Alles im Dienst des Herrn

Antworten
Dazen Wolfseiche

Alles im Dienst des Herrn

Beitrag von Dazen Wolfseiche »

  • Ausdauer ist das Fundament aller Tugenden.
    Honoré de Balzac
Irgendwo hinter der Mauer der Stadt krähte ein einsamer Gockel lauthals seinen Morgengruß heraus. War es wirklich schon so weit? Nicht gerade mit sehr viel Elan gesegnet, drückte ich mich in die sitzende Position und starrte zum Fenster raus. Dabei verrenkte ich mich etwas, um den Himmel sehen zu können. Nur schwach ließ sich erkennen, dass sich im Osten langsam der Tag heranschlich. Nur dort war der Himmel etwas heller. Nun gut, es war also tatsächlich schon so weit. Ich drehte mich um und rüttelte Alin wach.
„Zeit aufzustehen und zu laufen. Da wir heute Tempo machen, lass die Steine ruhig hier.“
Ich wartete nicht, bis sie soweit war, sondern ging direkt ins Badezimmer, um mich zu waschen, vorzugsweise mit eiskaltem Wasser, um nicht gleich wieder im Stehen einzuschlafen. Je wacher ich wurde, desto mehr stieg die Vorfreude auf das Kommende. Nachdem ich die Morgentoilette hinter mich gebracht hatte, kehrte ich ins Schlafzimmer um, schnappte mir meine Rüstung und schleppte sie nach unten, wo mehr Platz war, um sie anzulegen. Unterbekleidung, Rüstungsteile, bis ich damit fertig war, würde es ohne Hilfe zweifellos einige Verrenkungen kosten und etwas länger dauern, aber ich wollte Alin dafür auch nicht gerade davon abhalten selber fertig zu werden.

Etliche Flüche später, sämtliche Teile angelegt, vom Helm einmal abgesehen, die Waffengurte saßen, Alin war ebenfalls fertig, gingen wir hinaus zum Mitteltor. Dort warteten wir auf die anderen, die noch kommen sollten. Mein Blick irrte nochmal nach Osten, der Himmel war dort mittlerweile in ein helleres diffuses Licht getaucht. Es dauerte nicht lange, als wir Schritte vernahmen. Sowohl die Ritterin, als auch Adrian und Sophie gesellten sich zu uns. Nach der üblichen und sich gehörenden respektvollen Begrüßung wurde dann auch nicht allzu viel Zeit verloren und wir setzten uns in Bewegung. Die Absprache lautete: Jeder nach seinem Tempo, Ziel Übungsplatz der Garde vor Rahal.
Ab nun hieß es im Laufschritt gen Rahal, und beim Allmächtigen, die Ritterin legte ein sehr gesundes Tempo vor. Ich war mir nicht so sicher, ob ich da bis zum Ende mithalten konnte. Zu Anfang fiel es mir noch leicht, aber ich wusste nur zu gut, wie schnell sich das ändern würde. Ihr Tempo war definitiv nicht meines, selbst wenn ich allein lief. Soweit war ich sicherlich noch nicht. Aus Vorfreude wurde allmählich Zorn – immerhin auch ein Ansporn. Der richtete sich auf mein Unvermögen und trieb mich ordentlich an. Auch als die Beine zu schmerzen begannen, von der Lunge mal ganz zu schweigen, war ich nicht gewillt nachzulassen.

Der angebrochene Tag versprach erst noch heiß zu werden, aber schon jetzt hatte ich das Gefühl von der Sonne gebraten zu werden, dabei lungerte sie just erst über die Baumkronen hinweg zu uns herüber, und hatte ihre volle Kraft noch nicht annähernd entwickelt. Nach der halben Strecke etwa, stolperte ich dann und wann über meine eigenen Füße, fingerte mit etwas Mühe den Wasserschlauch ab und gönnte mir sowohl einen Schluck, als auch eine kleine Extradusche, lief dabei aber weiter. Ganz mithalten konnte ich nicht mehr und fiel etwas hinter der Ritterin zurück. Inwieweit die anderen mitkamen, bekam ich nicht mal mehr mit. Ich kämpfte meinen stillen Krieg mit den Schmerzen, von denen mein Körper mir erzählte. Dass eine Rüstung so unendlich schwer werden konnte, wusste ich zwar schon, aber selten war es mir so bewusst, wie in diesem Moment.

Auf der letzten Meile atmete ich noch einmal tief ein und bemühte mich aufzuholen. Der Abstand war mittlerweile gehörig geworden, aber klein beigeben wollte ich nicht. Stur, wie ein Esel, kratzte ich die letzten Reserven zusammen und machte etwas mehr Tempo. Der Abstand verringerte sich nur frustrierend schleichend. Als wir an dem Gelände ankamen, sie etwa zwanzig rasende Herzschläge vor mir, wollte ich einfach nur noch sterben. Wie ich mich dazu zwang wenigstens noch eine Weile lang weiter zu gehen und stehen zu bleiben, anstatt mich der länge nach ins Gras fallen zu lassen, hätte ich später nicht mehr sagen können. Eines konnte ich dazu allerdings mit Gewissheit noch sagen: Ich wollte mir diese Blöße einfach ums Verrecken nicht geben.

