Das Licht der Flamme

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Cilwve Trask

Das Licht der Flamme

Beitrag von Cilwve Trask »

Die Flamme seiner Kerze drohte zu erlischen als ein Windstoß vom Norden her aufzog.
Die undurchdringlichen grauen Wolken prophezeiten nur zu deutlich das bevorstehende Gewitter. Doch noch waren die Wolken fern und es würde Stunden dauern, bis das Unwetter ihn erreichen und den sonnig blauen Himmel über ihm erbarmungslos verschlingen würde.
Den Rücken an die stämmige Eiche gelehnt ließ er sich erschöpft zu Boden sinken, nicht darauf achtend, dass die sperrige, an einigen Oberflächen spitz vorstehende Baumrinde ihm das feine Baumwolljacket zerriss...
Als er seinen Hinterkopf in den Nacken drückte, um die Zinnen der Stadtmauer zu überblicken, glitt ein großer schwarzer Rabe durch die Lüfte, sich schliesslich behaarlich auf der Stelle niederlassend wo seine Augen nun ruhten.

„Diese Stadt ist uns unheimlich...“ flüsterte seine Stimme rechts neben ihn mit einem unbehaglichen Unterton.

Stille...

„Diese Stadt... sie ist alles was wir haben...“ Dieselbe Stimme befand sich nun auf der anderen Seite von ihm. Der Klang glich der Ersteren Stimme, jedoch klang sie diesmal entschlossen und nahezu unbeirrbar.

Er versuchte die Stimmen zu verscheuchen und rammte deswegen seinen Hinterkopf plötzlich und mit einer wuchtigen Bewegung gegen die Seite des Baumes an dem sein stämmiger Oberkörper lehnte.

„Jemand nähert sich uns...“ diesmal wieder die zweifelnde Stimme von rechts.
„Jemand nähert sich uns...“ wiederholte die andere Stimme ebenfalls von der linken Seite.

Ein gleichmässiges Klappern und das Reiben von Metall auf Metall kündigte die sich nähernden Schritte einer in schwarzer Legierung gerüsteten Gestalt an.

„Sie ist uns unheimlich!“ Mahnte es ein wenig gehetzt von rechts, „Stehen wir auf und halten uns zur Flucht bereit! „
„Sie soll ruhig kommen...“ Knurrte es von links. „Wir haben vor niemandem Angst und mag es Alatar selbst sein.“

Er rührte sich nicht vom Fleck, sondern blieb wie angewurzelt an Ort und Stelle sitzen, während die Gestalt zielstrebig mit trittsicheren Schritten auf ihn zusteuerte.

„Seien wir trotzdem auf der Hut....“ Kam es wieder von rechts. Diesmal schwieg die linke Seite.

Eine weibliche Stimme durch den Helm gedämpft seltsam fern erscheinend gebot ihm Gruesse.

„Dem Einen zum Grusse.“ Erwiederten beide Stimmen fast synchron, die Rechte erfürchtig und die Linke im Gegensatz dazu mürrisch und widerwillig, wenn nicht sogar gelangweilt klingend.

Die in schwarz gerüstete Frau klang gebieterisch, scheinbar Autorität gewohnt stellte sie ihm hartnäckige Fragen über irgendwelche Belanglosigkeiten. Die Worte flogen dahin, erreichten sein Ohr aber verfehlten sein Herz.
Er schien der Frau nicht richtig zuzuhören, als er mit den inneren Stimmen seiner selbst kämpfte.

„Wir möchten nicht mit ihr reden. Ihre Fragen ermüden uns und gehen uns nichts an.“ Mit teilnahmsloser Gleichgültigkeit schallt es ein wenig ungehalten von links.
„Antworten wir ihr und zollen ihr den nötigen Respekt... vielleicht lässt sie dann von uns ab?“ Entgegnet diesmal die rechte Seite ehrfürchtig und ebenso vorsichtig.
„Nein... sie soll ruhig kommen. Wir können ihr immer noch einen Bolzen in den Rücken jagen wenn sie zu lästig wird.“ Dröhnt es selbstsicher auf der linken Seite.
„Nein! Nein! Nein!... es soll kein Blut fliessen!" Kreischte es voller Entsetzen von der anderen Seite ängstlich und ein verstörtes Schluchzen war zu hören, das sich Richtung Südosten entfernte.

Er tastete instinktiv mit der Rechten vorsichtig nach der Armbrust, doch konnte er sie nicht vorfinden. Er hatte sie wohl in der Satteltasche seines Pferdes zurückgelassen.

Er wusste nicht was er der Frau erwidert hatte, doch schwang diesmal deutlicher Zorn und Wut mit in ihrer Stimme, als er urplötzlich die Bodenhaftung an den Füßen verlor und in die Lüfte gehoben wurde.

