Auf der Suche nach Baldur Heyn

Geschichten eurer Charaktere
Antworten
Benedict Weber

Auf der Suche nach Baldur Heyn

Beitrag von Benedict Weber »

Ein lager Arbeitstag lag hinter ihm, geprägt von Papierkram, Waffenübungen, Organisationen für die Familie und die anstehenden Feierlichkeiten. Es gab soviel zu tun an diesem Tag, dass er es nichtmal schaffte zu dem Geschichtenabend zu gehen, oder sagen wir pünktlich zu kommen. Denn irgendwann riss er sich von der Arbeit los und brach auf in sein Heim nach Düstersee, zog sich in aller Seelenruhe um und ging zu diesem Geschichtenabend.
Ein wenig überrascht war er schon seinen Bruder den ehrenwerten Ahad Eloriahus Drugar zu treffen der in letzter Zeit doch nur schwer zu greifen war. Umso mehr freute es ihn jedoch, ist er doch im Namen der Familie und im Glauben des Herrn aufgewachsen, wohl wissend welche Reibereien es stets zwischen den Gläubigen gibt die alle ein Stück vom Kuchen haben wollen. Nur auf die Familie konnte er sich stets verlassen.
Da war er wieder, der Gedanke an die Familie. Doch wer gehört eigentlich alles dazu? Sind es nur seine Brüder und Schwestern? Seine Onkel und Tanten, Vater Mutter und was es sonst noch alles gibt? Nein die Familie ist größer. Die Schwurmänner der Familie, das Gefolge, dass sich derzeit wieder vergrößert, all jene die sich für die Familie Drugar einsetzen gehören dazu. So ist er erzogen worden, so hat er es stets gehalten.
Doch da gibt es jemanden in der Familie um den sowohl sein Bruder als auch Marus sich sorgt - Baldur Heyn. Was war aus dem alten Waffengefährten seines Bruder geworden? Erst kürzlich hat er ihn gar zum Waffenmeister der Familie erhoben aber nun ..
Verschwunden ist er, wortlos, ohne eine Verabschiedung. Sein Hausstand ist aufgelöst, keine Spur ist von ihm mehr zu finden. Weder in Rahal noch in Düstersee oder Grenzwarth.


'Wir sollten uns mal woanders umhören ob ihn jemand getroffen hat Bruder'

Und so rafften die beiden Brüder sich auf, griffen auf alte Rüstungen zurück die keinen Rang und keine Herkunft offenbaren. Halb vermummt und eher dürftig verkleidet ritten sie nach Osten, in dem festen Glauben an die Treue der Familie und besorgt um einen Mann den man als Bruder ansieht, bis nach Bajard. Auch wenn man in Bajard allerhand Neuigkeiten aufschnappen kann, wie eigentlich stets in diesem verwahrlosten Fischernest wurden sie hier nicht fündig, gleich wen sie fragten. Niemand konnte mit dem Namen Baldur Heyn etwas anfangen. Aber Gerimor ist groß und erstreckt sich noch weit nach Osten. Vielleicht hat dort jemand den verlorenen Bruder gesehen oder kennt ihn gar. Der Nebelpass wird von den beiden einsamen Reitern durchquert, ungestört zu dieser späten Abendstunde. Keine Patrouille ist zu sehen, niemand hält sie auf oder spricht sie an bis sie nach Kronwalden hineinkommen.

Von Tür zu Tür gehen sie hausieren, fragen stets nach ihrem verschollenen Bruder Baldur Heyn, doch niemand scheint ihn gesehen zu haben oder kann etwas mit dem Namen anfangen. Die Hoffnung war schon fast aufgegeben, bis sie an die letzte Tür kommen.

Merrik Daske steht an dem Türschild und wie bei einigen Türen vorher wird geklopft und höflich nach Baldur gefragt. Und Tatsächlich jener Mann hatte den Namen schonmal gehört. Vor 2 oder 3 Wochenläufen hies es, in Adoran!