Geht nicht, gibt’s nicht.

Mir war nur zu klar, dass es damit noch nicht vorbei war. Es stand noch der Waffengang aus. Ich vermutete, ich würde noch mal sterben an diesem Tag, vielleicht auch dreimal, viermal, oder sechsmal. Einerlei wie oft, ich biss mich an meinem Zorn und der Sturheit fest durchhalten zu wollen. Ich leerte den Wasserschlauch fast auf dreiviertel, einen Teil trank ich, einen Teil kippte ich mir einfach über den glühenden Kopf. Die Verschnaufpause sollte nicht lange gehen. Wundervoll. Selbst zum Fluchen fehlte mir noch immer der Atem.

Dennoch, ich griff zu der Übungswaffe, dem Schild und nahm Aufstellung an – und ließ mich am Ende gnadenlos verdreschen, weil ich nicht mal annähernd dazu in der Lage war eine Verteidigung aufrecht zu halten vor Erschöpfung.

Versager.

Ich fand mich irgendwann auf dem Boden wieder, keuchend, unfähig mich zu rühren und hörte nur noch die Worte: „Ihr seid tot.“ Das forderte mir allenfalls ein Grunzen ab. Gefühlt war ich tatsächlich etwa sechs Mal schon gestorben. Alle Sturheit nutzte nichts. Ich vermochte mich einfach nicht mehr zu bewegen. Also blieb ich liegen, bis irgendwer einen Kübel Wasser über mich auskippte und mich prustend und schnaufend hinsetzte. Ich fing an den Tag zu hassen.
  • Wer hundert Meilen laufen muss, sagt sich am besten, dass neunzig erst die Hälfte sind.
    Aus China
Gast

Beitrag von Gast »

  • „Die drei wichtigsten Dinge, um alles zu erreichen, was sich lohnt, sind: Harte Arbeit, Durchhaltevermögen und gesunder Menschenverstand.“
    Thomas Alva Edison
"Sophie, wach' auf. Wir müssen los", hörte ich Adrians vertraute Stimme in meinen Ohren sanft widerhallen und lächelte. Zunächst erschien mir der Klang wie aus einem Traum; es war eindeutig noch viel zu früh für mich leidenschaftliche Langschläferin. Ich blinzelte, öffnete meine Augen, und ließ die Sonnenstrahlen, die durchs Fenster ins Schlafzimmer brachen, mein Gesicht kitzeln. Die Vögel zwitscherten, der Hahn krähte, und viele andere unliebsame Dinge erinnerten mich schmerzhaft daran, dass es nicht nur Hochsommer - und verdammt heiß -, sondern auch der Tag des Laufens war. Mit einigen Steinen im Schlepptau sollten schnelle Schritte in Plattenrüstung nachgeahmt werden, um die eigene Ausdauer an ihre Grenzen zu treiben. "Jetz' schon? Aber 's 'is' noch so früh", jammerte ich Adrian nuschelnd entgegen, drehte meinen nackten Leib auf die entgegengesetzte Seite, und kuschelte mich in die Felle zurück. Viel zu verlockend war der Gedanke, sich zu drücken, und einfach wieder einzuschlafen, aber mein Gefährte ließ nicht locker. "Sophie, ich warte", forderte er zwar nicht nachdrücklich, jedoch auf seine eigene sanfte Weise so, dass es mir einfach schwer fiel, mich zu widersetzen. Ich liebe ihn, und möchte ihn nicht enttäuschen - offenbar war dieser Gedanke der stärkste. Langsam schälte ich meine verschwitzte Haut aus dem Fellbett, richtete mich sitzend auf, wusch mein Gesicht, und schlüpfte rasch in ein kurzärmliges Hemd samt bequemer Baumwollhosen, die mir Adrian maßangefertigt und bereitgelegt hatte. Der Saum schmeichelte meiner Haut und lag perfekt an; ich kam nicht um ein verlegenes Schmunzeln beim Gedanken herum, wie er sich meiner Maße angenommen hatte. Der erste Schritt zu unserer Zweisamkeit war dadurch - auf sicherlich unkonventionelle Weise - getan. Adrian - bereits fertig gekleidet - sah mich an, während ich meinen Körper in die bereitgestellte Kleidung warf, und erwiderte mein Lächeln, als hätte er den selben Gedanken gehabt. "Du siehst god aus; komm', Sophie, lass' uns gehen", entgegnete er mir mit seinem typischen Akzent, hielt mir den Arm hin, und ich hakte mich lächelnd ein, die sich sicherlich noch ankündigenden Strapazen in diesem Moment völlig vergessend.