Irgendwoher aus einem dunklen Winkel seines Bewusstseins wiederholten sich immer wieder zwei Worte:
„Erschieß ihn!“
„Erschieß ihn!“
„Erschieß ihn!“


Gleichzeitig spürte er deutlicher eine vertraute Präsenz in seiner Nähe, jedoch konnte er sich nicht auf die Stimme dieser Person konzentrieren. Sie klang zögerlich... kaum bewilligt den Befehlen der berüsteten Frau zu folgen, dennoch keinerlei Anstalten machend sich gegen diese aufzulehnen.

„Lauf! Komm ins Haus! Dort sind wir in Sicherheit!“ Ermahnte ihn seine Stimme von seinem Haus aus kommend, das einige dutzend Schritte weit im Südosten lag. Er hörte nur noch wie die Holztür mit einem Scheppern zuschlug.

„Es ist schon zu spät zum Flüchten. Unsere Worte sind schon gesagt. Es gibt kein zurück mehr.“ Ertönte es grimmig links neben ihm.

Er spürte langsam kalte Wut in ihm aufsteigen wie sie ihn mit ihrer überheblichen Art zu Leibe rückte.
„Wo haben wir nur die Armbrust gelassen?“ Bellte es von links aus. „Sie ist ein Nichts. Ein aufbrausendes Tier, das sich Ritter des Alatars schimpft. Wir werden sie verhöhnen und ihre Gier nach Selbstherrlichkeit offen zur Schau stellen...“ In der Stimme schwang eine Spur von Zweifel mit...

Ritter Alatars... woher wusste er dass die Frau, die ihm nun offensichtlich kaum wohlgesinnt war ein Diener des Einen darstellte? Eventuell hatte es die andere Präsenz erwähnt, doch er konnte sich nicht mehr daran erinnern.

„Lauf Cilwve!“ Er konnte die Stimme von Lara nicht zuordnen, obwohl sie so vertraut in seinen Ohren klang. Er ließ ihre Worte, die fast wie ein Flehen klangen, einige Momente lang in seinem Ohr widerhallen und versuchte die Quelle dabei mit den Augen ausfindig zu machen, doch ihr Gesicht nahm er nur verschwommen wahr, unfähig ihre Gesichtzüge einem Namen zuzuordnen.

„Lauf! Komm ins Haus!“ Vernahm er seine weinerliche Stimme aus der Richtung des Hauses kommend.

Es war schon zu spät. Er hatte mit seiner Zunge sowohl ihre Authorität untergraben, als auch ihrem Stolz eine saftige Ohrfeige gegeben. Er konnte sich nicht mehr entsinnen was der genaue Wortlaut der Sätze war, die er ihr entgegenschleuderte.
Ihre Antwort war jedoch nur zu überdeutlich. In einem Moment sah er noch wie ihr metallener Ellbogenschutz mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit immer größer werdend sein Blickfeld mehr und mehr ausfüllte.
In nächsten Moment durfte er auch schon, durch die dichte Baumkrone der Eiche, den strahlend blauen Himmel von unten beobachten. Er musste husten und der zähe Schleim, der ihm hochkam schmeckte nach Eisen- oder war es Blut?

Ab und zu hörte er ein unterdrücktes Schluchzen vom Haus aus kommend. Ihr mit schwarzem glatten Metall überzogener Fuß bahnte sich seinen Weg durch seinen Brustkorb, einige Rippen mühelos brechend.

„Sie wird uns töten.“ Diesmal klang es vom Haus aus resignierend und hoffnungslos.

Die Ritterin zog währendessen ihr Schwert, das faszinierend im Sonnenlicht schimmerte.

„So sterben wir wenigstens in Ehre durch eine Klinge.“ Meinte die andere Stimme emotionslos.

Geschmeidig, ohne jeglichen Widerstand dringt die Klinge in seinen Bauch ein. Der Schmerz der ihm durchzuckte fraß sich durch seine Nerven, brannte sich in seinen Kopf ein, seine Gedanken verzerrend.

„Sterben? Wie fühlt sich das an?“ Flüstert es schwach vom Haus aus.

Er versuchte den Schmerz zu verbannen, ihn einzusperren....so wie er es pflegte die Stimmen einzusperren, wenn er es nicht mehr ertragen konnte ihnen zuzuhören, doch die Klinge war eisig kalt und es fühlte sich an als sei sie wie ein Raubtier das in seinem Innersten wühlte, seine Erinnerungen gierig verschlingend nur noch Leere hinterlassend.

Der Himmel verdunkelte sich mit jeder Sekunde die dahinfloss.
Es war als fiele er in einen tiefen Brunnen der keinen Boden hatte. Die Geräusche von ausserhalb hallten in seinem Kopf wider- die Worte aber konnte er keiner Bedeutung zuordnen. Das Licht entfernte sich immer mehr, bis der kleine Punkt in der Ferne schliesslich so winzig klein wurde, dass er ihn in der Dunkelheit nicht mehr ausmachen konnte.


