Der schwache Schatten seiner selbst

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Malachai Schwarzmourne
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Der schwache Schatten seiner selbst

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

"Du bist eine Enttäuschung", hallte es durch den Kopf.
"Du hast wieder alles zerstört", lachte es durch seine Ohren.
"Du bist ein Versager, Schwächling, nicht würdig, zu leben.", grinsten Schemen in der Dunkelheit ihn an.
"Wir holen dich. Du hast zuviel Leid verteilt. Du musst sterben.", während schwarze Arme nach ihm griffen und an ihm zerrten. Verzweifelt schrie er innerlich, wollte sich lösen, doch es waren zuviele.

Mit einem lauten Rums krachte der Körper zu Boden, ein schmerzverzerrtes Gesicht schrie auf, während die taube Hand an die Rippen und Seite fasste.
Die Gabel steckte nicht tief im Flesich und verfehlte die Knochen, doch es reichte, um wie ein schlapper Ast stecken zu bleiben.
Noch benommen erhob sich Malachai, nach Luft ringend, während die trüben Augen langsam blinzelnd darauf schauten, was passiert ist.
Er sah das Sofa, auf dem er schlief, der Boden war bestückt mit einem kaum angerühten Essen auf dem nun zersprungenen Teller und dem Besteck, welches zum Teile nun in seiner Seite steckte.
Er ging direkt hinauf, eher torkelnd und an der Wand abstützend, als er in der Küche sich über das Becken lehnte, die Hand an die Gabel legte und mit einem Zug die Drei Spitzen aus dem Fleisch zog.
Ein paar Blutspritzer verteilten sich auf dem Boden, doch es war nicht mehr als eine kleine Fleischwunde. Gerade genug, um weh zu tun, aber zu wenig um ernsthaft eine Verletzung zu sein.
Er nahm einen Lappen, tränkte es im Wasser und presste es dann auf die blutende Wunde.
Langsam began er wieder zu realisieren, was passiert ist. Alpträume, davon schien er öfters welche zu bekommen.
Ruhig began er zu atmen, das Blut saugte sich ins Handtuch und began, hellrote Fäden über seine Finger zu ziehen.
Er blickte zur Decke, versuchte Geräusche zu erhaschen, doch es blieb ruhig. Er atmete erleichtert aus, Stella war nicht wach geworden von dem Krach.
Er schaute auf die Essenkiste, wie gerne hätte er sich jetzt eine Flasche klarer Flüssigkeit gegönnt. Sicher, dass Malachai viel getrunken hatte in letzter Zeit, war ein offenes Geheimnis. Doch sie wussten nicht warum, sie glaubten, damit die angebliche Schlaflosigkeit die Nacht erheiterte. Doch es waren die Alpträume, die er verhindern wollte. Sein Verstand so sehr benebeln, dass er nur schlief, keine Gedanken, keine Visionen...keine Qualen.
Er reibte sich abermals durchs Gesicht. Er schworr sich eines und daran hielt er sich. Wenn Stella im Haus war, trank er nichts. Nein, egal wie schlecht es ihm ging, er würde niemals so tief sinken und seine Tochter vernachlässigen oder durch Trunkenheit in Gefahr bringen.
So nahm er einen großen Schluck Wasser und setzte sich langsam auf einen Stuhl.
Er griff in seine Tasche und holte einige Bandagen hervor, sp dass er began seine Wunde zu verbinden.
Er seufzte. Wieder kamen die Gedanken, noch immer nicht konnte er realisieren, was überhaupt geschah, nicht glauben, dass es wirklich vorbei war.
Er vermisste Sie. Er starrte meist nur das leere Bett an und wusste, es wäre weiterhin leer. Keiner, der auf einen wartete. Keiner, an den man sich kuschelte, keiner, auf den man sich bei der Rückkehr zuhause freuen würde.
Das lächeln war verschwunden, wie auch sein eigenes und trotzdem behielt er die Maske auf.
Es reichte, dass sein inneres zerstört war, er wollte nicht noch andere leiden lassen.
Allen vorran die Frau, die er so sehr liebte, sich nach ihr sehnte...sie sollte glücklich werden und er hat erkannt und kapiert, dass Sie sich entschieden hatte.
Er wollte kämpfen, er würde es...doch er sah in ihre Augen, als Sie miteinander redeten und er spürte, dass es ihr ebenso nicht leicht fiel.
Er blickte wieder zur Decke, doch waren die Augen glasig, als würde er durch das Holz durchschauend in den Himmel und sich dort die hämmischen Gesichter der Götter vorstellen, die lachend auf sein Leid blickten.
Er hasste Sie, er wusste um ihre Existenz, doch er sah nie einen Grund, dankbar für etwas zu sein oder ihnen zu huldigen. Sie erschufen Freud nur, damit das Leid folgen konnte und Malachai schien wohl eine begehrte Marrionette zu sein, die tanzen und springen sollte, wenn ihnen danach ist.
Abermals glitt langsam seine Hand durchs Gesicht und über die Bartstoppel.
Doch er war auch realist. Er hatte es verbockt. Er hatte die Zeichen nicht gesehen, er hatte nicht erkannt, wie sehr Sie unter ihm doch vielleicht litt, wie traurig Sie war.
Er vertröstete Sie...immer und immer wieder und wenn Sie sich wieder einander gewöhnten, die Zweisamkeit genossen, musste er auch wieder abreisen.
Er sollte dankbar sein, dass Sie es überhaupt 5 Jahre mit ihm aushielt und er hasste sich dafür. Dafür, dass er so egoistisch war, dafür, dass er die Person, die er so sehr liebte, so viel Leid antat.
Sicher, was Sie tat war wie ein Dolchstoss in sein Herz. Eine Narbe, die wohl auf ewig sichtbar sein würde in seinem inneren. Und doch hatte er es wohl verdient.
Er ging seine Vergangenheit durch, er fing nun an, über alles nachzudenken und blieb bei dem Entschluss, dass er ein furchtbarer Ehemann sein musste.
Malachai schüttelte den Kopf einmal, vertrieb die ewig gleichen Gedanken, die ihn so quälten und am liebsten aufschrien liessen.
Er hatte Sie verloren, daran kann man nun nichts ändern. Sie fand ihr Glück bei jemand anderen...und nur daran zu denken, wie dieser Verräter sie berührte, oder Spitznamen gab, machten ihn Wahnsinnig vor Wut.
Er schwenkte um, er dachte an den vielen Besuch der letzten Tage. Daran, wer sich ihm annäherte, wer versuchte, ihn zu stützen und zu halten, wenn er wieder im Stande war, zu fallen und liegen zu bleiben.
Sienara...
Malena stellte ihm eine Frage...versuchte förmlich herauszuprovozieren, ob er nicht eine gute Sache an dieser Trennung finden konnte.
Malachai sprach es nicht aus, er wollte es nicht gut reden...doch eine fiel ihm sofort ein: Sienara.
Trotz all dem Leid, dieser Wut und ein wenig die Gefahr der Wiederholung, schaffte es diese Konstellation aus Ehepaare und Geschwister, dass er sich wieder mit seiner Exfrau verstand. Das er ihr verzeihen konnte, dass Sie einst einfach ihn sitzen liess. Weg war, ohne ein Schrieb, ohne ein Wort.
Ja, das war etwas gutes, dass er sich mit zerstrittenen Menschen versöhnen konnte und es tat gut, ungeschwungen mit ihr zu reden und sich ablenken zu lassen.
Doch auch Selina war da. Seine mit älteste und beste Freundin, fast wie eine Schwester, auf jedenfall ein Teil der Familie gehörte Sie zu seinem Leben wie die Luft zum Atmen.
Sie stellte keine Anforderungen, sie liess ihn so sein, wie er gerade sein wollte. Sie akzeptierte seine Stimmungsschwankungen und hielt ihn auch nur im Arm, wenn er durch den Alkohol kaum im Stande war zu stehen.
Sicher, dass Sie ihm offenbarte, sie fühle viel mehr für ihn als nur Freundschaft, war etwas, was er im Moment gar nicht hören oder brauchen wollte. Dafür schlug sein Herz zu stark für die Verlassene. Dafür war alles zu frisch.
Und doch war der dankbar für diese Offenheit und hoffte, wie Erwachsene damit umzugehen. Er wollte Sie nicht auf Distanz halten. Er glaubte, wenn Sie sich normal benehmen könnten, wäre beiden sehr geholfen und Malachai brauchte jede reichende Hand, die ihm aufhelten und nicht mitzerren wollte.
Zuletzt Malena. Er war mehr als gemein zu ihr und konnte verstehen, warum Sie wütend war.
Was für ein Heuchler war Malachai geworden, dass er Phrasen predigte, an die er sich selber nicht hielt.
Sie hatte schon Recht mit den Dingen, die Sie ihm an den Kopf warf...das war Malachai bewusst und er war dankbar um die Bemühungen, die Sie tat...selbst wenn Sie auch akzeptieren muss, dass er entscheidet, wielange er glaubt, eine Maske aus vorgeheuchelter Freude tragen zu wollen.
Er erhob sich langsam und ging zum Spiegel im Bad, wusch sich die Hände und das Gesicht, als er in die kalten, toten und mit Ringen unterlaufenen trüben Augen blickte.
Was war aus ihm geworden? Aus diesem stolzen Mann, diesem Anführer, den nie etwas brechen konnte? Diesem Ehemann und Vater?
Heruntergekommen blickt er in diesen Schatten seines Spiegelbildes. Verblasst und schwach...ertrunken in Wut, Angst und Trauer...der Schatten seiner selbst.
Zuletzt geändert von Malachai Schwarzmourne am Donnerstag 17. Oktober 2013, 17:34, insgesamt 3-mal geändert.
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Gast

Beitrag von Gast »

Langsam wurde es Dunkel und die Sterne schoben sich durch das lichter werdende Blätterdach, der Bäume. Unter einem der Bäume sah man noch schemenhaft den Umriss einer Frau.Sie hatte sich gegen den Wind fest in ihren Umhang gehüllt und bis auf ihre wehenden Haare bewegte sie sich nicht. Ein erneuter Windstoß fegte ihr die Haare ins Gesicht und Laub auf ihren Umhang. SIe hob die Hand und strich die Haare aus dem Gesicht. ihr Blick ging zum Himmel zu den Sternen hinauf.


Wie lange hatte sie schon nicht mehr so dagesessen? Monate Jahre? Sie wusste es nicht mehr. Obwohl sie ruhig da saß, war sie innerlich aufgewühlt und nur ein guter Beobachter hätte gesehen, dass ihre Finger mit einem Blatt spielten und ihre Unruhe verrieten.


Sie war immer so stolz auf ihre Selbstbeherrschung und ihre Weitsicht. Sie hatte gelernt nicht impulsiv zu handeln und sich alles genau zu überlegen. Doch was gerade passierte konnte sie nicht vorhersehen oder gar ahnen. Wann war sie wieder das unsichere Mädchen geworden, dass in einer Regennacht in einen Mann hinein lief und keine Ahnung hatte, was da auf sie zukam. Wann war es passiert, dass jener Mann den Platz in ihrem Herzen freigegeben hatte. Den Platz den er über 12 Jahre inne hatte, auch wenn sich ihre Wege vor einiger Zeit getrennt hatten.


Jetzt hatte ein anderer diesen Platz eingenommen. Jemand der diesen nie hätte haben sollen. Doch wie hatte das passieren können? Er war immer da. Als Freund und auch als Beschützer. Er hatte sich ihre Sorgen angehört und wusste immer eine Lösung. Doch jetzt?


Sie blickte wieder zu den Sternen. Soviel hatte sich verändert und doch irgendwie nichts.


Konnte sie noch zurück? Sie sah auf die Blätter in ihrem Schoß. Ein stilles Zeichen, dass die Zeit weiterlief und sich nicht ändern ließ. Sie konnte nicht zurück und sie wollte auch nicht.


Sicher es tat ihr leid, wie sich die Dinge geändert hatten. Und sie musste auch noch diejenige sein, die ihm nach langer Abwesenheit erzählen musste, was passiert war. Sie hatte es in kauf genommen, dass seine ganze Wut sie traf und nicht andere. Doch seine Wut traf nicht sie, stattdessen hatte er sich selber verletzt. Und später schnitt es ihr ins Herz, als sie seine Hände verband. Diese Hände die so unbarmherzig eine Waffe führen konnten und so unendlich zärtlich ein Kind halten konnten. Sie hatte sein Gesicht gesehen, als er merkte, dass sie keinen üblen Scherz mit ihm trieb. Wie in Stein gemeißelt, reglos und vollkommen kalt. Doch sie wusste, dass dies nicht die Wahrheit war. Es brodelte in ihm und sie sah genau den Moment als sein Herz zerbrach. Sie zuckte innerlich zusammen, als sie sein Gesicht wieder vor sich sah in diesem Moment.


