken Alrik von den Torstedts kennen und sie wurden bald beste Freunde.
Doch als Corakas 13 war starb seine Mutter unerwartet an einer Krankheit.
Er beschloss sich auf den Weg zum Kontinent zu machen um sich dort durchzuschlagen.
Und dort blieb er für fast zwei Jahrzehnte und verdiente sich als Söldner. Denn auf dem Kontinent wurde viel geheeret und gebrandschatzt und für einen Söldner fand sich immer Verwendung bei den vielen Fürsten und Königen, die sich bekriegten, aber nicht ihre Edelmänner und Verwandten in den Tod schicken wollten. In jener Zeit entwickelte Corakas eine Abscheu für die hohen Herren, gleichzeitig aber auch eine Bewunderung für sie. Sein größter Traum war es einer von ihnen zu werden um selbst nicht mehr Söldner sein zu müssen. Wäre er ein Edelmann, er hätte all Wein, Weib und Golde, das er nur benötigen könnte.
So ergriff er eines Tages die Gelegenheit beim Schopfe.
Es mag vor Dolguschin gewesen sein.
Ein verarmter Adliger war im Lager und betrank sich mit den Söldnern. Neugierig lauschte Corakas. Und unter der Wirkung des Äls ließ der Adlige sich so einiges entlocken. Er zeigte Corakas seinen Stammbaum, den Nachweis seines Adels, den er immer bei sich hatte.
Corakas sah seine Gelegenheit gekommen. Er griff nach dem Pergament, doch es kam zum Handgemenge und schließlich musste Corakas fliehen.
Aber er hatte das Pergament! Niemand wird wissen wer es war, der den Edelmann erschlagen hatte.
So versuchte er sich eine Weile durchzuschlagen auf dem Festland und einige Jahre zogen ins Land, aber noch immer musste er söldnern. Er hatte nichts anderes gelernt. Und nur ganz gelegentlich vermochte er sich mit der immer besser werdenden Mimesis des adligen Sprehens mal hier, mal dort, tatsächlich als Edelmann durchzuschlawinern. Er begann den Leuten nun vom Hause Ragatelli zu erzählen und entsann sich die Familienfarben Blau und Gelb. Doch es half alles nichts. Und er war es leid. Nach den Hexerprozessen von Dronnigheim und dem Attentat auf Ador wurde es auch in den einst sicheren Landesteilen des Kontinents zusehends ungemütlich. Das Elend wurde zusehends durch den Weltenwandel und den Streit der Götter verschlechtert.
Corakas entsann einen neuen Plan. Er würde sich mit seinem alten Freund Alrik treffen. Zurück auf dem Eiland, zurück in Bajard.
Er ließ einen Boten aussenden und begab sich auf die lange, nunmehr beschwerliche Reise zur Küste. Als Abenteuerer mit knorrigem Stab und rostigen Waffen aus einem alten Feldzug erreichte er den Hafen. Seine letzten wertvollen Gegenstände musste er für die Reise versetzen.
Doch es reichte für die Überfahrt. Es ging nach Bajard.
Ein Söldner auf der Durchreise
- Corakas
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Es war kein Zuckerschlecken für Corakas auf Gerimor. Aber das war es auch auf dem Kontinent nicht gewesen. Wie vereinbart traf er seinen alten Freund Alrik am Freihafen. Die beiden erkannten einander kaum wieder nach so vielen Jahren, doch als ein jeder den anderen erkannte war ein großes Jubeln ob des Wiedersehens unter beiden.
Am Lagerfeuer briet sich Corakas einigen Fisch von der Überfahrt. Er hatte schon zu lange Hunger gelitten und sein alter Freund brachte ihn auf den neusten Stand:
"Bajard ist verkommen, ich sage es euch. Schon zweimal wurde ich allein heute angegriffen und ein jeder hat es auf mein Gold abgesehen. Ich sage euch, das Volk ist nicht länger sicher hier. Lasst uns nach Adoran. Ich hörte dort herrschen Recht und Ordnung."
Und so ward es. Doch ohne Geld wurde es schon bald schwierig für die beiden. Allein die Überfahrt mit der Kutsche zehrte an den Reserven. Geld für eine Bleibe war nicht mehr übrig. So schlossen sie einen Packt mit dem Kutscher: Er würde sie für einen Obulus und geringe Dienste der Arbeit im Stall lagern lassen.
In dieser einfachen, zugigen und schmutzigen Behausung reifte auch die idee der beiden, einen Schutzbund gegen den Abschaum der Straßen, Räuber und Wegelagerer zu bilden. Und Corakas brachte sein Wissen ein: Eine Söldnerkompanie sollte es werden.
Eine Brigade auf Gerimor, freier Menschen, die für rechtschaffene, freie Menschen eintreten und sich aber auch per 'Contract', wie der mittlerweile in Worten nicht unbeflissene Ragatelli zu sagen pflegte, in die Dinge einzumischen gebaten.
Es war dies die Geburtsstunde der freien Brigade. Um es vornehmer und offizieller erklingen zu lassen erdachte sich Corakas einen edlen amtlichen Namen:
Die Freye Brigaden Gerimors zur Heuer zu fürstlich Adoran.
Und auf Pergament malte er ein einfaches Werbeplakat und ein Wappen.
Der Stall vor den Toren der Stadt sollte von nun ihr "Kontor" werden:
[img]http://s12.postimg.org/dxb5gkivx/flugblatt_entwurf3.png[/img]
Er entsann sich ein Wappen nach dem Vorbild einiger, die er auf dem Kontinent gesehen hatte:
Ein zweiköpfiger Adler, umsichtig und wachsam nach allen Seiten, alles beobachtend.
Darunter ein starkes Schwert, die Ungerechten zu strafen und die Feinde der Brigade zu töten.
Schließlich ein Wagenrad. Das Symbol der Reisenden, der Wanderer und des Weges. Sie alle wollten sie schützen. Natürlich nur gegen Geld. Von irgendwas muss man ja schließlich leben.
Und die Augen Corakas' begannen zu funkeln, so sehr inspirierte ihn die Vorstellung von Reichtum und Ruhm.
Natürlich konnte Corakas noch immer nicht schreiben, bis auf einen Buchstaben: Das C. Der erste Buchstabe seines Namens. Aber er konnte es nicht gut. Es wurde immer eckig. So wie <.
Aber er wollte das nicht eingestehen und um seinen Freund Alrik weiter zu beeindrucken was er alles auf dem Kontinent gelernt habe, schrieb er unter sein Bild seine Initialen.
"Was, ihr könnt ja schreiben!" war Alrik überrascht. "Schreibt auch meinen Namen! Jeder soll wissen wer wir sind!" rief er sogleich begeistert hinaus.