„Lara...“ Flüsterte er, während die Flamme seiner inneren Kerze wie wild flackerte und er seinen letzten Traum träumte:

Als er erwachte befand er sich umlängst nicht mehr unter der großen Eiche. Er lag im Untergeschoss seiner kleinen Zuflucht... Sein Bauch wurde provisorisch von jemandem verbunden, denn die Blutung konnte nicht gestoppt werden. Seine Kleidung war blutdurchtränkt, doch dies alles nahm er kaum wahr. Sein Augenmerk war nur auf diese zierliche Gestalt gerichtet, die neben ihm am Tisch stand und auf ihn herabblickte einem Engel gleich.
Ihr am Ärmel zerschlissenes Kleid; der edle Stoff, der nun von seinem Blut durch und durch verdreckt war; die fürsorglich aber dennoch leicht ablehnenden großen wässrigen Augen, die ihm entgegenstarrten; die getragen von einer leichten Brise sich auf und ab bewegende Haarsträhne, die ab und zu ihr Gesicht verdeckt und die sie immer mit einer eleganten Geste zur Seite wischt.
Trotz ihres trostlosen Anblickes lächelte er, denn ein Gefühl der Geborgenheit und der Vertrautheit überkam ihm wieder, wie auch bei den beiden letzten Male als sie sich begegneten.
Er wollte ihr soviel sagen, soviel erzählen, soviel beichten, doch er konnte sich immer nur ein verzagtes, zögerliches Lächeln abringen, das doch seiner Natur so widersprach und doch seine Worte zu ihr ersetzten...

Ein Traum war es sicherlich... denn Lara konnte nicht so sein wie er.... sie hatte nichts in dieser kalten abweisenden Stadt zu suchen... nicht die Lara die er kannte.

Die Kerze erlosch.
Cilwve Trask

Beitrag von Cilwve Trask »

Neben seinem Bett auf der kleinen Nachtkommode brannte eine kleine Kerze, obwohl es draussen schon lange hell war- die Menschen auf den Strassen Rahals geschäftig umhereilend- war es trotzdem stockdunkel im Raume.

Er rieb sich nachdenklich das Kinn und rappelte sich langsam auf. Ein wenig ungelenkig beugte er sich dabei leicht vor, an seinem bandagierten Bauch herabschauend. Der stechende Schmerz, der ihn die Nacht über gequält hatte ließ langsam nach und an einigen Stellen der Wunde überkam ihm ein unausstehlicher Juckreiz, der ihm verkündete, dass an diesen Punkten der Heilungsprozess schon fortgeschritten war.

Die Bilder des gestrigen Abends schossen ihm nochmals durch den Kopf:
Die drei Frauen die an seinem Bett standen und ihn anstarrten. Die erste, scheinbar eine Heilerin, wirkte unbekümmert und sehr zurückhaltend. Sie hatte die grobe Bandagierung, die an einigen Stellen verklumpt war, aufgeschnitten, die Wunde mit Alkohol desinfiziert, mit Salbe bestrichen und die offene Stelle dann mühsam mit vielen Stichen zugenäht und schliesslich eine feste robustere Bandagierung um seinen Bauch gelegt. Der ganze Vorgang der eine halbe Ewigkeit gedauert hatte, erlebte er nur abschnittsweise mit. Die meiste Zeit jedoch verfiel er in einem Trance-ähnlichem Zustand, die Augen starr gegen die Decke gerichtet.
Er fühlte nichts als innere Leere und ein seltsames Gefühl das ihm im Nacken saß wurde er nicht los. Vielleicht war es Angst, vielleicht war es nur Verzweiflung, vielleicht erschütterte ihn auch nur der Gedanke, dass er keinerlei Wissen mehr über seine Vergangenheit besaß .


Er blickte sich im Raume um, ein paar leere Betten und daneben Kommoden reihten sich brav der Wand entlang. Ein massiver blutbefleckter Steintisch, auf dessen Oberfläche frische Laken, Waschschüsseln und Salben bereit lagen, bildete den Mittelpunkt des Raumes. Etwas abseits, an der den Betten gegenüberliegenden Wand gequetscht, befand sich ein Tisch mit zahlreichen eigentümlichen Alchemiegeräten, in denen übelriechende Mixturen vor sich hinbrauten, die wohl nur noch ein schwer Verwundeter, der sich nicht wehren konnte, an sich ranlassen würde. Der für den Raum zuständige Heiler Gobert, ein blond gelockter Geselle in einer ihm zu groß geschnittenen Robe, hantierte aufwendig an einem der zahlreichen Destillationsapparate versuchend eine schwarze Substanz von deren Lösung zu trennen.

Die zweite Frau war in einer schwarzen Robe gekleidet. Er konnte ihr Gesicht wegen der Maskierung kaum erkennen, doch die Stimme kam ihm seltsam vertraut vor. Sie war gebieterisch, duldete keinen Widerspruch und unterdrückter Zorn hörte er anfangs aus ihrer Stimme heraus. Dann schliesslich erzählte sie ihm mit einem zu ihr etwas unpassenden geduldigen Tonfall, dass er durch völlige Eigenverschuldung in diese Situation geraten sei. Welche Situation? Er versuchte in seinem Gedächtnis zu kramen und nach der Wahrheit zu suchen. Was er vorfand war die gähnende Leere, sowie verschlossene Türen, die dahinter Stimmen verbargen die ihm leise zuflüsterten- eine beschwichtigend und aufmunternd, die andere zweifelnd und ihm Angst einjagend. Ebenfalls spürte er dass ein tiefer Schmerz hinter diesen Türen mit den Stimmen verschlossen lag und so verbarrikadierte er in seinem Geiste diese Türen zusätzlich, um sich vor den dahinter verborgen liegenden Geheimnissen zu schützen.