Dazen, Alin und Ritterin Lilienhayn hatten sich bereits vor den Toren eingefunden. Adrian und ich kamen pünktlich dazu - etwas anderes hatte ich nicht von meinem Gefährten erwartet und war ihm in diesem Moment dankbar. Hätte er mich nicht geweckt, wäre ich vermutlich gar nicht erschienen, und hätte verschlafen. Angemessen wurden die drei begrüßt, dann ging es auch schon los. Jeder sollte in seinem Tempo laufen. Nachdem ich das Gewicht geschultert hatte, spürte ich die Sonne umso stärker auf meiner Haut brennen. Es war zwar früher Morgen, aber die Hochsommer-Sonne ließ partout nicht nach. Kaum waren die ersten drei Minuten vergangen, spürte ich Schweißfilme über meine Wangen rinnen, meine Atmung wurde schwerer, und ich ließ sogar die Zunge hängen, wie ein hechelnder Hund. "Scheiße, ist das warm. Ich kotz' gleich!", hörte ich mich fluchen. Adrian, der unmittelbar neben mir lief, allerdings etwas ausdauernder wirkte als ich, ermahnte mich mit tadelndem Blick: "Sophie, bitte! Artikulation! Wortwahl!" Recht hatte er. Als frisch gebackene Würdenträgerin, hätte ich Wörter wie "Scheiße" und "Kotzen" sicherlich aus meinem Artikulationsrepertoire endgültig verbannen müssen. Schlagartig fiel mir ein, wie sehr ich den Sommer hasste. Als ehemaliges Mitglied der Nordlande - nahe des alten Fuachteros - bekam ich die Sonne selten zu Gesicht. Und wenn, dann mit eisiger Kälte gemischt. Meine Heimat - ein schneebedeckter Kontinent - lehrte mich, den anhaltenden Winter und kältere Temperaturen zu schätzen. Und tatsächlich war es mir lieber, einen nächtlichen Spaziergang durch den Schnee zu machen, oder eine Tasse heißen Gewürzweins zu trinken, während man in gemütlicher Runde am Lagerfeuer saß, oder bei klirrender Kälte ein Bad in den heimatlichen heißen Quellen zu nehmen, als Steine unter unbarmherziger Hitze zu schleppen. Es erinnerte mich auch an die Zeit vor meinem "Erwachen" als Magiekundige: Ich fühlte mich selbst unter dem Gewicht einer Kettenrüstung, als angehende Kriegerin, unwohl; kaum auszudenken, wie ich geweint und mich beschwert hätte, wären Plattenteile an der Reihe gewesen. Falls es tatsachlich stimmte und Eluive sich diejenigen aussuchte, die sie erwachen ließ, hätte ich ihr wohl dankbar sein sollen. Wobei: Das Lied zu vernehmen und zu nutzen, birgt wiederum seine eigenen Schwierigkeiten.

Mit verklärtem Blick sah ich am Horizont die Tore Rahals, wie das riesige, aufgerissene Maul eines Panthers, sich mir entgegenstrecken. Irgendwie hatte ich das Gefühl, die Letzte zu sein. Ich hörte keine Schritte neben, oder hinter mir, konnte jedoch auch kaum voraussehen. Mein Herz tat weh, ich sehnte mich nach einem Sprung ins Eiswasser, und meine Kehle war trocken. Mir schmerzte die Brust, die Lunge, und meine Kleidung klebte vor Schweiß wie eine zweite Haut an meinem Leib. Große Brüste und Hüftgold forderten ihren Tribut. Ich spürte durch die Herausforderung, meine Ausdauer an ihre Grenzen zu treiben, dass es sinnvoller gewesen wäre, zukünftig den Konsum von süßen, alkoholischen Getränken und fett-, sowie kalorienreiches Essen - Süßkram, kräftige Fleischsaucen, herzhafte Teigwaren - etwas gemäßigter zu genießen. Ebenso hätte ich das Rauchen aufgeben können - ein Glimmstängel am Tag war offenbar einer zu viel. Herrje! Man sollte Taten auf Worte folgen lassen, aber mir lief allein beim Gedanken ans belohnende Frühstück bereits das Wasser im Munde zusammen. "Disziplin, Sophie, Disziplin!", versuchte ich mir einzureden, wollte jedoch am liebsten auf die Knie fallen, weinen und aufgeben. Meine Beine fühlten sich so an, als wären Gewichte dran befestigt gewesen, mir war schlecht, und mein Körper fühlte sich derart schweißbedeckt absolut widerlich an. Ich hasste mich selbst, empfand mich als nutzlos, nicht in der Lage, meinen Status als Würdenträgerin zu verteidigen, ließ die Schultern hängen, und wollte einfach nur noch umfallen, ehe ich Adrians ermutigende Stimme vernahm - ob tatsächlich oder als Fata Morgana in meinem Kopf konnte ich nicht realisieren, jedoch trieb sie mich die letzten Schritte voran. Ich kniff bei verklärter Sicht die Augen zu, warf den Kopf in den Nacken, und lief die letzten Meter. Endlich war es vorbei, dachte ich, und warf mich meinem Gefährten in die Arme. "Nicht schlappmachen, Sophie. Es geht weiter", erklang eine belustigte Stimme aus dem Hintergrund, und ich konnte Dazens süffisantes Grinsen regelrecht spüren.
  • „Tränen und Schweiß sind beide nass und salzig, doch ihre Wirkung ist ganz unterschiedlich. Mit Tränen verschafft man sich Mitgefühl, der Schweiß bringt einen voran.“
    Jesse Jackson
Alin

Beitrag von Alin »