Tat sie grade das richtige. Sie war eben noch bei ihm gewesen. In seinen Armen und nur schwer hatte sie sich aus seiner Umarmung lösen können. Einen Moment länger und sie hätte ihn geküsst. Sie war noch nie so unsicher gewesen. Und dennoch sie wollte noch nie soviel. Sie hatte Angst. Angst einen Fehler zu machen, Angst zu zögerlich zu sein. Doch konnte sie es wagen ihn einfach zu Küssen. Konnte sie es wagen ihn doch zu verführen. Sollte sie es machen? Es stand zuviel auf dem Spiel. Ihr Wegbegleiter, ihr Gefährte. Er, der sie nie Wahrgenommen hatte, weil sie die Frau seines besten Freundes war, seine beste Freundin, machte ihr jetzt Komplimente und hatte ebenso Angst sie zu verletzen und einen Fehler zu machen. Sie hatten eine Nacht zusammen verbracht ohne, dass auch nur etwas passiert wäre und dennoch war zumindest für sie eine unglaubliche Spannung dagewesen.


Sie wusste er trauerte und sie wusste ebenso von seinen Schlafstörungen, dem Alkoholkonsum und von seinen Schuldgefühlen. Sie kannte jede Regung in ihm. Und es schmerzte zu zusehen, wie ihn alles zerfraß. Sie kannte ihn gut genug um zu wissen, was in ihm vorging. Und es erschreckte sie zusehen, was aus diesem stolzen Mann geworden war. Ein einziger Satz hatte das bewirkt, was Schwerter nicht geschafft hatten.


Und jetzt machte sie alles schlimmer statt besser? Aber sie sollte ja bleiben und nicht gehen. Er hatte sie ja sogar festgehalten, als sie gehen wollte. War da doch etwas? Waren sie beide vielleicht zu sehr von ihrer Angst eingenommen, sie könnten einen Fehler machen?


Konnte sie selbst so weiter machen oder verbrannte sie sich grade die Finger?


Wütend über sich selber, fegte sie das Laub von ihrem Schoß. Was dachte sie da eigentlich? Ja sicher sie hatte sich in ihn verliebt und sie wünschte sich mehr, aber es war zu früh, viel zu früh. Sie konnte nicht mit einer Umarmung seine Wunde heilen, so gern sie es getan hätte. Sie konnte ihm nicht sein Leid nehmen, auch wenn sie versuchte es zu mildern. Aber sie konnte ihm die Schuld nehmen.


Ihr Blick ging wieder gen Himmel. Konnte es sein, dass er der einst besser ihre Regungen verstand als irgendwer ihr helfen konnte? Helfen ihrer eigenen Gefühle herr zu werden? Ihr einen Rat geben?


Sie legte die Hand auf ihren Bauch und fuhr in Gedanken jede einzelne Linie darauf nach. Nein der Mann, der einst die Linien auf ihren Körper malte, war nicht mehr der selbe, wie einst. Mit ihm darüber zu reden, wäre einem Verrat gleich gekommen.So gern sie grade mit ihm geredet hätte, es ging nicht.


Ein tiefes seufzen kam aus ihrer Kehle. Sie war allein. Sicher gab es freunde mit denen sie reden konnte. Aber kaum einer verstand es ganz. Der der ihn wohl ganz verstanden hätte, hatte ihm diese Wunde zugefügt. Oder hatte sie es gar selbst getan?


Die Frage quälte sie. Hatte sie schon unvorsichtig werden lassen, was die Prellung ihrer Rippen durchaus bestätigen konnte. Immerhin hatte sie für kurze Zeit diesen Vorwurf an sich selbst vergessen. Langsam verblassten die Sterne über ihr und am Horizont verwandelte sich das samtige Nachtblau zu einem blassem gräulichem Streifen. Sie erhob sich langsam und versuchte die Kälte aus ihren Gliedern zu vertreiben. Steif stand sie da und beobachtete den Sonnenaufgang. Beobachtete wie sich die Strahlen im Tau verfingen und den Wald mit geheimnisvollem Glitzern durchzogen und die Schatten der Nacht wichen. Ein Lächeln überzog ihre Lippen. Denn so wie die Schatten mit Sicherheit in der Dämmerung wiederkamen, würde auch er wieder zu sich selbst finden. Irgendwann bestimmt. Und wer konnte schon sagen, was die Zeit brachte?


Sie strich sich die Blätter aus dem Haar und von ihrem Kleid und ging begleitet vom Rascheln der Blätter und etwas mehr Zuversicht zurück.
Gast

Beitrag von Gast »

Lächelnd schloss sie die Tür hinter ihm, wie schon so oft in der letzten Zeit. Ihre linke Hand legt sich
dabei auf ihre Lippen, die von seinem Kuss noch gerötet waren. Ihr albernes Herz schlug viel zu schnell,
etwas das es auf keinen Fall tun sollte. Aber wann hatte dieses Herz schon jemals auf sie gehört. Das
Lächeln in ihrem Gesicht erlosch um einer nachdenklichen Mine Platz zu machen.
Was passiert hier grade? Langsam wurde es wohl Zeit sich ernsthaft dieser Frage zu stellen. An welcher
Stelle hatte es angefangen sie mitzureißen? Wann hatte sie die Neutralität in dieser ganzen verworrenen
Situation verloren?

Noch eben kam sie befreit nach Düstersee, für ihre Tochter war gesorgt, gefasst war der Entschluss nun
endlich ihre Studien fortzuführen. Ja, man hatte wirklich sagen können, ihr Leben war geordnet. Nach all
den Jahren das erste Mal. Und dann ging alles schief. Erst lief sie einem Carlo in die Arme der nicht
mehr das war was sie erwartet hatte vorzufinden. Und das war noch schmeichelhaft ausgedrückt und dann
konnte sie ihren Bruder nirgends finden. Jedes ihr bekannte Versteck war sie abgelaufen hatte rum
gefragt, sich Sorgen gemacht. Soviel Sorgen das sie doch den Weg zur Gesellschaft einschlug. Als letzter
Ausweg. Sie hatte nicht vor sich dort blicken zu lassen. Bei ihm. Wollte das Glück in den Gesichtern des
Paares nicht sehen. So heldenhaft war sie nicht. Sie wünschte ihnen alles erdenklich Gute, aber musste man es deshalb auch sehen? Das Gute? Das Gute das sein konnte ohne sie?

Was sie vor fand war alles andere als gut. Zwar traf sie eben an diesem Ort ihren Bruder, aber den Kuss
den er Verdi gab musste sie sich doch eingebildet haben? Arsen und Verdania? Für einen Moment griff eine eisige Hand nach ihrem Herzen um es zu zerquetschen. Das konnte doch nur bedeuten, dass Mala etwas zugestoßen war? Aber nein, dort stürmte er mit Selina heran. So wütend, so aufgebracht.
Arsen und Verdania? Die Erkenntnis, was vor sich ging, kam einem Faustschlag in den Magen schon recht nahe. Sie
würde ihn umbringen, ihren Bruder, wenn ihr Mala nicht zuvor kam. Im Nachhinein konnte sie sich an eine
Sache ganz besonders gut erinnern, wenn sie an diesen Tag zurück dachte. An das Gefühl ihr ganzes sorgsam zusammen gestellte Leben mit lautem Getöse über die Klippe kippen zu sehen. Ein freier Malachai konnte für sie nichts Gutes bedeuten.

Fröstelnd streicht sie sich über die Arme. Es war kalt geworden, ohne ihn. Ohne seine Arme um ihr.
Manchmal in den letzten Tagen hatte sie sich wirklich gefragt wer für wen da war. Wann hatte sie das
letzte Mal so gelacht, sich so glücklich gefühlt. Wann hatte sie ihn das letzet mal so beschwingt und
fröhlich gesehen. Was ging hier vor? Abermals diese Frage und noch immer war sie einer Antwort keinen
Schritt näher gekommen. Immer wenn er bei ihr war erschien ihr alles so einfach. Sie alberten über die
Zukunft, sprachen über vergangenes, benahmen sich als wenn sie nie wirklich getrennt gewesen wären. Und manchmal keimte die Hoffnung auf einen gemeinsamen Weg so erschrecken klar in ihr auf, das es ihr schon Angst machte. Närrin. Sie wusste doch dass er noch lange an dem Schmerz über die Trennung zu tragen hatte, sie wusste das er es sich nicht einfach machen würde. Er würde seinem Glück lange nicht trauen.
Er würde sich erst über seine Gefühle klar werden müssen. Sie kannte all dieses nur zu genau, hatte sie nicht ähnliches schon einmal erlebt?

Gefasst löscht sie die Kerzen und verlässt das Haus. Sie würde einfach das tun was sie tun konnte.
Abwarten, lächeln und da sein. Die tiefe ihrer Gefühle vor ihm verschweigen. Er brauchte nicht noch mehr
Leid in seinem Leben. Und mögen die Götter ihr beistehen, nicht einer der anderen Damen, die zu seiner
Hilfe geeilt waren, den Hals umzudrehen. Selina würde sie wohl tatsächlich irgendwann vermissen, sobald
sich die alberne Wut auf sie gelegt hatte.
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 18. Oktober 2013, 19:50, insgesamt 4-mal geändert.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Wie ein Sack prallte er auf die knarzenden Holzdielen dieser schäbigen Spelunke.
"Los steh auf du besoffener Hund", raunte es mit Speichelfetzen, die sein Gegenüber vor Wut ausschäumte, als er sein Bein ausstreckte und zutrat.
Die Rüstung federte einiges ab, der Alkohol selber liess ihn den Schmerz aber ignorieren.
"Niemand nennt mich einen Feigling. Also los, wehr dich."
Es war ironisch, dachte Malachai, diese Worte von einem Mann zu hören, der einem Vollgetrunkenen von hinten eine Flasche über den Kopf zog und dann, als er auf dem Boden lag, weiter zu trat.
"Los steh auf."

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"Los steh auf.", raunte der junge Malachai hinab. Der Soldat keuchte, während Tränen ihm die Wangen hinunter liefen.
"Ignoriere den Schmerz, blende alles aus. Jetzt steh auf."
Seine Hand packte nach seiner Schulter, während Pfeile um ihn herum zischten, nach und nach die Mannen zu Boden gingen.
"Du wirst mir hier nicht sterben."
Er schleifte den blutenden Körper durch den Dreck, vorbei an den Kämpfenden, ab und an stürzte jemand auf ihn, so liess er ihn los, erhebte seine Klingen und beende das Leben des Feindes schnell.
"Ich versprach dir, du wirst es überleben. Denk an deine Frau, denk an dein Neugeborenes. Du musst es schaffen."
Röcheln war nur zu hören, er blickte auf ihn herab, das Blut ströhmte aus seiner Brust.
Malachai warf eine Klinge zur Seite, beugte sich hinab und wiefte den Körper über die Schulter.
Seine Beine knackten förmlich bei dem Gewicht seiner Rüstung und des sterbenden Mannes, doch es war ihm egal. Er began zu laufen, er versuchte, allen auszuweichen.
"Schmerz ist gut. Er sagt dir, dass du noch nicht tot bist.", rief er den fast bewusstlosen Kopf neben sich zu.
Hinter ihm hörte er das Krachen eines einstürzenden Turmes. Die riesigen Steine der Katapulte liessen den blutroten Himmel in Dunkelheit verwandeln.
Die Schatten streiften mit ihrem bedrohlichen Pfeifen die kämpfende Armee.
Die Verstärkung rückte an. Tausende Reiter auf strahlenden Pferden ritten wie eine Mauer auf die Kämpfenden. Dabei nicht unterscheidend, wer Freund und Feind war.
Malachai warf den Soldaten auf den Boden, warf sich über ihn, hoffend, die Pferde würden ihn nicht übertrampelnd. Laute Hufe, schreiende Männer, der Bannerschwinger bliess ins Horn und der Kommandant rief in die schreiende Schlacht hinein.
"Es ist zu Ende."