Als er so vor sich hinstarrte, bemerkte er nicht wie die Flammen der Kerzen im Raume unaufhaltsam einer nach den anderen ihren Wachs vollends verzehrten und somit langsam erloschen.

Die dritte Frau war zierlich gebaut, und hatte ein Kleid an, das aus edlen Stoff geschnitten war. Zu seiner besten Zeit hätten es sicherlich die feinsten Bürger der Stadt nicht als Ausgehkleidung verschmäht. Doch nun war ein Ärmel ausgerissen, der Stoff war durch und durch mit Blut durchtränkt und auf ihrem Gesicht spiegelte sich sogleich Besorgnis als auch Bestürzung wider. Sie hatte eine anmutige Art an sich, die zugleich anziehend wie auch abweisend war.
Anziehend- weil er sich sogleich danach sehnte ihre Nähe zu suchen;
Abweisend- wegen der unterschwelligen Angst die ihre Züge überschattete.

Als die beiden anderen Frauen fort waren, hauchte sie ihm nur leise gedankenverloren „Cilwve....“ zu- nicht darauf achtend, dass er sie offenkundig forschend angaffte.

„Cilwve...“. Dieses Wort kam ihm vertraut und doch so fremd vor. Die Stimmen hinter den Türen äfften nun in einer perversen unausstehlichen Art dieses Wort nach und er konnte nicht anders als diese Türen in die dunkelsten tiefsten Ecken seines Bewusstseins zu verbannen und diese mit einem Schwur solange er konnte zu versiegeln.

Als er Nachts nach einem unruhigen kurzen Schlaf wieder erwachte, war Lara auch schon verschwunden... nur seine Stiefeln lagen jetzt ausgezogen neben dem Bett.
„Cilwve...“ Wiederholte er nochmals gedankenverloren zu sich selbst.
Er fing an dieses Wort zu hassen, denn sie bedeutete Angst, Schmerz, Einsamkeit und die Stimmen, die hinter den Türen verborgen lagen und auf ihre Freilassung lauerten. Er schwor sich dieses Wort für die Zukunft ohne Rücksicht einfach zu ignorieren, um nicht den Widerstand an den Türen zu brechen.

Er hatte nicht bemerkt, dass -als er über all die Dinge nachsinnte- Gobert seine Kerze an der Kommode gegen eine neue Kerze ausgetauscht hatte...
Cilwve Trask

Beitrag von Cilwve Trask »