  • Und ich laufe. Ich laufe. Davon.
    Ich laufe. So schnell und so weit ich kann.
    Und erst wenn ich nichts mehr spüren kann, erst wenn ich nichts mehr spüren kann
    Tim Benzko - Ich laufe

Tag eins – Zu zweit
Ich würde es ihm schon zeigen, dachte ich mir, als ich mich aufrappelte und versuchte etwas zu sehen. Ich war zwar kein Langschläfer, aber vor der Sonne aufstehen war nun auch nicht das, was ich bevorzugte. Meine Hände tasteten auf der anderen Seite des Bettes herum und er war schon längst aufgestanden. Ein Antrieb für mich, der meinen Leib voran trieb und mich vom Bett beförderte. Ich flitzte ins Bad, machte mich fertig. Hätte ich gewusst, wie sich mein Körper am Ende des Tages fühlen würde, wäre ich wohl gemächlicher zum Bad gewandert. Vielleicht war es die Naivität oder einfach der Ansporn, meinen Mann zu zeigen, dass ich es kann, der mich in den Glauben ließ, dass das heute schon leicht werden würde.

Der erste Stein glitt in meinen Rucksack und das euphorische Schmunzeln in meinem Gesicht verflüchtigte sich und meine Schultern sackten langsam herab. Der zweite Stein sackte in meinen Rucksack und meine Muskeln merkten langsam das Gewicht, was sie da tragen mussten. Da ich nie sonderlich stark war, waren selbst zwei Steine bereits ein kleiner Akt. Aber keine Bange, es folgte Stein drei. Ich zog einmal tief Luft in die Lungen und rückte mein Gepäck zurecht. Ich merkte regelrecht, wie er mir penetrant auf den Hinterkopf starrte, um abzuschätzen, ob Stein vier noch möglich wäre. Natürlich war er das. Der vierte Stein folgte in meinen Rucksack und ich merkte, wie er die Schnüren des Ledersackes fest zog und dann wusste ich, es würde kein Stein mehr folgen.

Am Anfang unseres Dauerlaufes versuchte er mich noch anzuspornen und irgendwann merkte er aber, recht schnell, das ich bereits alles gab und es wohl meine Kunst war, nicht zusammen zu brechen und aufzugeben. Er passte sich meinem Tempo an. Ich fühlte mich wie taub, als wir Rahal fast erreicht hatten. Ich konnte kaum noch Luft holen, kaum noch sehen, aber ich wollte nicht versagen. Ich lief, und lief. Also ich glaube zumindest, dass ich lief. Ich spürte keinen Muskel, keinen Knochen mehr, aber irgendwie kam ich voran. Nur vor Rahal brach mein Leib zusammen und ich benötigte eine Pause. Eine Pause, die mir mein Mann gönnte. Er machte keine Witzchen, er wartete einfach ab. Er war bestimmt auch erschöpft, auch wenn er in dem Fall nicht aussah wie ich, wie ein Häufchen Elend.

Tag zwei – Zu fünft
Die Tatsache, dass ich wusste, was auf mich zu kam, ließ mich noch langsamer aus dem Bett aufstehen. Dazen war wie immer schon fertig. Aber auch das trieb mich heute nicht an. Ein jammernder Laut entwich meiner Kehle, als ich zum Bad schlürfte. Ich hörte Dazen schon rufen und antwortete nur gejammertes Kauderwelch. Ich wusste, als ich mir eine Wurzel in den Mund schob und darauf herumkaute, dass ich auf die Steine verzichten könnte. Aber ich weigerte mich. Heute waren es mehr Augen, die mir beim Versagen zusehen konnten und so wollte ich nicht die Schwächliche sein, die ohne Gepäck rennt, während sich andere in Plattenrüstung quälten.

Stein eins, Stein zwei, Stein drei, Stein vier. Heute kam es mir noch schwerer vor und ich wusste genau, es waren eigentlich die selben Steine. Da hatte ich nämlich aufgepasst. Heute ging das Beladen auch schneller und ich wollte bereits zusammenbrechen, bevor es los ging. Nur als ich die anderen Gesichter sah, die nicht mein Mann waren, strafften sich meine Schultern ein wenig und ich wollte beweisen, dass ich das schaffen würde.

Irgendwann lag ich ganz hinten. Man hörte immer wieder mein verzweifeltes, vermutlich etwas verrücktes, Lachen. Irgendwann sah ich die Anderen gar nicht mehr. Aber es war mir egal, ich hielt mich an mein Tempo und ich war froh, als der Weg nach Rahal geschafft war. Ich atmete tief ein und aus und das unser Rückweg über den Übungsplatz der Garde ging, ließ meine Emotionen auf den Boden fallen und ich hatte das Gefühl, ich würde jeden Stein einmal einzeln in mein Gesicht droschen. Der will mich doch verarschen. Als wir dann dort unsere Übungen begannen, begriff ich, dass er mich nicht auf den Arm nahm. Ich wählte, so dachte ich, das einfachste Übungsgerät. Ich robbte mich unter dem Netz hindurch, zur anderen Seite hin. Nur habe ich nicht bedacht, dass der Matsch und all das, mich eher hinunter zog, als mir irgendwie zu helfen. So hing ich da, wie eine Schildkröte und zappelte wild vor mich her. Irgendwann landete mein Gesicht im Dreck und mein Leib empfand dies als entspannend, ich war gebrochen, ich war am Ende. So eine Sc...