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"Es ist zu Ende.", fauchte der dickbäuchige Tavernenbesitzer. Die Armbrust angespannt, direkt auf den tretenden Manne zielen.
"Du gehst jetzt besser."
Er hob abwehrend die Hand, ging langsam rückwärts richtung der Tür, während die Spitze des Bolzens weiter auf ihm zeigte und der Halter der Waffe ihm nachging. Als er dann die Tür verliess, schloss er schnell hinter sich ab, lehnte sich an die Wand und seufzte leicht.
"Ich werde zu Alt für soetwas.", raunte er und drehte sich zu Malachai, der langsam began, ein wenig Blut von seiner Lippe zu wischen und sich aufzurappeln.
Der Tavernenbesitzer ging hinter die Bar und schenkte sich erstmal großzüfig ein. Malachai torkelte zu ihm heran und liess sich am Tresen nieder, blickte auf die Flasche.
"Denkst du nicht, es reicht?", mit einer hochgezogenen Augenbraue blickte er zu ihm herüber, schenkte ihm aber schon etwas ein, da er die Antwort bereits zu kennen scheint.
Malachai nickte nur und schüttete sich das Glas in einem Zug runter.
"Warum hast du das mit dir machen lassen? Du kommst nun oft genug und du weisst, ich bin dir dankbar für deine Hilfe damals. Meine Familie ist dir dankbar Schattenmann. Aber warum lässt du dich so zusammen schlagen."
Malachais glasige Augen blicken ihn an, während er nur leicht lächelt.
"Warum tust du das?"

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"Warum tun Sie das?", der Rekrut blickte voller Neugier in Malachais Augen. Der Winter war in der Burg Eisenwart eingekehrt und sie frorren.
Die anderen machten weiter ihre Lügenstützen.
"Warum kämpfen Sie seit sovielen Jahren? Haben Sie keine Angst zu sterben...sir?"
Malachai trat nun näher. Die schwarze Kleidung, der flatternde Umhang hatten Respekt eingeflösst und der junge Rekrut schluckte einmal.
"Hast du Angst mein Junge?"
Der Rekrut überlegte. Schüttelte dann den Kopf. Was hätte er sonst tun sollen? Er wusste, hätte er es bejaht, hätte der Schattenlord der Burg ihn solange bearbeitet, bis er diese vergisst.
"Wofür tust du das?", entgegnete ihn dann die raue Stimme.
"Weil...ich für etwas eintrete. Ich einen Sinn und ein Ziel sehe. Ich glaube, ich bin das Schwert des Gottes und sein Wille lenkt mich auf dem Felde."
Malachai blickte ihn ernst an, dann lachte er. Seine Abneigung gegen die Götter war ein offenes Geheimnis unter den Soldaten. Umso mehr stellte sich ihnen die Frage, warum er immer und immer wieder kämpfte. Warum er mit in erster Reihe in einer Schlacht stand, wo doch Kommandeure und andere es nicht nötig hatten.
"Nun, du hast deine Gründe, ich habe meine.", schmunzelte er.
"Doch sei dir gewiss, meine Gründe sind die Existenz meines Lebens. Ich tue es nicht, weil ich es liebe zu töten. Im Gegenteil, wenn ich könnte, würde ich jeder konfrontation aus dem Wege gehe. Ich tue es, weil ich es muss."
Der Rekrut nickte, lächelte sacht.
"So und nun weiter machen Rekrut. 100 Liegestützen mehr für dich.", keifte dann die raue Stimme, die ein Nicken zufolge hatte, ehe er die Hände auf den Rücken verschrenkte und sich abwandt.
Er blickte über das Burggelände, hier und da trieben sich die Menschen rum. Zuletzt fiel sein Blick auf die Burgmagd, wie Sie das Feld versuchte von Eis und Schnee zu befreien. Ein sachtes lächeln, als er sie erblickte, hob sie Den Kopf und erwierderte es. Sich die Haarsträhne aus dem Gesichte streifend.
"Du bist verrückt, Malachai.", sagte er sich leicht lachend selber.


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"Du bist verrückt, weisste das?", sagte der Tavernenbesitzer und schenkte nach. Weiter dieser fragende Blick.
"Also...warum tust du dir das an?"
Malachai hob das Glas und wieder spühlte die brennende Substanz seine Kehle frei, ehe er sich über den Mund wischt und ihn anblickte.
"Aus einem einfachen Grund. Schmerz sagt mir, dass ich Fühle....und alles, was mich töten will, zeigt mir, dass ich Lebe. Nur deswegen tue ich es, um nicht zu vergessen, dass ich ein Mensch bin."
Malachai stemmte das Glas auf den Tresen und erhob sich. Torkelnd ging er mit einem Armwink hinaus, in die kalte Herbstluft und den prasselnden Regen.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

"Du hast versagt."
"Du wirst sterben, Schattenlord, so wie wir es sind..."
"...du hast uns getötet. Dem Tode ausgesetzt."
"Du bist eine Schande."
"Du bist Dreck, Malachai."


Schweissgebaded schreckt er auf, diesmal gab es keinen Boden, auf den er fallen konnte, da er auf eben jenen schlief.
Er erhebte sich langsam und ging zum Becken, das Gesicht tief in das kühle Nass tauchend und dann röchelnd herauskommend. Die schwarzen Haare hingen ihn hinab, Wasser tropfte von diesen, gleitete seiner vernarbten Brust herunter, bis sie auf dem Boden zerplatzten.
Im Lichte erkannte er im gewellten Wasser sein Spiegelbild. Ausgemerzt, Alt und Erschöpft wirkend.
Er griff an das Handtuch und wischte sich dann einmal durch, ehe er zu diesem Spiegel ging, den er solange gemieden hatte.
Die Alpträume schienen nicht besser zu werden und er fragte sich wirklich, was aus ihm geworden sei.
Er drückt sich an die Wand, lässt sich langsam hinabgleiten und blickt zur flackernde Kerze.
Das Gespräch mit Verdania tat ihm gut. Er konnte sich einmal alles von der Seele reden. Sicher, es bestärkte nur seine Liebe zu ihr, als er ihr zuhörte, sie anblickte. Trotz allem, was er ihr antat, bereute Sie nie die Ehe...noch ihn geliebt zu haben. Und trotz allem, war sie noch für ihn da.
Sie war seine beste Freundin, schon ein Jahrzehnt vor der Heirat. Ein Band, was Streit und Zwist, selbst Verrat nicht kappen konnte.
Ja, er liebte Sie abgöttisch...doch gleichzeitig half es auch, dass Malachai aufwachen konnte...dass er beginnen konnte, damit abzuschliessen.
Sicher, die Wut und der Neid blieben bei dem Gedanken an ihr und ihm...doch es würde mit der Zeit vergehen.
Und es gab noch sovieles, was er ihr sagen wollte...und musste...allen vorran, warum diese Alpträume ihm heimsuchten.
Er ging zum Badewasser, breitete die Arme aus und liess sich reinfallen. Er trieb dort, mit dem Gesicht das Wasser spürend, langsam die Luft schwindend sehen. Dann kam er hoch, das Gefühl der Schwerelosigkeit verlierend.
Sie hatte Recht...er stank...und der Alkohol war keine Lösung. Er griff an die Steine der Insel, zog sich hoch und liess sich im Sand nieder.
Er war seit allem nur einmal dort und er schworr sich, nur wieder herzukommen mit ihr. Doch er wusste wohl nun, dass dies nie geschehen würde.
Er vergrub die Hand in den Sand, bildete durch die Nässe matsch und irgendwann, ergriffen seine Fingerspitzen etwas, was er gut kannte.
Er holte es hervor, die kleine Schachtel, an dessen Schloss noch der gebrochene Schlüssel hing.
Er könne wohl nie aufhören, sie zu lieben. Er würde immer an diese wunderbare, einmalige Frau denken...immer, der schönen Zeit hinterher missen...doch...und das begriff nun Malachai langsam...er hat Sie nicht verloren...er könnte Sie nie verlieren.
Sie war nur zu einem kleinen Bruchteil seine Ehefrau...und ja, er wird es missen, sie zu berühren, seine Hand über ihren Körper streifen zu lassen...sie zu küssen...dennoch, was es nie das, weshalb er Sie heiratete. Nein, es war ihre Wärme, die Nähe, die er zu ihr hatte, das tiefe, innige Vertrauen und das Wissen, für Sie in jedes Schwert zu rennen. Es war die Freundschaft, die all dies so einmalig machte, etwas, was wohl kein anderer Mensch oder Mann zwischen diesen Beiden im Bunde erreichen konnte.
Es klackte leicht, es war kein Problem, das Schloss zu öffnen und sorgsam nahm Malachai alles heraus, bis er den Ehering fand.
Er deutete den Text falsch, er sah es als ihr Gelübte für die Ehe an...doch das war es nicht, es war soviele Jahre älter und tiefer in seiner Bedeutung.
"Gesucht und gefunden...auf ewig verbunden."
Sie haben sich gesucht, zu Zeiten der tiefsten Dunkelheit und sie fanden sich...doch dies war vor 15 Jahren...als Sie sich brauchten, als Sie jemanden brauchten, der Sie stützte und hielt. Nicht jemanden, der sie liebt, sondern jemanden, den man vertrauen konnte.
Das Bündnis wäre auf ewig. Nichts, nicht einmal ihre eigenen Fehler könnten diesen Bund auflösen. Sie waren Freunde, sie würden es für immer sein.
Malachai vergrub wieder die Kiste im Sand, ehe er zu seiner Tasche ging, ein letzter Blick auf den Ring, dann steckte er ihn sich ein.
Er würde alles daran tun, dass er ihr ein guter Freund war, es wieder wird und für immer ist. Er würde ihrem Glück auf dem Wege helfen und sich daran erfreuen.
Er würde selbstlos handeln, doch vielleicht war dies der Weg, die Schuld und die Zweifel abzulegen und sein eigenes Glück zu finden.
Er verlor die Selbstzweifel und die Angst, er könne nicht damit leben...doch er merkte jetzt, er hatte Angst, sie auf ewig zu verlieren. Sie nahm ihm diese, sie war für ihn da, die Frau, wo er glaubte, sie wäre die letzte, die ihm wirklich helfen konnte.
Jetzt, war er an der Reihe, ihr zu helfen. Er würde aufhören, sich gehen zu lassen, er würde sich den Dämonen stellen und die Waffe erheben.
Dieser Weg, dass wusste Malachai, wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer. Doch er war bereit, ihn nicht zu scheuen. Denn dieses Leben bietet soviel mehr.
Zuletzt geändert von Malachai Schwarzmourne am Montag 21. Oktober 2013, 16:10, insgesamt 1-mal geändert.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Sanft schnitt das Messer in das Fleisch. Fett quält aus den Seiten heraus, während das köstliche Mahl in dampfenden Schwallen verdeckt wird.
Langsam wird die Gabel an den Mund geführt, ein kurzes kauen, ehe es den Gaumen hinabwandert und durch ein köstlliches Seufzen untermalt wird.
Die Hand greift zum Becher, ein tiefer Schluck wird genommen, ehe wieder Messer und Gabel in einer Parade sich dem Essen widmen.
Der alte Tavernenbesitzer lächelt ob der guten Meinung über das Essen der Frau, während Malachai ruhig am Tresen sass und es sich schmecken liess.
Er hatte die letzten Wochen zu wenig gegessen, gut, seine mangelnden Kochkünste unterstrichen das ein wenig, aber er war auch appetitlos, verfiel dem Alkohol und schien sich selbst zu verlieren.
Doch langsam began er, zur alten Form zu finden und den Alkohol nur noch des Genusses wegen zu huldigen.
Er sinnierte über die letzten Tage, blickte nachdenklich auf die Speisekartoffeln neben dem frischen Braten.
Soviel ist passiert, wie ein Erdbeben liess sich sein Leben umwerfen und er glaubte, in ein tiefes Loch zu fallen.
Sicher, dort standen Sie, die Menschen, die ihm helfend die Hand reichten, doch welche sollte er greifen? Und wen würde er vielleicht mit in den Abgrund ziehen?
Er dachte oft an Sienara...seine Exfrau...oft dachte er daran, was gewesen wäre, wenn Sie nie ging?
Wäre er mit ihr verheiratet geblieben? Oder hätte das Paar anderes entzwei gerissen?
Hätte er diese Ehe so zerstört, wie er es mit der Ehe von Verdi tat?
Fragen über Fragen, die einen gestandenen Mann verzweifeln lassen könnten, doch er beschloss, es würde nichts ändern. Er kann die Vergangenheit nicht beeinflussen...er wollte es auch nicht.
Sie verstanden sich wieder gut, es war schön, bei ihr zu sein, mit ihr zu reden, ungezwungen alles zu vergessen. Und ja, egal was er damals sagte, egal wie stark seine Wut über ihren Fortgang war, seine Gefühle konnte er nicht leugnen.
Sein Herz sprang, als er Sie sah, das tat es immer an den Gedanken an Sie. Das, was Sie damals verband, mehr als der Weg, wie Sie zueinander fanden, war doch einmalig und fernab aller konventionen.
Dann war da Selina...eine einmalige, wunderschöne Frau und mit seine beste Freundin. Sie hatten soviel durchgestanden in den letzten Jahrzehnten, so oft rangen Sie mit dem Tode doch egal was Malachai tat, egal wie er sich entschied, Sie stand immer zu ihm.
Für Malachai war klar, dass diese Frau in sein Leben gehörte, für immer...doch die Frage war nur, in welcher Position?
Selina gestand ihm, mehr zu empfinden, doch Malachai, konnte es nicht erwiedern. Viele Männer würden sich glücklich schätzen, eine so fantastische Frau an ihrer Seite zu haben...doch für Malachai war Sie immer ein Teil seiner Familie...fernab davon, dass er der Patenonkel ihres Kindes mit Arsen war, fern ab davon, dass schon ihre Eltern sich kannten....konnte er sie mehr lieben, als so, wie er es jetzt tat? Wie ein großer Bruder, ein guter Freund?
Trotzdem war es gut, jemanden zu haben, den man alles sagen konnte. Eine doch unbeteiligte Person, selbst wenn Malachai wusste, dass auch Sie mit der Geschichte und mit ihrem Exmann zu kämpfen hatte. Er genoss es, sagen zu können, was er dachte...wusste er doch, sie würde ihm gegenüber immer ehrlich sein.
Zuletzt war da Malena. Er war sich unsicher, was er von ihr halten sollte. Einerseits eine unbeschwerte, stets fröhliche Frau, andererseits hatte Sie auch ihre ernste Seite. Man wusste nie, was nun kommen mag, man konnte nicht abschätzen, was bei ihr nun Ernst ist und was eine Scharade. Und dennoch, war sie so unbeholfen ehrlich...sie warf Malachai einiges an den Kopf und selbst wenn Sie sich entschuldigte, musste Malachai ihr doch dankbar sein für eben diesen "Tritt ins Gesicht".
Sie brachte ihm zum nachdenken, darüber, wer er war und was er wollte. Sie zeigte ihm auf, wie heuchlerisch er doch ist, wenn er Ratschläge verteilt, an die er sich selber nicht hielt. Es war gut, so eine Freundin zu haben.
Wieder schnitt das Messer ins Fleisch. Malachai musste grinsen. Es sah schon merkwürdig aus, dass stetig Frauen bei ihm sind. Und doch, als er in den Becher blickte und dabei war, jenen an die Lippen zu führen, hatte er Angst. Angst, jemanden zu verletzen, etwas falsches zu tun.
Er spielt mit offenen Karten, er sagte auch Selina klar, was er denkt und er will keine Hoffnung säen, wo es vielleicht keine gibt. Dafür sind ihm die Menschen zu wichtig und er lernte schon früh, dass Sie schneller weg sein können, als einem lieb ist.
Die Tavernentür öffnete sich, es gröhlte und wurde laut. Der Tavernenbesitzer atmete tief ein, als das Fußgetrapel den Boden erzittern liessen und 3 Männer sich an einen Tisch setzten, vollgeschwitzt und stinkend Schnaps beorderten.
Er kannte die Stimme. Malachai vergisst soetwas nie. Doch er blieb ruhig sitzen.
"Hee...wenn das nicht der todesmutige Säufer ist.", raunte es und man hörte das schieben des Holzstuhles über den Boden.
Er trat an Malachai näher, beugte sich über seine Schulter und flüsterte ihm etwas ins Ohr.
Es vermischte sich mit dem Geräusch scheidener Schwerter, die von seinen Kumpanen gezückt wurden, der Tavernenbesitzer hebte abwehrend die Hände.
"Wir sind noch nicht fertig. Ich lasse mich von einen Säufer nicht beleidigen."
Malachai legte ruhige seine Hände mit dem Gesteck auf den Tresen, der Blick auf den Teller gelegt, nur wenige Fingerbreit entfernt von der abstützenden Hand des Mannes, der ihn ja so feige von hinten angriff.
"Ich will keinen Ärger. Wenn ich dich beleidigt habe, entschuldige ich mich und gebe gerne eine Runde für dich und deine Freunde aus.", sprach Malachai ruhig.
Die Hand des Kerles polterte lachend auf die Platte und er blickte sich um nach seinen Kameraden, die nun um Malachai einen halbkreis bildeten.
"Habt ihr das gehört? Der reudige Hund entschuldigt sich.", gröhlte es, ehe er wieder mit dem Gesicht nahe Malachais kam und mit seinem stinkenden Atem ihm antwortete. "Tot bist du...und diesmal wird dich keiner retten."
Er griff mit der anderen Hand an sein Messer, als Malachai die Gabel erhob und mit eben jener in die Hand seines Widersachers auf der Platte zustach. Er schrie auf, aber ehe er realisieren konnte, was geschah griff die andere Hand nach dem Messer, das er zücken wollte und warf Malachai es mit einer halben Drehung auf einen der bewaffneten, der ihm am nächsten war.
Es traf ihn direkt in den Hals, röchelnd fiel er Rücklings auf einen Tisch, der dritte hob sein Schwert an und sprang nach vorne. Er schlug, Malachai wich zur Seite aus und liess die Klinge in im Tresen stecken, griff unter seine Robe und erhebte 2 Klingen. Ehe sein Wiedersacher sein Schwert aus der Lage befreien konnten, surrte es und die Klinge trennte Hand von Arm, ehe die andere den Oberkörper durchbohrte und er röchelnd zusammen knickte.
Der letzte hatte seine Hand von der Gabel befreit und robte zurück, mit angsterfüllten Augen hinaufblickend, jammernd davor, um sein Leben zu betteln, doch die Gelegenheit gab er ihm nicht.
Ein sauberer Schnitt liessen diesen Mann den letzten Atemzug spüren, ehe sein Blut sich über den Boden verteilt.
Dann scheidete Malachai die Klinge und wandte sich dem Tavernenbesitzer zu.
"Tut mir leid für den Dreck. Aber diese Jungs werden niemanden mehr überfallen oder schänden.", seine Stimme war rauh und ernst, dann setzte er sich wieder an seinen Teller, liess sich eine Gabel geben und genoss den letzten Bissen Fleisch.
Der dickbäuchige Tavernenbesitzer lächelte, winkte ab.
"Und wieder schulde ich dir was. Mach dir um den Dreck keine Sorge. Willst du noch eine Milch mein Schattenfreund?"
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Gast