[url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=7526]
Akyrlaer hat geschrieben:Unruhig tigerte sie durch den Vorraum des Lazaretts und zerriß Handtücher in kleine Fetzen. Was war bloß los mit ihr? Ha, als ob sie das nicht selbst am besten wüßte. Irgendwann hatte ein jeder verloren und sie war wohl gerade im Begriff ihnen zu folgen.
Weshalb hatte sie zugestochen? Sie hätte nachtreten sollen. So wie die meisten. Sie haßte es, aber manche lernten es nicht anders und dieser hier... Sie schritt zur Tür, schlug die Faust dagegen und brüllte eine weitere Verwünschung auf den Mann, der ihren Weg kreuzte hinaus. Ach was Mann, von wegen. Ein Kind, das war er, auch wenn er doppelt so alt war wie sie selbst aber er war ein Kind. Sie bleckte die Zähne. Ein Welpe. Ja. Welpe. Das traf es gut. Welpe. Wieso Welpe? Egal. Welpe traf es. Und dieser, dieser Welpe wollte sich doch wahrhaftig mit ihr anlegen.
Gut, gut sie war ruhig geblieben, sagte sie sich immer wieder. Zumindest anfangs. Also doch, anfangs, da war sie ruhig geblieben. Also bis sie ihn nieder geschlagen hatte zumindest. Doch, also vorher, da war sie ruhig geblieben.
Ja, sicher, sie hatte ihrer Tochter die jetzt am Krankenbett trauerte befohlen ihn zu erschießen aber sie war ruhig geblieben. Außerdem war es ja gar nicht so gemeint gewesen. Und überhaupt, was legte sich dieser Dreckswelpe überhaupt mit ihr an? Wieso ging ihr das eigentlich so nah? Hatte sie doch früher wenig gekümmert? Ach egal, weil sie sauer war, darum.
Klatschend schlug sie die Hand abermals gegen die Tür und wandte sich um. Ihr Blick fiel auf die Fetzen des Handtuchs am Boden, welches sie gerade erst zerrissen hatte. Was glaubte der eigentlich wer er war?
Jaja, gut, sie hatte überreagiert. Sie hätte ihm die Flausen aus dem Leib prügeln sollen und dann wäre es gut gewesen. Hatte sie aber nicht.
Ihr Blick ging aus dem Fenster zum Mond hin. Sie hatte sich gehen, sich vom Zorn leiten lassen. Das war der Anfang vom Ende. Erst der Menschlichkeit und dann ihrer selbst. Sie mußte dringend lernen, diese Kraft im Zaume zu bewahren. Sie war ein Gefäß dafür geworden, hin und wieder gab sie etwas von der Kraft ab und nährte sie dann erneut aber sie war zu klein. Welches Glas mag schon einen Ozean zu fassen? Immer wieder schwappte es über und allmählich wurde es gefährlich, für andere und auch für sie selbst. Sie schlug sich beide Hände ins Gesicht und fuhr sich damit bis in den Nacken. Sie mußte lernen.
Was war bloß in sie gefahren? Sie hatte nicht zustechen wollen aber in diesem einen Moment kam es ihr wie eine gute Idee vor. 'Tu es doch einfach.' Nein. Das war nicht Ihr Weg. Wie hatte die Heilerin die sie zu ihm geführt hatte noch gesagt: 'Deine Worte, das bist nicht Du. Das ist Er.'
Es stimmte. Das war nicht sie, das war Er. Seine Art. Sein Weg. Stärke offenbart sich nicht darin, die Schwachen zu bekämpfen. Gleich starke oder stärkere Gegner, das waren würdige Kämpfe, diese galt es zu bestehen. Kein Leitwolf beißt seine Herausforderer tot. Sie schüttelte sich. Ihre Gedanken waren nicht klar. Sie mußte etwas mehr von der Kraft vergießen, sonst kochte sie heute noch einmal über. Sie riß die Tür zum Krankenlager auf und trat hindurch. Sie sah ihn. Widerlich. So schwach. Nur mühsam unterdrückte sie den Drang zu schreien und einen finalen Schlußstrich unter sein Elend zu ziehen. Ganz ruhig. In der Ruhe liegt die Kraft.
Sie atmete tief durch und schritt ans Krankenbett heran. 'Taten statt Worte', die Worte ließen sie nicht los an diesem Abend. Einfach hin gehen und zack... ein kleiner Schnitt für ihn, mehr nicht. Sie knurrte ungehalten. Nicht heute. Sie würde einen anderen Weg finden um sich des angestauten Zornes zu entledigen. Einen Weg, der besser zu ihr paßte. Ein Weg, der gangbar war ohne zu verkommen. Mit geballten Fäusten trat sie gänzlich an das Bett heran.
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[url=http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=7526]Link: Zitat aus Quelle[/url]
Cilwve Trask

Beitrag von Cilwve Trask »

„Löst die Bandagen!“ Befiel der maskierte Mann, mit gewohnter Autorität, in der schwarzen Lederrüstung. Seine Worte klangen ruhig und kalkuliert, aber dennoch keinerlei Widerspruch duldend.
„Jawohl, Erhabener!“ Meldete sich der Gardist mit strammer Haltung und machte sich sogleich an die Arbeit, die ihm der Ahad soeben aufgetragen hatte. Er befreite die Bandagen fein säuberlich von ihren Metallklammern, die diese festhielten. Ein anderer dunkelgrau gekleideter Mann half dem auf dem Bett liegenden Namenlosen, der sein Gedächtnis verloren hatte, hoch, so dass der Gardist ihn von den Bandagen lagenweise vorsichtig befreien konnte.
Unter den nun nicht mehr weissen Leinen erstrecke sich eine hässliche Stichwunde, die zu allem Überfluß auch noch entzündet war, trotz der professionellen und geschickten Behandlung tags zuvor. Die Naht war an einigen Stellen aufgeplatz und gelber Eiter gemischt mit dunkelrotem Blut quoll aus dem Inneren des Namenlosen.
Der schwarzgerüstete Ahad betrachtete die Wunde eine kurze Sekunde lang mit gewohnt gelangweiltem Blick. Die emotionslosen, kühlen blauen Augen starrten ihn hinter der Maske gebannt an. Schliesslich mit einem ruckartigen Stoss gegen die Stirn des Namenlosen brachte er dessen wuchtigen Körper mühelos zu Fall, so dass dieser wieder kopfüber nach hinten fiel und den hinter ihm liegenden Kissen unter sich begrub.
Um die rechte Hand des Ahads, der diese leicht angehoben hatte und sie nun über den Bauch des Namenlosen hielt, fing plötzlich die Luft an zu vibrieren, so dass sich periodisch Wellen vom Mittelpunkt seiner Handfläche ausbreiteten. Diese Wellen gingen in eine kreisförmige Zirkulation über, das wie ein kleiner Strudel aussah und die Luft um sich einsog. Der Namenlose riß die Augen auf und Panik überfiel ihn, doch traute er sich nicht einen einzigen Ton auszustoßen, aus Furcht vor der rohen Macht des Ahads....
Der Strudel gebar zahlreiche kleine schwarze Pigmente, die sich mit der Flussrichtung drehten und sich immer weiter ausbreiteten, bis diese nun den Strudel als kleine Wolke überdeckten und sich langsam auf die Wunde des Namenlosen zubewegten.
Der Namenlose musste plözlich keuchen, als die Wolke in ihm eindrang, ihn erfüllte und unsagbare Schmerzen in ihm hervorriefen. Schmerzen jenseits des natürlichen Ursprungs. Ihm kam es vor als würde jemand sein Rückenmark zum gefrieren bringen, ihm alle seine Nervenbahnen mit kleinen schnellen Nadelstichen durchsieben und glühende Kohlen in seine Innereien stopfen....