Unfähig sich diese Blöße zu geben überlegte sich Corakas etwas und er schrieb etwas auf das er für Buchstaben hielt die er mal irgendwo gesehen hatte. Tatsächlich war es nur Kauderwelschh. Aber das wusste Alrik ja nicht.
Am Lagerfeuer briet sich Corakas einigen Fisch von der Überfahrt. Er hatte schon zu lange Hunger gelitten und sein alter Freund brachte ihn auf den neusten Stand:
"Bajard ist verkommen, ich sage es euch. Schon zweimal wurde ich allein heute angegriffen und ein jeder hat es auf mein Gold abgesehen. Ich sage euch, das Volk ist nicht länger sicher hier. Lasst uns nach Adoran. Ich hörte dort herrschen Recht und Ordnung."
Und so ward es. Doch ohne Geld wurde es schon bald schwierig für die beiden. Allein die Überfahrt mit der Kutsche zehrte an den Reserven. Geld für eine Bleibe war nicht mehr übrig. So schlossen sie einen Packt mit dem Kutscher: Er würde sie für einen Obulus und geringe Dienste der Arbeit im Stall lagern lassen.
In dieser einfachen, zugigen und schmutzigen Behausung reifte auch die idee der beiden, einen Schutzbund gegen den Abschaum der Straßen, Räuber und Wegelagerer zu bilden. Und Corakas brachte sein Wissen ein: Eine Söldnerkompanie sollte es werden.
Eine Brigade auf Gerimor, freier Menschen, die für rechtschaffene, freie Menschen eintreten und sich aber auch per 'Contract', wie der mittlerweile in Worten nicht unbeflissene Ragatelli zu sagen pflegte, in die Dinge einzumischen gebaten.
Es war dies die Geburtsstunde der freien Brigade. Um es vornehmer und offizieller erklingen zu lassen erdachte sich Corakas einen edlen amtlichen Namen:
Die Freye Brigaden Gerimors zur Heuer zu fürstlich Adoran.
Und auf Pergament malte er ein einfaches Werbeplakat und ein Wappen.
Der Stall vor den Toren der Stadt sollte von nun ihr "Kontor" werden:
[img]http://s12.postimg.org/dxb5gkivx/flugblatt_entwurf3.png[/img]
Er entsann sich ein Wappen nach dem Vorbild einiger, die er auf dem Kontinent gesehen hatte:
Ein zweiköpfiger Adler, umsichtig und wachsam nach allen Seiten, alles beobachtend.
Darunter ein starkes Schwert, die Ungerechten zu strafen und die Feinde der Brigade zu töten.
Schließlich ein Wagenrad. Das Symbol der Reisenden, der Wanderer und des Weges. Sie alle wollten sie schützen. Natürlich nur gegen Geld. Von irgendwas muss man ja schließlich leben.
Und die Augen Corakas' begannen zu funkeln, so sehr inspirierte ihn die Vorstellung von Reichtum und Ruhm.
Natürlich konnte Corakas noch immer nicht schreiben, bis auf einen Buchstaben: Das C. Der erste Buchstabe seines Namens. Aber er konnte es nicht gut. Es wurde immer eckig. So wie <.
Aber er wollte das nicht eingestehen und um seinen Freund Alrik weiter zu beeindrucken was er alles auf dem Kontinent gelernt habe, schrieb er unter sein Bild seine Initialen.
"Was, ihr könnt ja schreiben!" war Alrik überrascht. "Schreibt auch meinen Namen! Jeder soll wissen wer wir sind!" rief er sogleich begeistert hinaus.
Unfähig sich diese Blöße zu geben überlegte sich Corakas etwas und er schrieb etwas auf das er für Buchstaben hielt die er mal irgendwo gesehen hatte. Tatsächlich war es nur Kauderwelschh. Aber das wusste Alrik ja nicht.
- Corakas
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- Registriert: Montag 16. Februar 2015, 23:24
Corakas, den bisher wenig interessiert hatte was die Welt um ihn herum machte oder womit sich andere aufhielten, begann sich nun auf Gerimor umzusehen und zu erkunden. Und schon bald hatte er einige Kenntnis der umliegenden Landschaft. Sogar einen Räuberunterschlupf konnte er ausmachen.
Mit vornehmen grünen Schärpen gegürtet, die er aus den Almosenkisten geklaut hatte, begannen er und Alrik wirksam zu werden. Die ersten Tage in Adoran waren hart und genügsam. Und einige Male fanden sich gar unliebsame oder unerwartete Gäste am "Kontor" ein. Unter anderem ein Halbwilder, kaum der Sprache der Menschen mächtig. Alrik begann zu jagen und zu ledern. Am Ende gar zu schürfen. Corakas jedoch hatte auf dem Kontinent das Elend der Bergwerker und der Minenkinder gesehen und wusste noch zu gut wie sie elendig verendeten, einer nach dem anderen. Er war sich zu stolz für diese Schinderey und hatte Angst vor ihr. Er suchte sich einen einfacheren Weg um über die Runden zu kommen:
Er hackte Holz für den bunten Kessel.
Und bald schon hatten die beiden genug Geld zusammen um sich eine Rüstung und Waffen zu leisten.
Stolz über die neue Ausrüstung begannen die beiden Aushänge in der ganzen Stadt zu verteilen. Corakas fertigte dutzende Zeichnungen an, die er sodann aus seinem Buch riss und an verschiedenen Stellen aufhängte:
[img]http://s9.postimg.org/jvsi8pocf/flugblatt2_entwurf3.png[/img]
http://forum.alathair.de/viewtopic.php?t=69224
Kurz darauf machte man die Bekanntschaft mit dem städtischen Schreiber Kell, dem fortan alles schriftliche gegen bahre Münze diktiert wurde. Schließlich konnte keiner der beiden lesen oder schreiben.
Zwei Künste, die auf der Insel eigentlich überlebenswichtig sind.
[img]http://s23.postimg.org/u4oz47x3f/pergament_Brigade_1.png[/img]
Mit vornehmen grünen Schärpen gegürtet, die er aus den Almosenkisten geklaut hatte, begannen er und Alrik wirksam zu werden. Die ersten Tage in Adoran waren hart und genügsam. Und einige Male fanden sich gar unliebsame oder unerwartete Gäste am "Kontor" ein. Unter anderem ein Halbwilder, kaum der Sprache der Menschen mächtig. Alrik begann zu jagen und zu ledern. Am Ende gar zu schürfen. Corakas jedoch hatte auf dem Kontinent das Elend der Bergwerker und der Minenkinder gesehen und wusste noch zu gut wie sie elendig verendeten, einer nach dem anderen. Er war sich zu stolz für diese Schinderey und hatte Angst vor ihr. Er suchte sich einen einfacheren Weg um über die Runden zu kommen:
Er hackte Holz für den bunten Kessel.