Beitrag von Gast »

Sie atmete tief durch, als die Tür ins Schloss fiel. Sie blickte nicht zurück. Sie hatte das Gefühl ihr Kopf brannte noch vor Verlegenheit und Scham.

Gefühlt war sei immer noch feuerrot im Gesicht. War das eben wirklich passiert?

Hatte er ihr grad wirklich all das gesagt?

Ziellos lief sie durch den Wald. Äste zerrten an ihren Haaren und schlugen ihr gegen die Beine und Arme. Er hatte ihr weh getan und sie hatte das Gefühl er machte sich über sie lustig. War es gar ein grausames Spiel von ihm?

Sie wäre am liebsten im Boden versunken. So sehr schämte sie sich. Doch musste sie sich wirklich schämen, dass sie treu war? Dass sie ihr Herz nicht einfach so verschenkte?

Sicher sie war jetzt schon länger getrennt und irgendwie fehlte ihr die nähe zu einem Partner, aber sie konnte sich gut beherrschen. Wozu sollte sie sich irgendwem nehmen. Dazu gehörte doch immer mehr.

Er konnte das nicht ernst gemeint haben. Wollte er sie gar loswerden? Wurde ihm alles zu viel?

Sie nahm den Dolch aus ihrem Gürtel und warf ihn. Zitternd blieb er im Stamm eines Baumes stecken. Wieder und wieder warf sie mit dem Dolch. Doch es war keine Ablenkung. Sie war wütend. Und es befriedigte sie grade nicht, ihrer Wut freien Lauf zu lassen. Sie musste mit jemandem reden, aber mit wem?

Das war nun nichts, was man mal eben so einer Freundin erzählte. Ihr Gesicht brannte wieder vor Scham. Wie konnte er nur?

Sie ließ sich irgendwann ins Gras fallen und blickte in den Himmel. Mit der Faust schlug sie ins Moos. Nun blieb wirklich nur noch einer zum reden. Sie seufzte. Sie wollte nie mit ihm über ihre Gefühle reden. Sie rappelte sich auf und schlug den Weg zur Gesellschaft ein. Unterwegs zupfte sie sich Blätter aus dem Haar und ordnete es flüchtig. Sie atmete tief durch.

Sie musste nicht lange warten, bis er kam. Zögernd fragte sie, ob er Zeit hätte. Er musste noch etwas erledigen und vertröstete sie. Wieder warten.

Eigentlich wollte sie nicht weg, aber das Angebot Rothrans sich einmal die Truhen im Berg anzusehen, war verlockend. Ihre Wut war noch nicht verraucht und das war eine willkommene Abwechslung und sie würde nicht wieder mit Prellungen heraus kommen.

Langsam verrauchte ihre Wut, während sie auf einen Gargoyle einschlug. Als sie zurück kam, war sie ruhig. Irgendwann war er dann endlich da und sie gingen ein paar Schritte um zu reden.

Nein ihn wunderte nicht, dass sie sauer war, er riet ihr sogar die Finger von ihm zu lassen, da er ja nur mit ihr spiele und sie nicht so behandle, wie sie es verdiene. Ebenso hielt er ihr vor Augen, das ja keine der Ehen Malachais gehalten hatte und es immer seine Schuld gewesen war. Ihr wurde elender zumute, als sie je zugegeben hätte. Verrannte sie sich wirklich so? War alles Einbildung? Das konnte nicht sein. Doch auch Arsen war nicht objektiv. Irgendwie waren sie doch alle verrückt geworden, schoss es Selina durch den Kopf. Wie hatte es passieren können, dass sich die Gefühle so überschlugen?

Einen wirklichen Rat hatte Arsen nicht für sie, aber immerhin half ihr das Gespräch, sich selber zu finden. Sie war nicht mehr das unsichere Mädchen. Se war eine selbstbewusste junge Frau. Und bis vor kurzem, war sie sich auch durchaus ihrer Wirkung auf Männer bewusst gewesen. Doch irgendwie hatte sie bei Malachai immer das Gefühl ihm unterlegen zu sein. Er verunsicherte sie.

So langsam wurde ihr bewusst, dass Malachai sie nicht demütigen oder beschämen wollte. Er hatte sie aufgefordert, an sich zu denken. Sie sollte glücklich sein. Da lag allerdings das Problem an der Sache. Sie wollte nur ihn, vielleicht hatte es sie deswegen so verletzt. In dem punkt gab Arsen ihm recht. Selina musste endlich wieder an sich denken. Ihr war während des Gespräches wieder bewusst geworden, dass es sich immer noch um den gleichen Malachai handelte, der vor Jahren in ihr Leben getreten war. Sie hatte keinen Grund verunsichert zu sein. Unsicher würde er nie mehr in ihr sehen als eine Schwester.

Zusammen gingen sie zur Gesellschaft zurück. Selina hatte beschlossen, was sie tun wollte. Wie sie es umsetzen konnte wusste sie noch nicht. Aber das war auch nicht wichtig.
Gast

Beitrag von Gast »

"Lass es uns versuchen"
Wie hab ich nur den Mut aufgebracht diese Worte auszusprechen? Habe ich überhaupt darüber nachgedacht? Oder waren sie mir einfach im Laufe des Gespräches heraus gerutscht?

Kaum waren ihr diese Worte über die Lippen gekommen zog sich vor Schreck alles in ihr zusammen. Wo kamen diese Worte her. Sie hatte sie nie aussprechen wollen. Vielleicht hatte er sie ja einfach überhört. Ja aber verdammt nochmal, warum eigentlich nicht? Seit Tagen waren sie ständig zusammen, ungezwungen, glücklich... zumindest war sie es...lagen sich in den Armen, ja küssten sich sogar. Es fühlte sich an als hätten sie schon lange damit angefangen es zu versuchen. Natürlich hatte sich wieder keiner eingestanden auf welchen Weg sie sich begeben hatten. Das wäre auch viel zu einfach gewesen. Zeit brauchten sie, richtig. Zeit um sich über die Gefühle klar zu werden. Natürlich! Sowas will ja nicht überstürzt werden oder? Schon gar nicht so kurz nach einer gescheiterten Ehe. Und dennoch waren sie beisammen und sprachen über eine Zukunft. Eine gemeinsame Zukunft. Vielleicht nur aus Scherz, oder war doch mehr Ernst dabei als beide wieder einsehen wollten? Fing nicht damals ihre gemeinsame Ehe genauso an. Nach scherzhaftem Geplänkel an der Akademie und später in der Taverne?

