1. Tag
Liebes Tagebuch,
gemeinsam mit meinen Kleidern und meinem gesamten Hab und Gut,
fandest auch du, oder besser gesagt dein Vorgänger,
den Weg hinab ins dunkle Meer.
Der Kapitän des Schiffes, der mich an den Hafen Rahals geleitete,
empfand es als passend meine Sachen über Bord zu werfen, als ich mich ihm verweigerte.
Anlass für mich ein neues Buch anzufangen, gab es vorerst nicht.
Doch muss ich nun gestehen, dass es Vorkommnisse gab, die es mir gut tun,
von der Seele zu reden, oder besser zu schreiben.
Kurz gefasst, ging es drunter und drüber.
Ich bewarb mich auf einem Hof als Magd und wurde sogleich angestellt,
Rasch erhielt ich die rahaler Bürgerschaft zurück.
Ich lebte auf einem Zimmer der Familie Ehrm, den Besitzern des Hofes.
Nach nur wenigen Tagen lernte ich einen jungen Mann kennen,
von dem es aber nicht weiter zu sprechen lohnt, wäre jedes Wort zu viel
und zu schade es für ihn zu verschwenden...
Geschworen, mich nur noch meiner Arbeit zu widmen, lebte ich weiter.
Ich war sehr fleißig und die Familie Ehrm war sehr stolz auf mich.
Nebst meinem Lohn erhielt ich gar das ein oder andere Geschenk,
neue Kleidung, was es mir zum Leben eben nötig war.
Herrn Ehrm bot mir an, die gegenüberliegende Taverne neben dem Hof zu übernehmen.
Bisher war sie leerstehend, wäre sie dennoch für den Hof eine große Bereicherung.
Und so wurde ich, binnen kürzester Zeit in diesem Lande, von einer einfachen Magd zu einer
Tavernenbesitzerin. Der Erfolg steht derweil jedoch noch in den Sternen...
Kommen wir nun jedoch zu dem, was mich beschäftigt, was mich verwirrt, was mich aufwühlt
und mich ebenso, seltsamer Weise, mit Freude und Glück erfüllt.
Gerade als ich für mich beschlossen hatte,
nach einem doch recht unangenehmen Fehltritt,
dass mir die Männerwelt an meinem Allerwertesten vorbeizugehen hat,
trat einer in mein Leben, der mich zu diesen Schreibereien hier veranlasst...
Doch um dich nicht unwissend zu lassen, werde ich wohl etwas weiter ausholen...
Am Tage, an welchem ich einen Schreiner in der Taverne hatte,
um die letzten Möbel aufzubauen und aufzustellen, wurde ich des Abends von einem Herren besucht.
Nichts ungewöhnliches, dass ein vorbeilaufender Mann Interesse an Gesöff in einer Taverne hegt.
Trotz, dass ich noch nicht geöffnet hatte, und auch nur wenig auf Lager war,
entschied ich mich, ihn hineinzulassen.
Ja, ich weiß auch nicht was mich da geritten hat... Doch ich hatte ein gutes Gefühl dabei.
Gesellschaft tat mir gut.
Es war ein netter Abend, wir haben uns über Belangloses unterhalten.
Wir haben viel gelacht.
Sogar als ich selbst darunter litt als ich ihn ins Wasser stieß und er mich mitriss,
war es Alles in Allem ein schöner Abend.
Und so lag ich hier in meinem Bette... Nachdem ich mich in ein Handtuch flüchtete,
brachte er mich noch zu meinem Zimmer. Ich gab ihm etwas Kleidung,
da er ja auch völlig durchnässt war... Ich habe nichts begriffen. Es war ein schöner Abend.
Seither besuchte er mich immer öfter in der Taverne.
Meist zu später Stund, als die Arbeit auf dem Acker getan war und ich mich der anstehenden
Eröffnung und dessen Planung widmen konnte.
Heute hat er mich wieder besucht, wir reden viel, Trinken eine Kleinigkeit.
Er scheint begeistert von meinen Kochkünsten.
Und irgendwie auch von mir?
Liebes Tagebuch...
- Amylia
- Beiträge: 104
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
2. Tag
Liebes Tagebuch.
Die Verwirrung steht mir ins Gesicht geschrieben, nehme ich an.
In meinem Kopf gehen Dinge umher, die ich nicht verstehe.
Es kommt immer anders, als man denkt. Momentan kann ich nicht denken.