Und bald schon hatten die beiden genug Geld zusammen um sich eine Rüstung und Waffen zu leisten.
Stolz über die neue Ausrüstung begannen die beiden Aushänge in der ganzen Stadt zu verteilen. Corakas fertigte dutzende Zeichnungen an, die er sodann aus seinem Buch riss und an verschiedenen Stellen aufhängte:
[img]http://s9.postimg.org/jvsi8pocf/flugblatt2_entwurf3.png[/img]
http://forum.alathair.de/viewtopic.php?t=69224
Kurz darauf machte man die Bekanntschaft mit dem städtischen Schreiber Kell, dem fortan alles schriftliche gegen bahre Münze diktiert wurde. Schließlich konnte keiner der beiden lesen oder schreiben.
Zwei Künste, die auf der Insel eigentlich überlebenswichtig sind.
[img]http://s23.postimg.org/u4oz47x3f/pergament_Brigade_1.png[/img]
- Corakas
- Beiträge: 24
- Registriert: Montag 16. Februar 2015, 23:24
[img]http://s23.postimg.org/4oaya99sr/ragatelliconnery.png[/img]
Die ersten Streifzüge der Brigade begannen und brachten das erste Geld. Häufig wurden die beiden mit schrägen Blicken von den Bewohnern des Eilands angeschaut. Die beiden konnten es nicht verstehen. Sie hatten auf den Straßen auflauernde Banditen besiegt und den Weg für jedermann sicher gemacht. Doch sie bekamen offene Verhöhnungen und Unverständnis zum Dank.
"Das Unglück der Rechtschaffenen hört nimmer auf", bemerkte Corakas dieser Tage mehr als einmal gesenkten Hauptes.
Auch ansonsten waren sich die Kultur des Eilands und des Kontinentes sehr fremd. Die Situationen häuften sich in denen Corakas die Bewohner oder deren Handlungsweisen nicht verstehen konnte und umgekehrt die Bewohner der Insel genau so wenig verstanden wie Corakas sich aufführte. Das fing schon bei der Grußformel an. Auf dem Kontinent unter Söldnern üblich, wünschte er einem jeden den Segen des Profits, des Geldes und des Talers. "Talers Wohlklang mit euch", "Silberlingssegen eurem Geschäfte!" und "Der Taler möge euch auf euren Wegen begleiten" waren nur einige dieser Grußformeln, die beim Volke Gerimors jedoch nur auf Erstaunen stießen.
Corakas, der mittlerweile sich in übertrieben edle Kleidung hüllen konnte und sich einen prächtigen Federhut gekauft hatte, der ihn wie einen wahren Edelmann aussehen ließ. Mittlerweile waren auch andere auf die Brigade aufmerksam gewesen. Das Regiment in Adoran betrachtete die Emporkömmlinge mit Argwöhnen. Corakas wusste nicht dass auch die Schneiderin Tarya Eskrine ein Mitglied dieses Verbandes war, als sie ihn plötzlich mit einem ihm unbekannten Siegelring einzuschüchtern versuchte und ihm mit dem Nachdruck auch einiger Gardisten im bunten Kessel einschärfte dem Oberstleutnant Vaughain van Nordwind vorstellig zu werden. Eine Bitte, nein, ein Befehl, den Corakas nur mit Zähneknirschen an den nunmehr zum Landmeister benannten Alrik Torstedt weitergab. Denn Alrik war der bestimmte Führer der Brigade, nicht Corakas. Ihm genügte es intrigant und giftig sein Dasein als Hand zur Rechten zu führen und die Geschicke aus dem Hintergrund zu beeinflussen.
So geschah es nach einem Gottesdienst, dass die obersten des Regiments die beiden anhielten.
"Corakas Ragatelli und Alrik Torstedt!" schallte es von einem von Corakas nur als garstigem Schnösel wahrgenommenen Mann an die beiden. Keiner der beiden erinnerte sich mehr. Doch der Mann hatte die beiden wenige Tage zuvor beim Zechen im bunten Kessel erwischt. Nachdem sie von einem gelungnen Streifzug zurückgekehrt waren hatten sie sich dort bis über die Maßen versorgt - es gab schließlich keine (geöffnete) Taverne in der Stadt. Doch davon wussten weder Alrik noch Corakas mehr etwas. So waren sie völlig überrascht, doch es führte zu einer Vorladung zu Herrn Oberleutnant van Nordwind am folgenden Tage.
....welche mit folgendem Aushang und der gnädigen Duldung der Brigade durch das Regiment endete:
[img]http://s21.postimg.org/gakok0hif/schwur.png[/img]
Die ersten Streifzüge der Brigade begannen und brachten das erste Geld. Häufig wurden die beiden mit schrägen Blicken von den Bewohnern des Eilands angeschaut. Die beiden konnten es nicht verstehen. Sie hatten auf den Straßen auflauernde Banditen besiegt und den Weg für jedermann sicher gemacht. Doch sie bekamen offene Verhöhnungen und Unverständnis zum Dank.
"Das Unglück der Rechtschaffenen hört nimmer auf", bemerkte Corakas dieser Tage mehr als einmal gesenkten Hauptes.
Auch ansonsten waren sich die Kultur des Eilands und des Kontinentes sehr fremd. Die Situationen häuften sich in denen Corakas die Bewohner oder deren Handlungsweisen nicht verstehen konnte und umgekehrt die Bewohner der Insel genau so wenig verstanden wie Corakas sich aufführte. Das fing schon bei der Grußformel an. Auf dem Kontinent unter Söldnern üblich, wünschte er einem jeden den Segen des Profits, des Geldes und des Talers. "Talers Wohlklang mit euch", "Silberlingssegen eurem Geschäfte!" und "Der Taler möge euch auf euren Wegen begleiten" waren nur einige dieser Grußformeln, die beim Volke Gerimors jedoch nur auf Erstaunen stießen.