War es wirklich so verwunderlich das ihr dieser Gedanke kam? Das ihr diese Worte durch den Kopf gingen? Er sah heute um so viel besser aus als in den letzten Tagen. Ja sie bildete sich sogar ein dass er sich auch besser fühlte. Vielleicht hatte dieser Wandel ja ein Stück auch mit ihr zu tun. Und wenn dem so war, dann konnte es doch gar nicht so verkehrt sein? Also warum denn nicht? Sie liebte ihn, tat es schon immer und wird es wohl auch immer tun. Egal was damals geschah, was noch geschehen wird. Und sie müsste sich schon sehr irren wenn seine Gefühl für sie nicht dieselben waren.

"Lass es uns versuchen" Und wie könnte es anders sein, er hatte es nicht überhört. Irgendwie war sein Blick sogar Gold wert. Schon dafür müsste man die Frage noch einmal wiederholen. Außerdem wusste sie seit dem Zeitpunkt wie lange man die Luft anhalten konnte, ohne dass einem schwarz vor Augen wird. Und egal wie oft man zu den Göttern betet, dass sich doch der Boden unter einem auftun mag... er tat es nicht. Aber das wichtigste war wohl seine Antwort auf die so spontan gestellte Frage. Eine Antwort die sie nie erwartet hätte. Nicht mal im Traum hätte sie daran gedacht, dass er so reagieren würde.

"Gut, machen wir es"

Und alles andere war egal. Über alles Andere konnte man sich später Sorgen machen. Sehr viel später...
Gast

Beitrag von Gast »

Äste knackten und Blätter raschelten unter ihren Füßen. Nein sie gab sich heute wahrlich keine Mühe leise durch den Wald zu gehen. Wozu auch es war doch egal, wenn sie jemand sah oder sie hörte. Sie sah nichts. Hörte auch nichts. Tränen verschleierten ihren Blick und die Bäume schienen sich immer wieder in ihren Weg zu stellen. An wie viele sie gestoßen war wusste sie nicht. Sie spürte nicht den Schmerz in ihrer Schulter, den ein dicker Ast verursacht hatte. Sie lief einfach weiter. Äste zerrten an den offenen Haaren und verfingen sich darin. Den Haarreif hatte sie bereits verloren und so nahmen ihr die langen Flechten noch mehr Sicht. Doch sie sah und hörte eh nur das was eben war. Sienara. Sie machte schon Einzugspläne bei Malachai. Sie führte sich auf, als würde sie dort bereist wohnen. Sie die einfach im Keller schlafen wollte. Sie die einen Schlüssel hatte für sein Haus.


Er wollte sie wohl doch nur loswerden. Wollte sich absichern, dass es ihr gut ging, damit er zu der zurück kehren konnte, die ihn verließ. Die ihn verletzte. Warum nur?


Er konnte doch nicht ernsthaft glauben, dass er die Zeit zurück drehen konnte. Alles ungeschehen und einfach dort weiter machen, wo sie einst aufgehört hatten.


Sie schrie ihren Schmerz raus. Warum konnte er nicht sagen was los war. Nein er trauerte ja noch und brauchte Zeit. Wieso nu war sie so dumm gewesen.


Ja sicher ein Kuss der nichts bedeutete, für wie dumm hielt er sie eigentlich. Sie hatte die Finger still gehalten, war verunsichert gewesen. Es wäre einfach gewesen, ihn zu verführen. Aber nein, sie musste sich ja zurück halten.


Sie fiel und blieb schluchzend auf dem Waldboden liegen. Sie vergrub ihr Gesicht in die welken Blätter und das Moos. Wie konnte er nur so gemein sein. Und dann ließ er sie auch noch ohne Vorwarnung und schmiss sie einfach ins kalte Wasser. Er hätte sie ebenso gut in voller Rüstung in den Fluss werfen können. Dann wäre ihr das erspart geblieben.


Sie richtete sich auf und lehnt sich an den neben ihr stehenden Baum und zog die Beine an. Wirklich geschützt war sie nicht, vor dem Wetter und ihr wurde wage bewusst, dass sie ihren Umhang bei Malachai gelassen hatte, als sie eisige Regentropfen auf ihrem Gesicht fühlte. Doch es drang nicht wirklich zu ihr durch. Sie kauerte sich weiter an den Baum. Den einzigen klaren Gedanken, den sie fassen konnte, war dass sie eben noch ein Zimmer gemietet hatte. EIn Zimmer in seiner nähe. Warum hatte sie das getan? Es war doch eh egal. Warum fügte sie sich selber noch mehr schmerzen zu, in dem sie von da aus auch noch rüber sehen konnte. Es reichte wohl nicht, dass sie sich zu tiefst gedemütigt fühlte. Ihre Tränen mischten sich mit dem Regen und liefen ihr Gesicht herunter.


Sie hatte es irgendwie geschafft ihre Selbstbeherrschung zu waren und keinen Streit anzufangen. Der eh Sinnlos gewesen wäre. Er hatte sich ja bereits entschieden. Wozu sollte sie sich dann noch die Blöße geben und ihren Schmerz zeigen. Das wäre ja auch noch zu schön gewesen, Sienara diese Genugtuung zu geben. Sie würde gehen. Es hatte doch eh keinen Sinn. Elira würde sich sicher freuen, wenn ihre Mama wieder in ihrer Nähe war. Dort wurde sie zumindest gebraucht. Und sie musste nicht mit ansehen, wie ihr Exmann wieder verliebt war und auch nicht, wie er eine andere bevorzugte. Sie war fehl am Platz. Warum nur musste es immer der Falsche sein. Sie legte die Arme um die Beine und kauerte sich weiter unter den Baum, und beobachtete den Regen.


Wozu sollte sie auch gehen, sie wusste grade nicht wohin. Stumm liefen die Tränen weiter über ihre Wangen und wollten nicht versiegen. Mittlerweile war sie klitschnass und zitterte vor Kälte. Doch immer noch blieb sie sitzen. Sie wurde das Gefühl nicht los, dass sie lächerlich gemacht wurde und egal wo sie jetzt hin ging sie würde ausgelacht werden.


Arsen würde spöttisch grinsen und sagen, ich habs dir doch gesagt. Malena würde sagen, siehst du es gibt nur ärger, wenn man sich in den besten Freund verliebt. Amelia würde sie mitleidig ansehen. Und SIenara und Malachai war sie im weg. war es vielleicht wirklich besser zu gehen und Sienara das Feld zu überlassen. Oder gab es noch einen Grund zu bleiben? Gab es vielleicht doch Hoffnung?
Gast

Beitrag von Gast »

Nur am Rande nahm sie das Hufgeklapper war und auch ebenso die Schritte als der Reiter abstieg. Auch die Bewegung neben sich nahm sie nicht wirklich war. Sie griff nicht einmal mit der Hand zu ihrem Dolch. Es war egal sie war eh nicht dazu fähig sich zu verteidigen. Sie kauerte sich enger zusammen. Immer noch zitternd in der klammen Kleidung. Sie wusste wer da neben ihr im Moos saß. Sie kannte seine Bewegungen nur zu gut. Sie seufzte. Was kam jetzt, der nächste Schlag? Konnte er ihr noch mehr weh tun? Tat er es womöglich schon. Es gab doch nichts mehr zu sagen. Er zog sie einfach in die Arme. Es könnte so einfach sein. Aber nein da war ja Sienara. Resigniert blickte sie zu Boden. Und jetzt sollte auch noch sie sagen, was los war. Warum sie sich im Wald verkroch. Sie hob den Blick, aber sie sah ihn nicht an. Statt dessen fühlte sie die Wut zurück kommen. Ihre Verzweiflung drohte ihr die Kehle zu zuschneiden. Und so schrie sie nicht sondern fauchte ihn nur an. Er war ja nicht ehrlich, er habe sie ins Messer laufen lassen. Er war schuld. Doch sie war nicht nur wütend auf ihn, sondern auch auf sich selbst. Auch das warf sie ihm vor, dass er ihr die Versprechen abgeluchst hatte. Ihn nicht zu verführen und zu bleiben, egal was passiert. Wieder kullerten die Tränen über ihr Gesicht und sie blickte wieder zu Boden.


Und dann wollte er auch noch wissen, was zwischen SIenara und ihr stand, warum sie sich nicht mochten. Meinet er die Frage wirklich ernst? Sie blickte ihn an und lachte bitter. Nein das konnte er nicht ernsthaft fragen. Und doch wollte er es wissen. Die Antwort gab er sich jedoch selbst. Sie war zu müde zum streiten, sie konnte eh nichts ändern. In ihrem inneren zerriss es sie. Wut, Verzweiflung und Resignation und Erschöpfung. Sie zog zitternd seinen Umhang um sich, aber das zittern kam , nicht nur von der kälte, sondern auch aus ihrem inneren. Sie wusste nicht weiter. Wie sollte sie es akzeptieren, dass der Mann den sie über alles liebte eine andere gewählt hatte.


Hatte es je eine Chance für sie gegeben? Hatte sie sich alles nur eingebildet? Sie musste es wissen. Auch wenn ihr die Antwort womöglich noch mehr weh tat. Doch die Antwort hätte ihr den Boden unter den Füßen weggezogen, wenn sie nicht gesessen hätte. Ja er hatte den Wunsch verspürt sie zu küssen. Warum hatte er denn nicht? Warum küsste er Sienara so einfach und bei ihr unterdrückte er den Wunsch. Nach dem Eingeständnis wusste sie noch weniger was sie tun sollte. Sie zitterte und wäre am liebsten wieder weggelaufen. Doch durch die Kälte und das lange sitzen, wusste sie nicht, ob ihre Beine sie tragen würden. Warum konnte sie nicht einfach ihre Wut rauslassen, auf ihn einprügeln, ihn anschreien oder was auch immer. Sie ließ die Schultern hängen. Es wäre einfacher zu akzeptieren gewesen, wenn er wirklich nichts weiter für sie empfing. Aber so? Ihr schoss eine Frage in den Kopf, warum gab es dann keine Chance für sie.


Er nahm sie irgendwann auf den Arm und trug sie ins Haus. zitternd zog sie wieder die beine an den Körper und legte die Arme um sie. Sie wusste nicht wohin, sie wusste nicht weiter. Langsam machte sich die Wärme des Feuers bemerkbar und trieb die Kälte aus ihrem Körper, wodurch sie noch mehr zitterte.Das er ihre Hand hielt merkte sie kaum, auch nicht, wie klamm ihre Kleidung war. Sie nahm seine Frage zwar wahr, aber so gerne sie ja gesagt hätte, sie konnte es nicht. Und hasste sich dafür selber. Warum stellte sie das Glück anderer vor ihr eigenes. Wie dumm konnte ein Mensch denn sein. Schon wieder dachte sie nicht an sich, obwohl sie sich das fest vorgenommen hatte.


Irgendwann hatte er sie baden geschickt, damit sie endlich warm wurde. Sie war zwar nun sauber und warm. Aber sie fror immer noch. Und starrte lediglich die Tischplatte an. Prägte sich den verlauf der Maserung ein. Wieder hatte sie sich in den Stuhl gekauert. Se fühlte sich so sicherer, sie wollte keinen Platz mehr bieten für einen erneuten Angriff. Sie konnte nicht noch mehr ertragen. Und dann kam auch noch Sienara dazu. Wieder wäre sie am liebsten weggelaufen. Nein das war zu viel, das konnte er nicht verlangen. Doch sie blieb sitzen, bis alles gesagt war. Sienara eine Freundin sein? Nachdem sie ihr genommen hatte, was ihr mehr bedeutete als alles andere, abgesehen von ihrer Tochter. Nein das konnte nicht ihr ernst sein. Selina hätte schreien können, so sehr schmerzte es. Doch sie hatte den Blick weiter gesenkt und ihre Haare verdeckten einen großteil ihres Gesichts. Wollte sie sich das wirklich weiter antun, wollte sie sich selber noch mehr schmerzen zufügen, als sie schon hatte ertragen müssen, in dem sie das akzeptierte? Konnte sie wirklich so tun, als wäre nichts und die Freundschaft aufrecht erhalten? Sie wusste es nicht und ging.