Ein von Qual und Schmerzen erfüllter Schrei hallte durch die Nacht.



Langsam ließ Gobert die braune Schlacke in der Lösung absinken und filtrierte diese dann mit einem Papiertrichter heraus. Der Wasserkühler war vor einigen Minuten gesprungen und die Glasscherben lagen noch verstreut auf dem Boden zusammen mit der stinkenden roten Flüssigkeit, die sich entlang der Ritzen des Bodens ausbreitete. Er würde die Sauerei normalerweise auch sogleich aufwischen, wenn dieser Filtervorgang nicht unverzüglich ausgeführt werden musste. Bei all seinem Hantieren bemerkte er kaum, wie sich der Patient mit der bandagierten Bauchwunde langsam nach vorne gebeugt aus dem Zimmer schlich...

Die Steinplatten der Straßen Rahals fühlten sich rau und kalt an. Rau und kalt... das waren Worte für Empfindungen, deren genaue Bedeutungen ihm längst entglitten sind.
Rau und Kalt- das war alles was er seit seinem Erwachen kannte- diese Gefühle waren vertraut, sowie die Gemäuer der Stadt ihm vertraut, aber zugleich fremd waren. Alles schien ihm so bekannt aber doch so neu. Er sog die Bilder seiner Umgebung gierig auf, keines der Details auslassend- nicht merkend, dass er sich schon allzuweit vom Lazarett entfernt hatte; nicht merkend, dass durch seine Wanderung einige Nähte seiner Wunde anfingen aufzuplatzen; nicht merkend, dass Kälte nicht alles war...
„Dem einen zum Grusse.“ Erklang es plötzlich hinter seinem Rücken. Langsam wandte er sich um.... „Wer war der Eine...“ schoss es durch sein Kopf?
Der Namenlose wiederholte fast zu sich selbst den Gruss und im selben Moment spürte er, wie etwas warmes aus seiner Wunde stoßweise herausquilte und die unterste Lage der Bandagen durchtränkte. Sein Blick vernebelte sich und er musste sich an den nächsten Baum lehnen, um nicht auf dem harten Boden zu landen. Seine Glieder fühlten sich kälter als je zuvor an. Leise Stimmen flüsterten ihm honigsüße Worte zu. Mit jeder Sekunde schien der Schmerz sich zu verdoppeln...
Ein dünner Schleier zog sich über seine Umgebung, hüllte ihn sanft ein und schenkte ihm Geborgenheit...




„Befreie uns... Cilwve... befreie uns...“ flüsterte es hinter der Tür.
Panik überfiel ihn. Die Türen haben sich heimlich wieder genähert- auf einem Male standen sie direkt vor ihm, die Türangeln knirschten, das Holz bog sich unter dem Druck der sich hinter der Tür staute.

Er stemmte sich mit aller Kraft gegen diese Tür, versuchend sie zuzuhalten. Sie riefen seinen Namen, seine Schwäche schamlos ausnutzend. Er versuchte sich die Ohren zuzuhalten... vergebens... Die Tür drohte zu zerbersten. Schmerz... Angst... Leere... Einsamkeit...


Die schwarze Wolke, sie kam auf ihn zu. Immer größer wurde sie, immer mächtiger, immer näher. Er wollte schon vor Verzweiflung, Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit aufgeben. Nicht mehr ankämpfen zu müssen gegen das Unbekannte vor ihm und hinter ihm....
Just in diesem Moment verschlang ihn die schwarze Wolke, bettete seinen Körper in Dunkelheit, umschlung ihn mit ihrer Essenz.
Er fühlte nichts- keinen Schmerz, keine Angst, keine Leere und keine Einsamkeit. Nur die dunkle Materie die ihn umgab, ihn davontrug und sich an ihm schmiegte wie eine zweite Haut. Durch diese Wolken hindurch sah er noch die Türen... wie sie ebenfalls von der Wolke verschlungen wurden und schliesslich weit weit fortgetragen.


„Schenke ihm das Leben, so dass er dir dienen möge...“ Er wusste nicht, woher die Stimme kam, aber sie klang wie die des Ahads.

„Was bedeutet dir das Leben?“ whisperte ihm eine Stimme zu, die mächtig und skrupellos klang, aber irgendwie auch zärtlich und verführerisch.


Er dachte nach und wusste keine Antwort darauf...


Als sich sein Blick wieder klärte, stand der Ahad immer noch an derselben Stelle vor seinem Bett. Die schwarze Wolke zog sich gemächtlich in dessen Hand zurück. Der Strudel drehte sich immer langsamer bis er versiegte, die Schwingungen der Luft verschwanden.