Das war wie ein Schlag ins Gesicht für Marus und seinen Bruder. Wenngleich sie nicht wissen was er da verloren hat und in welchem Zusammenhang Herr Daske den Namen aufgeschnappt hatte war es klar das hier mehr Wissen dahinter steckt. Dafür kennt Marus seinen Bruder einfach gut genug. Er wusste wie er reagiert, was er wollte. 'Der Zorn soll Euch leiten' heisst es nicht umsonst in Rahal und wer, wenn nicht ein Ahad, sollte darin besser sein. Unter dem Vorwand das Gesicht von Baldur sei dem von Eloriahus wie aus dem Gesicht geschnitten trat Elo an Merrik heran, nahm seinen Helm ab, damit dieser ihn besser betrachten könne und ihm dann vielleicht auch einfällt wo oder wie er den Namen Heyn schonmal vernommen hatte. Doch als Eloriahus den Mann gerade seinen Helm ins Gesicht schlagen wollte damit er und Marus freien Zugang zum Hause hätten zeigten sich die Reflexe des jungen Herrn Daske. Die Tür schlug vor ihrer Nase zu. Und nun gab es kein Halten mehr für den zornigen Ahad. Er schlug gegen die Tür, umrundete wie ein Panther auf der Pirsch das Haus und schlug mit dem Schwertknauf Scheiben ein. Zornig verlangte er Einlass, pries lautstark den Herrn.
Marus wusste dass dies ein gefährliches Unterfangen war und er wusste auch, dass diese Reaktion seines Bruders die Nachbarschaft herbeirufen könnte. Nur .. es erschien niemand. Der All-Eine hatte seinen Mantel über die beiden Brüder geworfen, schütze sie diesen Abend vor der Entdeckung und einer Auseinandersetzung. Zum Glück, sie wäre tief im Feindesland wohl kaum glücklich ausgegangen.
Nach einer geraumen Weile, in der von Innen nichts zu vernehmen war, ausser einem Ruf nach der Hure Temora, als sein Bruder sich wieder halbwegs beruhigt hatte, griff Marus nach seinen Dolch und trat nochmals an die Tür. Dort ritzte er mit Kraft, allerdings nicht sonderlich filgran, die Umrisse des Wappens der Familie Drugar hinein und fügte unten drunter die Worte 'Für Baldur Heyn' eher stylistisch an.

Sollte der verschollene Bruder tatsächlich in Adoran oder Umgebung sein, oder Bekanntschaften dort pflegen, würde er nun daran erinnert werden wer ihn sucht. Das man sich sorgt um den Mitstreiter, den Weggefährten über viele Jahre und das Familienmitglied. Und sollte er gar dort ein Gefangener sein in dieser Stadt voller Ketzer schöpft er vielleicht Hoffnung, dass er nicht vergessen wurde. Das man ih
n sucht und sich um ihn sorgt, so wie es sich für einen Bruder gehört...
Balator Meridos

Beitrag von Balator Meridos »

Als er auf einer Patroullie an dem Haus vorbeikam und das Haus sah, parierte er sein Pferd durch und betrachtete die Türe eingehend. Daraufhin ritt er einmal um das Haus herum, begutachtete die zerborstenen Scheiben und stellte sicher, dass in dem Haus niemand war, ehe er wieder von Dannen ritt.

Er müsste Meldung machen, Merrik war in Gefahr - und nicht nur er.
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

Wie vereinbart war Naema zur 20ten Abendstunde da. Sie wollte für das Gespräch mit ihrer Erlaucht lernen und, natürlich, bat Merrik ihr Hilfe an. "Das Lexikon", wie er einige male genannt wurde, war also mal wieder gefragt.
Einige Gesetze, Bürger- Rechte und und Pflichten, die Tugenden Temoras, die Lichtengötter allgemein, das waren so ziemlich die großen Themen des Abends. Er schien sich als Lehrer doch recht gut zu machen, und wenn sie den Bürgerbrief erhalten würde, wäre es nur eine noch größere Bestätigung.