Sie Schlug den Weg Richtung Berchgard ein und dann weiter zur Gesellschaft. Doch auf der Brücke blieb sie stehen und schaute ins Wasser. Selbst das verzerrte Spiegelbild des Wassers zeigte ihr mit grausamer Deutlichkeit, was die letzten Tage aus ihr gemacht hatten. Ihr blickte unter einer Kapuze ein müdes, angespanntes und ´resigniertes Gesicht entgegen, mit rotgeweinten glanzlosen Augen. Sie hatte tiefe Schatten unter den Augen und sie musste mit erschrecken feststellen, dass ihre Wangen eingefallen waren, Mal wieder. Sie war eh schon schmal genug. Doch was hatte sie erwartet? Ein bitteres Lächeln legte sich um ihren Mund. Sie war mal wieder in einer Sackgasse. Konnte sie nicht einfach einmal Glück haben, ohne wenn und aber. Wann war sie das letzte Mal wirklich glücklich gewesen? Selbst die letzte Zeit vor ihrer Trennung war nicht sie nicht wirklich glücklich. Zu sehr hatten sie Erinnerungen gefangen genommen. Und Arsen hatte sie nicht verstanden. SIe war wohl zu lange unterwegs gewesen und fremd geworden. Aber sie hatten schon einmal eine lange Trennung überstanden gehabt, weil sie glaubte er wäre tot. Und dann war er fremd gewesen und dennoch hatten sie dann sogar geheiratet und ein Kind bekommen. Doch wann war sie das letzte Mal wirklich glücklich gewesen? Bevor sie diese verfluchten Sachen gesucht hatte? Bevor sie von den Eindrücken der Reise fast erschlagen wurde und sie selber zum Schatten ihrer selbst geworden war?


Auch davor war schon immer irgendetwas gewesen, was ihr Glück getrübt hatte. Während sie ihr Spiegelbild im Wasser beobachtete, schossen Erinnerungen auf sie ein. Dunkel Schatten in tiefen Kellergewölben von Ruinen. Männer die nach ihr greifen wollten. zwei blitzende Dolche. Schreie. Stille. Schmerz. Die Bilder wechselten. Gingen weiter zurück. Ein silbernes Kleid, mit Sternenstickerei im Zwielicht der Dämmerung. Ein Mann an ihrer Seite einer vor ihr. Er hatte sie damals zum zweiten Mal getraut. Hatte ihren Schwur besiegelt. Beide Männer hatten ihr Leben bestimmt. Und taten es immer noch. Da war sie glücklich, doch das war so lange her. ´Sie sah sich mit Elira im Arm und den Stolzen Blick ihres Papas, auch da war sie glücklich. Ihr Herz krampfte sich zusammen. Als sie die Kleine weggeben musste, weil es sicherer für sie war, ab da fehlte ein Stück von ihr. Sie wusste zwar ihr ging es gut, bei der Pflegefamilie und sie erhielt die Erziehung die sie verdient hatte. Sie würde nie in Armut aufwachsen. Sie würde nie von ihrem Vater zur Ehe gezwungen werden und gedemütigt werden. Ihr hatte sie alles ermöglicht, was sie selber nie hatte. SIe ließ die Erinnerungen weiter zu. Und ihre Hand auf der Brüstung verkrampfte sich. Männer Hände an ihrer Kleidung, sie wollten sie auf den Boden drücken, zerrissen das Kleid, fassten sie an. Und daneben stand ihr Vater und lachte höhnisch. Das Lachen dröhnte in ihren Ohren und sie zitterte selbst nach so langer Zeit noch. Doch sie war kein Opfer seiner Willkür geworden. Sie hatte sich gewehrt und die Männer verletzt. Sogar ihn, ihren Vater, aber den erst später als er allein war. Ein gezielter Stoß zwischen seine rippen, sie hatte genau gehört wie er anfing nach Luft zu japsen, als sie den Dolch herauszog. Danach kam sie auf langen wegen hier her. Zerrissen von Trauer um den tot geglaubten Gefährten und Verzweiflung. Trauer und Verzweiflung. Wieviel konnte sie davon eigentlich noch ertragen? Wan würde sie an all dem zerbrechen.


Ein neues Bild. Blaugerüstete Männer und dabei ein schwarz vermummter Mann. Er faszinierte sie und schüchterte sie ein. Seine Stimme hatte sich tief in ihr Herz gegraben. Immer wieder traf sie ihn, doch sie traute sich nie ihn anzusprechen. Erst viel später erfuhr sie wer er war. Hätte sie damals ihr Leben ändern können, wenn sie etwas mehr Mut aufgebracht hätte? Wäre es glücklicher verlaufen?


Doch bevor sie den Mut aufbringen konnte, trat Arsen wieder in ihr Leben. Glücklich war sie ohne Frage. Aber für welchen Preis? War es das alles wert gewesen? Sie Blickte weiter ins Wasser des Flusses. Wieder wechselten die Bilder vor ihren Augen. Sie waren dunkel, nur selten mischte sich eines dazu, was sie Lächeln ließ. Sie blinzelte und sah wieder ihr Spiegelbild vor sich. Tränen rannen erneut über ihre Wange. Sie warf einen Stein ins Wasser und wandte sich ab. Sie brauchte kein Spiegel um zu sehn, was sie war. SIe ärgerte sich, dass sie mit ihrer Resignation, erneut all die Erinnerungen heraufbeschworen hatte. Und sie wusste, es waren nicht alle gewesen. Wann konnte sie das alles einfach begaben und nie wieder hervorbrechen lassen. Sie wanderte zurück. Die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, niemand sollte sehen, wie sehr sie grade daran litt. Später würde sie wohl eine Maske tragen. Niemand sollte je diesen Einblick in ihre Seele haben. MIt jedem Schritt versteinerte ihr Gesicht und ganz langsam begrub, sie wieder jede einzelne Erinnerung. zumindest hoffte sie, dass es funktionierte.
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Malachai Schwarzmourne
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Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Ruhig stand er an der Klippe, den Blick weit hinaus auf das tosende Meer gerichtet.
Der Wind zog auf eben jenes hinaus und liessen seinen schwarzen Umhang und seine Haare nach vorne flattern.
So tief konnte man fallen, ehe man durch die spitzen Felsen oder das tosende Meer sterben würde.
So tief und doch wäre es nicht mehr als ein Schrei und ein Atemzug.
Malachai kannte das Gefühl, zu fallen, bloß merkte er nie die Landung, nein, irgendwas gab ihm immer wieder Auftrieb, liess ihn wieder aufsteigen.
Doch diesmal...es war alles so wirr.
Er fasste sich an den Kopf, kneifte die Augen zusammen.
Sovieles war geschehen die letzten Wochen und Monde und er war immer noch nicht so weit, seine Gedanken zu sortieren.
Sienara...sie war der Aufwind in diesem Fallen. Sie hielt ihn und brachte ihn dazu, nicht zu landen.
Es war schön mit ihr, er konnte all seine Sorgen, alle Gedanken vergessen und einfach bei ihr sein.
Doch wenn Sie nicht da war, kamen Sie wieder, die Erinnerungen, die er so sehr versuchte zu unterdrücken. Warum nur konnte es nicht einfacher sein? Warum nur konnte er Sie nicht einfach nur lieben?
Verdania...er liebte Sie. Er tat es schon immer. Und nun war Sie fort...aus der Reichweite seiner Liebe.
Er versucht das zu retten, was zu retten gab. Er will, wenn Sie schon nicht seine Frau sein könne, wenn Sie es nicht ist, die er küsst und im Arme hielt, zumindest die Freundin sein, die Sie vor allem war. Der Rückzugspunkt und der starke Halt, der Sie so oft für ihn war.
Doch da war nun das Problem. Wie konnte er Sienara der Mann sein, den Sie verdient hatte, wenn sein Herz doch auch für Verdania schlug?
Sie sollte kein Lückenfüller sein, sie sollte nicht die zweite Wahl werden, weil Verdania ihr Herz jemand anderen schenkte. Arsen.
Die Wolken verdunkelten sich, die Bauern sprachen schon von einem Sturm, der aufkommen würde und die Wellen peitschten wie eine wütende Armee gegen die Klippen. Versuchten Einlass zu bekommen.
Sein bester Freund...sein Bruder...
er konnte ihn den Verrat nicht verzeihen und dennoch...verstand gerade Malachai am besten, was in ihm vor ging.
Hätte er anders gehandelt? Hat er jemals anders gehandelt?
Wir alle sehnen uns nach einer Konstanten, nach dem Halt und die Zuflucht, die wir brauchten.
Er wollte ihn nicht bemitleiden, er bräuchte kein Mitleid, doch Malachai verstand, wie lange man doch nur darum kämpft, sein Glück in einem ruhigen Leben zu finden.
Diese Männer, die so oft kämpften, so oft dem Tode ins Gesicht lachten, sie wollten doch alle nur Ruhe.
Er verzieh ihm den Verrat nicht, vielleicht würde Malachai es nie tun. Er glaubte, es muss Grenzen geben...und dennoch...er verstand ihn.
Und er durchlebte auch viel...auch er brauchte Menschlichkeit, Geborgenheit und Zuneigung.
Er entsann sich, wie er damals war, vor Jahrzehnten, als er Ihn und seine Frau Selina kennen lernte. Er vergisst nie, was er ihm alles schuldet und wird ihm auch weiter Dankbar sein.
Und das war vielleicht auch der Bruch...Selina...
Wie sie wieder kam, wie sie sich von Arsen distanzierte, vielleicht trennte.
Arsen gab ungerne Schwächen zu, doch in dem Moment, so war sich Malachai sicher, war er am schwächsten. Und er began, einen undurchdringlichen Wall aufzubauen.
Ja, der Bruch einer Frau, lässt jeden Krieger zusammen brechen. Auch das ist eine Erfahrung, die Malachai nur zu gut kannte.
Seine Hand glitt über den Wams seiner Rüstung, als führten die Finger Linien an seinem Bauch nach. Er wusste, was dort war...eine dieser vielen Narben...eine besondere, die, wenn er daran dachte, Trauer und Freude in Erinnerung riefen.
Trauer, warum Sie kam, Freude, was sie erbrachte.
Nie könne er diesen Moment vergessen.
Langsam zuckten Blitze am Horizont, Regentropfen kündigten ihre Brüder auf dem Boden an.
Selina...
er schwor sich, niemanden mehr zu verletzen und doch, tat er es bei der Frau, die für immer in sein Leben gehörte, die wie eine Schwägerin, Schwester und gute Freundin zu ihm stand.
Er konnte ihr nicht geben, was Sie sich wünschte. Und der Moment, als Sie die beiden sah, liessen nicht nur ihr Inneres zerspringen. Nein, ihr Gesichtsausdruck brannte sich in Malachais Augen wieder.
Seine Finger pressen sich in den Wams hinein. Sie ist stark, er macht sich keine Sorgen um Sie...sie wird darüber stehen und weitermachen. Doch er vergisst niemals den Moment, wo er ihr so weh getan hat.
Der Regen beginnt nun in den stürmischen Winden zu tanzen, prasseln mit ihrer Wucht gegen den stehenden Körper am Felsenrand.
Wie oft dachte Malachai daran, einfach sich fallen zu lassen? Nicht mehr aufzustehen und sein Schicksal zu akzeptieren. Wie oft?
Er könne nun glücklich sein, doch bremst er sich selber...bremst ihn die Angst, nur wieder Tot und Zerstörung zu hinterlassen.
Quälend viele Fragen, ob er sich richtig entschied oder ob er doch hätte kämpfen sollen.
Sein Herz ist zersprungen in soviele Teile, doch welcher überwog, welcher war Ehrlich und welcher würde verstummen?
Er wusste, es brauche Zeit, und er wusste ebenso, er würde es nicht alleine schaffen können.
Langsam vermischten sich die Geräusche des Regens mit dem Getrappel von Pferdehufen. Langsam legte sich das riesige, schwarze Haupt des Pferdes an Malachais Seite. Die Schleifchen waren vom Regen durchnässt und von den vielen Ausritten dreckig geworden.
Malachai ballte die Faust und nickte, ehe er sich auf den riesigen Körper des Pferdes empor zog.
Er wusste nicht, was geschehen wird, wohin all das führen mag. Er wusste nur, dass sich viele Steine in den Weg legen würden.
Doch er muss kämpfen, er muss mit sich im reinen kommen und erkennen, was er will und was er braucht.
Erst dann kann er vollends der Mann sein, den einige sich zurück wünschten...nicht den Schattenlord...nein....Malachai Schwarzmourne.
Doch ehe er sich den Lebenden widmet, mussten einmal mehr die Dämonen in seinem Geiste sich ihm stellen.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

"Verrecke"
"Du hast es nicht verdient zu Leben."
"Deine Qualen werden schlimm...schlimmer als meine...schlimmer als unsere."
"Du wirst uns nicht entkommen Blutsverräter."