Tag drei – Zu siebt
Ich zog mir das Kissen über den Kopf. In der Hoffnung, in der naiven Hoffnung, er würde mich nicht sehen. Aber nichts da, er zog mich an den Knöcheln aus dem Bett heraus, hinein ins Bad und meinte schlicht „Mach' dich fertig, Kobold!“ Und dann ging er nach unten. Ich jammerte im Bad noch vor mich her. Ich wollte nicht mehr. Ich starrte zum Fenster hin und betete, dass ein Vogel hinein fliegen würde und direkt gegen mein Kopf knallen würde... und mich bewusstlos machen würde. Würde...würde...würde...

Stein eins, Stein zwei, Stein drei und ich sackte bereits zusammen, bevor der vierte Stein dann in meinem Rucksack landete. Es war mittlerweile ein tägliches Ritual geworden, obwohl es erst der dritte Tag war, erahnte ich, sollte man es noch nicht Ritual nennen können, würde es alsbald eins sein. So wurde meine Haltung wieder straff, als die neuen Gesichter dazu kamen und wieder war ich irgendwann die Letzte und wieder brach ich zusammen.

Versagerin....
Linejra

Beitrag von Linejra »

Erst am Abend zuvor hatte Linejra von den morgendlichen Läufen erfahren und sich entschlossen, sich jenen anzuschließen. Obgleich sie in Rahal wohnhaft ist, nahm sie sich ein Zimmer in Düstersee, um in jenem zu nächtigen. Dies sollte nun also ihr Schlafplatz für die nächsten Tage sein, sagte sie sich. Wohl wissen dass sie es für eine gute Sache täte, machte sie sich am selben Abend noch auf, um sich auf den Lauf am Morgen vorzubereiten.

Tag drei – Alles muss Perfekt sein
Schon vor dem krähen des Hahnes tat sie ihre Augen auf, wohl für den Moment unsicher, ob sie bereits zu spät sei, oder viel zu früh. Es war wohl doch recht spät geworden am letzten Abend. Eilig sprang sie aus dem Bett um zum Fenster zu laufen. Doch was sah sie? Dunkel! Die Dämmerung hatte wohl grade erst eingesetzt. Erleichtert fiel ein Lächeln auf ihr Gesicht, ehe sie bemerkte, dass sie auch noch nicht ganz bei Kräften war und sich erst einmal für ein paar Momente in das Bett zurückplumpsen ließ. Einmal tief durchatmen – zweimal tief durchatmen …

Immer noch viel zu früh, wusch sie sich mit dem Wasser in einer Schüssel, welche in ihrem kleinen Zimmer auf einem Tisch bereit stand. Rasch kleidete sie sich in ihre festere dunkelbraune Kleidung, bestehend aus eine Schnallenweste, einer einfachen Hose mit Gürtel und ein paar stiefeln, wie sie sie auch stets zur Jagd trägt. Daraufhin griff sie ihren Rucksack und füllte jenen mit Wasserschläuchen, die sie am Abend zuvor noch besorgt hatte. Rasch schnallte sie sich jenen um und schon stand sie selbstsicher vor der Türe, als ihr die noch kühle Nachtluft entgegenblies. Jene merklich genießend atmete sie einmal tief ein und begab sich zum Tor. Das Gewicht ihrer Tasche schien ihr einerlei zu sein. Ein wenig verträumt verweilte sie dort, nicht von der Langeweile geplagt, denn viel mehr in Gedanken. Doch Gedanken woran? War es etwas das sie ersehnte? Etwas das sie beschäftigte?

Als nach einer guten Weile erst die anderen Läufer eintrafen, stand sie schon bereit jeden Moment loszulaufen. Ihr schien der Lauf wohl weniger Sorgen zu machen, denn schon als es losging hielt sie sich sogleich vorn an bei der Ritterin. Das Laufen von der Jagd gewohnt seiend, konnte sie die erste Hälfte des Weges offenbar gut mithalten, ohne groß aus der Puste zu kommen, wie manch anderer. Doch ob auf der Jagd nur kurze Sprints gewohnt, spürte sie dann doch bald das Gewicht der Wasserschläuche, die sie mit sich trug. Stück für Stück fiel sie nun doch zurück, bis sie bald hundert Meter zurücklag. Durfte sie denn so weit zurückbleiben? Konnte sie als Gardistin sich das erlauben? Sie versuchte wieder zu Kräften zu kommen, doch gelang es nicht. Zu schwer zog die Last an ihren Schultern, als würde versuchen sie nach hinten wegzuziehen.

Erst als das weit aufgerissene Panthermaul von Rahals Toren schon unmittelbar vor ihr lag, biss sie nochmals die Zähne zusammen, wohl entschlossen nochmal alles zu geben. Pfeilschnell schoss sie nochmals los, um die verlorene Distanz aufzuholen, sodass sie nur ein paar Momente nach der Ritterin eintraf. Völlig außer Atem von ihrem Endspurt schleppte sie sich nun auf den Übungsplatz. Mit einer Hand griff sie einen ihrer Wasserschläuche und goss jenen über ihren Mund und sich aus, ehe auch schon die Übungen begannen. Immer noch vollends erschöpft und mit der Nahkampfwaffe ohnehin ungeübt, konnte sie wohl keine der Übungen für sich entscheiden. Doch gab sie es nicht auf.
Umso mehr war sie erleichtert, als die Übungen beendet wurden.

