Mottentanz

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Gast

Mottentanz

Beitrag von Gast »

Mottentanz
Die Tage wurden jeden Tag kürzer und kürzer. Die Luft peitschte eisig am Leibe. Schnell suchte man die Wärme der Wände und des Kamins. Den der Winter war nicht weit entfernt. Vereinzelt riesselten die feinen, kunstvoll geformten Schneeflocken auf die Erde. Bis sie den Boden erreichten und sich matschbraun verfärbten in einer der Unzähligen Pfützen.
Ich stand nah am Fenster und blickte beobachtend hinaus auf eine Laterne. Mein warmer Atem berührte die kühle Fensterscheibe und hinterlies eine milchige Stelle. Früher hätte ich mich hinreisen lasen und irgendetwas auf diese Stelle mit einem Zeigefinger gemalt. Doch jetzt beobachtete ich wie gebannt den Tanz der Motten um die Laterne herum.
Mit schlagenden Flügeln flogen sie gegen die dühne Scheibe, die sie von ihrem Tod trennte.
"Jeder möchte Licht und Wärme" Der Gedanke kamm mir überraschend und feststellend in den Sinn.
Einige der Motten fanden ein Spalt im Glas und krochen den Flammen entgegen. Als sie ihr Ziel erreichten, verbrannten ihre Flügel in wenigen Augenblicken. Sie zuckten vor Schmerz und flogen unkontrolliert noch tiefer in die Flammen hinein. Bis von ihnen nur ein unindifizierbares Stückchen etwas zurückblieb.

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"Was willst du auch beim Licht, du Wesen der Nacht?" Ich sprach so selbstverständlich über die Entfernung hinweg zu dem Insekt, dass ich darüber selbst amüsiert auflachen musste.
Eine der Motten zog sich mit einem angebranntem Flügel zurück. " So wie ich" Flüsterte ich leise zu mir selbst betrübt.
Ich war wie eine dieser Motten, die stehts nach Licht und Wärme suchten. Licht in Form einer Anerkenung und Wärme in Form eines liebenden Partners. Der mich in seine Arme schützend nehmen sollte und mich von der Angst und Last befreien.
Die größte Anerkenung erhilt ich von meinem Herren. Ich hätte es mir nie träumen lasen jemals ein Hauptmann zu werden. Schon immer war ich ehe damit beschäftigt, die Steine weg zu rollen, die man mir vor die Füße legte. In meine neue Aufgabe wuchs ich nach und nach hinein und war sehr zufrieden damit. Auch wenn ich erst da erfuhr was es heist, verantwortung zu übernehmen. Jeden Tag von neuem Kämpfen zu müssen und sich beweisen.
In der ersten Zeit, schien mir an nichts zu fällen. Doch sobald der Dienst beendet war, kehrte ich zurück in mein Haus. Ich hoffte dort jemanden zu erblicken, der mit mir sprechen würde und lachen. Bei dem ich das sein konnte was ich war. Aber jene Person war steht nur auf Reisen. Und so sah ich ein, dass letzten Endes ich doch alleine war.

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Ich zog ein Etui aus meiner Tasche und öffnete es. Ein Glimmstängel würde mich jetzt beruhigen. Also zündete ich es an und schob es zwischen meine Lippen. Die erste weisse Wolke entgliet meinen Lippen, die erhofte Wirkung trat sogleich ein. Meine Augen wanderten wieder aus dem Fenster hinaus. In diesem Augenblick wuste ich, dass die Beziehung beendet war. Es tat mir leid und zu gleich auch weh. Mein Gesicht verzog sich in traurigen Anblick. Hätte mich jemand so gesehen, so wüste er, das ich nah den Tränen stand. Es war in jenem Augenblick auch nicht mehr wichtig, was er eins gesagt hat. Liebe war nie vorhanden gewesen. Und so war es nur eine der kurzen Beziehungen ohne einen Sinn und Zukunft.
Die Tatsache war nur, das ich erneut alleine am Fenster stand und die erdrückende Stille der Einsamkeit nahm mich in Besitz. Mein Konsum an starken Getränken nahm die letzten Wochen schleichend zu. Wo ich auch jetzt ein Verlangen hatte nach einem Glas Rum.
Ich sah es ein, eine Motte kann nicht im Licht leben. Und wenn sie es versucht, verbrennt sie sich die Flügel.