Ich muss mich einfach mitteilen, vielleicht werde ich mir über etwas klar dabei..
Er hat mich heute wieder besucht.
Unverändert ein schöner Abend.
Doch als wir uns verabschiedeten, streichelte er meine Wange.
Ich war so verwirrt, zuckte zusammen und drehte den Kopf weg.
Er lies direkt ab, als er meine Reaktion wohl deutete, entschuldigte sich,
und lies mir meine Nachtruhe.
Ich würde lügen, würde ich behaupten, die warme Hand an meiner Wange hätte mir nicht
für den kleinen Moment die sie dort verweilte, gefallen.
Doch ich will keinen Kerl! Das geht doch nur wieder in die Hose..
Ich werde mich an einer Runde Schlaf versuchen....
Ich kann nicht schlafen.
Es ist stockfinstere Nacht, ich habe die Kerze an meinem Nachttisch wieder entzündet.
Ich kann diesen Moment einfach nicht vergessen.
Vielleicht will ich ihn wiedersehen, vielleicht auch nicht.
Er sagte, er will immer für mich da sein, wenn ich ihn brauche..
Was brauch ich aber denn? Was, wenn ich meine Ruhe brauche?
Aber wieso hat es mir dann so gefallen? Ach wüsst' ich alles, hätt' ich keine Sorgen mehr...
Liebes Tagebuch.
Die Verwirrung steht mir ins Gesicht geschrieben, nehme ich an.
In meinem Kopf gehen Dinge umher, die ich nicht verstehe.
Es kommt immer anders, als man denkt. Momentan kann ich nicht denken.
Ich muss mich einfach mitteilen, vielleicht werde ich mir über etwas klar dabei..
Er hat mich heute wieder besucht.
Unverändert ein schöner Abend.
Doch als wir uns verabschiedeten, streichelte er meine Wange.
Ich war so verwirrt, zuckte zusammen und drehte den Kopf weg.
Er lies direkt ab, als er meine Reaktion wohl deutete, entschuldigte sich,
und lies mir meine Nachtruhe.
Ich würde lügen, würde ich behaupten, die warme Hand an meiner Wange hätte mir nicht
für den kleinen Moment die sie dort verweilte, gefallen.
Doch ich will keinen Kerl! Das geht doch nur wieder in die Hose..
Ich werde mich an einer Runde Schlaf versuchen....
Ich kann nicht schlafen.
Es ist stockfinstere Nacht, ich habe die Kerze an meinem Nachttisch wieder entzündet.
Ich kann diesen Moment einfach nicht vergessen.
Vielleicht will ich ihn wiedersehen, vielleicht auch nicht.
Er sagte, er will immer für mich da sein, wenn ich ihn brauche..
Was brauch ich aber denn? Was, wenn ich meine Ruhe brauche?
Aber wieso hat es mir dann so gefallen? Ach wüsst' ich alles, hätt' ich keine Sorgen mehr...
- Amylia
- Beiträge: 104
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
3. Tag
Liebes Tagebuch,
ich war einige Tage außer Landen und hatte dich in meinem Zimmer liegen lassen...
Da jedoch auch wenig geschehen ist, das es mitzuteilen lohnt,
werde ich nicht ausholen...
Mich würde interessieren, ob er vor der Taverne stand als ich nicht da war...
Ich wüsste es nur zu gerne...
Mehr noch würde mich interessieren, warum es mich so beschäftigt.
Er ist mir doch egal, ein einfacher Kunde.
Wirklich schlauer geworden bin ich in den letzten Tagen auch nicht.
Ich bin noch genau so durcheinander wie am Anfang.
Vielleicht wird die Zeit es einfach bringen.
Liebes Tagebuch,
ich war einige Tage außer Landen und hatte dich in meinem Zimmer liegen lassen...
Da jedoch auch wenig geschehen ist, das es mitzuteilen lohnt,
werde ich nicht ausholen...
Mich würde interessieren, ob er vor der Taverne stand als ich nicht da war...
Ich wüsste es nur zu gerne...
Mehr noch würde mich interessieren, warum es mich so beschäftigt.
Er ist mir doch egal, ein einfacher Kunde.
Wirklich schlauer geworden bin ich in den letzten Tagen auch nicht.
Ich bin noch genau so durcheinander wie am Anfang.
Vielleicht wird die Zeit es einfach bringen.