Corakas, der mittlerweile sich in übertrieben edle Kleidung hüllen konnte und sich einen prächtigen Federhut gekauft hatte, der ihn wie einen wahren Edelmann aussehen ließ. Mittlerweile waren auch andere auf die Brigade aufmerksam gewesen. Das Regiment in Adoran betrachtete die Emporkömmlinge mit Argwöhnen. Corakas wusste nicht dass auch die Schneiderin Tarya Eskrine ein Mitglied dieses Verbandes war, als sie ihn plötzlich mit einem ihm unbekannten Siegelring einzuschüchtern versuchte und ihm mit dem Nachdruck auch einiger Gardisten im bunten Kessel einschärfte dem Oberstleutnant Vaughain van Nordwind vorstellig zu werden. Eine Bitte, nein, ein Befehl, den Corakas nur mit Zähneknirschen an den nunmehr zum Landmeister benannten Alrik Torstedt weitergab. Denn Alrik war der bestimmte Führer der Brigade, nicht Corakas. Ihm genügte es intrigant und giftig sein Dasein als Hand zur Rechten zu führen und die Geschicke aus dem Hintergrund zu beeinflussen.
So geschah es nach einem Gottesdienst, dass die obersten des Regiments die beiden anhielten.
"Corakas Ragatelli und Alrik Torstedt!" schallte es von einem von Corakas nur als garstigem Schnösel wahrgenommenen Mann an die beiden. Keiner der beiden erinnerte sich mehr. Doch der Mann hatte die beiden wenige Tage zuvor beim Zechen im bunten Kessel erwischt. Nachdem sie von einem gelungnen Streifzug zurückgekehrt waren hatten sie sich dort bis über die Maßen versorgt - es gab schließlich keine (geöffnete) Taverne in der Stadt. Doch davon wussten weder Alrik noch Corakas mehr etwas. So waren sie völlig überrascht, doch es führte zu einer Vorladung zu Herrn Oberleutnant van Nordwind am folgenden Tage.
....welche mit folgendem Aushang und der gnädigen Duldung der Brigade durch das Regiment endete:
[img]http://s21.postimg.org/gakok0hif/schwur.png[/img]
- Corakas
- Beiträge: 24
- Registriert: Montag 16. Februar 2015, 23:24
Die Brigade hielt sich wacker, allein es kamen und kamen keine Aufträge herein. Niemand auf Gerimor schien Interesse daran zu haben Söldner anzuheuern. Per Zufall trafen die beiden auf einer Erkundung einige Zwerge von der Sippe Getwergelyn.
Diese versprachen, die beiden bei sich aufzunehmen und auszubilden.
Ein Angebot, dem die Brigade nachkam nachdem sie einen Auftrag für das Regiment erledigt hatten. Corakas fand bei diesem Auftrag einen knorrigen Stab bei einem verwirrten alten Mann. Ein Alarmzeichen!
Es fiel ihm wieder ein, was die Söldner auf dem Kontinent dereinst am Lagerfeuer von den Hexerprozessen aus Dronnigheim erzählt hatten.
Corakas war wie alle Söldner ein sehr abergläubischer Mann geworden.
Doch er war sich sicher: Dies, war ein Hexerstab! Vollends sicher war er sich nachem der Stab nicht verbrannte!
Es war höchste Zeit nach Nilzadan, dem Heim der Zwerge, zu gehen. Die beiden hatten ohnehin Probleme mit der Stadtverwaltung in Adoran bekommen. Man wollte sie nicht länger im Stall dulden, obwohl sie dem Kutscher nach wie vor eine ungeheure Miete zahlten.
In Nilzadan würden die beiden ihre Ausbildung erhalten und gestärkt wiederkehren. Auch den Hexerstab würde er in die tiefsten Lavatiefen des Nilzadan schleudern können.
"Mutter aller Geldsäckel!", Corakas wurde bleich.
Er küsste ehrfürchtig den Taler, den er um seinen Hals hängen hatte.
[url=http://s2.postimg.org/q3iyjj9s8/20131122_22_58_34.jpg][img]http://s2.postimg.org/ftgjkajwl/20131122_22_58_34.jpg[/img][/url]
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Und auf dem Weg nach Nilzadan gerieten beide zwischen die Fronten vor Berchgard. Ein Hinterhalt der Letharen! Nur durch das Eingreifen des Regiments konnte die Siutation gewonnen werden. Alrik, vor allem aber Corakas, war tief erschüttert von der Feigheit und Untätigkeit der Torwachen in Berchgard - just vor ihnen hatte sich der Kampf abgespielt, aber eingegriffen hatten sie nicht. Corakas fiel aus allen Wolken. Auf dem Kontinent wäre das undenkbar gewesen!
Alrik aber zog sich in jener Nacht eine schwere Verletzung der Rippen zu, an der er fortwährend zu knabbern hatte und nie mehr ganz der alte war.
Dort erreichte man auch nichts mehr und kauerte sich nur mehr vor den verschlossenen Toren Nilzadans in eine Ecke der kalten Bauhütte Frostklamms. Erst am nächsten Tag beschloss Corakas aus Not in Nilzadan einzubrechen, vorzustürmen und schleuderte mit großer Erleichterung den teuflischen Stab in das Meer aus Lava.
Die Litanei des Söldners auf den Lippen, küsste er abermals den schützenden Taler um seinen Hals. Er bekreuzigte sich nach getaner Arbeit erneut. "... des Talers, des Silberlings, der Krone..." stammelte er dabei leise vor sich her. Es war endlich vorbei. Er würde wieder ruhig schlafen können. Das Unheil war abgewandt. Er konnte nicht begreifen dass ihm der Oberstleutnant nicht geglaubt hatte. Wie konnte es sein dass er nie von den Dronnigheimer Hexerprozessen gehört hatte!
[url=http://s12.postimg.org/oui193agt/20131124_14_09_32.jpg][img]http://s12.postimg.org/heirnamrd/20131124_14_09_32.jpg[/img][/url]
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Diese versprachen, die beiden bei sich aufzunehmen und auszubilden.
Ein Angebot, dem die Brigade nachkam nachdem sie einen Auftrag für das Regiment erledigt hatten. Corakas fand bei diesem Auftrag einen knorrigen Stab bei einem verwirrten alten Mann. Ein Alarmzeichen!
Es fiel ihm wieder ein, was die Söldner auf dem Kontinent dereinst am Lagerfeuer von den Hexerprozessen aus Dronnigheim erzählt hatten.
Corakas war wie alle Söldner ein sehr abergläubischer Mann geworden.
Doch er war sich sicher: Dies, war ein Hexerstab! Vollends sicher war er sich nachem der Stab nicht verbrannte!
Es war höchste Zeit nach Nilzadan, dem Heim der Zwerge, zu gehen. Die beiden hatten ohnehin Probleme mit der Stadtverwaltung in Adoran bekommen. Man wollte sie nicht länger im Stall dulden, obwohl sie dem Kutscher nach wie vor eine ungeheure Miete zahlten.
In Nilzadan würden die beiden ihre Ausbildung erhalten und gestärkt wiederkehren. Auch den Hexerstab würde er in die tiefsten Lavatiefen des Nilzadan schleudern können.
