Was man nicht alles tut für die kleine Sünde

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Thearon Bengele

Was man nicht alles tut für die kleine Sünde

Beitrag von Thearon Bengele »

Der Mond war längst an seinem Zenit angelangt, ehe die Nacht kälter wurde. Nebel stieg auf, wohl von dem nahegelegenem Sumpf. Doch das sollte ihm und seinem Vorhaben nur recht sein. Am Tage würde man ihn wohl zu schnell entdecken, vielleicht würde er auch eher von seinem Vorhaben abschrecken.

Einen Tag zuvor, in einem doch sehr notdürftig erbautem Zelt aus bunten Takelagen und Stofffetzen die eifrig zusammen genäht wurden, öffnete Thearon seine Gutskiste. Viele Dinge, für das gewöhnliche Volk war es durchaus nur Tant und Trödel, für ihn allessamt sein einziges Hab und Gut.
Er angelte sich mit der Rechten eine Flasche selbstgebrandten Schnaps, ein Mitbringsel aus dem fernen Menek'Ur. Diesen nachgeschmack von suessem Kaktuss mochte er seid dem ersten kosten. Als er nach seinem Tabakbeutel greifen wollte und ihn aufhob, schien sich seine Laune doch mehr zu senken. >> Alle?! Mein guter Tabak ist schon aufgebraucht?!<< sofort hatte er sein Weib Tilia in verdacht, doch schon nach Sekunden des Grübelns war ihm gewiss, dass Sie nicht rauchte. Schon gar nicht diese getrockneten Kräuter, wie es Thearon bevorzugte. Er musste sich wahrlich überlegen, wie er nun doch neuen Tabak beschaffen konnte. Am besten wäre es ihm gewesen, den Dieb Kharim zu beauftragen, denn er kennen und schätzen lernte bei einer seiner Tavernenschlägerei – ein aufgebrachter Bürger schien die Kunst seiner Lieder nicht ganz gefallen zu haben. Doch hörte er von eben jenem Dieb, das er sein Handwerk und seine doch in verruf gebrachte Kunst nicht weiter fortführte und die Dietriche an den Nagel hing.
Mit Gold könnte man solche Kräuter kaufen... doch für einen Gassenspieler, fern ab von einem hochgebildeten und fein gekleidetem Hafner mit Engelsstimme, war Gold etwas, was doch noch mehr wog wie seine Laute. Thearon hatte die Tage zu wenig verdient, als dass er seine Bedürfnisse mit Gold bezahlen konnte.

Das schwere Leinenhemd und der dunkelbraun gefärbte Stoffmantel huellte ihn in eine gewisse Sicehrheit. Der Nebel leckte nach seiner Kleidung, was den Stoff nurnoch schwerer und nasser werden lies.
Hier auf dem Hofgut Schwunkentaler, ein Gut in unterhaltung einer Adelingen Familie, die er wohl niemals bezirzen könne, gab es laut Kharim solche Kräuter. Ein guter Satz, mit der Hand aufgestützt auf dem Zaun und er ward im Gutshof. Er war froh das der Herr des Hofes seine Hunde mitnahm zu Jagd und nicht wieder kehrte – wohl schlief er in einer der Blockhütten im Wald und käme erst zum Morgengrauen auf das Gut.
Was er zuerst betastete, waren wohl ginsengpflanzen. Nein, mit sowas kannte er sich nicht aus, und war froh wenn er Rosen und Veilchen auseinander halten konnte. Für Kräuterkunde hatte er immernoch die Alchemisten, die er um rate fragen konnte.
Sandiger Boden, trocken und nicht zu locker aufgeharkt sollte es sein, so war es wie ihm ein Bauer aus Bajard rat wies. Aber das konnte er sich auch so noch zusammen reimen. So huschte der in Stoffen gehüllte Schatten über den Hof, an einer Rosenzucht vorbei, fand er ein paar wenige Krautblätter, die er schon einmal hat sehen dürfen. Eben genau dann, wo er die Blätter zerkleinert hatte, ehe er sie in seine Pfeife stopfte und rauchte. Fündig rupfte er aber nicht auf barbarenart die Pflanze heraus, sondern konnte seine Gier nach dem Rauschkraut zügeln und schob statt dessen die lockere Erde mit beiden Händen beiseite. Die Wurzel wollte er mit der Pflanze heraus ziehen, um sie später einzupflanzen.
Kaum dass er die Pflanze herausgezogen hatte und in einem Tuch sicher verstaut hat, ging eine Laterne auf der Veranda des Bauernhauses an. Jemand musste ihn doch bemerkt haben, verdammt hätte er sich nicht so viel Zeit gelassen, dachte er beisich und rannte davon so schnell es ihm möglich war.

Daheim angekommen, lies er die Pflanze aus dem betuchtem Gefängnis und nahm sich eine Holzschale. Da er nahe am Wasser wohnte, hatte er reichlich nahrreiche Erde, die durch Trocknung nicht einmal sonderlich verklumpt war. Guter Nährboden also, um einer Pflanze ein langes Leben zu ermöglichen. Doch für solcherlei Dinge lies er Tilia arbeiten. Er war – trotz des Zeltes sah es immernoch als ein solches an- der Hausherr an diesem Ort, und sein Weib könnte sich ruhig etwas mühen für das Wohl ihres Gatten.

Tief entsprannt, ruhend auf seinen Kissen und der Pfeife an den Lippen, sog er die letzten verbrennenden Krümel aus seinem Tabakbeutel und atmete den schweren grauen Dunst aus.
Bald schon, so hoffte er, könne er eine gute Ernte ziehen.
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