Als sie mit der Arbeit fertig waren, es waren schon einige Stunden vergangen, kam das Vergnügen. Sie kuschelten sich vor dem Kamin zusammen und genossen das Beisammensein, wie sie es schon einige male taten.
Einige liebevolle Worte wechselten sie, bis es läutete.
Besucht? Um diese Uhrzeit?
Ninus konnte es nicht sein, der kam noch nicht an die Glocke ran.
Langsam löste er sich von Naema und stiefelte zur Tür.
Vorsichtig und nur einen Spalt breit, dass er geradeo sehen konnte wer davor steht, öffnete er diese und luggte hinaus.
Zwei zur Gänze gerpsteten und bewaffneten Männer, der eine etwas näher als der andere, standen vor der Tür.
In der Dunkelheit ausserhalb des Hauses konnte er sie fast garnicht erkennen, im ersten Moment waren es eher nur zwei Gestalten.
Der vordere von den beiden fragte nach einem gewissen Baldur Heyn.
Normalerweise hätten bei ihm schon bei dem Namen alle Alarmglocken läuten müssen, doch er war zu müde und sagte nur, er habe den Namen mal irgendwo gehört, wüsste aber nicht mehr genau wo, wohl irgendwo in Adoran.
Das waren zwei fatale Fehler direkt hintereinander.
Nicht nur, dass er sagte er habe den Namen schonmal gehört, nein, natürlich auch noch direkt in Adoran. Er wusste genau, dass er ihn vor einigen Wochen persönlich fest genommen hatte, als Heyn an der Kommandantur stand, als desertierter Rahaler, und sich freiwillig einbuchten lies. Merriks glück, dass er es ihnen nicht auf die Nase gebunden hat.
Zur besseren Wiedererkennung wollte der eine der beiden ihm sein Gesicht zeigen, da es Heyn wohl zum verwechseln ähnlich sah. Doch als dieser seinen helm abnahm wollte er ihm den mit voller Wucht ins Gesicht donnern.
Erst jetzt läuteten alle Alarmglocken und er reagierte reflexartig. Er zog den Kopf ein und die Tür zu. Gut, dass er diese nicht ganz geöffnet hatte sondern lediglich ein klein wenig. Er zog zwei Degen hervor und verbarrikadierte die Tür. Naema stelle zusätzlich noch zwei Stühle davor. Lautes Getose war von draussen zu vernehmen. Merrik Heru rutschte ihm in die Hose.
Was wollten diese Männer?
Wer waren sie ...?
Halt.. einer von denen.. Natürlich!
wieso erinnert er sich erst jetzt?
Marus Drugar!
Sie suchten ihn also..
Seine Gedanken wurden von dem Zerschlagen seiner Fenster weg geweht.
Höchste Alarmbereitschaft!
Nach oben! In sein Schlafzimmer! Tür verbarrikadieren!
Da würden sie nicht rein kommen!
Naema und Merrik flüchteten in sein Schlafzimmer und schoben einen schweren Schrank vor die Tür.
Seine Gedanken überschlugen sich.
Meine Mutter ist sehr früh von mir gegangen, ich kannte sie kaum, schon war sie weg. Mein Vater sagte sie sei Tot, doch das wollte er ihm nie glauben. Seine Schwester.. nun Havena, seine Heimatstadt war eine große Hafenstadt, unfälle am Hafen passierten da täglich. Aber was seiner Schwester wiederfuhr war kein Unfall! Sein Vater war ein Reicher Braumeister, einer der einflussreichsten Männer Havenas die nicht dem Adel angehörten. Seine Schwester wurde entführt. Ein Lösegeld wurde verlang, er wollte es bezahlen, doch ... zu spät. Sie konnten nur noch dabei zusehen wie seine Tochter, Merriks Schwester, in das Meer geworfen wurde, dabei konnte sie nichteinmal schwimmen. Merrik sprang so schnell er konnte hinterher, wollte sie retten, doch ihr kleiner Körper war zu sehr geschwächt, wer weiß was die Entführer alles mit ihr angestellt hatten.. sie konnte noch an Lang geholt werden, doch starb sie bereits im Wasser.
Er wollte nicht noch eine geliebte Person verlieren!
Nicht noch eine!
Nicht Naema!
Draussen war es mitlerweile still geworden. Die Lobpreisungen Alatars: verstummt, die hasspredigten gegen Temora: verstummt, die Beleidigungen des Lichtenreiches: verstummt, all die Flüche und Verwünschungen die ihnen in der kurzen zeit entgegengekläfft wurden: verstummt.
Die Hunde Alatars waren von dannen geritten.
Temora rüttelte ihn wacht, Temora schäfte seine Sinne, Temora gab ihm Mut diesen Abend zu überstehen.
Wären sie beide doch nur schon mächtigere Magier gewesen, sie hätten sie in die Flucht geschlagen noch ehe sie ihnen etwas zuleide hätten tun können.
Merrik war so unendlich erleichters, dass ihnen nichts passiert ist. Immer wieder danke er stumm, in Gedanken, Temora für den Beistand.
Als er die Scherben weg räumte dankte er ihr.
Als er Naema im Arm hielt dankte er ihr.
Als sie sich auf den Weg zum Glaubenshaus in Adoran amchten dankte er ihr.

