ein vorbereitetes Schreiben liegt Zuhause offenbar noch nicht ganz vollendet. Es wirkt fast, als hätte ein Kleinkind das ganze Geschrieben mit krakeliger Hand und jedemenge Geschmier. Tintenflecke, zerknitterte Ecken, Brandflecken entstanden durch Tabakasche und durchgestrichene Wörter zieren das Blatt. Es hat den Anschein nach, daß es für die Statthalterin Düstersee's bestimmt ist.
Tach Wolf Seiche!
Ich Carlo Moranys wohne genau neben dir und brauch so'n Wisch, damit mich die Deppen Männer mit roten Umhang nicht ständig mit irgendso'nem Zettel nerven.
Das selbstgemalte Papier, was ich bei mir hab, wollen die mir nicht abkaufen, ich weiß auch nichtmal wie so'n Ding Original aussieht. Am einfachsten wärs, wenn de so'n Ding einfach bei Sienara Talmar in de Briefkasten schmeißen tust, dann hab ich ruh' vor den [s]Rotumhängern[/s] Gardisten.
Nach einer Nacht außer Haus tritt sie müde ins Wohnzimmer um sich dort nach Carlo umzusehen. Erleichtert stellt sie fest das ihr Mitbewohner nicht zugegen ist und lässt sich auf die Bank am Tisch sinken. Stirnrunzelnd fällt ihr Blick auf das verschmierte Schreiben das scheinbar dort vergessen wurde. Neugierig zieht sie sich das Schreiben heran um es zu überfliegen. Mit einem breiten Grinsen will sie schon das Schreiben zurück legen als sie sich eines Besseren besinnt.
"Der Narr bringt sich wirklich noch in Schwierigkeiten. Wobei ihm wohl einige Tage in einer schönen Kerkerzelle von Kraut und Alkohol abbringen würden.“
Schweren Herzens nimmt sie ein neues Pergament zur Hand und fängt an den Brief neu zu schreiben
Des All-Einen Segen Statthalterin Alin
Ich, Carlo Morany, wohne seit geraumer Zeit in einem Haus neben dem Gemeindehaus zu Düstersee und möchte mit diesem Schreiben um ein Treffen zwecks Antrag auf Bürgerschaft bitten. Die Fragen nach einem Bürgerbrief der ehrenwerten Gardisten hat mich erst auf dieses Versäumnis aufmerksam gemacht. Ich bitte also mein so spätes Handeln zu entschuldigen.
In Erwartung auf baldige Antwort
Carlo Moranys
Mit einem kleinen Bedauern lässt sie einige Passagen des Originals weg, besonders um die roten Umhänge der Deppengardist tat es ihr leid. Danach tauscht sie beide Schreiben aus und verwahrt das verschmierte Original sorgfältig im Bücherregal
Ihre Augen haften eine ganze Weile auf dem Schreiben, wobei der Stuhl ein wenig nach hinten kippelt. Nach und nach heben sich ihre Brauen in die Höhe und ein recht ernüchterter Blick wird aus dem Fenster geworfen. Eine Antwort bleibt erst einmal aus.
Es hat den Anschein als Suche er irgendwas daheim, diverse Gegenstände werden in die Hände genommen, angesehen, woanderst wieder hingelegt.
"Dolle Karte. Die leg ich mal weg, dahin."
"Wo hab ich's bloß hingelegt?"
Energischer werden nun Stühle verrückt, in sämtlichen Taschen rumgewühlt, in der Küche im Besteckkasten wird für durcheinander gesorgt.
"Hier nicht, da auch nicht.."
"Scheiße!!"
Sogar Blumentöpfe werden verrückt, unter dem Teppich wird nachgesehen.
Es beginnt schon leicht zu dämmern als Alin aus dem Fenster sieht, im Haus von Sienara und Carlo wird man nun deutlich von Aussen erkennen, wie ein Mensch, wie von einer Tarantel gestochen von Fenster zu Fenster rennt. Dazu hält er noch ein Leuchthilfsmittel in der Hand, dennoch gut erkennbar und viel heller als eine Fackel. Offenbar ist der Mann in der Lage sich dem Lied Eluives zu bedienen - auf seine Weise.