Tag vier – Besonnenheit
Der vorhergehende Tag schien Linejra eine Lehre gewesen zu sein. Nicht auf die Geschwindigkeit kommt es an, sondern auf die Ausdauer. Es ging nicht darum Erster zu sein, sondern darum, das angemessen Ziel zu erreichen. Wenngleich es sie wieder bei Zeiten aus dem Bett trieb, schien sie an diesem Tag ihr Maß bereits gefunden zu haben. Nicht ganz vorn – nicht ganz hinten, lief sie heute recht ausdauernd, und recht konstant. Mit dem klaren Ziel vor Augen besonnen in Rahal anzugelangen, trugen sie ihre Beine immer weiter voran. Nichts desto trotz schienen ihr auch diesmal die Übungen eher schwer zu fallen, nicht mangels ihrer Kondition, denn viel mehr mangels ihrer Übung darin.

Tag fünf – Routine?
Erneut die kühle Morgenluft genießend, schien sie auch diesen Morgen als erste am Tor zu warten. Doch diesmal war es anders. Sie spürte wie die Wasserschläuche die letzten Tage bereits an ihr zogen. Und wenngleich es dieselbe Menge war, zogen sie heute doppelt so stark. Und wieder ging es los …
Zuletzt geändert von Linejra am Sonntag 28. Juli 2013, 00:36, insgesamt 1-mal geändert.
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

  • Aufgeben heißt verlieren.
    Anaïs Nin
Schräg fiel die morgendliche Sonne auf die Zinnen Rahals und tauchte sie in goldenes Licht. Im Näherkommen bemerkte Muireall wie die Wachposten auf den Mauern die Haltung strafften, nach Süden zeigten und miteinander sprachen. Ob sie wohl dachten, da käme eine Ritterin angerannt verfolgt von Feinden? Sie schmunzelte. Als sie das Panthertor erreichte, hob sie beschwichtigend die Hand zu den Wachen, von denen eine schon nach einem Bogen gegriffen hatte. „Nur eine Ausdauerübung! Vielleicht üben wir später noch Pfeilen auszuweichen.“, erklärte sie den Gardisten mit einem süffisanten Unterton. Sie stemmte sich die Hände in den Rücken, um die Haltung möglichst aufrecht zu halten, und atmete mehrere Male tief durch. Schon vernahm sie die schweren Schritte Dazens, zweifellos hatte er trainiert. Doch er schnaufte schwer und seine verzerrten Gesichtszüge sprachen von dem Kampf, den er gegen seinen Körper führte. Aber er hatte nicht klein bei gegeben, nicht aufgegeben. Muireall sagte ihm nicht, dass sie selbst nicht an ihre eigenen Grenzen gegangen war. Sie war trainiert worden seit sie stehen und laufen konnte, sie hatte selbst unzählige Male die Bitterkeit geschmeckt, wenn die Knie zitternd nachgaben, und die eigenen Grenzen einem so peinvoll ins Gesicht schlugen. Wie sehr sie es immer gehasst hatte Schwächen zu haben, wie sie es gehasst hatte zu bluten und zu schwitzen, wenn Lunge und Hals schmerzten und die Muskeln brannten! Sie hasste es bis heute, aber es trat seltener ein. Die Ritterin hatte über Jahresläufe hart an ihrer Ausdauer, Kraft und ihrem Geschick gearbeitet. Sie hatte gelernt, dass der einzige Weg die körperlichen Grenzen Stück für Stück nach oben zu treiben der zähneknirschende, unbrechbare Wille und die Beharrlichkeit war.

Und Willen hatten sie alle bewiesen! Mittlerweile hatten alle fünf, die von Düstersee aufgebrochen waren, das Tor Rahals erreicht. Gerötete Gesichter, schweißdurchtränkte Kleidung, sich heftig hebende und senkende Schultern. Die Ritterin konnte ihnen zum Teil ansehen, dass sie am liebsten Himmel und Erde verfluchen würden. „Nicht schlappmachen, Sophie. Es geht weiter!“, erklang Dazens Stimme in ihrem Rücken. Kurz musterte Muireall die Liedwirkerin, die eben erst die Gruppe erreicht hatte. Sophie war schweißüberströmt und blass, sie sah so aus als würde sie sich gleich übergeben. Vermutlich würde sie dies spätestens während des Waffengangs tun. Vor Überanstrengung zu brechen war nichts Ungewöhnliches und wenn danach das Zittern des Körpers nachließ, ging es einem besser. Muireall wand sich wortlos um und ging mit langsamen Schritten zum Übungsgelände. Ihr Körper nutzte die kurze Zeit, um wieder ein wenig Kraft zu gewinnen…