Beim Schließen der Türen fiel ihnen das in die Tür geritze Wappen und die Buchstaben auf.
Für Baldur Heyn
prankte nun auf seiner Tür, mit einem Wappen, welches ihm gänzlich unbekannt war. Doch wenn man eins und eins zusammen zählte war es wohl das der Drugars.

Sie gingen anch Adoran, der Weg war nicht weit und er war ihn schon oft entlang gegangen. Doch an diesem Abend ging er wesentlich schneller.
Er warf einen Blick in die Kommandantur, keiner seiner Kameraden anwesend.
Er warf einen Blick in den Bunten Kessel, keiner seiner Kameraden anwesend. Nur Aleyna und lethalon waren noch wacht. Kurz berichtete Merrik was passiert war. Keiner der beiden konnte mit irgendetwas vom Erzählten etwas anfangen. Merrik bat sie es Auszurichten sobald einer seiner Kameraden im kessel auftauchen sollte, was nicht nur nicht unwarscheinlich sondern auch sehr häufig passierte - nicht umsonst sind mindestens 4 Mitglieder des Regiments auch im kessel tätig.

Sie gingen zum Glaubenshaus. Normalerweise wäre Merrik nun wieder alleine zurück gegangen, doch er war zu erledigt um auch nur noch einen Schritt zu gehen. Sie gingen zusammen nach oben und schliefen im gleichen Raum ein, auch wenn es merrik bedauerte, dass zwischen ihren Betten eine Lücke klaffte.
Sie waren in Sicherheit, das war alles was zählte.


Merrik war noch keine ganze Stunde wach, als er die schwere Schritte unten im Glaubenshaus zu Adoran vernahm. Er legte seinen bereits begonnenen Bericht des gestrigen Abends schlagartig zur Seite und horchte auf, wobei alle Alarmglocken leuteten. Hatten sie ihn tatsächlich bis hier her verfolgt? Nein! Das kann nicht sein!
Er zückte seine Waffe und schlich aus dem Schlaafraum. Die Schritte kamen immer näher und näher, sein Herz pochte immer lauter und lauter.
Als er dann jedoch die ihm so sehr bekannten Farben des Regiments sah atmete er erleichtert auf.
Bei Temora, Kamerad! Hast du mir einen Schrecken eingejagt!
Er senkte die Waffe und lies sich erzählen was der Gardist wollte.
Richtet dem Korporal aus, dass ich wohlauf bin. Auch meinem Gast geht es prächtig. Naja, wenn man von den Seelischen Blesuren absieht, die wir bide erlitten.
Der Bericht ist sogut wie fertig.
Ach und sagt ihm, dass sie Heyn suchen!
Der Gardist stiefelte zügig wieder zum Korporal um ihm genau diese Worte zu überbringen.
Er selbst machte sich daran den bericht fertig zu schreiben, welcher danach sogleich persönlich zur Kommandantur getragen wurde
Baldur Heyn

Beitrag von Baldur Heyn »

Müde saß er in seiner Zelle, er konnte nicht schlafen. Zu viel ging durch seinen Kopf. Wie ferngesteuert glitt sein Blick über die Seiten des Buches, welches er locker in seinem Schoß liegen hatte, das Licht der Fackel neben seiner Zelle tanzte seinen Tanz, welcher durch den leichten Luftzug, der durch die kleinen Fenster im Raum zog, verstärkt wurde.