"Mutter aller Geldsäckel!", Corakas wurde bleich.
Er küsste ehrfürchtig den Taler, den er um seinen Hals hängen hatte.
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Und auf dem Weg nach Nilzadan gerieten beide zwischen die Fronten vor Berchgard. Ein Hinterhalt der Letharen! Nur durch das Eingreifen des Regiments konnte die Siutation gewonnen werden. Alrik, vor allem aber Corakas, war tief erschüttert von der Feigheit und Untätigkeit der Torwachen in Berchgard - just vor ihnen hatte sich der Kampf abgespielt, aber eingegriffen hatten sie nicht. Corakas fiel aus allen Wolken. Auf dem Kontinent wäre das undenkbar gewesen!
Alrik aber zog sich in jener Nacht eine schwere Verletzung der Rippen zu, an der er fortwährend zu knabbern hatte und nie mehr ganz der alte war.
Dort erreichte man auch nichts mehr und kauerte sich nur mehr vor den verschlossenen Toren Nilzadans in eine Ecke der kalten Bauhütte Frostklamms. Erst am nächsten Tag beschloss Corakas aus Not in Nilzadan einzubrechen, vorzustürmen und schleuderte mit großer Erleichterung den teuflischen Stab in das Meer aus Lava.
Die Litanei des Söldners auf den Lippen, küsste er abermals den schützenden Taler um seinen Hals. Er bekreuzigte sich nach getaner Arbeit erneut. "... des Talers, des Silberlings, der Krone..." stammelte er dabei leise vor sich her. Es war endlich vorbei. Er würde wieder ruhig schlafen können. Das Unheil war abgewandt. Er konnte nicht begreifen dass ihm der Oberstleutnant nicht geglaubt hatte. Wie konnte es sein dass er nie von den Dronnigheimer Hexerprozessen gehört hatte!
[url=http://s12.postimg.org/oui193agt/20131124_14_09_32.jpg][img]http://s12.postimg.org/heirnamrd/20131124_14_09_32.jpg[/img][/url]
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- Corakas
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- Registriert: Montag 16. Februar 2015, 23:24
Von nun an ging es steil bergab.
[img]http://static.tvtropes.org/pmwiki/pub/images/pic613328_md_9959.jpg[/img]
Alrik, dem Landmeister der Brigade und dem Reiter mit dem Schädelhelm, erging es von nun an immer schlechter. Die Rippe hörte trotz Besuch des Heilers nicht auf ihn zu plagen.
Die Tore Nilzadans waren den beiden weiterhin verschlossen geblieben. Und die schwere Last der 100 Steine, welche beide jeweils für ihre Ausbildung hatten bringen sollen wurden nur widerwillig von den Zwergen entgegengenommen.
Corakas hatte ein Antwortschreiben aus Adoran bekommen. Was ihm der Zwerg in der Halle jedoch vorenthielt: Es war mit einer Warnung versehen.
"Trauet nicht dem Kaluren, auch wenn er mit Geschenken kommt."
Es schien als habe man in Frostklamm und Nilzadan kein Interesse mehr an der Abmachung. Generell wurden die beiden nicht schlecht behandelt und Noch am Vorabend seines Todes vermochte Alrik sich eine neue Rüstung bei Berronan Hammergrund zu erstehen, welche die beiden auch gütigerweise mit einigen Mänteln und viel Gastfreundschaft beschenkte.
Doch in der Nacht kam der Tod für Alrik. Der Schmerz ließ ihm keine Ruhe und das Atmen fiel ihm immer schwerer. Unaufhörlich ächzte und stöhnte er vor Pein und versuchte sich in der großen, kalten Halle der Zwerge in den Schlaf zu wälzen. Ihm wurde kalt, dann heiß. Er war fiebrig geworden. Und nach einer endlosen Weile, der Schweiß stand ihm kalt auf der Stirn, da kam sie endlich, die Ruhe. Er hauchte ein letztes Mal erleichtert aus. Und mit einem Ächzen kam der kräftige Körper des starken Landmeisters zur Ruhe.
Corakas nahm zunächst an der Landmeister sei erfroren, doch es wurde ihm bald klar, was der wirkliche Grund für das vorzeitige Ableben seines Freundes und Landmeisters gewesen war. Es war die Wunde, die sich der wackere Streiter bei der Verteidigung des Kaluren vor Berchgard eingefangen hatte. Sie war nun doch tödlich gewesen.
[img]http://static.tvtropes.org/pmwiki/pub/images/pic613328_md_9959.jpg[/img]
Alrik, dem Landmeister der Brigade und dem Reiter mit dem Schädelhelm, erging es von nun an immer schlechter. Die Rippe hörte trotz Besuch des Heilers nicht auf ihn zu plagen.
Die Tore Nilzadans waren den beiden weiterhin verschlossen geblieben. Und die schwere Last der 100 Steine, welche beide jeweils für ihre Ausbildung hatten bringen sollen wurden nur widerwillig von den Zwergen entgegengenommen.
Corakas hatte ein Antwortschreiben aus Adoran bekommen. Was ihm der Zwerg in der Halle jedoch vorenthielt: Es war mit einer Warnung versehen.
"Trauet nicht dem Kaluren, auch wenn er mit Geschenken kommt."
Es schien als habe man in Frostklamm und Nilzadan kein Interesse mehr an der Abmachung. Generell wurden die beiden nicht schlecht behandelt und Noch am Vorabend seines Todes vermochte Alrik sich eine neue Rüstung bei Berronan Hammergrund zu erstehen, welche die beiden auch gütigerweise mit einigen Mänteln und viel Gastfreundschaft beschenkte.
Doch in der Nacht kam der Tod für Alrik. Der Schmerz ließ ihm keine Ruhe und das Atmen fiel ihm immer schwerer. Unaufhörlich ächzte und stöhnte er vor Pein und versuchte sich in der großen, kalten Halle der Zwerge in den Schlaf zu wälzen. Ihm wurde kalt, dann heiß. Er war fiebrig geworden. Und nach einer endlosen Weile, der Schweiß stand ihm kalt auf der Stirn, da kam sie endlich, die Ruhe. Er hauchte ein letztes Mal erleichtert aus. Und mit einem Ächzen kam der kräftige Körper des starken Landmeisters zur Ruhe.
Corakas nahm zunächst an der Landmeister sei erfroren, doch es wurde ihm bald klar, was der wirkliche Grund für das vorzeitige Ableben seines Freundes und Landmeisters gewesen war. Es war die Wunde, die sich der wackere Streiter bei der Verteidigung des Kaluren vor Berchgard eingefangen hatte. Sie war nun doch tödlich gewesen.