Er fühlte sich im Kopf klarer als je zuvor, die Schmerzen, die ihn seit des Erwachens gepeinigt haben sind abgeklungen. Er blickte auf sich herab und an seinem Bauch war nur noch eine feine kaum sichtbare Narbe zu sehen. Ungläubig und neugierig tastete er mit den Fingern daran, erst vorsichtig, dann fester mit dem rechten Zeigefinger reindrückend, doch er spürte nichts ausser das Druckgefühl seiner Fingerspitze. Mit aufgerissenem Munde hob er seinen Blick, um dem des Ahads zu suchen. Dieser starrte ihn nur regungslos und auch bewegungslos mit den kalten blauen Augen an.

Mit einer für seine Statur geschmeidigen Bewegung sprang er sofort zu Boden vor dem Ahad. Das linke Bein angebeugt, mit dem Rechten auf dem Boden kniend, senkte er den Blick gen Boden, die Füsse von dem Ahad fixierend. Den Linken Arm auf das linke Bein gestützt und die rechte Faust den Steinboden berührend, versuchte er seine Ergebenheit für den Ahad auszudrücken.

Der Mann der ihm das Leben schenkte oder von dem er dachte dass dieser es tat fragte ihm nach seinem Namen. Er konnte diese Frage nicht beantworten und sie war auch für beide von ihnen belanglos, denn eine andere Antwort auf eine andere Frage fand er im Gegenzug:

„Was bedeutet dir das Leben?“ hörte er die Stimme in seinem Träume wieder ihm zuflüstern.

Mit fester Stimme spricht der Namenlose nach einer langen Pause:
„Das Leben bedeutet eine Verzögerung des Todes. Das Leben ist ein Geschenk von demjenigen, der mir das Leben gab. So werde ich mein Leben gerne an ihn zurückgeben, so er es von mir verlangt.“

„Der Eine, der Gottkönig, Alatar schenkte dir das Leben.“ Entgegnete der Ahad ruhigen Tones.

Seine Augen wurden wässrig, Tränen kullerten ihm von der Wange. Wieso zeigte der Eine soviel Güte? Er fand nur mühselig die richtigen Worte, um sich auszudrücken:
„Unsäglicher Schmerz fühlte ich im ersten Augenblick nach meinem Erwachen....
Unsäglicher Schmerz begleitete mich bis an den Moment, an dem ihr mich erlöset..."

Seine Kehle fühlte sich auf einmal trocken an und seine Brust bebte vor Erregung.

"So schwöre ich bei diesem Schmerze, dass er mich niederstrecken solle, wenn ich vom Wege des Herrn abkommen sollte!“ Gelobte fast feierlich der Namenlose immer noch mit gesenktem Haupte.

„So wird er es tun... doch wird er euch beistehen, solange ihr seinem Pfade folgt...“ antwortete der Ahad unmissverständlich und ohne zu zögern.


...Von Valion und Tugor lernte der Namenlose die Geschichte und die Gesetze der Stadt Rahal, doch von diesem einen Manne, dem erhabenen Ahad lernte er die Bedeutung des Lebens und des Todes.
Dieser Mann, der von Alatar gesegnet war und den Wünschen des Einen unbeirrbar folgte nannte man, so wie der Namenlose später herausfand...

...Letast
Cilwve Trask

Beitrag von Cilwve Trask »

Cilwve Trask hat geschrieben:*Ein mit schwarzer Kohle beschriebenes Pergament erreicht den Rahaler Palast. Der Bote, den einige auch den Namenlosen nannten, übergab einem der Wachen demütig die Nachricht mit der Bitte sie beizeiten dem erhabenem Ahad zu überbringen.
Die Nachricht ist mit geschwungener fein säuberlicher Schrift geschrieben. Auf den Seiten des Pergaments befinden sich einige violette Klekse, wohl herrührend von irgendwelchen Chemikalien.*

"Oh großer Erhabener Ahad,
Ich entschuldige mich vielmals für dieses törrichte Schreiben, das euch warscheinlich eure so kostbare Zeit nun verschlingen wird.
Nichtsdestotrotz konnte ich nicht widerstehen euch dennoch eine Nachricht zukommen zu lassen.
Drei Tage sind es nun her, seid ihr mich aus den Klauen des Todes errettet habt.
In diesen drei Tagen verbrachte ich meine Zeit in der Bibliothek zu Rahal zum Studium der Worte des Herren. Diese Schriften enthielten jedoch vielerlei Hinweise auf andere Götter die der Macht des Herren ebenbürtig waren. Ich schätze, dass diese Schriften sicherlich irrtümlich falsch abgeschrieben wurden, denn die Macht des Herren ist unvergleichbar mit den niederen falschen Götter. Ich möchte die Namen dieser Götzen kaum aussprechen, da sie mir kopfschmerzen bereiten und meine Seele vergiften... Wenn ihr die Schriften der Bibliothek einseht, dann werdet ihr sicherlich wissen was ich meine.