Längst hatte er aufgehört die Tage seines Aufenthals in der Zelle zu zählen, die vergangen waren seit Gardist Daske ihn in Adoran festgenommen hatte. Die täglichen Mahlzeiten waren von Mal zu Mal besser geworden seit er Glaubensunterricht erhielt, vor zwei Tagen hatte er sogar zum ersten Male die Zelle verlassen dürfen in Begleitung Balators. Es war ein Gefühl von größter Freude gewesen, als draußen die kühle Herbstluft seine Lungen durchdrang. Zum ersten Mal hatte er im Tempel Temoras gestanden in der Stadt, die einst das größte Objekt seines eigenen Hasses darstellte. Wie sehr er sich doch getäuscht hatte, im Großen und Ganzen konnte er nicht einmal klagen, wurde er doch gar nicht so übel behandelt, wie er erwartet hatte. Sogar die Folter war ausgeblieben, er musste wirklich einen verzweifelten Eindruck hinterlassen haben.

Er hielt inne und sah durch den Zellenraum. In seiner Nachbarzelle schlief der Gefangene einen tiefen Schlaf, Baldur beneidete ihn darum, doch er selbst vermochte in dieser Nacht keinen Schlaf zu finden. Er dachte an die letzten Jahre in Rahal, an seinen alten Freund Eloriahus. Es tat ihm in der Seele weh, dass er ihn hatte zurücklassen müssen, um seinen Frieden zu finden. Gewiss würde der Ahad ihm dies niemals verzeihen, hatte er doch das schlimmste aller Verbrechen begangen - Er war desertiert und zum Feind übergelaufen.

Doch das würde er nicht so stehen lassen können, er würde Eloriahus schreiben müssen, wenn er die Zelle verlassen konnte. Er würde versuchen, seinem alten Freund die Situation zu erklären. Er hoffte, dass dieser ihn verstehen würde, doch war ihm klar, dass diese Hoffnung völlig utopisch war. Würde Eloriahus erst einmal erfahren, was Baldur getan hatte, würde dessen Rache unaussprechlich sein. Baldur war nicht bereit, einen Kampf mit seinem alten Freund und Waffenbruder auszutragen. Es würde seinen Tod bedeuten, das wusste er.....
Marus Drugar
Beiträge: 65
Registriert: Dienstag 6. April 2010, 04:49

Beitrag von Marus Drugar »

Einige Tage waren nun seit dem Besuch in Kronwalden vergangen. Es waren wie fast immer lange und arbeitsreiche Tage. Aber das war nichts Neues. Viel unangenehmer war dieses beklemmende Gefühl der Ungewissheit, der nagende Gedanke was Baldur Heyn in Adoran suchte oder gar noch sucht. Immer wieder kreisten Marus' Gedanken darum wo er ihn finden könnte, was ihm zugestoßen sein könnte, wie kann man helfen? Fragen auf die er keine Antwort bekam und die ihn innerlich auffressen. Er musste unbedingt was unternehmen, Gewissheit erlangen, koste es was es wolle! Er musste nach Adoran, und seine erste Anlaufstelle würde der Kerker sein. Wenn Baldur ein Gefangener ist wird er sich wahrscheinlich dort aufhalten. Vielleicht gelingt es ihm ja einen Blick in den Kerker zu werfen.

Doch wie sollte er nach Adoran gelangen und vor Allem .. nach dem Vorfall in Kronwalden konnte er dort mit Sicherheit nicht einfach von Haustür zu Haustür laufen und wildfremde Leute fragen. Sie wären gewiss vorgewarnt. Was sollte er also tun? Da kam ihm der rettende Einfall ..

Hauptmann Lilien war Meisterin im Verkleiden und so wandte er sich an sie, bat sie zähneknirschend um Hilfe damit er sich unerkannt durch die Strassen Adorans bewegen konnte. Sie half ihm, schminkte ihn und auch sich selber denn sie hatte es sich in den Kopf gesetzt ihn zu begleiten...