- Corakas
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- Registriert: Montag 16. Februar 2015, 23:24
28. Tag Rabenmond. Anno 256.
Eine Nacht und zwei Tage hatte Corakas Totenwache gehalten in der Bauhütte von Frostklamm.
Der letzte Wunsch des Landmeisters war gewesen in voller Rüstung verbrannt zu werden, bis das Metall schmilzt.
Corakas hatte zu diesem Zweck die Kaluren, die er noch immer sehr respektierte ob der Stärke des Getwergelyn in der vergessenen Ebene, um Erlaubnis gefragt den Leichnahm in Nilzadan in die ewige Lava versenken zu dürfen.
Denn nur dies Feuer schien ihm stark genug zu sein.
Doch der Priester lehnte es ab.
Gleichzeitig stieg in ihm der Groll auf die Wächter des Berges.
Und die Furcht vor dem Zorn des Toten, der seinen letzten Wunsch nicht bekam! In Söldnerlagern gingen viele Geschichten über die Wiedergänger um und sie waren unter dem Kriegsvolk viel gefürchtet.
Tapfere Männer, schlimm im Leben, die ihren Freunden für Vernachlässigung nach dem Tod wiederkehrten und noch schlimmer als zu Lebzeiten jene verfluchten und töteten.
Die frühesten Abendstunden hatte Corakas damit verbracht den Landmeister zu rüsten. Doch er hatte die rückseitige Panzerung des Harnischs nicht angelegt. Es war eine sehr spezielle Mischung aus den meisterhaften Kalurenhänden der Berronan Hammergrund - und sie enthielt einen großen Anteil Pyrian. Er wusste sie würde nicht verbrennen. Aber er musste den Wunsch seines Landmeisters und alten Freundes Alrik so gut wie möglich erfüllen.
Vorsichtig sammelte er etwas Holz, niemals die Halle außer Acht lassend, und er fertigte mit Bandagen eine grobe Trage an. Eine Bahre, mit der er den Leichnam zu seiner letzten Ruhe geleiten könnte.
Angoran half ihm den Leichnam auf die so entstandene Bahre zu laden und es folgte ein beschwerlicher Weg für Corakas durch Frostklamm bis zum Eingang, wo das große Feuer war. Dort gab er Alrik die Ehre einer ehrlichen Bestattung. Etwas, das Söldnern normalerweise nur selten zuteil wird.
[img]http://i1.ytimg.com/vi/l-l9WNBEgVk/hqdefault.jpg[/img]
Er legte seinem Freund die Münzen für den Fährmann auf die Augen und gab ihm einen Edelstein mit auf die Reise, dann besah er wie die Leiche verbrannte, bekreuzigte sich im Segen des Talers, des Silberlings und der ehrbaren Krone, und ging seines Weges, gesenkten Hauptes.
[url=http://s24.postimg.org/wmelsc00k/20131127_22_12_08.jpg][img]http://s24.postimg.org/qlgwv9de9/20131127_22_12_08.jpg[/img][/url]
Erst viel später schreckte Corakas auf: hoffentlich würden die Zwerge dies nicht als Beleidigung auffassen. Aber auf der anderen Seite... was kümmerte es ihn? Die Zwerge hatten die beiden auflaufen lassen und keiner hatte ihm geholfen. Doch dann fiel ihm wieder ein... der gute Angoran würde es allen erklären können wieso in den Flammen ein verruster Harnisch feinster kalurischer Art läge, auch nachdem vom Leichnam nur mehr Asche über wäre. Und dieses Wissen beruhigte Corakas ungemein. Gerade der guten Berronan, die sich so gut um die beiden gekümmert hatte und sich zudem als wahrer Kenner feiner Wurstwaren herausgestellt hatte, wollte er nichts.
Die Büßerrobe nunmehr schmutzig mit dem Schlamm des Weges und den Strapazen der Arbeit. Den Umhang der Berronan hatte er dankend wieder zurück in einen der Postkästen vor deren Haus gelegt. Er würde nicht mehr zurückkehren und den Umhang nicht mehr brauchen. Nicht in absehbarer Zeit.
Aber Corakas hatte nicht lange Zeit für seine Trauer.
[url=http://s17.postimg.org/522ossrxa/20131127_22_21_00.jpg][img]http://s17.postimg.org/4pbamm9nf/20131127_22_21_00.jpg[/img][/url]
To be concluded. Und zwar morgen
Eine Nacht und zwei Tage hatte Corakas Totenwache gehalten in der Bauhütte von Frostklamm.
Der letzte Wunsch des Landmeisters war gewesen in voller Rüstung verbrannt zu werden, bis das Metall schmilzt.
Corakas hatte zu diesem Zweck die Kaluren, die er noch immer sehr respektierte ob der Stärke des Getwergelyn in der vergessenen Ebene, um Erlaubnis gefragt den Leichnahm in Nilzadan in die ewige Lava versenken zu dürfen.
Denn nur dies Feuer schien ihm stark genug zu sein.
Doch der Priester lehnte es ab.
Corakas fühlte sich verpflichtet den Wunsch der Zwerge zu respektieren.Ingosch Felshammer hat geschrieben: Gut gelaunt und mit reichlich Bier im Atem kam Ingosch in die Halle. Einen Moment stutzte er als jemand dort irgend was hingeworfen hatte. Es dauerte nicht lange bis Ingosch von dem Priester auskunft bekam was passiert war, und um was es sich bei dem Haufen der da lag handelte. Skeüptisch schaute er immer wieder zwischen beiden hin und her und auch der Wunsch wurde ihm zugetragen, doch schüttelte sich nur sein Kopf
Ein Söldner? Jemand der für Gold alles verkauft was er hat, sogar sein Leben? Hast du vergessen wem dieser Tempel hier erbaut wurde? fauchte Ingosch den Priester an Wenn du nicht mehr in der Lage bist zu unterscheiden, was dem Willen des Bergvaters wichtig ist, kannst du gehen. Unsere heiligen Hallen sind kein Ort für jemanden dem sein Weg das Gold ist. Das ewige Feuer wurde nicht geschaffen um darin irgend etwas zu verbrennen, sondern einzig die Schwester hat den richtigen Zweck erkannt, und das ist seine bestimmung. Also schaff ihn weg, wohin auch immer. Will er begraben oder verbrannt werden, krieg ich das auch oben hin. Als wenn ich nur im Berg ein feuer machen koennte...
Gleichzeitig stieg in ihm der Groll auf die Wächter des Berges.
Und die Furcht vor dem Zorn des Toten, der seinen letzten Wunsch nicht bekam! In Söldnerlagern gingen viele Geschichten über die Wiedergänger um und sie waren unter dem Kriegsvolk viel gefürchtet.