Geboren um Schatten zu dienen und existieren. Die Ilusion ein Normales Leben zu führen verwarf ich. Die Arbeit war meine einzige Interesse, am Tag und in der Nacht.
Manchmal, wenn die Momente der Schwäche über mich kammen. Blickte ich Sehnsüchtig den Vorbeigehenden Gestalten hinterher. In der Hoffnung dort den Richtigen zu erblicken. Der vieleicht auch mich die ganze Zeit schon suchte?
Beinaher hätte ich das auch geglaubt. Ich lernte Jemanden kennen der mein Interesse entfachte. Meistens ging ich kurzlebige Beziehungen ein, ohne dabei wirklich etwas empfunden zu haben. Doch jetzt verspürte ich das Kribbeln im Bauch. Als ob hunderte Motten unruhig darin zu flattern beginnen. Das schlimme ist, dass ich ihm davon erzählt habe, und keinerlei reaktion zurück erhilt. Schon da hätte ich es besser wissen müssen. Abends sass ich ihm Haus und hoffte, er kähme vorbei. Auf ein sinnloses Gespräch, das nur dazu dienen würde, uns besser kennenzulernen und gemeinsam die Zeit zu verbringen. "Ich möchte dich erst besser kennenlernen Scar" hörte ich ihn eins mal sagen. Und das war auch schon gewesen...Er war jedoch bereits bei einer anderen Frau, mit der er lachte und schärzte.
Diese Verbrennung tat mir sehr weh. Was stimmte nicht mit mir? Ich wolte weinen und schreien vor Wut. Wiso war es mir immer verwährt auch geliebt zu werden? Wiso gerate ich an sowas von einem Mann? Ich hatte einfach kein Glück oder waren alle Männer so? Jetzt wo ich bereit bin mein Herz zu öffnen und zu vertrauen? Jetzt wo ich die Vergangenheit hinter mir lies und fähig war wieder zu lieben. Doch ich wurde abgewissen auf eine unschöne Art und Weise. Vieleicht jagdte mein Selbstbewustsein ihm doch Angst ein. Hätte ich mich dümmlich stellen sollen und verängstigt? Mit den Wimpern flattern und leise quicken? Um ihm etwas vorzuspielen was ich nicht war, um nur sein Interesse zu erhalten? Seinen Beschützerinstinkt auf diese billige Art hervorrufen?
Es brodelte in mir, ich musste mit Jemanden darüber sprechen. Viele Freunde hatte ich nicht, und die ich für Freunde hilt. Waren nur auf eine Einzige Person fexiert und vergassen einen gänzlich.
Ich wand mich an Marus, der ein offenes Ohr für mich hatte und seine Meinung stehts ohne bedenken äusserte. Aus mir sprudelte alles nur so heraus. Überrascht blickte er mich an und im nächsten Augenblick schüttete er einen Schwall vom kühlem Wasser in mein Gesicht.
Überrascht hilt ich den Atmen an. Was war nun jetzt pasiert?" Kühl dich ab Scarlett, du darfst nicht. Ganz einfach, vergiss ihn einfach und gehe lieber in den Tempel beten."
Er hatte vollkomen recht. Was war mit mir los? Ich wollte diese Kälte nicht mehr spüren. Mir gedanken und sorgen machen, dass ich nicht einem langen würde. Das er eine Andere nimmt statt mich. Wenn er das täte wäre er dumm und einfach gestrickt und meines nicht würdig.
Ich wünschte ihm im Gedanken viel Glück und das das Leben ihm ein Lächeln schenken würde.
Lieber bin ich alleine als enttäuscht. Soll eine Andere sich die Gedanken machen und Tränen vergissen. Hauptsache nicht mehr ich.
Also fing ich an meine naiven Gefühle und Gedanken zu unterdrücken. Ich baute die Mauern um mich herum wieder auf. Und verhinderte die Situation alleine mit ihm zu sein. Ich wollte nicht noch einmal die Kontrolle verlieren. Komme was wolle. Mein Herz war geknebelt, gebrochen und weg gespärt. Bis es mir wieder gehorchte.
Immer wieder ging ich zum Tempel. Kniete mich nieder und bat um die Stärke und Vernunft. Sich nur auf die wichtigen Dinge zu konzentriren und jeder Versuchung zu entsagen.
Nach langer Zeit nahm ich Verabredungen entgegen und verbrachte die Abende in Männlicher geselschaft.
Und als ob ich erhöhrt wurde, tratten Schattenkinder auf mich zu, um gemeinsam für das Reich zu arbeiten. Unter jenen erwiss sich einer, als treuer und zuverlässiger Partner.
Jetzt gehörte ich zu jenen, die sich einmal verbrannten und zurück in die Dunkelheit kehrten. Zu dem Schwarm der grauen Motten..
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Und doch erwischte ich mich selbst manchmal, beim Hoffen und warten in meiner jungen naivität.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 17. November 2013, 20:45, insgesamt 1-mal geändert.
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