Wie eine Wolke aus reiner Dunkelheit, umhüllte Sie Malachai. Dunkle, schemenhafte Gestalten griffen und zerrten an ihn. Er versuchte sich zu lösen, doch mehr und mehr peitschenartige Hände umklammerten seinen Körper, kamen aus der Dunkelheit heraus, während Leute lachten und schrien.
Er selber wollte sich lösen, er versuchte es mit aller Kraft, doch es gelang nicht.
Er bekam keine Kontrolle darüber, er konnte es nicht ordnen, nicht begreifen, wer oder was dort ihn packte.
Er atmete tief ein. Schloss die Augen...versuchte, sich zu besinnen. Er wiederholte Malenas Worte, die ihn erklärte, wie er seine Träume steuern konnte. Ja, das war es, dessen war er sich schon bewusst. Er träumte, Gefangen in seinen eigenen Erinnerungen und seinen Gefühlen, überwogen von Schuld und Hass gegen sich selber.
Langsam kam ein Licht zum Vorschein, so hell, dass es ihn blendete.
Die Schwarzen Klauen und Arme wichen zurück, eine strahlend weiße Hand griff nach Malachais und zog ihn mit.
Es war wie ein Blitz, dann stand er dort. Die alten Gemäuer, die seine Geburtsstätte waren.
Langsam erlisch das strahlende Licht und eine Frau, seines Alters, mit langen schwarzen Haaren trat auf ihn zu.
Sie trug eine edle, schwarze Tracht, sie hatte seine Augen.
Selbst wenn Malachai nie seiner Mutter bei den Lebenden begegnen durfte, erkannte er Sie wieder. Zumindest in der letzten Gestalt, als Sie ihr Leben für ihn gab...unter Qualen und Pein.
"Mein Sohn...mein tapferer Malachai...", sagte sie sanftmütig und lächelnd, als Sie ihre Hand auf seine Wange legte."...was plagst du dich mit der Vergangenheit rum, wenn doch die Zukunft auf dich wartet?"
Malachai schloss die Augen und seufzte. Selbst wenn dieses nur ein Traum war, so fühlte er sich geborgen und sicher bei seiner Mutter.
"Du bist wie dein Vater. Stetig dir die Schuld an allem Leid der Welt aufwiegend. Du bist nur ein Mensch. Ein besonderer, keine Frage, doch auch nur ein Mensch. Du kannst nicht alles hervorsehen, du kannst nur an dessen, was du siehst, handeln. Du musst anfangen, deine Gefühle zu ordnen. Du musst aufhören, es bei jedem Rückschlag in dir zusammen brechen zu lassen. Du musst daran wachsen, es akzeptieren, dass du nicht Schuld hast und dich deiner Vergangenheit stellen."
Malachai nickte, seine Hand legte sich auf die Warme seiner Mutter.
"Aber du darfst Sie nicht gleichzeitig über dich hereinbrechen lassen. Du musst dich ihnen jeden einzeln stellen. Nur dann kannst du wieder Herr deiner Sinne werden."
Langsam öffnete er die Augen, seine Mutter zog die Hand weg, beugte sich vor und küsste seine Stirn, ehe Sie leise hauchte.
"Nun erwache, atme durch, geniesse den Tag und des Nachts, stellst du dich diesen Geistern. Du kannst das. Das weiss ich."

Wie ein Blitzschlag öffnete Malachai die Augen, ruhig atmend, nicht aufschreckend, einfach nur wach sein.
Es war früh am morgen, als er sich leise aus dem Bett erhob und gen des Fensters ging.
Durch die Häuser hindurch konnte man in der Ferne das Meer sehen und wie es langsam began, sich in ein morgentliches Rot zu verwandeln.
Er lehnt sich an den Fensterrahmen und dachte an den Traum. Er war nun soweit. Er konnte viel ablegen, viel nachdenken.
Es war die direkte Konfrontation, die ihn endlich wachrüttelten. Endlich besinnen liess, wo er stand und was er wollte.
Arsen trennte sich von Verdania. Das warum war ihm eigentlich egal. Doch da stand Sie nun irgendwo, einsam und verlassen. Die Frau, der er die Mondelang nachweinte, die er liebte...keine Frage, immer noch liebt.
Und stetig diese Zweifel, was man nun tun muss, der Glaube, es gäbe noch Hoffnung.
Nun war da vielleicht Hoffnung, so greifbar nahe. Er hätte zu ihr gehen können, sie in den Arm nehmen und ihr Trost spenden. Ihr einfach zuhören und für Sie da sein. Und vielleicht, würden Sie sich wieder annähern.
Ja, nun war die Möglichkeit gekommen. Und jetzt begriff Malachai, dass er sich schon lange entschieden hatte.
Jetzt, wo er glaubte, eine Wahl für sein Handeln zu haben, konnte er auch handeln.
Langsam raschelte es hinter ihm Füße gingen über den kalten Boden, wurden Schritt für Schritt lauter, bis sich Zwei Arme um ihn legten und die Hände an seiner vernarbten Brust zusammen schlossen.
"Alpträume mein Liebster?", hauchte die sinnliche Stimme der Frau hinter ihm in sein Ohr. Er selber legte seine Hand auf ihre und lehnte seinen Kopf sacht gegen ihren.
Er lächelte, etwas, was er erst garnicht, dann sehr selten tat. Nun lächelte er sehr oft.
"Nein, diesmal nicht. Ich habe gut geschlafen."
Er drehte sich in ihrer Umarmung um, legte seine Arme um Sie und küsste Sie sanft, als die Sonne hinter ihnen aufging.
Malachai hatte sich schon entschieden...und so genoss er den Morgen mit Sienara in aller Ruhe, Kraft sammelnd, für die Dunkelheit der Nacht, die kommen würde.
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Gast

Beitrag von Gast »

Es war mitten in der Nacht, als sie blinzelnd die Augen öffnete. Sie musste sich erst orientieren wo sie war, so fremd war alles in de, Raum und doch schon so vertraut. Leise knackte noch die Glut im Kamin und hüllte den Raum weiter hinten in Dunkelheit. Doch vorne am Kamin reichte es um die Umrisse des Mannes neben ihr scharf hervorstechen zu lassen. Sie erhob sich ohne ein Geräusch zu verursachen und huschte mit ihrem Umhang in der Hand hinaus in den Garten. Die Tür zum Haus ließ sie einen Spalt breit auf. Die Nacht war vollkommen Dunkel und so hörte sie das leise Rauschen des Meeres eher, als dass sie die kleinen Wellen sah. Sie gestand es sich ungern ein, aber wie es aussah wohnte sie bereits hier. Wie hatte das alles so schnell passieren können ?


Vor einigen Tagen hatte sie sich Sorgen um ihn gemacht, weil seine Augen kalt und erloschen waren, als sie sich zufällig trafen.Doch er sagte ihr nicht, was passiert war, fragte sie nur ob sie beiden noch hier her gehörten und ritt davon.Sicher suchte sie ihn, doch sie hatte kein Glück. Doch erst als sie gar keine Idee mehr hatte, wo er sein könnte, schlug sie den Weg zu Sienara ein. Es viel ihr schwer, wollte sie doch das glückliche Paar grade nicht so gerne sehen. Doch es war wohl die letzte Möglichkeit. Nachdem sie alles erzählt hatte, war Sienara ebenso in Sorge um ihn.


Manchmal ging das Schicksal seltsame Wege. Kurz nachdem sich Sienara dazu entschlossen hatte ihn zu suchen hörten sie ein Pferd draußen und dann nichts mehr. Malachai war es letz endlich der die Tür öffnete und ihn rein ließ. Er zögerte, wollte nicht. Sie verlor die Geduld. Sie hatte nicht sämtliche Wälder durchsucht um dann zu erfahren, dass er wieder zu dem zurück wollte, was sie immer gehasst hatte. Sie stritten sich und endlich sagten sie sich Dinge, die sie schon längst hätten sagen sollen. Wut, Trauer und Enttäuschung der letzten Tage und Wochen, vielleicht sogar Monate brachen hervor und sie wollte ihm eine Ohrfeige geben. Doch mitten in der Bewegung traf es sie wie ein schlag. Auch sie hatte Fehler gemacht und nicht zu wenige. Auch sie hatte ihn verletzt, war unehrlich gewesen. Sie ließ die Hand sinken. und setzte sich wieder. Er wollte gehen und war schon fast in der Tür. Konnte sie ihn so gehen lassen? Sie verabschiedete sich schnell und ging ihm nach.


Nun standen sie vor der Tür und redeten weiter, sich durchaus die Blicke der Beiden im Haus bewusst. beide wussten sie, dass sie sich jetzt entweder trennen sollten oder weggehen, wenn sie ohne Zeugen reden wollten. Sie vermutete schon das Sienara bald durch die Vorhänge spähen würde, sollte sie nicht bald das Geräusch von sich entfernenden Hufen hören. Sie hatte eine Entscheidung getroffen und so gingen beide, zwar für den Moment getrennte Wege, trafen sich aber wieder. Stundenlang saßen sie in Amarys Gastraum und redeten. ´Teilweise scherzten sie, teilweise stritten sie. Vorwürfe standen im Raum und verschwanden. Irgendwann meinte er resigniert, sie redet, als wären sie verheiratet. Irgendwann dämmerte es ihr, was sie die ganze Zeit so verwirrt hatte. Malachai und er waren sich sehr ähnlich, auch wenn er es wehement abstritt.


Die Frage ob es ein Zurück gab wartete nur darauf ausgesprochen zu werden. Obwohl sie sich einig waren, brauchten beide Zeit. So viel war geschehen und so verabschiedeten sie sich von einander. Allerdings war er am nächsten tag schon wieder da. Sie neckten sich und er fand ihr Zimmer zu klein, worauf sie frech meinte, er könne sich ja ein Haus suchen. Sie hätte es nicht sagen sollen. Denn kurz darauf, waren sie auf dem Weg nach Düstersee. Dort trafen sie Malachai und Sienara. nach kurzen Spötteleien und Scherzen, waren Sienara und Arsen verschwunden und Malachai und sie waren allein. Sie ging auf ihn zu und knuffte ihn kräftig gegen die Schulte, bevor sie ihn umarmte. Auf seinen Blick hin, sagte sie einfach, das war dafür, dass er ihr wegetan hatte. Sie sprachen noch kurz miteinander und waren sich einig, es ist gut so wie es ist, weil sie wollte ihn als Freund nicht verlieren und sie jetzt quitt seien.


Und nun war das Haus bereits fast fertig eingerichtet. Sie Blickte sich um. Ja es war ein schönes Fleckchen und sie konnte es hier durchaus aushalten. Doch ihr Zimmer wollte sie noch nicht ganz aufgeben. Es konnte durchaus noch nützlich sein, dort eines zu haben.