Tapfere Männer, schlimm im Leben, die ihren Freunden für Vernachlässigung nach dem Tod wiederkehrten und noch schlimmer als zu Lebzeiten jene verfluchten und töteten.
Die frühesten Abendstunden hatte Corakas damit verbracht den Landmeister zu rüsten. Doch er hatte die rückseitige Panzerung des Harnischs nicht angelegt. Es war eine sehr spezielle Mischung aus den meisterhaften Kalurenhänden der Berronan Hammergrund - und sie enthielt einen großen Anteil Pyrian. Er wusste sie würde nicht verbrennen. Aber er musste den Wunsch seines Landmeisters und alten Freundes Alrik so gut wie möglich erfüllen.
Vorsichtig sammelte er etwas Holz, niemals die Halle außer Acht lassend, und er fertigte mit Bandagen eine grobe Trage an. Eine Bahre, mit der er den Leichnam zu seiner letzten Ruhe geleiten könnte.
Angoran half ihm den Leichnam auf die so entstandene Bahre zu laden und es folgte ein beschwerlicher Weg für Corakas durch Frostklamm bis zum Eingang, wo das große Feuer war. Dort gab er Alrik die Ehre einer ehrlichen Bestattung. Etwas, das Söldnern normalerweise nur selten zuteil wird.
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Er legte seinem Freund die Münzen für den Fährmann auf die Augen und gab ihm einen Edelstein mit auf die Reise, dann besah er wie die Leiche verbrannte, bekreuzigte sich im Segen des Talers, des Silberlings und der ehrbaren Krone, und ging seines Weges, gesenkten Hauptes.
[url=http://s24.postimg.org/wmelsc00k/20131127_22_12_08.jpg][img]http://s24.postimg.org/qlgwv9de9/20131127_22_12_08.jpg[/img][/url]
Erst viel später schreckte Corakas auf: hoffentlich würden die Zwerge dies nicht als Beleidigung auffassen. Aber auf der anderen Seite... was kümmerte es ihn? Die Zwerge hatten die beiden auflaufen lassen und keiner hatte ihm geholfen. Doch dann fiel ihm wieder ein... der gute Angoran würde es allen erklären können wieso in den Flammen ein verruster Harnisch feinster kalurischer Art läge, auch nachdem vom Leichnam nur mehr Asche über wäre. Und dieses Wissen beruhigte Corakas ungemein. Gerade der guten Berronan, die sich so gut um die beiden gekümmert hatte und sich zudem als wahrer Kenner feiner Wurstwaren herausgestellt hatte, wollte er nichts.
Die Büßerrobe nunmehr schmutzig mit dem Schlamm des Weges und den Strapazen der Arbeit. Den Umhang der Berronan hatte er dankend wieder zurück in einen der Postkästen vor deren Haus gelegt. Er würde nicht mehr zurückkehren und den Umhang nicht mehr brauchen. Nicht in absehbarer Zeit.
Aber Corakas hatte nicht lange Zeit für seine Trauer.
[url=http://s17.postimg.org/522ossrxa/20131127_22_21_00.jpg][img]http://s17.postimg.org/4pbamm9nf/20131127_22_21_00.jpg[/img][/url]
To be concluded. Und zwar morgen
- Corakas
- Beiträge: 24
- Registriert: Montag 16. Februar 2015, 23:24
Zwei Männer auf Pferden fingen den Söldner ab, gleich einem Überfallkommando. Ein thyrischer Reiter kam kurz darauf hinzu.
Was ist das? Ein Überfall??
Noch ehe Corakas in Abwehrhaltung gehen konnte schlug einer der Männer auf ihn ein. Dem ersten Schlag konnte er ausweichen, doch der zweite verfehlte sein Ziel nicht.
Die groben Männer kamen von Naischas Hof. Und sie zerrten ihn unter Androhung weiterer Gewalt eben dorthin.
Hätten sie ihm nicht vorher schon gesagt dass Naischa gerade einmal 12 Jahre alt ist, Corakas wäre der Schnurbart aus dem Gesicht gefallen als er vor ihr stand. Es wunderte ihn nicht länger,dass die Burschen so schlechtes Benehmen hatten.
Umringt von Thyren und grobschlächtigen Männern, die Corakas als kaum mehr als ehrlose Schläger wahrnahm, zwang man den Söldner mit dem nunmehr geschwollenen Gesicht sich zu setzen und wollte ihn zur Rede stellen.
Er war außer sich. Die Wut kochte nur so in ihm und er merkte nicht wie er sich immer weiter um Kopf und Kragen zu reden drohte, als er seine Entführer und die umsitzenden im allgemeinen Geschrei dieser hitzigen Diskussion weiter als Pack beschimpfte. Zu sehr erinnerten ihn die Methoden an an die Straßenräuber die er so vehement mit dem Landmeister bekämpft hatte. Selbst als sich der erste Zorn etwas gelegt hatte kostete es ihn alle Willensstärke seinen Mund zu halten um sich nicht weiter in die Bredouille zu reiten.
[url=http://s24.postimg.org/n3vsa9r1w/20131127_22_49_07.jpg][img]http://s24.postimg.org/5qlhvevqp/20131127_22_49_07.jpg[/img][/url]
Was ist nur falsch gelaufen mit diesem Inselvolk, dass sie die einfachsten Prinzipien der Ehre nicht verstehen?
Im Endeffekt musste sich Corakas bereit erklären statt des edlen Duells mit Silberdegen, wie er es formidabel beherrschte, sich auf einen plumpen Faustkampf mit dem Burschen einzulassen. Er wusste dass er sich mit dem Ringen nicht auskannte und wahrscheinlich verlieren würde, doch niemand würde Corakas Ragatelli einen Feigling nennen! Er würde es dem Burschen schon zeigen! Er würde....!!!!
[url=http://s15.postimg.org/nb6k9ws6y/20131127_23_37_01.jpg][img]http://s15.postimg.org/qushzpuwn/20131127_23_37_01.jpg[/img][/url]
jetzt mit korrigierter Bild-URL
Eh er sich versah, fand er sich blutend auf dem Boden wieder.
Ein starker Schmerz kam langsam aber immer kräftiger in sein Bewusstsein als das Adrenalin des Kampfes sich allmählich zurückzog. Seine Nase hatte es übel erwischt und er hatte klar verloren. Aber so blieb ihm doch das Bewusstsein dass der Ehre genüge getan wurde und auch die Leute um Naischa sollten ihn nun endlich in Ruhe lassen. Alle Hilfe wank er ab. "Ich kann das alleine, ich brauche deren Hilfe nicht!",dachte er bei sich.