Adoran .. welch hässliche Stadt, farbenfroh und widerlich freundlich. Bäume, Sträucher und Blumen, all das nutzlose Zeug das völlig sinnfrei und nutzlos herumstand und wahrscheinlich der 'verschönerung' dienen sollte. Er konnte dem einfach nichts abgewinnen. Sie waren in seinen Augen weder schön noch sonst irgendwas sondern lediglich ein Haufen Dreck den irgendjemand ständig pflegen musste.

Das Glück schien auf Ihrer Seite zu sein, kaum das sie die Stadt betreten hatten verlies ein gewaltiger Troß von Regimentssoldaten zu Pferd die Stadt. Es war ein ganzer Haufen, knapp über 10 Soldaten zählte er auf die Schnelle, doch war das dem Vorhaben nur dienlich, denn sie waren nicht mehr in den Gassen und Strassen um sein Vorhaben zu durchkreuzen. Zumindest nicht in der Anzahl. Und doch sollte es ihm nicht gelingen sich den Kerkerfenstern, oder vielmehr Schiessscharten gänzlich nähern zu können. Denn am Regimentsgebäude, der Kommandantur, standen nachwievor Wachen die es ihm und Scar unmöglich machten direkt zu den Schiessscharten zu kommen. Zumindest nicht ohne einen Trick. Er hatte vorsorglich Unsichtbarkeitstränke mitgenommen die er nun zwischen den beiden verteilte. Gemeinsam schluckten sie das Zeug, fassten sich an die Hände um sich nicht zu verlieren und gingen im Schutz der Unsichtbarkeit vorsichtig und langsam an der Mauer des Kerkergebäudes entlang, vorbei an den Wachen. Und nun lernte er das Gras tatsächlich schätzen. Es dämpfte die Schritte. IN Rahal hätte man jeden einzelnen Schritt auf dem Pflaster vernommen und jede Wache hätte Alarm geschlagen.
Als sie beide auf der Rückseite des Gebäudes angekommen waren zupfte Scar an seiner Hand und bildete mit ihren Händen eine Mulde in die er mit einem Fuss trat und sich dann von ihr hoch drücken lies. Endlich! Endlich konnte er in den Kerker blicken. Gestalten konnte er durchaus erkennen, nicht nur eine wohlgemerkt und doch konnte er Baldur in dem trüben Dämmerlicht nicht ausmachen. Vielleicht war er nicht hier, oder schlief auf einer Matte, war in einer Zelle die er nicht einsehen konnte. Es gab viele Möglichkeiten und dann geschah es ..

Die Reiterei die zuvor die Stadt verlassen hatte kam zurück, dicht an ihen vorbei und scheinbar hatten sie irgendetwas gehört denn eine Wache kam zu ihnen und fuchtelte mit einem Speer vor sich herum bis sie Marus tatsächlich traf und er aus der unsicheren Räuberleiter schmerzhaft zu Boden fiel. Beide waren sie entdeckt, Frau Hauptmann und ihr Leutnant...

Sie mussten sich was überlegen und nun zahlte es sich aus das die beiden eng zusammenarbeiteten um die Reichsgarde zu formen und zu leiten.

'wir ähmm .. wir wollten doch nur wissen wie wir einen Kerker einrichten müssen für unseren Keller .. ihr wisst schon .. für .. ähmm .. peinlich .. Spielchen und so ..' Übertrieben drucksten die beiden rum bis sie dann tatsächlich den Ort verlassen durften ohne selber inhaftiert zu werden. Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein blaues Auge mit dem beide davon gekommen waren. Naja, weniger ein blaues AUge als ein überdimensionaler blauer Fleck am Hinterteil von Marus aber was solls.

Auch wenn beide lachend die Stadt verliessen lag Marus Nachts wach in seinem Bett, er lies den Abend Revue passieren, überlegte nochmals wen er da alles gesehen haben könnte, ob er in der Hektik die herrschte vielleicht etwas übersehen oder überhört hatte. Denn eine Antwort hatte er nicht erhalten....
Antworten