„Ihr seid tot!“, erklärte sie dem Unterlegenen, der schnaufend am Boden lag. Die Ritterin fragte sich wie andere mit ihrer Schwäche leben konnten. Sie selbst war sicherlich nicht frei von Fehlern, hatte noch zahllose Schwächen, an denen sie arbeiteten musste und dies auch tat, doch den eigenen Körper zu bezwingen hatte sie früh gelernt. Der Präfekt war kein schlechter Kämpfer, eigentlich, doch Koordination und Stärke hatten schon zu stark gelitten während des Laufes. War sie in einer solch prädestinierten Position, weil sie schon als Kind unterrichtet worden war, weil der einzige Sinn und Inhalt ihres Lebens gewesen war Alatar zu Ehren zu kämpfen? Vermutlich. An Tagen wie diesem, sicher. An anderen Tagen war es von Nachteil. Zu vieles war ihr noch immer fremd, was für die anderen Vier, die hier schnaufend, blutend und schwitzend um jeden Schritt kämpften, selbstverständlich war. Starke zwischenmenschliche Bindungen, Hingabe oder Liebe, auch wenn das vielleicht nicht auf alle zutraf, waren ihr selbst fremd, immer fremd gewesen. Wo andere aus Zuneigung mit vollem Herzen handelten, war es bei ihr Pflichterfüllung und Treue zu Alatar und Familie. Früher hatte die Ritterin niemals angezweifelt, dass ihr Weg der einzig richtige war. Heute waren da auch keine Zweifel, doch gestand sie zu, dass ihr Weg nicht für jeden geeignet war.
„Genug für heute!“, verkündigte sie schließlich und zog Dazen noch auf die Füße, „Wir treffen uns morgen um dieselbe Zeit wieder vor Düstersee. Denn ehrlichgesagt war das heute eine echte Trauerveranstaltung. Aber ihr habt gekämpft, einen ersten Schritt getan, nun dürft ihr nicht aufgeben. Nur die Beharrlichkeit führt zum Ziel! Möge der Herr mit Wohlwollen auf uns herabblicken.“ Nach und nach verließen die anderen den Übungsplatz, für einige Augenblicke sah die Ritterin ihnen nach. Ja, möge Er mit Wohlwollen auf uns herabblicken… Alles Ihm zu Ehren.

  • Anfangen im Kleinen, Ausharren in Schwierigkeiten, Streben zum Großen.
    Friedrich Krupp
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

Unsere größte Schwäche liegt im Aufgeben. Der sicherste Weg zum Erfolg ist immer, es doch noch einmal zu versuchen.
Thomas Edison




1.Tag

Wielange Dazen und die anderen schon liefen wusste er nicht aber heute würde er mit laufen.

Die Sachen lagen bereit, die Handgriffe waren geübt.
Wattierte Unterkleidung anlegen, Plattenbeine dann Torso, Armschinenen und zu letzt Schulter und Kragen.

"Marsch in voller Rüstung wir laufen von Düstersee nach Rahal, waren Dazens Worte."

Also Turmschild und Waffen, auch diese waren schnell gepackt und schon ging es los.
Die Wachen am Tor wurden begrüßt und auf ging es mit dem Pferd nach Düstersee. Der Ritt war schon nicht kurz, das würde sicher ein schöner Marsch.

In Düstersee angekommen gab er das Pferd ab und ging noch einmal zur Bank um sich einige Aushänge anzusehen, mit Sonnenaufgang ging er zum Tor erstaunt stellte er fest das es doch mehr als drei Leute waren die diesen weg liefen.

Dann ging es los und Teron glaubte seinen Augen immer weniger als er sah das die Leute nicht los gingen sonder wirklich liefen.
"Alle Beloppt" dachte er sich mit einem grinsen und setzte auch zum laufen an.
Der Weg war lang, wirklich lang besonders wenn man versuchte nicht der letzte der Gruppe zu sein.

Durchhalten, weiter machen, bis zum Ende und noch ein Stück weiter
Ein und der selbe Satz, immer und immer wieder ging er ihm durch die Gedanken.

Irgendwann war die Gruppe endlich vor Rahal angekommen, zum Glück hatte er etwas trainiert bevor er hier mitlief aber das sprengte alle Grenzen. Die Wachen am Tor nahmen die kleine Gruppe entweder nicht wahr oder aber das Bild war schon zu normal geworden.

Als es hies das jetzt der Waffengang anstünde glaubte Teron seinen Ohren und Augen nicht.
Das Turmschild schien im nächsten Waffengang keine 15 Stein mehr zu wiegen sondern gleich 30, er fühlte sich wie in den ersten Stunden seiner Ausbildung, klein und schmächtig.

Als alles vorbei war ging er zurück schweren Schrittes schleppte er sich schnaufend die Treppen des Hauses hinauf, das Bett kam in Sicht und er warf nur noch scheppernd die Rüstung von sich um sich dann aufs Bett fallen zu lassen.

Wieso machte er das gleich noch ?

2.Tag

Wieder stand er früh auf, wieder die gleiche pozedur wie der Tag vorher.
Rüstung an und ab nach Düstersee, heute wieder einen Schritt mehr.
Auch wenn es weh tat und zerrte nein eigentlich riss es mehr an ihm aber er musste durchhalten.
Jeden Tag etwas mehr leisten.
Die Abende wurde kürzer,der Körper verlangte seinen Tribut er brauchte Regeneration.
Auch nach dieser Übungseinheit nicht war es nicht besser, achtlos fand die Rüstung überall im Zimmer ihren Platz.