Ich habe in diesen Tagen in den Pausen meiner Studien jedoch nicht untätig herumgesessen, sondern konnte einiges über meine Vergangenheit herausfinden. Die Antwort auf die Frage die ich euch noch schuldete, nachdem ihr mich errettet habt lautet: Cilwve Trask.
Ich konnte wahrhaftig meinen ursprünglichen Namen mit Hilfe zahlreicher Personen wie zum Beispiel des ehrenwerten und gottfürchtigen Herrn Rukus, des pflichtbewussten und vom Wege des Einen unableitbaren Auxilius Deslon herausfinden. Zusätzlich erfuhr ich, dass ich ein Haus besaß an der Quelle des Stromes, der vor den Toren unserer Stadt gen Norden fliesst.
Dennoch werde ich meinen Namen nun ablegen und mich weiterhin als den Namenlosen rufen lassen. Denn ich habe erkannt dass vor dem Einen der Name eines einfachen Menschen wie mich keine Bedeutung spielt, solange ich seinem Weg folge und seinem Willen unterworfen bin. Diese Bezeichnung sollte mich ewig daran erinnern, dass ich in seinem Dienste stehe und es sein Wille ist, dass ich noch atme...

Ich habe auch mithilfe des Herrn Rukus meine ursprüngliche Bestimmung wiedergefunden. In der Satteltasche meines Pferdes, das mich den ganzen Weg vom Lazarett zum Hause treu folgte, fand ich zahlreiche Armbrüste mit automatischem Bolzenlader, sowie einen rötlich schimmernden Kompositbogen. Ich werde mich in den nächsten Tagen neben dem Studium der Schriften auch in der Handhabung dieser Waffen üben, damit ich dem Gottkönig sowohl mit Worten als auch Taten beistehen kann.

Leider habe ich bezüglich der Taten auch schon das erste Mal einen Rückschlag erlitten. Bei meinen Streifzügen durch die alten Tunnel unterhalb der Katakomben, traf ich einen Magie wirkenden Manne, der von zwei Wesen aus Erde begleitet wurde. Dieser Mann fragte mich ob ich zur Garde von Rahal gehöre, denn sonst müsste er mich töten.

Er behauptete er hätte mindestens fünf Gardisten unserer Stadt getötet und ihm schien dies sogar Vergnügen zu bereiten!

Ich antwortete, dass ich zwar nicht zur Garde gehöre, jedoch dem Tode nicht mit Angst entgegentreten werde, denn die Garde versucht die Pflichten des Herren genauso zu erfüllen wie meine eigene Wenigkeit- sind wir doch alle Diener des Einen. Bei diesen Worten fing er an den Gottkönig zu verleugnen und meine Person als törricht zu bezeichnen. Dieser unwissende Ketzer, möge der Eine ihn für diese frivolen und gottlosen Worte tausend Jahre die Zunge lähmen...
Ich konnte nicht umhin mein ganzes Bolzenmagazin auf ihn zu senden, um seiner Gotteslästerung Einhalt zu gebieten. Doch wie von geisterhand trafen diese Bolzen nicht, obwohl ich mein Visier auf seinen Kopf gerichtet hatte. Blitze entglitten seiner Handfläche und durchzuckten meinen Körper, so dass ich ohnmächtig zu Boden sank.

Als ich erwachte und mich mit lädierter Gesundheit nach Hause schleppte, traf ich denselben Manne wiederum und das in den Grenzen unseres heiligen Reiches! Er verhöhnte mein Glauben und den Herrn abermals und befahlt mir, einem Jünger des Einen, sich "davonzumachen". Und diese Worte auf dem gesegneten Boden! Ich konnte nicht umhin, mich auf ihn zu stürtzen ungeachtet meiner schon erlittenen Niederlage. Die Pfeile, die ich in seine Richtung sandte versengte in der Hitze des Blitzes, der aus seinen Händen kam. Die Energieentladungen an meinem Körper brachten mich zu Fall, so dass ich mich von den Blitzen gelähmt noch mit Mühe ins Dickicht schlagen konnte, in der Hoffnung euch diese Nachricht zukommen lassen zu können.
Denn obwohl meine Bemühungen vergebens waren ihm stand zuhalten, konnte ich mir doch sein Aussehen erhaschen.


*unten am Ende des Pergaments ist ist eine grobe Handzeichnung von Baygon Lypsan zu sehen. Das Gesicht ist nur grottig gelungen, denn sie hätte mit den schäbig aussehenden Strichen fast zu jedem Gesicht gepasst. Ebenso hatte der Zeichner die Augenbrauen wohl übertrieben. Die Form des Magierstabes und die Mustern auf der Robe sind dagegen besser gelungen. Zusätzlich ähneln die Elementare eher Michellinmännchen, denn ihrem wahren Aussehen.*



Ich hoffe ich konnte euch mit diesen Informationen dienlich sein.


in Auftrag vom Namenlosen, ehm. C. Trask.

gez. Gobert, Heiler des Rahaler Lazaretts."
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