Sie lauschte. War da nicht etwas zwischen dem Murmeln der Wellen gewesen? Doch ehe sie sich umdrehen konnte, fühlte sie schon seine Arme um sich.
"Was machst du hier draußen?" Nein er hatte keine Sekunde gezweifelt wo sie war. War er sich so sicher? Oder hatte er sie einfach nur beobachtet? Er schaute auf ihre nackten Füße und trug sie, ihren Protest ignorierend, einfach zurück ins Haus. Sie fühlte sich geborgen und sicher in seinem Arm und endlich seit langer Zeit zu Hause. Und es schien so, als ob sie alle langsam aber sicher wieder zu sich selbst und zueinander fanden.
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Malachai Schwarzmourne
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Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Schweißgebadet schreckte er hoch. Diesmal fiel er nicht auf den Boden, obwohl er auf dem Sofa im Keller lag.
Er wischte sich über die Augen, blinzelte und versuchte herauszufinden, wie Spät es wohl sei.
Der Boden war kalt, als er die steinernen Stufen hinauf ging. Wie erwartet, war es tief in der Nacht und nur die Dunkelheit herrschte draussen.
Er war auf einem so guten Weg, sich seinen Träumen zu stellen, doch er wurde herausgerissen, verletzt...wieder einmal und es fiel ihn abermals schwer, seine Gedanken zu sortieren.
Er setzte sich an den Tisch und warf einige Holzscheite in den Kamin, wo langsam die Glut sich in ein kleines Feuer verwandelte.
Sienara schlief daheim, vielleicht ausnahmsweise sein Glück, würde sonst ihr sorgenvoller Blick ihn durchbohren.
Er beugte sich nach vorne und ergriff einige leere Pergamente, die Feder und die Tinte.
Dann griff er in seine Tasche und holt ein anderes, zusammen gefaltetes Pergament hervor. Es waren die Scheidungspapiere...unterschrieben von Verdania.
Sie gab ihm diese am gestrigen Tage nach der Gildenversammlung und nun fehlte nur noch seine Unterschrift darauf.
Er seufzte und wischte sich über die Augen.
Was war nur gestern passiert? Wer war diese Frau, die er glaubte, zu kennen?
Sicher, die Gildenversammlung strapazierte ihre Spannungen sehr, keine Frage. Doch er wollte sich nur erkundigen, wie es ihr ginge.
Stattdessen scheint Sie sich selber schützen zu wollen. Warum sonst hätte Sie ihn so verletzen sollen?
Oder gab es einen Dämon auf ihrer Schulter, der ihr Lügen und Zwist ins Ohr flüsterte?
Malachai musste leicht lachen...wenn es ihn gab, wusste er wohl, wer es war.
Und dennoch...hatte er nicht alles getan, wie Sie es wollte?
War SIE es nicht, die ihn betrog mit seinem besten Freund....war SIE es nicht, die sich dann von ihm trennen wollte, um mit ihrer neuen Liebe zu leben?
Und tat er nicht alles, damit Sie glücklich war?
Doch wie es scheint, darf er es nicht sein. Sie verschliesst sich in sich selber und hat verlernt, mit ihm zu reden.
Sie wollte doch nur die Freundschaft, sie beteuerte, Sie sei ihr so wichtig...er sei ihr noch so wichtig?
Und warum dann, kann sie sich nicht dafür freuen, dass er nicht wie ein wahnsinniger Exmann das Haus abgefackelt hat und im Nirgendwo verschwand, Kind unwissend allein lassend?
Oder brauchte Sie es...das Sie die Männer verrückt werden liess?
Wo war es seine Schuld, dass es mit Arsen nicht klappte? Was konnte er dafür? Er hat hart gekämpft die letzten Wochen und Monden, um damit Leben zu können, dass SIE ihn liebt. Und nur weil ihr das Glück nicht gewehrt war, soll er nun der Schuldige sein?
Ja, Malachai kannte diese Frau nicht mehr. Es war nicht die Verdania, die er liebte, die er als seine beste Freundin seit bald 15 Jahren bezeichnete. Nicht die Frau, der er Blind vertraute und die ihm vertraute.
Nein, sie trat nach, obwohl er gerade dabei war, aufzustehen.
Er schüttelt leicht den Kopf und beginnt dann den ersten Buchstaben zu schreiben.
Ihn vorzuwerfen, auch nur eine Sekunde zu glauben, SIE wäre all die Jahre nur ein Lückenfüller gewesen, brachte ihn zur Rage. Und dann noch diese Unterstellung von Fabienne...dieses aggressive Eingreifen unter Fadenscheinigen Gründen....dieses Drohen...
Er liess sich nicht drohen...nicht von ihr...nicht von einer Person, die keinerlei Ahnung hatte.
Doch er musste wohl erkennen, dass Verdania sich mehr als weit ausgelassen hat bei ihr und es wirkte auch nicht, als wollte Sie es korrigieren.
So verstand Malachai nun, welche Position er inne hatte. Der Idiot, der nie da war...und nun an allem Schuld war.
Doch er würde Sie nicht anerkennen. Lange genug lastete die Last anderer auf seiner Schulter. Zu oft war er es, der seinem Glück im Wege stand.
Wenn Verdania denkt, er liebte Sie nicht...er liebte Sie nie und diese Ehe war nur eine Farce, dann scheint wirklich die Frau, die er liebte, gestorben zu sein.
Wenn sie meint, weil ihr Glück fern ist, müsse Sie seines zerstören, ihn bewusst verletzen, wo er immer für Sie da war...dann sollte Sie sich lieber von ihm fern halten.
Malachai kennt nur zu gut, was passiert, wenn irgendjemand meint, ihn oder seinen Liebsten schaden zu wollen.
Und so blickte er auf die Scheidungspapiere. Unbewusst schrieb er seinen Namen direkt neben Verdanias.
Es war nun geschehen, sie waren nicht mehr verheiratet.
Er schloss die Augen kurz, eine Träne rinnt der Wange hinab.
Dann rollte er das Pergament zusammen und griff sich ein leeres.
Es reichte nicht nur, geschieden zu sein, er musste sich komplett distanzieren.
Er kann nicht mehr, als ihr anbieten, für Sie da zu sein...aber er wird nicht die Ablade für ihren Frust und sie hat klar gesagt, was Sie denkt...über ihn denkt. Es sollte ihr nur gelegen kommen, wenn er die Gesellschaft und somit Sie verlässt.
So schrieb er einen Brief, die Nacht. Er war distanziert, es sollten zu wenig Emotionen reinkommen, keinerlei Fläche für weitere Angriffe bieten.
Soll sie sich doch sonst was über ihn einreden lassen. Soll Sie glauben, er wäre der schlimmste Mensch der Welt, obwohl Sie ihn betrog und Sie ihn verliess. Wahrscheinlich war er Dumm, dass er dies so schnell verzeihen konnte. Dumm, dass er Sie, wenn nicht als Frau, nie als Freundin verlieren wollte.
Doch Sie entschied...zwar nicht aussprechend, doch mit dieser Zweifel an 5 Jahre Ehe, dass er ihr fern bleiben soll.
So blickte er auf das Pergament hinab, lass die Zeilen langsam immer wieder, die ganze Nacht durch:

"Verdania,
ich werde die Gesellschaft verlassen. Zuviel Zwist, zuviel Niedertracht ist gesät worden und ich bin sicher ein Punkt, der dies nicht verbessern wird.
Du hast geschafft, was ich glaubte, du nicht mehr schaffen könntest: Du hast mein Herz abermals einen tiefen Stich gegeben, indem du unsere Ehe so anzweifelst und meine Gefühle für dich in Frage stellst.
Ich werde mir nicht mehr weh tun lassen, ich bot dir an, als Freund für dich da zu sein und das biete ich dir immer noch an. Doch ich kann nichts dafür, dass du dich entschieden hast und nun merkst, es war die falsche Entscheidung.
Wir müssen mit den Konsequenzen unseres Handelns lernen zu leben und wenn du Differenzen mit irgendwem hast, dann lass Sie nicht an mir raus.
Das Siegel und die Schlüssel lege ich dir zu dunkler Stunde in deine Truhe, wenn du nicht da bist.
Ansonsten kann ich dir nur weiter beteuern, dass ich will, dass du glücklich bist und nur deswegen alles, was du entschieden und gewollt hast, akzeptiert. Und nun akzeptiere, dass ich Glücklich sein will, so, wie ich es 5 Jahre mit dir uneingeschrenkt und ohne Zweifel war.
Wenn du mich brauchst, weisst du, wo ich zu finden sein werde. Wenn du mir nur wieder weh tun willst, rate ich dir, mich in Ruhe zu lassen.

Ich wünsche, dass du noch glücklich wirst und hoffe, dass wir irgendwann wieder reden können, ohne das Zwietracht und Vorwürfe die Basis dafür sind.

Mach es gut.


Malachai."

Lange sass er noch am Tisch. Nur selten erhob er sich, um das Feuer neu zu schürren oder etwas zu Essen zu nehmen.
Lange blickte er auf beide Briefe hinunter, die letzendlich für soviel Verlust und auch einen neuen Weg stehen sollten.
Malachai zögerte, Sie abzuschicken. Er glaubte bis zu Letzt an die Hoffnung...und sei es nicht für die Ehe gewesen, nein, dann vielleicht für diese Bindung, die Sie lange vor ihrem Kuss hatten.
Doch dies scheint nun doch gerissen und um ihretwillen und um seinetwillen, musste er sich entfernen.
Denn er hatte sich entschieden und an dieser Entscheidung hielt er fest.
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Arsen Talmar
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Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41

Beitrag von Arsen Talmar »

Die Nacht war für Jahreszeit eigentlich viel zu mild, deshalb musste es es nicht bereuen das er nur schnell in die Hose geschlüpft war und nun bar jeglichen Hemdes und Schuhen im kleinen Garten stand und den Wellen bei ihrem Spiel zusah. Er blickte kurz mit einem Lächeln zur Tür, hinter der sie friedlich in den Fellen schlummerte, dann wanderte sein Blick wieder hinaus aufs Meer und er begann seinen Gedanken nachzuhängen.
Es war viel passiert bis zu diesem Augenblick und manches hätte besser nicht passieren dürfen. Nicht das er unzufrieden war, nein das Gegenteil war der Fall und er fühlte sich so wohl und ausgeglichen wie schon lange nicht mehr, trotzdem hätte er sich gewünscht manches wäre anders verlaufen. Das er ein Großteil Mitschuld daran trug wusste er selbst, im Grunde war er es ja gewesen der die Lawine ins Rollen gebracht hatte, und für lange Zeit hatte es so ausgesehen als würde sie alles was in ihrem Weg stand mitreißen und ersticken. Aber zum Glück hatten sie sich daraus befreien können und waren nun auf dem besten Wege alle endlich wieder zu sich selbst zu finden und glücklich zu werden. Alle? Nun gut vielleicht nicht alle..

Er lehnte sich leicht gegen den kleinen Zaun und trank aus der Rumflasche die er von Malachai mitgebracht hatte. Ja sie hatten wirklich alleine und in Ruhe miteinander geredet, eigentlich ein Wunder wenn man an den Tag zurückdachte, an dem Malachai vor ihm gestanden war und sie sich gegenseitig wie zwei Raubkatzen angefaucht hatten, die beide ihr Revier verteidigen wollten. Der Tag an dem Verdania ihn zum zweiten Mal gebeten zu gehen, weil es so niemals ein Glück für sie geben konnte. War es Vorahnung oder einfach nur weil sie unter allem zusammenzubrechen drohte? Heute wusste er das er schon damals hätte wirklich gehen sollen und nicht doch wieder ihre Nähe zu suchen, nur wäre dann alles so gekommen wie es jetzt war? Vermutlich nicht...so würde Selina nicht hinter ihm im Haus schlafen, ja er nicht mal hier stehen.

Als er Verdania verließ wollte er einfach nur noch weg, nein er hatte ihr noch nicht mal eine Nachricht hinterlassen, so überstürzt hatte er die Flucht gesucht, denn das war es ..eine Flucht. Es war zu viel geworden, die ganzen Eifersüchteleien, das Gezänk hinter der schönen Fassade, er hatte einsehen müssen das dies nicht seine Welt war. Seine Welt war die des Schattens, sein Weg gesäumt mit Blut, aber diese Welt war ehrlicher wie jene die er dort vorgefunden hatte. Er wollte einfach nur weg, seine Ruhe finden und suchte dazu ausgerechnet einen Ort auf den jeder andere meiden würde... den Friedhof. Und ausgerechnet hier fand sie ihn, Selina, als wäre es von höherer Macht so gefügt, sah seine leeren und leblosen Augen und von jenem Augenblick an schien die Sorge in ihr mit jedem Tag zu wachsen. Oh nein er gab ihr keine Erklärung, blieb nicht bei ihr, selbst vor ihr wandte er sich zur Flucht, lies sie zurück, wie alles andere auch.
Er trank die Flasche leer und ein amüsiertes Schmunzeln huschte über seine Lippen. Er hatte tatsächlich vergessen gehabt wie hartnäckig und stur sie sein konnte wenn es um ihn ging und scheinbar war sie diesmal noch entschieden hartnäckiger. Und sie hatte ihn gefunden, nun ja besser er sie, oder sie sich beide..jedenfalls irgendwie gefunden und endlich alles ausgesprochen was in ihnen vorging und dann versucht einen Weg zurück zu finden. Lange hatten sie dazu nicht gebraucht musste er sich eingestehen mit einem lautlosen Lachen, denn alles was beide auf ihrem langen getrennten Weg gesucht hatten .. das waren sie selbst gewesen. Nein sie waren nie wirklich getrennt, das war ihm nun klar geworden...und ihr wohl auch denn sie ging nie wieder weg aus dem kleinen Haus.
Und Malachai? Nun er hatte sein Glück wohl an Siens Seite gefunden und das er es ernst meinte das war Arsen klar geworden in ihrem langen Gespräch. Nun besser war es für den alten Haudegen, ansonsten hätte er sich schon ein neues Zimmer suchen können, nur das wäre etwas feucht und kalt gewesen..und unter der Erde. Sie hatten auch über die nähere Zukunft geredet und er hatte Malachai zu einigen Entscheidungen geraten..ob jener den Rat annahm, nun das würde die nächste Zeit zeigen..

„Erwarte aber nicht das ich dich nun ins Haus trage!“ Er musste sich gar nicht erst umdrehen um jenes freche Grinsen zu sehen das auf ihren Lippen lag, er kannte sie nur zu gut, sein Leben lang schon. „Ist ja gut ich komm ja schon ins Haus!“ Er lachte vergnügt und warf die Flasche weit hinaus aufs Meer. „Wieso müssen Männer immer Alkohol trinken wenn sie reden, du riechst wie eine ganze Hafenkneipe.“ Er drehte sich schnell um und bevor sie protestieren konnte hatte er sie schon auf seinen Armen. „Also weißt du, das ist einfach, weil.....“ Er trug sie ins Haus zurück und nahm sich vor ihr das genau zu erklären...etwas später ….
Zuletzt geändert von Arsen Talmar am Montag 4. November 2013, 17:57, insgesamt 3-mal geändert.
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