- Amylia
- Beiträge: 104
- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:41
4. Tag
Liebes Tagebuch,
Ich drehe durch! Ich bin so... Ich weiß nicht!
Was ist nur los!?!?
Hrm ich werde versuchen zu erklären was passiert ist...
Heute hat er mich wieder besucht, gerade als ich die Speisekarte für die Taverne vollendete.
Er hat sich entschuldigt, dass wir uns so lange nicht gesehen haben,
dabei war ich es doch, die weg war!?
Er ist immer so zuvorkommend, als wolle er mich auf Händen tragen.
Schön, ja ich weiß, aber ich bin so durcheinander!
Der Abend war schön, wie immer.
Auch wenn mir mittlerweile aufgefallen war, dass er wohl ernsthaftes Interesse an mir hegt.
Ich glaube ich war etwas zurückhaltender als sonst, verwirrter als sonst.
Natürlich hat er es gemerkt, und war dennoch so rücksichtsvoll und lieb.
Als es Nacht wurde, kalt wurde, und ich es kaum erwarten konnte von dem Abend
hier in diesem Buch zu berichten, brachte er mich eben nach oben.
Wir standen vor meiner Tür, ich wollte gerade hinein als er auf mich zukam.
Er stand nah, sehr nah. Ich spürte seinen Atem auf meiner Haut und war wie angewurzelt.
Er sprach von Leidenschaft, Bindung, Treue. Und davon, ob ich es zulassen werde oder nicht.
Tja, dabei war ich die Letzte, die in diesem Moment klar über irgend etwas denken konnte.
Seine Hand strich durch meinen Nacken. Ich spüre sie noch jetzt, wie sie mich lieblich zu ihm zieht.
Noch jetzt spüre ich den zarten Kuss, nicht zu aufdringlich, nicht zu zaghaft.
So wie ich mir einen ersten Kuss immer vorgestellt habe.
Wir suchten beide unser Nachtquartier auf, und so schreibe ich, fern von jeder Müdigkeit,
fern von jedem klaren Verstand oder Gedankengang.
Es war schön, sehr schön. Ich will ihn wieder sehen.
Ist es bindend? Ach, was weiß denn ich...
Geistert ihm all das auch in seinem Kopf herum?
Aber es tut gut, so gut...
Liebes Tagebuch,
Ich drehe durch! Ich bin so... Ich weiß nicht!
Was ist nur los!?!?
Hrm ich werde versuchen zu erklären was passiert ist...
Heute hat er mich wieder besucht, gerade als ich die Speisekarte für die Taverne vollendete.
Er hat sich entschuldigt, dass wir uns so lange nicht gesehen haben,
dabei war ich es doch, die weg war!?
Er ist immer so zuvorkommend, als wolle er mich auf Händen tragen.
Schön, ja ich weiß, aber ich bin so durcheinander!
Der Abend war schön, wie immer.
Auch wenn mir mittlerweile aufgefallen war, dass er wohl ernsthaftes Interesse an mir hegt.
Ich glaube ich war etwas zurückhaltender als sonst, verwirrter als sonst.
Natürlich hat er es gemerkt, und war dennoch so rücksichtsvoll und lieb.
Als es Nacht wurde, kalt wurde, und ich es kaum erwarten konnte von dem Abend
hier in diesem Buch zu berichten, brachte er mich eben nach oben.
Wir standen vor meiner Tür, ich wollte gerade hinein als er auf mich zukam.
Er stand nah, sehr nah. Ich spürte seinen Atem auf meiner Haut und war wie angewurzelt.
Er sprach von Leidenschaft, Bindung, Treue. Und davon, ob ich es zulassen werde oder nicht.
Tja, dabei war ich die Letzte, die in diesem Moment klar über irgend etwas denken konnte.
Seine Hand strich durch meinen Nacken. Ich spüre sie noch jetzt, wie sie mich lieblich zu ihm zieht.
Noch jetzt spüre ich den zarten Kuss, nicht zu aufdringlich, nicht zu zaghaft.
So wie ich mir einen ersten Kuss immer vorgestellt habe.
Wir suchten beide unser Nachtquartier auf, und so schreibe ich, fern von jeder Müdigkeit,
fern von jedem klaren Verstand oder Gedankengang.
Es war schön, sehr schön. Ich will ihn wieder sehen.
Ist es bindend? Ach, was weiß denn ich...
Geistert ihm all das auch in seinem Kopf herum?
Aber es tut gut, so gut...