Man war nun freundlicher miteinander, reichte ihm ein Tuch für sein Blut und sogar den Taler, den er zu beginn wütend aufs Feld geworfen hatte. Die plötzliche Freundlichkeit dieser Leute verwirrte den Söldner vom Kontinent.
Aber er hatte nicht vor sich mit ihnen zu betrinken oder zu essen, auch wenn sie ihn dazu eingeladen hatten. Für ihn war das Abenteuer auf Gerimor zu Ende. Es zog ihn nur noch nach Adoran, in den Hafen. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt und bei der Verbrennung Alriks geschworen dessen Bruder auf dem Kontinent aufzuspüren und ihm die Botschaft vom Tode Alriks zu bringen.
Die Kutsche brachte ihn wohlbehalten zur Stadt.
Geschunden und geschlagen, mit blutiger, krummer Nase und in der schmutzigen Büßerrobe stand er da und blickte ein letztes Mal auf die Stadt in seinem Rücken.
Wo sollte er anfangen zu suchen? Der Kontinent war weit und der Mann konnte überall sein... sicher würde seine Suche lange dauern.
Wie so oft, wenn er sich unsicher war holte er seine Würfel hervor und ließ sie auf dem Pflasterstein tanzen... als er auf die Zahl blickte verzog sich sein geschwollenes Gesicht einmal mehr zu jenem selbstherrlichen Grinsen. Ein unheimlicher Anblick gemessen am Zustand seines Gesichts nach dem Kampf, beinah wie eine Fratze.
Die Würfel hatten ihm den Weg gezeigt und er ging an Bord. Kurze Zeit später legte das Schiff ab und stach in See und durch die kalte Nacht.
[url=http://s27.postimg.org/6km6352ci/20131128_00_06_19.jpg][img]http://s27.postimg.org/g55sq0rof/20131128_00_06_19.jpg[/img][/url]
THE END.
vorerst
Was ist das? Ein Überfall??
Noch ehe Corakas in Abwehrhaltung gehen konnte schlug einer der Männer auf ihn ein. Dem ersten Schlag konnte er ausweichen, doch der zweite verfehlte sein Ziel nicht.
Die groben Männer kamen von Naischas Hof. Und sie zerrten ihn unter Androhung weiterer Gewalt eben dorthin.
Hätten sie ihm nicht vorher schon gesagt dass Naischa gerade einmal 12 Jahre alt ist, Corakas wäre der Schnurbart aus dem Gesicht gefallen als er vor ihr stand. Es wunderte ihn nicht länger,dass die Burschen so schlechtes Benehmen hatten.
Umringt von Thyren und grobschlächtigen Männern, die Corakas als kaum mehr als ehrlose Schläger wahrnahm, zwang man den Söldner mit dem nunmehr geschwollenen Gesicht sich zu setzen und wollte ihn zur Rede stellen.
Er war außer sich. Die Wut kochte nur so in ihm und er merkte nicht wie er sich immer weiter um Kopf und Kragen zu reden drohte, als er seine Entführer und die umsitzenden im allgemeinen Geschrei dieser hitzigen Diskussion weiter als Pack beschimpfte. Zu sehr erinnerten ihn die Methoden an an die Straßenräuber die er so vehement mit dem Landmeister bekämpft hatte. Selbst als sich der erste Zorn etwas gelegt hatte kostete es ihn alle Willensstärke seinen Mund zu halten um sich nicht weiter in die Bredouille zu reiten.
[url=http://s24.postimg.org/n3vsa9r1w/20131127_22_49_07.jpg][img]http://s24.postimg.org/5qlhvevqp/20131127_22_49_07.jpg[/img][/url]
Was ist nur falsch gelaufen mit diesem Inselvolk, dass sie die einfachsten Prinzipien der Ehre nicht verstehen?
Im Endeffekt musste sich Corakas bereit erklären statt des edlen Duells mit Silberdegen, wie er es formidabel beherrschte, sich auf einen plumpen Faustkampf mit dem Burschen einzulassen. Er wusste dass er sich mit dem Ringen nicht auskannte und wahrscheinlich verlieren würde, doch niemand würde Corakas Ragatelli einen Feigling nennen! Er würde es dem Burschen schon zeigen! Er würde....!!!!
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jetzt mit korrigierter Bild-URL
Eh er sich versah, fand er sich blutend auf dem Boden wieder.
Ein starker Schmerz kam langsam aber immer kräftiger in sein Bewusstsein als das Adrenalin des Kampfes sich allmählich zurückzog. Seine Nase hatte es übel erwischt und er hatte klar verloren. Aber so blieb ihm doch das Bewusstsein dass der Ehre genüge getan wurde und auch die Leute um Naischa sollten ihn nun endlich in Ruhe lassen. Alle Hilfe wank er ab. "Ich kann das alleine, ich brauche deren Hilfe nicht!",dachte er bei sich.
Man war nun freundlicher miteinander, reichte ihm ein Tuch für sein Blut und sogar den Taler, den er zu beginn wütend aufs Feld geworfen hatte. Die plötzliche Freundlichkeit dieser Leute verwirrte den Söldner vom Kontinent.
Aber er hatte nicht vor sich mit ihnen zu betrinken oder zu essen, auch wenn sie ihn dazu eingeladen hatten. Für ihn war das Abenteuer auf Gerimor zu Ende. Es zog ihn nur noch nach Adoran, in den Hafen. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt und bei der Verbrennung Alriks geschworen dessen Bruder auf dem Kontinent aufzuspüren und ihm die Botschaft vom Tode Alriks zu bringen.
Die Kutsche brachte ihn wohlbehalten zur Stadt.
Geschunden und geschlagen, mit blutiger, krummer Nase und in der schmutzigen Büßerrobe stand er da und blickte ein letztes Mal auf die Stadt in seinem Rücken.
Wo sollte er anfangen zu suchen? Der Kontinent war weit und der Mann konnte überall sein... sicher würde seine Suche lange dauern.
Wie so oft, wenn er sich unsicher war holte er seine Würfel hervor und ließ sie auf dem Pflasterstein tanzen... als er auf die Zahl blickte verzog sich sein geschwollenes Gesicht einmal mehr zu jenem selbstherrlichen Grinsen. Ein unheimlicher Anblick gemessen am Zustand seines Gesichts nach dem Kampf, beinah wie eine Fratze.
Die Würfel hatten ihm den Weg gezeigt und er ging an Bord. Kurze Zeit später legte das Schiff ab und stach in See und durch die kalte Nacht.
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THE END.
vorerst
Zuletzt geändert von Corakas am Donnerstag 28. November 2013, 11:23, insgesamt 1-mal geändert.