Ein heißes Bad würde wunder tun, zumindest hoffte er das, im moment spürte er jeden Muskel und jeder Muskel beschwerte sich ob der neuerlichen Belastung.

Und im inneren wusste wahrscheinlich jeder Muskel das es nur noch schlimmer werden konnte......
Benedict Weber

Beitrag von Benedict Weber »

Alle Veränderungen, sogar die meistersehnten, haben ihre Melancholie. Denn was wir hinter uns lassen, ist ein Teil unserer selbst. Wir müssen einem Leben Lebewohl sagen, bevor wir in ein anderes eintreten können.“
Anatole France (1844-1924), eigtl. Jacques François Anatole Thibault, frz. Dichter


Polternd war er in sein Zimmer gestolpert und landete irgendwie auf dem Bett.
Gerade als der Kopf das Kissen berührte schlief er ein, seid langem mal wieder Traumlos, ein Segen wenn man wusste wieso.
Je näher dieser Tag kam desto schlimmer wurden die Erinnerungen.

Aus welchem Grund auch immer wachte Teron wenige Stunden später wieder auf, mit einem Kopf der durch keine Türe mehr passte.
"So fühlt es sich also an wenn eine Ogerkeule dich küsst"
schnaufte er und blickte sich einen Moment um ehe der Kopf in der Wasserschale landete.

Innerlich verfluchte er sich für den gestrigen Tag aber es war wie es jedes der letzten fünf Jahre, ein Akt des Vergessens.

Langsamer als sonst machte er sich daran die Rüstung anzulegen,
die Wattierte Unterkleidung hatte schon deutlich bessere Tage gesehen.
Aber auch die konnte man ersetzen, irgendwann wenn die Zeit passte.

Nach fast endloser Zeit rappelte er sich auf und ging in die Küche, schnappte sich etwas Fleisch vom Vortag und ging hinaus.

Bis zum Stadttor war das Stück Fleisch wenn auch wiederwillig gegessen, es schmeckte wie ein altes Stück Leder, zumindest kam es ihm so vor.

Nach nur wenigen Minuten langsamen Trabes musste das Pferd stoppen und Teron sprang ab um sich nahe eines Baumes von seinem Mageninhalt zu verabschieden.

Einig Momenten des durchatmens später , rappelte er sich wieder auf und ging erstmal nebem dem Pferd bis nach Düstersee.

Gerade noch rechtzeitig, die letzte Person der Gruppe kam gerade an als Teron der Pferd festband.

Schnell nahm er die Waffen vom Pferd und ging zu der Gruppe als die "leise" Stimme Alins ertönte

"Teron wie gehts dem Kopf". Klang ihre Stimme durch das gebastelte Sprachrohr.

Der bis dahin verdrängte Kopfschmerz drängte sich sogleich wieder in den Vordergrund und zeigte Teron was ein herrlicher Idiot er manchmal sein konnte.

"Alles bestens Fräulein Stadthalterin" entgegnete er einen Moment später.
"Aber leider müssen wir los die ersten Laufen schon" zum Glück dachte er, weniger Krach würde nur gut tun.
Tja wohl falsch gedacht....erst jetzt viel ihm auf wie die einzelnen Plattenteile eigentlich aufeinander knallten und übereinander rieben.
So viel also es wurde leiser....

Irgendwann kamen sie vor dem Tor Rahals an und der Waffengang stand an.
Diesmal führte er das alte verrostete Schwert das ihm diesen Tag begleiten würde.
Jeder Schlag gegen sein Schild fühlte sich an als würde eine Glocke neben ihm Schlagen, aber er biss die Zähne zusammen.
Teilweise konnte man Glauben das es den anderen Spaß machte extra auf das Schlid zu schlagen....

Irgendwann nach Runde zwei oder drei lag er auf dem Boden und hörte nur ein Dumpfes. "Jetzt wärst du tot."
"Keine Angst so fühl ich mich heute auch"


Er lies sich aufhelfen und blickte die Reihe entlang, der erste teil des Tages war geschafft, wenn auch nicht so gut wie sonst ,eher als hätte er noch nie einen solchen Lauf mitgemacht aber er lebte.
Irgendwie zumindest, sein Herz raste und das pochen im Kopf versuchte den Takt zu halten.

Ruhig scheidete er die Waffe und legte sich den Lederriemen des Schildes über die Schulter.

"Bis morgen, oder heute abend zu einer Milch"


Der letzte Satz lies einige der Runde auflachen, langsamen Schrittes ging er durch die Straßen zur Stadt, den blick immer mal wieder gen Himmel gelenkt. Lies er die Gedanken ihren weg gehen bis hin zu Farina und dem letzten Moment ihres Lebens in seinen Armen.
Sie würde immer ein Teil von ihm sein, von seinem Leben, irgenwann musste man aber mit der Vergangenheit aufräumen.

Vielleicht war ja nach gestern ein guter Tag dazu.....
Antworten